Category Archives: Stellt Euch mal vor..

Solche 6 wie wir 5 gibts keine 4, weil wir 3 die 2 Einzigen sind

ntr-scanp-160510-341b-rec18Der Schnaps zum Begießen von Blatt #333 ist ausgetrunken, aber  schon durch Whiskey (und heute Blatt #341) ersetzt :: gemäß dem Spruch

«Man sollte immer eine kleine Flasche Whiskey dabeihaben, für den Fall eines Schlangenbisses – und außerdem sollte man immer eine Schlange dabei haben.»
W.C. Fields

Nein nein, wie immer ist der Soodlepoodle beim Malen von äußerster Nücheternheit benetzt, wandert während des Arbeitsprozesses immer zwischen Stiften, Blatt und Radiergummilager in der Küche und dem Scannerzimmer hin- und her. Surft im Netz, wenn das mit dem Scannen länger geht, und findet Interessantes zum Thema Dranbleiben:

«I feel like the artists who matter to me the most stick to one theme and that´s where the real development comes from – the act of revisiting things.»

Thomas Demand im Interview mit Anne-Celine Jaeger (Deutsche interfjuhen Deutsche  – auf englisch?) – hier als Nachtrag ein sehr cooles “Shifting”-Video namens “Pacific Sun”.

Daß ich an einem Thema “klebe”, kann ich bei meinem Malen und Umfärben garwohl auch behaupten. Und dabei  immer noch überhaupt nicht einschätzen, wie lange wohl noch. Denn wenn nach dreihundertvierzig bemalten Blättern jäh solche Konstruktionen wie diese da hervorsprießen, kann ich mich nur wundern, daß da immer noch was Unerwartetes kommt. Und überlege gar in manchen lengthy Momenten, es doch einfach mal sein zu lassen und irgendwas weniger Einbahntunnelstrassiges zu tun.

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Dann aber lasse ich mich von John Baldessari ermutigen, an dieser streng nach Besessenheit riechenden Sache dran zu bleiben und finde dazu die weisen Worte des Malers John Currin in einem wirklich grandiosen englischen Interview/Artikel im Newyorker:

“You should never will a change in your work—you have to work an idea to death. I often find that the best things happen when you’re near the end.”

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Na denn! und: wie auch immer! Hey! Guckt mal da! Diskobeleuchtung!

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PSerendip des Tages: Wem dieser

  • «This is John Baldessari´s pencil» (cut)
  • «This is John Baldessari´s chair»  (cut)
  • «This is what John Baldessari sees when he sits at his desk» (cut)
  • etc..
  • FilmSchnittStyle und das Geraune von Tom Waits gefällt,

der findet sicher auch Gefallen an einem Encore, nur auf deutsch. Und über/ mit Designermöbeln..

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Musik beim BuchstabenSchüttelen heute:

oliverunddieblauenhunde.bandcamp.com: “schwebebahn 1975″ EP

Moby: “Ambient” (Bonus- CD vom Album “Hotel”),  V2 Mute, 2005

Steve Bug Presents: “da minimal funk”, RAW Elements, 1997

Stammheim Presents “Heimfidelity 2″ mixed by Oliver Huntemann, 1998

 

Die Leitplanken der Kunst dürfen gerne auch meine sein

Nicht nur mein persönliches (Bild)gedächtnis, auch die klassischen Vorbilder der Maler- und Bildgeberei sind Kern meiner Betrachtungen in den “Malpausen”. Und wenn man kältbluetig + vorsätzly ziellos einfach vorsich-hin Blatt auf Blatt bemalt, nimmt es null Wunder, daß da Erinnerungen an Bildmonumente diverse Epochen oder, molto prosaischer, moderne Dessins aufploppen.

Augefallen ist mir das zum ersten Mal bei diesem pinxographischen Werk: ebk-scan-150630-09c-schnips

Achtziger Jahre Hemdblusenstoff – ohne Zweifel! Mit diesen für die damalige Zeit typischen Anklängen ans Ethnografisch-Exotische bei gleichzeitiger, äh, Blässe. Ich kann mich sogar an das Seidig-synthetische erinnern, nach dem sich diese Hemden anfühlten. Und oje – da kommen sogar die ein Jahrzehnt früher anzusiedelnden Vokuhilas wieder ins (Bild)gedächtnis.. Jetzt noch ne Level 42 oder Spandau Ballet-CD enilegen.. aber stop! Das geht too white! (..)

Ein, zwei Jahrzehnte früher schwappten die Visionen der Science Fiction von den Romanen langsam, aber unaufhaltsam in die darstellenden Künste. Grafik-Design und Space-Age kriegten Kinder. Ab da ungefähr alle extraterrestrisch geträumten Nachkommens des Mainstreamigen zwischen Star Wars (1977), Alien (1979) und Avatar (2009). Ich las damals Stanislaw Lem, die Strugatzkis und irgendwie kommen diese Bilder nun der (damals bildlosen) Lektüre des Fantastischen recht nahe – sind vielleicht gar Resultate –  who knows!

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..und n Stück zurück in die Fünfziger Jahre, mit den eleganten Nierenschwüngen, die sich bis in die Posen der fotografierten/gemalten Damenbeine fortsetzten, finde ich einfach mal beim Hingucken hier: ebk-scan-150814-73raw

ntr-scanp-160208-275fNah am Entstehungszeitpunkt des Malewitsch´schen Quadrates  findet sich ein Teilgebiet des Futurismus´, nämlich die aeropittura – die Luftmalerei. Diese geht in diesem pinxographischen Blatt ein inniges Verhältnis zu der sofort erkennbaren Reduziertheit des Lyonel Feininger´schen Werkes ein.

 

ebk-scanp-150924-137-secondAber auch Anklänge an den später folgen sollenden Expressionismus durfte ich schon schmecken: schnelle, entschlossene Striche, starke Kontraste – zwischen den Farben als auch zwischen Hell und Dunkel. Und: ich war da Sonntag morgens mal in einem fantastischen Kinofilm, der über die Gemälde von Max Beckmann strich…

 

Surrealismusverdacht hege ich – außer bei denen des letzten P-Artikels – bei diesen Bildern:

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Nach dem Herstellen einigen Gestiebes, Ballungen von bunten Wolken und Dutzenden funkensprühender Schmierer gehts zur Zeit mit einfachen, naiv scheinenden Strichen in die nächste Phase, Umrisse wie von Kandinsky oder Miro erscheinen vor meinem geistigen Auge – sprich beim Malen – und hier für Euch am Display:

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Na, und in der ganzen Zwischenzeit schon mischen sich die Dinge…

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Dazu muß ich ob aller etwaiger Ähnlichkeit mit historischen “Ergebnissen” nochmal konstatieren:

Alles keine Absicht! Nur Echo!!

..und ich bin sehr gespannt, wohin dieses Pendel noch weiter hin ausschlägt…

PS.: Serendip des Tages:

«I really don’t know what I’m looking at many times when an image is finished. It is something unknown that has just been discovered.»

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Musik beim Schreiben heute:

Amon Tobin: “Permutation”, Ninja Tunes, 1998

Bartók: “3. Klavierkonzert”, Schwedisches RSO unter David Afkham, Francesco Piemontesi, Klavier

Soul Coughing: “Ruby Vroom”, Slash, 1994

Nuancismus 2016 oder: genau gucken ohne zu wissen, daß

Ausgerechnet die Moden-, Waren- und Markenwelt kommt mir in den Kopf.. beim Malen!

Wie kann das passieren?

“Hier in der Stadt/im Internet ist das ja täglicher Input – kein Wunder” werdet Ihr denken. Stimmt gerne –  dem kann man kaum entkommen. Also versuche ich, das nun genauer zu orten: könnte daran liegen, daß immer, wenn ich winzige Bleistiftstriche an größere Kleckse oder Schmierer “ranmogle”,  ich durch diesen Anbau von neuen Duktusebenen das Bild raffinierter gestalte, aus eigener Anschauung weiß,

daß genau da drauf geguckt wird.

Zerstören diese maßstabs-treulosen Beifügungen doch den groben Ersteindruck, morphen die Message des Bildes im Auge des Betrachters zu etwas anderen. Ausgebuffteren. Irritierenden, das genauere Betrachtung einfordert. Einfach zur Klärung, WAS man denn da nun genau vor sich hat.

Seht Euch diese Bildauswahl der letzten fünf Wochen einfach mal an:

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Ohne diese Feinheiten hätten diese Bilder das Prädikat Geschmiere™ redlich verdient – aber so? Augenscheinlich  scheint da mehr zu sein..

Stimmt! kann ich nur sagen: sind wir moderne Augentierchen doch genau da drauf getrimmt: Details, Farbmusterclaims, Logos und Designs auf Anhieb und oft von Weitem zu erkennen. Unsere Unterscheidungs- & Konsumentenmuskel springen angesichts von Bildern jäh aus dem StandBy, da wir täglich das Wählen zwischen Logos, Accessoires fast automatisch zu erledigen gelernt haben. Und das – mir gehts gar im privaten Malen so wie gesagt –  ist auf (Design-)Kleinigkeiten getrimmt (die dadurch keine mehr sind)..

Denn daran hängt im Alltag oft die allmächtige Kaufentscheidung, und die wird ja von jeder Firma, die in größerem Umfang (sprich: global) was verkaufen will, mit Riesenbudget oder – neu – Hashtagglaube beackert. Und wir Preis-Leistungs-Addicts sind damit speziell geschult und gestalten auf Mikroentscheidungsebenen damit unser Leben.

Warum also nicht diese unbewußt geschulte “Kulturtechnik” von Pastellbildern echoen lassen?!

Falls also jemand in den Bildern oben nen Swoosh entdecken sollte – das wäre dodaal Zufall , nullomatens und keinesnichtens in meiner Absicht, eher Anlaß, mal nen persönlichen Markencheck durchzuführen ;-)

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Musik  beim Schreiben heute:

Ronny Jordan: “The Antidote”, Island, 1992

Ditzner/Lömsch: “DUO II”  fixcelrecords, 2015

The Glissando Brothers: “A Great Gift Anytime”, STIR15, 2000

(Eigene) Werkschau, nicht selbst erstellt – V 3.0

Was macht man, wenn man seiner Webseite laufend nicht nur Text, sondern  vor allem auch Bilder hinzufügt und dabei keine Lust hat, ständig an den Betrachtungsmöglichkeiten herumzustellen?

Man kann die Bilder in nen Blog einfügen, der dann typisch zeitstrahlähnlich diese chronologisch abfolgen läßt für die Besucher. Last in, first outmäßig, also im umgekehrten Zeitstapel. Das ist mir aber zu sedimentähnlich.

Oder man kann fremde Mächte 😉 die Arbeit tun  lassen. Automatisch und nach  (recht) unsichtbaren, ja geradezu unbekannten Regeln. Und das geht so:

Da die meisten Bilder hier am Blog sowohl ungetaggt, dafür aber/als auch von Text “umflossen” sind, kann man der Suchmaschine einzelne Begriffe dieses Textes (!) als Kriterium, das zur Wahl benachbarter Bilder verwendet wird, hinwerfen. Und je nach Wortwahl eine jeweils andere Mischung der Bilder angezeigt bekommen.

Was mir dabei extrem Laune macht, ist die ständig changierende Durchmischung von Fotografie, Werkstatt-Photoshop-”Skizze” und frisch Gemalten. Da ergeben sich “Nachbarschaften” in dieser automatischen Galeriemischmaschine, die weitere Funken der Inspiration werfen. Formidable!

Läuft bei mittlerweile weit über zweitausend Bildern hoffentlich nicht nur für mich als Generator von unvorhersagbaren Bildkombinationen ganz im Sinne des Herrn Hechenblaikner oder Lilah Ramzis “Part Nouveau” als Galerie-Automat und (Selbst-)Inspiration, die ich im Schnitt alle 3 Wochen erneuere.

Whoeey! weitere Drei MONATE später kann ich diesmal (am 5. Oktober 25) die frisch geöffnete Schachtel posten:

mit dem kategorischen Imperativ zur LebensVeruntrübung “Platz in den Nebel!” hab ich dann die neusten Suchbegriffe der Galerie gewählt, in einem jäh heranwehenden Impuls das Thema des letzten Posts mit einem Twist wiedererscheinen zu lassen s.m.i.l.e.y.

gr | oh | nu | is | es | an | uns

dreikantig | Liga | tag

très | bon | au | tour | de | moi


Sommer | Wolken | W | und | er


Eine zweiter Anlauf, die anfänglich ausbleibenden Ergebnisse zu erzeugen, geht Ende April 2024 vom Stapel: es “fehlen” noch welche zu den einfach hingeworfenen Stücken “sen”, “nitter” und “ling”. Diese tippe ich dann verbatim in den letzten Blogpost ein, um damit den “Köder” für die Webcrawler zu legen. Dann starte ich die Stoppuhr (innerlich)..
ro | h | sen | duft | k | nitter | falt | n | früh | ling

aber | auch | bloß | denn | doch | eben | etwa | halt | ja | mal | man | nicht | nur | schon | vielleicht | wohl | eh | eigentlich | einfach | erst | ruhig | überhaupt.


Archiv: Aber heute, am 18. Dezember 2023 ist mal alles anders:
ich starte bei Null: aktuell auf dem Portfolio 2023: eine ins Leere zeigende Galerie, denn unter Comet irr Hurten & förster teich nichte gibts im Moment keine Ergebnisse für Bilder am gesamten(!) Blog des Soodlepoodle. Der Grund liegt nicht nur daran, daß ich mich von der hierzulandigen Weihnachtstreiberei jährlich weiter entfremdet fühle (wie ging dieses Lied «Nesem vám noviny» man nochmal?), sondern konkret auch daran, daß keines der Suchworte eine Entsprechung im Text hat. Bis grad eben (da ich die Worte hierher tippe). Also kommt mal, vielleicht auf Weihnachten wieder vorbei, da kreuzen bestimmt ein paar Bilder auf als Ergebnisse. Ich führe darüber Buch. Laborbericht Uknow 😉 ora et labora et Weihnachts-Bo-keh hu-rra!

Spannend dabei ist, daß diese Aufrufe sich immer auf den neusten Indizierungsstand bei Google beziehen, derselbe Befehl nach einem halben Jahr also völlig anders aussehende Ergebnisse = Zusammenstellungen liefern mag durch die mittlerweile “entdeckten” neuen Bilder.

Da könnt Ihr Euren Cocktail auch mal selber mixen!

Rezept: ins Googlebildersuchfenster “site:soodlepoodle.net” eingeben – und dann irgend ne Präposition, 1 Farbwort, ein Hilfsverb oder Personalpronomen eintippen– vielleicht grad mal eins von dieser Page/Seite! Dann bekommt Ihr Euern persönlichen Soodlepoodle- Bilder- Mix! und dann natürlich flugs dasselbe mit der.. eigenen Seite, insofern es da was außerhalb fb, twitter und co gibt- am idealsten ein Blog mit Wörtern zu den Bildern!

Mein kleines Steckenpferd nebenbei: die Bildersuche @home nach “ebk-scanp” – so hab ich alle pinxographischen Blätter genannt, die zwischen Juni 15 und Januar 16 entstanden und online gegangen sind. Nächste Malerstaffelei unter “ntr-scanp”, dritte, aktuelle unter “ysp-scanp”. Na – do you feel the difference??

Read this article in English

..man will ja unbedingt was erkennen wollen!

Blatt #255. Pastellkreidenmalerei im fortgeschrittenen Stadium. Beim Umfärben des ursprünglichen Blaus in dieses Rotbraun, plötzlich, erscheint er, der schneckenköpfige Drachen mit den Hundeohren:ebk-scanp-160105-255d-r4drOder das stürmische Karussell auf dem Blatt #253. Hochaufschießend, fast wie ein Lebewesen. Aber erst: nach einer 90° Bilddrehung:ebk-scanp-160101-253g-recolNach einer ebenfallsigen Bilddrehung der Nummer 255: voilá, das brennende Pferd. Mit dem Strichelgestirn als Reiter und Funkenstreuer zur Erde. Aber ebenfalls erst nach dem Scannen und Umfärben entdeckbar, denn zuerst war alles.. stahlblau. Und die damals grüne Wiese, die jetzt flammt und wogt am unteren Bildrand noch unerkannt als solche, nun ein Flammenmeer.. oder scharlachrote Schleier, die im Südwind wehen?ebk-scanp-160105-255-r5Oder ist alles ganz anders? Bin das nur ich, der das sieht? Diese Bilder auf eben diese Weise deutet?Bleibt, auf das nächste Feedback zu warten. Und weiterzumachen.(..)

Denn noch immer, nach über einem halben Jahr pastellne Malerei, entstehen diese Bilder ohne Absicht, gegenständlich zu sein. Oder, besser gesagt:

der große Plan ist: ihre Vermeidung.

Des weiteren soll beim Malen bitte fehlen: die vertikale Ausrichtung und damit die Anmaßung einer Schwerkraft. Oder die Absicht, Räum- und Körperlichkeit durch Hell- und Dunkelauftrag zu evozieren, Das schafft “posthum” ausschließlich das Digitale (die Postproduktion quasi) nach handwerklicher Fertigstellung: diesen bildnerischen Ton noch weiter zu drehen und damit unbekannte Sensationen herauszukitzeln. Der dann gewählte Bildausschnitt (das heißt Scan-Ausschnitt – mein Apparat “schafft” immer nur ein schmales Viertel des Gesamtblattes) und die Drehung ebendieses lassen überraschende Bild-Deutungen zu, die nachfolgende Umfärberei hat daran weiteren entscheidenden Anteil.

Obige drei auf diese Weise entstandenen “Porträts” sind mir jedoch in ihrer jähen Offensichtlichkeit selten. Meistens bleibt nur, an einzelnen Kurven, irgendwo im Bild oder an einer durch gedankenlos hingeworfene Tönung erzeugten Andeutung von Dreidimensionalität herumzu..rätseln, und vage Erinnerungen an Gesehenes zu bemühen, wie hier unten:ebk-scanp-160105-255e-r3Dabei hilft die durch Rechner flexibel gewordene Möglichkeit zur Koloration, fertig gemalte Formen umzufärben und dadurch in einen realen Kontext einzuordnen, die Assoziationstauglichkeit mit “noch lebenden” Gegenständen näherzurücken. In Orange gefärbt zum Beispiel Flammen in Formen zu entdecken, die in Grün eher organische Blätter waren. Oder in braun plötzlich hölzerne oder irdene Phänome zu erahnen. Und dadurch wie hier das lilafarbene Vertikale als zum Beispiel aufsteigende Rauchsäule mit.. äh, Fräsungen oder gar eine organisch-körperliche Form á la Henry Moore zu entziffern. Sehen zu wollen.

Was mich dabei besonders fasziniert, sind die winzigen Schattierungen und zufällig (gemalten) Überschneidungen von Strichen oder Flächen, die hinterher erst, beim Anschauen plötzlich einen Sinn ergeben, in ihrer jäh erscheinenden Plausibilität die Fantasie des Betrachters triggern.

Dabei ist beim Malvorgang selbst keinerlei Beschränkung notwendig: gar nach fragilsten Auftrag haudünner Schichten ist es probat, Kinderzeichnungsgleich mit stumpfen Stift über das Ganze hinweg zu stürmen. Oder in die gröbsten Stellen winzige Kreise oder Rauten zu zisellieren wie hier unten rechts im “Heu”:ebk-scanp-160105-255b-r5Antagonistische Gebilde reizen natürlich ebenfalls in ihrer Kontrastigkeit. Man kann daran gut seinen persönlichen Unterscheidungswillen erkennen ;-) ebk-scanp-160101-253f-normOder wars eher die Lust, irgendwas auseinanderhalten oder einfach nur benennen zu können? Drehwurm von Noppen von Blättern von Gräsern von Perlmutt zu trennen? Oder gehts eher darum, hell von dunkel, düster von positiv, deprimierend von ermutigend, auf- von abwärts trennen zu können? Je größer das Rätsel, desto genauer jedenfalls guckt man hin –  die Bilder sind somit  weitere Beispiele/Hinweise für/auf die Tatsache, daß ..man  ja unbedingt was erkennen wollen will!

Vielleicht gar.., das kam mir grad beim Wäscheaufhängen…sich selbst? ;-)

Kinder, ich habe die Werke geschrumpft!

Es muß etwas von Trotz haben, daß ich größtes Vergnügen in Buntstiften, Pastellkreiden und Papier finde, der Weiterentwicklung des “Gemalten” hinterher per PC und dann.. der Verkleinerung. Auf etwas mehr als Briefmarkengröße. Denn das Klischee ist ja eigentlich

  • “Je größer das Kunstwerk, desto mehr Geld kann man dafür verlangen.”
  • Die Königsdisziplin der Maler ist “in Öl”,

Nicht, daß ich es dann auch so winzig malen/zeichnen/pinxographieren würde – aber ich habe herausgefunden, daß es (mir) am anregendsten erscheint, wenn man dem es betrachtenden Gehirn in einer Dimension präsentiert, durch die es am wenigsten von malerischen Details oder Rätseln um die Technik gefangen genommen wird, sondern sich geradewegs auf das Bild als Wirkmittel stürzen kann.

In meinem Fall sind dies knapp 200 Pixel, lange Seite:pinxstamp-226-227

Na – was seht Ihr? Entengebläse, Krokodilbrote, Noppenpantoffel, Rauchkringel, Wagnersche Kulissenmalerei, Duschmattenunterseiten, Schnäbel, Spanischen Wind, Leuchtmäuse? Oder hier:pinxstamp-228-229Bläschen im All? Zwillingseier? Ringelwürmer? fluoreszierende Tiefseefische? Kumquats?

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..mehr.  ..Tiere? Solche wie Schietreeger, Brückenskorpione, Herzklappenfrösche?pinxstamp-214-191

Blubber? Flieger? Ohrbügel? Wasserglitzer? All das. Und wahrscheinlich noch viel mehr 

Entdeckt hab ich diese optimale Wirkung… am PC. In einem Ordner mit größergestellten Thumbnails der Pinxographien. Ähnlich wie neulich die quadratischen Auto-VerSchnitte meiner eigentlich rechteckigen MannheimGram-Beiträge-aus-der-Ferne – ts ts …die Standardeinstellung der Computerei quatscht mir  in die Ästhetik rein- eigentlich ein Skandal  Aber..

Wow, dachte ich, so klein sehen die Werke völlig fremd aus, die “Herstellungsspuren” verschwinden völlig, man kann weder Strich noch Wisch noch Tupfer erkennen – grandios!

(..)

Hier ein paar Ausschnitte in “übertrieben groß” derselben Bilder. Eine andere Welt!

ebk-scanp-151108-212c-n2cut ebk-scanp-151121-227-mcut ebk-scanp-151031-191_r6cut ebk-scanp-151108-212c-ncut ebk-scanp-151109-214f_rcut ebk-scanp-151120-226d-mcut
ebk-scanp-151122-228c-recol ebk-scanp-151123-229c-man ebk-scanp-151123-229-recoll

Hier gibts noch die englische Version dieses Artikels.

PS.: die Tiefseefisch-Assoziationen kamen mittlerweile schon öfters mal als Reaktionen auf diese Bilder. Und ich habe noch sehr spezielle “Models” hier gefunden. Von komplett unerwarteter Seite eine mächtige Bestätigung, in Richtung Exzentrizität (oder: Biologie?) weiterzumachen.

 

15. May ’16: Das Geschrumpfe geht weiter!

Schaut auf die Hey Kids, I Shrunk The Works Collection # 322 – #342 :shrunk-collection323-342

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Musik beim Schrumpfen  heute:

Groove Armada: “Late Night Tales” Vol. 2, Azuli Records, 2008

Fahrigkeit im Bild* oder: das Zeichnen als Gestikulieren sehen

Man kann nicht nur täglich üben, eine vielsagende Kurve oder elegant präzise Schraffur, auch gegen anatomische Disposition(= gegen den Strich) zu perfektionieren. Man kann zur  gegenteiligen Abwechslung mal erstaunt sein darüber, daß man mit etwas willentlicher Unterstützung (=Absicht) einfach zulassen kann, daß tatterig und offenscheinlich planlos, gar mit einem Anflug von Zittrigkeit/geistiger Abwesenheit Neues entsteht. Das klappt frühlich morgens am besten, ich berichtete ;-)

Meine erstaunliche Erfahrung dabei nach mittlerweile 15 Quadratmeter (!) vollgekritzelter Fläche seit Mitte Juli: eine “Spur” entsteht so auf dem Papier, die eben so sehr charakteristisch ist wie..hey! – eine Geste, eine Körpersprache, ein Bewegungsmodus. Die sich als “Stil” auf dem Papier niederschlägt und.. highly wiedererkennbar ist.

Bemerkt man diesen Zusammenhang, kann man das Zeichnen &  Malen, als Art KörpersprachenNiederschlag sehen.

Und die ganze Sache somit nicht mehr motivistisch, sondern gestisch angehen. Also einen im deutschen Wiki bemerkenswert ungenannten Teil des Prinzips “Action Painting” im kleinen DIN-Rahmen ;-) in seine Tätigkeit als Rezept zur Bild- und Gestaltgewinnung mit einbeziehen.

Beispiele:  wenn auch impulsiv mit Schwung gezeichnet, sind folgende drei Ausschnitte doch sehr gesteuert = zeichnerisch sozialisiert:

 ebk-scan-150806-62h  ebk-scan-150806-62d  ebk-scan-150805-61c

während diese nachfolgenden das heute Gemeinte darstellen:

ebk-scan-150725-45bfahrig  ebk-scan-150727-49  ebk-scan-150727-49-2 ebk-scan-150716-31fahrig  ebk-scan-150727-47efahrig ebk-scan-150727-47fahrig

Strichspuren, die mich in der “gelungensten” Form an..  Absichtslosigkeit erinnern. Also an Spuren von Tätigkeiten, die ohne Willen entstehen bzw. man erkennen kann, daß die Aufmerksamkeit des Verursachers anderen Dingen zugewendet war. Das probiere ich immer wieder gerne mit den Stiften: zum schönsten, einfachen Beispiel mehrere in der Faust bündeln und versuchen, mich auf die Beibehaltung dieser Bündelung zu konzentrieren. Während die Stiftspitzen auf dem Papier irgendwas machen. Das ergibt dann Folgendes:

ebk-scan-150708-17fahrigWie Wischspuren von ehemaligen Bäumen und Ästen an Außenwänden, die schon lange gekappt sind. Oder wieder freigeräumte Werkbänke nach Schul- oder Arbeitsschluß, Einpackflächen in Kaufhäusern, unbeachtete Ablageflächen von Zeitungen, Kleidung oder ähnlich Schnelldrehern. Jetzt, wo ich gerade die entstandenen Bilder durchgucke, ist klar zu bemerkennen, wo “zuviel” zeichnerische Wille am Werk war: zu akkurat die Linienführung, zu durchsichtig die schlampige Absicht ;-)   Das WAHRE Fahrige ist da schwieriger hinzukriegen..

Die Ergebnisse lassen sich dann sogleich zeichnerisch wiederholen, um noch breitere Inspiration zu erhalten. Ratet doch mal, welche Fgur hier unten die erste war ;-) :

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Ebenso spannend finde ich, nach Gehör und Musik der Stifte zu malen (ja, richtig gelesen): man wählt ein kurzes Riff, eine rhythmische Figur, die beim schnellen Malen einer ebenso kleinen Figur (Strich) entsteht. Und wegkonzentriert sich vom Papier auf die “ordnungsgemäßen” Geräusche beim Malen. Und kann dann staunen, was dabei herauskommt:

ebk-scan-150714-28h ebk-scan-150629-08bflight ebk-scan-150720-39-rhythm

Das mittlere profitiert vom “Rebound” der Stifte, eigentlich ein Phänomen aus dem Bereich Schlagzeug/Mallets.

Wenn man, wie ich, Umgang mit sehr vielen, sehr unterschiedlichen Menschen hat, kann man diese erlebte Vielfalt als Prinzip in die Bildgestaltung übernehmen. Schaut und fühlt doch mal, ob Ihr in folgenden Kritzeln so etwas wie einen bestimmten Menschentypus ausmachen könnt (die sind zuerst gezeichnet, danach erst kam die Idee):

ebk-scan-150724-44c_pers1 ebk-scan-150724-44c_pers2 ebk-scan-150724-44c_pers3 ebk-scan-150724-44c_pers4 ebk-scan-150724-44c_pers5 ebk-scan-150724-44_pers ebk-scan-150724-44_pers2 ebk-scan-150724-44_pers3 ebk-scan-150723-43f-pers

* Ich liebe diese leider wieder verschwundene Wiki-Unterüberschrift “Laugengebäck im Bild”, die ich mal beim zugehörigen Artikel entdeckt habe und verbaue/memorialisiere sie heute mal im Titel.

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Musik beim Schreiben heute:

Diego Figueiredo, Na Baixa do Sapateiro v.1

Marco Pereira – Na Baixa do Sapateiro – Festival Acordes do Rádio

The Bambi Molesters: “in: Sonic Bullets”, Dancing Bear, 2001

Was (Not Was): “Hello Dad.. I´m In Jail” Phonogram, 1992

Blur: “Parklife”, Food Records, 1994

Frühstücksfigur!

Man kann nicht sagen, wonach man sucht. Es muss das Überraschende sein. Es muss eine eigene Form haben, eine eigene Sprache, Notwendigkeit. Umgekehrt formuliert: Es dürfen keine Bilder sein, die man schon oft gelesen hat. Nichts, was zu naheliegend ist.

Das hab ich gestern  von der S. Fischer-Lektorin Petra Gropp im Netz gefunden. Und, obwohl es ihr da natürlich um (noch) unbekannte Literatur geht, ist diese “Eingangsbedingung” genau das, was ich zur Zeit mit meinen aufgegriffenen Buntstiften bildgeberisch anstelle. Wie diese große, grüne, luftige  “Frühstücksfigur” da rechts mittig, die mir heute morgen gelungen/herausgerutscht ist:ebk-scan-150803-59fruehsKeine zwei Sekunden und in dieser wohlgerundeten, vertrauenserweckenden Form so nicht wiederholbar – das kann mich als vom Ergebnis selbst erstaunten Schöpfer doppelt begeistern. Da muß man rechtzeitig stoppen, um die kühne Anfangsidee zu erhalten – lediglich zwei Segmente hab ich wegen des optimalen optischen Gewichts ausgemalt – fertig. Über so einen Wurf bin ich immer sehr erstaunt, um nicht zu sagen glücklich. Schließlich hat man schon mehrere Jahrzehnte Seh-Erfahrung hinter sich, und daß etwas Unbekanntes auftaucht, gar unter dem eigenen Stift, ist unbeschreiblich, ist unwahrscheinlich.

Wenn Ihr nun denkt: «naja, ein bißchen Kritzeln und das dann so hochloben ist ja äächt leicht übertrieben.»

Doch jedoch mir geht es da anders: da ist plötzlich etwas, was ich noch nie so (harmonisch oder  spannend in Komposition und/oder Farbe) gesehen habe. Und beim unscheinbaren “BuntStiftMalen” etwas Neues zu finden, finde ich großartig. Denn das kann man ja dann weiter interpretieren. Als “Hauptdarsteller” eines künftigen Gemäldes zum Beispiel. Wie eine Formel, die existent wird und das Schaffen der Zukunft beeinflußt. ebk-scan-150803-59frstfgSo geht es mir seit Wochen- immer wieder erstaunt mich die Unvorhersagbarkeit nach dem “Umdrehen” der Farben und Helligkeiten. Hier noch ein Beispiel von vorgestern:ebk-scan-150802-55cDas Ganze morgens, kaum ist man aus dem Bett, zu machen, ist wichtig: es geschehe mit dem noch schläfrigen Körper und einer dementsprechend  zerebral noch nicht vollständig motorisch kontrollierten Hand. Die macht stattdessen körpereigene Erinnerungsbewegungen, nur mäßig beeinflußt vom erwachenden Hirn. Das wiederum ist wohl noch wiederkäuend mit den jüngsten Input beschäftigt und erzeugt mit der manuellen “Automatik” das Unbekannte.

“Jüngster Input” bei mir: eine gestern erlebte Vision  von organisch “gedrehten” Zelten für Flüchtlinge , die auf dunklen Wegen zu dieser Form beigetragen haben mag – eine neue Herausforderung für Architekten in diesen Zeiten. Denn: “Designer und Architekten setzen sich mittlerweile nicht mehr nur mit der Formsprache ihrer Produkte auseinander, wie bei Bobby Kolade oder Van Bo Le-Mentzel sind auch die gesellschaftlichen Hintergründe relevant geworden.” Anscheinend wird nun endlich das Thema Upcycling, Selbermachen und ein Überdenken der altehrwürdigen Vernichtungsgewohnheiten wahrgenommen. (Vernichtung = consumare)

Hier noch ein Zoom-In auf die beiden winzigen “Gestalten” unten rechts, die ich auch interessant finde in ihrer unzureichenden Zurechnungsfähigkeit:

ebk-scan-150803-59bIrgend eine Mutation aus Eiskufe, Fleischerhaken und Hieroglyph, zackigesInitialen, das rechte Sechzigerjahre Raumkäpselchen, Spinnenelefant auf drei Beinen dafür mit Rüssel ohne Ohren sind mir wert, ans schwarze Brett im Flur gepinnt zu werden – da kommt sicher die nächstgrößere Idee angeflogen irgendwann!

Darüberhinaus gefunden: Tensegrity: Stäbe und Seile machen einen Raum. Hier: Fotos

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Musik beim Schreiben heute:

Thomas Fehlmann: “Gute Luft”, flow publishing/BMG, 2010

Rasterfahndung @ home: TechnoCover 1996

“Ich bin neidisch auf Deine Plattensammlung” schrieb mir mal Matthias und bezog sich auf meine alte Gewohnheit, den Soundtrack zu meiner Bloggerei am Ende der Artikel zu posten. Nun höre ich seit langem mal wieder eine meine Lieblingstechnoplatten. Und kann sie aber nicht ergoogeln. Ein neuer Anlaß, die Bildfindung im Netz mal zu testen. Also bau ich das Cover grob nach (scannen würde auch gehen, aber ich will es der Maschine nicht so einfach machen): es geht darum, Ähnliches zu “erkennen”.

Also ein erster Versuch mit dem da: touche-1996-nachbau

87 x 87 Pixel, das sind 7569 total. Sehr wenig im Größenvergleich zu den Daten im Netz, oder?! Das Suchergebnis bei Google ist hier nachzusehen. Erstaunlich part 1: selbst diese einzelne (!) Bildersuche per einzelnem Upload “merkt” sich Google. Sonst würdet Ihr ja das nicht nachgucken können, was ich gefunden hab. Krass.

Bevor ich das JPG verfeinere, um vielleicht doch einen Treffer zu landen, erstmal beschreibend wirken. Ich gebe das Wort “Touché” in die Suchzeile neben dem Bild oben ein. So heißt die CD und das Label. Ergebnis hier. Dann das Ganze mit dem Tag: “various artists” – auch kein Treffer, aber immerhin schon mal Coverabbildungen von Tonträgern.

Ok, also werde ich das Bild verfeinern: touche-1996-nachbau_02

Schriftformen und -größen sind nun angeglichen, ihre Proportionen der Vorlage angenähert. Das helle Oval hinter dem Titel hinzugefügt. Nach wie vor per Augenmaß. Nach wie vor werfe ich Google nur das Mini-Jpg zum Fraß vor. Testergebnis hier: immer noch nix. Mit der Beschreibung erhält man: (drei einhalb Jahre später = 2018 das Gesuchte. zurück nach 2015. Da ging die Geschichte noch ei paar Schritte weiter:)gar nix Brauchbares. Der Verdacht: ein rares Exemplar eines Bildes, das vor Beginn der massenhaften Uploadära schon wieder aus dem allgemeinen Blickfeld verschwunden war.

touche-1996-muybridgeOk, ein letzter Versuch mit nachgezeichneten & hinzugefügten Figuren, denn

– die Querstreifen auf diesem Cover lehnen sich nämlich an Filmstreifen mit Bewegungsbildern à la Eadweard Muybridge (1830-1904) an:

Diese beiden kachele ich in die Streifen rein. touche-1996-nachbau_03

Ergebnis: auch nix. Ich füge als Beschreibung dazu: “touche compilation 1″- Zack! Da ist es! Prima! Jetzt kann ich testweise dieses Originalbild mit seiner URL eingeben und weitersuchen. Aber oh Schreck: wieder.. nix! Sehr merkwürdig.

Nun versuche ich es ohne Bild nur mit den drei Begriffen “touche compilation 1″. Aha. Geht ohne Verzögerung: das Gesuchte findet sich auf http://www.discogs.com/Various-Touch%C3%A9-Compilation-1/release/98092  (%C3%A9 = é)

Da ist gar ein youtube-Clip-Mix mit einigem Audio-Inhalt eingebunden. Also könnt Ihr das auch hören, was ich gerade höre. Sogar mehr. Remixe additional. Und was lernen wir?

  • Niemand braucht mehr CDs. Alles ist verfügbar, wenn man suchen gelernt hat. Ich hab mal Radio-DJs getroffen, die ihre Sendung direkt von youtube aus zusammenstellen und senden. No kidding.
  • Urheberrecht? Ein Witz. Alle veröffentlichen alles. Und ich darf diese wunderbar schizophrene Klausulierung “mache mir den Inhalt der verlinkten Seiten nicht zu eigen” erneut hier anbringen. Stimmt. Hören/zu eigen machen müßt Ihr schon selber harhar. Ich hab meine Scheibe im Laufwerk…
  • Bezeichnungen-wissen ist Macht.
  • Heutzutage braucht man nur drei Worte, um im Netz fündig zu werden. Das. ist. neu. auf. dieser. Welt.
  • die Bildersuche für User ist noch zu verbessern. Ähnliches bleibt leider nur sehr entfernt Ähnliches. Aber Anregung liefert diese Methode ordentlich: Holzmaserungen, vergilbte Zeitungsausschnitte, künstlich Vergilbtes und – Gemasertes, Statistik und Listen  in unendlichen LayOut-Varianten, The world of Streifenmuster..

Mehr Rasterfahndung @ home (nach, äh, Fischbällchen) hier. Die klassische SETI-Suche @ home hier.

Guten Morgen, Sie wünschten, geweckt zu werden

Überraschenderweise auf einer Queen-CD & da auf deutsch habe ich diesen Satz wiederentdeckt! Heute, 33 Jahre nach Erscheinen der Scheibe ist er ein Relikt aus der Prähändyzeit: der telefonische Weckdienst, den man sich ebenfalls “fernmündlich” für einen gewünschten Zeitpunkt bestellen konnte.

Und geweckt worden bin auch ich. Erst kürzlich vom Phänomen digitale-Bilder-und-Datenverarbeitung in Form eines neumodischen kulturellen Dings namens iconosquare. Und geweckt wovon? Na, vom Schlaf des Eingefahrenen.

Da wurde ich eines neuen, lässigen Lifestyles gewahr, ebensolch beiläufige Fotos zu machen, sie ins Netz zu laden, sie mit Aufklebern (hashtags) zu versehen, die die Online-Datenbank dann immer neu denen anzeigt, die per Mausklick dieses dadurch gekennzeichnete Thema aufrufen. Fotos als Anlaß zu Kommunikation und Vernetzung. Es geht um Anregung, um Zeigen, Präsentieren, Wahrgenommen- und Gemochtwerden. Erstmal.

Da bin ich zwar nicht aktiv dabei, schaue aber gerne regelmäßig vorbei und finde diese Art, lose Bedingungen in Form von thematischen Vorgaben und dadurch provozierte Likes und Kommentare zu modern-sozialen Zwecken zu nutzen, sehr anregend. Als Kulturtechnik(übung) der Zukunft. Ebenso die Art der Bilder, die auf diese Weise zusammenkommen – jeden Tag ein paar mehr. Plätze, Sonnenbilder und Himmelsstimmungen, Schaufenster, Essen, Schilder, Graffiti, Freunde, Partyreste, Essen, alles ortsgebunden. Tägliche (fotografische) Anregungen, die eigene Stadt betreffend, frei haus.

Und im kreativen Sinn anregend ist es überdies: ich hab mich von diesen immerfort quadratischen Bildern zu einem eigenen Design mit Bild-Quadraten anregen lassen. So schaffen es auch Bilder hierher, die mit dem drübergelegten “Passepartout” zu mehr werden als der Summe der Teile.

20580023mannheimgram   29540017mannheimgram   26130028mannheimgram   26140004mannheimgram   27270014mannheimgram   27270034mannheimgram   29510001mannheimgram   29520002mannheimgram   29530026mannheimgram

Quasi ein Ausschlenkern von meinem nun im achten Jahr andauernden Postkarten-von-Mannheim-und-Ludwigshafen-Projekt, bei dem der Fokus sachdienlicherweise auf “Einzelkämpfern” liegt: jedes Bild als solches, einzelnes muß “gewinnen”. Das kann ab und an allzu einschränkend bei der Hirnfreiheit zur allgemeinen Motivwahl beim Fotografieren werden. Das Prinzip Hashtag hat mich da “geweckert” und ich versuche, meinen ästhetischen Filter davon positiv beeinflussen zu lassen.

Und so kriegt Ihr mal meine “Frühwerke” in dieser frisch eröffneten personal Liga hier zu sehen:

26100021mannheimgram   29540006mannheimgram   26120014mannheimgram

Zu schade, sie wegzusperren, finde ich. Außerdem gabs da schon mal nen ersten Schwung. Heute also Teil zwei, vier Aufnahmen davon keine Owche alt. Plus plus: ich bekomme auf diese Weise eine neue Spielwiese geliefert und kann Euch (hauptsächlich) Mannheim  zeigen, wie es mich fotografisch anders/weiters fasziniert ;-)

Danke, #Mannheimgram!

Instagram Goes Fashion – Nachtrag/Lesetipp auf der zeit.de vom 22. März: «Aus Kleidern sind Bilder geworden, die online gezeigt, kommentiert und geteilt werden. Was so wenig spektakulär klingt, ist dabei, die Modebranche nachhaltig zu verändern.»

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Musik beim Schreiben heute:

various artists: “The White Room”, SONY, 2004

Original Soundtrack: “The Pink Panther – Music From The Film Score Composed And Conducted By Henry Mancini”, BGM, 1963

Queen: “Hot Space”, Parlophone, 1982