Nuancism today – heute: Farbchoreografie en miniature

“Das fühlt sich ja an wie ne Südpolexpedition” denke ich unwillkürlich – trotz grün und umbra – beim Anblick dieses neusten pinxographischen Bildes in einer etwas neuen Technik, in einem neuen, blurred style:nnn-scanp-171119-556b--bwdiKann das am grusligen Novemberwetter liegen, das sich da in meine dadurch emotionale Bildinterpretation reinmogelt? Oder liegts daran, daß mir neulich ein Hörspiel zum Wettlauf zum Südpol 1910-1913 untergekommen ist und ich unerkannte Text-und-Bildsynästhetische Neigungen habe, die nun at work sind? Wer weiß, muß ich testen, stell mal den Wecker, schau nächsten Juli drauf, auf dieses Bild.. Wer weiß, vielleicht krieg ich da (nur) Appetit auf Radieschen-Rucolasalat..

Eine weitere, ebenfallsig wilde Mischung von heiß und kalt, Draußen- und Drinnenfeeling hier:nnn-scanp-170816-522b-r6bwlnnn-scanp-171027-546c-r5vnrDa ich diese Kombinationen von Bildfärbung nur sehr selten in meinem Gedächtnis “führe”, ergibt sich beim Anblick solchser Bilder immer ein Gefühl der.. Irritation, der Entfremdung, der Wirklichkeitsverbiegung, der Unwirklichkeit.  Ganz anders als bei dem da unten (ebenfalls made November ’17): nnn-scanp-171114-554e-r4vnrDas ist Wärme, Draußen, Weite, Meer, Erde, Exotik.. also: ein Wiedererkennen, eine Resonanz! optische Wärme!

Und (fast) alles machen… die Farben!

Grad eben – da nämlich fiel mir der heutige Titel ein – hab ich das neue pinxographische Deckblatt hochgeladen, ebenfalls keine dieser beiden Hälften des Diptychons 2 Wochen alt:

Na – wie würdet Ihr die Temperatur, die Ausstrahlung, die Atmosphäre der beiden Hälften beschreiben? Link:  angenehm? Beruhigend? An der Schwelle zum Kühlen? Rechts: der GelbAnteil – sowohl oben als auch unten -  macht warm, aber irgendwie unangenehm? Fühlt sich an wie Gegenlicht, Gegenhitze? Die zerfransten Figuren und Umrisse tun das ihre dazu? Ich antwortete: ja, so geht es mir beim Schauen.

Und wie wirkt der MischAnblick beider im Ensemble?  Mmh…

OK, wieder zurück zu colourstrange: nnn-scanp-171114-554c-r4vr5ich frage mich  jedes Mal, wenn eine solche Mischung gelingt (digital, in der gemalten Papier-und-Farben-Version hab ich das noch nicht geschafft): warum finde ich das so komisch? Liegt es vielleicht daran, daß persönliche Farbklischees verrutschen, daß Rosa plötzlich kalt, gelb feindlich und graubraun foghaft alienhaft rüberkommen? Eben durch die Kombination dieser Bauteile auf einem Rechteck?

Und was tun dann diese ebenfalls vergangene Woche auftauchenden Knaller in Bonbonfarben mit uns?nnn-scanp-171112-552f-r2vr2nnn-scanp-171119-556e-r2vr7nnn-scanp-171114-553-r4vr4 nnn-scanp-171114-554f-rvnorDa geht einem doch das “freundliche Herz” auf, oder? Und all das binnen Stunden und Tagen Arbeit an Bord. Was soll ich sagen: genau diese Bandbreite ist es, die mich immer weiter lockt: diese der Technik sei Dank einfachste Möglichkeit, per Schieberegler feinste Nuancen in der Farbchoreographie zu “ertasten”- beim Schieben “wandern” die Farben “durch” das Bild – und alle erschmeckten Sensationen schnell zu sichern sprich snapshotten. Wichtiger weiterer begünstigender Faktor: Speicherplatz kostet fast nix mehr, so kann ich alle impulsiv auffälligen™ Versionen dabehalten:

kids_i_shrunk_nnn556-collectionSehen doch alle super strong aus, oder?! Aber auch die gedeckte Abteilung hats in sich:

kids_i_shrunk_nnn554-collectionMerkt Ihr – in klein kaum auffällig, in groß – ob Ihr es glaubt oder nicht – drastisch anders..

Fazit des Tages: nicht (nur) die Farben sind es, sondern das emotionale Potential, die Tauglichkeit, Echos und Stimmungen zu erzeugen sind es, die immer wieder erstaunen, immer wieder aufs Neu gespannt machen, was das nächste (Mal)Experiment bringen mag.

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Passende Musik beim Färben heute:

Tamba 4: “We And The Sea”, A&M, 1968

Original Soundtrack: “Jackie Brown”, Maverick, 1997

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

The Rolling Stones: “Mixed Emotions”, Album: “Steel Wheels”, 1989

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Die Handtasche als Visitenkarte

Ja, ja, ich hätte ebenso gut schreiben können: «das Auto als Statussymbol». Damit wäre derselbe Neuigkeitsgehalt erreicht.. Bei mir und heute ist es allerdings etwas mehr twisted: ich platziere die frisch “ausgestanzten” Handtaschen des Tages auf der neusten Visitenkarte: v-karte-pinxography_2017-11Diesen im unaufgeschnittenen Zustand krudbunten Vierernutzen hab ich mir seit der letzten “Generation” Karten – ich lasse immer zehn davon auf Fotopapier abziehen -  angewöhnt, um mehr Auswahl im Portemonnaie dabeizuhaben. Damit die, denen überreicht wird (die Be-Überreichten? die Bereicherten-Üb?), nach Tageslaune aussuchen können. Soviel Visite/Abkartung muß schon sein..

Und zum Betreff hat mir Señor Ralph H. – Danke schon wieder! – den Link auf the www.businessoffashion.com/articles/opinion/the-psychology-of-the-designer-handbag  geschickt. Wowy!

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Musik beim Schreiben heute:

The Modernist: “Kangmei”, Popular, 2003

Beady Belle: “Closer”, Jazzland, 2005

LEVEL 42: “World Machine”, Polydor, 1985

WerbeClips als Rachenputzer

Sechzig Sekunden. Das wäre mein Limit, würde ich in einem Interview gefragt, wie lange ich Filme ertragen kann, ohne mich zu langweilen. Werbefilme, versteht sich.  Solche mit Story halt’ ich länger aus – man will ja wissen, wie’s ausgeht nach neun Minuten fünfundzwanzig  ;-) MusikClips? Gerne ein Stück länger! Spannende Spielfilme Making-Ofs am längsten (dazu demnächst mehr in der Kategorie The Making Of The Making-Of).

Heute drei plus1 Clips in dieser kategorischen und irgendwie auch wörtlich chronologischen Reihenfolge:

1. Werbung: RankinFilm gibt sich die Ehre in aller Kürze (32 Sekunden).

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2. Find-ich-auch-youtube Kommentar:” i just cant believe the luxury brand has a funny commercial”
(Lanvin Fall 2011 Campaign Movie) (60 Sekunden inkl. Vorhang)youtube-embedding-memorial-

- Zur Auflockerung in 3:59 mein favorite MusikClip derzeit. Angesichts dessen man sich fragt, was fünfzig Jahre (elektro-)technische Entwicklung denn so bewirkt haben , wenns doch auch so geht: New Order‘s Hit aus dem Jahr 1983, auf 30er Jahre Instrumentarium gespielt:

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Abschluß: der längste Clip des Tages. Mit  kompakter Handlung, Dramaturgie, dem  fürs Genre klassischen Spiel mit der Vorstellung des Zuschauers- ein kompletter Kinoabend in klein.. ein Thriller in schmalen 9 Minuten 25 . Plus FluchtAuto -  ebenfalls: mini..

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Parallele in der Literatur: wie schreibt doch ein Herr Kerr (1867-1941) so schön: «Aus einem Gedanken macht der Stückmacher ein Stück. Der Schriftsteller einen Aufsatz. Ich einen Satz.»

PS.: wer sich für die “Geschichte” dieser youtube-Einbettungs-Ersatzbilder interessiert, hier die Story dazu.

Plötzlich, nach 541 Blättern….

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H(G)appiness is a warm gun. Stellt euch mein Erstaunen vor angesichts dieser allerneusten Werke aus dem PinXoGraphischen Universum! Obwohl klar verfolgbar seit zwei Jahren in einer durchaus organisch zu nennenden Fortentwicklung,  stellen diese beiden Bilder vom Blatt #542 für mich  einen neuen flavour, eine neue Stufe dar.

Warum? Nun, die Durchmischung von Gezeichneten und digital Umfärbten hat einen neuen Punkt der Verschmelzung, der Verquickung erreicht, die mich entzückt. Ebenso erscheint hier eine erste, lang gesuchte sorglose Leichtigkeit in der Strich- und “Wolken”führung, die ich in älteren Blättern vermisse. Vermisse, seit ich diese Bilder ermalte & erklickte ;-)

Euch bietet sich hier die zwei-Variatonen-zum-Bessergefallen-Version (also, ich kann mich nicht entscheiden), an denen man direkt die  heftigen Ausstrahlungs-Unterschiede-durch-Farbverschiebung sehen und erleben kann: warm/kalt verlagern sich dadurch innerhalb der Bilder und ergeben einen fühlbar anderen Eindruck. Ein Mix im Remix sozusagen.

Ebenso verquicken sich die bislang getrennt “abgehandelten”  wahrgenommenen Themen Blumen, Gestrüpp, Landschafts”erfindung”. Gar die stilistischen Unterschiede zwischen manueller Strichführung und geklickten Prismenformen treffen hier innerhalb eines Bildrechtecks aufeinander… Yeah!

Und ich dachte schon, dieses Thema liefe langsam aus, wäre nun nach zweieinhalb Jahren Bespielung erschöpft, brächte keine neuen Sensationen mehr..

Doch da – ich hab diesen Artikel vor vier Wochen angefangen – plötzlich! Nach 548 Blättern:nnn-scanp-171105-549g-r6v91…und grad eben pinxographiere ich das 550ste: nnn-scanp-171107-550-r8vrcnnn-scanp-171107-550d-r3vr2nnn-scanp-171107-550b-r5vr6nnn-scanp-171107-550b-r3
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Musik beim Schreiben und Staunen heute:

Ultra-Lounge: “Mambo Fever”, Capitol Records,  comp. 1996 (all time fav: Que Rico el Mambo – Version reichlich egal…)

Pat Metheny: “Secret Story”, Geffen, 1992

Neneh Cherry: “Homebrew”, CIRCA, 1992

Little Dragon: “Machine Dreams”, Peacefrog, 2009

Johan Severin Svendsen: “2. Norwegische Rhapsodie”

Boom! ‘Errang! & Feuerwerk!

November an der Tür! Da helfen a) stimmungsvolle Grauherbstbilder, die auf die Jahreszeit #4 einstimmen, ästhetisch versöhnen, gar: aufs Farbschwindende neugierig (!) machen:

Hier zuerst mein all time Gestrüpp-Lieblingsfoto, darunter sogleich ein stark  konkurrierender “Neuzugang” – beide keine hundert Meter voneinander, dafür aber gefühlte fünfzehn Jahre “entfernt” zueinander aufgenommen.

Lokation: Rheinkilometer 424.1082001257310030Und dann.. b) natürlich:

FARBEN!! FEUERWERK!! Blatt #547!!

Dazu verschlinge ich mit den Augen parallel zwei überaus passende und überragend informative Farb(en)bücher: sämtliche Vincent Van Gogh – Werke in Farbe und einem Buch und 73 Farb”besprechungen” von Kassia St. Clair: Stories von Bleiglätte-plus-Zinndioxid, von den Blütenblättern des crocus sativus, der handgemalten Gladzor-Bibel, vom Hautfarben-Projekt von Angélica Dass sowie dem grandios besänftigend eingesetzten Baker-Miller-Pink brachte mich schon zweidrittelweit – in drei Nachtschichten und zwei Büchern!!

Wie immer nota bene: alles gemacht/geknipst und pinxographiert ohne Mitwirkung irgendwelcher Drogen – mußte man ja bei viel bunt schon immer dazu sagen – seit den 70ern ;-) Es sei denn, man ist Farbfotograf oder -in und macht das beruflich (voilà zwei überbunt herausragende Beispiele vom letzten Artikel..)  ;-)

Kerrang! Blatt #546!! Tiefsee!!nnn-scanp-171027-546-recolldann zwei mal vom Blatt #542..nnn-scanp-171008-542g-rec18 nnn-scanp-171008-542-r4vr5.. und, zur Tasche upgecycelt (geupcycelt?) fast auf den Tag ein Jahr alt: eine wahrhaftig royale Clutch, folded 5-way, back from sheet #403:hbk-ysp-scanp-161105-403c-mIn der Pflegeanleitung des Täschchens könnte stehen: “Reinigen Sie sie schonend, damit die Farben und Symmetrien so erhalten bleiben wie im Mirrorcityfilm von Señor Shainblum”..

Wem das dann doch zu kickstartermäßig knallig ist, der mag sich die Doku des Herr Wenders zu Leben & grandiosem Foto-Lebenswerk des Herrn Salgado in der ARD-Mediathek noch sieben Tage anschauen. Mach ich auch grad ;-)

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Musik zum Feuerwerk (die Boomerang-Airline ist im ersten bunten Bild unten links mal 5, in case nobody noticed…):

Bo Saris: “Gold”, DERAM, 2014

Potsa Lotsa Plus plays live Eric Dolphy’s “Love Suite”

Gesucht: HANDTASCHENTRÄGERIN. Typ: HIGH CLASS.

Tja, nun hab ich schon mal diese Idee mit den Taschen-aus-Bildern, aber wie weiter?  Ermutigende Feedbacks und meine extrem entfachte Entdeckerlaune lassen mich flitzbogenmäßig daran herumspinnen: wie diese Geschichte nun weitergehen soll, was aus dieser Idee - Material gibts ja  in abundance - heraus möglich werden könnte, was sich als next step anböte, wie die Handtaschen und Clutchbags gar konkret drei D ins Leben treten könnten, von der Produktions- und Distributionsseite als auch vom Marketing. Da die ersten beiden Punkte weitreichendere Überlegungen und Dritte-mit-Know-How einbeziehen müssen – Hilfe! mir fehlt Kompetenz – sowohl als auch! -  legt mir meine häufige Beschäftigung mit Außenwirkung, Medienkompetenz und Marketing-Geschichten erstmal folgendes nahe – sprich: kann ich jetzt und hier machen:

Es geht nix über einen 1A Serviervorschlag, ergo: Bilder müssen her.

Und zwar nicht nur Bilder der bloßen Taschen(entwürfe), die gibts ja schon, nein – die Umgebung, das Rundherum muß stimmen, um den passenden Geschmack des Außergewöhnlichen Lebens™ mit ihnen ;-) zu ergeben, auch und gerade bei so erstmal spinnerten Ideen wie… Abstraktes zu Handtaschen. Die gibts zwar bislang nicht als physisches Objekt, die dazugehörige Präsentations”haltung” kann aber schon mal projektiert = ausgehirnt werden und lautet: keine Handtasche ohne Handtaschenmodelfoto, no desirable bag to schlepp without the flavour des coolen, luxuriösen, exquisiten Lebens dazu.. Das bedeutet aus der Sicht des Vermarkters: eine Tasche ist nix ohne “entsprechende” Präsentation. Und da die Idee, etwas Toppes zu (er)schaffen, sexy ist, helfen nur die besten Zutaten™. Also warum nicht gleich

Supermodels. Fotografiert in Superposen und -Klamotten von Weltklassefotografen in unüberbietbarer Umgebung????

Die digitalen Zauberkräfte @ home und die Bilderflut im Netz als wohlfeiler nudge. Nix is easier. Aber wie starten? Wo perfekt passende Ideen herkriegen? Nun, man beginne in aller Schlichtheit der Idee mit der… Supermodelsuche. Then you quickly bump into … Emily DiDonato, Barbara Palvin, Doutzen Kroes, die Hadid-Schwestern, Rihanna, Kim K., … und die üblichen, weltweit operierenden verdächtig Hochglänzenden… Auch ne Idee: wikipedia.org/List_of_most_followed_users_on_Instagram

Da ich aber eine eingefleischte Abneigung gegen Hitparaden i.e. das allzu Offensichtliche habe – es ermüdet mich (etwas, das niemals passieren darf) – und ich schon Erstaunliches beim BildErStöbern auf “kleinen” Blogs entdeckt habe, starte ich eine Etage tiefer ..bei den “Oberen Zehntausend” der modernen Modeseiten, also den Online-Mags/Blogs: schnell gefunden sind in unsortierter Reihenfolge, gar mit hauseigenem claim in «…»

Ganz vorne bei mir, (denn) die sind etwas dreister/doller:

und zur dedizierten “Personalsuche” findet sich: inoubliablemodelarmy.com, premiermodelmanagement.com, marie claire modelsuche. Oder simply theones2watch.com. Da ist dann Personal und Styling und exquisite photographic craftsmanship in einem Knäuel  genau im gesuchten Mix – super B!
Hey! Serendip! Ein echtes Schneiderblog: patternvault.files.wordpress.com

In frisch erwachtem Jagdfieber stoße ich dann irgendwann auf diese neuartige Plattformen wie lundlund.com, die “full production service, casting & art buying.” anbieten. Oder das Amsterdam-Berlin. Claim: “Wir wollen Populär-Kultur schaffen: keine Werbung, sondern Inhalte, mit denen man sich gerne auch eingehender befasst“. Aha und so so: ganz klar ein neues UntersuchungsObjekt für meinen MedienkompetenzVerein :-)

Nach all den Aficionados und ihren bunt zusammengewürfelten liebevoll mit viel Herzblut editierten Online-Werkschauen kann man nun einen Blick auf die ( in dieser Hinsicht “armen”, im corporate design gefangenen) Klassiker werfen: Harper’s Bazaar, hier vielleicht die Abteilung “street fashion”VOGUE (…Korea zum Beispiel, steh ich drauf und: kann man per google-fundsache hier auch noch um große Bilder “schröpfen”), ebenso wie Marie Claire , l’OFFICIEL , ELLE , Vanity Fair Abteilung “fashion” und, jaaa, da will ich keine Widerworte: Hennes & Mauritz – schließlich gehts hier um die Qualität der Fotos, nicht um die Hochpreisigkeit der Couture..

Weiterhin ”kümmern” sich noch folgende Personengruppen ums Thema Mode:

“the Sartoralist”  Scott Schuman , “Facehunter” Ivan Rodic  als Ur-StreetFashionBlogger -  logo. Und, frisch entdeckt susiebubble gleich hinterher.

Naheliegend auch, bei den dafür einschlägig berühmten Fotografen anzusetzen: dick AnschauungsMassse kriegt man, wenn man “Peter Lindbergh for Vogue” googelt. Zusätzlich: die Such-Tools auf “farbig” stellen. Patrick Demarchelier. Steven Meisel. Mario Testino, Gilles Bensimon. (to be continued)..

Schnell ergoogelt sich auch die neue Fotografengeneration: Elisabeth Frang, Julia Noni, Liz Collins, Emma Summerton, Yana Bardadim, Luigi & Daniele + Iango, Warren Du Preez & Nick Thornton Jones, Elizaveta Porodina, Luis Monteiro, Nicole Bentley, Josh Olins, Iga Drobisz, Filippo Mutani, Ezra Patchett, Thomas Whiteside, Nhu Xuan Hua, Kim Bo Sung, Giampaolo Sgura, Kiki Xue, Zee Nunes, …

Und natürlich ebenfalls die Vorväter: mir neu der Herr Jacques Henri Lartigue (1894-1986)

Ebenfalls super anregend, mir für die Taschen aber zu weit im OFF: die Coops von Nick Knight und Alexander McQueen

Und bevor man, ebenfalls naheliegendst, länglich erst Agenturen sucht & die dann durchforstet mein Tipp: einfach nach “new faces” model ne schnellfertige Bildersuche starten.

Und wenn man das alles durch hat, gibts noch die Was-tragen-die-Modells-in-ihrer-Freizeit?-Abteilung. NATÜRLICH gibts da auch Fanblogs zu wie stylebythemodels.tumblr.com

Ein wenig beachteter Quell von Geschmack und Ästhetik: die Stylisten. Gefunden hab ich Daniel Gonzalez Elizondo: dgestylist.com die schnelle Übersicht hier. Models finden sich auf der Seite von helenreavey.com. Oder Monsieur Olivier Schawalder – “ein fleissiges Bienchen”  kann ich da nur eine Kollegin zitieren, wenn man diese vielen Fotos sieht..

Selten, doch ungeschlagen im Aufmerksamkeit-Ranking, weniger passend zu meiner heutigen Hausaufgabe: Styler, die alles in einem sind: Model, Fotograf, Editor und Art director fürs eigens editierte (Katalog-zum-Warenkorb)Outfit. Lest doch mal den (englischen) Artikel  über eine gewisse Pernille Teisbaek. Oder Micah Gianneli mit”ihrem” Fotograf onpoint.photo

Bleibt noch das Kriterium “Unüberbietbare Umgebung“. Harpers Bazaar, Vogue, L’OFFICIEL, ELLE und die anderen angestammten Klassiker halten es hoch, das opulent-luxuriöse Setting. Und wenn man die obigen Bildermassen der “Modernen” so durchklickt, mit all dem unablässig kokettiert gestateten “natural light” Anspruch ist mein Eindruck: die zeitgenössische FashionFotografiererei hat stark verloren. An essentiellen Zutaten eines herausragend opulenten hi class Modefotos. Zu sehr ist (mir) der moderne Street Photography-Style eingezogen: fast immer mit Hauswand und Trottoir als Hintergrund… Gähn… OK – ganz klar eine Budgetfrage. Und alle wollen dabei sein. Aber suboptimal für die “gehobene” Bildgestaltung. Ich habs da lieber etwas üppiger  – gebt als Anhaltspunkt  theartoftheroom.com in die Suchmaschine. Oder (den klassischen) Aaron Slim.. Oder expressionistischer, knalliger. N Cocktail aus Yeste und Rodney Smith (1947-2016)

Fazit Recherche: im Jahr 2017 besteht die Herausforderung nicht im Finden, sondern komplett in der Auswahl, die man unter den Massen der auf Fingerklick zur Verfügung stehenden Anregungen treffen muß.

Jeder also sein personal fashion/photo/style editor.

Und wenn Ihr dieses Posting heute übertrieben bilderoverkillig («wer soll sich bloß das alles angucken??») findet, kann ich nur nach 2012 weisen & sagen: «Zeit sparen durch VieleBilder gucken». Was? Genug gelesen für heute? OK, gibts auch als MusikClip… Moment… der ist noch besser!

Nadann wollnwermal…

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Musik beim Mode Schauen heute:

Stereolab: “Dots And Loops”, DUOPHONIC, 1997

The Chemical Brothers:”Dig Your Own Hole“, ASTRALWERKS, 1997

à propos “way too sexy”*: Right Said Fred: “Up”, TUG Records, 1992  smiley-blush

Kungs vs. Cookin’ On 3 Burners: “This Girl” (heute 270.627.682 Aufrufe – “Musik ist der Joker im Internet!” (Zitat futuremusiccamp-Redner Youtube Mannheim 2016)

M.I.A.: “Arular”, Interscope 2005

Boozoo Bajou “Dust My Broom”, K7, 2005

David Byrne: “Rei Momo”, SIRE, 1989

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

John Scofield Band: “Überjam”, Verve, 2002

Seelenluft/Synchronschwimmer EP:  “Silvercity-Bob Meets Acapulco 11″, Kleinrecords, 2001

The Solid Doctor: “Beats Means Highs”, Pork, 1996

Briefmark N von Planet P

Je kleinteiliger und bunter die PinXoGraphy des Tages  dieses Herbstes 2017, desto überraschender oft ihre vierteljährliche Schrumpfung – beim Malen dieses, wie es jetzt in klein scheint – Gerippes unten, das sich aus dem wüsten Boden erhebt, hätte ich nie und nimmer dran gedacht, daß es ( der Korb, der Boden, der wüste) mal eines wird. start-shrunk-540b-trioMit Archäologie hab ich nix am Hut, Wüstenfuchs bin ich auch nicht einer, und Westernfan… ebenfalls Fehlanzeige – null Ahnung also, woher mir diese Deutung kommt..Ich experimentiere zur Zeit nur grad mit bekannten Formen, die ich meinen Flecken und Wolken anheim stelle. Mit “bekannten Formen” sind natürlich die geometrischen gemeint, dahinter ihre realen Inkarnationen, also Blumen, Kugeln, Körbe, Flammen, Hügel, Eiffeltürme  smiley-blushstart-shrunk-532Nun scrolle ich durch die Bilder der letzten vier Wochen. Und suche  gespannt, ob das was fruchtet, nach zusammenpassenden Dreiern – funktioniert!

start-shrunk-532e…und sieht geschrumpft besser aus als, äh, na: ungeschrumpft eben.

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Oben mal wieder ne japanische Reistapete.. Kommt alle hundert Blätter mal vor. Glücksfall. Zufall.

Das mit den Briefmarken kam mir mal wie schon oft bei der ..Hausarbeit zwischendurch. Tenor: “Putzen beschäftigt das Gehirn, es überfordert es aber nicht” ;-) Dazu das Mikro-Tutorial: Nehmt dieses Lochmuster, legt Eure Miniaturen rein, bis die Löcher gleichen Abstand ringsum haben, dann: Zauberstab, Auswahl-minus-Rechteck, Stanze, Schatten, Tupfer… Tusch!

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Musik beim Schrumpfen, Stanzen und Be-Zahlen:

Moby: “Hotel”, Bonus CD (!), Virgin, 2005

The B52′s: “Planet Claire” vom Album “The B 52′s”, Island 1979

 Federspiel live 18. Mai 2017 aus dem SWR-Funkhaus in Mainz

Vergestikuliert? Kein Problem!

Ausgerechnet am diesjährigen Faschingssonntag* fiel mir wieder eine wichtige, bislang textlich aber untergewürdigte Zutat zu meinen PinXoGraphien ein:

Körpersprache und ihre “Bauteile”, die Gesten.

Nicht nur, daß ich beim Führen der Malstifte und -werkzeuge bestimmte “funktionierende” Bewegungsabläufe erarbeite (es kommen durch die (Er)findung neuer Malwerkzeuge stetig ebenfalls neue dazu), schon immer kommen mir die “Ergebnisse” in den Bildern, die Striche, Schlenker, Wolken und FarbClusterSträusse vor wie… geronnene Gesten.

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Das hätte ich nicht gedacht: Malen ist wie eine hemdsärmelige Choreografie, denn Farbe Aufbringen erfordert schlicht: Bewegung. Kühne Striche – eins meiner MalZiele right from scratch – erfordern kühne Bewegungen, die sich durch die Farbspur ästhetisch nachmessen, nachempfinden lassen. Wie eine spezielle Unterart des Gestikulierens: sich am oder das Blatt drehen, mit der Farbe kreisen, schlingern, stottern, sich darauf winden mit farbigen Fingern, per Stift Hiebe oder gleich ganze Hagelschauer setzen, per vorgschützten Fahrigseins ebensolch faszinierende, wie den Formwillen-abableugnend wirkende “Gebiete” im Bild erzeugen, das An- und Abschwellen von Kraft in der Bewegung, all das zeitigt exakte Strichspuren, auf die Ihr jetzt schauen und an denen Ihr Euer Euer ästhetisches Empfinden ranwerfen können!ysp-scanp-170221-440d-manorMehr noch: bei Ansicht mancher Bilder bekomme ich eine über meine Werkstatttechnik erweiterte Ahnung von: das könnte die zeitlich gesammelten Bewegungen von Menschen im Raum, in einer großen Halle oder auf einem innerstädtischen Platz nachzeichnen.(..)

Was ein großes erstaunliches Plus der PinXoGRaphie ist, daß sich bei dem Malen anschließenden digital “erledigten” Umfärben tatsächlich alle gemalten Spuren wieder herausholen lassen. Ein Beispiel:

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Durch das stetige Dranbleiben und die auchundvorallem:mir! erstaunlich unermüdliche Neugier bei jedem neuen Start ergeben sich durch reine Experimenterfreude/ schrillend einsetzende Klischeeklingel oft erstaunliche “Nachbarschaften” von malerischen “Ereignissen” wie diese beiden hier unten, beide auf Blatt #535:nnn-scanp-170922-535g-r2vnb

Andrerseits finde ich es oft schade, daß sich “gute Ideen” in direkter Nachbarschaft von ästhetischen, äh, Unentschiedenheiten befinden. Da gibts zum Glück das scannergrößen-bedingte Ausschnittsauswahlmuß wie beim Fotografieren – die bemalten Blätter sind doppelt so groß wie das Scanfenster – da scanne ich einfach erneut und das Nichtgefallen nicht mit..

Oder: nehm ich einfach ein neues Blatt und mache die nächste, neue, irgendwie durch ihren Neustart, ihre-Frische-und-meiner-Erfahrung “verbesserte” Geste dann eben da drauf – ein netter Zug, eine schöne Geste der Malerei!nnn-scanp-170922-535e-rv2r5Und bei vielen (gemalten) Gesten – die Körpersprache so uferlos wie alle Künste ;-) – denk ich da ans Archivieren – hier eine kleine “Gesten”sammmlung von 2016:

ysp-scanp-170118-428d-r180 ysp-scanp-161021-395-r6v2r3 ysp-scanp-161113-405b-r180v ysp-scanp-161229-422b-r180 ysp-scanp-161213-417g-r3v93 ysp-scanp-161126-412h-re180 ysp-scanp-161126-412f-r2v2n ysp-scanp-161120-410c-re180 ysp-scanp-161011-390f-r2v

Schrieb ich “Faschingssonntag”? * Ja, ja – da seht Ihr mal, wie lange die Vorlaufzeit eines Artikels sein kann hier! Und: das ist nicht mal ne großartige Ausnahme. Im “Hintergrund” warten ein große Menge Entwürfe. Meistens durch eine Information im Netz, ein Gedankenfetzen beim Aufwachen oder in einem Gespräch mit irgendwem unter Tage geführt, münden diese Inspirationen in schnell hingetippte Notizen – Zettel hab ich klassischerweise auch – und wachsen durch stetige Nachbetrachtung – bestimmte Themen sind ja durchgängig in Bearbeitung-  irgendwann aufs Maß einer kritischen Masse. Das sind dann Artikel wie dieser, die dann, irgendwann durch Vollendung an einem wach-ruhigen Vormittag oder einer stillen Abendstunde am Rechner reif werden.

Inspirationen? Jederzeit! Heute zum Beispiel:

  1. der obskur klingende Satz: “Die Polizei beschlagnahmte den ICE, um Spuren zu sichern.”
  2. oder das erhellende “The name, Yoox which was created by Federico Marchetti composed of the male (Y) and female (X) chromosome letters linked by OO, the infinity symbol ∞ or “the ‘zero’ from the binary code,  the fundamental language of the digital age”.”
  3. oder “Weder Selbstdarstellungssucht noch sozialer Ehrgeiz oder Marketinggeschick überschatteten seine Schneiderkunst.“  (die Welt über Cristobal Balenciaga, 1895-1972)
  4. oder: “Aurora Robson is a multi-media artist known predominantly for her work intercepting the waste stream.

Und gleich mal checken, ob ich diese Bilder von 2016 schon mal gepostet habe. Geht per Googles, äh, Aufmerksamkeit: man sucht nach den Bild-URLs, wird zur Bildersuche weitergeleitet und findet… nach 10 identischen Klick, Copy und Paste-Versuchen jäh die Meldung: “Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt. Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden” Dann kommt ein anzukreuzendes Bilderrätsel zur Verifikation. Wo sehe ich a) Brücken, wo b) Palmen auf den Puzzlebildern, die sich dann laden…

Nach bestandener Prüfung kommt mir gleich noch die Idee zu einer Medienkompetenz-Extrastunde-am-Feiertag: die Bilder plus Bildersuchlink hier zeigen. Dann könnt Ihr auch mal sehen, wofür der Algorithmus-plus-Big-Data Googles heute(!) meine Bilder “hält”, was in ihnen “vermutet” und gleich auf sehr Ähnliches  im Feld drunter klicken:

ysp-scanp-428d-r180-150x150 ysp-scanp-395-r6v2r3-150x15 ysp-scanp-405b-r180v-150x15

ysp-scanp-422b-r180-150x150 ysp-scanp-417g-r3v93-150x15 ysp-scanp-412h-re180-150x15

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..und dann auch noch gleich die “Neuen” von oben noch ins Spiel:

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Ergebnis part 1: lediglich das oben links im Archiv-feld kannte Google von meiner Seite. Gleich zweimal. Eins ist gar in meinem englischen artist statement gelandet. Also a recurring dream ;-) . Die anderen 14: noch unbekannt. Unbekannt heute, am 3. Oktober 2017, 12:48. Das wird sich ziemlich schnell ändern, denn ich hab den google bot sehr oft zu Besuch..

Ergebnis part 2:

Automatische Vermutungen™:

fraktale Kunst (2x) | Wasser | Baum | Pflanze (2x) | cg Kunst (2x)| Kunst | Meeresbiologie | Moderne Kunst | Malerei

Tja. Ok, Google – ich (oder Ihr!)  versuchs in nem halben Jahr nochmal..

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Musik beim Schreiben: faschings’ (1) & Oktober-heute (2) und beim Google-Testen (3):

Jamiroquai: “Rock Dust Light Star”, Mercury, 2010 – (3)

Edo Zanki: “Zu viele Engel”, Universal, 2011 – (2)

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7, 2002 – (1)

stitches’ brew part one

Ich nehme meine Nähmaschine nach langer Pause wieder in Gang und übers drüberSchreiben komme ich zu.. Miles Davis’ opulent-psychedelischen Werk aus dem 1970er-Jahr – heute vormittag auf nüchternen Magen schaff ichs bis Minute 11:49, dann steig’ ich aus.. puh! Ganz schön ausgekugelte Sprünge heute, n’est-ce-pas!? ;-) garnrolle-cut

Nähmaschine? Hä? Wie kommts? Na – die Handtaschen wollen ins Leben! Also muß ich den 2D Pfad verlassen und mir Gedanken machen, wie die Pinxographie “in den Raum gebogen” werden, ins Räumliche treten kann. Natürlich prototypemäßig als Flächendruck auf Folie, der ausgeschnitten und schön “bastelbogen”artig hoch- & umgebogen wird. Dazu brauchts Vorerkundungen: Materialforschung. Werkzeugfindung. Verbindungstechniksfragen: Kleben/Falzen vs. Lochen/Stitschen. Zum Beispiel fiel mir ein lange (im Gedächtnis) verschüttetes Loch- und Ösenwerkzeugset ein, das ich jetzt “auf” den Folien ebenfalls wieder in Gang setze.

Gleichfalls der Nähmaschine bringt hier einen das Ölkännchenprinzip weiter. The Hämmer: die Betriebsanleitung der Maschine umfaßt einen “Schmierplan”: fotografierte Ansichten des aufgeklappten “Maschinenraums” unter der Haube (obere Abdeckung) und Unterseite der hochgeklappten Maschine. Mit aufgemalten Pfeilen für die praktische Hausfrau, wo denn nun das Öl aus der werkseitig mitgelieferten, spitzpipettigen Blechdruckpille hin(ein)geträufelt gehört. «Vergessen Sie nicht das vom Spulerrad halbverdeckte hintere Armwellenlager!» steht da – mit Ausuferzeichen – in all der dem Maschinenbauer anno 1958! eigenen Dringlichkeit.

stitches-brew_002Hier eine kleine readymade Erstcollage der Ergebnisse mit (zufälligen) Berggipfel über Stadtlandschaft und mitgescannten Schnittmusterrädchen . Naja “Erstcollage”- eigentlich erste WerkstoffErkundungen: läßt sich die Folie gut stanzen? Wenn nein: woran liegts? Sind die Löcher zu groß für den doch um einiges schlankeren Faden-in-blau?  Sollte man an die Löcher einen dickeren d.h. dekorativeren Faden anlegen? Müssen genähte Ecken anders gehandhabt werden (der Faden zieht sich ecklings, siehe linkes unteres Viertel)? Was passiert bei zwei Lagen, dem kleinsten Normalfall einer Steppnaht? Wird die Folie reissen? Welche Art Faden ist notwendig, wenn das ganze farbig ist- 1transparenter, um nicht aufzufallen? Oder ein betont knalliger, um die Naht zu betonen? Wird die Folie Zugbelastungen standhalten? Wie sollen die Griffe gestaltet werden? Auch aus Folie? Oder teste ich schlicht Schläuche aus dem Aquaristikbedarf? Und der Verschluß? Dazu mehr soon.

Vorerst noch eine andere Stitch-Idee, ebenfalls beigeflogen: eine digitale Version meiner PinXoGraphien mit drübergelegten Stitches-Brew-Muster:

Hier die erste lazy Muster-per-Photoshop-Version:

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Effekt: Gitter? Ja, Effekt: handgestickt? Nö. Da müssen ganz klar diese beiden typisch manuellen, charmanten Ungenauigkeiten dazu: Drehung, variierte Stichweite. Nein nein, stimmt nicht: ich hab mir eine echte Kreuzsticharbeit anscheinend noch nie so richtig angeschaut.

Also mach ich ein leeres Gitter und stemple leicht verdrehte Kreuzstichideen rein. Schon unterwegs im noch leeren Gitter:

Ah – das hat mir Charme!

nnn-scanp-170922-535f-r2sxZusätzlich gefunden ohne Sponsoring(!) in Zeiten des DIY: die klassische Brigitte machts vor. Mit allen weiteren Fachbegriffen wie “Stramin”, “fadengebundene Technik”, “Sticktwist” etc. Kannte ich alle noch nicht – bin nicht so der Sticker… Aber die “Appretur“- kennisch!

Hey! guckt mal:hbk-nnn-scanp-170922-535d-p

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Musik beim Sticken Stempeln Schreiben heute:

Savvas Ysatis: “Connect”, Tresor (EFA), 2001

Miles Davis: “Bitches’ Brew”, Columbia, 1970

und ein vor Jahrzehnten selbstgemachter Lieblings-80er Mix, heute Playlist genannt:

1 Kim Carnes: Draw Of The Cards
2 Robert Palmer: Looking For Clues
3 Eurythmics: Would I Lie To You
4 Mick Jagger: Lonely At The Top
5 Prince: Dance On
6 The Pretenders: Middle Of The Road
7 Joe Jackson: Sunday Papers
8 Inxs: Devil Inside
9 Boom Operator: Nutbush City Limits
10 Joe Cocker: Talking Back To The Night
11 Marianne Faithful: Broken English
12 Kate Bush: Hounds Of Love
13 Grace Jones: Private Life
14 Sade: Your Love Is King
15 Paul Simon: Under African Skies
16 Spargo: Just For You
17 The Look: I Am The Beat

Musik beim Fadenendenversäubern (Nachtrag):

Neneh Cherry: “Homebrew”, Circa, 1992

Alice Coltrane: “Turiya and Ramakrishna” – von youtube vorgeschlagen, als ich nach “Fadenenden versäubern”-Videos suchte…

Was meinst Du mit: “Deckname:…”?

“Medienkompetenz” das muß ich nach längerer Beschauung hier einfach mal sagen, ist: eine verschleiernde Wortkreation. Ganz im Sinne des KulturMachiavelly: es sind Sprache als Medium des Denkens(!), Bild, Ton und dahinter “arbeitendes” Wissen um psychologische Applikationen -  Anwendungsmöglichkeiten, die von Schreibern, Textern, LayOutern “komponiert” werden, um Wirkungen zu erzeugen.

Und die (mittlerweile überwiegend elektronischen) relevanten technisch definierten Medien dürfen zur Verteilung/Verbreitung ran.

Also liegt der durch die bloße Wortschöpfung angemahnte/”vorgeschlagene” Kompetenzbegriff nicht bei Medienhandling, -kritik oder -wissen, sondern ganz woanders: bei den Inhalten.

Siehe dazu die englische Wikiversion “media literacy”: daß man nämlich in der Lage ist, den Zweck zu ergründen, für den die Texte und Bilder (“messages”), die man da flimmern sieht, zusammengestellt sind. Zu bewerten. Dazu brauchts: Wissen.

Der semantisch benachbarte Begriff Kompetenz kommt (wem denn bloß?) gerade recht für eine Umdeutung ganz im Sinne der Sprachplanung:  neue Begriffe sind tatsächlich in der Lage, die allgemeine Aufmerksamkeit gezielt zu steuern. Öffentliche Diskussionen auf leerPlätze ohne weitere Wirkung zu lenken, die braven Bürger mit Sachen zu beschäftigen, die sie von wirklich  prekären (Hirn)inhalten fernhält. Timeless classic: die Plastiktütendiskussionen beim Einkaufen. Wo bitte ist der, der sagt: guckt mal in die Tüte!

In modernen Zeiten, in denen Product Placement und redaktionelle Inhalte oft nur noch durch erzwungene Beschriftung (wie zur Zeit “Neuheit” bei instagram) zu unterscheiden sind (staatlicher Auftrag der Wissens-/Infovermittlung Richtung mündiger Bürger*), sollte man heute dringend um

Das hat mit dem Wissen ums Handling von Handy, Laptop oder account anlegen nur peripher (= eben nicht inhaltlich) zu tun. Und was bitte ist “angemessen mit Medien umgehen”? – kaum mehr als die nächste worthülsige Geisterbahn.

Die gigantische Band- und Intentionsbreite der Bilder- und Textflut zu erkennen und einzuordnen – während einerseits alle hemmungs- und gedankenlos hochladen, “kümmern” sich Konzerne sehr ausgebufft um Bild und Text -  das wäre die angesagte Art Kompetenz!

Wie der mir frisch bekanntgewordene Fall einer geklauten Kriegsreporter-Identität. Tatsächlich. So weit sind wir schon. Die BBC schreibt: He kept his cover going by stealing images of Max Hepworth-Povey, a British surfer, and photoshopping him into pictures of war zones.

Kein Wunder, daß sich da keiner rantraut nix groß zu schrauben ist:  die deutsche Medienkompetenz ist ein Gespensterwort. Der letzte online “erreichbare” Medienkompetenzbericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen, Kinder (!) datiert auf Juni 2013*

Dementsprechend als Beispiel meine Verwendung des schönen Wortes “Deckname” in der Überschrift zum eröffnenden Artikel “MedienkompetenzVerein” hier am Blog. Aus der Geheimdienstecke ins Massenbekannte hereingewachsen taugt es bei öffentlicher Verwendung zu einer fake Aufrüttlung. Offiziell riechende Funktion: ich decke auf, enthülle eine von dunklen Mächten verschleierte Realität. Klartext jedoch: mit Verwendung des Begriffs Deckname erzeuge ich schlicht: Aufmerksamkeit. Was dahinter kommt, ist mir der Neugier/ des Leserinteresses sicher. Bam. Hereingefallen!