Manchmal brauchts schlicht erholsamen Schlaf, um auf Grundlegendes “zurück” zukommen/Wie verworren muß das Leben sein, um schläflings auf: “Der Einfachheit sollte man immer zugänglich sein” zu kommen? Das nämlich notierte ich mir diese Woche, noch im morgendämmrigen Halbschlaf auf eine der Kartenrückseiten am Bettrand. Die liegen da immer, vorsichtshalber, erfahrungsgemäß, denn solch Wort- und Sinnfetzen aus dem halbseiden träumenden Hirn kann man “biologisch-dynamisch” kaum anders – das heißt: ohne Elektrowolke – festhalten.
Dazu kam die Überschrift heute morgen dazu, die lange verschüttetes Schachvokabular revitalisiert. Nachdem mir der Name “meines Großmeisters” der Farbfeldmalerei wieder eingefallen war.
Warum nur mein Hirn diese Fetzen anspült? Nun, als Ausgleich vielleicht? Die PinXoGraphie zum Beispiel wird momentan immer wilder, chaotischer: man sehe sich nur mal diese neusten “Ergebnisse” der März/April-Blätterei an:
Da ist eine deutliche Wirrniszunahme zu verzeichnen. Umso überraschender nun diese “Zwischenergebnisse”, die genau das Gegenteil darstellen. Und, noch erstaunlicher, genau aus demselben Werke entspringen:
Zu dieser Überraschung notwendig war… Ameisenarbeit™: ich habe zu diesem Zweck begonnen, die fertiggestellten PinXographien – so es so was überhaupt gibt – kleiner zu rechnen. Ganz im Sinne von: “Dann hab ich meine Rastalocken abgeschnitten und anschließend meine Mützen kleinergehäkelt” Anfänglich, um ganz alla svevo mehrere(!) Dutzend(!) Gigabyte(!) Speicher “zurückzugewinnen”. Dies führte zur “Entdeckung” der im Verlauf der PinXoGraphie-Werdung unsichtbar erzeugten Färbungsschichten.
Unsichtbar erzeugt?
Ja, nun: beim Umfärben füge ich ja neue Schichten ins Bild ein, die dieses zu etwas Neuem machen, ganz apparent. Dabei wird der Fortgang der Färberei, der in mehreren Stadien geschieht, immer von fertigen Ergebnis bestimmt, das ich ja in Echtzeit am Bildschirm habe. Ich nehme also das Eingefügte nur im Zusammenspiel mit dem Gemalten/ Gescannten wahr. Und entdecke eben jetzt die schlicht-schwebende Anmut dieses “Mezzanins“:
So kann ich Euch heuteundhier präsentieren, was dabei herauskommen kann, wenn man erst
-
Blätter bemalt,
einscant und umfärbt, und dann
das Gemalte digital wieder “abzieht”.
Aber bittet mich nicht, diese Erscheinungen en plein air “nachzuspielen”. Da ginge es mir wie John Coltrane nach Vorlage seiner eigenen, transkribierten Soli…
Für mich sehr erstaunlich. Überraschend. Erfreulich. Und willkommener Anlaß, wieder mal was über Herr Rothko zu lesen. Und mir diese “Großflächigen” an einer ebensolch großzügigen Wand vorszustellen – der “Einrichterpoodle” läßt grüßen–
Hier mal drei davon auf elegantem Anthrazit über dem aufgepimpten Sofa vom Januar. Der zottelige Bodenbelag drunter ist frisch “gefertigt” und stammt von Blatt #473.
Weiterhin gefunden beim Recherchieren/Herumadrenalieren im Internet™: große Schachpartien “zum Nachspielen” – durch Weiterklicken– auf chess.com und à propos Schachsymbole: die Figuren
und das Schachbrett sind durch die Verwendung von SVGs und simplen HTML auf dem am Schirm dargestellten www-Brett positionier/programmierbar..
______________________________________________________
Musik beim Schreiben heute:
John Coltrane: “A Love Supreme”, Impulse, 1964
Marcel: “Viginti Etduo”, Mole Listening Pearls, 1999
Adriano Celentano: “Svalutation”, WARNER, 1976
Cody Chesnutt: “The Headphone Masterpiece“, Ready Set Go!, 2002
Erik Satie: “Gymnopédie No. 1″, Stefan Grasse Quintett
Claude Debussy: “Fünf frühe Lieder”, HR-Sinfonieorchester, Anu Komsi, Sopran
Photek: “Form And Function”, Science, 1998
Musik beim Wiederhochladen am 4. November 2018;
Keziah Jones: “Black Orpheus”, Delabel, 2004