Monthly Archives: May 2017

..übern Kamin ins Herrenzimmer!

Heute: Riegelahorn, selbstgemacht. Äh, selbstgemacht? Meinten Sie nicht wohl eher: selbstgemalt? Nun, nicht ganz. Da war auch eine Rechenmaschine mit viiiiel Mathematik im Spiel. Tja- eine wieder mal ganz erstaunliche Entdeckung in diesem stets mäandernden Fluß meiner PinXoGraphie. Und dazu auch noch right heute. Denn eigentlich wollte ich meinem herübergekommenen Nachbarn nur mal kurz mein state-of-my-art vorführen, da, plötzlich am Bildschirm dieses ubercharakteristische Muster:nnn-scanp-170509-478-r3v2neAlso.. also… das sind doch eindeutige Farben eines halbdunklen, in sattwarmen Farben gestalteten… Herrenzimmers! Mit Kamin, schwarzmattlackierter Umrandung desselben, gar tiefgrüne Samttapeten ringsum, mit diesem exemplarischen Hang ins Türkise. Dazu reichen wir schwere, erdwarme Teppiche, die nur noch da und dort eine Handbreit das altgereifte,  gedunkelte Eichenparkett durchlugen lassen..

Und diese Bild mittig obendrüber!

Plus als Hausaufgabe “Einrichterpoodle” die Frage: Möbelierung! Aber was da?

Vielleicht mal n.. Frauenzimmer fragen?! ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

das am 2. August 2002 zusammengestellte und immer noch knorke

My Way To Brazil Teil 2

  1. Lou Rawls: “The Girl From Ipanema”
  2. Bebel Gilberto: “Bananeira”
  3. Tamba 4: “Canto de Ossanha”
  4. Astrud Gilberto: “Berimbau”
  5. Stan Getz & Charlie Byrd: “O Pato”
  6. Edu Lobo: “Upa Neguinho”
  7. Sergio Mendes & Brazil´66: “Constant Rain (Chove Chuva)”
  8. Doris Day: “Quiet Nights & Quiet Stars (Corcovado)”
  9. Pete Belasco: “Get It Together”
  10. Kosho: “Tropical Rain”
  11. Eric Clapton: “Reptile”
  12. Jobim: “Lamento”
  13. Elza Soares: “Mas Que Nada”
  14. Eli Goulart: “Destino”
  15. Getz/ Gilberto: “Bim Bom”
  16. Escravos De Jo: “Dom Um Romao”
  17. Bossacucanova: “Surfboard”
  18. Joao Bosco: “Paranoia”
  19. Zimbo Trio: “Agua De Beber”
  20. Badi Assad: “Uma Valsa e Dois Amores”

.und à propos Playlist: das ist ja krass anders geworden in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten. Folgende Beschreibung dieses Phänomens fand ich auf der Programmseite des in der Mannheimer Popakademie im April stattgefundenen futuremusiccamp.de/programm/keynotes/: Kuratierte Playlists sind inzwischen einer der Treiber für Streaming Services geworden. Der Mix zwischen der Auswahl von Experten und Algorithmen wird bei jedem Service anders gehandhabt und neben redaktionellen Playlists erreichen auch User Playlists viele Follower. Die Labels haben eigene Playlist Brands, die sie mit viel Aufwand pflegen und promoten.

Das ist mal wieder moderne Kulturverwertung weitab vom Geldbeutel der Musiker, also wenn DAS man kein Anlaß ist, sich nach nem old fashioned Herrenzimmer zu sehnen!!

ich leg noch Faith No More: “Album Of The Year”, Slash, 1997 nach..

Der DollyZoom in der Fotografie

29540032-33retHeute fange ich – statt der üblichen Einleitung – mit diesem selbsterklärenden Doppelbild an. Man muß nicht wissen, daß ich die beiden Fotos direkt nacheinander gemacht habe, sie also einen Platz direkt nebeneinander auf dem Negativstreifen gefunden haben. Auch nicht unbedingt, daß es ein typischer Frühlingstag 2015 mit ständig wechselnder Beleuchtung war, so daß nur wenige Minuten, in denen ich die Entfernung zwischen den beiden Aufnahmepunkten zurücklegte, zu diesem eindrucksvollen Beleuchtungswechsel genügten..

Es reicht, sie einfach ein wenig anzuschauen. Dann fängt man automatisch an, zu überlegen, wie diese Maßstabsveränderungen möglich sind. Der DollyZoom, das kann man eigentlich nur als Kinoaficionado wissen, ist eine spezielle Kamerafahrt, die eigentlich fix zueinander stehende Bildteile – Vorder- Mitten- und Hintergrund- zueinander zu verlagern imstande scheint. Während man sich heranzoomt, entfernt sich die Filmkamera per Wagen ( =Dolly ) vom Geschehen. Der Trick gelingt, wenn durch exaktes Zusammenwirken von Fahrer und Kameramann das Hauptobjekt immer genau gleich groß im Bild bleibt. Genau so, wie auf den beiden Fotos also. Nur ohne die Bewegung “dazwischen”. Diese in weiteren Beispielen aus der klassischen Filmgeschichte kann man sich anschauen auf  univie.ac.at, die schon vor zehnplus Jahren ein gewisser Herr Fuxjaeger zur Weiterbildung ebenda versammelt hat.

Leider, so der Tenor dieses Artikels, ist der Dolly Zoom spätestens seit den unendlich oft wiederholten Programm-Trennern von 3SAT anfangs des Jahrzehnts “verbrannt”, zum furchtbaren Klischee erstarrt und so total indiskutabel für moderne, ernstzunehmende Filmprojekte.77980022c2bNa, da hat ja die Fotografie ne Chance, diese unselige Bewegung wegzustoppen und nur zwei Punkte dieser Veränderung zu bebildern..Mit dem Fotografieren dieser meiner neuen Edition, die nun auf Alu-Dibond im Fenster der Mannheimer Galerie/Vergolderei Theuer und Scherr zu begutachten ist, kommt mir eine neue Idee für dieses in Mannheim doch recht,  äh, häufig fotografierte Motiv: die Galeriescheibe vor dem Diptychon spiegelt weitere ortstypische Komponenten – Galerie und Turm liegen am selben Platz-  in die Fotos rein und das Bild verdichtet sich auf ungewohnte Weise.

Seht hier ein paar Kombinationen, hier im “abgesunkenen Halbkreis”, als ne Art fake Schwenk über nen fake Zoom montiert ;-)

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Am krassesten diese Aufnahme unten, die wie eine Doppelbelichtung die Lokation “remixt” und am Platz versammelte Elemente in die Bilder fusioniert.77980023 Wer sich die Mühe macht, die beiden vor Ort anzuschauen, wird auch in den Genuß des stark vergrößerten Filmkorns kommen, das bei dieser doch fast 30-fachen Vergrößerung der Kleinbildnegative deutlich sichtbar wird. Hier noch etwas deutlicher als beim Wasserturmmotiv Güterbahnhof vom letzten Jahr..

Beim Googeln gefunden: dat janze mit den virtuellen LEGO-Blöcken von Minecraft nachgebaut und kameradurchflogen – bei Tag und Nacht. Städte(nach)bau einmal anders ;-) Allerdings hätte ich als Soundtrack dazu gerne die “Secret Journey” von Police…

Rothko in drei Zügen

vrlf-160205-273e-r8vManchmal brauchts schlicht erholsamen Schlaf, um auf Grundlegendes “zurück” zukommen/Wie verworren muß das Leben sein, um schläflings auf: “Der Einfachheit sollte man immer zugänglich sein” zu kommen? Das nämlich notierte ich mir diese Woche, noch im morgendämmrigen Halbschlaf auf eine der Kartenrückseiten am Bettrand. Die liegen da immer, vorsichtshalber, erfahrungsgemäß, denn solch Wort- und Sinnfetzen aus dem halbseiden träumenden Hirn kann man  “biologisch-dynamisch” kaum anders – das heißt: ohne Elektrowolke –  festhalten.

Dazu kam die Überschrift heute morgen dazu, die lange verschüttetes Schachvokabular revitalisiert. Nachdem mir der Name “meines Großmeisters” der Farbfeldmalerei wieder eingefallen war.

Warum nur mein Hirn diese Fetzen anspült? Nun, als Ausgleich vielleicht? Die PinXoGraphie zum Beispiel wird momentan immer wilder, chaotischer: man sehe sich nur mal diese neusten “Ergebnisse” der März/April-Blätterei  an:

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Da ist eine deutliche Wirrniszunahme zu verzeichnen. Umso überraschender nun diese “Zwischenergebnisse”, die genau das Gegenteil darstellen. Und, noch erstaunlicher, genau aus demselben Werke entspringen:

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Zu dieser Überraschung notwendig war… Ameisenarbeit™: ich habe zu diesem Zweck begonnen, die fertiggestellten PinXographien – so es so was überhaupt gibt – kleiner zu rechnen. Ganz im Sinne von: “Dann hab ich meine Rastalocken abgeschnitten und anschließend meine Mützen kleinergehäkelt” ;-) Anfänglich, um ganz alla svevo mehrere(!) Dutzend(!) Gigabyte(!) Speicher “zurückzugewinnen”. Dies führte zur “Entdeckung” der im Verlauf der PinXoGraphie-Werdung unsichtbar erzeugten Färbungsschichten.

Unsichtbar erzeugt?

Ja, nun: beim Umfärben füge ich ja neue Schichten ins Bild ein, die dieses zu etwas Neuem machen, ganz apparent. Dabei wird der Fortgang der Färberei, der in mehreren Stadien geschieht, immer von fertigen Ergebnis bestimmt, das ich ja in Echtzeit am Bildschirm habe. Ich nehme also das Eingefügte nur im Zusammenspiel mit dem Gemalten/ Gescannten wahr. Und entdecke eben jetzt die schlicht-schwebende Anmut  dieses “Mezzanins“:

So kann ich Euch heuteundhier präsentieren, was dabei herauskommen kann, wenn man erst

  1.   Blätter bemalt,
  2. einscant und umfärbt, und dann
  3. das Gemalte digital wieder “abzieht”.

Aber bittet mich nicht, diese Erscheinungen en plein air “nachzuspielen”. Da ginge es mir wie John Coltrane nach Vorlage seiner eigenen, transkribierten Soli…

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Für mich sehr erstaunlich. Überraschend. Erfreulich. Und willkommener Anlaß, wieder mal was über Herr Rothko zu lesen. Und mir diese “Großflächigen” an einer ebensolch großzügigen Wand vorszustellen – der “Einrichterpoodle” läßt grüßen–

vrlfscreen-160115-260b-exhivrlfscreen-272d-267b-436g-.jpgHier mal drei davon auf elegantem Anthrazit über dem aufgepimpten Sofa vom Januar. Der zottelige Bodenbelag drunter ist frisch “gefertigt” und stammt von Blatt #473.

Weiterhin gefunden beim Recherchieren/Herumadrenalieren im Internet™: 4 große Schachpartien “zum Nachspielen” – durch Weiterklicken – auf www.spiegel.de – und à propos Schachsymbole: die Figuren schwarze Dame als svg.png weißer Bauer als svg.png schwarzer Läufer als svg.pngund das Schachbrett sind durch  die Verwendung von SVGs und simplen HTML auf dem am Schirm dargestellten www-Brett positionier/programmierbar..

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Musik beim Schreiben heute:

John Coltrane: “A Love Supreme”, Impulse, 1964

Marcel: “Viginti Etduo”, Mole Listening Pearls, 1999

Adriano Celentano: “Svalutation”, WARNER, 1976

Cody Chesnutt: “The Headphone Masterpiece“, Ready Set Go!, 2002

Erik Satie: “Gymnopédie No. 1″, Stefan Grasse Quintett

Claude Debussy: “Fünf frühe Lieder”, HR-Sinfonieorchester, Anu Komsi, Sopran

Photek: “Form And Function”, Science, 1998

Musik beim Wiederhochladen am 4. November 2018;

Keziah Jones: “Black Orpheus”, Delabel, 2004