Category Archives: Medienkompetenzverein

The PinXoGraphic SlideShow #01

Dieser Tage verlangts mich nach einer klassischen Sichtweise auf die neusten pinxographischen Bilder. Sprich: ich will die Illusion einer weiten, hellen Wand, an der man/die man entlangwandern/weiterwischen kann, um wie in einer klassischen Galerie mit (gefühlter) Decke, weißer Wand und Boden den Blick aufs durchaus sommerliche Werk genießen zu können:

Denn nur hier hat man diese speziell reizvolle Aufgabe, mit dem Nebeneinander gewisse Ausstrahlungen aufeinander “einstellen” zu können – beim Bloggen tut mir im Normalbetrieb die fixe Spaltenbreite und die vertikale Wischerei nicht weh, ebensowenig die Petersburger Hängung Google Bildersuchanordnung meiner offiziellen Galerie, doch an manchen Tagen wie dem heute will ichs mal anders – immer übereinander kommt den Werken abträglich, finde ich. Und die ganzen Galerien-Templates nach was Passenden durchzusuchen, wenn man html kann und somit der Feinjustierung mächtig, ist mir zu plöd.

Also voilà: der erste Pinxographic Slide 1. Juli 2019. Alle 7 Werke in den letzten 4 Wochen entstanden!

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Dazu hören wir das very well aged Motorcitysoul “Back Up”, InfraCom, 2007

ebenso: Beasts From Paradise: “Gathered On The Edge”, City Of Tribes, 1996

2000 Bilder + 1 Software Quirl = die Inspirations-Lotterie

Was mir immer mehr zum Faszinosum gerät beim steady Beschicken dieser Webseite mit immer noch mehr Bildern und Worten ist: der Output an Bildercocktails, der – auch für Euch! – per Werkschau-Bericht zu bedienen und bestaunen ist. Seit ich vor nun demnächst vier Jahren recht ahnungslos, dafür umso begeisterter die pinxographische Bilderschwemme gestartet hab, fasziniert mich die stets anschwellende Menge an Kombination von a) Fotos des Realen und b) Gemalten HalbAbstrakten und c) Diversen im Mix.

Suchmaschinenerzeugte Zusammenstellungen und Nachbarschaften, die man, so meine feste Überzeugung, eben nur mithilfe von Mischmaschinen hinbekommt ( und überhaupt: händisch kuratieren ist soo yesterday 😉 ).

Sind es doch genau diese Nachbarschaften, die mich besonders begeistern, suggerieren sie doch eine unbekannte (mentale) (thematische) Verbindung zwischen den Bildern, die bislang nicht sichtbar, nicht spürbar, deshalb nicht existent schien.

Und je mehr und je disparater die Bilderinhalte, desto weiterreichender die Inspiration, eine einfache Gleichung. Nicht zuletzt deshalb streue ich auch immer wieder down-to-earth-Blumen in die Melange 😉 Fünf Tage hat es diesmal gebraucht, bis die neusten in den Google-Index aufgenommen waren. Kennwort: Soodlepoodle Frühstückstisch. Nach einer Woche online der Wechsel zur Anfrage: site:soodlepoodle.net Frühstückstisch. Seht/fühlt den Unterschied!!

Wie Ihr sehen könnt, kommen hier Konstruktionsskizzen und Industriefotografie, Gemäldeausschnitte und nächtliche Bewegungsaufnahmen direkt nebeneinander zu stehen, kleine Deko-Miniaturen @ home, “Fotofußballcollagen” und waghalsige,

1.handgemalte, dann nachcompjuterte Farbmischungen. Eye Candy jeder Couleur.

Ebenfalls xtrem a-part finde ich die “zeitliche Mischung”: angejahrte Startbilder wie unten das Buddelschiff auf der Knopfsammlungs”werft” neben den neusten Schachbrettvariationen – von den SchwarzWeiß-vs- Kolor-Kontrasten ganz zu schweigen.

Zusätzlich funktioniert das Ganze wie eine Art digitales Tagebuch, daß von Algorithmen der wichtigsten Suchmaschine (nicht nur in Deutschland) mitgestaltet wird. Eine Art Mensch-Maschine-Zeitdokument. Man muß dazu natürlich screenshotten und archivieren.  Dann gewinnt man ebenfalls Erkenntnis.

Angesichts des steten Wechsels der Ergebnisse – heute bringt das Suchstichwort “Frühstückstisch” schon andere Bilderfolgen als gestern! – stellt sich die Frage nach Sinn des Rennens nach Ranking, oder?!

Ebenfalls kann man sich diese konveniente Zusammenstellungs-Automation mal in aller Ruhe zu Gemüte führen, um auf diese faulenzermäßige Tour zu nem repräsentativen “Menue” im Sinne des immer wieder mal gefragten “artist statements” zu kommen. Heute und hier wäre das da meine Wahl.

To be joyously continued!!

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Musik beim Schreiben und Aussuchen heute am grauen Freitag:

Locust: “Morning View” Apollo Records, 1997
Johnny M | 03:30 AM (Part 01) Deep & Atmospheric Underground Music

Germans call it emotionale Aufladung

..und? Wie würdet Ihr diese beiden Clips, äh, aufnehmen??

Rimowa Koffer und der japanische Chefkoch Nuomi

Model Liu Wen auf Hey! analoger Fototour und anschließend im Chanel Kleidchen in der.. Dunkelkammer 😉

Auf Werberdeutsch sehr technisch und extrem auf neutral (= kurz vor unverständlich) gemacht, klingt das Prinzip emotionale Aufladung auf englisch ungleich griffiger, ja gar: faszinierend:

Lovemarks is a marketing concept that is intended to replace the idea of brands.

Der sie erfindende Herr Roberts claims, “Brands are running out of juice”. Und später: He considers that love is what is needed to rescue brands.

Tja, da fällt mir grad kein hiesiges Video ein, das auch nur spürbar in diese Richtung zielt, nur annähernd diesen Charme versprüht. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen! Also, Leude…

Aber es geht (anscheinend) auch ohne Liebe & so kommt ein kleines Rätsel mit dem dritten Video des Tages: Na – wie und womit wird hier wohl aufgeladen? Welche Menschen sollen da angesprochen werden? Alleinstehende Nerds mit Geld und neidischen, ebenfalls merkwürdigen Nachbarn? Coolness amerikanisch, Zielpublikum deutsch?? Vielleicht die europäische Lösung.. Tja, mmh, wohl doch nicht so einfach, berücksichtigt man das Kleingedruckte am (tänzerischen) Höhepunkt. Aber bestaunt Euch (anscheinend) erst mal selbst:

Mmh… Bosch klingt wie das französische boche. Googelet das mal! OK, and now google Mr. Original Bosch

OK, einen noch. Diesmal gar: Humor. Selbst-Ironie (so hungrig bin ich einfach nicht ich selbst 😉 )

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Musik beim Schreiben heute:

Bonis: Air vaudois op. 108 für Flöte und Klavier

Die inner Tasche Landschaft

“Experimentelle Denkfabrik”, so hat ein wohlwollender guter Bekannter dieses Blog mal genannt. Das finde ich sehr schön, trifft es doch auch genau auf die Vorstellung zu, die ich selber von diesem Projekt habe. Genau wie gestern nachmittag beim Zugange-sein @ Bag design, als ich mithilfe von haushaltsüblichen digitalen Werkzeugen an der neusten PinXoGraphy herumhebelte – man glaubt es kaum, mean&while ich bin an Blatt #701. Da sprang mir (mal wieder) eine Vision von Landschaft ins pareidolische Hirn:

OK – Gesichte habe ich da wohl auch, blende Münder, Nasen & Augen aber wegen der weitaus faszinierenderen “Flora” weg heute. Dann drehe ich um 180°:

klappt ebenfalls: vier (durch die Kulisse?) angeschnittene Parkbänke mit HeckenRückenLehne und ein gartenbauerisch faszinierend angelegter Mittelgang..

Sehr erstaunlich, was sich das betrachtende Hirn so zusammenbiegt an “Erkenntnis”: ich kann knorrige Baumstämme sich schützend über Hohlwege beugen sehen, ebenfalls richtungsweisende Arme & Beine von kurzbehosten WanderInnen. Diese nierenförmigen Ohren (ohrenförmige Nieren?) wirken mit der Pfeilspitze wie gleichzeitig eingeblendete Markierungen auf der Wanderkarte (old school, bitte), die hellblauen Kreuze die angesteuerten Ziele. Oder 2019 soo yesterdayige Pokestöpsel..

Normalerweise tue ich ja meine Echos der Bilder hier nicht kund. Soll heute aber ein kleiner nudge/Schubs sein, der die Wanderer und Bühnenbildner unter Euch etwas kickt. Was? Weder Wanderer noch Bühnenbildner? Na, dann seht mal, wie Ihr mit diesem Manko so lebt angesichts dieser Bildnisse. lool

Obwohl die Spiegeltechnik bei all diesen Beispielen annähernd gleich (schlampig) ist, frappiert mich doch die sehr unterschiedliche Anmutung der Ergebnisse. Test: Ordnet doch jedem dieser Bilder mal nen Punkt auf der Weltkarte zu:

Das sind doch alles recht freundliche Blicke ins.. äh.. Grüne. Oder ins theatralisch Dunkle. Wow. Schon wieder ne Entdeckung, wozu das Handtaschending auch gut ist: als Anregung zum frische Luft schnappen! Oder ins Theater gehen?

PS.: zugegeben: das oben verlinkte Pareidolie-Video ist zwar lehrreich (siehe denoderdas recht mühsam enträtselten Fusiform Gyrus) und unterhaltsam (die Tote(n) Rose(n)), den verheulten Uploader finde ich jedoch etwas zwielichtig. Wahnsinnig interessant jedoch ist die Erwähnung einer gewissen “ivona” als (amazon-)SprachlieferantIn im VideoAbspann. Kannte ich nicht. Gibts aber auch schon nicht mehr. Nachfolge dieser vor 10 Jahren stillgelegten APP ist nun aws.amazon.com/de/polly/features/. aws = amazon web services.

check this aus! Da kommt man mit etwas weiterklickenden-Interesse™ auf Entwicklerhandbücher und “stimmlose alveolopalatale Affrikate“. Oder, nicht mehr ganz so otherworldly das ganz erstaunliche “Mit dem Amazon Polly-Plugin für WordPress können Sie den Besuchern Ihrer WordPress-Website Audioaufnahmen Ihrer Inhalte zur Verfügung stellen.”  Polly, sag mal Bo ah ey

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Musik beim Nachlesen und Nachschneiden heute:

Inner Circle: “Now That We Found Love”

Deep Is The Answer | Deep House Set | 2017 Mixed By Johnny M (wir steigen ein bei Sekunde 2566. Da bin ich ebenfalls ganz DJ)

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So. Und jetzt geh ich Bass üben.

Programmieren lernen bedeutet digitale Mündigkeit erlangen.

Ein lehrerhaft-an-eltern-appellierendes Statement, das das viel griffigere

der unbeschreiblichen Patricia Cammarata. Ich sag da nur: Meine Kinder als Bauwerke ,-)

PS.: rübergepastet von meiner Fotografenseite von wegen à propos: denselbsten (Humor) in Bildern von Julie Blackmon..

PPS.: für alle, denen Gameplays gucken nichts sagt: dann bleibt eben das Lesen-über-Videospiele auf dem spieleratgeber-nrw.de

film still addict

Nachdem ich jetzt ein gutes halbes Dutzend engagierte Fotografen zu ihrer Einstellung “Film”/ Bewegtbild interviewt hab, ist das erstaunliche Ergebnis so far: es gibt da eine feine, aber mächtige Grenze der Berührungsscheu dem bewegten Bild gegenüber.

Das liegt – so nicht nur mein Schluß – an der vierten Dimension. Daran, daß diese irritierende Bewegung, das Rauschen der Bilder durch das Sucherviereck schlicht das Gegenteil eines  stillen, kontemplativen Fotos ist. Und daher ein völlig anderer “Muskel” vonnöten wird, um sich enthusiastisch um Schwenks, Zooms oder, versteckter, advancten Schnittrhythmus kümmern zu wollen/können.moviepoodle_1050280scsh01Als “Vorübung”, sich als klassisch bewegungsphobersmiley-blush Fotograf mit dem Medium Film anzufreunden, wurde das Auswählen von Standbildern aus laufenden Metern genannt. Das kann ich bestätigen, da mir diese Art Tätigkeit nicht nur auch viel Spaß macht, sie fürderhin sehr gut zu gebrauchen ist zum Zwecke, ein möglichst attraktives Bild als “Avatar” des zugehörigen Clips auszusuchen, der dann klickbar verlinkt wird. puuh wassnsatz! 19th century!

Zusätzliche Entdeckung via Kommentar der Nachbarn

“Sieht ja aus wie – insert impressionist painter here – !”

Hey! – die ultra groben Vorschaubilder im Explorer mit den typischen JPG-Störungen (“Blockbildungen“) “halten” eine  eigene Ästhetik, die man (nach solcher Anregung ganz im Sinne der Werke von Thomas Ruff) plötzlich als solche a) erkennen, b) schätzen und c) kuratieren kann – voilá!moviepoodle_1050657_scsh01Da such ich doch selbständig noch zwei mehr aus, an denen mich die Datenreduktionsästhetik so recht erfreut… (18th century writing?)moviepoodle_1050196scsh01 moviepoodle_1060259scsh03

Zur Beibehaltung der Übersicht über noch nicht verwendetes gutes Filmmaterial dienen sie ebenfalls – ich hab nach kaum drei Monaten Filmen schon ne anständige Sammlung beieinander..

moviepoodle_1040587scsh01moviepoodle_1040717scsh01pUnd als schnell hingehuddelte™ Ideen für die nächsten Filmexperimente wie hier zum Thema blue screen – ebenfalls gern!P1050211Was les ich da grad zwei Klicks weiter auf dem vom Wiki-Artikel verlinkten heise.de/newsticker/ – das geht mit App und KI nun schon in Echtzeit und beliebigem Hintergrund?! Se Hämmer!

Weiterer Fund: der von der Reportagefotografie zum Filmset gelangte Raymond Cauchetier * 1920!

PlusPlus: JPeG ist die Abkürzung für Joint Photographic Experts Group. Die trifft sich 3 mal jährlich irgendwo auf der Welt und berät, wie man mathematisch/programmatisch mit Bildern umgehen kann – im Original “has a long tradition in the creation of still image coding standards”. Auf der oben unter “Blockbildungen“verlinkten Seite fand ich zwei Klicks weiter das “JPG-verstehen-Lab“, wo man selber an den Reglern – auch eigens hochgeladener – JPGs herumdrehen = JPGs verstehen lernt. Großartić !!

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klassische Musik beim Schreiben heute  – à propos Impressionismus:

Frederick Delius: “In A Summer Garden”

Ottorino Respighi: “Fontane di Roma”   – zugucken!

und zum WiederKlar&Klassischwerden… Gabriel Fauré: Gavotte aus “Masque et Bergamasque”

Gesichtserkennung aus Bodenhaltung

Dieses Exemplar, das ich glücklich als Anschauungsmaterial par excellence in einem Baucontainer der Nachbarschaft fand, ist ein eher karg ausgestattetes  Stück. Nichtsdestotrotz bin ich glücklich, Euch den Anstoß meiner pareidolischen Arbeit = PinXoGraphie vor fast drei Jahren hier präsentieren zu können:terrazzo-pinxographyGenau diese Art von Vintage Fußboden @ home, genannt Ortsterrazzo war es, die mich “anregen half”, es im kreativen Bereich mit genau diesen “unabsichtlichen Anspielungen” als Generalthema zu versuchen. Denn der mit etwas Muße gedankenverlorene Blick darauf gebiert in diesen Splittern Erkennungsmomente, “findet” aus dem Leben “bekannte” Figuren: hauptsächlich Gesichter, Köpfe, Blumen. Eben..

Pareidolie mit/aus/von Terrazzoböden. Klassischerweise kann man auch noch rustikal verkleidete Holzwände dazu “nehmen” und in den mitverarbeiteten Ästen und Maserungen ringsum Gestalten, Gesichter, Pferde etc. “erkennen”. Oder, modern mit Technik und dem Blick nach oben: erkennen lassen, hier Gesichter in vorbeiziehenden Wolken..

In diesen neusten PinXoGraphien könnt Ihr Euch also mal austoben. Erkennungsdienstlich. Aber Obacht: allzu einfach mach ich es Euch heute nicht, denn das Thema Masken hatten wir ja schon.

 

 

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Musik beim Schreiben heute:

Kruder & Dorfmeister: ”DJ-Kicks” , !K7, 1996

Michael Atherton: “Sea and Mountain: Music in the Korean Style”, Celestial Harmonies, 2006

Achtung! Achtung! Sie verlassen den virtuellen Sektor!

Man sollte sich angewöhnen, sich selbst mal etwas zuzurufen. So ab und an. Wie in der heutigen Überschrift angelegt. Und: sich damit explizit selbst zu meinen. Das hat nix mit psycho zu tun, das ist ne Übung in Selbsterweckung: sich lauttönend etwas bewußt machen (bevor es etwa andere, hier Mr. DJ Chris Whap-a-dang, tun) ;-)

Whap-a-dang plus GrammophontrichterSchon wieder dreieinhalb Wochen ist es her, daß ich die landbrechende Gelegenheit hatte, mein Handtaschenprojekt an den Rand des virtuellen Sektors heranzufahren, in dem es bislang ausschließlich blühte. Es existierte ja lediglich die Idee, jede Menge Bildschirm-Material, Bloggergedanken, einen Ordner voller schnell “gestanzter” Entwürfe – rein virtueller Output also.

Bis die Idee “Ich als Bildhauer” daher und damit die Handtaschenaussägerei ins Spiel kam vergangenen Januar.

UnErstaunliche Feststellung: das Ende der virtuellen Welt grenzt, wie mir dabei bewußt wurde, nicht ans Nichts, wie das zufälligerweise Robert Overweg vor knapp neun Jahren entdeckt zu haben glaubte, sondern das Ende der virtuellen Welt grenzt an die echte Welt. Und diese Grenze neigt naturgemäß zur Durchlässigkeit.  Neulich erst (wieder) kam mir das Zitat von William Arthur Ward, (one of America’s most quoted writers of inspirational maxims) in die Quere: “If you can imagine it, you can create it.” Das betont chique Virtuelle ist also bloß alter Wein in neuen Schläuchen:  Ideen, Visionen und Träume also, die seit Menschen G-denke’ ins echte Leben drängen.

Und nun schaut Euch mal dieses Bild an und.. und?  Welche Art der Handtaschen“realität” seht Ihr? Oder: glaubt, zu sehen?

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Bis vor ein paar Jahren gab es noch diese rhetorisch klar / scharf gezogene Trennlinie im Kopf. Zwischen echt und virtuell. Zwischen persönlicher, sinnlich erfahrbarer Körperlichkeit und diesem von irgendwie fragwürdig/undurchsichtigen Rechenmaschinen entsprungenen, rein gedanklichen, errechneten Ideenraum. Interessant dazu die (heutige) Defintion auf Wikipedia:

«die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen.»

hbclip-180313_7768_04Wenn ich das lese, tauchen plötzlich tausend zeitgenössische Erscheinungen vor meinem inneren Auge auf: nicht nur die Klischees Videogames, Simulations- und bildgenerierende Programme. Sondern ebenfalls: Kinofilme! Fotorealismus in der bildenden Kunst! Und gar gleich selbst: die Fotografie, die Räumlichkeit “vorgibt”. Der kleine Schritt zu virtuell im modernen Sinne bedeutet (ja nur), daß Rechner das Ganze interaktiv machen: der Benutzer kann den Blickwinkel und die Bewegung mit Kopf- oder Mausbewegungen bestimmen, die Maschine ändert daraufhin die Ansichtssache. Ein organischer Entwicklungsprozeß meiner Meinung nach.

Das alles meint(e) ursprünglich: bildliche Eigenschaften. Eigenschaften also, die das Auge betreffen. Per Rechner und Digitalisierung kamen noch audiofiles dazu. Man kann also plötzlich hören, was im ausgerechneten Raum “passiert”, in dem man sich per VRBrille bewegt. That’s all. Düfte und Hautempfndungen dauern noch – das schaffen bislang nur die… Träume als klassischster Fall von umfassender Virtualität ;-)

Heute rückt die umfassende Machinenhilfe beim Imaginieren in den Fokus und den Alltag. In Robert Overwegs Worten auf seinem digital is taking over: «How everything will be digitised, from pop stars, drawings, your thoughts, people, to your environment. How we will experience all this in VR simulations or recordings. And how we will mix virtual and physical memories.»

Tja, daß diese Verwischung gar die Erinnerung (be)trifft – das hätte man erst mal am wenigsten erwartet. Obwohl das ja am nächsten liegt, besieht man sich das mal genauer.

Dann bin ich also mal flitz gespannt, was denn meine erste persönliche Erinnerung an die 3D Handtaschenwerdung sein wird. Diese Bilder gar?

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Epilog:

In zehn Jahren, so schätze ich heut mal, wird sich das Ding von selbst erledigt haben. Die digitalen Einwanderer werden langsam im Ruhestand versacken, ihre Stimme und Taufhoheit der die Öffentlichkeit prägenden Wortschöpfungen langsam verstauben. Sogar bei so nem In-Ding wie die Virtuelle Realität.

Hat ja jetzt bereits die ersten Löcher/Glitches: nochmal Wiki P zum Begriff des “virtuellen Teams“: «Der Begriff virtuell ist schlecht gewählt (..), denn er suggeriert, es handele sich um ein unwirkliches und künstliches Gebilde.»

Und mit Aufkommen der 3D Drucker, die “helfen”, alles Vorgestellte, Ausgerechnete, maschinell Imaginierte flugs ins Hardwarige zu überführen ein weiterer Trennschärfezerstörungsfaktor.  Wir sind ja grad mitten in seinen stürmischen Kinderschuhtagen.

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Musik beim Schreiben und künftige-Erinnerung-imaginieren ™ heute:

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Leopold (Vater) Mozart: “Sinfonie G-Dur”, London Mozart Players/Matthias Bamert

Greenpiece: “Northern Herbalism”, PIAS, 1996

Micatone: “Is You Is”, SONAR, 2003

Crash Test Hand Bags w/ M.C. Escher und Hieronymus B.

Es gibt Leute, die “halten” sich ein besonderes Möbel: den Geschenkeschrank. Das ist ein Platz, an dem sich auf Halde erworbene Geschenke versammeln. Hört sich vielleicht merkwürdig an, ist aber unbezähmbar praktisch: was unterm Jahr so schnell in den Läden der Stadt mitgehen geheißen wurde – geliebte Bücher in Taschenbuchausgaben, preiswerte Lieblingsmusik aus Ramschstapeln, Hörbücher oder gar Flohmarktfunde, an die zu erwerben gar die ins Gedächtnis gerückte Bekanntschaft der nun damit Beschenkten gemahnte – einmal im G-Schrank versammelt, genügt im Vorfeld einer Party oder eines Jubiläums ein Griff, und man kann sich komplett auf die Gestaltung der Abendgarderobe konzentrieren. Die man vielleicht amazon Echo Look  zum Check vorführt, dafür aber null Hirn-RAM fürs Präsent belegen muß. Sehr empfehlenswert!

Ich hab darüberhinaus das Ansammeln von bunten Kalendern im Programm. Da gibt es einen recht unschieren, in einer Dimension jedoch flachen Karton, in dem diese verpaßten Gelegenheiten zusammenstecken. Wozu das denn? Nun: das ist latentes Geschenkpapier aus Hochglanzfotos, bunten Food-Illustrationen oder Landschaften/ Blumenstilleben bekannter Maler. Das klappt natürlich nur, wenn man auf abgelegte/abgeschriebene Kalender ab Mitte Januar Connection hat und entsprechende Läden kennt, die froh sind, das unbrauchbar/ unverkäuflich gewordene “Papierkontingent” loszuwerden.

Hätte ich 2015 gleich(falls) ab Anbeginn der PinXoGraphie mit der Kalenderproduktion begonnen, gäbe es jetzt diese Exemplare zum Ausschlachten:pinxography-kalender16 pinxography-kalender17

Leider gebe ich der Kalenderproduktion Null Chance und vergeude smiley-blush mein Geld lieber anderswie… Heutiger “chronografischer” Glücksfall für mein Handtaschenlabor: 2 Kalender finden sich  in doppelter Ausführung. Kunstkalender. Hey! So kann ich mit der frisch ermittelten Schablone Vorder- und Rückseite eines Handtaschenmodells im selben Look gestalten. Und dieses dann est mal vor eigenen Augen hin- und herdrehen. Weiterer happy Serendip: die Werke M.C. Eschers und Hieronymus Boschs ergänzen sich in ihrer doch sehr zueinander kontrastierenden Ästhetik perfekt! zu diesem Zweck.

Ihr werdet Euch vielleicht fragen: warum das ganze mit Fremdwerken im CrashTestDummmy-Style? Es gibt doch mehr als genug eigene Dessins.. Nun: die unerforschten Wirkungen der Seitenteile der Taschen können hier perfekt ausgelotet werden, bevor ich zum weitaus kostenintensiveren Druck meiner Pinxographien zum selben Zweck schreite.

Da ich in diesem papiernen Fall die Skalierbarkeit der Bildausschnitte nicht frei wie sonst mit dem Rechner gestalten kann, tuns dann eben drei verschieden groß ausgeschnittene Handtaschenabwicklungen: 26, 20 und 15 cm Breite an der dicksten Stelle..

Und à proporös Flohmarkt und vor-den-eigenen-Augen-drehen-lassen: es gibt da tatsächlich einen kreisförmigen Klamottendrehständer in meinem Haushalt. Flohmarktfund und nun Drehscheibenprotagonist für den ersten Dreh zum ersten Clip  – zum Glück paßt(e) der nicht in en G-Schrank ;-)

pinxography-kalender18PS.: besagte Kalenderpläne und -entwürfe  vom November 2015 reichen bis 2020. Mal wieder Spuren eines Nachmittages voller Überschwang.. ABER:

Das sind historische Arbeiten, innerlich abgehakt, durchlaufen, abgeschlossen. Lieber mit aktuellen Werken ab Blatt #563 frisch ans Werk.

Hier grad mal ein Test bis zum 18er Märzblatt: Ihr seht, die Gestaltung/Bildauswahl der aktuellen Stunde wäre auch recht anders, irgendwie fortgeschrittener, experimenteller, wilder, kalender”feindlicher”:nnn-scanp-kal18-563e-rec2vennn-scanp-kal18-563-recoll3 nnn-scanp-kal18-563-recollGleich drei verschiedene Anmutungen/Designs.. oje..
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Musik beim Schreiben heute:

Yoshinori Sunahara: “The Sound Of The ’70s”, Ki/oon Records, 1998

Micatone: “Is You Is”, SONAR, 2003

Glissando Brothers: “A Great Gift Anytime”, STIR, 2000

Crash Test Dummmies: “Give Yourself A Hand”, BMG, 1999