Archiv für den Monat: Februar 2011

Geiz ist geil und schmückt die Wohnung | Part 1

So. Eben bin ich, nach einer kurzen Unterbrechung der Arbeit des freundlichen Einräumpersonals angekommen an diesem gelben Automaten und zücke meine papierne Vorlagen. Jetzt brauche ich nur noch einen Freiwilligen aus dem Publikum, der von mir mit seinem iPhone ein Bild macht, wie ich hier stehe und den Deckel des eingebauten Scanners hochklappe.

Dieses möge er mir dann bitte gleich an die kommunizierte e mail Adresse mit dem lapidaren Versprechen senden, ihn -diese Praktik heißt offiziell “Autorennennung”, wird aber durchweg als neue Währung namens Publicity gehandelt- unter dem Bild hier als Urheber zu erwähnen.   Nachdem diese dokumentarische Aufgabe abgehakt ist, folgt nach einer kurzen Zeit des Auf-dem-Bildschirm-Herumfingerns und Anleitung-Lesens erst die Meldung “Urheberrecht”, die ich schnell mit Ja Ja wegklicke, dann in einigem zeitlichen Abstand “Ihr Auftrag ist in Arbeit” und das Maschinengeräusch des Bildtransports und -abschneidens.   Ich bücke mich und halte das Ergebnis mit einem Gefühl von “Ok- also nicht schlecht für DIESEN Preis” in den Händen.

Wow: Farbe 1 zu 1, Glanzpapierversion, ungefähr doppelt postkartengroß, also hinreichend für den Gebrauch in einem schmucken Rahmen in haushaltsüblichen Haushaltungen, nur der Kontrast und die Farbsättigung, dieser zu stark, jene etwas zu schwachbrüstig ausgefallen, wären zu bekritteln. Dafür kann man die Schnittkante wählen, also ranzoomen aufs Wesentliche- cool!   Ebenso im Abriss: den frischgedruckten Kassenbon, der skandalös niedrige Summen verkündet, mit dem ich jetzt zur Bezahlung schreite.Wollte ich das Ganze noch größer, müßte ich halt direkt vor Ort ne (bereitliegende) CD brennen, in eine Tasche tun und einwerfen. Würde halt länger dauern und ich müßte nach zwei, drei Tagen wiederkommen. So weit zum Thema Fachgeschäftsterben und Raubkopieren fremden geistigen Eigentums. Sieht aber super aus: drei farblich abgestimmte Motive davon nebeneinander im Gang zur Küche. Hab ich schon viel positives Feedback meiner Besucher bekommen.

 

Mein kleines Postkarten Dogma

Ludwigshafen, erstes Motiv

Ludwigshafen-auf-postkarten.de erstes Motiv

“Und das haben Sie so aufgenommen? Nicht nochn paar Möwen draufgeschraubt oder so?- Nein? Na, dann ist es super.”

Ein Kommentar vom Profi, das. Wenn man Kameras verkauft heutzutage, weiß man natürlich auch, was nach dem Abdrücken vor Ort später daheim am PC möglich ist. Ich bin aber kein Frickler- das probier ich grad mit anderen Bildern. Mal so spielerisch. Was Postkarten angeht, sehe ich das sehr pur.

Die sollen ja etwas zeigen, was es in realo gibt, oder, was das Licht und das Wetter angeht, für nen flüchtigen Moment Wirklichkeit wurde. Nur so können andere zur spannenden Frage gelangen: Wo und was ist das? Und, um dann vielleicht anstehenden Recherchen nicht im Wege zu stehen beim Rätselraten mit der eigenen Stadt, habe ich mir noch den dogmatischen Passus angeheftet, alles von öffentlich zugänglichen Plätzen aus aufzunehmen.

Und: bislang ist da keinerlei Not zu spüren, daß mit dieser Vorgabe das Material und die Entdeckungsmöglichkeiten ausgehen könnten. Im Gegenteil verspüre ich da eine sehr reizvolle Herausforderung. Man soll sich, Ortskenntnis und/oder Findigkeit vorausgesetzt, vor jedes Motiv hinbewegen können und dieses dann genauso vorfnden. Sollten sich zwischenzeitlich keine baulichen Veränderungen ergeben haben. Aber das ist ein anderes Thema..