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Rösselsprung der Ideenentwicklung

Wenn sich Jahre (!) zurückliegende Lektüre (also: Wissen, angelesenes) plötzlich “einmischt” bei einem bescheiden kreativen AlltagsVorgang und das Ganze damit auf ein(e) extrem höhere Ebene /Level bringet, ist mir das jedes rare Mal Anlaß zum Feiern. Ja: Feiern! Heute: Vorhang auf für die fantastischen VIER:

A

beruflich erworbene Körpersprachkundigkeit

B

zwei Dutzend LEGO-Stein-Figurinen, von je 2 – 12 Stück Umfang, beiläufig aneinandergeklemmt, schnell aufeinandergeklickt – anstatt sie erst mal schön Aufzuräumen 😉

C

Erkennen dieser “Charakter”- und Körperhaltungs-Stereotypen als Bausteine zum.. ta-dah!

D rehbuchschreiben

Diese vier Teile liegen recht weit™ auseinander – thematisch, zeitlich, morphologisch, mental. Aber man kann sein Hirn trainieren! Es verbindet dann das alles selbständig über eine ihm ohne weiteres mögliche interne drei,vier-Ecken-Technik, die ich früh zu schätzen gelernt habe. Das führt zu a) völlig neuen Assoziationen und b) zu hell erwachter Faszination an diesem bislang unbekannten Ergebnis, das den Sprit für weitere action liefert. Und der ist wichtig!

Genau darum finde ich Reichhaltigkeit der diversesten Bausteine so anregend- physikalisch als Gegenstand, werkzeugtechnisch als Laborinventar und intellektuell vor dem Hintergrund diversester Lektüren.

Gleichzeitig. Und: im selben Raum.

Voraussetzungen: wie der Zufall-mehr-als-bloße-Chance des Herrn Busch “ermutige” ich mir dieses Sähen von Ideen und Möglichkeiten siehe hier und hier und hier und hier.

*Weiterhin essentiell im hirnigen Hintergrund: die unsichtbaren “Stecker” und “Kabel”, die all das plötzlich verbinden können:
Im Leben passieren Dinge, die so unwahrscheinlich, großartig, schräg, beklemmend, erhellend oder .. sind, daß einem jäh der Gedanke “Da muß man nen Film draus machen!”” ins Hirn fährt.
So auch mir. Und: so easy schnell diese Idee heranwehte, so zäh der nachfolgende Vorgang der Werdung. In dieser Lage stecke ich nun auch seit etlichen(!) Jahren, bin aber nun mit dieser Idee einen großen Schritt weiter, denn nachfolgend nach obig angedeuteter Lektüre recherchierend konnte ich das nächste Buch zum Thema finden und bin voller V-Freude.

Hier drei so far schnell entstandene, ermutigende Charakterstudien/Konstellations-“Grafiken”, noch schnell experimentell geboostet/eingefärbt mit unterschiedlichen “Bühnenumgebungen“:


Na – welche Film(szenen) oder Charaktere fallen Euch dazu ein??

PS.: Zur Findung der Überschrift: Rösselsprung ist die Bezeichnung im Schachspiel für die Fortbewegungsart der Springerfigur (des Rössels): erst ein Feld schräg – über eine der vier Ecken des aktuellen Standfeldes, dann eins weiter weg gerade- über die nächste Kante (siehe die roten bzw. rot umrandeten Felder im Foto unten). Dabei ist es egal, ob was anderes im Weg steht, es wird übersprungen- die große Ausnahme im Schach = super passend zum heutigen Thema! s.m.i.l.e.y.

Diese Aufstellung übrigens, die nach dem siebzehnten Zug immer noch alle Schachfiguren enthält(!), entnehme ich/ gehört zur Warengruppe der sogenannten “unsterblichen” Schachpartien, hier aus dem Jahre 1991: Weiß wurde von Vasyl Ivanchuk, Schwarz von Artur Yusupov gespielt. Das Ganze könnt ihr nachdurchklicken auf chess.com.

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Musik beim Schreiben heute: natürlich FILMMUSIK und proto-Filmmusik wie
Gustav Holst: “The Planets”, heute in der Version von Eugene Ormandy/ The Philadelphia Orchestra, RCA, 1975
John Williams: “Minority Report”, DreamWorks Records, 2002
Ry Cooder: “The End Of Violence“, Outpost Records, 1997
Orginal Soundtrack: “Akira“, Demon Records, 1994
Paul Ruskay: “O.S.T. Homeworld” 1999. Hierdie Soundtrack-Collection.
Thomas Newman:”Original Score: American Beauty“,

Flugbegleiter Inca Roads

Es gibt Impulse, die wirken auf mich wie ein jähes Abheben aus dem täglichen Leben – swoosh und ich bin weit weg : auf zwei Tausend vierhundert dreißig Meter Höhe, Erdball andere Seite. Diese Bilder und Klänge aus der Vergangenheit tun das Erstaunliche also:

Fliegt Mit Mir!


Drauf (zurück)gekommen bin ich via – neun und vierzig Jahre nach Erscheinen der dazugehörigen Platte – dieses umwerfenden, neun Jahre alten Konzerts des Sohnes des Zappa:

Das erstaunliche “Original” sehet hier: Frank Zappa – Inca Roads (A Token Of His Extreme)

Und dann, als Encore ein Ausschnitt von 1992 Ensemble Modern: The Yellow Shark.

Wenn Ihr alle Videos – das waren ja wieder gewaltig viele Noten, mein Lieber Mozart! – mit hoffentlich demselben grandiosen Kunstgenuß wie ich angeguckt habt die Quizfrage: welches Musikinstrument der Welt habt Ihr in den letzten 189 Minuten NICHT gesehen ? s.m.i.l.e.y.

Sei meine Augen!

Na, das hört sich doch mal gut und mysteriös zugleich an, oder?

  • «Die freiwillige Helferin ist mehr als 400km entfernt und kennt Bianka H. nicht. »
  • «Es gibt 3,7 Millionen Freiwillige. »
  • «Ein Zufallsgenerator bringt sie zusammen.»


Das Ganze nochmal als Englischunterricht und direkt vom Erzeuger, dessen (diese) App eine globale(!) Community entstehen läßt, die Blinde, Sehbehinderte und Freiwillige, die sehen können, untereinander verbindet.

Bitte beachtet die sehr unterschiedliche Art der filmischen und textlichen Darstellung des gleichen Phänomens. Nicht nur ob der recht konträren “Zwecke” Reportage vs. Advertisment, Fakten vs. beschreibender, begeisternder Text – vor allem auch die Darsteller-Auswahl, den Kamerastandpunkt mittendrin, Originalton vs. Musik-Hintergrund, Hassans (unten) Hinwendung zu uns Zuschauern (die vierte Wand) & dieser wunderbar literally ansprechende Kontakt-herstellende Text à la “That’s where You come in”.. So geht das!
PS.: Die (Sendung mit der) Maus, die weiß auch genau, wie’s geht: beherzt und freundschaftlich mitten drin und alle spontanen (Kinder)fragen beantwortet!

und noch Cooles auf der italienischen Version der Site: La dimensione massiccia della comunità di volontari significa che la maggior parte delle chiamate trova risposta in circa 30 secondi. oder türkisch, spanisch 😉 oder japanisch, oder..
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Musik Big Noise dazu:
Pressure Drop: “Upset”, Marlboro Music, 1992
Erykah Badu: “New Ameryka II”, Universal, 2010

Dingsbums Of The Galaxy

Nein, heute keine weiteren rethorischen Sticheleien zur unvermindert anhaltenden Superheldenseuche-im-Kino, es geht um ta-dah! Sprache. Sprache an sich und das von ihr abhängende(!) Weltverständnis file_under Philosophie, verpackt in / aus draus gemachten

Science Fiction Filmen

Mit weiterhin so spannend eingebauten schulfernen Sachen wie dem Hermeneutischen Zirkel, dem filmschnittigen Kuleschow-Effekt, der wahnsinnig faszinierenden Sapir-Whorf-Hypothese und nem Zitat von Ludwig, dem Wittge’stein “The limits of my language are the limits of my world“.
Also, Ladeez & Gentlemen… give a warm hand to “Arrival Explained”!

..und macht gerne die Untertitels Bild Schaltleiste youtube an!

Nachtrag vom Danachtag: falls Euch diese Art Kino/Englischkurs zusagt, hier gibts noch zwei handverlesene Filme zu Thema.

A postadventaler Traum: sich Filme von Filmen erklären lassen

Silvestermorgen, 2023. Das Weihnachtsholladinadelöhr ist durchstanden, jetzt kann man sich wieder aufs Freestylen kaprizieren 😉 .
Und mit einer 42 sekündigen, äh, Modeschau starten: ein alter Mann mit interessanten Gesicht holt einen uni-rentnergrauen Anzug von der Wäscherei. Und fährt, den geschultert, mit dem oops Fahrrad nach hause.. Da angekommen: IM ANZUG merkwürdige Posen. Merkwürdig aber nur für Leute, die jünger als BittehelfenSiemirüberdieStrasse sind, denn es “mündet” per Überblendung in einen Konzertkultfilm aus den frühen Achtziger Jahren.
SuperIdee denkeich, das abgelegte Alte wieder so abzuholen und auf Gegenwartstauglichkeit zu checken. Für mich perfekte 42 Sekunden Film. Call it BewegtbildPromoKurzgeschichteConversationStarter!

Verstehen und Fasziniertsein mit der Welt – wie werden Geschichten in bewegte Bilder übersetzt? Wenn man schon sehr viele Filme angeschaut hat und sich für diese Kunst näher interessiert, weiß man um so grundlegende Dinge wie Dramaturgie, Schnitttechnik, darunter der von mir frisch als solcher entdeckte L-Cut vs. J-Cut, weiterhin so grundlegende Erzähl”Elemente” wie den antiken Charakterbogen, in Deutschland gerne zusammen mit dem Begriff “Heldenreise” etikettiert. Und, man hat vielleicht mir nach! das Making-Of als Quelle der persönlich-cinematografischen Inspiration entdeckt.

Heute gibts die Links auf frischgefundene Erklärfilme – naja, “Erklärfilme” hört sich deutsch totally underachieving an. Ebenso tu ich mich damit schwer, das geläufige “Making-Of” ins Deutsche zu bringen. Jemand ne coole(!) Idee? Die beiden Filme es handelt sich um sind derer:

Dune (2021)

und die Netflix Mini-Serie

Queens Gambit

Für UnEnglische Sprecher gibts die Möglichkeit, deutsche Untertiel anzustellen siehe
Beide drehen sich um erklärbedürftige Inhalte. Dune, weil die Geschichte dieser Verfilmung eine soo lange äh Geschichte hat. Das Damengambit, weil es da um so Abseitiges geht wie:

Schach.

Und à propos Making-Of: da Videospiele mittlerweile ebenfalls in dieser epischen FilmLiga angekommen sind (um das total zu untertreiben), hätte ich noch nen Link aufs Machen-von: Monumental Valley II staunen/genießen & dabei sein & ihr Englisch improoooven.

Nachtrag vom 31.1.24: den nächsten Erklärfilm “Arrival Explained” gibts hier.

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Musik in den Pausen:
zeitblom: “Bio-Membran”

Was not Was: “Hello, Dad..I’m In Jail”, Phonogram, 1992
Tim Hecker, “Radio Amor”, EFA/Mille Plateau,
Kraftwerk: “Mensch-Maschine”, Kling klang, 1978
various: “Come Together, Black America Sings Lennon & McCartney”, ACE Records, comp. 2011,
Matthias Akeo Novak: “Koi Trio”, Personal Records, 2012
The Beach Boys: “Summer Dreams”, Best Of, comp. 1991, EMI

Laß doch mal ne Brücke rüberwachsen!

Trotz der Aussucht auf eine fantastische Spätsommerwoche nichtsdestotrotz hier drei spannende Arte-Doku-Links. Passen so|n|Zufall zu drei meiner Kategorien hier am Blog 😉 Jaaa, ich weiß: Sommer geht vor, aberMan kann ja abends-nachts draufklicken, so lange das After Sunburn Balsam einzihet:

Eigentlich hergeholt & rather beliebig, das Thema 3Clipse – da! plötzlich angesichts des -unabhängig davon entstandenen(!)- Eierbecher- und Sprechblasenporzellan-QuizFoto oben die Idee, diese 3 Themen mit eigenen schon vorhandenen! Fotos zu illustrieren.

Whooey! Neue olympische Disziplin!!

S.M.I.L.E.Y.!

Als Ädd On Triptychon+ noch die krassen Ergebnisse, wenn man nicht vom Klemmbausteinbau loskommt, also quasi nicht mehr den heimeligen Schacht hochkommt: LEGO MASTERS die erste. Prä! Corona.

Beinkleid bleibt Beinkleid

Jetzt ist es endlich soweit: fünf einstmals prachtvolle Cordhosen liegen nun verstreut drapiert sogutgeht und ausgestreckt wie sommerliche Genießer am Rasen auf dem alten, hölzernseits aufgefrischten Sessel und “machen” erstmal das neue Startbild aufm Soodlepoodle.net. Sechs Versionen dieses Fotos plus Abdeckung hab ich schon durchgespielt, diese nächste isse nun geworden – Geheimnis muß sein beim Erstbetrachten!

EIGENTLICH lasse ich alle meine Beiträge nach ein zwei Tagen des Nachschneidens/der nachfolgenden Inspirationen, die noch “mitmüssen”, unverändert stehen. Und wende mich den kommenden Ideen zu. Diesmal ist es insofern anders, daß die Bildideen zum Thema einen dermaßen frappanten (für mich) Sprung in der ästhetischen Qualität nach vorne machten, daß nun dieser “grafische” Nachtrag unvermeidbar ist. Seht selbst hier die erste Version des Startbildes von ursprünglichen 22.2.:

Und hier, zwei Wochen danach, am fünften des Märzens:

Cordstoff als Holz- und Borkentapetenlieferant. Klappt bestens mit verwaschenen, reifstens zerschlissenen Kandidaten.

Also füge ich die hier ein- logo. Und für Euch markiere ich den notwendigerweise geäddeten Text in Cordfarbe 😉

Und damit sind sie die fünf Hosen am “Ziel 2.0” angekommen: demnächst in ihre Einzelschnittteile zurückzerlegt, sollen sie ein neues überraschend zusammenges-hustertes neues Bezugskleid des Sessels ergeben – mit diesem Post teste ich schon mal, wie das dann vielleicht so wirkt: in Braun und Breit und Cord. Uroy. Corduroy auf englisch klingt irgendwia.. jazziga.
Yo! ich gebe zu, das ganze Gebilde wirkt sehr.. archaisch, dunkel, aber das liegt am momentan starken Gefühl, die Menschheit ist seit der Steinzeit nicht um einen Deut weitergekommen. Da tut auch der neuste heiße Scheiß wie das ChatGPT keinen Abbruch dran, eher im Gegenteil. Zitat Wiki:” .. und der Chatbot gelegentlich inkorrekte Informationen generieren kann” Selbstlernende, opensourcige, selbsterfindende KI? Ein allseits griffbereiter fake news “Automat”?? Na – dann kauf ich für hier gleich einen 100%-ai-free-button 😉 ..

Daß diese plötzliche Collage ™ (vor allem die neue) irgendwie urtümlich wirkt, liegt -gerne zugegeben- auch am frisch verloschnen Fasching und dem erneuten Griff nach Axel Hoedts “Once A Year” von 2013 – Fell, Stroh, schwarzkrustenes Glockenmetall und feuchtwinterliche Natur obendrauf. .und das schon anderswo behandelte Thema Dämonenwald klingt hier mit diesem Re-Design wieder an..

Passend dazu der neueste erstaunliche Fund via Bildergoogelüberblick auf dem Bildkunstportal minus37.com: der der Lola Dupre Collagen

Ein Lichtblick bringt der großartige, in zehn Jahren-plus Denkarbeit entstandene Film EEAAO, der “Existentialismus, Nihilismus, Absurdismus, modalen Realismus und weitere Themen wie generationen-übergreifende-Trauma, ADHS, und die asiatisch-amerikanische Identität” in einem bunt explodierenden Film zusammenbringt, darüberhinaus Erstaunliches über das hier völlig neu&anders funktionierende Erzählprinzip Heldenreise zu sagen hat.

Ein irgendwie als ein Neues Eingeschlichenes (Hobby?) ist Kennern durch die harte Konturen der ursprünglichen Bilder oben ersichtlich: ich erklicke Pfade, eigentlich die Geisel der grafikdeseinenden Gemeinde. Als später Quereinsteiger weiß ich davon aber nichts wie die Hummel Leidvolles erlebt zu haben und fliege trotzdem (entlang den von Renault und Citroën(!) her stammenden AutobauerBézierkurven):

Ein ästhetisches Abenteuer ™ , sich einen (später als elegant gelungen zu bezeichnenden) Pfad entlang irgendwelcher Pixelschattigkeiten zu “schlagen”, auch wenns nur mit Mausklickmachete ist..
Als Widmung dessen gibts n der aktuellen BilderGalerie das Haiku Pixels füllen Pfade, werfen Schatten der Kürzlich keit.

Postskriptum I: Nix Jacke wie Hose: auch Jahre nach meiner Entdeckung der Jacken/Hosen/Gesichter des Fotografen Bela Borsodi sind die Jungs ungeschlagen – once again: Respekt, phatter Respect!! Da kann ich nur serendipisch mit überüberüberüberübermorgigen* Entdeckungen kurz vorm (Möbel)abtranport punkten: just look for the eponymous “smiley wrap” emojiii**!

* Wenn man ne Woche später nen Nachtrag macht, der aber ne heutige Entdeckung betrifft: wie formuliert man dann, von hinten gesehen ein künftiges Neues???

** Emojis als Namensgebungsinspiranten fürn Soodlepoodle Blog siehe die Geschichte der Band Wet Leg. Oder guckt einfach Rockpalast 2022 quasipost Coronazeit.

Postskriptum II: falls es beim Lesen der Überschrift nicht klingelt, stellt Euch vor, Ihr wäret TachygraphIn & googelt d.a.n.n. Blkrt blbt Blkrt & Brtkld blbt Brtkld

Postskriptum III à propos Bein: “Das macht mir ein schönes Bein” sagt man in Fronkroisch, aber nun ratet mal, WOZU, und, wie das in Detuschland gesagt wird. Surprise!!!

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Musik beim Schreiben heute (5.3.2023):
Kamaal Williams live at Flesh and Bone Studios

Musik beim Schreiben der ersten postVersion:
De La Soul – The Magic Number (Official Lyrics Video)
Luke Slater: “Freek Funk”, Mute, 1997
Solex: “Low Kick And Hard Bop”, Matador, 2001
Towa Tei: “Sound Museum” East West Japan, 1998
INXS: Greatest Hits
das Dirk Blümlein Trio: “In Heimsheim daheim sein”

Vier Winde wehen

Das stellt’ ich mir vor, vor vor.. letzten Sonntag früh, wie ich den Qualm aus “meinem” Schlot nach hinten links abdriften seh, geschoben ergo durch nen leichten nordwest Wind – und der kommt recht selten vor in dieser süddeutschen Gegend. Daher die heutige Überschrift(en-Assoziation). Und dieser Wind lenkt die, äh, Abluft ins Licht des neuen Morgens – in eine extrem räumlich wirkende Konstellation:

Durch eine leider zehn Jahre zu späte Einladung zu einer Ausstellung als Fotograf les ich mal wieder meine das erklärenden Blogeinträge a) September 2012 (siehste!) “Man liest vom Ende der Fotografie” und b) November von 2014 “Guten Hashtag, Mannheim” . Und poste, davon genudged, hier mal ein in der linken unteren Ecke vorsätzlich &  deutlich schlampig gephotoshopptes Bild: in dieser nämlich waren die nachbarschaftlichen Hausdächer zu sehen, aus denen diese einzig übriggelassene schmucke Kugelantenne hochsteht. Durchs Himmel Dazu- & Architektur Wegstempeln ergibt sich nun  eine Bildkomposition, in der außer den wolkigen Wolken nur geometrische Grundfiguren sichtbar sind: Dreieck, Kreis und Quadrat, Strich und Punkt.

Ein ästhetischer Gewinn, finde ich und bin damit auf derselben “Spur” wie die beiden Modefotografen Merth & Marcus, die machen das seit je so. Post & Produktion yeah.

Doch weiter mit der vorsätzlichen Schlampigkeit: wie Ihr bei näherer Betrachtung erkennt, gibts da drinne zwei “Geisterbilder” des Antennenstabes, rechts und links vom Original. Die hab ich gelassen, weil genau solche “Spuren” der Bildbearbeitung wohl die künftigen Mittelpunkte des Interesses der Betrachtung sein werden.

Das überaus Dolle an dieser Art der Motivfindung  aus bloßer Emission ist, daß man, ganz anders als beim Malen oder Fotografieren, sich diese aus vorhandenem Footage-Filmmaterial aussucht. Und wie sagt Stevie Wonder (sagt man): “You can do it over and over again”. Ein extrem coole Übung in fotografischer Entscheidungspotenz  – wann drück ich ab, wann lohnt sich die Fixierung dieses flüchtig vorbeiziehenden Augenblicks und des erneuten Werksgenusses dieser wolkigen/meteorologischen Veränderung. Fotografieren mit Vor- und Zurückspulen der Gelegenheiten!

Beim Wolkenfilmen kommen pro Tag und günstigen Winden schnell zwei, drei Stunden Footage zusammen. Und dann, irgendwann in der Wiederbegehung des Werkes, einem jähen Impuls zur Aufrechtspiegelungsmontage (oben) folgend, kommt man gar (typisch!) auf die Idee des Monteurs ™ , daraus irgendwann ein wolkiges Poodlefell zusammenzuschneiden, dem geduldig wehenden Nordnordostwind  und meiner Sicht aus Luv sei dank. Oder besser: animieren: die Schnipsel so schneiden, daß es aussieht wie jemand, der aus ner Tube nen Pudel abdrückt.. hihi

Etwas jäher wirkt dann Gegenteiliges/-windiges:Dann ein Herbstanfang heuer wie er im B steht: steter mittlerer Wind, quer durchs Bildrechteck von rechts nach links, ein irgendwie strahlen-durchlässiges Wolkenfeld und allerklarste Septembersonne von dahinter im Gegenlicht: das sind die Zutaten für extrem dramatische Bilder – Schlachtenmalern zum “Vor”bild ( oder willkommenses Material für Bildfaker, Game-Entwickler ,  Postkartenschummler…). Jüngst erblicktes Beispiel: eine Visitenkarte mit einem solchen Himmel hinter der berühmtesten Piemontesischen Abtei… Glauben wir das? Also hoch genug liegen täte sie ja, ..mal die nächsten 300  Baujahre Ergebnisse runterscrollen…

Dazu ebenso beglückend: ein irgendwie konstantwindiger Vormittag, an dem man sich lediglich drum kümmern muß, genug Speicherplatz auf dem Kamerachip und ausreichend Akku bereit zu halten, Vorfreude frei haus!  Jetzt: Prospektmaler vortreten!

Bei soviel Wetterbetrachtungen ist man schnell richtig draußen & beim Thema Segeln. Aber: nicht nur glotzäugig und bierschlürfig im Halbliegen sich “powered by nature”-Zuschauersport reintun in den Pausen (i.e. SailGP),

sondern man ganz schön staunen & darüberhinaus anfangen, sich fürs Offensichtliche zu interessieren/heranzugoogeln: den nun langsam angesagten Windrosenbau @ home ↓*, schließlich befindet man sich im nautischen Bereich der Windrichtungsbestimmung und beginnt anschließend, hydrofoil   nachgucken, das bei diesen Schiffen auftriebig wie eine Flugzeugtragfläche funktioniert. Die Nase im Segelwind finde ich die Doldrums (mal wieder) plus passenden Spruch fürs Leben, auch dem der modernen Landratte:

„Gott behüte uns vor dem stillen Wasser, denn von dem wilden befreien wir uns selber.“

– Ein alter Seemannsspruch
https://de.wikipedia.org/wiki/Mallpassat

Bilder bei Windstille? Gerne: hab ich fürs aktuelle Menue ausgesucht hab:  der Schlot läßt lotrecht oblings ab, während die Wolken oben drüber  klassisch von West (rechts) nach Ost (links) ziehen (weiter oben also: nix Windstille) und dabei non plus ultra Lichtverhältnisse erzeugen. Hier mein erwählter Favorit: Chiaoscuro in einer Geisterfahrerrolle 😉

Bei so viel Anregung bleib ich natürlich dran: Malerei, Segelsport, Seefahrergeschichte, heute zum Beispiel die  der Südstrassen Amerikas: Ferdinand Magellan (rot) vs. Sir Francis Drake (dotter) plus Parallel-Entdeckung im Küchenlabor: frisch schmelzende Butter = Feuerland, Patagonien↑/Antarktis↓, blauer Pfannenboden =  ←Pazifik/Atlantik→…..alles durch den bloßen Blick aus meinem Fenster!! Und durch einen weiteren in Neil MacGregors “Shakespeares Restless World”..Englischunterricht en plus!

PS.: fehlt noch zur Vervollständigung (der Überschriftenverheißung): Ostwind. Aber presto:

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Musik beim windigen/flautigen Stempeln heute:

John Harle: “Sax Drive”, Argo, 1995

various artists: “The FEZ File – volume uno”, Schema Records, 2000

various artists: “Dancefloor Jazz- Summer In The City – Vol. six”,  Mojo Club / MOTOR, 1997

Schumann: Streichquartett a-Moll op. 41 Nr. 1, Quartet Integra

Louis Théodore Gouvy: Caprice op. 59 Nr. 2  | Yaara Tal; Andreas Groethuysen

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*Pfeile direkt eintippen geht so: [alt] 25 = ↓…testet mal mit wechselnden Zahlen, wie die anderen Richtungen der Windrose gehen: →,←,↑

Damit das Finden meiner drei angekündigten Videos heute nicht 1 Sekunde dauert, such ich die alten Wegweiser-Icons aus dem Jahr 2018. Aber, da gibts noch gar keins für diese Kategorie!

Also schnell nachkreated:

..und zu meiner etwas merkwürdigen Art, das Wort game entwickler mit nem normal aufgenommenen Drohnenvideo zu verlinken: der Käptn steuert sein Ding  über der Sacra di San Michele genau so im ruckhaften Amateur style wie der Gamer(!) im neulich entdeckten free roaming – Videos zur Bewerbung des letzten Matrix Teils- siehe hier 😉

MACH 3 Schwalbe!

Schwalben  draußen vor den Fenstern, also muß der Sommer da sein ♥.

Irgendwie total schnellegant, allein schon, wie fix man allein schon die Augen drehen muß zu ihrer Ansicht.. Und wie ich diese in Bogen schießenden Flitzer ins Bild krieg? Nun, kommt der  moviepoodle heute mal unsichtbar in Sicht & Gebrauch: die Szenerie sättigend lange  filmen a), b) anschließend in aller Ruhe die Vorbeiflugsekundenbruchteile finden, dann Einzelbilder aussc)hneiden gleich screenshotten, and)ers hat man keine Chance auf solche Fotos.

   “..überwintern südlich der Sahara”  las ich beim schnellen Klick auf Schwalbe und schnellen Blick auf den Second screen, na den zu meinem Wohnungsausblick quasi. Beim gedanklichen Nachziehen, wo da wohl die Route hin und zurück verläuft,  fällt mir ein animiertes Video ein, das die Zugbewegungen diverser Vögel über den Globus zeigt. Und Glück! Es ist noch online – nach all den paar Jahren! Wahnsinn, what mileage:

Dann, über das obige Video gefunden bzw. vorgeschlagen bekommen: natürlich: timelapse. Diesmal nicht animiert aus Daten der Daten-Logger der Flieger, sondern aus Tausend selbst-aufgenommenen Fotos pro Tag, und das einen ganzen Monat lang. So lange nämlich währte die ContainerSchiffahrt zwischen dem Roten Meer und der Ankunft in Hong Kong – ein echter Leckerbissen zwischen Farbrausch, Wetteratmo- und Naturstaunen und – das finde ich das besondere Plus: man kann anhand der stets im Bild sichtbaren Container simultan drüber meditieren, welcher %Satz solcher Fracht wohl auf diese Weise 100% in den EigenGebrauch herangelangt ist: Klamotten, Spielzeug, Autoteile, Batterien, Geschirr, Möbel,…

Dann, zur Verdreifachung und Erreichen des Namensziels (Kategorie Videotriptychon) noch ein Viereinhalbminüter, in dem sich akrobatischer Sport, Aufnahmetechnik und Fernreisezielporträt = Tourismuswerbung aufs Fotogenste mischen (mission? Mission!). Drehort: Cappadocia in der Türkei, mal wieder. Diesmal extrem rasant + virtuos aus der Sicht eines neuen Spielveränderers (Uaargh! eingedeutscht ächt gruslig!!) namens First Person View drone:

PS.: Na, was macht das alles so ungemein attraktiv? Wetter, Landschaft, Ballons?  Ich würde spontan sagen: die (Bild)Mischung! Und vielleicht gar die Abwesenheit von Logos auf den Fahrzeugen?? ;-))

Und à propos: Nö, ich war noch nie dort. Und: bleibt auch so !&  nicht mit mir !& Touristen sind sowieso immer die anderen 😉

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externe (=aus meinem Archiv) Musik dazu:

The Irresistible Force: “It’s Tomorrow Already”, Vital/Ninja Tune, 2002

Pantha du Prince: “Black Noise”, Rough Trade, 2010

Gramm: “Personal Record”, Source Records, 1999

Pyramidenblumenkohl wächst in meinen Garten

Ja, ja, der Garten als persönlicher Wirkungskreis. Als Gebietchen, in dem man, etwas weiter betrachtet auch Ideen, Gebräuche und kleine Rituale anbauen kann. Um mal zuzu sehen, wie das so tut/wächst. Nicht unbedingt personal Gewohnheiten ausbaut, eher neue welche, die man irgendwo mal gesehen, (nicht unbedingt abgeguckt) hat (, sondern die sich einfach in die Erfahrungsschatzwarteschlange eingeschlichen haben).  Und da ihrer Verwendung harren, uneingeladen, odd, aber halt da. Und den Schatz dann dazu machen könnten: durchs zweckentfremdete Wiederverwendetwerden, Neu-Besehen-und Beurteilt. Werden. Können. Eben durch persönlich angepaßten, oft gar unerwarteten Einsatz.

Zu dieser Abteilung Experiment gehört bei mir auch seit kurzem, gewisse beobachtete Gewohnheiten anderer testweise ins eigene Tun zu übernehmen.  Zur Zeit ist es eine als mir je etwas sehr Fremdes beobachtete Pedanterie: das “Anordnen” der täglichen Gegenstände: nicht nur Messer und Gabel parallel legen bei Tisch, vielmeher der exzentrische branch: nur gleichfarbene Wäscheklammern am selben frisch geschleuderten Kleidungsstück, .. So’n Zeuch.  Nur um mal zu sehen, ob man sich dadurch ins Leben der anderen reinversetzen kann. reinordnen. einordnen. Denn danach riechts mir streng: die zwanghaft notwendige äußere Ordnung der Dinge als unabdingbares Gegengewicht zum inneren Chaos, jaja.. Ne weitere Übung in Empathie, globaler Engpaß in dieser Zeit. Muß ja nicht gleich in ein Abrutschen in den mirror touch effect  sein.

Und da kommt noch eine andere irgendwie bizzarre Ordnung in mein Leben, meinen “Garten”: der

Pyramidenblumenkohl

diesen DeutschBegriff für Romanesco Broccoli hatte ich noch nie gelesen. Bis im frisch vergangenen AprilApril. Und dann ausgerechnet noch auf nem englischsprachigen(!) Mathe(!)blog, der sich in Heidelberg (!) abspielt called: Fractals for dinner. 

Meine Suchbegriffe Fibonacci Romanesco waren die Zauberwörter, die mich zu dieser coolen Überschrift brachten. Warum ich die benutzte? Nun, um ein vor Jahren gefundenes Video zum Thema Mathe (Reihen) und Natur (Wachstum) wiederzufinden.

Voilà, da ist es wieder heureka zusammen mit der provozierende Frage, was Pflanzen von Zahlen wissen (What do plants know about numbers?): das  Exploratorium –  The Art of John Edmark. crazy Zeuch!! Checkt mal, ob Ihr hinter den ersten Zeitraffer(?)effekt auf 2:25 kommt!

Daß man weiter auf Faszinierende 3D-Mathe kommen kann, wenn man nur unschuldig sein aus England in die USA mitgebrachtes, zu breites Schreibpapier anpaßt und mit den abgeschnittenen Streifen im Matheunterricht herumfaltet, seht Ihr hier auf Hexaflexagons… Hey, das Ding hat heute 9.550.426 Aufrufe. Neun Millionen fünfhundertfünfzig Tausend vierhundertsechsundzwanzig….

Meine Vorliebe für science fiction art führte dann zu dem neuen Menuetableau gestern:

Der P|Kohl als UFO, über frisch mobil aufgenommenen Weizendünungen.. Ganz klar dabei in mind: “Children of Tomorrow” von Bruce Pennington..

Mit den hinter dieser Mathematik liegenden Bildgestaltungsmöglichkeiten finde ich im Netz an jeder Ecke den Umkehrschluß zurück: zur Natur(!)darstellung, ja gar zu damit erzeugbaren Visionen von Biodiversität.

Eine weitere Entdeckung beim Einsatz als Deko ist noch dieses per Fotoautomat(!) bronzeeingefärbtes, scherenausgeschnittenes Bild eines PBKs (man muß nur die fotografierte Beleuchtungsrichtung der tatsächlichen angleichen, dann wirkt das schon merkwürdig 3D-ich):

Dieses Prinzip, Fotos als 3D fakes in Fotos einzusetzen, werd ich auch mal etwas weiterverfolgen.. Oder umgekehrtes Prinzip:

Ja, Ja, der Garten..

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Musik zum Blumenkohl heute:

various: NuSOUNDS Good Looking Organisation presents, GLO’s Future Release Showcase 2003  |  EAN: 675744360224

variose Artistens: The Best Of 2Tone Records, 1979-1984

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Nachtrag:

Auf dem Weg zu nem Fototermin bei nem Freund wollte ich letzte Woche noch schnell -für die Halde- die frisch geöffneten Rosen neben dem Fahrradständer fotografieren. Da kommt der Nachbar hinzu, weißt auf deren Nachbarn und meint:

Das sind die Lilien, die auch Van Gogh gemalt hat.

Hab ich dann schnell nachgeschlagen in meinem ISBN 9783836557122 Seite 499. Tatsächlich! Und ich habs Null bemerkt! Da steht auch, wo sich das Original grad befindet: Los Angeles, Getty Center. Und ich seh erst grad beim Bearbeiten, was das Gewaltig Fotogenes ist, die Schwertlilie: wow!

Für Interessierte unten das ursprünglich geschossene Bild. Wir ihr seht, ruled der anschließend gewählte Ausschnitt. Mal wieder!

Sprachnachricht: die verlinkten Videos kann man auch ohne Kenntnisse genießen. Die Bilder sprechen für sich. MIT werden sie allerdings RICHTIG  cool..