Kategorie-Archiv: Postkarten

Als ich das fotografiert hab, wars noch evangelisch..

Am 21. Februar vor fünf Jahren (!)  – ich schreib das immer exaktestens mit – kam das Paket aus der Druckerei. Und hat seitdem ein sehr ruhiges, schachteliges Leben in meinem Postkartenarchiv geführt. Kirchen, das hab ich mittlerweile gelernt, sind auf Postkarten nicht so der Renner hier in der Stadt.

Zumindest solange da nix anderes drumrum – oder halt deren Interieur – zu sehen ist, wie beim Motiv Mannheim Serie 05 «le ciel beige», Nummer 3/10 hier links unten.

Oder rechts Kirchturm Martin-Luther-LU-plus-ParkDeckDach (der Rhein-Galerie, rechts).. Vielleicht sollte ich mal die noch fehlenden* fotografisch ausprobieren?

Aber: mach ich ja! Bei der Christuskirche ebenso wie bei der Konkordienkirche schrillt mir immer soo laut die Klischeeklingel – bei jedem neuen dann immer abgeblasenen Versuch! …und die St. Konrad ist nie so passend NASA-mäßig beleuchtet, daß mich das richtig kickt. seufz..

Dabei ist die Trinitatiskirche, fertiggestellt 1959 im Mannheimer Quadrat G4 etwas Besonderes in der Zeit. Sichtbeton und handgefertigte Glasbausteine, gar aus Chartres angekarrt, ergeben mit den sonst recht schmucklosen Außenflächen einen besonderen Reiz, der damals wohl den Beginn einer neuen Zeit präsentierte. Und einige Preise einheimste.

Nach dem stetigen “Verblassen” der dazugehörigen Gemeinde, Leerstand, Personalgemeinde-Status, dem Ringen um Erhalt, Denkmalschutz seit 1994 Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, diversen nicht weiter verfolgten Neuanfängen in anderer Funktion wird die Kirche 2017 nun endlich&definitv zum Tanzhaus konvertieren. Gerüst steht schon seit gefühlt drei Wochen hab ich gesehen, die Arbeiten laufen. Also kann ich doch parallel auch mal über ne Postkartenmotiv-”Umnutzung” nachdenken (Ähem):

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Offizielle Entwürfe/Infos zur neusten Geschichte(n) gibts auf dem baunetz.de, und nen neuen Namen zur hauseigenen Webseite auch: das eintanzhaus.de

Also wechseln meine Covers hier auf der Postkartenseite die Plätze. Lustigerweise, weil das letzte start-67960012mvvxxmit dem Stadtwerke-Hochhaus nun durch Abschraubung/Logowechsel historisch geworden ist. Und: unscharf und noch nicht richtig historisch.. also nee.. ab ins Archiv, da wird grad ein Platz frei ;-)

Die “alte” Karte könnte nun durch die aktuell vollzogene Umnutzung vielleicht neue Fans finden. Jetzt muß ich nur noch die Ladenbesitzer der Stadt überzeugen, sie bis zur offiziellen Eröffnung in fünf Wochen ins Programm zu nehmen. Endlich.

Hier mein propelleriges Ergebnis: ich hab ziemlich rumgeschnippelt, gedreht, gespiegelt und die Spalten zugekittet, das “Tri” aber behalten ;-)
PS.: Wer sich für den architektonischen Neuanfang Mannheims nach Ende des Zweiten Weltkriegs interessiert, der kann ja mal antiquarisch fahnden (und die Kirche frisch abgeputzt mit damals ebenso brandneuem VW-Kombi vorne dran auf Seite 100 finden) nach “Eine neue Stadt muß her! – Architektur und Städtebau der 50er Jahre in Mannheim”, LUKAS Verlag, ISBN: 3-931836-28-2 ,eine “Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Nr. 25″

- “..ist allerdings sehr rar!” meint Herr Krause  von der Quadratebuchhandlung.

*da sind auch noch weitere 50er-Jahre Gebäude aufgeführt.

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Musik beim Umwidmen heute:

Dzihan & Kamien: “Gran Riserva”, 2002, Couch Records

Mal was knapp außerhalb der geometrischen Abstraktion!

Der ruhige Fluß des Januar. Alles hat sich zurückgezogen, probt einen neuen Fluß des Lebens, sammelt Energie und Ideen für eine neue Version V.17 und pendelt sich ein in Richtung neuer, geschmeidig-Kraft-fürs-Wesentliche-sparende Routine – die ist nicht negativ gemeint! Ich ebenfalls nutze den ersten Monat des Jahres dazu, meinen Postkarten ein neues, seit Erscheinen der Greifenrückwand schnell liebe Tradition gewordenes Experiment anzufügen -

Leude, es kann nicht immer nur Blumen, blauen Himmel & ewigen Wahrzeichenfimmel geben ;-)

Seit gefühlt/geschätzt zehn Jahren ruht das Neue nun zwar in meinem Archiv, war aber irgendwie schon immer auf meiner inneren to-do-as-p-card-Liste:12960031

Denn da wohnt eine rätselhafte Ordnung in diesem Bild/dieser Konstruktion, die mich fasziniert. Und damals vor Ort fotografisch nach einer “Lösung” schrie, die genau diese Ordnung im Angeschwemmten optimal zur Zeige brächte. Meine Lösung: die äußerste Einrückung des Bildausschnitts (mal wieder), der alles Unnötige außen vor läßt, das Wesentliche dadurch zum Bildinhalt macht  – Andreas Feiningers “Seh”schule sei dank! Seit 1979! ;-)

Den Begriff  «außergeometrische Abstraktion» fand ich neulich beim Herumadrenalieren im Internet™ als Label für die beginnende wilde Malerei Anfangs des letzten Jahrhunderts, es kann gern im Zusammenhang mit der Betrachtung von Gemälden des Herrn Kandinsky gewesen sein, über den ich ein trés cooles Buch aus dem verlöschenden hiesigen Kunsthallenmuseumsshop gefischt habe – die (Hä??)  geht nämlich exklusiv online für die nächsten.. zwölf Monate.. Aber zurück zu Herr K.-der nämlich hat in seinem Werk eindrucksvolle Schwenks zwischen diesen beiden Polen vollzogen.

Mein Motiv bewegt sich auf der Grenze: zufällig, einzelstückig, organisch | sphärisch, mit deutlich sicht- und spürbaren Längen- und Breitengraden – in einem! Für so nen Fund ist jeder Fotograf äußerst dankbar zu sein! Denn die reine Geometrische Abstraktion im Bild – das bietet moderne Architektur einer Stadt wie zum Beispiel Mannheim ja massenhaft. Schaut Euch doch nur mal die frisch gehängten Triptychen des Herrn Hamann an auf panoramannheim.com – coole Idee mit dem Klappen-zu-neuen-Mustern!

Und es paßt irgendwie super ans “gewachsene” Ende meiner “abstrakten” Zehnerserie, an deren geometrischen Anfang schon diese Karte steht:

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Somit ist der thematische Bogen dieser Serie mit der Nummer 10 aufgespannt. Oops, da fällt mir das nächste mögliche Motiv ein: das ist nur im Winter sichtbar.. Muß ich gleich, wenn Sonne scheint mal hinradeln!

 

Nach dieser Aktion habe ich dann auch 17 Namen für Schnee. Künstlichen.

Diesmal waren die Lebkuchen zwei Wochen später in den Regalen. Kein Wunder: bis Mitte September ging der Sommer in die zweite Verlängerung, da steckten also sicher auch lebensmittelhygienische Fragen dahinter.

Nun steht der November naßkalt in der Tür und ich habe… mal wieder nichts in Händen, was in fünf Wochen als “offizielle Mannheimer Weihnachtskarte” durchgehen könnte. Nun fange ich jetzt nicht an, a) von der notorischen Schneearmut dieser Gegend zu jammern, b)..

Denn es gibt da unerwartet Abhilfe.

Die, wie könnte es in diesen Tagen des DIY-Comebakcs anders sein, liegt in Eurer Hand. Wenn die weiße Pracht nicht von selber will, dann…  ist vergangenen Freitag diese neue Postkarte herbeige- äh, schneit und bietet Euch WeihnachtsVorfreudeAficionados diese (Bastelsteil)vorlage:23370032unglitz

Solch hochaufplatzende Wolken wie diese gibts, das sieht jeder mit ein paar Semestern Himmelsguckererfahrung nur im Hochsommer, wenn Bodenhitze und Himmelskühle diese gewitterplosive Schichtung zur Verfügung bieten. Also meteorologisch eigentlich  unmöglich für die kalte Jahreszeit. Aber dieses klare Blau! Diese kühne Wolkenfeder! Der geliebte Monnemer Wasserturm!! Und dieses plakative, schwarzrunde..äh, …Ding! Moment mal…

kann das vielleicht gar.. die neue Mannheimer Kunsthalle sein?? Ein Auto-Erfinderstadt-Rad,-zum-Indiaca-Ball-aufgebohrt-Entwurf, der mir entgangen wäre?? Direkt in der Nachbarschaft zum städtischen Wahrzeichen, als städtebauliche Kontraststeigerung NonplusUltra??  Wow, das wäre ja süper excentrique! ´ätte man den Mann´eimern gar nischt sugetraut!

Da muß man doch mal hin – gucken!

Zurück zum Thema: das mit dem Selbstbeflocken ist mir… wie soll ich das schreiben.. “passiert”:  die nahende Jahresendzeit, meine Erfahrungen mit den Postkarten und -händlern der Stadt, deren Weihnachtssortiment meine Karten im Dezember immer fast durchweg weichen müssen und diese vergnüglich-frisch-plakative Ausstrahlung waren es wohl, die mich da ebenso übermütig machten und mich unschuldig Glitzer googeln ließen. Dann ging alles sehr schnell:23370032glitzkit

Coool! dachte ich, das Beschneien arbeitet die beiden komplementären Formen noch besser raus, superoptimiert das Bild! Und ob der skurrilen Formen hält sich auch der mit Glitzer-im-Spiel stets drohende Kitschfaktor – für mich – sehr gezügelt in Grenzen. Was meint Ihr?

Das in DIN A6 flugs selber machen würde alle “Probleme” lösen. So der schnelle Plan und mein (mittlerweile wieder still gelöschter) schnittig-flockiger harhar How-To-Text. doch da: die Tücke der Materie und: Übersehenes.

1. die unwinterliche warme Farbstichigkeit dieser Aufnahme, auf die beim Beschneien eingegangen werden muß, denn wir wollen ja Style, auch inmitten des Kitschverdachts. und dieser Stich geht in die warm-beige Ecke. Also muß der Schnee auch so sein. Glitzernd und farbstichig, pardon: genau angepaßt.

Da meldet sich das Hirn. Mitten in der Nacht mit der nächsten genialischen Idee: Nagellack plus Glitzer, ein ganz sicher unschlagbares Team!

Nachmittags drauf zurück aus der Parfümerie-der-Wahl das Fiasko 2.: le Nagellack tut nicht so wie ich wohl will. Und das teuer erworbene Glitzerspray tutet zu stark und drückt sich damit in und unter Ecken, die eigentlich von der zurechtgeschnibbelten Schablone als partout tabu getaggt, nun aber perdu sind. Also ooch nüscht. “Aber aber es war n professioneller Plan, das!” (heul):schneeschablonesoodlepoodleein Scan meiner extrem absichtlich™ improvisierten Version der Schablone, hier unten (nicht wie oben als apartes Negativ und) mit eingeblendetem “Ziel”:23370032stenciled

Man sihet schon am zugetosten Schablonenufer, was da 3. los war.. Seufz, dann händisch. Und wenn schon: hab ich mich als Maler eh drauf gefreut und mir ein beschaulich-stilles Machen @ home in aller Teegemütlichkeit dabei vorgestellt.

Karte auf Karte kommt nun unter den Pinsel und nach sechs eher 4. befremdlichen Ergebnissen von “Quark auf Papier” bis “Zielscheibenoptik-Schießbude-auf-der-Mess” beschließe ich a) das bis morgen ruhen zu lassen. Da mir fällt die “Strecke” als neues Objekt (hier eine photogeschoppte Prefoto Version meines Arbeitsplatzes) auf:

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b) fällt mir auf: das könnte muß vielleicht auch anders gehen.. vielleicht hilft der 421fach verschneite schottische Thesaurus weiter (klickt mal auf die “show subcategories at this level”, da gehts erst richtig los!)… Murg. Nizzer. Rowster. Smuik. Stour. ;-) Bleffert. Bliffert. Doonlay. Driffle.

Mm. Pff. Grr. Dann geh ich jetzt eben in die Stadt und kauf selbstklebendes Glitzerpapier! Zum Ausschneiden!

to be continued…  So lange könnt Ihr ja mein JPG als ecard esatzrad nehmen!

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Musik im Weihnachtsflockenlabor heute:

Bobby Shew: “Salsa Caliente”, MAMA Records, 1998

Alter Ego: “Transphormer”, Klang Elektronik, 2004

A Fine Frenzy: “Bomb In A Birdcage”, Virgin Records,  2009

Thomas Dolby: “The Flat Earth”, Capitol, 1984

Wollt ich immer schon mal: bunte Zerstreuung fürn November!

Die nun wieder anbrechende kalte Jahreszeit ist die natürliche Phase des Jahres/Lebens, in der man sich nach innen wendet – bildlich und im Wortsinn. Im  Bildsinn für mich als fast lebenslanger Brillenträger/Träger der Kurzsichtigkeit “natürliche” Gelegenheit, Euch ein bislang unsichtbares Lieblingsmotiv endlich auf Postkarte zu überreichen: Mannheimer Unschärfe- oder Zerstreuungskreise, auf englisch sehr poetisch, doch mir irgendwie untreffend/merkwürdig “circles of confusion” genannt. Da schreib ich doch viel lieber mal wieder: das geliebte Bokeh.

Diese wie nass glänzenden Lichter der Stadt – helle Kreise im Dämmerlicht, die sich überlagern, gegenseitig verstärken. Ein klassisch fotografisches Thema, das die allgegenwärtige Handyfotografiererei auch “bietet”, aber auf rechnerischen Umwegen wie den der “Depth Map”, bei der diverse Aufnahmen derselben Szene in Entfernungsdaten umgerechnet werden, um dann die gewählten Bildpunkte zu verunschärfen.. Bokeh-App? Jep! Aber die Zerstreuungskreise, wo bleiben die? … 67960012-cut01
Leider wirken diese wunderbaren, leuchtenden Kreise in groß und von hinten beleuchtet wie hier am Display am besten, ein Umstand, den die doch kompakte DIN A6 Dimension der klassisch offsetgedruckten Postkarte mit ihren 10 x 14 Zentimetern, äh, etwas bremst. Na dann wenigstens hier in anregend idealer, Bildschirm illuminierender Version.

Weiter ist diese neue Karte, die fünfte meiner unscharfen dritten Serie, ein nun endlich wahr werdendes “Wunschkind” für meine unscharfe Collection von 25 Motiven- wobei ich sehr froh über das Überschreiten der klassischen Zehnerserie bin – denn da steckt noch sehr viel Entwicklungsmöglichkeit drin!
67960012-cut06Wunschkind deshalb, weil dieses neue Motiv für mich ein idealtypisches Mannheim- Feeling-Motiv ist: am dunkelnden Winternachmittag/abend an der Feuerwache vorbei/aus ihr raus über die Kurpfalzbrücke in die Quadrate rüber gehen: im Blick dieser typisch winterblasse, vor dem Erlöschen noch kurz mal rosé aufflackernde Himmel, Rauchschwaden über allzu vertrauter Stadtsilhouette, dezent vornehm spiegelndes stilles Wasser, Geheimnis raunende Dunkelheit.67960012-cut04

Da krieg ich Lust auf weitere Experimente, denn nun, mit diesem 52. Motiv fühle ich mich wie nach Erledigung der grundlegenden Aufgaben als “Kartograf” soweit:  kann ich jetzt nochn Tackn gelöster ausprobieren, mich wacker weiter vom klassischen Postkartenmotiv entfernen, auf dem a) immer schön Wetter, b) bildbestimmende Scharfzeichnung von vorne bis hinten und c) klare Kontraste und Umrisse die Vorgabe sind.

Mit anderen Worten:

Das impressionistische Potential der Ansichtskarte ist schlicht Brachland, das man genau deshalb nicht aus dem Sucher verlieren sollte.

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Und diese pralle Mischung der Farben aus Natur- und “Techno”tönen begeistern mich ebenfalls! Aufnahmezeit/Datum: vor fast genau fünf Jahren, 2011 Ende November, kurz vor sieben Uhr – ein paar Aufnahmen früher erscheint die Uhr vor der Feuerwache mit dieser Zeigerstellung -  ist dies alles aufgenommen. Und wie so oft ist dieses Foto die genau einzige unscharf gestellte Aufnahme – ich mache ja meistens mehrere von einer glücklich gefundenen Szenerie. Der Rest ist routinierte Beute des Autofokus´. Seht selbst diese zwei direkt nacheinander aufgenommenen:67960008-09-flyerl“In scharf” zwar klassisch dämmrig – “stimmungsvoll”, dafür um Längen banaler, ungeheimnisvoller, langweilig so bokehlos – vielleicht für nen 70er-Jahre flairigen Stadtwerkekalender (man könnte das Foto noch etwas mehr verbleichen, gar nen Schuß Sepia reingeben) oder nen DIN A5er Winterprogrammflyer fürs Museumsschiff interessant, aber null für meine Postkarten..

Und alles wird magisch durch nen winzigen Dreh am Objektiv!

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Musik für Winterdämmerungen:

Musica Sequenza: “Sampling Baroque”, DHM, 2016

42 Shots On Blumme Peter

42_shots_on_blummepeterDas hab ich lange nicht gehabt: dieses drängende Gefühl, etwas Flüchtiges entdeckt zu haben, das ich unbedingt mit der Kamera festhalten muß, so wie gestern beim Überqueren der Mannheimer Kapuzinerplanken. Da nämlich standen die leergeräumten Zelthüllen des gerade zuende gegangenen Herbstmarktes und umringten das schnöd auf jegliche Rückseite verbannte Stand-Sitzbild/ des historisch belegten Mannheimer Originals genannt Blumenpeter (1875-1940).

Eine seltene Gelegenheit, dieses Mannheimer Postkarten-Must in idealer Kulisse abzulichten, dachte ich. Wie eigentlich immer, wenn ich ihn während der zahlreichen Märkte oder des jährlichen Weihnachtstrubels dort platziert sah, fand ich nämlich das Tragische dieser Gestalt inmitten dieser Zeltrückwandtristesse optimal in Szene..

Wie Ihr schon an der Überschrift und dem Bildmosaik seht, wurden dann flugs fast vier Dutzend Bilder draus, in weniger als zehn Minuten aufgenommen, die ich nun erstmal im Archiv habe und zu irgendeinem Zeitpunkt mal in mein typisches DIN A6 Postkartenviereck reinbugsieren werde. Um mal zu sehen, ob mir das so gefällt. Oder ob die Idee für ein Postkartenmotiv doch zu strange ist.

Eine erste Verwendung – überraschenderweise – hab ich schon gleich heute, am Tag danach gefunden, als ich in meiner frischest dazugekommenen Verkaufsstelle, dem ebenso frisch eröffneten COHRS in der Langen Rötterstrasse eine Postkartenfänin traf und ihr mangels passender Visitenkarte eine meiner Reingretchen-das-ist-doch-nur-eine-Tüte-im-Regen-Karte überreichte. Und erklärte, was es mit diesem Fotos-zu-KrimiCover-Ideen Projekt auf sich hat.

Da – das fiel mir in letzter Zeit immer wieder unangenehm auf – tat nämlich eine Veränderung der zu lange als Deckblatt online herumdümpelnden “patinierten Kartoffel im Nietenmantel” Not und ich ersetzte sie flugs durch dieses Foto (oben im Pulk umkringelt):Kommt ganz gut aus dieser Blickrichtung, so von schräg hinten, noch mehr verdunkelt hinter den Buchstaben, mit dieser zusammengezogenen Haltung und der Schiebermütze, oder?

Das Reingretchen-Projekt (2012-2015) ist zwar abgeschlossen, sein Wesen jedoch ist die beliebig recyclebare Idee, betagte Fotos in einen bislang unbedachten literarischen Kreislauf einzubringen. Also kann ich jederzeit Neuzugänge – wie eben das heutige, neue oben – hinzufügen. Und mal wieder über die versammelten Covers drübersehen..

Passend ergibt sich durch diesen fotografischen “Anfall” noch die zusätzliche Gelegenheit, mal auch so etwas wie ein Kontaktbogen hier zu zeigen, denn Kontaktbögen haben ein sehr spannendes Thema: kann man an ihnen sehr gut erkennen, wie sich ein Fotograf einem Motiv/Thema nähert, (und wieviele peinliche Fehlschüsse da mit dabei sind).. Da gibts ein sehr erhellendesflag-en Buch der Magnum Fotografen zu!

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Musik beim Schreiben heute:

Sushi Club: “Neo Sashimi”, Elektrolux, 2000

die Welt im Spiegel

Nicht die ganze, sondern grad mal knappe 10 %. Hab ich grad nachgemessen. Die “restliche” Welt liegt außerhalb, neben und hinter dem Spiegel. Und ergänzt und ergibt das neue Mannheim-auf-Postkarten-Motiv mit v.r.n.l.: NeckarNorduferBebauung, Collinicenter und Fernmeldeturm. Kennt jeder in Mannheim, nur nicht so direkt nebeneinander “aufgestellt”.Mannheim-Serie-04-2-10Aber jetzt: wo gibts diese alles erklärende Balustrade ? Mmh..  die vom Schloß (erste Rückmeldungen zur Karte) kanns nicht sein, denn von dort gesehen läge das Collinicenter knapp rechts von den anderen dreien – womit wir bei der Gewinnspielfrage plus heute wären – siehe unten.

Und somit ist sie vorgestellt: die erste Postkarte, – es ist mein einundfünfzigstes Motiv – bei der ich vom selbstgewählten Dogma der ersten neun Jahre  gleich zwiefach abweiche: zum ersten Mal nicht von öffentlichen Plätzen aufgenommen und dann  nicht nur Vorgefundenes fotografiert,  sondern auch noch nicht nur Mitgebrachtes, sondern gar geplant Aufgestelltes: meinen humble Garderobenspiegel nämlich (hier meine Skizze nach Erstbegehung zur Situationserfassung,  Visualisierung & Ideengewinnung ).

Dieser Spiegel mußte aufs Dach, damit ich mit seiner Hilfe endlich mal die Stadtaufstellung  “korrigieren” konnte.

Eine alte Idee, nicht nur von mir, entsprungen dem Unmut über die unfotogene “Aufstellung” der Stadt. Generell, himmelsrichtungstechnisch und gebäudemäßig untereinander. Das fällt jedem auf, der sich fotografisch längere Zeit mit Mannheim beschäftigt. Irgendwann wünscht man sich die Sonne von der anderen (unmöglichen) Seite, mal die Verrückung eines störenden Elements – meistens Architektur, oft aber auch Bäume und Sträucher, von Kabeln, Masten und “Werbebannern” mal ganz zu schweigen.

Ich hege gar den Verdacht, das ist in fast jeder Stadt so: die Stadtplanung vernachlässigt die Fotogenität – Skandal! ;-)   Zur Bestärkung dieses auf Anhieb merkwürdig anmutenden Unmutes fand ich dann ausgerechnet in der Wettbewerbs-Ausstellung zum Neubau der Kunsthalle Mannheim  im Portfolio des teilnehmenden spanischen Architekten Rafael Moneo den Satz: “Der Wiedererkennungswert eines Ortes ist fast so wichtig wie der Ort selber.” Könnte auch von einem Postkartenfotografen stammen, dachte ich mir beim Lesen (mehr dazu in einem entsprechenden Artikel  vom Mai 2013).

Kurz: das alles hier könnte viel fotogener platziert sein!

  • Prominenteste “Falschaufstellung”: das Schloß: geht strikt nach Norden raus, dieser Ehrenhof und damit hat man immer: Schatten. Auf jedem Schloßfoto also: ungleichmäßige Beleuchtung, die immer und immer das Bild der abzubildenden Symmetrie, der Standardvorgabe als “Kartograf” unterläuft und ein Gefühl des Nichterreichens erzeugt. Es sei denn, man erwischt in der blauen Stunde eine solch genial ebenmäßige “Un”beleuchtung wie Annette Schrimpf.
  • Prominenteste “Fantasieaufstellung”: das MVV-Plakat von Ralf Hackeland c/o pozzi.de – MANNHEIM ALS SPIELZEUGSTADT – das hat mir sehr gefallen und meinem Unterbewußten anscheinend ;-) ebenfalls.
  • mein derzeitiger Lieblingszukunftsstadtblick – nämlich der von oben, per Drohne aufgenommen: Philip Hoheisel steuert seine frühe-Vogel-Kamera knapp überm Lindenhof. Ob das allerdings ein Markt für klassische Postkarten werden kann, wird man  abwarten müssen. “Ansicht” gewiß, aber nachvollziehbar für die Lieben daheim? “Da unten stand ich frühmorgens an Gleis 1″? Oder als DigitalSouvenir tauglich, so mit “den besten Stellen angekreuzt“?

Und das mit dem Spiegel fand ich ausprobierenswert. Keine Fotomontage, sondern eine fotografierte “Montage”, die auf der immer unsichtbarer werdenden Grenze von “gemacht” und “das gibts so” versucht, ihren Platz zu finden. Denn klar weiß auch ich, daß fast “alles geht”, trotzdem bin ich noch gefühlt ewig davon weg, Euch in meiner Abteilung Postkarte, deren Authentizitätsdogma ich fast so ernst nehme wie die Jury des World Press Photo Awards ihre Arbeit hier irgendeine zusammengepusselte Stadtfantasie druckfertig zu präsentieren. Eher versuche ich, so modern wie (mir!) möglich zu sein-  will heißen: so gedankenlos und nur auf den SchauWert/Effekt bedacht wie mein .. bilderhungrigster anzunehmender User.. auf neue Ideen zu kommen.

Daß dabei die Gefahr besteht, daß ich irgendwann an das Klischee vom Ideal der allen gefallenden Karte herantreibe, kommt mir ob meiner eingefleischten, durchtrainierten und sehr gut funktionierenden Klischeeklingel – ich guck einfach zuviele Bilder – sehr unwahrscheinlich vor. Und außerdem habe ich ja Euch als Regulanz (Beispiel Axel S.:”Bääh – diese Karte sieht ja aus wie “offiziell”)!

Alla hopp: Monnemkenner vor! Gewinnt zehn mal ein 10er Set Mannheim-auf-Postkarten nach Wahl!

Wer bis zum 31. Oktober des Jahres an gewinnspiel[ät]mannheim-auf-postkarten.de den korrekten Namen des Mannheimer Gebäudes mailt, nimmt an der Verlosung unter Ausschluß des Rechtsweges dieser zehn Sets im praktischen, signierten Geschenkschuber teil. Kreuzworträtseltipp: dieses historische Gebäude hat einen aus 9 Buchstaben bestehenden Eigennamen.

Viel Glück!

Postskri. P. Tum: Und ob es nun die Frage ist, ob das denn nun Mannheim ist (pur, echt, typisch etc.), ob man das arrangieren darf, wem das denn gefallen mag..

Austesten! Ich bin damit glücklich!

Denn NATÜRLICH ist das Mannheim – a) wo sollen diese Silhouetten denn sonst sein – und b) das Arrangieren mit Spiegel find ich, öffnet Türen, macht wach für die unentdeckten Möglichkeiten der Stadt, könnte eine neue Sportart auf instagram werden, so wie zum Beispiel #asenseofperspective, #faces_in_things, #wersolchehaushaltshilfenhatetc oder das noch, äh, kleine #mirrorcity..

Weitere großartige, den Tellerand aufbohrende Spiegelei fand ich im Werk von Barbara Kasten *1936 und in der grandiose motion picture timelapse Version von Michael Shainblum (den schätze ich so *1986 ca.).

Mir auf jeden Fall bleibt außer den Karten ein unretuschierbares Souvenir der undigitalen Art en plus:

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Das hat nun nen doppelten Ehrenplatz: eine Windböe nämlich brachte den nur provisorisch mit Mineralwassersixpacks “senkrechtierten” Spiegel irgendwann zu einem langsamen, aber unerreichbaren Kippen. Da half: flugs ein Foto des Wurfs machen, die beiden großen Reststücke einpacken.. und glücklich sein, daß das Foto im Kasten war.

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Musik beim Schreiben heute:

Dinah Washington: “Destination Moon” (Soundtrack zu obigem #wersolchehaushaltshilfenhatetc-Link)

Stereolab: “Dots And Loops”, 1997, Duophonic

various artists: “Artificial Intelligence II”, WARP 1994

Just Jack: “Overtones” , Mercury, 2007

Donald Fagen: “Sunken Condos”, Reprise, 2012

der abgesägte Ast als Leitmotif

Nicht wundern: hab ich das motif mal englisch geschrieben, damit das auffällt. Daß heute widersinnigerweise etwas Gewesenes, nun Fehlendes als Bildmotiv herhalten soll ;-) ..aber so gehen nun mal meine Postkarten weiter:

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Das war natürlich nicht so gedacht, ganz planlos wie immer fotografierte ich die Gegend und -  gestehen wir uns ein: dieser Naturschnörkel fällt doch jedem auf, der bildnerisch unterwegs ist. Mir gleich zweimal im Abstand von knapp anderthalb Jahren. Bemerkte ich aber erst bei Durchsicht des Archivs und plötzlich war da die “kartographische” Gewißheit: die Natur in und um Mannheim ist weiterhin der Rede Ansicht wert und diese beiden Fotos müssen dazu! Und ich habe mein erstes Nebelbild- jippieh! Denn die Fotos vom “angestrebten” Wasserturm letzten Herbst enttäuschten mich – als Kartenmotiv. Leider, leider.

Und wie schon öfters im Postkartenleben des Soodlepoodle, erstaunte/erschreckte mich dann die Einsicht bei einem “Kontrollgang” – vielleicht noch eine dritte Ansicht?-  zum Rheinufer, daß da jemand aufgeräumt hatte zum Frühjahrsbeginn fünfzehn und genau dieser Schnörkel nun.. Vergangenheit ist.

Ebenso wie dieser Ast der frühen Tage - Serie zwei, Motiv Nummer sechs. Den gibts auch nicht mehr bis so nah vor die Linse:16030011

Historisch schon bei Drucklegung diesmal… mm. gibt mir philosophisch zu denken.

Und erinnert mich an den etwas irritierenden Satz von Paul Cezanne: «Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet.»

Und was seh ich dieser Tage beim Queren der Mannheimer Kurpfalzbrücke: alle Bäume an der Dammstrasse sind auf geschätzt zwei Drittel zurückrasiert. Ich hab die vor geschätzt zwei Jahren mal im schrägen Abendlicht fotografiert, als sie noch groß waren… Oops, schon wieder ein Motiv zum Thema in Sicht??

Stadtpuzzlestück #1

Vor fast exakt einem Jahr kamen sie aus der Druckerei – die letzten vier Motive meiner Postkarten:

 
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Die folgenden Monate habe ich dann mit Vertrieb, hauptsächlich aber anderen Projekten zugebracht: KrimiCover, Malen und natürlich: Bloggen. Diese überlange Karten-Pause ohne Neuigkeiten ist, vom Marketingstandpunkt aus gesehen, eigentlich fatal, läßt sie doch die allgemeine “Aufmerksamkeitskordel” abreißen und man hat umso mehr Mühe, diese wieder anzuknüpfen.

Wie ich in früheren Blogeinträgen aber schon erwähnte, geht mir a) die ästhetische Qualität der Karten über alles, und b) hindert mich eine spezielle “gefühlsgesteuerte” Regel davor, zur Unzeit zu veröffentlichen. Hört sich merkwürdig an, bedeutet aber nichts anderes als: ich muß ein gewisses Drängen, eine gewisse Lust verspüren, genau DIESE EINE nächste Karte NUN im Portfolio zu haben. Vorher geht nix. Und dieses Mal hat es fast fünf Jahre lang Angucken gedauert:36250011

Das liegt an mehreren Dingen: 2009, als diese Aufnahme im schwindenden Abendsommerlicht auf der Konrad-Adenauerbrücke über den Rhein zwischen Mannheim und Ludwigshafen entstanden ist, fiel meine Wahl auf eine andere Aufnahme, die knapp eine halbe Stunde davor entstanden war und aufgrund des 6 Jahre(!) abgelaufenen Filmmaterials ins ebenso Uberblaue gesteigert war. Damit war diese neue erstmal ausgeschieden. Nun gibt es aber seit zwei Jahren die Herausforderung verflixte siebte Serie. Und schwupp – damit war diese Aufnahme wieder im Rennen.

Nach ordentlich zeitlichem Abstand wiedergesehen wäre es auch zu schade, sie nicht ins Postkartenuniversum aufzunehmen, finde ich – so ne Kombination der “Bauteile” ist ein fotografisches Geschenk: Wolken, Farben, Wahrzeichenaufkommen, Sonnenreflexionen, sekündlich schwindende Beleuchtung und grafische Kompositionsmöglichkeiten – da bleibt nichts zu wünschen übrig.

Und beim Platzieren in den ersten Läden die Entdeckung: sie paßt in ein Dreigestirn, das vorher gar nicht als solches erkennbar gewesen wäre:neuheiten2015serie7Eine erstaunliche Entdeckung, die mir die Frage aufwirft, wie so etwas möglich ist. OK- gleiche Brückenarchitektur (technikgeschichtlich bedingt), gleiches Motiv (Ziel der 7. Serie), gleiche Farbverschiebung (durch gleiche Chemie). Voilá -ein Puzzlestück, wo gar keins gedacht war..

Oder liegts an dem Umstand, den alteingesessene Stadtbewohner hier immer dann äußern, wenn Verbindungen zwischen Leuten offentreten oder sich bei Treffen plötzlich Kreise, die vorher keine zu sein schienen schließen:

«Monnem is halt ä Dorf!»

Auch mal wieder typisch Monnem: eingefleischte Mannheimer stehen bei der Verortung des Motivs deshalb vor einem Rätsel, weil man, um diesen Blick zu haben, vom standesgemäß ungeliebten Ludwigshafen auf die Stadt zukommen muß. Tsts, immer diese klassischen nachbarschaftlichen Abneigungen.. Für frisch Zugezogene oder Pendler- iss des kä Problääm ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

The Bird And The Bee: “The Bird And The Bee”, Blue Note, 2007

 

 

Dresscode: Weihnachtsmann

1. Advent. Schon wieder mal. Natürlich bin ich da mit meinen Karten auch unterwegs. Vier Motive passend zur Jahreszeit hab ich – aber spezielle Weihnachtskarten? Bislang: Nö.

8/10 info/Suchanzeige 1/10 8/10 5/10

“Du mußt ein paar machen!” sagen Jahr auf Jahr die Freunde, sagen die Bekannten, und ab und an gar die Kunden. Und ich? Denke das dann auch und ziehe los. Wenn die Lichtlein leuchten, der Glühwein duftet, die Dampfdrehorgel spielt, sich die Pudel ;-) mützen an den Ständen drängen aber… es hat alles keinen Sinn:

Ich hab noch nix in der Richtung hingekriegt: ästhetisch ansprechend UND fern von Klischees, eingebildeten und tatsächlichen – bei Weihnachten ist mir das fast unmöglich. Die zwei Bilder unten höchstens, die für mich mit Weihnachten zu tun haben, genau so “schmecken”, wie ich diese Zeit hier erlebe. Aber als Postkarten? Mmh, eher nicht, denn: da fehlt das entscheidende Quäntchen Etwas noch..

05070030  90430021

Macht aber nix. Muß ja nicht. Kann ja immer noch. Das ist ja das Coole an Zukunft ,-) Interessanterweise kommen mir Ideen, wenn ich diese beiden Bilder, die Jahre auseinanderliegen in der Entstehung, so nebeneinander sehe.

Und die Erinnerung an einen großgewachsenen jungen Mann im Halbdunkel des vorweihnachtlichen Treibens letztes Jahr: Statuenhaft stand er da, sein mindestens DIN A 5-großes Tablet zum Himmel erhoben auf dem Fußgängerüberweg aus der Stadt hin zum Wasserturm. Und hielt wohl ein ähnliches Bild fest wie das oben rechts. Und mir erschien ob dieser ungewohnten Geste das biblische Bild des Tafeln empfangenden Moses, so strange it seems..

Statt der atemlos späten Einführung eines soodlepoodlebranchenfremden “Tehmen”-Motives – Lebkuchen als “Avantgarde” lümmeln sich ja bereits seit Ende August in den Regalen – hab ich daher für Euch lieber 1. die Schließung einer Bildungslücke per Bilderrätsel: Na – was könnte DAS  da unten sein? Los- schnell antworten ohne nachzudenken, dann habt Ihrs ;-) christmas_pickle_screenshot

Tipp: «In den Vereinigten Staaten wird dieser Brauch als alte deutsche Tradition beschrieben». Hä? Noch nie von so was Krummen gehört? Tja – ging mir auch so.

Trés amusant beim Nachlesen: Deutsche und Amerikaner glauben wohl gleichermaßen, dieser crazy Brauch käme von jeweils “gegenüber”. Wenn da mal nicht die international operierende Gemüselobby und deren Marketingfachleute dahinterstecken.. ;-)

und 2. die klingende Weihnachtsvorfreude, hier anstelle der im Blog üblichen “Musik-beim-Schreiben-heute”-Liste: mein allerliebster Weihnachtsmusik-Mix.

Mit allem Gutgelaunten zur kalten Jahreszeit. Und ne Entwarnung: nur mit zwei ausgesprochen als solche erkennbare Weihnachtslieder (und die sind gut getarnt ;-) ) Also



Zahlen-1Vanessa Paradis: Just As Long As You Are HereZahlen-2 Betty Carter: Open The DoorZahlen-3 Paula: Süßer MorgenZahlen-4 Jimmy McGriff: Santa Claus Is Comin’ To Town Zahlen-5 Plastilina Mosh: Bungaloo Punta CometaZahlen-6 Millie: My Boy LollipopZahlen-7 Paolo Conte: l´ultima donnaZahlen-8 Julian Dawson: (Listen To My) HeartbeatZahlen-9 Nat King Cole: Mood IndigoZahlen-1Zahlen-0 Jona Lewie: Stop The CavalryZahlen-1Zahlen-1 Lauryn Hill: Can´t Take My Eyes Off Of YouZahlen-1 Zahlen-2 Bang Bang: Two FingersZahlen-1 Zahlen-3 Joni Mitchell: Moon At The WindowZahlen-1 Zahlen-4 Les Rita Mitsouko: Nuit d´ivresseZahlen-1 Zahlen-5 A Tribe Called Quest: Luck Of LucienZahlen-1 Zahlen-6 The Wannadies: BecauseZahlen-1 Zahlen-7 Teen Idols: Lovely DayZahlen-1 Zahlen-8 Smash Mouth: Can´t Get Enough Of You BabyZahlen-1 Zahlen-9 Albert Hammond: I´m A TrainZahlen-2 Zahlen-0 Heatwave: Boogie NightsZahlen-2 Zahlen-1 Moloko: Day For Night

Bunt zu sein, bedarf es wenig

.. und wer bunt ist..  Nein, nein, es war ganz anders: Nachdem nun schon so lange Funkstille mit Neuheiten bei meinen Postkarten ist – ich kann mich grad nicht auf ein Motiv meiner “Shortlist” durchringen und will lieber den üblichen Impuls und/oder einen 100%-ig überzeugenden Fund in der Halde (oder der Stadt) abwarten.

Hab also nach so langer Unbeweglichkeit Nervosität Schaffensdrang gespürt und schließlich, wie immer zufällig, im Archiv ein Foto à la: Postkartenmotive zum falschen Zeitpunkt aufnehmen gefunden. Und gedacht: da mach ich was draus!47320003

Eine zwar auffallende Konstellation dreier originärer Bauteile in der Stadt, aber ohne das “richtige” Licht und Wetter eher unter “ganz nett und weiter?” abzuhaken. Da ich mit der Unschärfe in der Ferne nicht die perfekt grafischen Elemente der Postkarte Serie 05 le ciel beige (siehe unten)serie05-1von1zur Verfügung habe, muß daraus also was ganz anderes werden. Warum also nicht mal das Motiv farblich verändern? In letzter Zeit experimentiere ich mit farbverstärkenden digital erzeugten Überlagerungen desselben Bildes. Insbesondere die Photoshop Ebenen-Modi “Ineinander kopieren” und “Multiplikation” ergaben mir ansehnliche, farblich ordentlich überreizte ;-) Ergebnisse. Also los:start-47320003-beta

Da das Grafische dieser Aufnahme ja nicht abzuleugnen ist – warum also nicht spiegeln, um es zu verstärken? Und anschließend die Quadranten farblich variieren?start-47320003-quatroDas Ergebnis fand ich schon mal ermutigend genug, um an diesem Platinenmuster weiterzuarbeiten, aber es scheiterte dann an den Menuepunkten. Also den sieben Wörtern, die optimal funktional auf diesem Bild unterzubringen mir ohne ästhetische Schmerzen nicht gelingen wollte. Was tun? Ich veränderte die Farbigkeit ohne befriedigendes Egebnis. Dann schlug ich das Archiv wieder auf und entdeckte das Gegenteil von strenger grafischer Komposition – kleinteiliges Musterähnliches:47320017originalDas stürzte ich wie einen Kuchen aus der Backform und verschlimmerte die vorhandenen Schwingungen mathematisch:47320017schwingDieses Muster “tapezierte” ich nun über das Vorhandene. So verschmolz das Grafische mit der Farbigkeit, die sich durch diese “Zugabe” nun, in die dunklen Bildbereiche hineinsippend, vergrößerte.start-47320003-deltaDen “Soodlepoodle” testweise drübergelegt – mh: könnte ein mit bewußtseinsverst Industriebeigaben aufgepoppter nativer Teppich aus den Anden sein. Mir zu kleinteilig, zu folkloristisch und vor allem: zu verworren, zu unklar.

Da half nur eins: drüberwischen. Natürlich entlang der Bauwerks-Senkrechten, sonst wäre ja schließlich jedes beliebige Bild ausgangsseitig verwendbar gewesen.start-47320003-omegaAh ja! Einmal Regenbogen bitte! Und die poodle-Lettern fügen sich perfekt ins Bild, das Grafische is back und die spektrale Farbigkeit herbsttrübsinnvertreibend ;-)

Zum guten Schluß noch ein experimenteller Wisch von links nach rechts und voilà: fertig ist die Oktoberlaube:

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Musik beim Schreiben heute:

Bobby Shew: “Salsa Caliente!”, MAMA FOUNDATION, 1998