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Sommerfeeling nah gemacht

Ein Stück Himmel und das momentan dazugereichte Szenarium reicht mir, um wacker (und seit anderthalb Jahren von derselben Stelle aus) Material zur Aufnahmeprüfung in die cloud appreciation society zu sammeln – OK just kidding, aber deren Bildersammlung ist der Hammer! Mittlerweile plus Wolken-Gemälde!

Das unten wäre fast das neue Startbildduo (oder Trio) geworden..

…doch der Sommer muß auch noch anders zu Bild gebracht werden können – die meisten zeitgenössischen Wolken sind ja eh zeriss-ner, gewittrig-ner Natur..

Wie also wärs mit

der wahnsinnigen Suggestivkraft einer ähem bodennahen Pflanzenaufnahme im Sonnenlicht? Nach groß geklickt: DER frische Aufatmer, oder?! Bildtapete/Wallpappe bis zum Herbst!!

Das ist echt! Sommerfeeling pur! Das unten ist zwar spannend (und 100% Plastique),

aber wir brauchen zur Zeit doch nix mehr als Unbeschwertheit, frische Luft, ungezügelt unterwegs sein und keinen Bildschirm plus ToDoL_ist dazu! Und keine Träume aus der Flasche!Und ich (bracuh) Ideen in/mit meiner Werkstatt 😉 bunt und rund und oder: puschlig!

 

Durch das immer dazu passend zu programmierende Menuebild des Portfolios, (das ich diesmal entfärbt und geschichtet hab,) kommt noch dieser sun drenched Faktor dazu, der bewirkt, die Hitze quasi zu spüren, das Knallen der Sonne über den “Gipfeln” der Halme PLUS einen etwas abgerückten (= wieder runtergekühlten) ästhetischen Gesamteindruck (man soll ja keinem Schweißausbruch erliegen) zu erzielen:

Diesen Effekt bekam ich aber erst hin, als mir die ursprüngliche Szenerie farblich zu aufdringlich wurde. Die ging nämlich so vor sich: aus dem Bild oben sattgrünen und diesem

wurde, übereinander gelegend und sich gegenseitig verstärkend, das:

Etwas abgefedert in der Sättigung entstand dann dieses, elegante..

bevor ich mich zur Farbentfernung für die endgültige Version entschloß. Diese lila Zwischenstadium-Halme in der Komplementärfarbe unten haben übrigens auch was. Holziges? Starres? Stachliges? Kaktee-iges? Laienhafte Raterei! Google findet prompt & ganz klar das TaxonAsphodelaceae“…das wären Affodillgewächse auf deutsch. Nicht grad riesig erhellender, dafür besser aus zu spre chen der…

Und wenn Ihr Euch fragt, wo in aller Welt ich so ein aufgeräumtes Stück Rasen gefunden hab, um mich und mein MakroObjektiv drin zu versenken, sag ich: das ist fantastischer chive im Topf – die Küche, Uknow, braucht etwas Abwechslung in der grade etwas schwächelnden Pizzabrotperiode..

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Musik heute beim Sundrenchen @ home & in mind:

Paul McCartney: “II”, Parlophone, 1979

E.L.O.: “All Over The World”, SONY, comp. 2005

Bee Gees: “Chive Talkin'” ..Schnittlauchgelaber der 70er Jahre, Disco(Welle) 😉

Donald Fagen: “Weather In My Head”

Santana: “Caravanserai”, Columbia, 1972

Piccola Orchestra Avion Travel: “Cirano”, Sugar, 1999

various artists: “Metalheadz I, Platinum Breakz”, Metalheadz Records, 1996

Nachtragamdanachtag: Jesse Maas: “Take Control”

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OK,  PS.: meine zwei Bewerbungsfotos wären dann wohl diese: ganz frisch (oben) und drunter eins der ersten Stunde an diesem Himmelsausschnitt:

..und, 2. PS.: Mitch Dobrowner und Kilian Schönberger als mega Natur(wolken)fotografen fallen mir noch ein – staunt mit mir!

Hölzern & himmlisch, Eierschal & Kohlebrock

Aprilwetter im Juni – wenn das nicht anregend ist! Ich hab am soodlepoodligen HOme Office PC glücklich den Blick nach draußen & stets die Kamera bei der Hand, um diese unfassbar variantenreiche Himmelsgemäldigkeit festzuhalten. Himmelsfarbgefräßigkeit

Am späten Nachmittag dann, wenn die Sonne aufs verchromte Rohrgestänge @ home scheint, ergibt sich nicht nur dieses Bild, sondern mit ihm kommt eine Vorahnung, was da alles möglich ist – bei geneuem Bedenken: pure Geometrie aus lichtgestreuten Kreisen und: Alles aus der Einrichtung (heraus)!

Noch ne Überraschung: ein unerwarteter Wiedereintritt in meine Gebrauchstratosphäre: dreischichtig gebogene handgeleimte eschene Bettfedern, direkt aus der Schreinerwerkstatt ’85Mit diesen lege ich gerade Figuren, fragt nicht wie ich da draufkomme: große Bogen, Geo-Muster oder Fächer. Einfach, um die Raumwirkung mal zu testen – man ist ja soo rechtwinklig 2021! Und so’n ein schneller drei-Meter-ElegantBogen öffnet da die Augen. Schon! Doch! Echt!

Daß anschließend (m)ein Glastisch als Auflage dieser Formationen im schrägen Nachmittagslich in den vergangenen Tagen “weitere Geometrie” aufnimmt und diese kritische Masse heute dann einen Foto”anfall” auslöst, kommt mir gerade recht: ich brauch ob der vergangenen rein digitalen Bildererzeugerei mal wieder nen handfesten Push echte Fotografie, Kohlenstoffwelt und echte Lichterscheinungen. Es ging schon vorbebend los in der letzten Maiwoche mit der etwas anderen Landschaftgärtnerei/ DIYGrünflächenamt : Esche, Licht und PutzChenille

Darauf folgte der naheliegende fächerartige Teil der Veranstaltung:

Dann diese(s) spezielle, schwindende AbendLicht/Sonne draufNa, was sag ich: wirkt doch gleich ungestüm elegant, so ein “Gebooge”. Ich denke da s.o.f.o.r.t. an Bauwerke. Was Imposantes. Von Gustave Eiffel bis Zaha Hadid.

Irgendwann fällt beim tosenden Pizzamachen dann noch ein Essensteller in sechs Glück- und Inspriation-bringende Scherben:

VorLetzte Zutat für die Session: ein dreckiges Dutzend schwarz-dreieckig, kunststoffelige Eckverstärkungen für fragiles Gut. Fragiles (da: Modernes) wie Rainbow High Dolls. Oder Present Pets.. Dreiecke heute perfekt passend als “Gegenatome” zu den weißen ExTellerRundstücken. Seht selbst, ähemräusper: “Komposition aus Eierschalengleichen und Kohlebröckenähnlichen, Juni ’21, Holz, Papier, Keramik und Kunststoff”:

Fotografieren geht mal wieder schneller als denken. Alle fix erreichbaren Blickwinkels, Lichteinfällse und Konstellationsens ausprobieren und erst dann aussuchen und schneiden. Totaler Standard, diese (mittlerweile digitale) Kontaktbogentechnik. Passepartout und Schriftenlayout:

Hier machen sich diese coolen StanzFransen des holzfarbenen Sixpackpapiers (letzte Zutat) als augengriffige Unterlage doch ausnehmend gut, n’est-ce pas? Dann schnell wieder 1nen auf Himmelsgucker:

und weiter denn: die Sonne wandert schnell ™ ! Ich gruppiere um: Teller ins Licht, Dreiecke ins Dunkel – Ciao, Obskuro!

Schnell übereinandergezogene Schichten werden wieder aufgeblättert: Collagenwerkstatt!

Mm, schon fast wie Bilder aus ner Schreinerei. Schreinerei mit Großauftrag 😉 Gitterrost und Dachgebälk, Scherbenhaufen- und Polterabendflair..

Erstaunlich: dunkel (gestellt: anderthalb Blenden), geheimnisvoll und unscharf funktioniert das Motiv auch:

Da bin ich mal gespannt, was das neue Soodlepoodle-Cover wird!! Einmal drüber schlafen… Grad meine ich: das: da ist noch so’n blaues Licht mit bei:

Bis das soweit ist (=Nachtrag am Danachtag), google ich mal diese Konstruktionsbilder. Gleich das zweite von oben mit dem verrutschten Weißrahmen ergibt bei Google

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Musik dazu heute:

Bob Brookmeyer New Art Orchestra: “New Works”, Challenge, 1999

C. Saint-Saëns: “Tarentelle for flute and clarinet, Op. 6”

Ry Cooder  / Manuel Galban: “Mambo Sinuendo”, Nonesuch, 2002

Nina Hagen – Naturträne (Rockpalast)  bester yt Kommentar: Yet to hear this at a karaoke.

Meredith Monk: “Book Of Days” ECM, 1990 – schaut mal diese Kurzdoku der Tate Gallery!!

 

It Was 505 y ago

Der deutsche Begriff für das englische delight schlägt sich nach als: Entzückung. Die hierzulande ganz schön aus der Mode gekommen ist – ich kenne niemanden, der “Ich bin entzückt” sagt. Oder gar ruft. “Holy wow” geht da leichter vom Finger zum Screen.

Wenn man als Bildgestalter (wie der famose ((Mode))fotograf Tim Walker) Den Garten der irdischen Entzückungenals Auftragsarbeit bekommt, ist das der Himmel auf Erden: völlig frei in der Gestaltung, mit grandiosen Team & diesem wahnsinnig zauberhaften Werk als Richtschnur!

Schaut Euch die 174 MB (!) des Original-Dings’ am besten erst mal auf Wiki an, geht dann nahtlos über zu diesem Making-Of Video. Dann googelt “Tim Walker” + “Bosch” und ich sag Euch: der Aben’ ist gerette 😉

Zuzärtliches delight ™ : besagte Surreal World of Set Designer Shona Heath:

Düster wars, das Schach schien helle…

Draußen: Winter, naß und kalt und ausgangsbeschränkend..

Drinnen: zwei und dreißig holzgedrehte Figuren auf karierten Grund. Im Dämmer des Januarnachmittags entzünden sie die Fantasie:

Schach. Dieses alte Ding erscheint grad in neuem Glanz. Les ich online, und das auch noch im Coronajahr. Also nicht nur bei mir, seit ich in einer der letzten Umzugskisten die Figuren endlich wiedergefunden hab , sondern typischerweise als NetflixStaffel quasi per filmischer Wiederbelebung: The Queen’s Gambit – “binnen eines Monats wurde die Serie von 62 Millionen Abonnenten gesehen” liest man auf Wikipedia. Wow. “her story follows the basic arc of a superhero origin story” meint die US amerikanische Glotzhilfe Decider. Superhelden. OKay, das erklärt schon das Einige.

Für Neugierige unten: die noch harmlose Lage nach dem ersten HalbZug eines Damengambits 1.d2-d4. dare il gambetto (ein Bein stellen) die Wortherkunft. 1561. Hey, Ruy López de Segura! Sinn des “gestellten Beins”: Tempogewinn.

Das spezielle, fast Spotlicht naturelle-artige Licht dieser Aufnahme entstand durch: Abwarten. Vorher: Schach an der günstigsten Stelle aufbauen und Kamera in Griffweite haben. Spotlight auch deshalb, weil nur die schwarzen Figuren im Licht stehen und deshalb der vorgerückte Bauer in den Fokus gerät. Den leeren, sphärischen Hintergrund kennt man ja schon von früheren Posts.

Oder, ein paar Tage später, an selber Stelle, mit noch etwas flacheren Seitenlicht, daß man zurecht “dramatisch” nennt, Nahaufnahme en plus:

oder mit den bedrohlichen? Schatten der unsichtbaren Gegenseite gleich nochn Tackn dramatischer (finde ich. Staub auf dem Feld hin oder her, der wird ins Drehbuch mitübernommen):

Zum Thema: Ich hab als Bub begeistert gespielt und gleich Zugang zu diesen Turnierfiguren gehabt, deshalb mein Faible für genau diese Ausführung. Nun, ein paar Dutzend Jahre später freut mich die skulpturale Qualität des Brettspiels, die fotogensten Positionen der Figuren oder die Welt draußen: Geschichten um Aufstieg und Fall der Großen. Berühmte Spiele, heute zum Nachklicken im Netz. Also auch die Vorfreude auf Anna Taylor-Joy.

Das aufgebaute Spiel drum ein gewohnter Anblick in der Wohnung, halt grad wie man andernorts Blumen in Vasen hat oder die Südkurve der Sofalandschaft mit Kissen oder Plüschis besetzt.

Mir immer willkommener Anlaß, zur Kamera zu greifen!

Und ach ja, cooles Detail zur besagten Verfilmung des Endspiels: “bis zum 36. Zug ist die Partie einem Spiel zwischen den Großmeistern Wassyl Iwantschuk und Patrick Wolff (1993) nachgebildet, die remis ausging.” Kann man auf chessgames.com nachklicken!

PS.: Nach erster Fotografenfreude über das obere helle Bild zogen dann Wolkenschleier vor die Sonne und plötzlich hatte ich diese ultramalerische Lichtsituation. Dazu passte dann der Seitenwechsel:

Musik beim Schreiben und Ziehen heute:

various artists: “Pulp Fusion Vol. 2: Return to the Tough Side”, Harmless Recordings, 2007

various artists: “The White Room” , SONY, 2004

 

Es dampft für Sie: der Blumenkohl

Blumenkohl! In meiner Werkstatt! Hättmer net fä mööschlisch g’ halde! Liegt aber an nem mündlich überlieferten 😉 Kochtipp – plus dadurchig ausgelösten Experimentierwillen – eines Arbeitskollegen, der sagte:

A schneid den rohen (!) B Kohl mal so klein wie C Reis und brat ihn in der D Pfanne an!

Mach ich. Und fast gleich aussehen wie diese Blumenkohlbröckel tut.. Schafskäse, frisch im Kühlschrank yeah! Den also gleich dazu. Aus Geschmacksaufpäppelzwecken. Und aus Camouflagetauglichkeit natürlich auch. Dann: fotografier ich das. Plus drüber per klassischer Messerspitze, forschgeworden, eine Reprise of frisch angeschafftes “Gourmet-Thai-Curry”, in seiner aufgedeckten Pudrigkeit mindestens ebenso fotogen und schwupps sind wir mal wieder beim großen Thema Food Photography angelangt. Die macht eigentlich aber ordentlich Arbeit. Mit Dekoration-und Beleuchtung-richten und Gericht-dabei-nicht-aus-den-Augen-verlieren, so daß ich diese schnellen Ergebnisse – es ging ums Kochen und Essen –  heute lediglich als Test bezeichnen würde. Und IdeenSammlüngchen.

Der Erkaltungsgefahr des zu fotografierenden Essens begegène ich mit: dem Verzehr. Und nach labenden Mahle gibts als Dessert den WerksAbschluß: digitale Hintergrundmache und LayOut. Ton in Gegen-Ton erst, dann alles in kräftig, dann alles in luftig  – schließlich gehts um den Leckereffekt-im-Bild .. wasistEuchmoreappealling?:

Mmh, bei mir mit hauchdünnem Vorsprung das untere, aber.. das Ganze sieht irgendwie nicht (nur) nach Essen aus. Naja, liegt bestimmt an der drüberliegenden tellerrandverdeckenden rundgelochten Maske. Oder dem fehlenden DekoPetersilienAst. Oder man vermisst etwas Soßenartiges im bröckelnden Bild. Zuviel Labor-, zuwenig echt schmackige Küchenansichten vielleicht? Kann sein. Dazu die Sonntagsträgheit, passende props zu suchen und zu platzieren verhindernd. OK, Beim nächsten Mal besser machen. Mit dieser Erfahrung.

Warum heute mal Küchenrezepte? Nun, ich hab mich jüngst an Gewohnheiten der Kindheit dadurch zurückerinnert, daß ich online über die Ess-Vorlieben von Kindern also auch von mir als  Bub las. Da stand (an 18(!) verschiedenen Stellen) völlig  treffend: « Denken Sie daran, dass Kinder am liebsten sehr einfach essen. » Daran kann ich mich gut erinnern. Auch mein Gaumen heute! Ich teste erstmal den nur begratnen Kohl – denn irgendwie bin ich zur Zeit reif für Neues & Ausprobieren..

Nächste Fotogelegenheit der klassischen Art: wie es der Zufall 2020 ™ so will, spült das Schicksal nach gestandener Pause mal wieder Blumen an. Natürlich wären zu diesen sechs Rosen ROSENKOHL Rezepte textlich passender gewesen, der aber kommt in meinem Kochlabor erst noch an die Reihe..also erst mal Rosen und Blumenkohl.

Ob der Vergänglichkeit eigentlich keine often Gäste, muss ich Schnittblumen natürlich sofort fotografieren, deswegen heute 2in1:

Die Rose(n) in einer (fotografischen) Dreiecksbeziehung:

Diese merkwürdig himmelsgraugebläute (natürliche, winterliche, übrigens) Beleuchtung “provoziert” erst die Farbausgleich?automatik der Kamera, dann mich am Bildschirm zu einer Warm-Kalt-Behandlung -so ganz anders als die letzten Blumenbilder..sonnenfreudige Frühlingsbilder mit Tulpen waren das!

   

Hier die beiden den obigen am meisten entgegengesetzten Ergebnisse – das küchenseits ebenfalls vorhandene Zitronige als einzig WarmGelbes:

Ach übrigens: lecker wars! und schreit nach Wiederholung! Vielleicht gleich morgen mit der zweiten Blumenkohlhälfte? Plus natürlich weitere fancy Geschmacksknospenexperimente- ich dachte grad beim ersten Mal Kosten kurz an.. vielleicht Honig dazu?! “Paßt immer zu Schafskäse” ein anderer Kollege..

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vor 15 Jahren zusammengestellte Musik fürs Abschmecken heute:

Noklotzam B

  1.  Vinx: “Porch Light”
  2. Nicolette : “A Single Ring”
  3. Eli Goulart: “Destino”
  4. Micatone : “Tidy Girl”
  5. N.O.H.A.: “Balkan Hot-Step”
  6. Laika: “Poor Gal”
  7. Los Lobos: “Dream In Blue”
  8. Shudder To Think: “Red House”
  9. Combustible Edison: “Dior”
  10. Nelly McKay: “Tot Dies”
  11. David Byrne: “Tree”
  12. Marisha Monte: “Borboleta”
  13. Henri Salvador: “Chambre avec vue”
  14. Everything But The Girl: “Corcovado”
  15. Cheb Mami: “Ana Oualache”
  16. Weekend Players: “Higher Ground”

Ex-Trudie und die sehr Diskrete Mathematik

Heute: die Effekte der digitalen Moderne einmal anders: harmloser. Farbiger. Ich lausche einem Podcast zum Thema Zahlen und immer, wenn bei sowat das Wort Magie fällt, starten sich meine Augen in rollende Bewegungen zu drehen. Oder nochn Tackn krasser: den Begriff “Zahlenmystik” vernehmen zu müssen – als ehemahaliger Matheelkaliker hab ich dafür ein klares Uuarrgh!! Immerhin/aber: es fällt auch ein Wort der Chefin des… Arithmeums in Bonn.

Dahingeklickt staune ich über die Farbigkeit und ästhetische Faszination der Chipausstellung: Tja, da hat kein wilder Maler Farbtöpfe aufgemacht, der Maler heißt IBM.. Trotz Kunstferne sehr schau, die Dinger! Und in groß fotografiert noch schauer hängen diese Bilder im Haus. Da fällt gar der technikferne Fachbegriff “Petersburger Hängung” in der Anmoderation. Und amuse geule als Kommentar zur Youtube Viertelstunde Rundgang. Tja, da sind wohl bacchantische Geister mit am PR Werk! Die (Foto)Technik, die das alles ermöglicht by the way: eigentlich graue Siliziumkristalle zum Irisieren bringen.

Ich bin fasziniert! So viele Anregungen! Und teste mal spielemodusmäßig, ob ich mit meinen grad “nur lagernden” Pinxographien ähnliche Effekte hinberechnet bekomme..

It works! Das Zauberwort heute heißt digitales Extrudieren:

Einst buntgemalte Bilder erheben sich zu urbanen Gebilden! Und auch in dunkel geht der Flug über die Metropole:

Als Viertes noch ein prall Zitroniges, wärmend wie heißkalte EbenSolcheTeeSorbets nach auffrischender WanderWitterung ab Nachmittag, ab vier:

Mit normal geknipsten Fotos von normalen Gegenständen sihet das nicht so gut aus!!

Auf der Startseite des noch bis zur Weihnachtswoche geschlossenen Museums der wunderbare Satz: Um Ihnen die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung ein wenig unterhaltsamer zu gestalten, finden Sie hier jede Woche ein neues Video zu einer ausgewählten Rechenmaschine. “Adventskalender einmal anders” denk ich mir da.

PS.: diskrete Mathematik = verschwiegene Mathematik? No. Rhetorisch komische Figur namens Hypallage#Beispiele falscher Zuordnung eines Adjektivs Wow, unsere 2020-Sprache ist voll davon!!

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Musik heute beim Irisierte-Silizium-Bilder-Gucken und anschließenden Vierecke-aus-den-eigenen pressen:

  • der Kaiser Waltzer c/o J. Strauß. Im Video oben prominent anbei, kämpft er mit der Sprecherin um Vormachtstellung bei der Aufmerksamkeitsgewinnung.
  • Spielen by touching: wir gugcken einer elektronischen Klanggeburt zu. Gestrument heißt die Mutter.

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Nix Gescheites im Fernsehen – ich mach da nochn bischn weiter: und das Fernsehen rächt sich und läßt mich stark TV-Verdächtiges zimmern…. oder, was meint Ihr dazu??

   

 

Tand und Gegentand

Liegt zuerst mal am Gucken von von Künstlern geschaffenen Schachfiguren, das mich nach  Entdeckung  diese Woche in Bann gezogen und zu diesem für mich eher ungewohnten Bild oben geführt hat: Schritt eins: « Im 20.Jahrhundert wurde es vor allem durch Marcel Duchamp und die von ihm geschaffenen Mode für viele Künstler interessant, selbst Schachspiele zu entwerfen » liest man an entsprechender Stelle auf schachmuseum.com, denkt Wow und scrollt runter Richtung Künstler&Bilder. Und da: ich und ein déja vu mit den grafischen Werken des Herrn Paul Wunderlich (1927-2010). Hier gibts erstmal seinen beeindruckenden SchachTisch. Mir war sein Werk bislang nur aus der bildgeberischen Richtung bekannt: na diese elegant entleerten Grafiken. Sie erschienen (mir) in den Siebzigern, ich kann mich dumpf erinnern, gefühlt überall! – ich meine, mich gar an Kochbücherdeckel zu erinnern.. gingen aber an mir damals echolos vorbei. Heute, so die Idee, versuch ich mal ein viereckiges..

Weiter in der inspirationellen Nahrungskette™: die neusten Fotoexperimente in aller Eile der rasch untergehenden Septemberabendsonne: hier werden gerade wieder mal per Glas und Glimmer erstaunlich neu schmeckende Interieurs und Atmosphären des großräumigen Drinnen™ möglich – ein Schmaus für den E’ Poodle:

Nächstes Glied dieser Kette: die gespannte Neugier, was aus diesen dreiviertelabstrakten Fotos an durch Flirterei mit Filterei zurückgewonnener Anschaulichkeit zu schaffen wäre.

Filtereinsatz in der digitalen Bildbearbeitung, das sollte ich angesichts der Bilder heute mal (endlich) dazusagen, sind nur sehr ausgesucht ein Fäbel von mir. Damit meine ich, daß mir nur ein gutes halbes Dutzend zum Werkzeug des Tages taugt und so wannabeDinger wie MalFilter, KunstFilter, Zeichen- und Strukturisierung und Stilisierungsfilter zu trainieren ich als sorry Zeitverschwendung empfinde. Es müssen schon hauptsächlich rechnerisch erzielbare Ergebnisse sein: Polarkoordinatentransformationen, Farbpapiercollagen, Muster etc.. Für alles andere: lieber zum Pinsel oder Tuschefeder greifen und ne Büchse Farbe aufmachen, man hängt eh zu oft am Bildschirm. Das heutige digitalErgebnis dank der Technik der Überlagerung mehrer BildEbenen ohne Zuhilfenahme besagter Werkzeuge:Hat was sehr Zeichnerisches, dieses Bild, finde ich. Ohne sich zu arg als gleichwertigen Ersatz aufzudrängen, als Versuch, das persönliche Unvermögen (oder Unwillige), es mit Zeichenstift oder Pinsel irgendwie ähnlich appealing hinzukriegen. Eher mit der starken Ambition – das geb ich unumwunden zu, meinem Bilderuniversum einen neuen flavour anzufügen, der dann im mäandernden Galeriemix einen neuen Cocktail erzeugen hilft.

Also gleich noch zwei klickweise weiter”entwickelte” Versionen obigen Bildes angefügt:

ja ja, ich geb zu, dieses untere ist ne bloße Tapete, ein Loolalike eines bloßen Musters, wie so’n Versuch einer neuen dekorativen Handschrift wie zum Beispiel diese nordamerikanische Satteldecken à la Pendleton oder die floralen Klassiker des William Morris – die kann man ja auch von weitem als seine erkennen.

Spannend trotz der farblich/strukturellen Ähnlichkeit: Googles Bildersuche findet beim Bild oben “Art”, unten”Muster”..

Und per Regenbogenfärberei (werkseitig in der Verlaufsgalerie erhältlich)  sprang noch ein neues Startbild heraus: hier  die Versionen, die es hauchfein nicht nach vornedrauf geschafft haben:

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Musik beim Schreiben heute:

Empty Streets | Deep House Set | 2016 Mixed By Johnny M

Tand and Tircumtand – leider ohne musikalische Analogie des heutigen Sprachkelers 😉

das Terephthalat Geheimnis

OK, man muß schon das geeignete Licht für diese Bilder “herstellen” – ich f.m.T. mach das mit simplen Abwarten – die Sonne kommt gegen sechs. Dann fasziniert jählings das leuchtend Neue am transparenten Altbekannten und provoziert den schnellen Griff zur Kamera. Heraus kommt, am Tag danach, mit einem überaus einfachen (Photoshop-) Sandwich-Rezept diese kleine “Kunst”Galerei. Uff! Alle 8 Models erstmal gerettet vor der Thermischen Verwertung:

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Heute: bekannte Musik zum Staunen: zum Terephthalat-Salat paßte eigentlich

Nadeln und Fadeln vs Wursteln und Fingerln

Heute endlich finde ich  die innere Ruhe, um mich dem Nähen und Entwerfen des neusten ModeAccessoires mitten im Gesicht so en detail zu widmen, wie sich das beim Nähen per se gehört: Sorgfalt,  Genauigkeit und (dummerweise) spitzfindige Finger. Die wachsen mir gerade wieder unter Schmerzen, einfach mithilfe von Geduld: soo lange hab ich die Nähmaschine beim Umziehen nur mitgenommen und im neuen Zuhause irgendwo untergestellt, zuletzt als… Telefontischchenersatz. Und dieses Kratzen mit dem Nagel, um Stoffteile übereinanderzubringen, diese spezielle Handhaltung zum Nadelknotenmachen ins Vergessen und Ungeübtsein entweichen lassen. Nun tut der WiederAnfang weh und ich denke mehrfach diesen Nachmittag übers Flüchegoogeln nach (man will sich ja polyglottly weiterentwickeln).

Es hilft aber alles nichts: beim Nähen braucht man einfach Geschick ob der speziellen Materie, das ist Millimeterarbeit:
Die Gepflogenheit, daß ich wenn schon beispielhaft erklärende, dann = ordentliche Fotos beizusteuern pflege, hilft mir eben durch diesen Anspruch, nicht fahrig zwei schludrig gechnittene BaumwollRechtecke rechts auf rechts zu nähen und ohne zu stecken drei Falten an den Rändern ranzubollern – wie die bisherige Wochenschau ergäbe.

Makroaufnahmen bringen es zusätzlich an den Tag. Nicht nur die gute Naht, auch diesen crispen Stoff und seinen Dreifaltigkeitswurf 😉 Kurz: der Vorsatz, ansehnliche Fotos beizusteuern, bremst mich und hält mich nähseitig vom Pfuschenab. Prima!

Aber da ist wow noch mehr, das die Nähgeschwindigkeit drosselt: ich entdecke Verbindungen. Verbindungen mit völlig anderen Gebieten dieses Universums. Los gehts, und, das bringt dann die Kamera kategorisch ins Spiel, mit diesem Foto:

da nämlich fällt mir ein Falter ein, den ich vorletzten Sommer in ähnlicher “Körperhaltung” direkt vor meinem Fenster aufgenommen hab:

Der hatte seine Flügelpaare auch übreinandergefaltet und manchmal km dieses wunderschöne Rot hervorgeblitzt. Naturähnliches in gefalteten Stoffstücken! Ich war begeistert, angepiekst und “entdeckte” knapp ne halbe Stunde drauf dieses Gebilde, das nun auch die Hälfte neues Titelbild Soodlepoodle stellt siehe erstes Bild oben:

gaaanz klar Theaterkulisse: ein dunkler Berg, der am hell erleuchtbaren Horizont düster drohend aufragt. Man guckt ja unheimlich viel Theater in diesen Tagen zuhaus am Internet, bei mir war der Berg in Mannheim gefertigt, Gaia hieß das fantasetische Setücke.

Dann beim Kleinkramrichten (die Maske soll mit Filtereinlage bestückbar sein, also brauchts einen klassischen HosenEingriff)  erscheint dieses freche kleine Ding der Wellen:

Assoziation, Assoziation. Man liest ja viel in diesen stillen Tagen des Harrens @ Home. Ich zwar schon auch, hab da dieslings eher Bücher in Händen beim Regalaufbauen, naja, das ist sowas Ähnliches. Also kein Falter im Hirn, eher ein TextilArchitekturmodel einer klassischen italienischen Hartweizennudel. So ne Art kulinarische Kachel à la Erwin Hauer. Ich hab da nämlich ein crazy Buch eines nudelafinen Architekten namens  George L. Legendre.. Was war das doch noch gleich? Orecchiette? Lumaconi Rigati? Fiocchi Rigati? Castellane? Oder eher nur ein Modul für diese Teigmodelle?

Mmmm. Ich glaub langsam, ich muß mir schnell was Nettes Kochen. Und da erscheint das nächste Bild: ganz klar 2 Koch(mütz)e((n)): the light & dark side of the spoon:

Ein perfektes Cover für irgendwas dolldreist Amüsantes zum Thema Küche – wer hat nen Titelvorschlag? Oder vermisst noch nen dollen Aufmacher zum Sequential-Drehbuch? Hätt ich nie gehabt die Idee/Vision, wenn ich heute nicht auf penibel gemacht hätte und die Fadenfarbe passend zum zu nähenden Teilstück verwendet!! Und à propos Essen-im-Bild: gleich mal nach neuen Tutorials von Andrew Scrivani suchen.. ah! Da ein mir neues, gar unter der Ägide von Adobe auf seinem youtube Kanal 😉 Wow

Ergebnis: immer noch keins: das fertige Gebilde entspricht zwar e.n.d.l.i.c.h. meinem Anspruch auf handwerkliche Vorzeigbarkeit, entbehrt aber des angestrebten Tragekomforts ergo der Vorbildfunktion, so daß nun eine nächste Version (die Riemen, es waren die katastrophal verbauten Riemen) angesagt ist. Bis es soweit ist, schau ich zum Runterkommen einfach ein paar ModeMakingofVideos!  Man youtube schlicht Making Of Chanel (extrem appealing Makro-Aufnahmen!! Außerdem und à propos: die haben auch die besten Soundtracks/Musikauswahl zu den Clips)

Sprechblase: Boaaah ey, wasssn Gefummel!

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Gute-Laune-Musik beim s.o.r.g.f.ä.l.t.i.g.e.n. Einfädeln, Versäubern und vollständig-bis-i-n-d-i-e-Ecken-Wenden mithilfe eines Pinselstiels heute:

Bobby Shew: “Salsa Caliente”, Mama Records, 1998

Schachnovelle vague

Unendliches Thema Schachfiguren vor der Kamera.  Heute: die ObjektTransparenz (bei mir als Fotografierender seit eh und je chef) plus e.n.d.l.i.c.h. fantastische Frühlings!Sonne-auf-matt!weißen-Glas!Figuren. Wo genau ich diese Halbe Besetzung  (die dunkle Seite der Macht gabs nicht mehr) in ihrer unfaßbar trashigen purpurnen(!) Schaumsamtbox mit figuren-nachformenden PlastikDeckel aufgegablert hab – ist mir nicht mehr aufm Schirm

,aber seht mal,

was man bei fantastiquer, kräftiger Sonne am Vormittag, mit noch mehr Glas-im-Bild, Totalreflektionseinbau und dem Unter-bzw. Überbelichtungsmodus an der Kamera eingestellt hinkriegt:  Prolog: Erst noch nicht erschienen über dem Dach in der Zauberkugel,

aber dann gings los. Und zwar fett: silberfolienunterlegt: pure LichtEnergie:

 

Das Störende bei zuviel Licht&Schatten ist hier&schnell der ebenfalls “zuviel” vorkommende ungleich verteilte Bildkontrast. Der verkrasst&vergrätzt die (eigentlich schon immer angestrebte) Bildharmonie, macht den charakteristischen Touch Rauheit, Reportagewirklichkeit. Ein probates Mittel der fotografischen Darstellung, nicht nur der inneren Wirklichkeit. Geht aber auch anders, smooother: Kontrast als Werkzeug, die Motive betonend herauszustellen, das Bild zu klären, zu vereinfachen, plakativ zu machen. Das geht auch! Aber so halt nicht. Also weiter.

Man gibt nicht auf, dafür ist alles viel zu spannend:

Durch die Platzierung der Figüran im a) schrägen Licht, auf b) einer Glasplatte, die zudem c) noch drehbar und d) von allen Blickrichtungen erreichbar war, konnte ich mich ohne gereingstes Nachlassen der Faszinatinspiegels im Hirn an folgendes Kristalline heranklicken™:
Genau besehen: Farbfotos, Leude! Viel interessanter als farbentfernte!

Und dann, kurz bevor die Sonne vom Spielfeld entschwindet: purste Bildwirkung im Mitlicht(!) mit Ultraschwarzem Hintergrund. Und oh guck die Zauberkugel wird zu …Quecksilber.

Und dann…Familienaufumstellung auf dem Waberzerrspiegel, und es kommt das Neue Vage ins Spiel..

…Menschen in der nassen Stadt..

Ich bin begeistert von diesen Neuentdeckungen! Was? Wie bitte? Aprilscherz?

Ja, ja, aye,aye, es ist Frühling. Die Natur platzt in frischesten Farben aus allen Nähten – und ich mach mir farblose Glasfiguren zum Thema…

Also gut,

dann halt hier noch eins mit den (plötzlich marmormassiv weißen) Figuren im Grünen (frisch aufgestellt, das): like a walk in the park.

Plus meinetwegen guckt der Frühlingsblumenfarben halber alte bunte FrühlingsblumenPosts hier und hier und hier. Nichtsdestotrotz hör ich heute trotz Farbmangels nebenbei Frühling:

Nouvelle Vague: “Nouvelle Vague”, Kwaidan Records 2004
Britten The Young Person’s Guide to the Orchestra (Lars Reichow / Hugh Wolff)
Vaughan Williams 5. Sinfonie D-Dur (Andrew Davis) blogstar-y blogstar-y blogstar-y blogstar-y blogstar-y

..und frische das Weltliteraturgedächtnis auf. Mit Playmobil: la Schachnovelle to go (Zweig in 8 Minuten) 😉