Category Archives: Videotriptychon

Catwalk in Scotland, Loopsteeg in Paris

Solange es noch goldenes Oktoberwetter gibt draußen – und hoffentlich drinnen auch – kann man helflings sich heute schon mit den doch irgendwann anrückenden (November)Tagen in grau vor-versöhnen. Ohne Unterbrechung des frohen Mutes also staunt mit mir über dieses a) fantastische SchlechtwetterModeVideo, diese otherworldly b) mysteriösen Bewegungsstudien ebensolcher Wesen und -Maschinen und ner c) Vorfreude auf eine fette 70er-Retrofarbigkeit – hoffentlich bald hierzulande im Kino!

Models-auf-Catwalks-Gucken ist mir eine gleichbleibend enttäuschende Angelegenheit: nach spätestens fünf Minuten treten Ermüdungserscheinungen auf: nicht nur der fortfließende Strom der Kleider und das défilé ist einfach nicht mein Ding – ich steh VIEL  mehr auf fashion photography und auf choreographierte/editierte Clips – Catwalkbilder höchstens als Umrißlieferanten, wenn mir mal ein Interieur “rausrutscht” smiley-blushhallenkit_p1050050-e, das in einen menschlichen Maßstab gesetzt werden will zur Veranschaulichung der imaginierten Dimensionen. Und übrigens: diese überwiegend überernst-angestrengten Gesichter der Models gehören eigentlich verboten, so sie ein Zeichen der Hektik/Seriousness des Businesses sei sollten.

Dennoch haben es zwei davon in meinen Inspirations-Olymp geschafft. Aus verschiedenen Gründen, wie Ihr gleich sehen könnt:

Rauhe Witterungsbedingungen wie Kälte, leichter Schneefall, Windböigkeit, Feuerfunkengestöber, Models mit Atemfahnen und ringsumme Dunkelheit sind wunderbar umgesetzt und eingebaut(!) in der vor sechs Jahren veranstalteteten Chanel-FashionShow im Innenhof des schottischen Linlithgow Palace. Maria Stuart was born there  steht auf der dazugehörigen Wikiseite. Und, ebenfalls augenschmausig: die fantastische Collection paßt in ihrer gedeckten Farbigkeit perfekt ins Ambiente, während der Soundtrack nach irreführenden Intro-Tschingderassa sogleich in aberwitzigen Minimaltechno mündet, der mit nur einem einzigen versöhnlichen Flötensample auskommt – perfekte Antagonisten zur ans Übertraditionelle angelehnten Mode, die dadurch den Genuß und die Sensation des Neuen erhöhen! Ich frage mich, ob die Gäste vorort denselben Soundtrack “abbekamen”…Aber nun lo and behold:

Paris-Édimbourg Métiers d'Art 2012/13 CHANEL show

Paris-Édimbourg Métiers d’Art 2012/13 CHANEL show

Dann – dem neusten I.v.H.-Newsletter sei dank – kann ich euch diese Augenweide von futuristischer Modenschau mit Beleuchtungskörperchoreografie (!) weiterleiten:

Iris van Herpen ~ Syntopia

Iris van Herpen ~ Syntopia

äh, den “Loopsteeg” hab ich für die Überschrift erfunden. Hört sich doch ziemlich holländisch an, oder? Und er befindet sich direkt in.. Paris oh làlà!

..und damit wir auf drei Videos (Kategorie Videotriptychon) kommen, hier noch ein dritter Flavour: den Trailor zum frischen Film über den (Mode)Illustratoren Antonio Lopez (1943-1987):

 

IDFA 2017 | Trailer | Antonio Lopez 1970: Sex, Fashion & Disco

IDFA 2017 | Trailer | Antonio Lopez 1970: Sex, Fashion & Disco

Dazu 2 coole flag-en Artikel auf nytimes.com und der VOGUE.com. Die Iiefert, da aktueller als der New York Times-Artikel, ebenfalls Infos zu Film und interessanteres Weiteres zur Person. Mehr Werke von ihm gibts beim Klick auf dieses Google-Bildersuch-. Hey! Und noch ein flag-en showstudio-Interview mit Pat, eins seiner frühen “Geschöpfe”..

Zu diesen wunderbar anregenden Ungereimtheiten gibts ein distorted Selbstporträt anno ’85. Da fand sich in meinem Kleiderschrank ein wunderbar anthrazithfarbener kragenloserTrachtenjanker mit silbernen MünzKnöpfen, dazu selbstgesteppte orange Sackleinenhosen nach einem altem KnickerbockerRezept und… Bügeleisenschuhe. Tja, damals.. die stylischen Achtziger… wo kriegt man sowas heute, F/W 2018/19 noch her??

Immerhin: die Brille hab ich noch!

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So. Und jetzt geh ich (wieder) Nähen üben. Am besten was super Einfaches, das ziert, fotogen rüberkommt, ich weder stecken noch heften, nur geradeaus steppen muß. Hey! Biesen!p1080824Und beim Nachschlagen wieder was gelernt: man kann damit Kinderkleidung längbar machen: Tucks are also used to shorten a finished garment, especially a child’s garment, so that it may be lengthened (“let down”) as the child grows by removing the stitching holding the tuck in place.

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Musik beim Steppen heute:

various artists: “AYIA NAPA – The Album“, Ministry Of Sound, 2000

Roisin Murphy: “Overpowered”, EMI, 2007

3x Schneiden, Heften, Legen, bitte!

Zurück zur Mode – meine Handtaschen stehen vor dem nächsten Level – und dem zugehörigen Hintergrundwissen. Heute gibts als Video-Trio drei mal Making-Of Haute Couture. Bitte beachten Sie nicht nur die gezeigten Details (Zuschnitt, Messen, Heften, Steppen, Falten, Plissieren, Besticken, Verstärken, Bügeln, Färben, etc.), sondern auch, wie das im Clip filmisch zurechtgezupft wird: Beleuchtungsstärke, Farbigkeit, Close-Up-Strategien, der durchgängig klassisch repetitiven Musik aus ebenfalls sehr gerne – nach Durchsicht einiger Clips – mit Streichern plus Piano besetzt (1Zufall?) sollte ebenfalls Beachtung geschenkt werden, erst dann hat man die geballte Unterrichts/Edutainment Packung!p1040280Die drei Video-Buttons hier unten verbergen.. à gauche Monsieur Dior, mittig wird Altmeister Balenciaga rückwärts engineert und á droite Bilder aus dem maison Chanel.

Dior   youtube-embedding-memorial-   Chanel

Für Interessierte: ich hab haute+couture+making+of gegoogelt. Und dann ausgesucht! Google hat unterwegs natürlich “mitgeholfen”

Beim Gucken darüberhinaus gefunden: das Victoria and Albert Museum, in dem die Balenciaga-Werke unter die Lupe genommen werden, den very down-to-earth sieben-Minuten-”Werkstatt”-Clip Handtaschenmachen in Kenia – (“Beauty is Beauty”). Dazu im Vergleich Hi-End-Dior, weiß behandschuht und mit allen technischen Rafinessen angefertigt – wow- ein dreiteiliges hölzern klickbares Model! …während ich unterdessen mit Draht-, Schraub- und Plastikschlauch-model  Zwischenstation mache:moviepoodle_1070256scsh03

Makro Mode Schauen – jaa, das gibts!

Wenn man diese filmischen Nahaufnahmen von Chanel-Kreationen erst mal entdeckt hat, fällt wie Schuppen von den Dächern auf, was die ganze Zeit gefehlt hat beim medialen ModeSchauen: dieser nahe Blick auf nicht nur näherische Details wie meisterlich gearbeitete Säume, Krägen, Perlen und Pailletten, sondern auch diese wunderbar knisternde Nähe zur Menschlichen Schönheit – dieser durch Kameratechnik und -führung mögliche “Zauber der kleinen Geste”, der durch Bild und Ton festgehalten, ja: übertragbar eingefangen werden kann.Und diese Bilder gehen soo! weit weg von klassisch-bewegten Catwalkaufnahmen mit versteinerten Models(gesichtern), die sich, bemüht ums Geradeausgucken&Nichtstolpern, ums einen-Weg-zwischen-den-HandyFackelzügen-finden!

So sehen meine Vorstellungen von erstklassigen ModeClips aus!

Eine bewegte Mischung aus Atmosphäre, Porträtfotografie & Handwerkskunst-aus-nächster-Nähe – alles unter der Ägide cinematografischer Grandezza! Obige Fotos-to-Do’s kann man ab sofort den Influencern und Bloggern überlassen (die erreichen die interessierten Massen und leiten sie (hoffentlich) auf diese Kleinode an die Freude weiter).

Wunderbar auch die erfrischende Vielfalt der Soundtracks! Da kommt alles Feine zum Zug, geht nur selten einmal in den klassisch pulsierenden Catwalk-Beat über, bleibt immer im verträumt-Schwelgerischen oder modern-Forschen, ohne jeden Hauch von Kitsch oder Ausgelutscht. Und man kann wie ich gestern abend eineinhalb Stunden träumen, ohne den kleinesten Anflug von Deja Vu! Schaut Euch mal das an! Da macht doch SommerRegenGucken Spaß!

Und, “blättert” man auf youtube ein Stück weiter zu den “Stories”, empfangen einen wunderbare Making-Of Bilder. Nicht nur Modeschau-Vorbereitungen hinter den ulissen, sondern auch Makros von geübten Händen, die das Wunder erzeugen helfen: Tausende von Pailletten, Strass, Schleifchen oder Bänder, in tagelanger Handarbeit appliziert..

Mein Favorit hier: Mood of the Tokyo Paris Cosmopolite Métiers d’Art

Und das Dolle: alles gibts unter 4 Minuten, die “Details” gar alle um die knappen 2. Ein perfekt(lang)er Augenschmauß!

Vorbild für mich! Denn HEY: ich kann ab sofort filmen!

(wird auch Zeit, denn ich brauch nen Clip!)

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Die DamenHandtasche als MalerLeinwand

Während ich mir unverzagt gierig Modeblogs der auffälligeren/skurrileren Art wie die wunderbar selbstironisch getauften beebeyecrew, die malaysischen (!) anonymen Handtaschensüchtigen, das famose multiplefashiondisorder sowie diese äächt unhandtaschigen, eher architektonischen Werke rula galayinis zu Gemüte führe, kommt nach dem

Clip mit Nina Pandolfo b.e.m.a.l.t…

nun vorvorgestern abend noch das männlich-ernste (sprich rein schwarzweiß=farblose ;-) )  Gegenstück dazu:der japanische Künstler Hiroshi Senju “schafft” es (mir) glaubhaft, einen seiner

Wasserfälle auf eine Fendi Baguette

zu transferieren. Die DamenHandtasche als MalerLeinwand Teil 2. Als artist statement hat er interessante bon mots in ebenso interessanten Englisch zusammenparatebrecht:

«Art is Communication of Imagination»

oder, im nächstklickbaren Video:

«Beauty gives the people joy of life, power and encouragement. So beauty is a very important item»

So gesehen fällt damit ein ganz neues Licht auf Modemagazine, und erklärt sogar aufs Einleuchtendste diesen galaktischen buzz drum, n’est-ce-pas? Die (persönliche) Vorstellung(skraft) zu kommunizieren als Aufgabe der Kunst festzustellen.. hab ich so auch noch nicht betrachtet..

Weiter liest man über ihn, seit 10 Jahren konzentriere er sich aufs Malen von: Cliffs. Angesichts des sehr ästhetischen, doch ebenso quasi tutorialhaften Videos – handverkrumpelte Riesenpapierbogen, schrägebene Arbeitsgewölbe, Fertigmalen im senkrechten Zustand etc.. poppt wie immer im Internetzeitalter die Frage: “Angst vor Nachmachern?” auf.  Antwort wie immer: “. Es geht um die Persönlichkeit des Künstlers! Der hats ja geschafft und ist schon..”

Was höre ich da (vor dem inneren Auge ;-) ): «Kannste doch auch machen! Malste auf Taschen!» Ich sag: «Äh, laß man. Sowas auf Taschen? Also nee. Das ist soo 2015..»

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Viel spannender als Abgucken von Rezepten, reverse engenieering, Produktionsideenklau, finde ich Zugucken, wie man es in einem stimmungsvollen Filmchen unter einer halben Minute Lebenszeitanspruch für die Zuschauer schaffen kann, schlicht zu faszinieren. Das will ich auch! Zwischendurch Blätter bemalen, pinxographisch behandeln und immer weiter Handtaschenstanzen geht auch ohne. Vielmehr ist so außenrum vorzugehen meine bevorzugte Art, auf Neues zu kommen. Frisch zu bleiben. Elan keepen. Aus nem Leerscan ne neue Tasche biegen:pinxography-leerscanIndes wir, mit frisch erweckten Appetit springen nun zu nem weiteren Fendi-Video als back to gänzlich buntes Vorbild: laßt Euch doch mal das ganze Baguette Book vorblättern! Nein, ich krieg keine Influencerprämien aus ParisorRome!

Oder, frisch heute geschlüpft für meine Augen, eine Anregung der besonderen Art: Making-Of, oder “process film” betitelte Iris Van Herpen – Couture – im Werden. Ich verwende den Begriff “Couture”, denn Schneiden ist da tatsächlich viel mit ‘bei. Schere und Laser..

«Verheddert man sich da nicht?»

fragte montag abend Frank S. angesichts dieser Rechercheinformationsundanregungsflut. «Im Gegenteil,» konnte ich zum Glück antworten: «das sind alles wertvolle, aufsprittende, lecker tasty Pizzlasteinchen: ob Online-Mag, Handtaschendesignerin, Blogger oder Stylistenportfolio: alles trägt zur Erfahrung handbagigkeit bei, gibt wertvolle Anregungen, die per Osmose ins hintergründig agierende Hirn irgendwann als  brand, neue, früh, morgendliche Inspiration wieder hervorbrechen.»

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Musik beim Videogucken heute = meine SoundtrackVerbesserungsVorschläge:

Visit Venus: “Endless Bummer”, Yo Mama, 2002

Cath Carroll: “England Made Me”, Factory, 1991

Weekend Players: “The Pursuit Of Happiness”, Multiply, 2002

ital tek: “Nebula Dance”, Planet Mu, 2012

WerbeClips als Rachenputzer

Sechzig Sekunden. Das wäre mein Limit, würde ich in einem Interview gefragt, wie lange ich Filme ertragen kann, ohne mich zu langweilen. Werbefilme, versteht sich.  Solche mit Story halt’ ich länger aus – man will ja wissen, wie’s ausgeht nach neun Minuten fünfundzwanzig  ;-) MusikClips? Gerne ein Stück länger! Spannende Spielfilme Making-Ofs am längsten (dazu demnächst mehr in der Kategorie The Making Of The Making-Of).Heute drei plus1 Clips in dieser kategorischen und irgendwie auch wörtlich chronologischen Reihenfolge:

1. Werbung: RankinFilm gibt sich die Ehre in aller Kürze (30 Sekunden)

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Dazu der Artikel: How Does Hunger Magazine See JIL SANDER? auf designscene.net

2. Find-ich-auch-youtube Kommentar:” i just cant believe the luxury brand has a funny commercial”
(Lanvin Fall 2011 Campaign Movie) (60 Sekunden inkl. Vorhang)youtube-embedding-memorial-

– Zur Auflockerung in 3:59 mein favorite MusikClip derzeit. Angesichts dessen man sich fragt, was fünfzig Jahre (elektro-)technische Entwicklung denn so bewirkt haben , wenns doch auch so geht: New Order‘s Hit aus dem Jahr 1983, auf 30er Jahre Instrumentarium gespielt:

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