Kategorie-Archiv: WortSpielPoodle

Deckname: MedienKompetenzVerein

Es gibt in diesem Land zwei Sprachherde (im Sinne von Brandherde, nicht von Viehherde): die Politik und die Jugend. Diese beiden doch recht schnittmengenarmen Bevölkerungskreise “kümmern” sich zu einem großen Teil ihrer Schöpfer-Kraft und Lebens-Zeit um das Ist-und-Bleibe-Lebendig der Sprache.

OK, OK, die Journalisten und die Werberteppiche gehörten da auch dazu, sind aber ob Adblockergerangel und/oder der modernen Seuche suchmaschinenoptimiertes Schreiben gebremst und abgeschlagen™. Man spricht halt einfach freier, wenn man sich wirklich nur auf rhetorische Wirkung und Klang für echte Ohren konzentrieren muß, also Schulhof und Vereinslokal. ( Leider, leider ist das szenesprachenwiki seit Jahren abgeschaltet! Heul!!)

Wir müssen ihnen dankbar sein!

Denn da kommen ständig erstaunliche Wort- und Satzkonstruktionen nach, die ein neues Denken ermöglichen. Den Angelpunkt der Blickrichtung drehen. In seinem gar rostigen Scharniere. Kann man online auf der famosen Idee der wortwarte.de nachschauen - OK, OK, hier punkten die Journalisten, die’s geschafft haben! Tja – Kaum macht man’s richtig, klappt’s! (1. Beispielsatz)

Bei meinen Ausflügen in die Welt der Sprache (also immer, wenn ich das Internet aufschlage) kommen ständig neue Erstaunlichkeiten mit eben diesem Medium, das mit Bild und Sprache “zu tun hat” hinzu und ich c&p-e die besten Tagessätze (im Sinne von bon mots, nicht von Kostenvoranschlägle) in meine digitale Brouillone. Hey – durch das schlampig’ e am Schluß nach Suppe klingend ;-)

Lange vor einer schwärend angemahnten Forderung nach Medienkompetenz steht mir: Sprachkompetenz. Und Wachsein. Erkennen, daß die “herzliche” Geburtstagseinladung per Massen tstsmail nur so persönlich tut. Erkennt man an den unterschiedlichen grammatikalischen Subjekten. In der Überschrift: Hallo Du Poodle! Direkt drunter im Text: “Wie Ihr alle wißt..” Also Dikat! Schließlich sind dies die ersten Tage der social bots. für alle. Die sollte man freihändig erkennen lernen. Was Du nicht willst, was man Dir will, das willst Du nicht – was willst Du denn? (2. Beispielsatz)

Und wissen, daß es FindFace gibt..

Falls Ihr – zurecht! – nicht einfach und immer auf alles klickt, habt Ihr das internet-abc.de oben verpaßt. Nach Holbe: fehl! Erste Schritte, unter KompetenzVerdacht zu geraten! Ab 6! Da steht zum Beispiel der überaus nachklingende Satz: “Das Lernmodul “(Cyber)Mobbing” kann sowohl im Unterricht als auch zu Hause eingesetzt werden.” (3. Beispielsatz)

fsk_ab_6(Hey! 1Neues Emoji? Komischer Gesichtsausdruck…Rating: Mißlungen!)

Als Nachtrag am übernächstfolgenden Tag: ein kleiner Selbsttest MedienKompetenz: Ist das nun Werbung für

(Meinetwegen kreuzt alle fünf an)

Nachtrag vom 27. August 2017: wußt ichs doch – die Medienkompetenz ist ein verdeckt großgeschriebenes Thema hier am Blog. Von unten (ab 2011) beginnend, hatte ich an diesem Nachmittag keine Mühe, 39 Artikel mit dieser Kategorie und dem dafür frisch zurechtgeschnittenen Testbild-icon (mkv-icon) zu betaggen!

Nochn Nachtrag am 9. September: Frau Prof. Dr. Linda Breitlauch gibt ein “Walkthrough” durch die Spielegeschichte und -Relevanz. Und daß es die Stiftung digitale Spielekultur gibt und den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. – da hatte ich auch keine Ahnung. Bislang.

..und eine neue Legende auf meiner Übersichts-Seite mit der PinXography #512k in Farbe als Hintergrund gibts auch! Schräg? Schräg!
kategorien2017-09

 

Handta Schener Spiegler

Randstücke. Irgendwie ne Pest, nicht nur in der Welt der Pizzabelegschaft. Gerne auch bei  Gemälden. Naja: meinen. Etwas diplomatischer: Randstücke muß man mögen. Also ich scanne sie bei meinen Blättern der bloßen Vollständigkeit halber mit und hab sie, sie sind noch gar nicht richtig zu Ende “durchgelaufen”, schon in meiner geistigen Schublade verstaut, denn:

das Spannende der pinxographischen Blätter “passiert” im Mittelbereich.

Weil ich da freestylemäßig und beschränkungs- = randlos kreuz und quer “Maß” nehmen kann. Wie ein Landschaftsfotograf, der in der formlosen Weite ungehemmt den Ausschnitt bestimmt.

ErSchaut hier das allerneueste Beispiel (dieses kreativen Elends):hbk-nnn-scanp-170720-511d-mMit den aufgepappten üblichen Umrissen sieht man gleich, wozu das heute gut ist, über “eigentlich Abfall” zu reden: auch die wildesten, unfertigsten Farbspuren können Recyclinghofmäßig Verwendung finden. Einfach durch Spiegeln. Einfach: rübergeklappt wiederholen. Da is’  voll egal, wasses is: Ich schwör’:

mit so ne schlicht gemachte Achsensymmetrie bringt man bannig Ordnung ins Heim.

Und mirundEuch neue Handtaschensensationen, heute welche mit LKW-Spuren:

hbk-nnn-scanp-170720-511d-x hbk-nnn-scanp-170720-511d-rhbk-nnn-scanp-170720-511d-t hbk-nnn-scanp-170720-511d-v hbk-nnn-scanp-170720-511d-w“Erspiegelte” Taschen also… Klappt mit jeder halbwegs gelungenen Form- und Farbkombi, macht die Tasche-daraus rund, ja fast konventionell in ihrer Wirkung. Und diese geistige RandstückSchublade, schon ganz abgenutzt vom ständigen Auf- und Zu, beherbergt plötzlich ein Ideenvorkommen. Thumbs-Up! Tja, ‘kommt mal wieder nur auf den Blickwinkel an.

Der nächste Griff hinein-in-die-Lade fördert das zutage – nach einigem Herumgezupfe:nnn-scanp-170525-480d-remirPlötzlich machen die freien randständigen Flächen, ansonsten gehaßt, Sinn, stellen dem zentral-royalen Dekor Raum zum Wirken. Zur Taschenherstellung kann man ihn gar noch vergrößern- siehe unten.

Aus dieser Szenerie à la Unterwassermuseum Mexiko stanze ich mir fix eine edel besetzte ClutchBag – edel wie: mit nem doppelten Rubin-Cluster als auseinanderstiebenden Fischsynchronschwarm:hbk-nnn-scanp-170525-480d-rDas macht Laune und ich finde à la serendip anschließend “den doppelten Spiegel”:

Tutorial: ursprüngliches Bild doppeln, eins davon spiegeln, halb durchscheinend übereinanderschieben zur Achsbestimmung al gusto, dann daran schneiden – nicht löschen, sondern symmetriepassend wieder reinpasten! So gewinnt man entlang dieser so entstandenen neuen Achse zwei verschiedene Symmetrien, die man dann (zur Handtaschengewinnung) “beschürfen”/nutzen kann. Verwirrend beschrieben? Dann Anschauung:

nnn-scanp-170530-483b-m1nnn-scanp-170530-483b-m2nnn-scanp-170530-483b-m3g Hier mein Favorit: “die Libelle” aus Flugsamenformen, ich hab noch nen schlichtperlenden Verschluß dazu gebaut:hbk-nnn-scanp-170530-483b-p..die Realvorlage gabs schon mal als Cover:drei_lose_2

..oder lieber diese Kronleuchter-über-PolarLichtWeite-Clutch?hbk-nnn-scanp-170530-483b-s

Dann, sofort am Tag danach, dieses neugierige/abenteuerlustige “Ich-geh-mal-ins-Lager”:hbk-ysp-scanp-161101-401f-r hbk-ysp-scanp-161101-401f-sHier die (mich) entzückende Entdeckung: PinXoGraphy “kann” auch Ver-Schlußsteine ;-) hbk-ysp-scanp-161101-401f-uUnd nun, nach all diesen ungezügelten Experimenten und groovy Entdeckungen die Frage:

Wie soll dieses Posting heute heißen?

  • Taschenspiegel,
  • Taschenigel,
  • Taschenspieler,
  • Taschendealer,
  • Taschentrickster,
  • Taschenklickster,
  • …Taschenspiegeltricksterei?

oder

  • Erfahrer
  • Erkenner
  • Erschleicher
  • Verbrenner
  • Aschhändler
  • Benenner?

oder

  • Erspiegler
  • Besiegler
  • Aufwiegler
  • Zersiedler
  • Bespeier
  • Zerseiher
  • Verzeiher
  • Dreireiher?

Klingt dem SEOCrack nach suchmaschinenoptimierter Lyrik, ist aber bätsch! nur die sanft gekämmte, wordwolkige Annäherung an den Titel heute. Der dann doch ganz anders (zersägt) wurde. Dazu in mind mein verschlungenster Lieblingsaphorismus zu so nem altbackenen Sujet wie Meriten:

Es gibt vier Arten von Orden: verdiente, erdiente, erdienerte und erdinierte.

Sorry, no simple German 2-day!

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Musik beim Schreben & Schriben heute:

St. Germain: “Tourist”, Blue Note, 2000

various artists: “re:jazz”, Infracom, 2002

various Artists: “A Collection Of Various Interpretations Of …Sunny” Part 2

Nochn HandBagNachtrag, denn der Spiegel als Werkzeug zur Taschenwerdung ward schon im Juni erfunden – nur führten die initialen Randstückprobleme heute wiederum zu ihm hin:hbk-ebk-scanp-151109-214c_n
Gemalt & gescannt schon gaanz am Anfang der PinXoGraphie (nämlich am 9. November 2015, wie man an ihrem Dateinamen sehen kann), besitzt diese Tasche  wahrhaft opernkulissenhafte Züge (was hör ich da bloß immer beim Machen??)

Hasenklatsch in Rabbitfur

Handtaschenrecherche. Nah an der Buntigkeit meiner entdeckt man recht zügig Desigual. Die setzen  – ganz unpinxographisch – auf das Prinzip Eklektare/Collagere/Applicare. JP Go tje punktet ebenfalls mit Farbe – leider aber leider nur in Sonderausgaben für Fashion Weeks etc. -, ädded erfrischend punkige Trashigkeit.

Unzügig, da mit Elevator Pitch Hindernissen bestückt, fand ich als Aussenstehender “die Tasche ohne Henkel/Kordel/Rope”. Na die, die man als frau ausschließlich in der Hand herumträgt, -knautscht & -clutched.

Kwasi A Bag Called Clutch .

Lustig, daß sie laut Wikipedia auch “Klatsch” geschrieben wird werden soll kann. Und so zu meiner heutigen Überschrift führt. Es gibt gab nämlich auf meiner Bewerbungsseite eine Version in roten iberischen Karnickel. Ähem: Kaninchen Rabbit from Spain. Mm – “Wenn das mal nicht einfach überfahrene Karnickel an der carretera für jetzt 295 USD sind har har” dachte ich und ergoogelte grimmigly.. road kill fashion. You kill it – we grill it tailor it?  Tatsächlich! Aber diese drastische Benamung könnte zartstylische Seelen abschrecken. “Accidental fur” macht daher alles richtig und nur wenig falsch. Daher der Rabbitfur.

Das sind jetzt drei schmale Absätze für Euch, nur, um in meine Gedankengänge zu kommen,  nur, um das Kurzgedicht zu erklären, das heute meine Überschrift ist. Gedankenverfolgungsposting. Sprachliches Mentales Making-Of. Mit ordentlich Korrekturen und Betonungen (64 67 70 72 mal – laut WordPress-Revisionendokumentation – seit 2. Juli 2017 @ 13:16:35 hab ich an diesem Artikel herumgemacht, einmal gar eine Handtaschenfarbe (!) korrigiert).

Und für die Bleiwüstenflüchter unter Euch noch dreimalzwei Klatschentwürfe aus dem hauseigenen Labor des Tages™, denn – ohne Bilder liest das hier ja keiner ;-)

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Da ist bei mir zwar kein Felltäsch²en dabei, kann aber noch. Aber nur mit/aus erlegtem Pastellstift! Nix Autobahn! Das wären ja dann in doppelter Hinsicht fashion victims!

57620003cutUnd à propos Drei?ohrhase: Ich weiß, es ist nervig anstrengend, über ständig Durchgestrichenes zu lesen, aber diese stehengelassenen “Korrekturen” erzählen unbestreitbar über den bloßen Text hinaus eine weitere Geschichte. Meta. Deshalb ist diese Option beim hemdsärmeligen Bloggen wohl so beliebt, bietet sie doch ein anders schwer zu verwirklichendes Ironie- und Humorwerkzeug, ähnlich wie Sprache an Facetten gewinnt durch “Stimmführung”  in gesprochener Form oder durch Gesten eine “Zusatzausstattung” erfährt. Aber keine Angst – dieses abschreckende Durchgekritzel hier&heute soll in seiner Ballung die Ausnahme bleiben..

Ihr müßt auch nicht alle 29 Links anklicken! ;-)

Nach diesem lehrerhaften Epilog ist nun wirklich Zeit für eine finale BelohnungsKlatsche – auf dem neusten Blatt #508 findet  sich eine schmucke Stelle, die an BetonBalkonÜberlauf der botanischen(?) Art erinnert – wer trägt schon sowas mit sich rum?!:hbk-nnn-scanp-170717-508-rcUnd nachher, wenn man diesen Text googeln kann, bin ich gespannt, ob die durchgestrichenen Kandidaten erkannt werden. Als ordnungsgemäß ungültig.

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Musik beim Schreiben/Korriigeren heute: Tipptaste für ungestalkten Musikgenuß: F5 =Reload. Zaubert nasty Werbung weg ;-) Zur Not mehrmals drücken!!

João Bosco: “Zuna de fronteira”, Columbia, 1991

Paolo Conte: “Paris Milonga”, BMG, 1981

Piccola Orchestra Avion Travel: “Cirano”, Peregrina, 1998

Seelenluft/Synchronschwimmer EP:  “Silvercity-Bob Meets Acapulco 11″, Kleinrecords, 2001

sexy b&w

Wann genau ich das erste pinxographische Bild kaltblütig/vorsätzlich entfärbt habe – dazu müßte man recherchieren. Dürfte so gegen Ende 2016 gewesen sein. Da nämlich entdeckte ich die Schönheit zurück -  die des schwarzweißen Bildes. Nimmt ja auch nicht Wunder, wenn das “Pendel der Sehnsucht” irgendwann von den üblichen Farboriginees abläßt und zurückschwingt ;-)

Daß ich eher ein bunter Typ bin, dürfte angesichts dieser Site einsichtig sein, ab und an aber brauche ich die “entfärbte Auszeit”. In der entdecke ich das, was  Horden von Kunstfotografen zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben.. Sorry, ich bin da nicht pure genug ‘zu. Oder gerne auch: Schwarzweiß ist mir zu schwierig. Oder eben: mir gehört Farbe halt zum (gestalterischen) Leben wie die Soße zur Nudel..nnn-scanp-170507-477i-nvr4bAnfänglich aus verrannten Farbsituationen entspringend, wenn in dollen Umfärbereiorgien irgendwann wirr allzu viel Buntes sich ballt auf dem PapierBildschirm, “entdeckt” als quasi-Reissleine ich dann  Steuerung Shift U drücke. Dann verschmilzt zu meiner großen Freude die neu entdeckte geriegelte Hintergrundgestaltung mit den gemalten Pastellkreidespuren und solch erstaunliche Eindrücke schießen auf den Bildschirm. Das übrigens fasziniert mich seit Start der PinXoGraphie: daß dieses alles einst Gemalte jäh anders werden kann, anders wird – faszinierend unbekannt und  (im heutigen Falle) anregend klarer. In diesen SchiebereglerBruchteilenvonSekunden ..

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Wie Ihr seht, gerne auch mit einem anregend bläulich’ Farbstich eingefärbt. Oder – oben rechts – gar original fast schwarzgemalt.

ysp-scanp-170502-474j-r2v2bAn diesen acht Bildern kann man gar eine Entwicklung erkennen: von den rauen, explorativ schnell hingehauenen, einfachsten Hieben und Wolken der frühen Tage bis zu den detaillierten Bildern der Gegenwart – die beiden großen “Einrahmer” oben und unten. Das heißt aber nicht, daß diese Entwicklung nicht von sich selbst profitieren, nicht disruptiv sein und sich selbst nicht erneut befruchten könnte: Meine Faszination mit dem Kühnen, einfach-Eleganten hat da immer ein Auge aufs nächste Bild, den nächsten Strich, den kommenden Wisch™.

Merkwürdigerweise stell ich mir diese Schwarzweißen nun als großes “Hinter-Acryl-Bild” vor. Eine Darreichungsart, die mir eigentlich ob ihrer Spiegelproblematik – man sieht immer die gegenüberliegende Wand o. ä. – mißfällt . Es sei denn, alles außer dem Bild liegt im Stockdunkeln. Was ich mir nicht mal in einem Museum vorstellen kann..

Aber mag sein gerade deswegen: daß so ein Bild immer nur eine Hälfte von dem ist, was man beim Reinblicken sieht. Und “in farblos” sich praktischerweise immer den umliegenden Farben anpaßt. DAS wirds wohl sein…ysp-scanp-170331-465b-r2v2

Als Zusatz-”Bildbemerkung” kommen hier noch weitere, der PinXoGraphie etwas peripherer liegende Beispiele fürs Farblose. Abteilung “Faltenwurf per Maouse”, “die Situation der Amöbe im Drahtkabelmodell” oder “pastösester Farbauftrag unterm Mikroskop”…

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Das “Works 4 Motion Pictures” und “der Rohrwanderer” entspringen gar meiner Zeit als  Musik-mit-Sprachhilfe-Erfinder und  sind mittlerweile schon zwölf Jahre alt. Das Filmmusik-Cover gar komplett mit Photoshop “gebaut” – ich erinnere mich wie heute an die Filter “Kräuseln” und “Bewegungsunschärfe”, ans digitale Nachbelichten und “nur prozentuale” Radieren.

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Und als Digestif noch ein paar meiner raren, auf bw-Film aufgenommenen Lieblings-Schwarzweiß-Fotos, das obere 1/8 Sekunde lang und über 20 Jahre alt…

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Musik beim Schreiben heute:

Johnny Cash (soundtracked Hi Speed Drohnenflüge): “Ghost Riders in The Sky”

The Glissando Brothers: “A Great Gift Anytime”, STIR15, 2000

Steve Winwood: “Nine Lives”, WinCraft Music, 2008

Short Attention Spam – oder die plötzlich willkommene Pendelbewegung des Geistes

Stellt Euch vor, ich hätte diese Seuche der Neuzeit, diese ewig fahrige, rasend-machende Unaufmerksamkeit, kurzbezeichnet mit Short Attention Span “umgebaut” zu einem meiner wichtigsten “Werkzeuge” beim Malen solcher Bilder wie diesem:

ysp-scanp-170315-454b-r6v2rStatt “nur drei Minuten aufmerksam sein können” zu “…aufmerksam sein wollen”. Denn warum bremse ich mich immer, wenn ich bemerke, daß ich Lust bekomme, in aller Ausführlichkeit leere Flächen auf meinem pinXoGrpahischen Blatt des Tages™ mit fleissig eingeübten, routinierten, kleinkarierten Bewegungen sprich Mustern zu füllen? Fleuchlings also genau vor der menschlichen Eigenschaft der Kontinuität, anhaltenden Arbeitskonzentration und Akribie, die man beispielhaft No.1 beim mosaiquen Fließen orientalischer Muster oder b) beim Fusseln-aus-Kohlebergen-Retouschieren benötigt, um die Arbeit den Meister loben zu lassen? Warum denn also die Herstellung von Bildern und Werken vermeiden, die dadurch doch geordneter, besser, effektiver, ja: überhaupt erst zu Werken werden? Nun: weil dieses Vorgehen nicht gilt, nichts nützt für die PinXoGraphy. Hier liegt der Anspruch versteckter, indirekter, erst bei/nach längeren Betrachten zu erkennen. Da ist die Wiederholung tabu. Kurz gesagt. Jour et règle fiXe.

Denn interessanterweise – so kommt es mir wie eine Entdeckung für die Kunst vor – läßt man beim Bilder-an-Wänden-oder-Display-Anschauen das streng Geordnete (in sich) los, will mal anderes Futter und freut sich, von ansonsten allerorten vorrätigen Klischees mal befreit zu sein. Man sucht Erfrischung! Irgend etwas, an dem man mit den Augen herumknabbern kann, jäh erwacht von diesem Stimulus. Und gleichzeitig vielleicht bemerkt, daß das persönliche Sehen nur allzuoft eingefahren, eingerostet, nur auf zweckgebundene Wahrnehmung (Vorsicht/Umsicht im Verkehr, Preis- und Infosuche, Gesichtererkennung) eingerastet ist. Auch, daß man Bilder privat wie öffentlich wie geschäftlich zum Ausgleich, zur Vertrauenserweckung, zur Beruhigung mißbraucht. So zumindestens geht es mir, wenn ich beim Malen irgendeine Guck-Routine rieche.ysp-scanp-170331-465b-r2v2r

Also nutze ich den Span dazu, genau dann, wenn er greift/einsetzt, einen frisch vom Vergessen gereinigten Blick aufs Blatt zu richten und wie bei Erstbegehung einen nächsten, ersten, weiteren Schritt zu tun. All at the same time.

Das ergibt ein Bild, an dem sich die Überraschungen überlagern. Und genau dafür mach ich das ja.

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ysp-scanp-170329-464e-coll- ysp-scanp-170327-463c-rec2PS.: die Fehlcshreibung des Span zu Spam im Titel heute fand ich sehr reizvoll, hilft das falsche “m” doch, eine menschliche Un-Fähigkeit als Müll, Belästigung zu bezeichnen, die an manchen anderen “Stellen” überraschend nützlich eingesetzt werden kann. Oder durch die “Bezeichnung” Spam als eben genannte, kommunikationstechnikgestützte Seuche nochmals explicit getaggt wird.

OK, eins noch. Ein wieder farben”frohes”, passend zum fantastischen Wetterchen heute:ysp-scanp-170331-465d-r2vnr

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Musik beim sekundenweise Unaufmerksam sein:

Tiefschwarz: “Eat Books”, fine, 2005

MC Solaar: “QUI SÉME LE VENT RECOLTE LE TEMPO”, Metronome, 2000

Mozart: Sinfonie C-Dur KV 551 “Jupiter-Sinfonie” (London Mozart Players / Jane Glover)

St. Germain: “Boulevard”, F- Communication, 19999

 

 

Blech Me Up! Four Fourty-Four

NATÜRLICH hab ich da ne Vorauswahl getroffen zum

ta-dah! 444sten

pinxographischen Blatt, dessen digitale “Ergebnisse” Ihr hier und heute sehen könnt! Komfortabel eingerichtete Vorauswahl muß ich sagen, denn fünf quasi abgeschlossene Blätter meiner shortlist liegen kaum noch unfertig verteilt vor mir. Die gibts fast immer, graduell vielversprechend. Und wenn nicht, mal’ ich drüber, bis.

Solche personal Jubiläen sollen ja schmuck, beglückend und spannend sein. Aber, das hab ich beim Jurorsein gecheckt: sowas liegt mir nicht. Langweilić!

Viel spannender fand ich es, den (gestrigen) Morgen dazu zu wenden, ein Neues aus dem Nichts zu malen:ysp-scanp-170301-444d-r4v2n Denn ich hab bemerkt, daß sich bei mir, äh, analytisches Gedankengut regt. Damit meine ich, daß sich so langsam  ein ungeplantes Bewußtsein für die gestalterischen Möglichkeiten der PinXoGraphie in mir regt. Hört sich merkwürdig an, ich weiß, und, schlimmer: wollte ich eigentlich vermeiden, dessen Einsetzen so lange wie möglich hinausziehen: einfach immer weiter das Unbewußte treibende Kraft beim Machen sein lassen.

Doch nach all diesem Bemalen und digitalen Fertigstellen schleicht sich ein neuer Blickwinkel ein: der der Erfahrung….

Das bemerke ich heute, wenn ich meine Bilder angucke, dazu das Geschriebene im Hinterkopf: ich sehe mich jäh als “absichtlich Gestaltender”™ (Pech!) und mir fällt dazu die ursprüngliche Idee wieder ein – in aller Deutlichkeit: obwohl ich sie natürlich nie richtig verlassen habe, gibt es da diese initiale Laborsituation, ursprüngliche Aufgabenstellung dieser Art halbabstrakter bildgestalterischer Experimentation:

die Pareidolie. Das Potential, den Aufruf, sich als Betrachter zu erkennen. In unentschiedenen Formen und suggestiven Farbkonstellationen.

ysp-scanp-170301-445e-rec18Heute, zum schnapszahligen Viererjubiläum, hab ich Euch eine richtige kleine Galerie zusammengestellt, aus den 2 Blättern davor und 3 danach (wie gesagt: gestern waren die alle ja fast schon soweit). Keine sekundenbrüchige Momentaufnahme also, sondern ein kleines Stück des Weges. Und, das kommt auch selten vor hier am Blog: fünf Farb- und DrehVersionen desselben(!) Ausschnittes, zwischen denen ich mich nicht entscheiden mag. Also: lassen! Und Ihr könnt mal sehen, was da nach dem Malen noch so geht alles.

ysp-scanp-170301-444d-rec4v ysp-scanp-170301-444d-re4vn ysp-scanp-170301-444d-r4vnr ysp-scanp-170301-444d-r4v91 ysp-scanp-170226-443h-r4v2n ntr-scanp-160501-333b-re180

Und, ach ja: ein “altes” vom Mai 2016 hat sich, durch meine laufende Revision bedingt, noch dazugeschlichen…

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So. Aufgeblecht. Yeah!

Und à propos Wiedersehen/REvision: bei soo vielen Bildern auf einmal kann man ja mal non chalante in pinxographische “Warengruppen” einteilen: Graphic Novel Stuff (6), Weltraumbilder (2 – Doppelnennungen!), UnBeUnruhigendes für.. Arztpraxen (1), BlumenÄhnliche? (1), Fälle für den arbeitspsychologischen Beratungsdienst (5), das Vorstandsvorsitzendenfoyer (5), der Rest – reine Kunst (1) ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Joe Jackson: “Night And Day”, A&M Records, 1982

Fever Ray: “Fever Ray”, V2 Records, 2009

Trentemöller: “The Last Resort”, Poker Flat, 2006

Veronika Harcsa & Balint Gyemant: “Tell Her”, TRAUMTON, 2016

Der Max ist schuld! oder: the crazy side of Stillebenrequisitenhortung

Ich habe gute Erfahrung mit Abwarten. Abwarten und Horten. Horten von irgendwas. Horten per se. Erfahrung, Wortschatz, Ideen, Pläne, Inspirationen. Zettel, Fotos, Bücher und Gegenstände. Horten aber bitte von etwas, das thematisch zusammenhängt.

Meine Erfahrung: das Gehirn nimmt davon Notiz, wenn man sich mit etwas länger beschäftigt. Auch nebenbei beschäftigt. Das Dollste: es kaut drauf herum, wälzt hin und her, entwirft Ideen. Im Hintergrund, selbständig, ohne daß man das so merkt im täglichen Strudelauflauf. Man stapelt vorne nur einfach immer weiter (und ignoriert wie auch immer dringliche Hinweise aufs Messietum): Kaffetüten, Filmdosen, Nektarflaschen, Eierbecher, Plastikgriffe für Sprudelsixpacks und Flohmarkthaul. Und vertraut auf die Wucht der hauseigenen Hintergrundprogrammierung ;-)

Und eines Tages kommt einem eine Museumsshopauflösung in die Quere und schwemmt mit der Möge-die-Macht.. eines 30%-auf-alles-muß-raus-Rabattes die tutti verändernde Idee ans heimische Ufer: man blättert sich, glücklich wieder daheim im Warmen angelangt, durch mit grobem Pinselstrich gemalte Ansichten von Blumen, Saxophonen, Zigarrenkisten, disfunktionalen Handspiegeln, Petroleumlampen, Tischdecken in allen Falten, Sektkelchen, Fezen, Spielfigurinen, Plastiktellern, exotische Skulpturen aus Wachs, bis man irgendwann beiläufig denkt: hab ich auch alles. In Kartons… Dann der Blitz:

Oops, man sitzt ja auf einem Schatz an Requisiten für.. Stilleben!

Bei Durchsicht dieses Büchleins hab ich bemerkt, wieviel crazy Potential im malerischen Thema Stilleben steckt. Vor ein paar Jahren kam dieses Staunen schon einmal auf, als ich die Stengelfotos von Lee Friedlander entdeckte und total begeistert war, welch “schnelle Entfernung” vom Üblichen dadurch möglich wurde, die Dinge anders zu sehen. Oder anders zu.. arrangieren.

Genau das hab ich jetzt auch vor. Mit meiner Vorahnungsstillebensammlung 1990 – 2017.

Es können gut und gerne 5 Umzugskisten sein. Na, diese Standardgröße, die ich ohne Nachmessen auf 60 x 40 x 40cm schätzen würde. 922900015 davon durch Raummaßrechner getippt ergeben: einen halben Kubikmeter. Das ist einiges. Diese (nun angewachsen auf fünf) schlepp ich nun seit über zwanzig Jahren mit mir rum. Unausgepackt. Und warum? Weil ich – siehe Entdeckung oben – darin einen selbst-angesammelten Schatz horte. Horte und ständig vergrößere. Mit Schatz meine ich seltene Gegenstände, deren Anblick einen wach machen, die persönliche ästhetische Konfektionierung oder markttypische Verknappung spüren lassen, staunend übers eigentlich Mögliche. Oder eine Vision von “schräg”, “abseitig” oder schlicht “fantastisch” hervorrufen.

Und was sind das für Sachen? Ganz banal:

#flohmarktfunde.

Dieses “Mitschleppen” hat nur wenig mit dem reinen Habenwollen und Wegstoren zu tun. Eher mit den dadurch entstehenden Möglichkeiten. Möglichkeiten in allen vorstellbaren Dimensionen:  nicht nur die, sich jäh damit zu erfrischen, die Deckel aufzuklappen und zu staunen, auch, wenn es ein ach-ja-hello-again-Staunen ist. Diese Dinge bieten sich auch an, ins persönliche Leben als Permainspiration eingefügt zu werden.

Hat einfach damit zu tun, daß es Schönheit gibt.

schaut Euch diese Teegläser und ihren crazy Schatten an! Oder diesen rührend einfachen Hund aus Holz und diesen HausbarSpatz zum Flaschenöffnen! Und diese Ufo-Harmonika! Und stellt euch vor: DAS IN ÖL!

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Und dann googelt, wo man so was auf die Schnelle und Günstige überhaupt herbekommt… Eben!

Wer also läßt schon gerne die Schönheit wieder aus seinem Leben verschwinden, nur weil er/sie plötzlich dieses undurchdacht-impulsive Stapeln-wofür-denn satt hat, oder umzieht, oder jemand dazu kriegt mit ballaststoffarmer Gesinnung oder von Verwandten mit einer Klärung der Verhältnisse bedrängt wird. Kurzsichtig, das. So, vom Malerstandpunkt aus gesehen.

Und wenn ich da meine “alten” PinXoGraphien so durchgucke, haben da sehr wohl einige ein Gerüchle der (beckmannschen!) Gegenständlichkeit:

Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, als Centerfold gestaltet
Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, zweifarbig als Centerfold gestaltet
nocturnes Stilleben mit Rohrstengel, Zigarrenspitze  und schräggekämmten Nachtmahr in Schwarzlicht
nocturnes Stilleben mit Rohrstengelmikrophon, Zigarrenspitze und schräggekämmten RocknRoll-Nachtmahr in Schwarzlicht
peruanische Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrischer  Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stillleben vor peruanischer Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrisierter Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mt Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken in die Eiger Nordwand
Stilleben mt beleuchtbarer Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken  in die Eiger Nordwand
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Seidenschneckenstapel
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Spitzenschneckenvorratsstaperl

Hey! Das macht Spaß! So still leben tun als ob! Und meine “Hintergrundprogrammierung” warf nach all den erstaunlich-neuen Bedeutungen meiner obigen Bilder heute nacht gar die imperative Wappenpflanze aller Messies und zwanghaften Sammler aus: die “Horten-Sie“!

Weitere, freudig&frisch erwachsene Anforderung, die aber super in mein neues Thema Einrichterpoodle * paßt: jetzt, nach der “Aufwertung” dieser Sammlung brauche ich eine neue… Möbelsorte, die dieses ewige Verpacktsein in ein stetes Offen-und-Sichtbarsein verwandeln hilft:

nen Stillebenrequisitenhortungsschrank! ;-)

*= dazu demnächst mehr..

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Musik beim Stilleben-mit-Namen erfinden:

Hayseed Dixie: “Walk This Way”
Tone loc: “Funky Cold Medina”

die ThailandBikerversion von J. Brown: “I Feel Good”

DisselPlumenStrauss mit EiffelTurmFlair

ntr-scanp-160603-353k-recolGeschieht mir recht: nach soo viel abstrakten dust bowling und kaltblütig gemachter Rätselarchitektur mithilfe PinXoGraphy-scher Technik ist es nur ausgleichende Zwanghaftigkeit™, daß ich mich ständig, unwillkürlich und willenlos in meinen Bildern nach etwas umsehe, das, äh, Baustofflichkeitscharakter, also etwas Griffiges, aus dem täglichen Leben Wiedererkennbares hat.

Und stoße gestern tatsächlich auf diesen “Ast”, links unten am Rand des pinxographischen Blattes #353, elfter Scan (so viele mach ich nur, wenn viel auf den Blättern “passiert”).header-ntr353k-recoll180.jpgDen schneide ich digital aus, mach´ mehrere und in verschiedenen Skalierungen draus. Und “arrangiere”. Bob, der digital vorgehende Baumeister. AbstraktionsAusgleich quasi. Und diese edelrote, ansehnlich fragile Tulpenblumenzwiebelrotebeete im oberen Bilddrittel kommt vielleicht auch noch dran..

Immer wieder ein Quell der Freude und des Entzückens:

daß man aus allem eigentlich FertigGemalten irgend etwas anderes, weiterführend Unbekanntes machen kann – dank Computerei und in quasi Sekundenschnelle. Naja – Sekundenschnelle verglichen mit der traditionellen Papier, Schere und la colle -Methode.

Und dafür müßte man erstmal Nachmittage lang am teuren Farbkopierer stehen.

Der auch noch unterschiedliche Skalierung machbar machen könnte. Und – gabs das etwa schon in den 80ern? Mmh, vielleicht gegen Ende..

Edel/teuer beschichtete, bauwerkstragfähige Gittermetallamellentechnologie, die nach Zukunft und space age gleichzeitig riecht. Mit Wattebällchen obenauf. Oder diesen flauschigen Fliegedinger in/aus herbstlichen Hecken. (ich google grad mal nach dem botanischen/lateinischen Namen… Nein, nein, keine Pappelsamen, was Selteneres..)

Architektur gewordene Symbole für flauschige Aufenthaltszonen, leisure suites, Aussichtscafés, Herz- und Magenwärmendes im Outfit schwindelerregender, hipper, industrieller Charmance…

Zusammengebunden zu einem sträinschen Blumenstrauß – mit Eiffelturmflair. Und alles: gemalt! No einziges photo was harmed…

Wenn das nix für den künftigen Poodle ist!!??

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Musik beim Schreiben heute:

Athena String Quartet plays Lo And Behold: “Hanging Loose On A String”

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Ich reiche nach: meine kleine Anschauungsgallerie zum Thema zügellos & durcheinander: genau dieser Bildermix ergibt sich heute, wenn man auf meiner Seite nach Bildern sucht, die in der Nähe eines “bin“s stehen.

“Aha,” werdet Ihr vielleicht denken: “in der Nähe eines “bin”s..” Irgendwelche zu recht verständnislose Fragen? Spannende Antworten zu diesem Thema in meinem  f.a.q.. Inbegriffen:  Selbstdarstellungsfragen im Internet, Suchmaschinenlaufmaschen, User-gemachte-Abwechslung und eine erfirschende Anarchie.

screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin05  screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin  screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin02 screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin03  screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin04  screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin08 screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin07  screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin06   screenshot-diary-2016-09-16-pw-bin09

Wird nächsten Monat ganz anders sein – ich lad ja ständig neue Bilder hoch – heute schon wieder dreizehn zum Beispiel – und schreibe immer neue “bin”s -  also sind diese neun oben eine geplant historische Gallerie für morgen..

Nachreichung #2: ebenfalls historisch und grad im “Jazzartikel” zu meiner Playlist oben gefunden: Perlon aus der DDR heißt… Dederon. Coole Taufregel, die leider durch die  verständnis/lesbarkeitsfördernde “E”s in die Hose geht betreff Markenbildung….

Tauf mir eine bunte Ü-Bär-Sicht!

Spiel mir eine flotte Majonaise!

Sei der Erste, dem dies gefällt!

Bizarre Imperative heute mal wieder, die ohne Nachgereichtes an Sinn nur schnöd/schöne Melodien böten. Aber die Zeit ist echtreif für einen frisch angerichteten Denkzettel. Einen Denkzettel an mich selbst, denn bei all den schnellen Werken ™ sollte man sich zumindest die auf die Ferne auffälligen, “grundbrechenden” Teile mal aufnotieren.

[ "Aufnotieren" - schönes Wort - eine Tätigkeit mit mitgedachter Unterlage ,-) Und natürlich die imaginierten Gegenspieler U-Bahn & Ü-Bär.. ]

Es geht um im-Kopfe-griffig-und-parat-haben. Natürlich kann ich als Erstbeteiligter ™ die frühen von den mittleren von den neusten Werken gut unterscheiden, aber auf den doch langen Zwischenstrecken herrscht Durst nach Ortsbestimmung. Dazu taugt die letzten November ins Leben gerufene Hey Kids – I shrunk The wOrks -Idee  (#191 – #237) vorzüglich. Dann gabs als Zweites das Schrumpfen von Blatt #322 – #342 – Ihr sollt ja auch was von meinen Bewegungen haben.

Und da ist ja auch allerhand entstanden, das mir heute die neue Freude bereitet, revue die Blätter #342 – #384 passieren zu lassen.

Es ist immer wieder höchst erstaunlich, welche Chancen selbstgemalte abstrakte Bilder haben, die man nach einiger Zeit wiedersieht.

Die irgendwie aus dem Gedächtnis verschwunden sind und bei erneuter Sichtung dadurch als neu bewertet werden. Automatisch! (..man will ja unbedingt was erkennen wollen!) Und die Schrumpfung zu nem 125 x 180 Pixelquadranten hilft mit, zu staunen darüber, was man da plötzlich “erkennt”:schwarzes-quadrat

Nein, kein Darstellungsfehler: dieses kleine schwarze Quadrat steht als Platzhalter, bis ich mit besagter neuster Collection soweit bin. Die werde ich dann hier  – ganz unten, denn echt schade wärs gar ums Quadrat ;-) – einfügen/dieses Posting nachanreichern.

Denn plötzlich gestern beim Sichten..

drängelten sich spontan Namenseingebungen vor, die eine ad-hoc Taufe nach der anderen fällig machten. Eingebungen und Inspirationen haben bei mir immer Vorfahrt, denn ich weiß, wie schnell dieses Sprühen wieder erlischt. Damit diese Titel nicht allzu in Eurer Luft hängen, gibts jeweils einen knappen Hinweis auf mein Bildergedächtnis, denn das hat mir die Titel unverlangt vorgeturnt..

Voilá diese acht kleinen neuen Schmuckstückchen – im “Befehl des Erscheinungsbildes“:

“The Guggenheim Knit” (ich las gestern von Martin Kippenbergers Bild.. )pinxography-332h-the-guggenpinxography-322d-crazy_tool

“The crazy Toolbox Of Mrs. Dynamite” (eine ebensolch crazy Umtauschgeschichte in einem mir bekannten Drogeriemarkt), das “Pfauenfeder-Mutterschiff” (da gibts ein ähnlich lautendes E.L.O.-Cover..),

pinxography-336c-pfauenfede pinxography-333-schwadenkue

“die Schwadenküche” (“Gerüchteküchlein” wär zu kurz gegriffen – ich hab da eher das global menschliche Phänomen vor Augen. Von innerbetrieblicher Buschtrommel bis zur Hohen Politik oder siehe da: Sportmärkte. Oder wars gar die letztjährige Lektüre  der Intrige?).

Luftbetankung“(es gibt da eine gewisse Schwäche für nicht-haushaltsübliche Technik-im-Bild, außerdem legt das Bild genau diesen Titel  – wenn auch leicht subersiv – steilvorlagenmäßig nahe, oder??), “Burning Manierism” ( ich finde Fotos von Victor Habchy davon),

pinxography-337b-luftbetankpinxography-337j-burning-ma

die “Erfindergischt”, und die “Spielzeug-Unterwäsche” sind spontane Eingebungen angesichts der mittleren Bildgrößen, die Ihr hier auch in meiner Inspirationsdimension sehen könnt. Die kleinen können DAS nicht!

pinxography-338b-erfindergipinxography-339-spielzeugun

Wie Ihr seht, kommt beim Taufen heute meine Wortspielfreude zusätzlich mit aufs.. äh,  Tapet. Eine wie ich finde glückliche Koinzidenz, die man beim Schopfe packen muß… Öha – das war wohl mein Imperativ des Tages..

Ah – da (am Tag danach) ist sie, die shrunk collection, Teil 3! Von Blatt #345 bis # 363 fand ich 48 Miniaturen – and still 20 sheets to go and tbc.:

shrunk-collection345-363

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Musik beim Schreiben heute:

Musica Sequenza: “Sampling Baroque”, DHM, 2016

The Sushi Club: “Sushidelic”, ELEKTROLUX, 1999

Vorisek: “Sinfonie D-Dur op. 24″, Ensemble: Collegium 1704 / Václav Luks – live 2015

Möge der Texter in Dir mit Dir sein – Prolog zum Interview

Interviews sind die perfekte Erfindung, um Neugierde an einer Person und die uralte menschliche weiterbildende Vorliebe für Geschichten, aber auch für Traatsch und Klaatsch zu befriedigen.

Aber Obacht: Interviews sind auch eine Kunstform.

Kunst, wie von-Können-kommen. Denn wie oft spürt man beim Lesen nur die wohlige Nähe der Beteiligten zum Ruhm zur Möglichkeit, Beachtung zu finden durch, während sowohl Fragen als auch Antworten wie trocken Häcksel schmecken. Oder schlimmer & superschnöd´: nach kaum verhüllten Werbemaßnahmen.    Igittigitt.ntr-scanp-160605-355d-recol

Keine Parodie dieses Sujets sind meine mittlerweile mehrfach erprobten Selbstinterviews. Im großen Stil (bildschirmseitenanzahlmäßig puuh), versuche ich gerade, eine dritte Annäherung an (m)ein Ideal. Interessant, unterhaltend und mit mehr Ensichten bestückt, die Außenstehende fragend gar nicht entdecken würden soll es geraten. Sag ich mal einfach so.  Ok,  im Alleingang, das ist eigentlich unkorrekt. Aber gegen den dafür well-proofed Inhalt sollte nix einzuwenden sein – der ist ja echt ;-) Und im Trend ist dieses Allesselbermachen auch, sagen die Großen, die warten, bis jemand auffällig viele follower hat, um dann zur Ernte zu schreiten…

Warum also hier Selbstinterviews?

Beweggrund #1:   mein Unmut als User

Bilder, Gemälde oder Fotos mir interessant scheinender Kreativer sind im Web 2.0 quasi auf Zuruf verfügbar. Je bekannter, auf desto zahlreicheren Webseiten, Blogs und Magazines finden sie sich, oft in entweder erstaunlicher Deckungsgleiche oder ebenso überraschender Vielfalt ohne Schnittmenge. Könnte gut am Mitwirken etwaiger Publizisten/PR-Abteilungen liegen. Oder am Phänomen “Klickvieh”.

Wenn man jedoch ein Künstler”Statement”, also einen “hauseigenen”,  “werkseitigen” Kommmentar lesen, sehen oder hören will, ist oft gewaltig Réschersché angesagt. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, daß sehr wenige Künstler, Fotografen oder gar Maler einen Drang zur “sprachgestützten” Selbstdarstellung haben, ja gerade stellvertretend für Rethorik genau “das andere” produzieren, nämlich: ihre Bilder. Abteilung: “Wenn ich es benennen könnte, müßte ich es nicht tanzen.”ntr-scanp-160529-349e-r2vrePositiv dazu kommt, daß bei einem Interview, speziell für eine Galerie-Vernissage oder durch einen Journalisten dieser handfeste, “expertisielle” Fragestellungsblick von außen verhindert, daß sich der Künstler in einen Autismus verheddert, die Fragen von außen ihm also den Tellerrand überqueren helfen.

Was mich immer aufs neue fasziniert, ist, daß die Interviewten die im Interview gewonnen Erkenntnisse nicht auf ihrer Webseite weiterveröffentlichen. Und so – hey! -  selbstbestimmt das Bild, das sie angenommenerweise mit ihrer Präsenz erzielen wollen um diese wertvollen Informationen erweitern. (man glaubt das ja manchmal nicht angesichts kryptischer Klickbedingungen Richtung “Portfolio”). “Faulheit, Unterschätzung oder gar Ignoranz?” denke ich immer, wenn ich “von anderswo her” freudige Erkenntnis und Aha-Erlebnisse habe. Könnte aber auch daran liegen, daß die Interview-Macher&Bezahler das eigene Gequatsche nur gegen Aufpreis rausrücken. WTF??

Die Medaillenrückseite: wenn zwei Menschen sich dem offiziellen Interview widmen, sind mir da oft leider/zuviele Dritte gedanklich auch noch beteiligt:

  • die Auftraggeber, die ein erfolgreiches, postivies, Lead-generierendes Ergebnis erwarten,
  • der Schreiber&Frager, der mangels anderer erkennbarer Skills zumindest mit korrektem Deutsch glänzen will,
  • der Künstler, der sich irgendwann hat überreden/überzeugen lassen, daß Interviews immer gut für die Publicity sein sollen sind.
  • Wenn noch andere Faktoren Spannendes verhindern – gar der Anstand? – führt mir das Ergebnis dieser explosiven Mischung Intim/Medien doch allzu oft in Langeweile oder ins rein sensationsfixierte Off.

Wie lese ich doch selbsterkenntnisschwer im Interview mit dem Chef-der-100-Fragen: “dass jede Frage, die eigentlich mehr sagt als „alles okay bei dir?“, im Grunde eine Unverschämtheit ist.

Das Interview als wirkungsvolle, aber fragwürdige Erfindung der Medienwelt also.

Dieses ganze Personal spare ich mehrfach vorteilhaft ein, denn nun kann ich frei von der Leber weg ein interview-feindliches Genre untermischen: Direktheit aus Interesse am Kern,  abseits von sich personell überkreuzenden strategischen Rücksichtnahmen, und gelange direkt zum

Beweggrund #2: Faszination

Die Überraschung, die Erstaunlichkeit der Fragen, ebenso die der darauf gegebenen Antworten. Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit. SO. lernt. man. die. Welt. kennen. Ausrufezeichen.

Erste frühe Begegnung mit dieser türöffnenden Sprachpotenz: meine erste WG, wo´s in Diskussionen um die notorische Unaufgeräumtheit und die damit verbundene Unlust und den dahinterstehenden Anstand und die als “allgemein” betitelte Anforderungen ging: “Null Bock IST ein Argument.” Das kannte ich von zuhause nicht ;-)

Beweggrund #3: Wortspielfreude

Falschschreibungen, Wortcréationen, Wörterschlangenbildendürfen und multiple Mehrsprachigkeit, in einem Satz direkt hintereinander! …“ zwar elliptisch bis hin zur Ungrammatizität, aber gleichwohl jedem verständlich”- Hey – genau das isses, was mir beim Schreiben Spaß macht!! Bislang unmöglich, das in einem amtlichen Interview zu finden. (..) Und nun ratet mal, wo ich diese Stelle gefunden hab…

Zudem ist solche sprachliche Schrulligkeit super als Test geeignet, a certain kinda kindred spirit andocken zu lassen. Also nix von wegen “der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler”. Dagegen halte ich die Erkenntnis: “If you are bored writing it, your readers will be bored reading it”.start-ntr-356g-re4v2 die SerenDips des Tages:

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Musik beim Schreiben und Prolongieren heute:

Joanna Newsom: “Ys”, Drag City Inc, 2006  + Video: “Sapokanikan”

London Elektricity: “Pull The Plug”, Hospital, 1999

Beim Nachschneiden:

Rough Trade: “The Best Of – Birds Of A Feather”, 1981 High Romance Music