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The Nerdy Road to Neue Ode an die Mode

Während die einen sonntags ihren Garten harken, die andern «lustlos ist die Haselnuß» singen, ergreift indes mich in der Am-7.-Tage-sollst-Du-Stille das Gefühl der Herausforderung. Die nämlich, aus bloßen wenigen, in der Werkstatt fahrig geschossenen Fotos™ etwas Neues hin zu bekommen. Irgendwie lotteriemäßig. Wie auf Zuruf aus dem Publikum. Oder mit verbunden’ Augen in den (Jack)pot greifen.

Heute mal: Glitzer ‘n’ pink – für Mode?immer gut.Erstmal silbern glänzende Fischschuppenroofs in der Farbpapiercollagentechnik à la plage isolee. Oder sehe ich da eher Strandbrandungsbilder aus Paillettendämmen und -meer?  Who knows.. Dann gehts über zu raketomenalen Begegnungen à la Fang-den-Hut..

Dann zum Discoburgenbau am Strand mit handgenagelten Bretterdächern. Unten, außerhalb des Bildes (aber innerhalb meiner Fantasie): der zugehörige Sandhaufen, auf dem das alles steht….

Zoomen-auf Burgfried in Glamourkleid…
Dann Boden-Verlegen einmal anders: diesen unbekümmert hin und her und dann ooops hochgeschoben, erkannte ich plötzlich den Torso, gar richtig mit so Taille/Hüfte und  schräg ablaufender Rockkante. Wow. Von da ein winziger Schritt, mal eine meiner Handtaschenentwürfe im Startbild mitzuverwenden:

Nach einigen weiteren Geschiebe und Gesichtsumrisserfinden wurde nun die untige, irgendwie elisabethanische Modenschau draus:..zusammen mit dem immer zugehörigen Portfolio-Menue, angereget vom Wissen um die Möglichkeit, Kunst aufzuräumen – (Danke, Urs, the Wehrli):

Als Auslöser(!) für dieses Post sollte natürlich auch Erwähnung finden: die neue Soodlepoodle-Galerie namens neueOdeandieMode.

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Musik beim Startbildbasteln heute:

Franz Schubert: “Sinfonie No. 5, B-Dur”, D 485 und seine famose 6. in C-Dur, D 589 (Barenboim/Berliner Philharmoniker)

Sidney Youngblood: “Feeling Free”, Circa Records, 1989

A und Prop O:

Gebastelt wurde das (fast alles) aus diesem Bild- plus mehr Schuppen eines zweiten und der Farbnummer E417D6 als Concealer: das ist doch.. wieder ein perfekt rätselhaft ungestülptes Beispielbild, per Einrichterpoodle-vs-Googletechnik neue Architekturschätzchen zu finden 😉 Heute dadurch dazu: die Louis-Vuitton-Foundation, Paris, die Tama Art University Library, Tokyo, und eine coole Art, sich ein Dach aus Holz zu, äh, erflechten?

Es gibt da eine feine Linie

..in jedem halbwegs räumlichen Foto. Das hab ich mit großem Erstaunen/Entzücken bemerkt letztes Jahr – bei der digitalen Bearbeitung von Fotos. Fotos von Drapierungen immer desselben = repetitiven Motivs meines Requisitenbergs:hallenkit_p1050050-bMit feiner Linie meine ich hier&heute die zu (er)findende Horizontlinie, die, füllt man die entstehende Fläche unterhalb mit “bodenähnlicher” Farbe/Struktur, aus dem Foto eine mitunter grandiose InterieurVision machen kann. Ideal also für Träume von Präsentationen wie zum Beispiel diese oder diese hey! brandneuen!! Heute hochgeladen!! ( youtube-Kommentar: “Chanel has the best runway music!!”)

Diese vielversprechende Gestaltungsmöglichkeit will ich heute mit neuen Bildern von ebenso neuen “Situationen” mal austesten. Also: Erst-Sondierungen. Mal-Tests. Hier unten schön in Reihenfolge des Ent-Stehens, tutorialmäßig wie im ersten Beitrag vor fast nem Jahr. Und à propos: ratet mal, was das eigentlich ist – das Originalfoto unverändert, nur um 180° gedreht:Erster Schritt: die Linie. Warum nicht mal schön geschwungen als Rotunde, mit Aussparungen für die “Hallensäulen”. Zusätzlich wird die im Foto schon vorhandene lotrechte “Kante” einfach zur Raumkante umgedeutet.Fläche füllen – voilà der Boden. Allerdings halt ein Scherenschnittboden wie eine sorgsam aufgeklebte Pappe. Google “erkennt” aber schon planmäßig: “Architektur”, wenn man ihrer Bildersuche diese Version hinwirft.Passend umfärben, dann den Tortenboden etwas nachdunkeln, hier fahrigly, ohne genaue Recherche, wie sich eigentlich echte Schatten bilden  . Trotzdem ein deutlicher Schritt in die reale Illusion™.Ein Impuls läßt mich den Lichteffekt an der “Wand” herunter auf den frisch verlegten Fußboden kopieren und wie ein Spiegelbild anbringen. Fehlende Stellen werden einfach hingewischt. Dann: die unteren Enden der Säulen werden etwas abgedunkelt, um den Effekt der Echtheit, des Gegründetseins  zu verstärken..Nun kommt der menschliche Maßstab hinzu. In Form der vier Model-Silhouetten, die ich schon für den ersten Beitrag erstellte/mausmalte. Erfreut ich sehe: das Prinzip funktioniert, bedarf aber weiterer detaillierter Verfeinerungen. Schattenrecherche. Lichtexperimente. Und gerne eines anderen Motivs. Das soll meine Beschäftigung und Fragestellung der nächsten Zeit sein: Welches homemade Foto taugt zum “Ausbau” als Catwalk?

Hier schon mal ein paar Kandidaten/ Schnellschüsse der vergangenen Wochen: 1.mal nochmal dasselbe Motiv in dramatisch (von ihm selbst) hingebogenen Licht:– Ladet dieses Foto mal in die Google Bildersuche hoch – da kriegt man zur “Vermutung:  Architektur” ein grandioses Angebot abgefahrener Architekturbilder!

Dann die ewige Faszination mit Transparenz und Reflektion:
Dann flächig vs. räumlich:
..und real looking, aber irgendwie schwebend – Highdelbeeren above.. the ice?

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Musik beim Bodenlegen heute:

Les Ritas Mitsouko: “Marc et Robert”, VIRGIN RECORDS, 1988

The Kronos Quartet plays Steve Reich: “Different Trains” siehe hier am Chanelbahnsteig !!

Musik zum Catwalk im Videolink oben

Wolfgang Amadeus Mozart: “Sinfonie D-Dur KV 385”  Orchestra of the Academy of Santa Cecilia, Rome Sir Antonio Pappano. conductor

& mal wieder Léo Delibes: Walzer aus “Coppelia”. Mal wieder? Na, hier schon erstmals als Soundtrack zum VOGUE-Wortspielkurs Englisch…

PS.: Französisch Lektion, heute auf Englisch:

Unterwegs in PinX’O’Land

Ein neues Terrain für meine PinXoGraphien tut sich auf: als Motiv, Landschaft, Setting,

Handlungs”ort” für… VideoGames.

Wow! Wie kommts? Ich entdecke gerade heute abend Musik, Trailer und Making-Of des Spiels Samorost 3 -in dieser Reihenfolge(!): mitten im Makro-Unterholz zwischen Krabbeltierchen, Pilzen und Totemgeistern entwickelt sich die märchenhaft-psychedelisch “behauchte” Handlung. “Passend” daher kommen diese vier neuen PinXoGraphien – denkt einfach mal eine tiny herumwandelnde (Spiel)figur hinein! Und hört dazu  – siehe unten!

Super anregend, urkomisch und abgedreht das Making-Of des Sounddesigns:

…seit heute kenne ich ne neue musikalische(!) Verwendung von Lollies, belutschten 😉 Und die Tätigkeit des Totem Spirit VoiceOvers

Ich finde im Archiv – und bestimmt übermorgen auf dem nächsten Blatt –  ein paar weltalltaugliche Bilder für space adventures …wie Ihr seht: die Übergänge sind fließend!

Weiterhin entdeckt: das Independent Game Festival

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Musik beim Schreiben heute: logo

Samorost 3 – Original Game Soundtrack

Möbellagerung nach der Sznurówki-Methode

Sznurówki, das ist polnisch und heißt Schnürsenkel (mehrere)(Plural). Haben mir meine Kolleginnen auf der Arbeit beigebracht. Ein drolliges Wort mit nem lustig-niedlichen sound – wie eine kindsbeliebte Zeichentrickfigur, grad halt ebenso wie das Ding, um das es geht. Darum noch besser!

Und ein abgerissenes Exemplar geriet mir in die Hände, als ich, diese ringend nach meiner Dose Kabelbinder suchte. Und nicht fand, um damit die nächste Stufe (Ausprobieren mit Pappeattrappe) meiner neusten Möbelei auszutesten.

Also “schnürte” ich den Entwurf und: er gefile 😉

Wär nach der Sofort-Wegschmeiß-Methode nix geworden, dieses szenische Foto. Und beim Fotografieren so mit hin- & reingeraten, denke ich grad: ne ordentliche Sammlung Drahtbügel am Schnürboden 😉 empfehle ich jedem (Stadt)theater. Wegen der Lichteffekte! Stellt Euch mal vor, die werden leicht bewegt – was  für ein magisch anorganisches Geflimmer das auf der Bühne ergäbe!

Ich jedenfalls kann nun dieses Ding mit den vier Flügeln und den dickschwarzen Verschnürung im täglichen DranVorbeiGehen angucken. Und mir die “EndVersion” mit Holz statt Pappe ausmalen. Und feststellen, wo genau der Knicks-am-Fuß in der Brettversion hin muß. Das ist meine bevorzugte Art, etwas Handfestes zu konstruieren: immer in kleinen Schritten, wenn die große Vision irgendwann ins Reale dringen mag.

So nen Riesenkran wie diesen Amsterdamer hatte ich dabei in mind, als ich irgendwann fand, mein grad geplantes Sideboard sollte weg vom Boden, nur auf den Enden der beiden großen Bögen gelagert sein. Und die sollten nach realitätsnahen (Schwer- und Scher-)Kräften designt sein. Also wie auf meinem aktuellen Menue sichtbar aus Mittelsäule und Stabilisierungs”flügel”.

Unterwegs kommen dann vorhandene Gebilde zusammen und spielerische Tests vor wie diese Version mit gelifteten Spiegel:

Ach ja: die große Vision “macht” derweil Plakate, Teil 2:

Dieser nachtblaue Fächer aus vier übereinandergedrehten Ellipsen ergab sich als Kurvenlineal für die Bögen des Boards. Hochgeklappt, aufgefächert und gekippt: die nächste Idee für den (Innen)Einrichter– und Beleuchterpoodle 😉 Décor hier: scaliertes Vogelaugenahornfurnier 😉

Hey – der Kran ist immer noch da! Und crazier than ever!!

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Musik zur Aussicht und à propos DJ: ein Mix aus der Zeit der obigen Aufnahme, geschätzt ums Millenium:

  1. Rinocerose: le mobilier
  2. Moloko: The Time Is Now (RMX)
  3. Colonel Abrams: Trapped `97
  4. MJ Cole: Slum King
  5. Smash Mouth: Walking On The Sun
  6.  Cornershop: Brimful Of Asha
  7. Deee Lite: Groove Is In The Heart
  8.  the Cardigans: Lovefool
  9. Citizen King: Better Days ( And The Bottom Drops Out)
  10. Beck: Sexx Laws
  11. Lou Bega: Mambo #5
  12. the Specials: A Message To You, Rudy
  13. Eminem: My Name Is ***wow – Eminems Song ist volljährig! (1999) Und Ihr wundert Euch..***
  14. Cypress Hill: Insane In The Brain
  15. the Beastie Boys: Sure Shot
  16. Mousse T.: Horny ( Southpark Edit )
  17. Gipsy Kings: Bamboleo
  18. the Good Men: Give It Up ( Batucada Refrescante )

Handbag Poster Nr. 1

So was von Zeit für endlich ne Visitenkarte, die straight zu meiner Handtaschenseite führt! Soo viele Bilder im August, September, Oktober, .. geguckt und mal wieder in-Liebe-gefallen mit: dem Plakativen. Vielleicht als Ausgleich für die stets nuancierten PinXoGraphien? Maybe.

Also mit Lust ran ans Peck. Das heißt: fette Schrift im fetten (Farb)Kontrast zum (drunterliegenden) Bild. Leuchtreklamefaktor, biddee!!

Wie die Aufgeräumten unter Euch sicher sehen, oder besser: sofort sehen, ist die  Symmetrie unscharf –  im Anfangsstadium eines Designs gerne zugunsten der emotionalen Bildbalance, der Verteilung der Elemente, dem Überall-guck-und-fühle brrrr. Es geht erstmal rein um ne gute Idee mit diesen vier Zutaten:

  1. Schrift wie und wo,
  2. pinxographisches Hintergund-“Material”,
  3. Handtaschen-Umriß oder -Ausschnitt und:
  4. den Rahmen.

Gerne schneide ich wie hier die Elemente (den Griff, die Schrift, den Rahmen) an oder lasse Bildwiederholungen zu wie das gemalte “Borstenherz” in verschiedener Skalierung. Hat was Filmisches. Was von Bewegung. Was von RanZoomen. Und: Wiederholung brennt ein. Lesbar sollte trotzdem alles sein, wenn auch nicht allzu leicht – eine kleine Irritation, ein optischer Kniff, ein typografischer Nudelsalatsnack gehört für mich zu nem gelungenen Plakat.

Oft ergeben auch ausgeschnittene Ecken, die durchs Verschieben der Ebenen sichtbar werden wie verschobene “Passepartouts” wie hier zwar keine Lösung, dienen aber trotzdem zur Bereicherung der fühlbaren Möglichkeiten. Das viele Weiß und das Rosé erinnert mich zum Beispiel jetzt grad an dieses fantastische Marmor-Steinbruch + Baggerdirigat-Video.

Aah – da ist es ja noch!

Getrennt hier Handtasche und Schriftband. Was fällt auf? Es wird klarer. Und zur Erkennung einer Handtasche? Reicht das obere Drittel. Vor allem, wenn ihr Name auch noch direkt drüber steht.

Aber: zum Schluß ist es nun diese Version geworden:

Halt! Stimmt nicht! Diese Version hab ich zwar ab sofort dabei im Portemonnaie, sie war aber die Anfangsidee für dieses Posting 😉

Weiterhin gefunden beim “Plakat”link-oben-Durchlaufen: den fantastischen Poster-Designer Tom Eckersley (1914-1997). 1 Muß in meiner Sammlung!

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Musik beim anschließend-Drüberlesen heute:

Harrison BDP – “Decompression” heute 2.245.546 Aufrufe

Achtung! Achtung! Sie verlassen den virtuellen Sektor!

Man sollte sich angewöhnen, sich selbst mal etwas zuzurufen. So ab und an. Wie in der heutigen Überschrift angelegt. Und: sich damit explizit selbst zu meinen. Das hat nix mit psycho zu tun, das ist ne Übung in Selbsterweckung: sich lauttönend etwas bewußt machen (bevor es etwa andere, hier Mr. DJ Chris Whap-a-dang, tun) ;-)

Whap-a-dang plus GrammophontrichterSchon wieder dreieinhalb Wochen ist es her, daß ich die landbrechende Gelegenheit hatte, mein Handtaschenprojekt an den Rand des virtuellen Sektors heranzufahren, in dem es bislang ausschließlich blühte. Es existierte ja lediglich die Idee, jede Menge Bildschirm-Material, Bloggergedanken, einen Ordner voller schnell “gestanzter” Entwürfe – rein virtueller Output also.

Bis die Idee “Ich als Bildhauer” daher und damit die Handtaschenaussägerei ins Spiel kam vergangenen Januar.

UnErstaunliche Feststellung: das Ende der virtuellen Welt grenzt, wie mir dabei bewußt wurde, nicht ans Nichts, wie das zufälligerweise Robert Overweg vor knapp neun Jahren entdeckt zu haben glaubte, sondern das Ende der virtuellen Welt grenzt an die echte Welt. Und diese Grenze neigt naturgemäß zur Durchlässigkeit.  Neulich erst (wieder) kam mir das Zitat von William Arthur Ward, (one of America’s most quoted writers of inspirational maxims) in die Quere: “If you can imagine it, you can create it.” Das betont chique Virtuelle ist also bloß alter Wein in neuen Schläuchen:  Ideen, Visionen und Träume also, die seit Menschen G-denke’ ins echte Leben drängen.

Und nun schaut Euch mal dieses Bild an und.. und?  Welche Art der Handtaschen“realität” seht Ihr? Oder: glaubt, zu sehen?

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Bis vor ein paar Jahren gab es noch diese rhetorisch klar / scharf gezogene Trennlinie im Kopf. Zwischen echt und virtuell. Zwischen persönlicher, sinnlich erfahrbarer Körperlichkeit und diesem von irgendwie fragwürdig/undurchsichtigen Rechenmaschinen entsprungenen, rein gedanklichen, errechneten Ideenraum. Interessant dazu die (heutige) Defintion auf Wikipedia:

«die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen.»

hbclip-180313_7768_04Wenn ich das lese, tauchen plötzlich tausend zeitgenössische Erscheinungen vor meinem inneren Auge auf: nicht nur die Klischees Videogames, Simulations- und bildgenerierende Programme. Sondern ebenfalls: Kinofilme! Fotorealismus in der bildenden Kunst! Und gar gleich selbst: die Fotografie, die Räumlichkeit “vorgibt”. Der kleine Schritt zu virtuell im modernen Sinne bedeutet (ja nur), daß Rechner das Ganze interaktiv machen: der Benutzer kann den Blickwinkel und die Bewegung mit Kopf- oder Mausbewegungen bestimmen, die Maschine ändert daraufhin die Ansichtssache. Ein organischer Entwicklungsprozeß meiner Meinung nach.

Das alles meint(e) ursprünglich: bildliche Eigenschaften. Eigenschaften also, die das Auge betreffen. Per Rechner und Digitalisierung kamen noch audiofiles dazu. Man kann also plötzlich hören, was im ausgerechneten Raum “passiert”, in dem man sich per VRBrille bewegt. That’s all. Düfte und Hautempfndungen dauern noch – das schaffen bislang nur die… Träume als klassischster Fall von umfassender Virtualität ;-)

Heute rückt die umfassende Machinenhilfe beim Imaginieren in den Fokus und den Alltag. In Robert Overwegs Worten auf seinem digital is taking over: «How everything will be digitised, from pop stars, drawings, your thoughts, people, to your environment. How we will experience all this in VR simulations or recordings. And how we will mix virtual and physical memories.»

Tja, daß diese Verwischung gar die Erinnerung (be)trifft – das hätte man erst mal am wenigsten erwartet. Obwohl das ja am nächsten liegt, besieht man sich das mal genauer.

Dann bin ich also mal flitz gespannt, was denn meine erste persönliche Erinnerung an die 3D Handtaschenwerdung sein wird. Diese Bilder gar?

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Epilog:

In zehn Jahren, so schätze ich heut mal, wird sich das Ding von selbst erledigt haben. Die digitalen Einwanderer werden langsam im Ruhestand versacken, ihre Stimme und Taufhoheit der die Öffentlichkeit prägenden Wortschöpfungen langsam verstauben. Sogar bei so nem In-Ding wie die Virtuelle Realität.

Hat ja jetzt bereits die ersten Löcher/Glitches: nochmal Wiki P zum Begriff des “virtuellen Teams“: «Der Begriff virtuell ist schlecht gewählt (..), denn er suggeriert, es handele sich um ein unwirkliches und künstliches Gebilde.»

Und mit Aufkommen der 3D Drucker, die “helfen”, alles Vorgestellte, Ausgerechnete, maschinell Imaginierte flugs ins Hardwarige zu überführen ein weiterer Trennschärfezerstörungsfaktor.  Wir sind ja grad mitten in seinen stürmischen Kinderschuhtagen.

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Musik beim Schreiben und künftige-Erinnerung-imaginieren ™ heute:

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Leopold (Vater) Mozart: “Sinfonie G-Dur”, London Mozart Players/Matthias Bamert

Greenpiece: “Northern Herbalism”, PIAS, 1996

Micatone: “Is You Is”, SONAR, 2003

Name That Bag! oder: Na, wie heißt denn Du, mein kleines Täschchen?

Als ständig sprchvrlbtr Poodle und als notwendige Reaktion auf Ansprache von außen schwärt seit “Empfängnis” der Handtaschenidee n.a.t.ü.r.l.i.c.h. auch der Punkt Taschentaufe auf der To-Do-Liste. Das ist so wichtig, daß ich das an mein Schlafhirn delegiert habe. Und so praktisch: kann ich tagsüber hier am Blog weitermachen ;-)

Denn: Namen sind eben nicht

Schall & Rauch,

sondern das genaue Gegenteil

, wenns um Namen für Produkte, Verkauf, Image und Marketing geht.

Das US-amerikanische Luxus-Speiseeis Häagen Dazs war schon immer ein spezieller Lieblingsmarkenname plus -geschichte von mir. Der wurde a) von einem Undänen zuhause in Brooklyn zusammengehirnt, hat b) weiterhin nix mit der dänischen Sprache, dafür mit c) dem Image der Nachkriegsdänen zu tun –d) lest mal die story flag-en. Das dazugehörige Produkt hat mich nie wirklich interessiert, aber mit dem Namen a dash of Danish nach den USA zu tragen, fand ich stets als die geglückte Mischung aus  Griffig und Exotisch zugleich.

Und die ist notwendig, wenn man kein Konzern ist, der sich eher darüber Gedanken macht, daß seine Sachen in möglichst allen Sprachen zu packen sind. Das jedenfalls hab ich von Nike, Adidas, Cola, Maggi etc. gelesen. Global verkaufen ist super, man hat aber auch einige Hindernisse zu beachten, die manchmal tief in den Sprachen(!) der Absatzländer liegen.

Also gerne ausgefallen, gar nen Tick ausspracheübbedürftig .. wenn nicht Mode, wer dann darf das: freaky klingen, n’est-ce-pas?

Zur Veranschauung der Größe des Objektes Tauf-mir-ne-Handtasche diese erste kleine Namensinspirationsgalerie: drei neue HandBagEntwürfe: erblicken, einklicken und dann cool sprech: “na, wie heißt denn Du…”

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Aus Malerei entsprungen, machen diese Entwürfe einen gewaltigen Bogen an Anmutung™ aus: von luftig-leicht, fast schwebend über derb-rustikal bis gar düster-dunkel:

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Abteilung Clutch:

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Taufgedanken weiterhin: wenn man – wie ich – bei seiner Idee das starke Gefühl hat, daß man damit eher anderswo punkpunkpunkten kann, drängt sich nicht erst am Taufbecken das in Germany extrem wichtige Thema foreign branding flag-en wie von selbst auf. (Warum ich heute ausdauernd die englischen WikiVersionen verlinke? Nun, da steht einfach nicht nur mehr. Auch Interessanteres. Das T-Becken unten wiederum stand? in … Mannheim, Germany ;-)..15590008

Ihr seht unten: aufgrund der Vielgestaltigkeit der Taschen ne echte challenge, 1 Namen dafür zu finden.. Denn wenn ich mir zet be diese drei dystopischen so ansehe..

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dann vielleicht… Donnerwetterbag??

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Musik am Taufbecken heute:

Zero 7: “Simple Things”, Ultimate Dilemma, 2001

Savvas Ysatis: “Select”, TRESOR, 2001

Die DamenHandtasche als MalerLeinwand

Während ich mir unverzagt gierig Modeblogs der auffälligeren/skurrileren Art wie die wunderbar selbstironisch getauften beebeyecrew, die malaysischen (!) anonymen Handtaschensüchtigen, das famose multiplefashiondisorder sowie diese äächt unhandtaschigen, eher architektonischen Werke rula galayinis zu Gemüte führe, kommt nach dem

Clip mit Nina Pandolfo b.e.m.a.l.t…

nun vorvorgestern abend noch das männlich-ernste (sprich rein schwarzweiß=farblose ;-) )  Gegenstück dazu:der japanische Künstler Hiroshi Senju “schafft” es (mir) glaubhaft, einen seiner

Wasserfälle auf eine Fendi Baguette

zu transferieren. Die DamenHandtasche als MalerLeinwand Teil 2. Als artist statement hat er interessante bon mots in ebenso interessanten Englisch zusammenparatebrecht:

«Art is Communication of Imagination»

oder, im nächstklickbaren Video:

«Beauty gives the people joy of life, power and encouragement. So beauty is a very important item»

So gesehen fällt damit ein ganz neues Licht auf Modemagazine, und erklärt sogar aufs Einleuchtendste diesen galaktischen buzz drum, n’est-ce-pas? Die (persönliche) Vorstellung(skraft) zu kommunizieren als Aufgabe der Kunst festzustellen.. hab ich so auch noch nicht betrachtet..

Weiter liest man über ihn, seit 10 Jahren konzentriere er sich aufs Malen von: Cliffs. Angesichts des sehr ästhetischen, doch ebenso quasi tutorialhaften Videos – handverkrumpelte Riesenpapierbogen, schrägebene Arbeitsgewölbe, Fertigmalen im senkrechten Zustand etc.. poppt wie immer im Internetzeitalter die Frage: “Angst vor Nachmachern?” auf.  Antwort wie immer: “. Es geht um die Persönlichkeit des Künstlers! Der hats ja geschafft und ist schon..”

Was höre ich da (vor dem inneren Auge ;-) ): «Kannste doch auch machen! Malste auf Taschen!» Ich sag: «Äh, laß man. Sowas auf Taschen? Also nee. Das ist soo 2015..»

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Viel spannender als Abgucken von Rezepten, reverse engenieering, Produktionsideenklau, finde ich Zugucken, wie man es in einem stimmungsvollen Filmchen unter einer halben Minute Lebenszeitanspruch für die Zuschauer schaffen kann, schlicht zu faszinieren. Das will ich auch! Zwischendurch Blätter bemalen, pinxographisch behandeln und immer weiter Handtaschenstanzen geht auch ohne. Vielmehr ist so außenrum vorzugehen meine bevorzugte Art, auf Neues zu kommen. Frisch zu bleiben. Elan keepen. Aus nem Leerscan ne neue Tasche biegen:pinxography-leerscanIndes wir, mit frisch erweckten Appetit springen nun zu nem weiteren Fendi-Video als back to gänzlich buntes Vorbild: laßt Euch doch mal das ganze Baguette Book vorblättern! Nein, ich krieg keine Influencerprämien aus ParisorRome!

Oder, frisch heute geschlüpft für meine Augen, eine Anregung der besonderen Art: Making-Of, oder “process film” betitelte Iris Van Herpen – Couture – im Werden. Ich verwende den Begriff “Couture”, denn Schneiden ist da tatsächlich viel mit ‘bei. Schere und Laser..

«Verheddert man sich da nicht?»

fragte montag abend Frank S. angesichts dieser Rechercheinformationsundanregungsflut. «Im Gegenteil,» konnte ich zum Glück antworten: «das sind alles wertvolle, aufsprittende, lecker tasty Pizzlasteinchen: ob Online-Mag, Handtaschendesignerin, Blogger oder Stylistenportfolio: alles trägt zur Erfahrung handbagigkeit bei, gibt wertvolle Anregungen, die per Osmose ins hintergründig agierende Hirn irgendwann als  brand, neue, früh, morgendliche Inspiration wieder hervorbrechen.»

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Musik beim Videogucken heute = meine SoundtrackVerbesserungsVorschläge:

Visit Venus: “Endless Bummer”, Yo Mama, 2002

Cath Carroll: “England Made Me”, Factory, 1991

Weekend Players: “The Pursuit Of Happiness”, Multiply, 2002

ital tek: “Nebula Dance”, Planet Mu, 2012

Ich male den Schaum meiner Erinnerung

Heute, im hellen Februar 2017,  nähere ich mich stetig, langsam, doch unaufhaltsam dem 444sten bemalten pinxographischen Blatt, habe daraus schon über 23 Tausend Bilder wie diese “gewonnen”, drängt es mich auf ebenso akkumulierende Weise, diese Besessenheit mit einem scheinbar abseitigen Phänomen  in ein artist statement zu fassen.

Sprache als Vermittler, Sprache als Faszinationsüberträger, Sprache als Erkenntniswerkzeug. Auch für den Autor selbst.

Hier am Blog gibts dazu ja schon ausführlich Material auf deutsch – in mehr als einer Hinsicht* ist diese Internetseite (!) mein Statement – doch mein Ehrgeiz, meine Faszination auch in “der Internetsprache” englisch begreiflich zu machen, schwemmt mir neue Herausforderungen an. Dazu ringe ich seit letzten Herbst immer heftiger, diese nun zwei Jahre dauernde Beschäftigung mit Malerei bis zum ultimativen Text-Destillat immer noch kürzer, prägnanter, spannender zu “besprechen”. Und als Bonus (eine Sprache – eine Seele, zwei Sprachen – zwei Seelen) die per englischer Brille mögliche zweite Blickrichtung zu gewinnen.

Und dieses Ringen-um startet schon bei der Überschrift: die schnelle Übersetzung wäre “I paint the foam of my memory” und hört sich für mich schrecklich an. Weil mir dieser englische foam nicht die gleiche poetische Kraft hat wie der deutsche Schaum, mir nicht geeignet scheint, das Lesers Hirn in gleichem Maße auf diesen weiten Horizont einzustimmen, den mir das Wissen um Boris Vians “Schaum der Tage” hat/macht. Da – à propos – hat man auch Taufschwierigkeiten und zieht mal den foam, mal den froth heran. Ist ja auch kein Wunder bei dem surrealen Schreibstil/Inhalt. Diesen hartklingenden froth will ich aber auch nicht. Und auch memory ist mir zu technisch/physiologisch/klinisch. Da bitte hätte ich gerne das weitere, mehr geisteswissenschaftlich ausstrahlende mind für.

Also weder foam noch froth, und memory auch nicht. Aber ein frisch gefundener, mir bis dahin unbekannter englischer Begriff für “Gischt” erscheint mir viel geeigneter –  linguee findet gar ein Kochrezept mit Thymian – Bingo! Das”macht” den Zuschlag zum viel weichern, verträumter klingenden spume.

Das ergäbe nun “I paint the spume of my mind“. Damit kann ich leben. Wahrscheinlich bis mein kategorischer native speaking consulting editor beim Gegenlesen/Korrigieren eine  unbekannte Assoziation herauskramt..

Genau das ist ja die Krux mit der Übertragung in eine andere Sprache. Übersetzen von schwer greifbaren bildnerischen Erscheinungsbeschreibungen ist Übertragung in ein anderes Lebensgefühl, andere Bilderwelten, andere Symbole, andere Vorlieben für Klänge…

Andererseits ist dieser Bilderflutbau einem gewissermassen technischen Interesse geschuldet: es geht nicht um Bilder, es geht um Reize. Stimuli für das diese Bilder beschauende Hirn.

Ein Testfeld für die Suggestionskraft von Farb- und Formnachbarschaften, Herausforderung für das Bildgedächtnis, das ist mir die PinXoGraphie.

ysp-scanp--170217-438e-r2vIm Jahr 2015 mit dem Malen anzufangen wäre nur halb so spannend, wenn man die Heutigkeit in all ihrem Informationsflutismus, der allgegewärtigen Zugriffsmöglichkeit auf jedwede Art von Information – also auch Bilder als solche – ignorierte.  Denn auf diese Bilder schauen moderne Menschen, die alle diesen selben täglich-kulturell-visuellen Hintergrund haben. Haben könnten.

Denn vielleicht sind es gerade ungegenständliche Bildnisse, die so überaus zeitgenössisch-moderne Erscheinungen wie short attention span, Nomophobie, Burnout, aber auch die (Bild)spuren und Sehgewohnheiten der Marketing- und Brandingwelt auf eine Weise widerhallen lassen können, die diese eigentlich überkommene Kunstgattung mit neuem erstaunlichen Potential bestücken.. Abstrakte Gemälde, die als Laborexperimente genau dies ausloten wollen:

  • was erblicke ich in ihnen als von der Marken- und Warenwelt dauerbelagerter Mensch?
  • taugen die Bilder als Echokammer meines eigenen Lebens-als-Betrachter?
  • was macht die Ästhetik dabei, die immer, ja immer fraglich ist, sobald man die Augen aufschlägt?

Durch diese Ausgangssituation bedingt wird klar, daß ich mit diesen erst handgemalten, dann digital umgefärbten Bildern – das ist mein simples Rezept –  keine klassische Tradition dieser Kunstgattung fortentwickeln will.  Meine Entdeckung der pareidolischen Wirkung dieser “Halbabstrakten” führt mich nun seit 439 bemalten Blättern fast zwei Jahre ausschließlich auf einer faszinierenden Bahn entlang dieses psychologischen Aspekts, den  – oh Überraschung – anscheinend beliebig Visuelles auslösen kann.

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..und jetzt steht gar die Möglichkeit vor der Tür, das alles auf japanisch darzustellen… Puuh!

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* dazu demnächst mehr…