Category Archives: Text Boheme

Figurine #11 – 1e Schrat 2.0

Nach den gefühlt vier Jahren Corona und allen krassen gesellschaftlichen Verwerfungen, die man da live oder per media “erleben” konnte wirds echt zeit für die aktualisierte V 2.0 des Schrats:
wild treppauf aufeinander geklemmt in überraschend leuchtenden goldorange, dazu reichen wir blau/grünen Querdachs obenauf, 1e Blick undeutbar in ferne Vorne gerichtet, den Kopf dafür eher hinterschulterrücks verhalten positioniert. Die eigentlich geschmeidige natürliche Körperkurve kommt hier als eckig formulierte Wendeltreppe. Mal was anderes, aber: was Modernes? Doch, ja, schon!

PS.: Der Schrat, wie ich ihn verstehe: ein eher männliches Struppiges, das allein irgendwo vor sich hin struppt, schwer ansprechbar und verstehbar ist. Schrulliges, licht bis heavy zerzaustes Outfit incl. olfkatorischen Add On: 1 Gerüchle

Figurine #10 – die Gegenschiefe

Ein typisch “auffällig getarnter” Verkehrskontrollaufsteller mit zwei schräg versetzten technischen Augen. Die Assymmetrie ist auffällig nah an der Kante zur Symmetrie erreicht/verwirklicht. Verwirk Licht. Radarkontrolle mobil Ausführung. Mein Serviervorschlag: durch eine entsprechend gegenschiefläufige Platzierung auf ansteigenden Grund gewinnt die Lage an Symmetrie (zurück?)

Voilá: so entsteht neuer Bedarf an Begriffen. Die GegenSchiefe. Dazu so etwas wie das klassische Gegenstück:
“Gegengerade ist ein Sportbegriff für den geraden Teil einer Laufbahn, der dem Start gegenüberliegt.” (Deutsches Rechtschreibwörterbuch | PONS)

Figurine #9 – das Steckfeld

Eine blankweiße Stehfigur mit Kappe und Torso, der an der Vorderseite mit sechs Pluggen in zwei Knopfreihen wie eine Kochjacke mit einem Stöpsel besetzt ist. Durch dessen knallrote Farbe die ASsoziation: Herzähnlichkeit. Durch die augenscheinliche Möglichkeit, ihn zu verlagern: der Anflug eines elektrischen Steckfelds. Dieser technische Charme wird durch die einfache Kappe/ ansteigend nach vorne steifgegeelte Frisur à la cubisme verstärkt.

Kraftwerksmitarbeiter, passiv eher als aktiv. Programmier- und steuerbar. Befehlsempfänger und -ausführer, aber emotional neutral in der Ausstrahlung.

Figurine #8 – grüne Schlittenpost (Arbeit)


Abschüssig fotografiert – mal was anderes – sieht die F#8 aus wie ein Schlitten, der, führerlos irgendwie trotz erkennbarem Kopf mit Kappe einsam durch kargste Gegend fährt. Geschickt ist. Destination und Herkunft unbekannt. Ferngesteuert per APP mitverfolgt. Man ist aufgrund des Designs und der Farbgestaltung auf lediglich Vermutungen zurückgeworfen.
Wie so ein alpiner Gartenzwerg on the move, durch Gravitation und Kufen in Bewegung gebracht. “Noch 5 Zustellstopps bis zur Zustellung” (Zitat DHL 2024)

Mir fällt dazu ein: Arbeit.
Arbeit ist mehrdimensional, ihre Abläufe oft von unsichtbaren Regeln bestimmt, von weiteren diversen intrinsischen Motivationslegenden angetrieben, mit oft rätselhaft opaken Zweck. Sieht man auch hier, wenn man die Figur in diversen weiteren Profilvarianten betrachtet: b) ein Männchen, das ne Schubkarre schiebt. Oder c) ein Kellner in Old School Schuhen mit dito Schleppe und beladenen Tablett -Produktion & Dienstleistung.

Figurine #7 – das Steigbügelbordbüffet

Eine lange Tafel mit zwei festen Standbeinen aus Toren, deren TürSockel mir aber vielmehr wie Steigbügel wirken. Aufgetischt sind diverse bunte runde “Schüsselchen”, die durch ihre “nahrungsnahen” Farben nach Essen zur Selbstbedienung aussieht. Die perfekte (Start)Ordnung für Büffets ™ ist aber schon etwas aus derselben gebracht, nichtsdestotrotz gerade dadurch ist das Werk erkennbar als solches.

Da mich drei Farben über- oder nebeneinander IMMER an NationalFlaggen erinnern, finde ich bei weiß blau schwarz Botswana und Estland (=sinimustvalge) als weiteren Inspirationsgeber des Boards…

Auffällig bei der Buffettbelegung ist noch die nach außen “greifende”, gelbe “Hand” am langen hinteren Ende – das Gegenstück zu den vollen Schüsselchen.
Ebenfalls die Stellung der Steigbügel”füße”: sie stehen zueinander im rechten Winkel, zum Brett aber im 45°-Winkel. Als handwerksaffiner Poodle weiß ich, daß dadurch die Standfläche verkleinert sprich die -festigkeit vermindert ist, die Füße aber wie echte wirken (können) – eine Steilvorlage zur weiteren, tastenden Interpretation des Dings des Tags!

Figurine #5 – das blaue Tor


Ein blaues Tor mitten in der Landschaft allein, könnte bedeuten: das Prinzip Tor schlechthin. Künstliche Öffnung in einem sonst geschlossenen System? Willkürliche Festlegung eines Brennpunktes? Das balletthaft auswärtsgestellt in zwei mal zwei Richtungen zeigt. Oder gar die Vorstellung, die Fantasie eines unsichtbaren Spiegels birgt?
Tore im klassischen KinoFilm? Mir fallen die stets unerwartet auf- und zuklappenden in den “Time Bandits” (1981) ein und natürlich das 1994er Stargate. Gefolgt von vielen, vielen “Nachfahren”..
Foto/grafisch kubistisch lohnend ™ ! Ein cosykleines digi Spielzeug für die Posterwerkstatt:

Figurine #2- das Pfuschiversum

Auf Anhieb eine Mischung aus einem VerkehrsüberwachungsGestell & nem Löschkran, gemischt mit einem alles krönenden Glubschen automatique einer Kröte/eines Chamäleons, letzteres ja die Augen unabhängig voneinander in den Raum justieren kann. Diese beiden gehen gerne auch als Kameras oder Lautsprecherboxen durch..
Darunter ein aus baulich unersichtlichen UnvernunftGründen random zusammengesteckt scheinender Korpus, zu dessen untersten Etagen ein “paradiesisch” grüner Treppenaufgang hochführt, ebenfalls wirr und upside down zusammengehuscht.
Das Gegenteil also einer ordentlichen, stabil scheinenden Architektur oder, größer vielleicht: Weltordnung. Einer durchdachten, aufgeräumten Organisation. Offensichtlich zusammengebaut aus allem, was im (nie nachkorrigierten) “Bauprozeß” nacheinander so angeschwemmt kam. Kurz:

ein klassisches Pfuschiversum

Könnte auch ein Symbol für das sein, was der Mensch auf Erden bislang so angerichtet hat..Da fällt Euch vielleicht noch mehr zu ein..Vergleicht damit mal sowas UberOrdentliches wie den Palladianismus oder Serliana oder…

DrehbuchTürchen! Wir gönnen uns!

Na, damit hat es ja etwas auf sich in Detuschland: Das Sich-etwas-gönnen™: es lebt im Schatten der unermüdlichen Schafferei, ist gar moralisch konnotiert mit leichten PLUS als sowas wie ne “gerechte Pause” für Schaffer und Wuhler (süddeutsche s Synonym).

Ich als gemütlich schlendernder Pudel seit 1999 drehe daran gern etwas herum (sprachlich = bedeutungstechnisch) und schlage heute mal vielleicht die Verwendung als “Ich gönne mir mal etwas Arbeit mit dem Vergnügen” vor. Ganz im Sinne des Herrn Igor Stravinsky: “Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen” 😉

Und so will ich, saisonal passend, die ehrwürdige Erfindung der Adventskalenderunboxingkultur nutzen, um

  • aus im Mai dieses Jahres mindless zusammengeklickten Klemmbausteinen (Film-)Charaktere zu entwickeln.
  • textfarblich vorzuführen, wie ich Ideen erst ansammle, dann verdichte, und schließlich vervollständige also 1 = personial Tutorial.

Diese FigurinenSammlung sieht heute, am 1. Dezember 2024 so aus:

Man beobachtet Sachen im Leben, die man nicht nur als unbedingt wissenswert fürs eigene Leben erkennt, sondern das dringende Bedürfnis verspürt, die dahinterliegenden Mechanismen als Warnung für potentielle “Opfer” möglichst plakativ zu kommunizieren, um als Tonnen von Sand in diesem als äußerst destruktiv erkannten Getriebe zu wirken.
Vor fünf Jahren entstand so die Idee, eine selbst aus nächster Nähe beobachtet/erlebte “Geschichte” erst in ein Drehbuch, dann in einen Film zu formen.
Als passendste Weise, diese wichtige Erfahrung breitenwirksam weiterzugeben, ist für mich Spannung-im-Bild erkannt: also soll ein PsychoThriller, gar gemischt mit Action-Filmanteilen davon werden.

Zur Vorarbeit (ich hab mit Filmproduktion und Drehbücherschreiben bislang null zu tun):

Den literarisch berühmten Bewusstseinsstrom als Technik der Ideensammlung nutzen: jeden neuen dezembrigen Tag soll sich öffnen: ein ganz klassisch durchnummeriertes Türchen, durch das dieser zusätzlich eintrömen/ausströmen kann. Hinter diesen Türchen hab ich in der vergangenen Woche nicht nur erst mal frei getextet, frei assoziiert, sondern, so der Plan, baue ich nach VerÖffentlichung/Öffnung/going live immer weiter an – in FontFarben deutlich markiert.

Die Vorgeschichte der Figurinen:

Steine des kreativen Anstoßes sind nicht verbaute Klemmbausteine aus Dänemark. Kleine Figurinen, schnell und geistig abschwesend zusammengeklickt ergeben nun “Anlässe”, sich darüber im Sinne einer Figurenerfindung zum Geschichten erzählen und -finden genauere Gedanken zu machen.
Quasi so ne Art Drehbuchschreib- und FigurenentwicklungsBaukasten aus dem Nichts. Das Nichts in diesem Fall 😉 sah anfänglich so aus:

Kurz: angefangene Ideen haben bei mir einen besonderen Status. Egal, wie weit hergeholt, spinnert, undurchführbar-scheinend ™ oder abseitig: ich weiß aus Erfahrung, daß diese periphere Lage im Wichtigkeitsuniversum nichts über das Potential dieser Ideen und Anfänge zu sagen hat.

Zumindest bei mir.
Denn aus allem kann alles werden. Deshalb sind Ideen anderst. St. Ander 😉

blb vlk pln zbrnd

Heute: Rekorde zum Anhören. Gehe dazu ins Museum der Rekorde und Kuriositäten im südböhmischen Pelhřimov. Da drinne solls nen Satz aus 52 Konsonanten geben. Keine Vokale.
Ganz schön schräg? Ganz schön schräg!
Oder statt reisen: online anhören. Fernunterricht quasi: https://deutsch.radio.cz/blb-vlk-pln-zbrnd-zdrhl-hrd-z-mlh-brd-skrz-vrch-smrk-v-ctvrt-srn-krc-8543276

Ich bin über alle vermuteten Maßen amüsiert und bastle aus untiger Aufnahme meines erstaunlicherweise vorhandenen äh tschechischen(!) Wörterbuchs Metoula-Sprachführer, Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung 1914, Neunte Auflage, für an den Spind zum ständig Sehen und Lachen & Üben können: