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Der DollyZoom in der Fotografie

29540032-33retHeute fange ich – statt der üblichen Einleitung – mit diesem selbsterklärenden Doppelbild an. Man muß nicht wissen, daß ich die beiden Fotos direkt nacheinander gemacht habe, sie also einen Platz direkt nebeneinander auf dem Negativstreifen gefunden haben. Auch nicht unbedingt, daß es ein typischer Frühlingstag 2015 mit ständig wechselnder Beleuchtung war, so daß nur wenige Minuten, in denen ich die Entfernung zwischen den beiden Aufnahmepunkten zurücklegte, zu diesem eindrucksvollen Beleuchtungswechsel genügten.. Es reicht, sie einfach ein wenig anzuschauen. Dann fängt man automatisch an, zu überlegen, wie diese Maßstabsveränderungen möglich sind.

Der DollyZoom, das kann man eigentlich nur als Kinoaficionado wissen, ist eine spezielle Kamerafahrt, die eigentlich fix zueinander stehende Bildteile – Vorder- Mitten- und Hintergrund- zueinander zu verlagern imstande scheint. Während man sich heranzoomt, entfernt sich die Filmkamera per Wagen ( =Dolly ) vom Geschehen. Der Trick gelingt, wenn durch exaktes Zusammenwirken von Fahrer und Kameramann das Hauptobjekt immer genau gleich groß im Bild bleibt. Genau so, wie auf den beiden Fotos also. Nur ohne die Bewegung “dazwischen”. Diese in weiteren Beispielen aus der klassischen Filmgeschichte kann man sich anschauen auf  univie.ac.at, die schon vor zehnplus Jahren ein gewisser Herr Fuxjaeger zur Weiterbildung ebenda versammelt hat.

Leider, so der Tenor dieses Artikels, ist der Dolly Zoom spätestens seit den unendlich oft wiederholten Programm-Trennern von 3SAT anfangs des Jahrzehnts “verbrannt”, zum furchtbaren Klischee erstarrt und so total indiskutabel für moderne, ernstzunehmende Filmprojekte.77980022c2b

Na, da hat ja die Fotografie ne Chance, diese unselige Bewegung wegzustoppen und nur zwei Punkte dieser Veränderung zu bebildern..Mit dem Fotografieren dieser meiner neuen Edition, die nun auf Alu-Dibond im Fenster der Mannheimer Galerie/Vergolderei Theuer und Scherr zu begutachten ist, kommt mir eine neue Idee für dieses in Mannheim doch recht,  äh, häufig fotografierte Motiv: die Galeriescheibe vor dem Diptychon spiegelt weitere ortstypische Komponenten – Galerie und Turm liegen am selben Platz-  in die Fotos rein und das Bild verdichtet sich auf ungewohnte Weise.

Seht hier ein paar Kombinationen, hier im “abgesunkenen Halbkreis”, als ne Art fake Schwenk über nen fake Zoom montiert ;-)

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Am krassesten diese Aufnahme unten, die wie eine Doppelbelichtung die Lokation “remixt” und am Platz versammelte Elemente in die Bilder fusioniert.77980023 Wer sich die Mühe macht, die beiden vor Ort anzuschauen, wird auch in den Genuß des stark vergrößerten Filmkorns kommen, das bei dieser doch fast 30-fachen Vergrößerung der Kleinbildnegative deutlich sichtbar wird. Hier noch etwas deutlicher als beim Wasserturmmotiv Güterbahnhof vom letzten Jahr..

Beim Googeln gefunden: dat janze mit den virtuellen LEGO-Blöcken von Minecraft nachgebaut und kameradurchflogen – bei Tag und Nacht. Städte(nach)bau einmal anders ;-) Allerdings hätte ich als Soundtrack dazu gerne die “Secret Journey” von Police…

Time Slot Magnolia

Das muß jetzt einfach sein, bei all diesem blühenden Leben, das aus allen Astenden schießt: nachdem ich die Blüte der sechs kleinen Kirschbäume am WEst-Ende der Adenauerbrücke dieses Jahr schon wieder verpaßt habe, sollte mir das mit den stadtteilbekannten Magnolienbäumen nicht passieren.

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Und: es war ja auch null Aufwand, die Sonne schien, der Himmel bläute, und diese großen Blüten standen in vollster Frische und Pracht. Wie man jedoch aus Erfahrung weiß: keine vier Tage. Dann wären sie alle abgefallen und zu einem etwas halsbrecherischen Bürgersteigbelag mutiert. Es mußte also geschehen und ich probierte mal was Neues-mit-Bäumen: mit dem TeleObjektiv ganz nah rankommen.

Warum ich plötzlich “Blumen” fotografiere?

Dreierlei Grund: durchs BlumenMalen wurde ich mir jäh/endlich der exzentrischen/ erfinderischen Bauweise dieser Geschöpfe bewußt. Also warum nicht schnell mal am natürlichen Vorbild vorbeischauen zur Anregung? Und dann anschließend = jetzt  Bloßfeldt Fotos gucken zum “Nachwürzen”. Oder Tine Poppe Bilder. 74940003Und mit nem Tele kann man so schön Vorder- und Hintergrund trennen – Bokeh-Liebe, you know..

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Plus obendrein: durch mindless  Auto-Farbkorrektur schafft man den Sprung vom eigentlich Rosa- ins Lilafarbene. Hat doch auch was, oder?! b) Abwechslung. Frühlingsgefühle. Launigkeit. Spaß dabei. Und die heimliche Vorfreude, wenn diese Blumenfotos demnächst in meiner Galerie auftauchen werden. (Nachtrag vom 22.4.2017: Ah- da  sind sie ja! Und fügen sich nahtlos ein ;-) ) Dann – fraglos – die übliche Entmutigung, wenn man wieder mal bemerkt, wie schwer ein herausragendes Bild davon zu erreichen ( a-chief-ing) wäre… Danach gehts wieder frisch ans poodlige Tagwerk.. c) aus archivischen Gründen: ich hab nämlich bemerkt, daß ich Fotos von Blumen- und Blütenmeer(en) gebrauchen könnte. Für LayOut-Aufgaben wie diese:

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hier seht Ihr besagte “verpaßte Kirschblüten” – die “machen” mir hier ein neues Porzellan-Design durch “Hineinrechnen” – ohne wäre der Teller weitaus langweiliger anzuschauen ;-) Als ich diesen brauchbaren Effekt entdeckte während ich spielerisch mit Tellerfoto und gegen(?) meine Japanklischees hantierte (die Original-Karten sind von Akane), wurde mir jäh die Nützlicheit von Blumenfotos außerhalb von Postkarten und Kalenderblättern bewußt ;-)

…und ein neues DeckblattDesign des Soodlepoodles ist auch dabei herausgekommen:

..und na alsomal wieder (4 kleine Worte machen (m)eine Galerie) was gelernt: Ihr blickt auf einen Baum mit berühmten Namensgeber: Pierre Magnol (1638-1715). Und ein neues Wort: “Ehrentaxon” (ebenda)

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Musik beim Mit-dem-(Maus)Daumen-B-Grünen heute:

The Shins: “Wincing The Night Away”, Sub Pop, 2007

Art Farmer: “Here And Now”, Mercury, 1962

Halt ein Wiedersehen im Kleinen

Immer, wenn ich denke “so, das wars dann mit der Fotografie“, packt mich jäh der Blick nach draußen auf außergewöhnliche Licht- und Wetter-verhältnisse und wie ferngesteuert häng ich mir dann die Fototasche um und verlasse die Wohnung.

So auch letzte Woche, na, die mit dem eisigen NordOstWind, während der ich eigentlich nur raus wollte, wenns unbedingt nicht anders ging. Und daß ich die Kamera mitnahm tat ich “nur so”, falls es da was gäbe auf dem Weg zu meinen Postkarten”stationen“..

Es gab was, wie die Fotos des neuen Poodle unten zeigen: grandioses Wintergegenlicht, das in der Ferne diese unnachahmlich Farbkombination aus blasslichten Beige und zarten Dunstgraublau bietet. Und wenn dazu noch Silhouetten dieser fragilen grafischen Art hinzukommen.. gibts für mich kein Halten mehr:Zu schade, hätte ich dieses Licht, Gelegenheit und diese drei kühlen Kohlen Kegel verpaßt, finde ich..64010023 An diesen Rheinkilometer 415 war ich aber eigentlich wegen eines anderen Motivs gefahren. Eines, das ich für meine Postkarten zwar schon vor Jahren als solches entdeckt, aber nie im rechten Moment “angetroffen” habe. Und der rechte, der sprichwörtlich “entscheidende Moment” ist beim Postkartenfotograf, der ja selten vorbeihuschendes “Personal” ablichtet und dem Sekundenbruchteile demnach wurscht sind eben der mit dem “richtigen” Licht. Sprich: Wetter.

Und in solchem Fall, das geb ich unumwunden zu, werd ich plötzlich vom serendipischen Schlendrian betont unauffällig extrem hartnäckig: ein lohnendes Motiv ist trotz “schlechter” Beleuchtung gefunden/erkannt – armehochreiss!  Jetzt ist Geduld und Spucke gefragt. Und zu jedem “Besuch” fünfzehn Kilometer Radfahren angesagt.  b.u.e.h. (betont unauffällig, extrem hartnäckig) eben..

Außerdem – ein zweiter guter Grund zu körperlicher Bewegung an frischester Luft – meine im neuen Jahr arg forcierten pinXographischen Anstrengungen – schaut einfach mal auf die letzten Einträge hier – das war ne Menge Heimarbeit, vor allem in piefigen Möbelhäusern diese gewählt extrovertierte Inneneinrichtungen aussuchen und dann auch noch passende-Bilder-hängen. Das brauchte irgendwann eine überfüllige Lüftung.

Ob das Foto diesmal “geworden” ist, kann ich erst sagen, wenn nicht nur alle zwei Dutzend davon gesichtet und vorgeschnitten sind nach dem Abholen vom Labor morgen, sondern auch genügend Zeitverstrich aus dem notwendigen Abstand zum frischen Wiedersehen “erledigt” werden kann.

shrunk-collection401-432So gehts mir mit allem Werk und heut abend hab ich mich revisionsmäßig an die jüngsten PinXoGraphien gesetzt, um Euch die ta-dah!

4. geschrumpfte Collection

anzubieten. Von Blatt #401 – #432 the best of in 200 x 120 Pixeln. Mal wieder mit dem Hinweis: die sehen so klein am besten aus!

Seht Euch die erste, zweite und bislang dritte dazu im Vergleich an!

Mir kommt diese “Schrumpfarbeit” insofern sehr entgegen, als daß ich  die Werke mal wiederseh´ im gurgelnden Fluß der stetig neu hinzu kommendeN. Und mich damit erinnern hilft, was da an Wundersamen schon da ist. Um vergessene gestalterische Ideen in einem der künftigen Blätter zum aktuellen “Style” hinzuzufügen – denn bei dieser Masse an Material verschwinden schnell einige Ideechen vom Schirm..

Auffallend bei dieser neusten Auswahl ist meine miniaturelle “Entdeckung” der blassdunklen Versionen, die ich, wenn sie in Originalgröße in Arbeit sind, eher mehr aus Vollständigkeitsgründen wegspeichre. Aber hier finde ich fühlen sie sich an wie aus einem Ausstellungskatalog von Bildern der Zwischenkriegszeit:

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Und als Spickzettel für ne Werkschau irgendwann – extraprima!

GrammatikSerendip (doch noch) des Tages:

«Als Durchkopplung wird in der Sprachwissenschaft ein Determinativkompositum bezeichnet, dessen Erstglied eine Koordination zweier freier Morpheme bildet, »  …und die grammatikalische Rechtsköpfigkeit, ein fundamentales Strukturprinzip für die gesamte Grammatik. Hey!

Beispiel: Töpfereibetriebseröffnung = {Töpfereibetrieb} + {s} + {Eröffnung} (Komposition mit Fugenelement {s}). Rechtsglied: (die) Eröffnung ist der Kopf und macht das ganze Wort zu einem Femininum.

und der Hiattilger. Nein, keine exotisch-falschgetippte Raubkatze ;-)

Dat dollste: alle-diese-vier sind eng mit meinem WortspielpoodleSteckenpferd Komposita verbunden. Hamwer das geahnt? Nö!!

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Musik beim Schreiben heute:

Plastikman: “Consumed”, Novamute, 1998

Mal was knapp außerhalb der geometrischen Abstraktion!

Der ruhige Fluß des Januar. Alles hat sich zurückgezogen, probt einen neuen Fluß des Lebens, sammelt Energie und Ideen für eine neue Version V.17 und pendelt sich ein in Richtung neuer, geschmeidig-Kraft-fürs-Wesentliche-sparende Routine – die ist nicht negativ gemeint! Ich ebenfalls nutze den ersten Monat des Jahres dazu, meinen Postkarten ein neues, seit Erscheinen der Greifenrückwand schnell liebe Tradition gewordenes Experiment anzufügen -

Leude, es kann nicht immer nur Blumen, blauen Himmel & ewigen Wahrzeichenfimmel geben ;-)

Seit gefühlt/geschätzt zehn Jahren ruht das Neue nun zwar in meinem Archiv, war aber irgendwie schon immer auf meiner inneren to-do-as-p-card-Liste:12960031

Denn da wohnt eine rätselhafte Ordnung in diesem Bild/dieser Konstruktion, die mich fasziniert. Und damals vor Ort fotografisch nach einer “Lösung” schrie, die genau diese Ordnung im Angeschwemmten optimal zur Zeige brächte. Meine Lösung: die äußerste Einrückung des Bildausschnitts (mal wieder), der alles Unnötige außen vor läßt, das Wesentliche dadurch zum Bildinhalt macht  – Andreas Feiningers “Seh”schule sei dank! Seit 1979! ;-)

Den Begriff  «außergeometrische Abstraktion» fand ich neulich beim Herumadrenalieren im Internet™ als Label für die beginnende wilde Malerei Anfangs des letzten Jahrhunderts, es kann gern im Zusammenhang mit der Betrachtung von Gemälden des Herrn Kandinsky gewesen sein, über den ich ein trés cooles Buch aus dem verlöschenden hiesigen Kunsthallenmuseumsshop gefischt habe – die (Hä??)  geht nämlich exklusiv online für die nächsten.. zwölf Monate.. Aber zurück zu Herr K.-der nämlich hat in seinem Werk eindrucksvolle Schwenks zwischen diesen beiden Polen vollzogen.

Mein Motiv bewegt sich auf der Grenze: zufällig, einzelstückig, organisch | sphärisch, mit deutlich sicht- und spürbaren Längen- und Breitengraden – in einem! Für so nen Fund ist jeder Fotograf äußerst dankbar zu sein! Denn die reine Geometrische Abstraktion im Bild – das bietet moderne Architektur einer Stadt wie zum Beispiel Mannheim ja massenhaft. Schaut Euch doch nur mal die frisch gehängten Triptychen des Herrn Hamann an auf panoramannheim.com – coole Idee mit dem Klappen-zu-neuen-Mustern!

Und es paßt irgendwie super ans “gewachsene” Ende meiner “abstrakten” Zehnerserie, an deren geometrischen Anfang schon diese Karte steht:

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Somit ist der thematische Bogen dieser Serie mit der Nummer 10 aufgespannt. Oops, da fällt mir das nächste mögliche Motiv ein: das ist nur im Winter sichtbar.. Muß ich gleich, wenn Sonne scheint mal hinradeln!

 

So was wie Weihnachtsbaum-aus-dem-Fenster-HauErsatz

Man muß gar nicht allzu lang an der Front im Dienstleistungsgewerbe (bevorzugtermaßen Einzelhandel) arbeiten und  jedes Jahr dieses harhar ewig junge, fahrig-aggressive Zittern in Richtung Familientreffenmüssen live abkriegen/nitansehen müssen, um das Aufatmen hinterher™ zu schätzen, diese endlich wirklich freien Tage ohne To Do Liste im Nacken, dieses Auf-den-Rückweg-finden in die Normalität (ja gar: Party), klassischerweise abends am zweiten WFT.

Zum Hirnausputzen, mentale-Teergrube-ablassen, Glitzer Wegwischen, das einen wieder auf die Spur Richtung Silvester, die Augen auf Kommendes setzt, hab ich im Lauf dieses Herbstes was zum Aufräumen fürn Jahreswechsel gefunden. Kurz: hier kommt ne Handvoll Stauner & AugenFrischMacher:

Und natürlich: die Malerei der Stunde:

hier- neue Technik des TeilScansWiederZusammenSchiebens-  trifft sich Blatt #420 d) linke Hälfte und a) rechts:

Wie immer so auch hier gilt:

«Hab ich genau so gemalt, nur nicht in diesen Farben» ;-)

Mehr davon? OK, hier: das pinxographische Blatt #418:ysp-scanp-161218-418d-r3vnr

vermischte “Warengruppen” auf Blatt #422 (Nachtrag):ysp-scanp-161229-422c-rec3es folgen Bilder der Blätter #415, #418,# 280,# 278:

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ntr-scanp-160214-278d-rv2 ntr-scanp-160215-280-r4nbv0

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und nicht vergessen übers Bildergucken: Sprache macht die Welt (oder räumt sie eben auf/um): Deontic modality (abbreviated DEO) is a linguistic modality that indicates how the world ought to be

also ganz in diesem Sinne: “Wach Sein!”

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Musik beim Putzen Schreiben und Mitsingen heute:

Citizen King: “Mobile Estates”, WARNER, 1999

Jimi Tenor: “Intervision”, WARP, 1997

OST.: “Ocean´s Eleven”, WARNER, 2002

Beastie Boys: “Sure Shot” – mein Ohrwurm: dieses Querflötensample…

Beanfield: “Seek”, COMPOST RECORDS, 2004

Drexciya “Harnessed The Storm”, TRESOR, 2002

 

Wollt ich immer schon mal: bunte Zerstreuung fürn November!

Die nun wieder anbrechende kalte Jahreszeit ist die natürliche Phase des Jahres/Lebens, in der man sich nach innen wendet – bildlich und im Wortsinn. Im  Bildsinn für mich als fast lebenslanger Brillenträger/Träger der Kurzsichtigkeit “natürliche” Gelegenheit, Euch ein bislang unsichtbares Lieblingsmotiv endlich auf Postkarte zu überreichen: Mannheimer Unschärfe- oder Zerstreuungskreise, auf englisch sehr poetisch, doch mir irgendwie untreffend/merkwürdig “circles of confusion” genannt. Da schreib ich doch viel lieber mal wieder: das geliebte Bokeh.

Diese wie nass glänzenden Lichter der Stadt – helle Kreise im Dämmerlicht, die sich überlagern, gegenseitig verstärken. Ein klassisch fotografisches Thema, das die allgegenwärtige Handyfotografiererei auch “bietet”, aber auf rechnerischen Umwegen wie den der “Depth Map”, bei der diverse Aufnahmen derselben Szene in Entfernungsdaten umgerechnet werden, um dann die gewählten Bildpunkte zu verunschärfen.. Bokeh-App? Jep! Aber die Zerstreuungskreise, wo bleiben die? … 67960012-cut01
Leider wirken diese wunderbaren, leuchtenden Kreise in groß und von hinten beleuchtet wie hier am Display am besten, ein Umstand, den die doch kompakte DIN A6 Dimension der klassisch offsetgedruckten Postkarte mit ihren 10 x 14 Zentimetern, äh, etwas bremst. Na dann wenigstens hier in anregend idealer, Bildschirm illuminierender Version.

Weiter ist diese neue Karte, die fünfte meiner unscharfen dritten Serie, ein nun endlich wahr werdendes “Wunschkind” für meine unscharfe Collection von 25 Motiven- wobei ich sehr froh über das Überschreiten der klassischen Zehnerserie bin – denn da steckt noch sehr viel Entwicklungsmöglichkeit drin!
67960012-cut06Wunschkind deshalb, weil dieses neue Motiv für mich ein idealtypisches Mannheim- Feeling-Motiv ist: am dunkelnden Winternachmittag/abend an der Feuerwache vorbei/aus ihr raus über die Kurpfalzbrücke in die Quadrate rüber gehen: im Blick dieser typisch winterblasse, vor dem Erlöschen noch kurz mal rosé aufflackernde Himmel, Rauchschwaden über allzu vertrauter Stadtsilhouette, dezent vornehm spiegelndes stilles Wasser, Geheimnis raunende Dunkelheit.67960012-cut04

Da krieg ich Lust auf weitere Experimente, denn nun, mit diesem 52. Motiv fühle ich mich wie nach Erledigung der grundlegenden Aufgaben als “Kartograf” soweit:  kann ich jetzt nochn Tackn gelöster ausprobieren, mich wacker weiter vom klassischen Postkartenmotiv entfernen, auf dem a) immer schön Wetter, b) bildbestimmende Scharfzeichnung von vorne bis hinten und c) klare Kontraste und Umrisse die Vorgabe sind.

Mit anderen Worten:

Das impressionistische Potential der Ansichtskarte ist schlicht Brachland, das man genau deshalb nicht aus dem Sucher verlieren sollte.

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Und diese pralle Mischung der Farben aus Natur- und “Techno”tönen begeistern mich ebenfalls! Aufnahmezeit/Datum: vor fast genau fünf Jahren, 2011 Ende November, kurz vor sieben Uhr – ein paar Aufnahmen früher erscheint die Uhr vor der Feuerwache mit dieser Zeigerstellung -  ist dies alles aufgenommen. Und wie so oft ist dieses Foto die genau einzige unscharf gestellte Aufnahme – ich mache ja meistens mehrere von einer glücklich gefundenen Szenerie. Der Rest ist routinierte Beute des Autofokus´. Seht selbst diese zwei direkt nacheinander aufgenommenen:67960008-09-flyerl“In scharf” zwar klassisch dämmrig – “stimmungsvoll”, dafür um Längen banaler, ungeheimnisvoller, langweilig so bokehlos – vielleicht für nen 70er-Jahre flairigen Stadtwerkekalender (man könnte das Foto noch etwas mehr verbleichen, gar nen Schuß Sepia reingeben) oder nen DIN A5er Winterprogrammflyer fürs Museumsschiff interessant, aber null für meine Postkarten..

Und alles wird magisch durch nen winzigen Dreh am Objektiv!

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Musik für Winterdämmerungen:

Musica Sequenza: “Sampling Baroque”, DHM, 2016

42 Shots On Blumme Peter

42_shots_on_blummepeterDas hab ich lange nicht gehabt: dieses drängende Gefühl, etwas Flüchtiges entdeckt zu haben, das ich unbedingt mit der Kamera festhalten muß, so wie gestern beim Überqueren der Mannheimer Kapuzinerplanken. Da nämlich standen die leergeräumten Zelthüllen des gerade zuende gegangenen Herbstmarktes und umringten das schnöd auf jegliche Rückseite verbannte Stand-Sitzbild/ des historisch belegten Mannheimer Originals genannt Blumenpeter (1875-1940).

Eine seltene Gelegenheit, dieses Mannheimer Postkarten-Must in idealer Kulisse abzulichten, dachte ich. Wie eigentlich immer, wenn ich ihn während der zahlreichen Märkte oder des jährlichen Weihnachtstrubels dort platziert sah, fand ich nämlich das Tragische dieser Gestalt inmitten dieser Zeltrückwandtristesse optimal in Szene..

Wie Ihr schon an der Überschrift und dem Bildmosaik seht, wurden dann flugs fast vier Dutzend Bilder draus, in weniger als zehn Minuten aufgenommen, die ich nun erstmal im Archiv habe und zu irgendeinem Zeitpunkt mal in mein typisches DIN A6 Postkartenviereck reinbugsieren werde. Um mal zu sehen, ob mir das so gefällt. Oder ob die Idee für ein Postkartenmotiv doch zu strange ist.

Eine erste Verwendung – überraschenderweise – hab ich schon gleich heute, am Tag danach gefunden, als ich in meiner frischest dazugekommenen Verkaufsstelle, dem ebenso frisch eröffneten COHRS in der Langen Rötterstrasse eine Postkartenfänin traf und ihr mangels passender Visitenkarte eine meiner Reingretchen-das-ist-doch-nur-eine-Tüte-im-Regen-Karte überreichte. Und erklärte, was es mit diesem Fotos-zu-KrimiCover-Ideen Projekt auf sich hat.

Da – das fiel mir in letzter Zeit immer wieder unangenehm auf – tat nämlich eine Veränderung der zu lange als Deckblatt online herumdümpelnden “patinierten Kartoffel im Nietenmantel” Not und ich ersetzte sie flugs durch dieses Foto (oben im Pulk umkringelt):Kommt ganz gut aus dieser Blickrichtung, so von schräg hinten, noch mehr verdunkelt hinter den Buchstaben, mit dieser zusammengezogenen Haltung und der Schiebermütze, oder?

Das Reingretchen-Projekt (2012-2015) ist zwar abgeschlossen, sein Wesen jedoch ist die beliebig recyclebare Idee, betagte Fotos in einen bislang unbedachten literarischen Kreislauf einzubringen. Also kann ich jederzeit Neuzugänge – wie eben das heutige, neue oben – hinzufügen. Und mal wieder über die versammelten Covers drübersehen..

Passend ergibt sich durch diesen fotografischen “Anfall” noch die zusätzliche Gelegenheit, mal auch so etwas wie ein Kontaktbogen hier zu zeigen, denn Kontaktbögen haben ein sehr spannendes Thema: kann man an ihnen sehr gut erkennen, wie sich ein Fotograf einem Motiv/Thema nähert, (und wieviele peinliche Fehlschüsse da mit dabei sind).. Da gibts ein sehr erhellendesflag-en Buch der Magnum Fotografen zu!

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Musik beim Schreiben heute:

Sushi Club: “Neo Sashimi”, Elektrolux, 2000

die Welt im Spiegel

Nicht die ganze, sondern grad mal knappe 10 %. Hab ich grad nachgemessen. Die “restliche” Welt liegt außerhalb, neben und hinter dem Spiegel. Und ergänzt und ergibt das neue Mannheim-auf-Postkarten-Motiv mit v.r.n.l.: NeckarNorduferBebauung, Collinicenter und Fernmeldeturm. Kennt jeder in Mannheim, nur nicht so direkt nebeneinander “aufgestellt”.Mannheim-Serie-04-2-10Aber jetzt: wo gibts diese alles erklärende Balustrade ? Mmh..  die vom Schloß (erste Rückmeldungen zur Karte) kanns nicht sein, denn von dort gesehen läge das Collinicenter knapp rechts von den anderen dreien – womit wir bei der Gewinnspielfrage plus heute wären – siehe unten.

Und somit ist sie vorgestellt: die erste Postkarte, – es ist mein einundfünfzigstes Motiv – bei der ich vom selbstgewählten Dogma der ersten neun Jahre  gleich zwiefach abweiche: zum ersten Mal nicht von öffentlichen Plätzen aufgenommen und dann  nicht nur Vorgefundenes fotografiert,  sondern auch noch nicht nur Mitgebrachtes, sondern gar geplant Aufgestelltes: meinen humble Garderobenspiegel nämlich (hier meine Skizze nach Erstbegehung zur Situationserfassung,  Visualisierung & Ideengewinnung ).

Dieser Spiegel mußte aufs Dach, damit ich mit seiner Hilfe endlich mal die Stadtaufstellung  “korrigieren” konnte.

Eine alte Idee, nicht nur von mir, entsprungen dem Unmut über die unfotogene “Aufstellung” der Stadt. Generell, himmelsrichtungstechnisch und gebäudemäßig untereinander. Das fällt jedem auf, der sich fotografisch längere Zeit mit Mannheim beschäftigt. Irgendwann wünscht man sich die Sonne von der anderen (unmöglichen) Seite, mal die Verrückung eines störenden Elements – meistens Architektur, oft aber auch Bäume und Sträucher, von Kabeln, Masten und “Werbebannern” mal ganz zu schweigen.

Ich hege gar den Verdacht, das ist in fast jeder Stadt so: die Stadtplanung vernachlässigt die Fotogenität – Skandal! ;-)   Zur Bestärkung dieses auf Anhieb merkwürdig anmutenden Unmutes fand ich dann ausgerechnet in der Wettbewerbs-Ausstellung zum Neubau der Kunsthalle Mannheim  im Portfolio des teilnehmenden spanischen Architekten Rafael Moneo den Satz: “Der Wiedererkennungswert eines Ortes ist fast so wichtig wie der Ort selber.” Könnte auch von einem Postkartenfotografen stammen, dachte ich mir beim Lesen (mehr dazu in einem entsprechenden Artikel  vom Mai 2013).

Kurz: das alles hier könnte viel fotogener platziert sein!

  • Prominenteste “Falschaufstellung”: das Schloß: geht strikt nach Norden raus, dieser Ehrenhof und damit hat man immer: Schatten. Auf jedem Schloßfoto also: ungleichmäßige Beleuchtung, die immer und immer das Bild der abzubildenden Symmetrie, der Standardvorgabe als “Kartograf” unterläuft und ein Gefühl des Nichterreichens erzeugt. Es sei denn, man erwischt in der blauen Stunde eine solch genial ebenmäßige “Un”beleuchtung wie Annette Schrimpf.
  • Prominenteste “Fantasieaufstellung”: das MVV-Plakat von Ralf Hackeland c/o pozzi.de – MANNHEIM ALS SPIELZEUGSTADT – das hat mir sehr gefallen und meinem Unterbewußten anscheinend ;-) ebenfalls.
  • mein derzeitiger Lieblingszukunftsstadtblick – nämlich der von oben, per Drohne aufgenommen: Philip Hoheisel steuert seine frühe-Vogel-Kamera knapp überm Lindenhof. Ob das allerdings ein Markt für klassische Postkarten werden kann, wird man  abwarten müssen. “Ansicht” gewiß, aber nachvollziehbar für die Lieben daheim? “Da unten stand ich frühmorgens an Gleis 1″? Oder als DigitalSouvenir tauglich, so mit “den besten Stellen angekreuzt“?

Und das mit dem Spiegel fand ich ausprobierenswert. Keine Fotomontage, sondern eine fotografierte “Montage”, die auf der immer unsichtbarer werdenden Grenze von “gemacht” und “das gibts so” versucht, ihren Platz zu finden. Denn klar weiß auch ich, daß fast “alles geht”, trotzdem bin ich noch gefühlt ewig davon weg, Euch in meiner Abteilung Postkarte, deren Authentizitätsdogma ich fast so ernst nehme wie die Jury des World Press Photo Awards ihre Arbeit hier irgendeine zusammengepusselte Stadtfantasie druckfertig zu präsentieren. Eher versuche ich, so modern wie (mir!) möglich zu sein-  will heißen: so gedankenlos und nur auf den SchauWert/Effekt bedacht wie mein .. bilderhungrigster anzunehmender User.. auf neue Ideen zu kommen.

Daß dabei die Gefahr besteht, daß ich irgendwann an das Klischee vom Ideal der allen gefallenden Karte herantreibe, kommt mir ob meiner eingefleischten, durchtrainierten und sehr gut funktionierenden Klischeeklingel – ich guck einfach zuviele Bilder – sehr unwahrscheinlich vor. Und außerdem habe ich ja Euch als Regulanz (Beispiel Axel S.:”Bääh – diese Karte sieht ja aus wie “offiziell”)!

Alla hopp: Monnemkenner vor! Gewinnt zehn mal ein 10er Set Mannheim-auf-Postkarten nach Wahl!

Wer bis zum 31. Oktober des Jahres an gewinnspiel[ät]mannheim-auf-postkarten.de den korrekten Namen des Mannheimer Gebäudes mailt, nimmt an der Verlosung unter Ausschluß des Rechtsweges dieser zehn Sets im praktischen, signierten Geschenkschuber teil. Kreuzworträtseltipp: dieses historische Gebäude hat einen aus 9 Buchstaben bestehenden Eigennamen.

Viel Glück!

Postskri. P. Tum: Und ob es nun die Frage ist, ob das denn nun Mannheim ist (pur, echt, typisch etc.), ob man das arrangieren darf, wem das denn gefallen mag..

Austesten! Ich bin damit glücklich!

Denn NATÜRLICH ist das Mannheim – a) wo sollen diese Silhouetten denn sonst sein – und b) das Arrangieren mit Spiegel find ich, öffnet Türen, macht wach für die unentdeckten Möglichkeiten der Stadt, könnte eine neue Sportart auf instagram werden, so wie zum Beispiel #asenseofperspective, #faces_in_things, #wersolchehaushaltshilfenhatetc oder das noch, äh, kleine #mirrorcity..

Weitere großartige, den Tellerand aufbohrende Spiegelei fand ich im Werk von Barbara Kasten *1936 und in der grandiose motion picture timelapse Version von Michael Shainblum (den schätze ich so *1986 ca.).

Mir auf jeden Fall bleibt außer den Karten ein unretuschierbares Souvenir der undigitalen Art en plus:

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Das hat nun nen doppelten Ehrenplatz: eine Windböe nämlich brachte den nur provisorisch mit Mineralwassersixpacks “senkrechtierten” Spiegel irgendwann zu einem langsamen, aber unerreichbaren Kippen. Da half: flugs ein Foto des Wurfs machen, die beiden großen Reststücke einpacken.. und glücklich sein, daß das Foto im Kasten war.

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Musik beim Schreiben heute:

Dinah Washington: “Destination Moon” (Soundtrack zu obigem #wersolchehaushaltshilfenhatetc-Link)

Stereolab: “Dots And Loops”, 1997, Duophonic

various artists: “Artificial Intelligence II”, WARP 1994

Just Jack: “Overtones” , Mercury, 2007

Donald Fagen: “Sunken Condos”, Reprise, 2012

Der Becher im Poodle

..im Sinne von “der Texter in Dir“. Denn wenn hier in Deutschland irgend jemand Industrie Fotografie Klassiker, dann die Bechers. Fünfzig Jahre Kieswerke und Wassertürme rauf und runter.  Da wollt ich ebenfalls mal ran – ein paar zum Beispiel Wassertürme gibts ja auch in Mannheim. Und ein eiserner “Wok” mit blühendem Vordergrund – mal was anderes ;-) Hing bis Anfang Juli gar in groß in Eurer dem Kunsthallenneubau nächstgelegenen local gallery:25990022Denntheader26230021gehörte  für mich ehemaliges Landei fotografisch schon immer zu den Mannheimer Attraktionen. Auch wenn der am Schwinden ist – man bemerkt es indirekt an den zunehmend als stärker wahrnehmbar werdenden “erinnernden” Tätigkeiten zum Beispiel des Industriekultur Vereins , der facebookseiten des Herrn Boenisch oder des Herrn Katsnelson – gibt es noch genug Gelegenheiten, bei Interesse was anderes als geleckte Hallenfronten oder schlichte, 3m hohe  Sichtschutzzäune zu besichtigen. reingretchen-c075-83790014_tnContainerterminals als geschichtliches Zwischending stehen ebenfalls ausreichend zur Verfügung..

Ich – das muß ich natürlich gleich dazusagen – habe beileibe keine enzyklopädischen Aspirationen wie die großen Vorbilder, dafür weisen meine Interessen zur Zeit in eher entgegengesetzte Richtungen oder landen unkategorisiert auf selbstgefertigten Krimi-Covern, aber historische “Fertigungsstätten” und “genietete Infrastruktur auf Backsteinbasis” fotografiere ich wie alle hier auch gerne.

Hat auch was mit Postindustrialismus, dem heranstürmenden dritten digitalen Zeitalter & Prosumerismus zu tun und der dafür typischen steampunkigen Sehnsucht nach dieser rührend durchschaubaren/anschaulichen Mechanik des ausgehenden 19. Jahrhunderts…

Industriekultur fotografieren macht irgendwie so ein merkwürdig wohliges Gefühl. Ein Gefühl, daß man irgendwoher stammt, eine Geschichte hat. Eine, die mehr ist als ein Browserverlauf.

Am liebsten durchsetzt mit Kontrasten aus Natur und, äh, insulärer Idylle:

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In dieser Mischung ist Mannheim Chef.

Ebenfalls lohnenswertes Ziel von Fototouren: das moderne Pendant zu Industrie-denkmälern: Großbaustellen, die sich über Jahre ziehen. Fotos davon waren schon immer  meine www-Titelbilder, hab ich doch zum Beispiel jahrelang welche vom entstehenden Block 9 des GKMs gemacht. Da waren manch beeindruckende Schauwerte drin:

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Und dann dieser wunderbare, zu Zeiten stimmungsvoll beigefarbene Himmel, dem ich gar eine eigene 10er-Serie meiner Mannheimpostkarten widme (3 gibts schon) – gerne mit Dunst, Qualm und atmosphärischer Fernenbläue  – denn auch Luft als Motiv hat was ;-) :

Dann natürlich auch Fluß, Bahnhofsgelände(r), Brücken, Hafen, …. Hier am Blog nun meine Favoriten bislang, zum Teil kaum zehn Jahre alt und schon historisch, denn: es “wurde umgebaut” (oder umgespritzt) – nicht nur meine Webseitenversionen seither, sondern auch in realo:

Mannheim(er)kenner vortreten!

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Zum Ausklang (?) des verlängerten Frühling 2016 harhar hingen nun diese zwei Bilder im Fenster von theuer + scherr, direkt auf die Augustaanlage raus. Arndt hat diese beiden Fotos in einem gemailten Archivsnippet entdeckt und als “Neckarauer Bub” sofort heimatliche Gefühle bekommen.

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Und das Bechersche “Original” vom Jahr 1978 hab ich gar im Hinterher im Netz/in NYC entdeckt auf www.brucesilverstein.com/artists/bernd-and-hilla-becher/5

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Musik beim Schreiben heute:

Musica Sequenza: Sampling Baroque/Handel, SONY, 2016

Just Jack: “Overtones”,  Mercury Records, 2006

Das wahre Bild – mal wieder nebenbei geschossen.

Und immer wieder dasselbe: ich radle los, etwas Bestimmtes, Mannheim Typisches zu fotografieren, komme heim mit gefühlt reichlich Material. Aber das, was ich optimal fürs Auge wollte, der Grund der Tour ins Industriegelände – Fehlanzeige. Oder wie schrieb ich leicht enttäuscht inner Mail an die Freunde: leider kein PostkartenAward dabei (frowney).

Ja, richtig gelesen: Postkarten. Ich bin wieder fotografisch unterwegs, denn, es wird niemanden wundern nach all dem manischen Malen und Färben der vergangenen 300 Tage, wächst mir so langsam die Lust auf Nachschub für mein Postkartenprojekt. 50 Motive sind tatsächlich schon geschafft, nächstes Jahr dräut das zehnjährige “Betriebsjubiläum” – Uaargh! – da ist dringendst ne Verjüngungskur anzuträumen ;-)

Später daheim, beim erneuten Sichten bemerke ich im Stapel ..das wahre Bild. Mal wieder wie oft und vor Jahren nebenbei geschossen ts ts. So auch am 4. dieses aprilllenen Monats. Man kreist sein gewähltes Fotothema ja immer ein vorort. Mental und in echter Fußarbeit. Macht Serien mit anderen Ausschnitten, leicht veränderten Stand- und Blickpunkten. Und mahnt sich selber angesichts des fliehenden Augenblicks, dieses ätherischen Lichts, das ja im launigen Frühlingswetter keine zehn Sekunden haltbar sein muß, zur Öffnung der Sinne. Also auch zum Shooten des “Wegesrands”.

Der birgt wie schon oft – eigentlich fast durchweg meine Erfahrung – die persönliche Sensation des Tages. Und aus dieser schneide ich grad das neue Outfit Kleid des Frühlingspudels:

Ein WahnsinnsGeschenk, dieser prächtige Vordergrund! Das bemerkte ich schon vorort und geriet in eine eigentlich nur der Sportfotografie bekannten Hektik. Wunderbar: dieses  farbige Nebeneinander von Industrie “hinne” + Romantik “vonne”. Dieses im wilden Balancieren begriffene warmkalte Licht! Großartig!  Wat will ick mehr!

Anschließend dann natürlich dank des reichlichen Materials die stets mitgelieferte Qual der Wahl. Hier Abteilung Menuekarte. Es gab drei ähnliche Aufnahmen in der Serie. Also mußte eins der anderen her. Was meint Ihr?
start-11250036pfv5 start-11250036pfv4 start-11250036pfv3 start-11250036pfv2 start-11250036pfv1 start-11250036-minikitpfDas letze Bild unten rechts hat es dann ins Menü geschafft. Bei den anderen war mir zuviel Luft. Hier oben in Visitenkartengröße auf 300 Pixellänge sieht das natürlich anders aus. Da wäre meine Wahl zwischen den oberen beiden fällig worden. Aber auf 1111 Pixel? Da hat man ja Fläche, kann “was erzählen” ;-) Und dem Startbild ganz oben ist es auch zum Erinnern ähnlich..

PS.: paßt von Thema/Stimmung – fällt mir grad ein – super zu dieser (allerdings Winter-)StartbildCollage vom Winter vor vier Jahren:

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Musik beim Schreiben und Editieren heute:

Chicane: “Behind The Sun”, Xtravaganza, 2000

Lee Ritenour: “Wes Bound”, GRP , 1993

Fonosandwich: “Fonosandwich”, Rather Interesting, 1997