Monthly Archives: January 2021

Der Regisseur hat heute frei

Nachrichten aus der Welt der Kreativen: David Lynch zum 75.ten. Ge.stern. Inter.view: Und? Was macht er grad, im Lockdown, der ihn vom nächsten “Projekt” abhält? Die San Francisco Wettervorhersage auf seinem youtube Kanal vorlesen. Täglich. Graubestoppelt, mit schwarzer Sonnenbrille auf. Und vornübergebeugt, der schwerhörigen Webcam zu. Verarschung oder? Nope. Eher: ne schlaulustige Art, stabil zu bleiben, in Action und Emotion (schrieb ich grade  an zwei mir bekannte Musiker. Nicht nur die wissen, was ich damit meine).

Ansonsten male und bildhauere er, “begrüße” somit die Isolation. Tja, man sollte nie vergessen, daß man jederzeit an/mit Fertigkeiten weitermachen kann. Bestürzenderweise auch an/mit denen, die man mit fernen 15 angefangen hat. Ich fmT habe seit unsäglich langer Pause die Gitarre wieder um und staune, was sich meine Finger gemerkt haben. Und nun das Melodiengedächtnis damit kitzeln.  Man muß nur geduldig lang genug herumstrummen, dann – Mein Tipp! – kommen die Lieder wieder hervor aus dem Pausenraum. Geht also so gänzlich ohne Vorlagen oder sheets!

Bei mir grad diese -uiih: BarockTrillerImitation mit Hammer-on/Pull-off! – ironisch-pfiifige Musikmischung der Miss Marple Filme des großen Ron Goodwin.  Der lernte Arrangieren durch.. Notenabschreiben! Krasser Fund ebenfalls die Geschichte, daß seine MM-Partituren verloren gingen und er, von der Leinwand herunter(!) seine eigene Musik nochmal nachaufnotierte als Grundlage für die späteren Soundtrack-Aufnahmen. Ebenfalls die bio der einen Hauptdarstellerin Margaret Rutherford. Der blanke Wahnsinn. Les ich da. Bemused.

Auch mein’ täglich’ Mühl’ bleibt heute mal schön still in ihrem Kasten (oben), rauchen sollen heute die andern (ganz oben), ich isoliere mich cosily @home mit a)(unten)…

PizzaWallpaperCreaciónes:

b)graphisch wachen (doch im Ansatz laschen) Herumwienern. Grund: laKamera àla Hinterhand:

und, ebenfalls, alles für das Foto!! c)Luftballons-in-fremde-Rollen-zwingen, in nämlich die von LavaLampenLollies :

Und à propos Regisseur & Geburtstag: morgen hat Jim Jarmusch. Der verwendet oft “außerscreenige Zugpfeifsignale”. Trade marks sagt die imdb.com dazu. Äußerst unterhaltsam, das! Country music & japanische Touristen als cinematografische Markenzeichen!

Also meins als Fotograf wäre das Motiv ganz oben. In 1000undeiner Version 😉 Als Moviepoodle ebenfalls. Vorerst. _________________________________________________________________________

weitere extrem moody Musik am freien, gewaltig durchpusteten Tag:

The Fratrellis: “Costello Music”, 2006, Drop The Gun Recordings

Label Compilation Good Looking Records: “NuSounds”, 2004

Düster wars, das Schach schien helle…

Draußen: Winter, naß und kalt und ausgangsbeschränkend..

Drinnen: zwei und dreißig holzgedrehte Figuren auf karierten Grund. Im Dämmer des Januarnachmittags entzünden sie die Fantasie:

Schach. Dieses alte Ding erscheint grad in neuem Glanz. Les ich online, und das auch noch im Coronajahr. Also nicht nur bei mir, seit ich in einer der letzten Umzugskisten die Figuren endlich wiedergefunden hab , sondern typischerweise als NetflixStaffel quasi per filmischer Wiederbelebung: The Queen’s Gambit – “binnen eines Monats wurde die Serie von 62 Millionen Abonnenten gesehen” liest man auf Wikipedia. Wow. “her story follows the basic arc of a superhero origin story” meint die US amerikanische Glotzhilfe Decider. OKay, das erklärt schon das Einige.

Für Neugierige unten: die noch harmlose Lage nach dem ersten HalbZug eines Damengambits 1.d2-d4. dare il gambetto (ein Bein stellen) die Wortherkunft. 1561. Hey, Ruy López de Segura! Sinn des “gestellten Beins”: Tempogewinn.

Das spezielle, fast Spotlicht naturelle-artige Licht dieser Aufnahme entstand durch: Abwarten. Vorher: Schach an der günstigsten Stelle aufbauen und Kamera in Griffweite haben. Spotlight auch deshalb, weil nur die schwarzen Figuren im Licht stehen und deshalb der vorgerückte Bauer in den Fokus gerät. Den leeren, sphärischen Hintergrund kennt man ja schon von früheren Posts.

Oder, ein paar Tage später, an selber Stelle, mit noch etwas flacheren Seitenlicht, daß man zurecht “dramatisch” nennt, Nahaufnahme en plus:

oder mit den bedrohlichen? Schatten der unsichtbaren Gegenseite gleich nochn Tackn dramatischer (finde ich. Staub auf dem Feld hin oder her, der wird ins Drehbuch mitübernommen):

Zum Thema: Ich hab als Bub begeistert gespielt und gleich Zugang zu diesen Turnierfiguren gehabt, deshalb mein Faible für genau diese Ausführung. Nun, ein paar Dutzend Jahre später freut mich die skulpturale Qualität des Brettspiels, die fotogensten Positionen der Figuren oder die Welt draußen: Geschichten um Aufstieg und Fall der Großen. Berühmte Spiele, heute zum Nachklicken im Netz. Also auch die Vorfreude auf Anna Taylor-Joy.

Das aufgebaute Spiel drum ein gewohnter Anblick in der Wohnung, halt grad wie man andernorts Blumen in Vasen hat oder die Südkurve der Sofalandschaft mit Kissen oder Plüschis besetzt.

Mir immer willkommener Anlaß, zur Kamera zu greifen!

Und ach ja, cooles Detail zur besagten Verfilmung des Endspiels: “bis zum 36. Zug ist die Partie einem Spiel zwischen den Großmeistern Wassyl Iwantschuk und Patrick Wolff (1993) nachgebildet, die remis ausging.” Kann man auf chessgames.com nachklicken!

PS.: Nach erster Fotografenfreude über das obere helle Bild zogen dann Wolkenschleier vor die Sonne und plötzlich hatte ich diese ultramalerische Lichtsituation. Dazu passte dann der Seitenwechsel:

Musik beim Schreiben und Ziehen heute:

various artists: “Pulp Fusion Vol. 2: Return to the Tough Side”, Harmless Recordings, 2007

various artists: “The White Room” , SONY, 2004

 

Bonjour Vitesse

Ab Montag ging mal wieder alles sehr schnell. Drei Tage noch, dann würden alle in die Arme der Erschöpfung sinken, so die Parole. Dann das Weihnachtsknockout. Oder besser: das Weihnachtsholladinadelöhr? Ich jedenfalls erinnere da urplötzlich einen Erholungsort aus drei Häusern, tief im Grünen der Walachei nördlich von Berlin, da(hin) lockt man die HauptStädter mit dem verführerischen Slogan “Schlafen. Essen.”

Nun, arg viel mehr ist dieser Tage bis zum fraglichen Lockdownende 2.0 auch nicht drin, warum also nicht das mal testen?

Sollte sich in den Pausen der Pausen das Hirn, ebenfalls hungrig, zu Wort melden:  warum die Gelegenheit nicht ergreifen, In-sich-gehen und switchen von der eingefleischten 08/15er Schaulust zu sanfter Weiterbildung, ganz organisch natürlich, von purem Interesse und Nerugier geleitet. Stressloses, selbstversorgendes Aufsaugen von Unbekannten. Lesen. Tutorials gucken. Sachen checken. Zusammenhänge kapieren. Oder Fragen zugestellt bekommen. Das etwas andere Herumadrenalieren im Internet also. Wem das analoge Ausruhen, der bloße Gemüsemodus, gar: das Meditieren schwerfällt, kann ja mal anders und  diese Vorstufe zünden denn

Die Welt will anders angepackt werden, das tägliche Tun braucht ne neue Version.

Änderungsgeschwindigkeit ist angesagt, nicht nur in der Mathematik.

Und auch der Improvisationsmuskel muß unter den Hammer 😉 Hier wäre mein Beitrag dazu: nach jäh-stillen Jahreswechsel gabs aus der “alten” Adventskalender-, äh, konfiguration....das Silvesterleuchttischfeuerwerk – die Not hat Beene (und dieses Ergebnis/Mutation mich selbst überrascht in der Gegenüber-/Untereinanderstellung):

Oder auchCool zum Beispiel, was man aus leergeBinge-watchedten-Chipstüten machen kann, gereinigt und natürlich erstmal hähä leergefuttert 😉 und eben nicht gleich weggeknüllt:

Da lacht der Requisitenfreak in mir. Tipp zur (Heim)Veredelungsoptimierung des Fotos: der künstlich herbeigeklickte Hintergrund sollte wegen der Reflexionen der Silberfolie denselben Farbton wie der Original(holz)untergrund haben – kommt echter. Schattennachdunkeln nach Original Schattenvorlage trägt ebenfalls dazu bei. Plus: Original”farben” des Päckchens stehen lassen! Nicht einfach entfärben, nur weil Silberfolie! Hier zum Vergleich das unbearbeitete:

Und natürlich dabei beim Klicken: Staunen. Also zum Beispiel hab ich dadurch grad von der Existenz der Tillandsien erfahren. Auf englisch gibts für die den wiedermalvielgriffigen Titel air plants. Und mich an die Trinkwassergewinnung in Südamerikas AbgelegenGebirgen erinnert. Die funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Mit feinen Netzen im Nebel. “Wolken werden zu schwebenden Quellen.” Wow. Wow so zwischendurch und Wow fürs Langzeitgedächtnis. Oder b)eim Nadelöhrgoogeln fand ich die Tensegrity. Übers yogawiki. Daraufhin erklick’ ich auch noch den Skylon, «a cigar-shaped steel tensegrity structure» .

YogaWiki! SpouseWiki! Wikifeet!.. Was wird da noch alles wickeed kommen?

Ein neuer Soodlepoodle-Raumschiff-Sockel plus MondLandschaftsGärtnerei aus Blisterverpackung, ganz in (meiner) Tradition der Science Fiction Interieur Gestaltung?
Oder, als endlich (wieder)gefundenes drittes T Trevor Paglens  “The Other Night Sky, das allerdings mit echten Raumflugkörpern – seht mal im Vergleich dazu die von den Joggern und Radlern der westlichen Quantify-Yourself-Bewegung erzeugten bildnerischen Schönheiten der global heat map.. Darüberhinaus gibts das sehr neugierig machende BildArchiv des artsandsciencejournal.. Also kann et jerne losgehen, das neue Jahr. Zum fortgeschrittenen, unterbodenerleuchteten Laborieren:

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Musik dazu? Besinnlich und aufspritend at the same time:

Ophelie Gaillard: “Carl Philipp Emanuel Bach Vol.2” , Harmonia Mundi 2015

Seelenluft: “Synchronschwimmer EP” , klein records, 2001

Vernon Reid: “Mistaken Identity”, EPIC, 1996

Andreas Vollenweider: “Behind The Gardens – Behind The Wall – Under The Tree”, veraBra 1981

Stereolab: “Dots And Loops”, Duophonic, 1997

Jimi Tenor: “Higher Planes”, Kitty-Yo 2003