Category Archives: Stellt Euch mal vor..

Ganz schön farbloses Hobby ham Sie da!

Ging Euch das irgendwann und mit irgendwas im Leben auch mal so wie mir in diesen Tagen: das Thema, an dem man beständig herumknabbert, gebiert unerwartet, in einer eher unbeachteten Ecke, ein Faszinosum, dem man sich, je länger man es beim täglichen Knabbern in ja automatischen Augenschein nimmt – immer weniger entziehen kann. OK, (ich bin schon so weit:) entziehen will. Bei mir ist es… die Entfärberei/ SchwarzWeiß-Macherei:

Bilder ohne (die) Worte der Farben.

Nach all den Farbräuschen-seit-2015™, Überlegungen-am-Blatt, welcher FarbStift nun wann, welche Wolke nun wie, nach all dem Scannen und opulenten Umfärben mit bis oft zu einem knappen Dutzend Variationen nun plötzlich diese so völlig anders gelagerte Goldgräberstimmung: den richtigen Arbeitspunkt im Schaffensprozeß Bild zu erwischen erkennen, und dann gespannt auf die magische Steuerung Shift U Tastenkombinationen zu drücken.

Um damit alle Farbe aus dem “Gesicht” des momentan beackerten Bildes entschwinden zu sehen. Meine neuste blasse Freude:nnn-scanp-170627-494b-rvr2bNicht nur ein eleganter “Ausweg” aus allzu bunt aufgelaufenen/ –türmten Farbsuppen, vor allem die anregende Integrierung der frisch erwachsenen/ entwickelten Hintergrundstruktur macht mir da diesen Thrill: daß man beim Betrachten ins Raten kommt, wo nun Gezeichnetes aufhört und Erklicktes anfängt. Und an den Bereichen dieses gefühlten Übergangs eine wachmachende Inspiration aufknistern zu spüren…

Da tauschen die Herausforderungen die Plätze: ich teste Einrichterpoodlemäßig digitale Wandfarbe, um “die Neuen” anzubringen. Quasi Farbloses für übertrieben bunte Interieurs ;-)

Bis ich mit den farbpsychologischen Vorarbeiten so weit bin, hier noch ein zweites nnn-scanp-170710-501-r5v3bwund drittes Habibi: nachgereicht, da ganz frisch – und mal um 180° gedreht – am 7.8.:nnn-scanp-170807-519b-r2r3nnn-scanp-170807-519b-r2vr3
Aber das mit dem “verrutschten Thema” passiert ja beileibe nicht nur mir.. ich stell mir da zum Beispiel einen vor, der als Kind Lokführer werden will, es tatsächlich auch wird, und irgendwann auf der Rheinstrecke Basel-Köln fürs Kreieren von Dioramen übermächtige Anregung  und damit seine unerwartete “Erfüllung” findet. Benachbart, aber trotzdem ganz woanders.

Oder eine, die gerne reist, Flugbegleiterin wird und irgendwann, auf welch verschlungenen Wegen auch immer, selbstgefertigte Lochkameras in dänische, koreanische oder indische Bäume bindet, um sie ein halbes Jahr später wieder abzuholen…

Oder der australische Bergwerksarbeiter, der sich erst zum Abkühlen ins Meer stürzt mit Surfboard nach Feierabend, und, nachdem er sich ne Kamera gekauft hat, um seine Kumpels draußen zu fotografieren, “aufsteigt“..

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Musik beim Schreiben heute:

The Bird And The Bee: “The Bird And The Bee”, Blue Note, 2007

various artists: “Brazilian Love Affair 2″, Far Out, 2007

Ian Pooley: “Since Then”, V2 records, 2000

Handtaschenräuber, Handtaschenräuber, überall, überall Handtaschenräuber!

Daß man Diversestes in meinen pinxographischen Bildern entdeckt – das ist Programm und seit nun fast exakt zwei Jahren kaltblütig ausgeführter VorgehensPlan. Daß ich aber nun den zweck’gebundenen Haushalt’s üblichen G’brauch zugetragen kriege..

..Überraschung!

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Den Einwurf in einer vor-Ort-Bildbesprechung «Dieses da will ich als Bettwäsche für meine (künftigen) Kinder!» erstaunte mich schon, aber der Hammer ist, war und bleibt wohl

«Mach doch Handtaschen draus!»

Meine Spontan-Reaktion: dasselbe ungläubige «Hä?» wie seinerzeit zum Vorschlag:

«Ooch, mach doch mal Postkarten

Solch ubergriffige Verwertungsmentalität muß man als aufs Zweckfreie geeichte, sensible Kreativseele™ erst mal verdauen ;-) Also setz ich mich, nachdem nun schon drei, vier Wochen vergangen abgeklungen sind, gestern morgen halt hin und mach spaßeshalber eine digitale Stanze. Namens HandBagKit:HandBagKit2Das sind, ebenso wie die kürzlich schnell zusammengeklickte Inneneinrichtung, drei simple Grundbausteine aus dem  werkseitigen Formenkanon des Photoshop:

  • zwei Ellipsen, konzentrisch übereinander geschoben, dazu
  • ein perspektivisch verzerrtes Rechteck mit abgerundeten Ecken.

Zack. Handtaschenbausatztutorial. Die entstandene Form definier’ ich mir um, entferne das Grau & mach so eine Maske draus, die man wie nen schön geschnittenen Karton über die Bilder vor alles halten kann, um die Handbagtauglichkeit zu testen: hbk-nnn-scanp-170530-483bDAS ist der allererste Schnellschuß mit dieser Methode. Ich hab ein erst bestes farben frohes Blatt dieser Woche ausgesucht, etwas verkleinert und mit  Steuerung V die Handtaschenstanze automatisch in die Mitte des Blattes reingepastet. Hey Voilà! Don’t touch it! It’s perfect!

Gleich weiter. Nächstes Opfer, neuer Anlauf: unterseeisch diesmalhbk-nnn-scanp-170529-482c-rhbk-nnn-scanp-170529-482c-sHier ein Entwurf mit “Testumgebung”, also dem zugrunde liegenden Pinxographischen Bild im und als Hintergrund. Wie ne Tapete zur Tasche. Ganz so wie in American Beauty, wo die Stimme des  Off-Erzählers gleich anfangs-szenisch raunt: “Sehen Sie, wie gut die Farbe der Heckenschere zur Farbe der Schuhe meiner Frau paßt? Das ist kein Zufall.”

Und gleich noch eins – hey, das macht Spaß!

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jetzt back 2: Handtaschenstanzen!

hbk-nnn-scanp-170529-482b-rhbk-nnn-scanp-170529-482-rehbk-nnn-scanp-170526-481f-rWow! Ein neues Brachland wird von den Nebeln des Unbekannten freigegeben! Ein paar mal drüber schlafen, dann werde ich mich wohl in naher Zukunft um die Formen, deren 3D-Darstellung und Verschlüsse kümmern!

Aber jetzt sofort diesen herrlichen ersten Elan ausnutzen!

Und irgendwann vielleicht um eine HandBagApp, die dem Dilemma der Frau da neulich an der Kasse vor mir sacht entgegensteuert: “In dieser Tasche fehlt nur eines:  …. Ordnung!”

Hier gleich noch ein paar aus der “Nachmittagsschicht”:

 

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PS.: zum Titel, dem etwas länglichen heute: Der kann auch von Millennials schnell als launige Zeile eines 82er Foyer des Arts-Textes ergoogelt werden. Den gibts auch – wenig Wunder – als youtube – Anhörbeispiel. (..) So altes sperriges Zeuch liefe bei mir schon fast unter historisches Unterrichtsmaterial aus einer Zeit, als noch mehr  grobe/feine Ironie in der Öffentlichkeit verwendet wurde/ankam..

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Musik beim Schreiben und Stanzen heute:

Original Motion Picture Score: “American Beauty”, Dream Works, 1999

Marcel: “viginti etduo”, Mole Listening Pearls, 1999

Quazar: “21 hours”, Superstition, 1999

Der DollyZoom in der Fotografie

29540032-33retHeute fange ich – statt der üblichen Einleitung – mit diesem selbsterklärenden Doppelbild an. Man muß nicht wissen, daß ich die beiden Fotos direkt nacheinander gemacht habe, sie also einen Platz direkt nebeneinander auf dem Negativstreifen gefunden haben. Auch nicht unbedingt, daß es ein typischer Frühlingstag 2015 mit ständig wechselnder Beleuchtung war, so daß nur wenige Minuten, in denen ich die Entfernung zwischen den beiden Aufnahmepunkten zurücklegte, zu diesem eindrucksvollen Beleuchtungswechsel genügten..

Es reicht, sie einfach ein wenig anzuschauen. Dann fängt man automatisch an, zu überlegen, wie diese Maßstabsveränderungen möglich sind. Der DollyZoom, das kann man eigentlich nur als Kinoaficionado wissen, ist eine spezielle Kamerafahrt, die eigentlich fix zueinander stehende Bildteile – Vorder- Mitten- und Hintergrund- zueinander zu verlagern imstande scheint. Während man sich heranzoomt, entfernt sich die Filmkamera per Wagen ( =Dolly ) vom Geschehen. Der Trick gelingt, wenn durch exaktes Zusammenwirken von Fahrer und Kameramann das Hauptobjekt immer genau gleich groß im Bild bleibt. Genau so, wie auf den beiden Fotos also. Nur ohne die Bewegung “dazwischen”. Diese in weiteren Beispielen aus der klassischen Filmgeschichte kann man sich anschauen auf  univie.ac.at, die schon vor zehnplus Jahren ein gewisser Herr Fuxjaeger zur Weiterbildung ebenda versammelt hat.

Leider, so der Tenor dieses Artikels, ist der Dolly Zoom spätestens seit den unendlich oft wiederholten Programm-Trennern von 3SAT anfangs des Jahrzehnts “verbrannt”, zum furchtbaren Klischee erstarrt und so total indiskutabel für moderne, ernstzunehmende Filmprojekte.77980022c2bNa, da hat ja die Fotografie ne Chance, diese unselige Bewegung wegzustoppen und nur zwei Punkte dieser Veränderung zu bebildern..Mit dem Fotografieren dieser meiner neuen Edition, die nun auf Alu-Dibond im Fenster der Mannheimer Galerie/Vergolderei Theuer und Scherr zu begutachten ist, kommt mir eine neue Idee für dieses in Mannheim doch recht,  äh, häufig fotografierte Motiv: die Galeriescheibe vor dem Diptychon spiegelt weitere ortstypische Komponenten – Galerie und Turm liegen am selben Platz-  in die Fotos rein und das Bild verdichtet sich auf ungewohnte Weise.

Seht hier ein paar Kombinationen, hier im “abgesunkenen Halbkreis”, als ne Art fake Schwenk über nen fake Zoom montiert ;-)

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Am krassesten diese Aufnahme unten, die wie eine Doppelbelichtung die Lokation “remixt” und am Platz versammelte Elemente in die Bilder fusioniert.77980023 Wer sich die Mühe macht, die beiden vor Ort anzuschauen, wird auch in den Genuß des stark vergrößerten Filmkorns kommen, das bei dieser doch fast 30-fachen Vergrößerung der Kleinbildnegative deutlich sichtbar wird. Hier noch etwas deutlicher als beim Wasserturmmotiv Güterbahnhof vom letzten Jahr..

Beim Googeln gefunden: dat janze mit den virtuellen LEGO-Blöcken von Minecraft nachgebaut und kameradurchflogen – bei Tag und Nacht. Städte(nach)bau einmal anders ;-) Allerdings hätte ich als Soundtrack dazu gerne die “Secret Journey” von Police…

Rothko in drei Zügen

vrlf-160205-273e-r8vManchmal brauchts schlicht erholsamen Schlaf, um auf Grundlegendes “zurück” zukommen/Wie verworren muß das Leben sein, um schläflings auf: “Der Einfachheit sollte man immer zugänglich sein” zu kommen? Das nämlich notierte ich mir diese Woche, noch im morgendämmrigen Halbschlaf auf eine der Kartenrückseiten am Bettrand. Die liegen da immer, vorsichtshalber, erfahrungsgemäß, denn solch Wort- und Sinnfetzen aus dem halbseiden träumenden Hirn kann man  “biologisch-dynamisch” kaum anders – das heißt: ohne Elektrowolke –  festhalten.

Dazu kam die Überschrift heute morgen dazu, die lange verschüttetes Schachvokabular revitalisiert. Nachdem mir der Name “meines Großmeisters” der Farbfeldmalerei wieder eingefallen war.

Warum nur mein Hirn diese Fetzen anspült? Nun, als Ausgleich vielleicht? Die PinXoGraphie zum Beispiel wird momentan immer wilder, chaotischer: man sehe sich nur mal diese neusten “Ergebnisse” der März/April-Blätterei  an:

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Da ist eine deutliche Wirrniszunahme zu verzeichnen. Umso überraschender nun diese “Zwischenergebnisse”, die genau das Gegenteil darstellen. Und, noch erstaunlicher, genau aus demselben Werke entspringen:

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Zu dieser Überraschung notwendig war… Ameisenarbeit™: ich habe zu diesem Zweck begonnen, die fertiggestellten PinXographien – so es so was überhaupt gibt – kleiner zu rechnen. Ganz im Sinne von: “Dann hab ich meine Rastalocken abgeschnitten und anschließend meine Mützen kleinergehäkelt” ;-) Anfänglich, um ganz alla svevo mehrere(!) Dutzend(!) Gigabyte(!) Speicher “zurückzugewinnen”. Dies führte zur “Entdeckung” der im Verlauf der PinXoGraphie-Werdung unsichtbar erzeugten Färbungsschichten.

Unsichtbar erzeugt?

Ja, nun: beim Umfärben füge ich ja neue Schichten ins Bild ein, die dieses zu etwas Neuem machen, ganz apparent. Dabei wird der Fortgang der Färberei, der in mehreren Stadien geschieht, immer von fertigen Ergebnis bestimmt, das ich ja in Echtzeit am Bildschirm habe. Ich nehme also das Eingefügte nur im Zusammenspiel mit dem Gemalten/ Gescannten wahr. Und entdecke eben jetzt die schlicht-schwebende Anmut  dieses “Mezzanins“:

So kann ich Euch heuteundhier präsentieren, was dabei herauskommen kann, wenn man erst

  1.   Blätter bemalt,
  2. einscant und umfärbt, und dann
  3. das Gemalte digital wieder “abzieht”.

Aber bittet mich nicht, diese Erscheinungen en plein air “nachzuspielen”. Da ginge es mir wie John Coltrane nach Vorlage seiner eigenen, transkribierten Soli…

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Für mich sehr erstaunlich. Überraschend. Erfreulich. Und willkommener Anlaß, wieder mal was über Herr Rothko zu lesen. Und mir diese “Großflächigen” an einer ebensolch großzügigen Wand vorszustellen – der “Einrichterpoodle” läßt grüßen–

vrlfscreen-160115-260b-exhivrlfscreen-272d-267b-436g-.jpgHier mal drei davon auf elegantem Anthrazit über dem aufgepimpten Sofa vom Januar. Der zottelige Bodenbelag drunter ist frisch “gefertigt” und stammt von Blatt #473.

Weiterhin gefunden beim Recherchieren/Herumadrenalieren im Internet™: große Schachpartien “zum Nachspielen” – durch Weiterklicken– auf chess.com und à propos Schachsymbole: die Figuren schwarze Dame als svg.png weißer Bauer als svg.png schwarzer Läufer als svg.pngund das Schachbrett sind durch  die Verwendung von SVGs und simplen HTML auf dem am Schirm dargestellten www-Brett positionier/programmierbar..

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Musik beim Schreiben heute:

John Coltrane: “A Love Supreme”, Impulse, 1964

Marcel: “Viginti Etduo”, Mole Listening Pearls, 1999

Adriano Celentano: “Svalutation”, WARNER, 1976

Cody Chesnutt: “The Headphone Masterpiece“, Ready Set Go!, 2002

Erik Satie: “Gymnopédie No. 1″, Stefan Grasse Quintett

Claude Debussy: “Fünf frühe Lieder”, HR-Sinfonieorchester, Anu Komsi, Sopran

Photek: “Form And Function”, Science, 1998

Musik beim Wiederhochladen am 4. November 2018;

Keziah Jones: “Black Orpheus”, Delabel, 2004

Short Attention Spam – oder die plötzlich willkommene Pendelbewegung des Geistes

Stellt Euch vor, ich hätte diese Seuche der Neuzeit, diese ewig fahrige, rasend-machende Unaufmerksamkeit, kurzbezeichnet mit Short Attention Span “umgebaut” zu einem meiner wichtigsten “Werkzeuge” beim Malen solcher Bilder wie diesem:

ysp-scanp-170315-454b-r6v2rStatt “nur drei Minuten aufmerksam sein können” zu “…aufmerksam sein wollen”. Denn warum bremse ich mich immer, wenn ich bemerke, daß ich Lust bekomme, in aller Ausführlichkeit leere Flächen auf meinem pinXoGraphischen Blatt des Tages™ mit fleissig eingeübten, routinierten, kleinkarierten Bewegungen sprich Mustern zu füllen? Fleuchlings also genau vor der menschlichen Eigenschaft der Kontinuität, anhaltenden Arbeitskonzentration und Akribie, die man beispielhaft No.1 beim mosaiquen Fließen orientalischer Muster oder b) beim Fusseln-aus-Kohlebergen-Retouschieren benötigt, um die Arbeit den Meister loben zu lassen? Warum denn also die Herstellung von Bildern und Werken vermeiden, die dadurch doch geordneter, besser, effektiver, ja: überhaupt erst zu Werken werden? Nun: weil dieses Vorgehen nicht gilt, nichts nützt für die PinXoGraphy. Hier liegt der Anspruch versteckter, indirekter, erst bei/nach längeren Betrachten zu erkennen. Da ist die Wiederholung tabu. Kurz gesagt. Jour et règle fiXe.

Denn interessanterweise – so kommt es mir wie eine Entdeckung für die Kunst vor – läßt man beim Bilder-an-Wänden-oder-Display-Anschauen das streng Geordnete (in sich) los, will mal anderes Futter und freut sich, von ansonsten allerorten vorrätigen Klischees mal befreit zu sein. Man sucht Erfrischung! Irgend etwas, an dem man mit den Augen herumknabbern kann, jäh erwacht von diesem Stimulus. Und gleichzeitig vielleicht bemerkt, daß das persönliche Sehen nur allzuoft eingefahren, eingerostet, nur auf zweckgebundene Wahrnehmung (Vorsicht/Umsicht im Verkehr, Preis- und Infosuche, Gesichtererkennung) eingerastet ist. Auch, daß man Bilder privat wie öffentlich wie geschäftlich zum Ausgleich, zur Vertrauenserweckung, zur Beruhigung mißbraucht. So zumindestens geht es mir, wenn ich beim Malen irgendeine Guck-Routine rieche.ysp-scanp-170331-465b-r2v2r

Also nutze ich den Span dazu, genau dann, wenn er greift/einsetzt, einen frisch vom Vergessen gereinigten Blick aufs Blatt zu richten und wie bei Erstbegehung einen nächsten, ersten, weiteren Schritt zu tun. All at the same time.

Das ergibt ein Bild, an dem sich die Überraschungen überlagern. Und genau dafür mach ich das ja.

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PS.: die Fehlcshreibung des Span zu Spam im Titel heute fand ich sehr reizvoll, hilft das falsche “m” doch, eine menschliche Un-Fähigkeit als Müll, Belästigung zu bezeichnen, die an manchen anderen “Stellen” überraschend nützlich eingesetzt werden kann. Oder durch die “Bezeichnung” Spam als eben genannte, kommunikationstechnikgestützte Seuche nochmals explicit getaggt wird.

OK, eins noch. Ein wieder farben”frohes”, passend zum fantastischen Wetterchen heute:ysp-scanp-170331-465d-r2vnr_____________________________________________________________

Musik beim sekundenweise Unaufmerksam sein:

Tiefschwarz: “Eat Books”, fine, 2005

MC Solaar: “QUI SÉME LE VENT RECOLTE LE TEMPO”, Metronome, 2000

Mozart: Sinfonie C-Dur KV 551 “Jupiter-Sinfonie” (London Mozart Players / Jane Glover)

St. Germain: “Boulevard”, F- Communication, 1999

Was will uns der?

..Künstler damit sagen?

Die bekannt-provozierende Frage aus dem Diesseits. Diesseits? Na, die Welt des Greifbaren, des allen bekannten Alltags, des gesunden Menschenverstands, des Preis-gegen-Leistungs-Welt-g-dankens.

Die Frage als probate Provokation fürs offensichtlich Unpraktische, Hergeholte, Spinnerte – ganz klar! Die Frage, die die Spreu vom Weizen trennt, allein schon der Qualität (und nachprüfbaren Lebensnähe) der dadurch eingeforderten Antwort halber. (..)

Und jetzt bitte gucken wir mal auf So Was. Unpraktisches, Hergeholtes, Spinnertes:ysp-scanp-170118-428e-rvr2fDa kommt die Frage schon fast automatisch auf. Was ich dazu sofort aus ziemlich eigener Erfahrung sagen kann: Ihr schaut auf eine Momentaufnahme eines langen Prozesses, der dieses Bild hervorgerufen hat, ja, der in seiner zeitlichen Komponenten darauf gezielt ausgerichtet ward, so etwas Unbekanntes zu erzielen/erzeugen!

Nun als “Momentaufnahme” getaggt bekommt das Bild einen bestimmten ätherischen Geschmack, nicht wahr? Wie ein Foto, das man bekanntermassen auf einer langen Reise aus dem Fenster gemacht hat. Mit “lange” meine ich so Dimensionen der Transsibirischen. Was also bleibt im Hinblick auf ein solches Foto zu sagen auf die Frage «Was will uns der Künstler damit sagen?»

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2. Ihr schaut auf etwas, das erstmal nur mich faszinieren muß(te), also gibts da keinerlei primäres Mitteilungsbedürfnis.. Der Bedarf liegt woanders:

ich tobe mich aus. Bei jedem Bild von Neuem. Um etwas zu erzeugen, das ich noch nie gesehen habe. Es geht also initiativ um Eigen-Faszination, um das Staunen über diese kreative Qualität, die das Leben haben kann: PinXoGraphieren als rätselhafte (Bild)Quelle von Unbekanntem, Freude, Fassungslosigkeit, Ehrfurcht vor/über deren Fließen. Eine Quelle, deren Fortdauern, Funktionieren oder Qualität man nicht bestimmen kann. Die aber trotzdem aus einem fließt.

3. Die Frage des Tages kann man – fern vom üblichen Sarkasmus – auch als Antwort, spontane Reaktion auf Neues begreifen. Als interessiertes, wenn auch skeptisches Feedback gewissermassen. Find ich um Einiges besser als ein Versiegen des Wortflusses  angesichts dieses – ich gebs ja zu – ungewohnt Unentzifferbaren.

“W. w.u.d.K.d.s.?” darf, kann und muß auch diesen Bildern gelten, die Ihr hier “aufgehängt” seht. Jäh vor Euch. Diese Hängung “passiert” heute anders als in klassischen Gallerien. Ich kann sie Euch präsentieren-unwortdesjahres rüberwachsen lassen, ohne daß einer von uns von der Couch wegmuß. “Herumzeigen” geht heutzutage einfach so dermaßen unkompliziert – und dazu auch noch  mit haushaltsüblicher Technik – unvorstellbar easy! noch zur Jahrtausendwende. Für mich natürlich (noch) nicht so unfaßbar von Nahem wie die Google Art Camera, aber mit einer 600 dpi-Auflösung bin ich auf bestem Wege ;-)

Gäbe es diese Technik nicht, würde ich, durch Resourcenmangel bedingt, diese Bilder einfach für mich behalten.ysp-scanp-170201-434c-re4vcOhne Internet, also in klassischen Printmedien, die sich mit diesem speziellen Sujet beschäftigen, gäbe es auch nichts von mir/über mich. Das hat zweierlei Gründe:

mich drängt nichts in eine Zeitungsredaktion, denn jede mit Klingelknopfdrücken-verwandte Geste (analog und digital) wird heutzutage von Überlasteten als Sich-Aufdrängen wahrgenommen, ist also total negativ belegt. Diese Erfahrung habe im am Anfang der Postkartenzeit in diversesten Varianten und anvisierten Läden durchgespielt durchleben dürfen. Dann geringschätze ich Interviews, die immer einen PR-Zweck erfüllen, der nicht vollständig meiner ist. Fremdlesen – gerne! Aber meist im Hinblick auf die verwirklichte Fairness™, das Interesse der Beteiligten, etwas gleichzeitig Spannendes als Duo zu erzeugen, das man im Alleingang nicht fertig gebracht hätte. Dazu brauchts aber Wissen, Interesse am Gegenüber und vor allem Respekt. Von den literarischen sprachlichen Fähigkeiten mal ganz abgesehen.

Das braucht man seit Internet aber alles nicht mehr –

man kann selber machen, ohne redaktionellen Nadelöhr-”Zwischenstopp” und Feuilletonwochenendbeilagenpräsenzambition selber sichtbar werden. Keiner muß sich aufdrängen. Niemand muß Artikel schreiben, um Werbeplatz zu rechtfertigen. Alle stöbern 2017 nach ihrem gusto. Sprich-das-Fazit: Ihr schaut grad aus Interesse, Neugier.

Und damit haben wir zwei fast schon gewonnen.

ysp-scanp-433b-rec2-exhibIch, weil dadurch der Schritt für eine wichtige Rückmeldung schon  à la Smalltalk angebahnt ist – Bloggen ist Smalltalk in fruchtbarster Form. Rückmeldung, die mir immer weiterhilft, das Ganze von unabhängigen= Eurem Standpunkt zu sehen und dadurch wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung zu gewinnen. Doch, doch, Eure Kommentare fließen sehr wohl ein!

ysp-scanp-170126-432f-r3vnrIhr habt gewonnen, weil Ihr Euch mit Eurem Interesse als lebendig beweist, nicht abgestumpft, an der Welt interessiert, offen für Unbekanntes! Gar Geschichten lest zu meiner Version der abstrakten Malerei – der Beweis!

Falls Euch diese Bilder i.r.g.e.n.d.w.i.e. ansprechen, habt Ihr damit das Gewinnlos gezogen, mit ihrer Ansicht mehr über Euch zu erfahren. Denn etwas resoniert ja schon. Nicht ganz ungeplant, denn ich hab diese Bilder extra dafür gemalt/gescannt/umgefärbt:

Als Inspirations-Knetmasse. Als universelle Echokammer für Euer (individuelles, oder massenhaft geformtes, tja, ich muß es sagen) Bildgedächtnis.

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(..)

postskript um: Spannend wirds, wenn man den Spieß der heutigen Frage umdreht und ihn aufs Zweitauto, Überstunden, Vorzeigeurlaub, Ausgehklamotten anbringt. Da jeder ein Künstler ist seit Joseph B., muß man sich da auch diese so legal gespiegelte GegenFrage gefallen lassen, n’ est-ce pas?

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Musik beim Schreiben heute:

The Bionaut: “Lush Life Electronica”, HARVEST , 1995

Der Max ist schuld! oder: the crazy side of Stillebenrequisitenhortung

Ich habe gute Erfahrung mit Abwarten. Abwarten und Horten. Horten von irgendwas. Horten per se. Erfahrung, Wortschatz, Ideen, Pläne, Inspirationen. Zettel, Fotos, Bücher und Gegenstände. Horten aber bitte von etwas, das thematisch zusammenhängt.Meine Erfahrung: das Gehirn nimmt davon Notiz, wenn man sich mit etwas länger beschäftigt. Auch nebenbei beschäftigt. Das Dollste: es kaut drauf herum, wälzt hin und her, entwirft Ideen. Im Hintergrund, selbständig, ohne daß man das so merkt im täglichen Strudelauflauf. Man stapelt vorne nur einfach immer weiter (und ignoriert wie auch immer dringliche Hinweise aufs Messietum): Kaffetüten, Filmdosen, Nektarflaschen, Eierbecher, Plastikgriffe für Sprudelsixpacks und Flohmarkthaul. Und vertraut auf die Wucht der hauseigenen Hintergrundprogrammierung ;-)

Und eines Tages kommt einem eine Museumsshopauflösung in die Quere und schwemmt mit der Möge-die-Macht.. eines 30%-auf-alles-muß-raus-Rabattes die tutti verändernde Idee ans heimische Ufer: man blättert sich, glücklich wieder daheim im Warmen angelangt, durch mit grobem Pinselstrich gemalte Ansichten von Blumen, Saxophonen, Zigarrenkisten, disfunktionalen Handspiegeln, Petroleumlampen, Tischdecken in allen Falten, Sektkelchen, Fezen, Spielfigurinen, Plastiktellern, exotische Skulpturen aus Wachs, bis man irgendwann beiläufig denkt: hab ich auch alles. In Kartons… Dann der Blitz:

Oops, man sitzt ja auf einem Schatz an Requisiten für.. Stilleben!

Bei Durchsicht dieses Büchleins hab ich bemerkt, wieviel crazy Potential im malerischen Thema Stilleben steckt. Vor ein paar Jahren kam dieses Staunen schon einmal auf, als ich die Stengelfotos von Lee Friedlander entdeckte und total begeistert war, welch “schnelle Entfernung” vom Üblichen dadurch möglich wurde, die Dinge anders zu sehen. Oder anders zu.. arrangieren.

Genau das hab ich jetzt auch vor. Mit meiner Vorahnungsstillebensammlung 1990 – 2017.

Es können gut und gerne 5 Umzugskisten sein. Na, diese Standardgröße, die ich ohne Nachmessen auf 60 x 40 x 40cm schätzen würde. 922900015 davon durch Raummaßrechner getippt ergeben: einen halben Kubikmeter. Das ist einiges. Diese (nun angewachsen auf fünf) schlepp ich nun seit über zwanzig Jahren mit mir rum. Unausgepackt. Und warum? Weil ich – siehe Entdeckung oben – darin einen selbst-angesammelten Schatz horte. Horte und ständig vergrößere. Mit Schatz meine ich seltene Gegenstände, deren Anblick einen wach machen, die persönliche ästhetische Konfektionierung oder markttypische Verknappung spüren lassen, staunend übers eigentlich Mögliche. Oder eine Vision von “schräg”, “abseitig” oder schlicht “fantastisch” hervorrufen.

Und was sind das für Sachen? Ganz banal:

#flohmarktfunde.

Dieses “Mitschleppen” hat nur wenig mit dem reinen Habenwollen und Wegstoren zu tun. Eher mit den dadurch entstehenden Möglichkeiten. Möglichkeiten in allen vorstellbaren Dimensionen:  nicht nur die, sich jäh damit zu erfrischen, die Deckel aufzuklappen und zu staunen, auch, wenn es ein ach-ja-hello-again-Staunen ist. Diese Dinge bieten sich auch an, ins persönliche Leben als Permainspiration eingefügt zu werden.

Hat einfach damit zu tun, daß es Schönheit gibt.

schaut Euch diese Teegläser und ihren crazy Schatten an! Oder diesen rührend einfachen Hund aus Holz und diesen HausbarSpatz zum Flaschenöffnen! Und diese Ufo-Harmonika! Und stellt euch vor: DAS IN ÖL!

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Und dann googelt, wo man so was auf die Schnelle und Günstige überhaupt herbekommt… Eben!

Wer also läßt schon gerne die Schönheit wieder aus seinem Leben verschwinden, nur weil er/sie plötzlich dieses undurchdacht-impulsive Stapeln-wofür-denn satt hat, oder umzieht, oder jemand kennenlernt mit ballaststoffarmer Gesinnung oder von Verwandten mit einer Klärung der Verhältnisse bedrängt wird. Kurzsichtig, das. So, vom Malerstandpunkt aus gesehen.

Und wenn ich da meine “alten” PinXoGraphien so durchgucke, haben da sehr wohl einige ein Gerüchle der (beckmannschen!) Gegenständlichkeit:

Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, als Centerfold gestaltet
Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, zweifarbig als Centerfold gestaltet
nocturnes Stilleben mit Rohrstengel, Zigarrenspitze und schräggekämmten Nachtmahr in Schwarzlicht
nocturnes Stilleben mit Rohrstengelmikrophon, Zigarrenspitze und schräggekämmten RocknRoll-Nachtmahr in Schwarzlicht
peruanische Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrischer Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stillleben vor peruanischer Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrisierter Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mt Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken in die Eiger Nordwand
Stilleben mt beleuchtbarer Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken  in die Eiger Nordwand
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Seidenschneckenstapel
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Spitzenschneckenvorratsstaperl

Hey! Das macht Spaß! So still leben tun als ob! Und meine “Hintergrundprogrammierung” warf nach all den erstaunlich-neuen Bedeutungen meiner obigen Bilder heute nacht gar die imperative Wappenpflanze aller Messies und zwanghaften Sammler aus: die “Horten-Sie“!

Weitere, freudig&frisch erwachsene Anforderung, die aber super in mein neues Thema Einrichterpoodle * paßt: jetzt, nach der “Aufwertung” dieser Sammlung brauche ich eine neue… Möbelsorte, die dieses ewige Verpacktsein in ein stetes Offen-und-Sichtbarsein verwandeln hilft:

nen Stillebenrequisitenhortungsschrank! ;-)

*= dazu demnächst mehr..

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Musik beim Stilleben-mit-Namen erfinden:

Hayseed Dixie: “Walk This Way”
Tone loc: “Funky Cold Medina”

die ThailandBikerversion von J. Brown: “I Feel Good”

Aber sowas ins Wohnzimmer hängen?

…denke ich öfter, wenn ich ein Wow-Erlebnis/Joy Event™ am Bildschirm habe wie die Tage beim “Durchspielen” der neusten Scans um die Blattnummern +/- 425 c/o PinXoGraphy:

ysp-scanp-170104-424g-recol  ysp-scanp-170115-427-rvnr4 ysp-scanp-170104-424h-r4vrf  ysp-scanp-170101-423h-r4vr6

..denn da ist schon wieder was bislang Ungesehenes durchzuspüren, ein neuer Flavour, ein frischer Bildklang, der sich entwickelt hat – durch Doing by Doing ;-) Wie Ihr seht, ist der Farbauftrag, Duktus und Gesamteindruck näher an den klassischer Malerei gerückt: die Farbe wird gröber und sich durchmischender aufgetragen, entzieht sich dadurch noch mehr einer Ahnung der dazu verwendeten Technik. Die Formen haben mehr mit Schlieren, Gestiebe und Strudel was zu tun als mit exakt ausgeführten Silhouetten oder geplant verwirklichten Umrissen. Umrissen von.. Aliens.

ysp-scanp-170104-424h-r4v2nAuch der räumliche Eindruck, der gewiß zu erleben ist, wird aber irgendwie verwaschener. Gut: Scharf gemalter Vordergrund a) und b) anhand Farbverlauf weggerückter “Hintergrund” sind klar erkennbar, doch die “Figuren” davor wirken uneinheitlicher durch ihren irgendwie störenden Nuancismus der klein beigegebenen Striche, kREislein und anderen, äh,  Ungrobheiten. Das ist aber kaltblütige Absicht ;-)

Farborgial würde ich die Seheindrücke dieser Neuzugänge beschreiben: noch mehr, noch sattere und noch öfter disparate Farben (gefühlt: alle auf einmal) drängen ins Bild, aber auch eine neue harmonisch-pastellne Anmutung hat sich gestern nacht durch einen Falschklick (das orange-rosafarbene unten links im 4-er Feld) ergeben – Serendipität, für die ich wie immer sehr dankbar bin! Endlich ein Moodboard fürs Mädchenzimmer ,-) Und es “passiert ja auch viel” auf der Fläche, was ja für eine monumentale/kolossale Ausfertigung spräche. “Down the hall” oder die lange Wand im Theaterfoyer oder ähnlich mondänes Umgebendes.

ysp-scanp-170104-424i-rec18Aber so ein Werk drei mal zwei Meter auf die längste Wand der humble Wohnung applizieren? Puh, wäre mir viel zu unruhig! Die Dinger ballern doch total, würden ergo&irgendwie die Seelenruhe der Davorplatzierten (Chiller/Workflower) bedrängen.. Dann lieber hier cosy aufs Display – da sind sie gezähmt, kleinknallig, schmücken leuchten schön und machen (also mir) Laune wie gute Nachrichten oder schnell ein Stück fruchtig gefülltes Praliné..

 Also nein. Nix Wohnzimmer. Wieder runter damit.

ysp-scanp-170118-428d-r180Wenn schon Architektur mit ins Spiel soll, eigentlich in eine raumfegende Halle mit vieeel weißer, beiger oder anthrazitener Wandfläche ums Bild drumrum! Achapropos, da könnte ich doch grad mal ne digital-Montage ausarbeiten zur Beurteilung.. gleich mal mein archiviertes Fotomaterial sichten..

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Musik beim Schreiben und wieder Abhängen heute:

Label Compilation Good Looking Records: “NuSounds”, 2004

Savvas Ysatis: “Select”, TRESOR, 1999

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Nachtrag Nach-Tag Montag (der Tag danach): Fotomaterial (bis auf die Bodenwellen) – eher Fehlanzeige. Aber da könnte man es doch mal nonchalant mit Stockfotos versuchen. Ist ja eh schon Kulturtechnik geworden. Ich werde fündig nach ein paar Probewortversuchen mit dem String gallery interior “empty walls” – Aha, dacht ich mirs: jede Menge leere = digital behängbare Galeriewände! Der “Künstlerbedarf” der  Neuzeit ;-) .

Fünf Minuten später: so auf die Schnelle find ich darunter aber nix richtig Cooles, also versuch ich launig dieses einfache, selbstzusammengeklickte Interieur V 1.0 – : it´s more fun to compute!ysp-scanp-424h-exhikitkleines Photoshop-Tutorial-Comic:

  • a) Raum: Start mit einem b/w Verlauf
  • b) Wandkopie
  • c) SofaCreation:

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Vielleicht schaff ich noch ein Lichtdurchflutetes.. mal sehen.. ah- ja:ysp-scanp-415e-exhiki0drei Tage später: oh, ein neues Betätigungsfeld ;-) Vom Oktober 2015, Blatt #158, #163:ebk-scan-151008-158h-exhibkebk-scan-151011-163h_exhibk

 

Das Arbeitsleben in abstrakten Bildern

Diese Idee flog mir irgendwann zu, es muß vergangenen Herbst gewesen sein. Da betrachtete ich eines der frisch pinxographierten Scans in all seiner Unentschiedenheit, all seiner Heterogenität, Chaotikkeit und zweifelhaften Ausstrahlung™ und mir kam der Gedanke, daß diese Art “unentschiedener” Bilder nicht nur eine Darstellung des täglichen Lebens sein könnte, sondern auch geeignet sein, sich die mannigfaltigen Strömungen, Einflüsse, Aufgabenbewältigungsstrategien und  sich oft unter Reibungsverlusten tangierenden Prozesse im… Arbeitsleben vorzustellen.

Also den täglichen Kampf mit Zeit &  Materie, das Eingrooven auf die Tagesform der Kollegen und Disponiertheiten der Kunden, Vorgesetzten, Untergebenen oder Teammitglieder, kurz: das Wirken (oder Nichtvorhandensein) des hierzulande noch relativ unbekannten Erwartungsmanagements. Darüberhinaus die emotionalen Wirkungen von Fehlplanungen, Falscheinschätzungen und Umgangstonarten in stressigen Phasen.ntr-scanp-160811-377e-verlkVon der Idee, mit diesen PinXoGraphien könnten darüberhinaus auch technische, gar strukturelle  Herausforderungen im Betrieb ihre indirekte, gewissermassen psychologische Darstellung finden (und dadurch lokalisierbar werden) bis zur Vorstellung, betriebsinterne Logistikknoten könne man durch Anschauung dieser Bilder optimierender = klarer sehen, mal ganz zu schweigen. Klingt doch sehr weit hergeholt, ich weiß, aber:

das einfache Rezept: sich anhand dieser merkwürdigen Bilder anscheinend thematisch Unzusammenhängendes in einer dermaßen psychisch-physischen Nähe zueinander vorstellen zu können, daß man eine Vorstellung davon bekommen könnte, wie diese disparaten Einzelelemente DOCH irgendwie aufeinander Einfluß nehmen.

Und wozu das gut sein soll?

Nun: um versteckte Hemmungen, unerkannte und -ausgesprochene Probleme in augenscheinlich völlig getrennten Bereichen plötzlich als “abstrakte Nachbarn” vor sich zu sehen und ihre Abhängigkeit  in all ihren facettenreichen Schattierungen an genau diesem Bild zu erkennen suchen. Oder generell: sich das oft von Routine verschüttete Wache mal wieder in Erinnerung zu rufen, das ja stets hilft, sein Leben nicht in ewig täglicher Gleichförmigkeit versinken zu sehen.

Die Idee, einfach gesagt: sich vorstellen, daß diese Bilder Teile des Berufslebens zeigten.

Und dann mal gucken, welche Ideen da so kommen aufgrund der detaillierten Kenntnis der Situation.

  • Diese Welt ändert sich rasend schnell. Die Pläne zur Bewältigung aber sind oft von gestern. Schlagendes Beispiel aus dem Marketing: die sich auf breiter Basis etablierende Werbeblindheit.
  • Zum (Psychiater)Beispiel die Motivationsgründe, die oft Veränderungen, späten Erkenntnissen oder Deformationen unterliegen, wie Enttäuschungen im Studium, gar solche aus der Kindheit oder Schulzeit, “unplanmäßig verlaufende” private Beziehungen und manchmal konkret aufs Einsatzgebiet im Beruf und seine speziellen Anforderungen ausstrahlen. Austrahlen auf bestimmte unreflektierte Zusammenhänge oder schlimmer: jähe Empfindlichkeiten hervorrufen, die durch das Fehlen eines “kultivierten Umgangs mit Fehlern” flugs zu Weigerungen, Hemmungen umschlagen. Na, die schönen Gespenster “Dienst nach Vorschrift”, “Innere Kündigung“, you know. Oder, Fall 2, mal konkret:
  • mangelhafte Dokumentation von Arbeitsvorgängen, die ironischerweise der Firmengeschichte entspringen können und unfaßbar große Energiemengen aufzehren und jede personelle Umbesetzung jedes Mal aufs neu behindern, anstatt sich “Aktuellem widmen” zu können oder generell:
  • Kommunikationsdefizite und -stauungen, gehemmte Informationsflußverläufe,  brachliegende Kanäle aufspüren helfen.
  • Aber auch: plakativ präsentierte Rücksichtnahmen, durchwachsen mit unausgesprochenen starren, egoistischen Beweggründen malen uns in eine Ecke!

Jaa, alles aufzuspüren durch halb-abstrakte Bilder!!

ntr-scanp-160628-362f-ursp«Das ursprüngliche Problem, das nicht erkannt wurde & das resultierende Gesamtchaos» müßte der komplette Titel eigentlich lauten – aber dann würde man vor lauter Buchstabenkrakel das Bild, äh, verschwinden sehen..

Außerdem: wer macht schon Bilder von der Arbeit? ;-)

Hier weitere Beispiele für diese gewisse optische, quasi unharmonische Kratzigkeit. Alles bitte mit dabei zu denken: Motivation, Disziplin, Ehrgeiz, Seriosität, Kollegialität, der Flaschengeist namens “Team”, Verläßlichkeit, Kontinuität als ordnende Kräfte..

ysp-scanp-160821-379-r2v2nrysp-scanp-160821-379d-r4v3nysp-scanp-160821-379f-r3vr7ntr-scanp-1608119-377-r4v4nntr-scanp-160503-334d-r18vrWelcher Art Konstellationen, Hemmungen oder gar unbewußter Hindernisse hier Darstellung finden, überlasse ich Euch und Euren Erfahrungen in der Arbeitswelt – ich sag als ersten Anhaltspunkt mal «Maybe there´s an elephant in the room»ntr-scanp-160704-364f-r3v2n ntr-scanp-160730-373-r2vnr2ntr-scanp-160803-374f-rvr4 PS.: Ach, da fällt mir das grandiose Peter Prinzip ein – Das Buch zählt zu den Klassikern der nordamerikanischen Managementliteratur- und ich beginne, mir vorzustellen, wie DAS wohl als PinXoGraphie aussehen könnte ( & werde in meinem Archiv nach Bebilderung fahnden  – ein paar Krokodilähnliche habe ich da wohl ,-)

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Musik beim Schreiben heute:

Antonio Carlos Jobim: “The Girl From Ipanema”  Universal, 1996

Kulturtechnik: Auspacken. Streamen.

Jäher Entdeckerschreck in der Abendstunde: an mir als digital immigrant vorbei – heimlich im Netz- :-)   ist (mal wieder) spurlos und ahnungslos eine ganze Kulturtechnik erstanden: das Auspacken. Ok, daß es Auspackparties gibt, davon hab ich schon vor zwei Jahren Wind gekriegt.

Nun finde ich per Zufall/Herumadrenalieren im Internet das

Unboxing.

46 Millionen mal auf youtube zu finden. Zeitrafferstellen beim Groben, “I´m so excited” Kommentare bei den “Höhepunkten”.

Die Katze beißt sich in den Schwanz, wenn man durch sooo viele Klicks dazu kommt, den diamanten Play-Button aus nem Karton zu ziehen. Und das zu streamen..