Category Archives: Wortspielpoodle

Die inner Tasche Landschaft

“Experimentelle Denkfabrik”, so hat ein wohlwollender guter Bekannter dieses Blog mal genannt. Das finde ich sehr schön, trifft es doch auch genau auf die Vorstellung zu, die ich selber von diesem Projekt habe. Genau wie gestern nachmittag beim Zugange-sein @ Bag design, als ich mithilfe von haushaltsüblichen digitalen Werkzeugen an der neusten PinXoGraphy herumhebelte – man glaubt es kaum, mean&while ich bin an Blatt #701. Da sprang mir (mal wieder) eine Vision von Landschaft ins pareidolische Hirn:

OK – Gesichte habe ich da wohl auch, blende Münder, Nasen & Augen aber wegen der weitaus faszinierenderen “Flora” weg heute. Dann drehe ich um 180°:

klappt ebenfalls: vier (durch die Kulisse?) angeschnittene Parkbänke mit HeckenRückenLehne und ein gartenbauerisch faszinierend angelegter Mittelgang..

Sehr erstaunlich, was sich das betrachtende Hirn so zusammenbiegt an “Erkenntnis”: ich kann knorrige Baumstämme sich schützend über Hohlwege beugen sehen, ebenfalls richtungsweisende Arme & Beine von kurzbehosten WanderInnen. Diese nierenförmigen Ohren (ohrenförmige Nieren?) wirken mit der Pfeilspitze wie gleichzeitig eingeblendete Markierungen auf der Wanderkarte (old school, bitte), die hellblauen Kreuze die angesteuerten Ziele. Oder 2019 soo yesterdayige Pokestöpsel..

Normalerweise tue ich ja meine Echos der Bilder hier nicht kund. Soll heute aber ein kleiner nudge/Schubs sein, der die Wanderer und Bühnenbildner unter Euch etwas kickt. Was? Weder Wanderer noch Bühnenbildner? Na, dann seht mal, wie Ihr mit diesem Manko so lebt angesichts dieser Bildnisse. lool

Obwohl die Spiegeltechnik bei all diesen Beispielen annähernd gleich (schlampig) ist, frappiert mich doch die sehr unterschiedliche Anmutung der Ergebnisse. Test: Ordnet doch jedem dieser Bilder mal nen Punkt auf der Weltkarte zu:

Das sind doch alles recht freundliche Blicke ins.. äh.. Grüne. Oder ins theatralisch Dunkle. Wow. Schon wieder ne Entdeckung, wozu das Handtaschending auch gut ist: als Anregung zum frische Luft schnappen! Oder ins Theater gehen?

PS.: zugegeben: das oben verlinkte Pareidolie-Video ist zwar lehrreich (siehe denoderdas recht mühsam enträtselten Fusiform Gyrus) und unterhaltsam (die Tote(n) Rose(n)), den verheulten Uploader finde ich jedoch etwas zwielichtig. Wahnsinnig interessant jedoch ist die Erwähnung einer gewissen “ivona” als (amazon-)SprachlieferantIn im VideoAbspann. Kannte ich nicht. Gibts aber auch schon nicht mehr. Nachfolge dieser vor 10 Jahren stillgelegten APP ist nun aws.amazon.com/de/polly/features/. aws = amazon web services.

check this aus! Da kommt man mit etwas weiterklickenden-Interesse™ auf Entwicklerhandbücher und “stimmlose alveolopalatale Affrikate“. Oder, nicht mehr ganz so otherworldly das ganz erstaunliche “Mit dem Amazon Polly-Plugin für WordPress können Sie den Besuchern Ihrer WordPress-Website Audioaufnahmen Ihrer Inhalte zur Verfügung stellen.”  Polly, sag mal Bo ah ey

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Musik beim Nachlesen und Nachschneiden heute:

Inner Circle: “Now That We Found Love”

Deep Is The Answer | Deep House Set | 2017 Mixed By Johnny M (wir steigen ein bei Sekunde 2566. Da bin ich ebenfalls ganz DJ)

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So. Und jetzt geh ich Bass üben.

Möbellagerung nach der Sznurówki-Methode

Sznurówki, das ist polnisch und heißt Schnürsenkel (mehrere)(Plural). Haben mir meine Kolleginnen auf der Arbeit beigebracht. Ein drolliges Wort mit nem lustig-niedlichen sound – wie eine kindsbeliebte Zeichentrickfigur, grad halt ebenso wie das Ding, um das es geht. Darum noch besser!

Und ein abgerissenes Exemplar geriet mir in die Hände, als ich, diese ringend nach meiner Dose Kabelbinder suchte. Und nicht fand, um damit die nächste Stufe (Ausprobieren mit Pappeattrappe) meiner neusten Möbelei auszutesten.

Also “schnürte” ich den Entwurf und: er gefile 😉

Wär nach der Sofort-Wegschmeiß-Methode nix geworden, dieses szenische Foto. Und beim Fotografieren so mit hin- & reingeraten, denke ich grad: ne ordentliche Sammlung Drahtbügel am Schnürboden 😉 empfehle ich jedem (Stadt)theater. Wegen der Lichteffekte! Stellt Euch mal vor, die werden leicht bewegt – was  für ein magisch anorganisches Geflimmer das auf der Bühne ergäbe!

Ich jedenfalls kann nun dieses Ding mit den vier Flügeln und den dickschwarzen Verschnürung im täglichen DranVorbeiGehen angucken. Und mir die “EndVersion” mit Holz statt Pappe ausmalen. Und feststellen, wo genau der Knicks-am-Fuß in der Brettversion hin muß. Das ist meine bevorzugte Art, etwas Handfestes zu konstruieren: immer in kleinen Schritten, wenn die große Vision irgendwann ins Reale dringen mag.

So nen Riesenkran wie diesen Amsterdamer hatte ich dabei in mind, als ich irgendwann fand, mein grad geplantes Sideboard sollte weg vom Boden, nur auf den Enden der beiden großen Bögen gelagert sein. Und die sollten nach realitätsnahen (Schwer- und Scher-)Kräften designt sein. Also wie auf meinem aktuellen Menue sichtbar aus Mittelsäule und Stabilisierungs”flügel”.

Unterwegs kommen dann vorhandene Gebilde zusammen und spielerische Tests vor wie diese Version mit gelifteten Spiegel:

Ach ja: die große Vision “macht” derweil Plakate, Teil 2:

Dieser nachtblaue Fächer aus vier übereinandergedrehten Ellipsen ergab sich als Kurvenlineal für die Bögen des Boards. Hochgeklappt, aufgefächert und gekippt: die nächste Idee für den (Innen)Einrichter– und Beleuchterpoodle 😉 Décor hier: scaliertes Vogelaugenahornfurnier 😉

Hey – der Kran ist immer noch da! Und crazier than ever!!

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Musik zur Aussicht und à propos DJ: ein Mix aus der Zeit der obigen Aufnahme, geschätzt ums Millenium:

  1. Rinocerose: le mobilier
  2. Moloko: The Time Is Now (RMX)
  3. Colonel Abrams: Trapped `97
  4. MJ Cole: Slum King
  5. Smash Mouth: Walking On The Sun
  6.  Cornershop: Brimful Of Asha
  7. Deee Lite: Groove Is In The Heart
  8.  the Cardigans: Lovefool
  9. Citizen King: Better Days ( And The Bottom Drops Out)
  10. Beck: Sexx Laws
  11. Lou Bega: Mambo #5
  12. the Specials: A Message To You, Rudy
  13. Eminem: My Name Is ***wow – Eminems Song ist volljährig! (1999) Und Ihr wundert Euch..***
  14. Cypress Hill: Insane In The Brain
  15. the Beastie Boys: Sure Shot
  16. Mousse T.: Horny ( Southpark Edit )
  17. Gipsy Kings: Bamboleo
  18. the Good Men: Give It Up ( Batucada Refrescante )

Handbag Poster Nr. 1

So was von Zeit für endlich ne Visitenkarte, die straight zu meiner Handtaschenseite führt! Soo viele Bilder im August, September, Oktober, .. geguckt und mal wieder in-Liebe-gefallen mit: dem Plakativen. Vielleicht als Ausgleich für die stets nuancierten PinXoGraphien? Maybe.

Also mit Lust ran ans Peck. Das heißt: fette Schrift im fetten (Farb)Kontrast zum (drunterliegenden) Bild. Leuchtreklamefaktor, biddee!!

Wie die Aufgeräumten unter Euch sicher sehen, oder besser: sofort sehen, ist die  Symmetrie unscharf –  im Anfangsstadium eines Designs gerne zugunsten der emotionalen Bildbalance, der Verteilung der Elemente, dem Überall-guck-und-fühle brrrr. Es geht erstmal rein um ne gute Idee mit diesen vier Zutaten:

  1. Schrift wie und wo,
  2. pinxographisches Hintergund-“Material”,
  3. Handtaschen-Umriß oder -Ausschnitt und:
  4. den Rahmen.

Gerne schneide ich wie hier die Elemente (den Griff, die Schrift, den Rahmen) an oder lasse Bildwiederholungen zu wie das gemalte “Borstenherz” in verschiedener Skalierung. Hat was Filmisches. Was von Bewegung. Was von RanZoomen. Und: Wiederholung brennt ein. Lesbar sollte trotzdem alles sein, wenn auch nicht allzu leicht – eine kleine Irritation, ein optischer Kniff, ein typografischer Nudelsalatsnack gehört für mich zu nem gelungenen Plakat.

Oft ergeben auch ausgeschnittene Ecken, die durchs Verschieben der Ebenen sichtbar werden wie verschobene “Passepartouts” wie hier zwar keine Lösung, dienen aber trotzdem zur Bereicherung der fühlbaren Möglichkeiten. Das viele Weiß und das Rosé erinnert mich zum Beispiel jetzt grad an dieses fantastische Marmor-Steinbruch + Baggerdirigat-Video.

Aah – da ist es ja noch!

Getrennt hier Handtasche und Schriftband. Was fällt auf? Es wird klarer. Und zur Erkennung einer Handtasche? Reicht das obere Drittel. Vor allem, wenn ihr Name auch noch direkt drüber steht.

Aber: zum Schluß ist es nun diese Version geworden:

Halt! Stimmt nicht! Diese Version hab ich zwar ab sofort dabei im Portemonnaie, sie war aber die Anfangsidee für dieses Posting 😉

Weiterhin gefunden beim “Plakat”link-oben-Durchlaufen: den fantastischen Poster-Designer Tom Eckersley (1914-1997). 1 Muß in meiner Sammlung!

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Musik beim anschließend-Drüberlesen heute:

Harrison BDP – “Decompression” heute 2.245.546 Aufrufe

Ventilator English – I’m A Fän!

Obwohl ich mich über meinen EnglischUnterricht auch Jahr(zehnt)e danach wirklich nicht beklagen kann – wir übten im Zuge gar live and DIY im LK ta-dah! süß-saure Küche – schlage ich dem globalsichtigen Oberschulamt wheresöver hier eine fff FunFaktorFergrößerung vor: lehrstoffaufnahmefördernde klassische Musik zum bewegt illustrierten Wortspiel – plus allerliebst blumenbouquetgarniert visualisierter Verdurchschüttelung. Ganz zu schweigen von dieser stellenweise wunderbar angenervten “Moderation” –

gorgeous, hilarious, Ms. Fanning! And a big shout out to.. Vogue!

youtube-memorial-elle-fanni

And, by the way: would you like to have some umlauts with it?

More Than A Gaudi: HändBägHoizHöiftnSägn!

a) bin ich sanft erschrocken. Als ich nämlich die drei Teile plötzlich direkt in aller Dinglichkeit vor mir auf dem Küchentisch beieinander stehen sah und ein jähes: Hoi, das mit den Handtaschen tritt ja tatsächlich in mein Leben! mich durchfuhr. Drei Kilo, an denen man sich das Hirn stoßen kann, sind halt irgendwie doch “deutlicher”, als alle Tausende bunte JPGs der Welt, gar deutlicher als  drei Stapel bemalten Papieres. Das nämlich gehört (für mich) ins Reich der Ideen, der Fantasie und Visionen. Aber nun…b) Endlich mal n Posting, das das Tag “Werkstatt” so im wirklich klassischen Sinn verdient hat, denn: ich bin am c) fremdsprachigen Titeldichten fürs: HändBägHoizHöiftnSägn!saegen-fegen_isolDas Bild oben ist zwar dreißig Jahre alt, die porträtierte Säge aber immer noch in meinem Leben dabei und: sie sägt unentwegt&tadellos: zuerst den…145000028 mm Plexiglas-Mitten”belag” des angestrebten SandwichModels . Danach – siehe Mein Schlafhirn liefert.. Holz – die beiden1450000729mm Holzauflagen, mit derer Hilfe ich das Model zu einem recht lebensechten Handtaschenkorpus andicken will:14500028 Außenmaße: 28 x 21 x 6,6 cm. Kein übermäßig großes oder kleines Täschchen, würde ich als Laie sagen. Muß noch geschliffen, fein gerundet und geweiselt werden. Also präpariert für den next step:

die Tasche als Kinoleinwand.

Bis es so weit kommt und diese spinnerte Idee wirklich wird, hirne ich noch an weiteren notwendigen Props: eine rundbewegliche Tortenscheibe – aus zum Beispiel nem Konditoreikuchenvitrinchen, um die Handtasche in Rotation vor den Augen zu kriegen – wie mit den Schrittmotoren von so nem ebenfalls uberkühlen Guioche-Zeichenapparat. Dann noch einen hellen und dunklen Hintergrund, Discokugelflecken und Zeitlupenkamera – laßt Euch überraschen, wie’s weitergeht!

handbagriddle

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Musik beim Schreiben heute:

XTC: “Transistor Blast – The Best Of The BBC Sessons”, Cookcd, 1998 comp.

Steely Dan: “Two Against Nature”, 2000

hinterher, nach getaner Säg’ beim Feierabendbierchen: Piazolla Tangos.

Möge der Texter in Dir mit Dir sein – Prolog zum Interview

Interviews sind die perfekte Erfindung, um Neugierde an einer Person und die uralte menschliche weiterbildende Vorliebe für Geschichten, aber auch für Traatsch und Klaatsch zu befriedigen.

Aber Obacht: Interviews sind auch eine Kunstform.

Kunst, wie von-Können-kommen. Denn wie oft spürt man beim Lesen nur die wohlige Nähe der Beteiligten zum Ruhm zur Möglichkeit, Beachtung zu finden durch, während sowohl Fragen als auch Antworten wie trocken Häcksel schmecken. Oder schlimmer & superschnöd´: nach kaum verhüllten Werbemaßnahmen.    Igittigitt.ntr-scanp-160605-355d-recol

Keine Parodie dieses Sujets sind meine mittlerweile mehrfach erprobten Selbstinterviews. Im großen Stil (bildschirmseitenanzahlmäßig puuh), versuche ich gerade, eine dritte Annäherung an (m)ein Ideal. Interessant, unterhaltend und mit mehr Ensichten bestückt, die Außenstehende fragend gar nicht entdecken würden soll es geraten. Sag ich mal einfach so.  Ok,  im Alleingang, das ist eigentlich unkorrekt. Aber gegen den dafür well-proofed Inhalt sollte nix einzuwenden sein – der ist ja echt ;-) Und im Trend ist dieses Allesselbermachen auch, sagen die Großen, die warten, bis jemand auffällig viele follower hat, um dann zur Ernte zu schreiten…

Warum also hier Selbstinterviews?

Beweggrund #1:   mein Unmut als User

Bilder, Gemälde oder Fotos mir interessant scheinender Kreativer sind im Web 2.0 quasi auf Zuruf verfügbar. Je bekannter, auf desto zahlreicheren Webseiten, Blogs und Magazines finden sie sich, oft in entweder erstaunlicher Deckungsgleiche oder ebenso überraschender Vielfalt ohne Schnittmenge. Könnte gut am Mitwirken etwaiger Publizisten/PR-Abteilungen liegen. Oder am Phänomen “Klickvieh”.

Wenn man jedoch ein Künstler”Statement”, also einen “hauseigenen”,  “werkseitigen” Kommmentar lesen, sehen oder hören will, ist oft gewaltig Réschersché angesagt. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, daß sehr wenige Künstler, Fotografen oder gar Maler einen Drang zur “sprachgestützten” Selbstdarstellung haben, ja gerade stellvertretend für Rethorik genau “das andere” produzieren, nämlich: ihre Bilder. Abteilung: “Wenn ich es benennen könnte, müßte ich es nicht tanzen.”ntr-scanp-160529-349e-r2vrePositiv dazu kommt, daß bei einem Interview, speziell für eine Galerie-Vernissage oder durch einen Journalisten dieser handfeste, “expertisielle” Fragestellungsblick von außen verhindert, daß sich der Künstler in einen Autismus verheddert, die Fragen von außen ihm also den Tellerrand überqueren helfen.

Was mich immer aufs neue fasziniert, ist, daß die Interviewten die im Interview gewonnen Erkenntnisse nicht auf ihrer Webseite weiterveröffentlichen. Und so – hey! –  selbstbestimmt das Bild, das sie angenommenerweise mit ihrer Präsenz erzielen wollen um diese wertvollen Informationen erweitern. (man glaubt das ja manchmal nicht angesichts kryptischer Klickbedingungen Richtung “Portfolio”). “Faulheit, Unterschätzung oder gar Ignoranz?” denke ich immer, wenn ich “von anderswo her” freudige Erkenntnis und Aha-Erlebnisse habe. Könnte aber auch daran liegen, daß die Interview-Macher&Bezahler das eigene Gequatsche nur gegen Aufpreis rausrücken. WTF??

Die Medaillenrückseite: wenn zwei Menschen sich dem offiziellen Interview widmen, sind mir da oft leider/zuviele Dritte gedanklich auch noch beteiligt:

  • die Auftraggeber, die ein erfolgreiches, postivies, Lead-generierendes Ergebnis erwarten,
  • der Schreiber&Frager, der mangels anderer erkennbarer Skills zumindest mit korrektem Deutsch glänzen will,
  • der Künstler, der sich irgendwann hat überreden/überzeugen lassen, daß Interviews immer gut für die Publicity sein sollen sind.
  • Wenn noch andere Faktoren Spannendes verhindern – gar der Anstand? – führt mir das Ergebnis dieser explosiven Mischung Intim/Medien doch allzu oft in Langeweile oder ins rein sensationsfixierte Off.

Wie lese ich doch selbsterkenntnisschwer im Interview mit dem Chef-der-100-Fragen: “dass jede Frage, die eigentlich mehr sagt als „alles okay bei dir?“, im Grunde eine Unverschämtheit ist.

Das Interview als wirkungsvolle, aber fragwürdige Erfindung der Medienwelt also.

Dieses ganze Personal spare ich mehrfach vorteilhaft ein, denn nun kann ich frei von der Leber weg ein interview-feindliches Genre untermischen: Direktheit aus Interesse am Kern,  abseits von sich personell überkreuzenden strategischen Rücksichtnahmen, und gelange direkt zum

Beweggrund #2: Faszination

Die Überraschung, die Erstaunlichkeit der Fragen, ebenso die der darauf gegebenen Antworten. Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit. SO. lernt. man. die. Welt. kennen. Ausrufezeichen.

Erste frühe Begegnung mit dieser türöffnenden Sprachpotenz: meine erste WG, wo´s in Diskussionen um die notorische Unaufgeräumtheit und die damit verbundene Unlust und den dahinterstehenden Anstand und die als “allgemein” betitelte Anforderungen ging: “Null Bock IST ein Argument.” Das kannte ich von zuhause nicht ;-)

Beweggrund #3: Wortspielfreude

Falschschreibungen, Wortcréationen, Wörterschlangenbildendürfen und multiple Mehrsprachigkeit, in einem Satz direkt hintereinander! …“ zwar elliptisch bis hin zur Ungrammatizität, aber gleichwohl jedem verständlich”- Hey – genau das isses, was mir beim Schreiben Spaß macht!! Bislang unmöglich, das in einem amtlichen Interview zu finden. (..) Und nun ratet mal, wo ich diese Stelle gefunden hab…

Zudem ist solche sprachliche Schrulligkeit super als Test geeignet, a certain kinda kindred spirit andocken zu lassen. Also nix von wegen “der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler”. Dagegen halte ich die Erkenntnis: “If you are bored writing it, your readers will be bored reading it”.start-ntr-356g-re4v2 die SerenDips des Tages:

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Musik beim Schreiben und Prolongieren heute:

Joanna Newsom: “Ys”, Drag City Inc, 2006  + Video: “Sapokanikan”

London Elektricity: “Pull The Plug”, Hospital, 1999

Beim Nachschneiden:

Rough Trade: “The Best Of – Birds Of A Feather”, 1981 High Romance Music