Kategorie-Archiv: fotografie per se

Mais in Öl – nein, no Pop, no Style*, no Pop’o'Corn

Mit meiner Filmkamera at hand  und out door hab ich gestern ein neues Feld der Fotografie entdeckt – ein unklassisches double feature gewissermaßen: man macht ein Foto zwei mal. Oder, genauer: man sucht zwei mal aus, zoomt sich quasi ran ans “Endbild” durch eine Auswahl in zwei Stufen. Das ist der Gedanke des Tages beim Sichten des aufgenommenen Filmmaterials genannt “daily practice of Schwenk’n'Zoom”.

Zweistufige Näherung bedeutet: man nimmt vor Ort Filmmaterial auf und sucht aus diesem Material daheim dann die besten StandFotos aus. Superspannend dabei die Idee der Stufen der Attraktion, wenn man wie ich zuerst am Rande des Maisfelds anhält, weil man a) die Monochromie unter diesem speziellen verschatteten Nachmittags WolkenSonneLicht super fotogen findet. Beim anschließenden Aufnehmen allerdings bemerkt man, daß das ausklappbare Display bei Aufnahmen mit beiden nach oben gereckten Armen, die Kamera in zwei Meter zehn Höhe zu weit weg ist, um genau auszusuchen = Details zu berücksichtigen, auch wegen des sonnenseits “überbelichteten” Bilderkennungsstörung eine Aufnahmesituation, die unter “Test” und “Ausprobieren” laufen muß.

Also hält man on location erstmal “nur” die als bewährt erwiesenen Regeln für Schwenks ein:

zu langsam, dafür ausreichend lang. Also immer schön  im motorisch eigentlich unerträglichen Schneckentempo. Und das mindestens immer eine halbe Minute. Wenn sich das Motiv lohnt, gerne auch bis zu drei Minuten. Falls der Bewegungsapparat das mitmacht. Und produziert so erstmal nur laufende Meter, auf die Möglichkeiten des Schnitts, der Fantasie und der möglichst großen Auswahlmöglichkeiten vertrauend. Also etwas ungehalten (innerlich) und ungefähr so (gerafft und sprunghaft geschnitten zur Illustrierung – DAS hat Spaß gemacht):

moviepoodle_1060739scsh01Ich hab den O-Ton weggelassen heute und auch nix anderes (Geräusche, Musikalisches) angefügt. Es geht diesmal  ja rein ums Bild in der Menge. Außerdem:  Maisfelder in Stadtnähe unter der Woche haben alle denselben Soundtrack: rauschender Verkehr in a distance. Krass.

(Nachtrag/Idee am Tag danach: diesen ZwanzigSekundenClip könnte man exemplarisch mal zum Vertonen benutzen. Ganz so, wie seinerzeit dieses verwischte WinterwaldbildFoto zur mannigfachen “Auslegung” via Krimititel-drüberkleben. Mir fallen da selbsterzeugte Schrittgeräusche im Feld, gehetztes Atmen (also FilmKlischeeGeräusche für Maisfelder) oder dolldreist Sachen wie Rollschuhgeräusche, Blasmusik oder Stimmengewirr (!) ein ;-) )

Und dann, abends zuhause und nach einer mehrstündigen Foto- und Analytischer-SehPause das Erstaunen: da sind ja richtig sehenswerte Einzelbilder dabei: solche, die auf eine Weise faszinieren in der Bildaufteilung und -komposition. Bilder, die mich begeistern. Und die ich vor Ort gar nicht in ihrer Schönheit wahrgenommen hab – kein Wunder bei dem Maisblattoverkill.. Dazu hätte ich mich stundenlang reinknien müssen.

Könnt ich mir groß in Öl vorstellen!

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Ebenfalls extrem interessant, sich per footage selbst zusehen zu können, wie man sich dem Endbild nähert, einfach durch Film gucken. Ein bislang unentdecktes Plus des langsamen Schwenks’n'Zooms – das ich gestern eigentlich nur mal in freier Landschaft üben wollte. Üben und mal sehen, ob

  • dieses amateurhaft handgeführte Aufnehmen für irgendwas taugt – schließlich gibts ja mittlerweile erschwingliche Rigs, die komplett verwacklungsfreie Bewegtbilder aus der Hand ermöglichen.
  • ob ich das Aufgenommene zuhause als wertig für Filmzwecke bestätigen kann (teilweise). Oder ob es gar…
  • schon einen “Sinn für Vorahnungen gibt, wie die Sequenzen im Fertigen wirken (Null. Vorort bin ich zu beschäftigt und aufs Bild konzentriert, um mir Schnitte, Abfolge der Sequenzen oder gar Vertonung vorzustellen. bislang.)

Wenn ich mir nun das Dutzend frisch geschnittene Screenshots so auf der Zunge zergehen lasse, sie also mit Muße wiedersehe, fällt mir überdies die doch von Bild zu Bild starke Schwankung in der Räumlichkeitswirkung auf. Also das Gefühl von Weite, von  räumlicher Situation,  entweder von Beengtheit oder, im positiven Fall: Intimität, die diese trockenen Blätter=Flächen je nach Raumlage und Kamerawinkel zu generieren in der Lage sind. Und erinnern mich an dieses fantastische Zwischengefühl, weder draußen noch drinnen zu sein, wenn man sich in griechisch-römischen Tempelanlags-Ruinen zwischen den Säulen -  oder in Kiefernwäldchen bewegt.

Erstaunlich: genau dieses seltene Raumgefühl kann man an einem derart  zerbraust-zertrockneten Maisfeld testen, kann diverseste architektonische Gegebenheiten reihenweise mit der Kamera “notieren”. Zur Erhellung, Beispielhaftigkeit und zur (raum-)gestalterischen Lehre. Grandios! Und alles fern von jeglicher Farbkombinationswirkung

moviepoodle_1060752scsh01Zur Verortung oben als Abschluß Maisthema dieses Bild, das dem gemeigten Ortskundigen die nördliche Nähe zum Mannheimer Großkraftwerk offenbart. Und da gings auch anschließend hin, war es doch das eigentliche Zoom’n'Schwenk-Ziel.. Doch cinematografisch davon später. hier erst mal ein paar schnippische Filmstills als Motivanreger – gar zum Selbermalhinfahren?!

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Natürlich hab ich dort auch noch einige “echte” Fotos gemacht, die ich ausschließlich a) dem grandiosen Zoom  und b) der Makrolinse bis zu 1cm (!) Abstandstauglichkeit der Kamera “verdanke”. Minus hier: mich stört die digitale Anmutung. Das Licht war anders, undüsterer. Die Farben ebenfalls. Irgendwie deutlicher. Naja, kein Wunder nach achtunddreißig Jahren analog..

Aber als Motivideen außerordentlich tauglich..

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PS.: auch wenns übrehaupt nicht so wirkt: alle Bilder sind von gestern nachmittag! ;-)

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Musik beim Schreiben und fahrig ;-) Schneiden heute:

“The Story Of Jamaican Music”- Part II: “Reggae Hit The Town – 1968-1974″ * – get a glimpse of it here.

i:cube: “adore”, VERSATILE RECORDS, 1999

Gottberg: “Do You See Me?” , 2008

Smole City: “Flying Away”, ZOMBA, 1997

What A Little blaulicht Can Do

Das Thema “fotografische Gelegenheit” ist ein spezielles kreatives Gebiet, auf das jeder mit Kamera ab und an stößt, ist er nicht grad als lost places Spezialist oder StraßenFotograf drauf abonniert. Mir passierte es gestern abend, daß mir das Blaulicht von gegenüber erst auffiel, ich mich dann ob des leeren Fahrerhauses des Sanitätswagens gegenüber ermutigt fühlte (“das kann dauern, also mach was draus!”), und dann zügig zur Kamera griff. Zur Filmkamera muß ich sagen, um das Geflimmer mit den Bewegungen meiner “Libelle” überlagernd auszutesten. Und natürlich, um das Blaue für die Stills zu erwischen.

Die Clips will ich hier zwar nicht präsentieren, das zweimal An und Aus per second nervt dann doch zu schnell, aber ein paar gelungene FilmStills dürfen; und bringen ob der Färbung und der Kargheit des Motivs (=Aufenthaltsortes) einen ganz besonderen Flair ins Spiel. Der mich an dieses Achtziger Indie-Bunkerfeeling und den damals sexy neuen Untergangsdüsterchic erinnert – mittlerweile Grundausstattung UnterhaltungsIndustrie. Googelt allein mal dieses erste obere Bild, dann seht Ihr, was ich meine… moviepoodle_1060561scsh01moviepoodle_1060566scsh01moviepoodle_1060561scsh03moviepoodle_1060563scsh01moviepoodle_1060562scsh01moviepoodle_1060597scsh02

Super spannend, sich dazu ne (noch nicht vorhandene) Filmhandlung vorzustellen, n’est-ce pas? Gehts da wohl um zeitgenössische Science-fiction, um (thought-)Verbrechen oder eher um was Psychohaftes… oder um ne gelungene Mischung? Plus: dieser ungewohnte, manchmal ans Unsichtbare grenzende Gegenstand im Bild trägt mir sehr zum “Alienhaften” bei. Als Moodboard also prima zu gebrauchen, diese Bilder. Besser als die rohen Clips selbst! Ich schwör!!

Für geistig Interessierte™ hab ich auch noch n Pärchen An-Aus  :: Blau-nahezu-farblos-Bilder angefügt. Da kann sich der Willige davon überzeugen, was ich mit nervig meine ;-)

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(dunkle) Musik zum dunklen Geflimmer heute, Sternchen fürs Video dazu:

und á propos Jonathan Glazer (Regisseur oben verlinkten “Under The Skin”): lissentu seiner MusiClips-10er-Sammlung auf youtube

Musik beim Schreiben:

manchmal funktioniert Musik zu dunkeldüsteren Bildern vom entgegengesetzten (=hellen) Ende ebenfalls, hilft auf eine weitere Ebene der cinematografischen Irritation – oder eher: Inspiration?!

So Up wie Kristian, so knallig wie Txema, so geheimnisvoll wie Elizaveta

..sollen “meine” künftigen Handtaschenmodefotos sein. Doch doch: darüber mach ich mir viele Gedanken. Noch bevor es die Täschchen überhaupt gibt. Denn was auf Fotos mondän, exzellent, schmuck, chic und modern aussieht, m.u.s.s. doch in echt eines Tages genauso sein: wie erträumt ;-) hbk-hbe-scanp-180324-620g-rUnd Träumen fiel noch nie so leicht wie heute: wann bitte hat man in der Menschheitsgeschichte von zuhause aus eine solche Chance zur Inspiration gehabt wie dieser Tage:

Googelt  allein schon Sölve Sundsbö oder Nick Knight, da bekommt Ihr  das Experimentellste zu Gesicht, was sich bislang in meiner Liste findet. Und die ist surely schon ordentlich angewachsen, ob das nun Fotografen, Models, Posen, Settings oder allgemein: Ideen sind, die man ins Bild setzen kann. Und alles darf mit, von digitalen Retro Collagen, Kirlian Fotografien, Anime-Styling bis zu Nixieröhren-Steampunkretrokonstruktionen und Luftblasenanimationen aus VideoGames.

Beim vielen (Mode)Schauen finden sich natürlich auch (Werke von) aktive(n) FotografInnen, die mich begeistern. Denn schließlich sollen meine künftigen Handtaschen artgerecht ins Bild ;-) Und da müssen schon Visionäre ran, wenn ich mir zum Beispiel solch neusten Entwürfe (die nämlich von gestern abend) angucke:

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Da brauchts Arsenal&Imagination, in welch fantastischer/urbaner/märchenhafter Umgebung diese Taschen passend vor der Kamera platziert werden möchten.

Hier also meine Wahl so far:

Wenn auch mit eigentlich übertriebenem ordentlich Prop-Aufwand begeistern mich diese wundersamen Bilder von Kristian Schuller. Dessen Leidenschaft für den Zirkus und die Weite des Himmels bringt Gegenstände und Szenerien ins Bild, die man sonst nicht so opulent auf Modefotos sehen kann. Und die Fotos wirken uplifting, voller unbekümmert-eleganter Energie wie die (gerne) ans Frivole grenzenden von Ellen von Unwerth (als weiblicher Gegenpart). Und sind (mir) nicht so exaltiert=übertrieben austaffiert wie Tim Walker- (cooles Video-Porträt hier) oder David LaChapelle-Werke, die in dieser Opulenz ja auch schon der Vergangenheit angehören. Dann, mein hombre Numero eins: Txema Yeste. Es muß an der gleissende Helle seines Herkunftslandes Spanien liegen, daß diese Bilder eine dunkel knisternde mystriöse Erotik ausstrahlen – all dieses Rot und Yves-Klein?Blau in den Bildern! Lest das Interview! Und hier meine fotografische femme Numero eins: Elizaveta Porodina. Da gibts nen interessanten Artist Statement Film ‘zu. Der ist leider nicht auf ihrer Homepage. Ebensowenig wie das Interview mit Txema auf seiner….das alte Leid mit den Kreativen..

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Also: (Mode)fotografen der Gegend! Ist da jemand? Der /die /das auch will?

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Musik beim Schreiben heute:

Moby: “Hotel”, Bonus CD (!), Virgin, 2005

The Quiet Boys: “Can’t Hold the Vibe“,  Acid Jazz, 1992

St. Germain: “Boulevard”, F Communication, 1995

Himmelswiesensternefrühling! plus! Astrolab!

“Genug “Schaufensterzeit” fürs letzte Soodlepoodle-Outfit” (ganz pur, nur ein Farbkreis am Bildschirm) , so meine Samstagsgedanken heute, als im Radio… Sommerzeitumstellung angesagt wird für heut nacht, eine Stunde weggeklipst, dafür abends länger hell. “Ich will was Frisches” denke ich und fang an herumzusuchen.. Am besten mit gleichfallsiger Umstellung: aufs Helle, auf Energie, auf Sich-nach-außen-öffnen nach dem langen Kalten W.

Dazu male ich ne Tulpe in der Sonne. Also: erstmal ich in der Sonne. Die Tulpe dann irgendwann nach zehn Strichen/Hieben auch ;-)

Hey kids, I shrunk the Frühjahrsgrüße! hbe-scanp-180324-620_tulipDann probier ich an einem wiedergefundenen Foto vom April 2007 herum, @home in Mannheim aufgenommen. Mit längst verschwundener Kunst im öffentlichen (Rück-)Raum. Wer kennt diese Installation noch? Nur von der Witterung touchierte mannshohe Plexiglasbubbles. Ohne Bewachung, ohne Kamera; Zeiten ohne Randale/Demolage oder stammhirngesteuerter Graffitiseuche…start-61540024blurNatürlich habens mir die Gänseblümchen auf der Fläche dahinter angetan und ich hab so lange an dem Grün und dem Kontrast herumgemacht, bis das Astrolab fertig war: eins mit Blümchenwiese als backdrop ;-)   54640021_astrol2hier die Arbeitseinstellung “Header-fürs-Blog-ausschneiden”:54640021_astrol1 und dann hab ich mich auf ne himmelsnachtblaue Version als Startbild und ne saftgrüne Version plus Menue festgelegt: und ja,  recht gesehen: ein paar dreist ergoogelte Schriftzeichen oben links | rechts nach dem Punkt Handbags sind erstmalig eingefügt: 54640021_astrol3japanese_for_handbag… also das↑ sollte das↓ bedeuten smiley-blush. Mmh. Vielleicht sollte ich es mal mit jemand versuchen, der/die sich auskennt. Some Japanese “fashion translators” out there for my  クラッチバッグ | デザイン | ドイッチュ project?

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Noch mehr und klassischknallige Frühlingsblumen find ich grade als heutiger Instant-Nachtrag auf diesem lustigen Musiker-und-sein-”Arbeitstier”-foto, das im Zuge obiger Serie, irgendwann später entstanden ist: Hi again, Superfro! 54620007 _______________________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

Jamiroquai – “Time Won’t Wait” [Bass Cover] heute 10.290.039 Aufrufe. Hey! Marta!

Queen: “Hot Space”, EMI, 1982

Danny Gatton: “Cruisin’ Deuces”, Elektra, 1993

Stereolab: “Dots And Loops”, Duophonic, 1997

Yoshinori Sunahara:” Pan Am – The Sound of The 70ies”, Bungalow, 2000

Spice: “Vario bel air”, SPV, 1996

#So #doch #wohl #nicht! – die neue Soodlepoodle Galerie

Ein Woche bis Weihnachten. Das letzte “Coverdesign” des Jahres, mein KunsthallenZoom hat ausgedient: die Türen dort standen drei Tage offen und auch ich hab mal nachcheckt, was meine Nachbarn kurz und treffend drüber sagten: “schöne Menschen machen selfies vor leeren Wänden”. Das pusht mich, hier maln paar “unleere” Mannheimbilder zu posten und hab das sommerliche Abendlicht 2007 unter der Schumacherbrückenauffahrt rausgekramt und einen lustigen (Nieren)schwung plus verrutschtes  Badezimmerspiegeloval draus gedreht:

auch der neue Blogheader geriet schön dezent gotisch durchgebogen:header-94810023.jpgbeim dazu notwendigen Ausschnitt -1600 x 230 Pixel- auswählen kamen dann folgende zwei Werkstattshots/Making-Of Shots zustande – ebenfalls vorzeigenswert, wie ich finde (Spiegel= Symmetrie=immer gut…):94810023mirroir00 94810023mirroir81.. und beim “Ausflug” ins Archiv “erschienen” noch folgende Werke. Die papp ich hier auch noch dran. Also nix Eintritt frei vs. leere Wände.

#So #doch #wohl #nicht!

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Mein Zeitaufwand von A-Z:   2 Stunden und 7 Minuten.

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Musik beim Stellen & Hängen:

The Solid Doctor: “Beats Means Highs”, PORK, 1996

Steely Dan: “Two Against Nature”, Giant, 2000

Der DollyZoom in der Fotografie

29540032-33retHeute fange ich – statt der üblichen Einleitung – mit diesem selbsterklärenden Doppelbild an. Man muß nicht wissen, daß ich die beiden Fotos direkt nacheinander gemacht habe, sie also einen Platz direkt nebeneinander auf dem Negativstreifen gefunden haben. Auch nicht unbedingt, daß es ein typischer Frühlingstag 2015 mit ständig wechselnder Beleuchtung war, so daß nur wenige Minuten, in denen ich die Entfernung zwischen den beiden Aufnahmepunkten zurücklegte, zu diesem eindrucksvollen Beleuchtungswechsel genügten.. Es reicht, sie einfach ein wenig anzuschauen. Dann fängt man automatisch an, zu überlegen, wie diese Maßstabsveränderungen möglich sind.

Der DollyZoom, das kann man eigentlich nur als Kinoaficionado wissen, ist eine spezielle Kamerafahrt, die eigentlich fix zueinander stehende Bildteile – Vorder- Mitten- und Hintergrund- zueinander zu verlagern imstande scheint. Während man sich heranzoomt, entfernt sich die Filmkamera per Wagen ( =Dolly ) vom Geschehen. Der Trick gelingt, wenn durch exaktes Zusammenwirken von Fahrer und Kameramann das Hauptobjekt immer genau gleich groß im Bild bleibt. Genau so, wie auf den beiden Fotos also. Nur ohne die Bewegung “dazwischen”. Diese in weiteren Beispielen aus der klassischen Filmgeschichte kann man sich anschauen auf  univie.ac.at, die schon vor zehnplus Jahren ein gewisser Herr Fuxjaeger zur Weiterbildung ebenda versammelt hat.

Leider, so der Tenor dieses Artikels, ist der Dolly Zoom spätestens seit den unendlich oft wiederholten Programm-Trennern von 3SAT anfangs des Jahrzehnts “verbrannt”, zum furchtbaren Klischee erstarrt und so total indiskutabel für moderne, ernstzunehmende Filmprojekte.77980022c2b

Na, da hat ja die Fotografie ne Chance, diese unselige Bewegung wegzustoppen und nur zwei Punkte dieser Veränderung zu bebildern..Mit dem Fotografieren dieser meiner neuen Edition, die nun auf Alu-Dibond im Fenster der Mannheimer Galerie/Vergolderei Theuer und Scherr zu begutachten ist, kommt mir eine neue Idee für dieses in Mannheim doch recht,  äh, häufig fotografierte Motiv: die Galeriescheibe vor dem Diptychon spiegelt weitere ortstypische Komponenten – Galerie und Turm liegen am selben Platz-  in die Fotos rein und das Bild verdichtet sich auf ungewohnte Weise.

Seht hier ein paar Kombinationen, hier im “abgesunkenen Halbkreis”, als ne Art fake Schwenk über nen fake Zoom montiert ;-)

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Am krassesten diese Aufnahme unten, die wie eine Doppelbelichtung die Lokation “remixt” und am Platz versammelte Elemente in die Bilder fusioniert.77980023 Wer sich die Mühe macht, die beiden vor Ort anzuschauen, wird auch in den Genuß des stark vergrößerten Filmkorns kommen, das bei dieser doch fast 30-fachen Vergrößerung der Kleinbildnegative deutlich sichtbar wird. Hier noch etwas deutlicher als beim Wasserturmmotiv Güterbahnhof vom letzten Jahr..

Beim Googeln gefunden: dat janze mit den virtuellen LEGO-Blöcken von Minecraft nachgebaut und kameradurchflogen – bei Tag und Nacht. Städte(nach)bau einmal anders ;-) Allerdings hätte ich als Soundtrack dazu gerne die “Secret Journey” von Police…

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Das muß jetzt einfach sein, bei all diesem blühenden Leben, das aus allen Astenden schießt: nachdem ich die Blüte der sechs kleinen Kirschbäume am WEst-Ende der Adenauerbrücke dieses Jahr schon wieder verpaßt habe, sollte mir das mit den stadtteilbekannten Magnolienbäumen nicht passieren.

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Und: es war ja auch null Aufwand, die Sonne schien, der Himmel bläute, und diese großen Blüten standen in vollster Frische und Pracht. Wie man jedoch aus Erfahrung weiß: keine vier Tage. Dann wären sie alle abgefallen und zu einem etwas halsbrecherischen Bürgersteigbelag mutiert. Es mußte also geschehen und ich probierte mal was Neues-mit-Bäumen: mit dem TeleObjektiv ganz nah rankommen.

Warum ich plötzlich “Blumen” fotografiere?

Dreierlei Grund: durchs BlumenMalen wurde ich mir jäh/endlich der exzentrischen/ erfinderischen Bauweise dieser Geschöpfe bewußt. Also warum nicht schnell mal am natürlichen Vorbild vorbeischauen zur Anregung? Und dann anschließend = jetzt  Bloßfeldt Fotos gucken zum “Nachwürzen”. Oder Tine Poppe Bilder. 74940003Und mit nem Tele kann man so schön Vorder- und Hintergrund trennen – Bokeh-Liebe, you know..

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Plus obendrein: durch mindless  Auto-Farbkorrektur schafft man den Sprung vom eigentlich Rosa- ins Lilafarbene. Hat doch auch was, oder?! b) Abwechslung. Frühlingsgefühle. Launigkeit. Spaß dabei. Und die heimliche Vorfreude, wenn diese Blumenfotos demnächst in meiner Galerie auftauchen werden. (Nachtrag vom 22.4.2017: Ah- da  sind sie ja! Und fügen sich nahtlos ein ;-) ) Dann – fraglos – die übliche Entmutigung, wenn man wieder mal bemerkt, wie schwer ein herausragendes Bild davon zu erreichen ( a-chief-ing) wäre… Danach gehts wieder frisch ans poodlige Tagwerk.. c) aus archivischen Gründen: ich hab nämlich bemerkt, daß ich Fotos von Blumen- und Blütenmeer(en) gebrauchen könnte. Für LayOut-Aufgaben wie diese:

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hier seht Ihr besagte “verpaßte Kirschblüten” – die “machen” mir hier ein neues Porzellan-Design durch “Hineinrechnen” – ohne wäre der Teller weitaus langweiliger anzuschauen ;-) Als ich diesen brauchbaren Effekt entdeckte während ich spielerisch mit Tellerfoto und gegen(?) meine Japanklischees hantierte (die Original-Karten sind von Akane), wurde mir jäh die Nützlicheit von Blumenfotos außerhalb von Postkarten und Kalenderblättern bewußt ;-)

…und ein neues DeckblattDesign des Soodlepoodles ist auch dabei herausgekommen:

..und na alsomal wieder (4 kleine Worte machen (m)eine Galerie) was gelernt: Ihr blickt auf einen Baum mit berühmten Namensgeber: Pierre Magnol (1638-1715). Und ein neues Wort: “Ehrentaxon” (ebenda)

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Musik beim Mit-dem-(Maus)Daumen-B-Grünen heute:

The Shins: “Wincing The Night Away”, Sub Pop, 2007

Art Farmer: “Here And Now”, Mercury, 1962

Halt ein Wiedersehen im Kleinen

Immer, wenn ich denke “so, das wars dann mit der Fotografie“, packt mich jäh der Blick nach draußen auf außergewöhnliche Licht- und Wetter-verhältnisse und wie ferngesteuert häng ich mir dann die Fototasche um und verlasse die Wohnung.

So auch letzte Woche, na, die mit dem eisigen NordOstWind, während der ich eigentlich nur raus wollte, wenns unbedingt nicht anders ging. Und daß ich die Kamera mitnahm tat ich “nur so”, falls es da was gäbe auf dem Weg zu meinen Postkarten”stationen“..

Es gab was, wie die Fotos des neuen Poodle unten zeigen: grandioses Wintergegenlicht, das in der Ferne diese unnachahmlich Farbkombination aus blasslichten Beige und zarten Dunstgraublau bietet. Und wenn dazu noch Silhouetten dieser fragilen grafischen Art hinzukommen.. gibts für mich kein Halten mehr:Zu schade, hätte ich dieses Licht, Gelegenheit und diese drei kühlen Kohlen Kegel verpaßt, finde ich..64010023 An diesen Rheinkilometer 415 war ich aber eigentlich wegen eines anderen Motivs gefahren. Eines, das ich für meine Postkarten zwar schon vor Jahren als solches entdeckt, aber nie im rechten Moment “angetroffen” habe. Und der rechte, der sprichwörtlich “entscheidende Moment” ist beim Postkartenfotograf, der ja selten vorbeihuschendes “Personal” ablichtet und dem Sekundenbruchteile demnach wurscht sind eben der mit dem “richtigen” Licht. Sprich: Wetter.

Und in solchem Fall, das geb ich unumwunden zu, werd ich plötzlich vom serendipischen Schlendrian betont unauffällig extrem hartnäckig: ein lohnendes Motiv ist trotz “schlechter” Beleuchtung gefunden/erkannt – armehochreiss!  Jetzt ist Geduld und Spucke gefragt. Und zu jedem “Besuch” fünfzehn Kilometer Radfahren angesagt.  b.u.e.h. (betont unauffällig, extrem hartnäckig) eben..

Außerdem – ein zweiter guter Grund zu körperlicher Bewegung an frischester Luft – meine im neuen Jahr arg forcierten pinXographischen Anstrengungen – schaut einfach mal auf die letzten Einträge hier – das war ne Menge Heimarbeit, vor allem in piefigen Möbelhäusern diese gewählt extrovertierte Inneneinrichtungen aussuchen und dann auch noch passende-Bilder-hängen. Das brauchte irgendwann eine überfüllige Lüftung.

Ob das Foto diesmal “geworden” ist, kann ich erst sagen, wenn nicht nur alle zwei Dutzend davon gesichtet und vorgeschnitten sind nach dem Abholen vom Labor morgen, sondern auch genügend Zeitverstrich aus dem notwendigen Abstand zum frischen Wiedersehen “erledigt” werden kann.

shrunk-collection401-432So gehts mir mit allem Werk und heut abend hab ich mich revisionsmäßig an die jüngsten PinXoGraphien gesetzt, um Euch die ta-dah!

4. geschrumpfte Collection

anzubieten. Von Blatt #401 – #432 the best of in 200 x 120 Pixeln. Mal wieder mit dem Hinweis: die sehen so klein am besten aus!

Seht Euch die erste, zweite und bislang dritte dazu im Vergleich an!

Mir kommt diese “Schrumpfarbeit” insofern sehr entgegen, als daß ich  die Werke mal wiederseh´ im gurgelnden Fluß der stetig neu hinzu kommendeN. Und mich damit erinnern hilft, was da an Wundersamen schon da ist. Um vergessene gestalterische Ideen in einem der künftigen Blätter zum aktuellen “Style” hinzuzufügen – denn bei dieser Masse an Material verschwinden schnell einige Ideechen vom Schirm..

Auffallend bei dieser neusten Auswahl ist meine miniaturelle “Entdeckung” der blassdunklen Versionen, die ich, wenn sie in Originalgröße in Arbeit sind, eher mehr aus Vollständigkeitsgründen wegspeichre. Aber hier finde ich fühlen sie sich an wie aus einem Ausstellungskatalog von Bildern der Zwischenkriegszeit:

kids_i_shrunk_ntr311-vkkids_i_shrunk_ntr320f-r2v6rkont kids_i_shrunk_ntr349-r4v2r2 kids_i_shrunk_ysp407b

Und als Spickzettel für ne Werkschau irgendwann – extraprima!

GrammatikSerendip (doch noch) des Tages:

«Als Durchkopplung wird in der Sprachwissenschaft ein Determinativkompositum bezeichnet, dessen Erstglied eine Koordination zweier freier Morpheme bildet, »  …und die grammatikalische Rechtsköpfigkeit, ein fundamentales Strukturprinzip für die gesamte Grammatik. Hey!

Beispiel: Töpfereibetriebseröffnung = {Töpfereibetrieb} + {s} + {Eröffnung} (Komposition mit Fugenelement {s}). Rechtsglied: (die) Eröffnung ist der Kopf und macht das ganze Wort zu einem Femininum.

und der Hiattilger. Nein, keine exotisch-falschgetippte Raubkatze ;-)

Dat dollste: alle-diese-vier sind eng mit meinem WortspielpoodleSteckenpferd Komposita verbunden. Hamwer das geahnt? Nö!!

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Musik beim Schreiben heute:

Plastikman: “Consumed”, Novamute, 1998

Mal was knapp außerhalb der geometrischen Abstraktion!

Der ruhige Fluß des Januar. Alles hat sich zurückgezogen, probt einen neuen Fluß des Lebens, sammelt Energie und Ideen für eine neue Version V.17 und pendelt sich ein in Richtung neuer, geschmeidig-Kraft-fürs-Wesentliche-sparende Routine – die ist nicht negativ gemeint! Ich ebenfalls nutze den ersten Monat des Jahres dazu, meinen Postkarten ein neues, seit Erscheinen der Greifenrückwand schnell liebe Tradition gewordenes Experiment anzufügen -

Leude, es kann nicht immer nur Blumen, blauen Himmel & ewigen Wahrzeichenfimmel geben ;-)

Seit gefühlt/geschätzt zehn Jahren ruht das Neue nun zwar in meinem Archiv, war aber irgendwie schon immer auf meiner inneren to-do-as-p-card-Liste:12960031

Denn da wohnt eine rätselhafte Ordnung in diesem Bild/dieser Konstruktion, die mich fasziniert. Und damals vor Ort fotografisch nach einer “Lösung” schrie, die genau diese Ordnung im Angeschwemmten optimal zur Zeige brächte. Meine Lösung: die äußerste Einrückung des Bildausschnitts (mal wieder), der alles Unnötige außen vor läßt, das Wesentliche dadurch zum Bildinhalt macht  – Andreas Feiningers “Seh”schule sei dank! Seit 1979! ;-)

Den Begriff  «außergeometrische Abstraktion» fand ich neulich beim Herumadrenalieren im Internet™ als Label für die beginnende wilde Malerei Anfangs des letzten Jahrhunderts, es kann gern im Zusammenhang mit der Betrachtung von Gemälden des Herrn Kandinsky gewesen sein, über den ich ein trés cooles Buch aus dem verlöschenden hiesigen Kunsthallenmuseumsshop gefischt habe – die (Hä??)  geht nämlich exklusiv online für die nächsten.. zwölf Monate.. Aber zurück zu Herr K.-der nämlich hat in seinem Werk eindrucksvolle Schwenks zwischen diesen beiden Polen vollzogen.

Mein Motiv bewegt sich auf der Grenze: zufällig, einzelstückig, organisch | sphärisch, mit deutlich sicht- und spürbaren Längen- und Breitengraden – in einem! Für so nen Fund ist jeder Fotograf äußerst dankbar zu sein! Denn die reine Geometrische Abstraktion im Bild – das bietet moderne Architektur einer Stadt wie zum Beispiel Mannheim ja massenhaft. Schaut Euch doch nur mal die frisch gehängten Triptychen des Herrn Hamann an auf panoramannheim.com – coole Idee mit dem Klappen-zu-neuen-Mustern!

Und es paßt irgendwie super ans “gewachsene” Ende meiner “abstrakten” Zehnerserie, an deren geometrischen Anfang schon diese Karte steht:

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Somit ist der thematische Bogen dieser Serie mit der Nummer 10 aufgespannt. Oops, da fällt mir das nächste mögliche Motiv ein: das ist nur im Winter sichtbar.. Muß ich gleich, wenn Sonne scheint mal hinradeln!