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Ventilator English – I’m A Fän!

Obwohl ich mich über meinen EnglischUnterricht auch Jahr(zehnt)e danach wirklich nicht beklagen kann – wir übten im Zuge gar live and DIY im LK ta-dah! süß-saure Küche – schlage ich dem globalsichtigen Oberschulamt wheresöver hier eine fff FunFaktorFergrößerung vor: lehrstoffaufnahmefördernde klassische Musik zum bewegt illustrierten Wortspiel – plus allerliebst blumenbouquetgarniert visualisierter Verdurchschüttelung. Ganz zu schweigen von dieser stellenweise wunderbar angenervten “Moderation” –

gorgeous, hilarious, Ms. Fanning! And a big shout out to.. Vogue!

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And, by the way: would you like to have some umlauts with it?

Möge der Texter in Dir mit Dir sein – Prolog zum Interview

Interviews sind die perfekte Erfindung, um Neugierde an einer Person und die uralte menschliche weiterbildende Vorliebe für Geschichten, aber auch für Traatsch und Klaatsch zu befriedigen.

Aber Obacht: Interviews sind auch eine Kunstform.

Kunst, wie von-Können-kommen. Denn wie oft spürt man beim Lesen nur die wohlige Nähe der Beteiligten zum Ruhm zur Möglichkeit, Beachtung zu finden durch, während sowohl Fragen als auch Antworten wie trocken Häcksel schmecken. Oder schlimmer & superschnöd´: nach kaum verhüllten Werbemaßnahmen.    Igittigitt.ntr-scanp-160605-355d-recol

Keine Parodie dieses Sujets sind meine mittlerweile mehrfach erprobten Selbstinterviews. Im großen Stil (bildschirmseitenanzahlmäßig puuh), versuche ich gerade, eine dritte Annäherung an (m)ein Ideal. Interessant, unterhaltend und mit mehr Ensichten bestückt, die Außenstehende fragend gar nicht entdecken würden soll es geraten. Sag ich mal einfach so.  Ok,  im Alleingang, das ist eigentlich unkorrekt. Aber gegen den dafür well-proofed Inhalt sollte nix einzuwenden sein – der ist ja echt ;-) Und im Trend ist dieses Allesselbermachen auch, sagen die Großen, die warten, bis jemand auffällig viele follower hat, um dann zur Ernte zu schreiten…

Warum also hier Selbstinterviews?

Beweggrund #1:   mein Unmut als User

Bilder, Gemälde oder Fotos mir interessant scheinender Kreativer sind im Web 2.0 quasi auf Zuruf verfügbar. Je bekannter, auf desto zahlreicheren Webseiten, Blogs und Magazines finden sie sich, oft in entweder erstaunlicher Deckungsgleiche oder ebenso überraschender Vielfalt ohne Schnittmenge. Könnte gut am Mitwirken etwaiger Publizisten/PR-Abteilungen liegen. Oder am Phänomen “Klickvieh”.

Wenn man jedoch ein Künstler”Statement”, also einen “hauseigenen”,  “werkseitigen” Kommmentar lesen, sehen oder hören will, ist oft gewaltig Réschersché angesagt. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, daß sehr wenige Künstler, Fotografen oder gar Maler einen Drang zur “sprachgestützten” Selbstdarstellung haben, ja gerade stellvertretend für Rethorik genau “das andere” produzieren, nämlich: ihre Bilder. Abteilung: “Wenn ich es benennen könnte, müßte ich es nicht tanzen.”ntr-scanp-160529-349e-r2vrePositiv dazu kommt, daß bei einem Interview, speziell für eine Galerie-Vernissage oder durch einen Journalisten dieser handfeste, “expertisielle” Fragestellungsblick von außen verhindert, daß sich der Künstler in einen Autismus verheddert, die Fragen von außen ihm also den Tellerrand überqueren helfen.

Was mich immer aufs neue fasziniert, ist, daß die Interviewten die im Interview gewonnen Erkenntnisse nicht auf ihrer Webseite weiterveröffentlichen. Und so – hey! –  selbstbestimmt das Bild, das sie angenommenerweise mit ihrer Präsenz erzielen wollen um diese wertvollen Informationen erweitern. (man glaubt das ja manchmal nicht angesichts kryptischer Klickbedingungen Richtung “Portfolio”). “Faulheit, Unterschätzung oder gar Ignoranz?” denke ich immer, wenn ich “von anderswo her” freudige Erkenntnis und Aha-Erlebnisse habe. Könnte aber auch daran liegen, daß die Interview-Macher&Bezahler das eigene Gequatsche nur gegen Aufpreis rausrücken. WTF??

Die Medaillenrückseite: wenn zwei Menschen sich dem offiziellen Interview widmen, sind mir da oft leider/zuviele Dritte gedanklich auch noch beteiligt:

  • die Auftraggeber, die ein erfolgreiches, postivies, Lead-generierendes Ergebnis erwarten,
  • der Schreiber&Frager, der mangels anderer erkennbarer Skills zumindest mit korrektem Deutsch glänzen will,
  • der Künstler, der sich irgendwann hat überreden/überzeugen lassen, daß Interviews immer gut für die Publicity sein sollen sind.
  • Wenn noch andere Faktoren Spannendes verhindern – gar der Anstand? – führt mir das Ergebnis dieser explosiven Mischung Intim/Medien doch allzu oft in Langeweile oder ins rein sensationsfixierte Off.

Wie lese ich doch selbsterkenntnisschwer im Interview mit dem Chef-der-100-Fragen: “dass jede Frage, die eigentlich mehr sagt als „alles okay bei dir?“, im Grunde eine Unverschämtheit ist.

Das Interview als wirkungsvolle, aber fragwürdige Erfindung der Medienwelt also.

Dieses ganze Personal spare ich mehrfach vorteilhaft ein, denn nun kann ich frei von der Leber weg ein interview-feindliches Genre untermischen: Direktheit aus Interesse am Kern,  abseits von sich personell überkreuzenden strategischen Rücksichtnahmen, und gelange direkt zum

Beweggrund #2: Faszination

Die Überraschung, die Erstaunlichkeit der Fragen, ebenso die der darauf gegebenen Antworten. Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit. SO. lernt. man. die. Welt. kennen. Ausrufezeichen.

Erste frühe Begegnung mit dieser türöffnenden Sprachpotenz: meine erste WG, wo´s in Diskussionen um die notorische Unaufgeräumtheit und die damit verbundene Unlust und den dahinterstehenden Anstand und die als “allgemein” betitelte Anforderungen ging: “Null Bock IST ein Argument.” Das kannte ich von zuhause nicht ;-)

Beweggrund #3: Wortspielfreude

Falschschreibungen, Wortcréationen, Wörterschlangenbildendürfen und multiple Mehrsprachigkeit, in einem Satz direkt hintereinander! …“ zwar elliptisch bis hin zur Ungrammatizität, aber gleichwohl jedem verständlich”- Hey – genau das isses, was mir beim Schreiben Spaß macht!! Bislang unmöglich, das in einem amtlichen Interview zu finden. (..) Und nun ratet mal, wo ich diese Stelle gefunden hab…

Zudem ist solche sprachliche Schrulligkeit super als Test geeignet, a certain kinda kindred spirit andocken zu lassen. Also nix von wegen “der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler”. Dagegen halte ich die Erkenntnis: “If you are bored writing it, your readers will be bored reading it”.start-ntr-356g-re4v2 die SerenDips des Tages:

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Musik beim Schreiben und Prolongieren heute:

Joanna Newsom: “Ys”, Drag City Inc, 2006  + Video: “Sapokanikan”

London Elektricity: “Pull The Plug”, Hospital, 1999

Beim Nachschneiden:

Rough Trade: “The Best Of – Birds Of A Feather”, 1981 High Romance Music

Die Leitplanken der Kunst dürfen gerne auch meine sein

Nicht nur mein persönliches (Bild)gedächtnis, auch die klassischen Vorbilder der Maler- und Bildgeberei sind Kern meiner Betrachtungen in den “Malpausen”. Und wenn man kältbluetig + vorsätzly ziellos einfach vorsich-hin Blatt auf Blatt bemalt, nimmt es null Wunder, daß da Erinnerungen an Bildmonumente diverse Epochen oder, molto prosaischer, moderne Dessins aufploppen.

Augefallen ist mir das zum ersten Mal bei diesem pinxographischen Werk: ebk-scan-150630-09c-schnips

Achtziger Jahre Hemdblusenstoff – ohne Zweifel! Mit diesen für die damalige Zeit typischen Anklängen ans Ethnografisch-Exotische bei gleichzeitiger, äh, Blässe. Ich kann mich sogar an das Seidig-synthetische erinnern, nach dem sich diese Hemden anfühlten. Und oje – da kommen sogar die ein Jahrzehnt früher anzusiedelnden Vokuhilas wieder ins (Bild)gedächtnis.. Jetzt noch ne Level 42 oder Spandau Ballet-CD enilegen.. aber stop! Das geht too white! (..)

Ein, zwei Jahrzehnte früher schwappten die Visionen der Science Fiction von den Romanen langsam, aber unaufhaltsam in die darstellenden Künste. Grafik-Design und Space-Age kriegten Kinder. Ab da ungefähr alle extraterrestrisch geträumten Nachkommens des Mainstreamigen zwischen Star Wars (1977), Alien (1979) und Avatar (2009). Ich las damals Stanislaw Lem, die Strugatzkis und irgendwie kommen diese Bilder nun der (damals bildlosen) Lektüre des Fantastischen recht nahe – sind vielleicht gar Resultate –  who knows!

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..und n Stück zurück in die Fünfziger Jahre, mit den eleganten Nierenschwüngen, die sich bis in die Posen der fotografierten/gemalten Damenbeine fortsetzten, finde ich einfach mal beim Hingucken hier: ebk-scan-150814-73raw

ntr-scanp-160208-275fNah am Entstehungszeitpunkt des Malewitsch´schen Quadrates  findet sich ein Teilgebiet des Futurismus´, nämlich die aeropittura – die Luftmalerei. Diese geht in diesem pinxographischen Blatt ein inniges Verhältnis zu der sofort erkennbaren Reduziertheit des Lyonel Feininger´schen Werkes ein.

 

ebk-scanp-150924-137-secondAber auch Anklänge an den später folgen sollenden Expressionismus durfte ich schon schmecken: schnelle, entschlossene Striche, starke Kontraste – zwischen den Farben als auch zwischen Hell und Dunkel. Und: ich war da Sonntag morgens mal in einem fantastischen Kinofilm, der über die Gemälde von Max Beckmann strich…

 

Surrealismusverdacht hege ich – außer bei denen des letzten P-Artikels – bei diesen Bildern:

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Nach dem Herstellen einigen Gestiebes, Ballungen von bunten Wolken und Dutzenden funkensprühender Schmierer gehts zur Zeit mit einfachen, naiv scheinenden Strichen in die nächste Phase, Umrisse wie von Kandinsky oder Miro erscheinen vor meinem geistigen Auge – sprich beim Malen – und hier für Euch am Display:

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Na, und in der ganzen Zwischenzeit schon mischen sich die Dinge…

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Dazu muß ich ob aller etwaiger Ähnlichkeit mit historischen “Ergebnissen” nochmal konstatieren:

Alles keine Absicht! Nur Echo!!

..und ich bin sehr gespannt, wohin dieses Pendel noch weiter hin ausschlägt…

PS.: Serendip des Tages:

«I really don’t know what I’m looking at many times when an image is finished. It is something unknown that has just been discovered.»

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Musik beim Schreiben heute:

Amon Tobin: “Permutation”, Ninja Tunes, 1998

Bartók: “3. Klavierkonzert”, Schwedisches RSO unter David Afkham, Francesco Piemontesi, Klavier

Soul Coughing: “Ruby Vroom”, Slash, 1994

Weight, nein: Whale, nein: WortWatching is on

Der Herr Linguist Lemnitzer fädelt “in seiner Freizeit” frisch Entdecktes aus Buchstaben auf. Und vergrößert den Briefumschlag unseres Deutschwortschatzes auf wortwarte.deInfos im “about“: die Wortwarte hilft uns halten. Nämlich unser «mentales Lexikon in Form». Und mit den Fundstücken können wir darüberhinaus «Unsere textverarbeitenden Werkzeuge testen. » Watt will man mehr!Nach ersten schnellen Checken hier meine drei Erst(fürgutb)gefundenen:

  1. Reheroisierung, die
  2. Galaxienraub, der
  3. Überholspurangebot, das ;-)

Und noch was zum Selber-die-gescannte-Häufigkeit-testen auf books.google.com/ngrams/

26 X 17 = 442 oder: der Ikonenpixler

Soodlepoodle heute starring in: “The Pixler Of Icons”. In weiteren Rollen: der Erdball globe-icon, der Strichcode barcode-icon, die Schraube werkstatt-icon, die Malerpalette palette-icon und das Puzzlestück puzzle-icon. Wie kams denn da zu?

“Auch alle andere Kategorien hier am Blog könnten, mit einem Icon markiert, schneller erfaßbar sein.”

denke ich praktischbravgelehrsam seit dem letzten Blog-Eintrag angesichts meiner litaneienhaft überquellenden Inhaltsübersicht. Und heran kommt die heutige Herausforderung, Bildchen aus Themen zu machen. Und dann auch noch so winzige, daß sie nur Wesentliches erkennen lassen. Und auch noch plausibel sollen sie sein, gut aussehen und Spaß beim (Er)Finden machen. Also ran an die “Werkbank” von sagen wir… 1000 X 654 Pixel Abmessung und los. Erste frequently erwartete Frage:

Warum denn so groß – das “Ziel” sind ja nur 26 x 17 ? Die richt´ge Antwort: Nicht nur, weil das etwas fummelig ist auf dieser groessen-icon Größe, sondern erstaun- & lustigerweise, weil das Wesen eines zu bauenden Bildes in groß besser in den Griff zu bekommen ist: die Proportionen spielen ja bei so kleinen Bildern die Hauptrolle, man erkennt sie instinktiv schneller und in ihrem Wesen viel besser, als man sich dessen bewußt ist. Und daran zu werkeln kann man besser in einer vernünftigen Tischsetgröße. Sehr schön kann man das an meiner Bearbeitung des geklauten Globusses sehen:

Ursprünglich ein normales www-Foto eines solchen, mit allen ‘Eigenheiten’ eines Fotos: Details, Glanz, Farbübergänge durch Lichtverhältnisse – ätzend ;-) . Wollt ich nicht, brauch ich nicht – als ICON. Also hab ich, um die ganzen Beschriftungen und Lichtreflexionen des Fotos, all die störenden Hell- und Dunkeltöne zu eliminieren, erstmal einen auf unscharf gemacht. Den Ozean vom Land getrennt wie ein Ei beim Kochen/Backen. Und beim anschließenden Verkleinern auf 26 X 17 bemerkt, daß die Erkennbarkeit der Kontinente besser wird, wenn man etwas sachummlet,globe-iconxxl

“Kanten” samt Madagaskar nach Westen verlegt, die Sahara vergrößert und den größten See der Erde zustopft. Sieht dann in klein so aus: globe-icon Ohne diese Prä/Postproduktion sähe es so aus: globe-icon1 Kaum ein Unterc´schied meint Ihr? Ich finde: wohl. Und allein wegen des großen Schummelbildes oben, das mir einen gewissen Charme hat, der Müh´ wert gewesen. Wohl!

Dafür dann zum Ausgleich für alle Perfektionshasser, Anti-Akkuratisten und Trotzmessies : beim Kategorie:Werkstatt-Icon-bauen (der Schraube) und der MalerVirus-Palette die Chance zum Schludern, die Gelegenheit für grobe Kelle ™: Gewinde ohne Konik, Gewinderänder, die sich planmäßig eigentlich einschneiden sollen in stumpf, ne fahrig mit dem Handradierer angefressene Spitze oder zu Fingerspitzen geratene Grifflöcher harhar…:

werkstatt-iconxxl palette-iconxxl

der Clou: in fertig, das heißt auf 26 x 17 Pixel, merkt man das gar nicht: palette-icon  werkstatt-icon Da wäre übertriebene Penibilität reines Hobby gewesen ;-)

Genau andersrum, beim in-Originalgrößenmodus-Bauen zu besseren Ergebnis zu gelangen, wars beim Barcode-Icon: barcode-iconfaux Dieses zaudernde Grau in den Zwischenräumen ergab sich durch bikubische Umrechnung von 1000 auf 26. Da nämlich erzeugt Photoshop, wenn man die Standard-Einstellung nicht umändert in den Pixelwiederholungsmodus diese Zwischenwerte. Und die haben bei Strichcodes ächt nix verloren. Also war die Lösung: mit 26 x 17 Pixel anfangen, das Ganze so groß wie möglich anzeigen lassen und dann jede der 26 Spalten zu schwarz oder weiß “bestimmen”: barcode-icon

Zum Vergleich: bei der Schraube Kategorie:Werkstatt sähe das Kleingeschluderte, wieder zurückvergrößert, so aus. Da kann man das Prinzip bikubisch mit den errechneten Zwischenwerten=Schwummrigkeiten sehr gut erkennen. Oder so. 1:1 scharfkantigst gewiederpixelt. Auch die Schludrigkeiten ;-)

Dann die neuen Miniaturwerke per Drag&Drop in die Inhaltsübersicht einfügen.. Wow- soo viele Werkstatt-Berichte! Und mit den Icons: mehr Farbe im Spiel! kategorien2014-10redUnd soo viel Lebenserleichterungshilfe von plöden 442 Pixeln! ;-)

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Musik beim Schrauben Schludern Schreiben heute:

Young Marble Giants: “Colossal Youth”, ROUGH TRADE, 1980

Ian Dury & The Blockheads: “Do It Yourself”, Stiff Records, 1979

Emiliana Torrini: “Tookah”, ROUGH TRADE, 2013

It´s not your job to understand but to shoot the people who try to stop us, right?

Eine typische, markige Verkündigung des Chefs [4:06] auf dem Weg zur Arbeit (Kann man wie ich zum Notieren als Subtitle mitlesen). Zu welcher Arbeit denn? Nun: Großer Autoklau, fünfter Teil. Praktisch: man kann von zuhause aus “arbeiten”, braucht grad mal PC/Konsole und die SpieleROM.

Schön: diese Konsolen- und PC- Spielverläufe können wie Filme aus den angefallenen Daten mitgeschnitten und hochgeladen werden. So haben alle mit Internetzugang was davon. Ein neues Feld der Online-Weiterbildung ;-) Und: Wow, was ich alles simultan kann, indem ich nur diese Filmchen hier “einbette”:

  1. Werbung! Werbung? für GTA V – bitte hinterher selbst entscheiden!
  2. “Elternabendinfos” für ahnungslose ebensolche “ambitionierter” Teenies,
  3. endlich Google Analytics auf meiner Site (ist ab sofort beim Youtube-Einbetten incl. Steht das irgendwo? Wie immer: in den Tiefen der englischen AGBs),
  4. PC-Info-Veranstaltung im rasanten Demo-Modus: wie weit ist die Engine schon?
  5. Walkthrus sind out, die Produzenten Power-User “drehen” jetzt Promo-Filmchen gleich mit ihren Produkten. Ist ja alles eingebaut…
  6. Physikunterricht. Denn die ist die Grundlage der Weltenkonstruktion dieser Spiele.

Wir frischen auf: unser zugewandertes Englisch: Heist. Sniper. Und als kopfkratzend verzweifelt fluchendes Fazit [9:40] auf die Folgeleistung anfänglicher Arbeitsanweisung:

I don´t know how we got roped into this shit!!

Nota bene: Alles nur ein Spiel, wenn auch erst ab 18+. Denn, wenn man etwas genauer darüber nachdenkt, was man da erblickt, fällt Ungereimtes auf:

  1. nach dem ersten Schuß würde eine realistischer eingestellte KI die Leute in Deckung hechten lassen. Nicht erst Gegenfeuer, wenn fast alles getan ist, nur so, zur dramaturgisch angesagten Spannungssteigerung.
  2. Auratische gelbe 3D Geisterringe zeigen schwebend/arcadig den Weg. Auch im Trüben draußen im Hafenbrackwasser dem frisch gekaperte U-Bötchen..
  3. Man hat immer (Handfeuer)waffen mit. Auch, wenn man nur ein Badetuch am Leib trägt, versteckt sich darunter? auf Knopfdruck ein Waffenarsenal von Brechstange bis Panzerfaust.
  4. arbeitgeberfreundliche Verbindung zum Boß: die in allen Aggregatzuständen funktionierende Headsetverbindung. Sowas läuft doch unter heimlicher Lehrplan, oder?? Beruhigendes Plus: da kommt auch im Game null Nomophobie auf. Also, das wär was!!

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Man schaut und staunt, was da alles -auch visuell, so vonne Schauwerte her geht. Hier unten läßt vor allem der schnelle Schauplatz- und Personen/Rollenwechsel staunen, was im Jahr 2014 der Heimcomputer so alles kann:

youtube-screenshot-gta-predatorEgal, wieviel da ramponiert und eigentlich als Hehlerware Gedachtes schrottreif geknüllt eingefahren wird: beim letzendlich erfolgreichen  Übertreten der Ziellinie gibts die amtliche Meldung:

“Mission Passed.”

Mit “Leistungsnachweis” als Abhak-Liste der “Einzeldisziplinen” unten drunter. Bei obiger folge der doch schwache Trost (=Häkchen) zur schwammigen Aufgabe: thin the herd

Ok, Leude: das war ein Infotainment-Beitrag zum State-of-the-Art Autoklau Virtuell.

Und à propos angesichts eventuell aufkommenden Subkulturverdachts: diese 9 Clips wurden bis heute zusammen  3.318.610 mal angeschaut. (Nachtrag: am 11.2.2016 sind wir bei Summasummarum 25.520.342 Klicks, am 22.Dezember 2017 bei 38 Millionen, 807 Tausend und 811)

Mit nun im Abspann diversen Stunts subversiver, wissenschafts-affiner Zocker, die nach Feierabend nun die fantastische Elastizität der Geräte und damit im Zusammenhang stehende schwindelerregende Kamerafahrtenmöglichkeiten errechnen lassen:

youtube-screenshot-gta-explosive_barrel_glitchDoch-  oh Freude: das ist noch nicht alles: irgendwann wird einigen Spielern das fiese-Missionen-erfüllen langweilig. Und man probiert (und zeichnet auf), was mit dieser wundersamen Technik noch so alles geht, zum Beispiel:

Glitches entdecken: Programmierfehler, die Schlupflöcher in der virtuellen Spielewelt erzeugen. Durch diese kann man in diesem Fall unten dann seine Figur hindurch ins abwärtige, fehlprogrammierte Nichts treten fallen lassen:youtube-screenshot-gta-fall_through_the_glitchOder, ganz erfrischend entdeckt: die etwas makabre Test-Vorführung, bei bester Gesundheit bleibend überfahren zu werden. Gefühlte alle 20 Sekunden. Aufprall und Torsion dann in Zeitlupe mit KameraDollyfahrt ringsum. Das ist spielgewordene Datensparsamkeit, denn: Selbstkollision ist zu rechenintensiv. (Damned, wie heißt dieses Aufprall-, Hochschanz-und-Landen-auf-stark-befahrenen-Kreuzungen-Demolierungsspiel der ausgehenden Neunziger Jahre nochmal?)

Ta-dah! zwischendurch Sprachunterricht: ein dash Spanish: atropellos = das Überfahren(werden)

Mein grotesker Favorit hier: bei 5:30 Aufprall mit äh, mitgeführter. locker geschulterter P.a.n.z.e.r.f.a.u.s.t. Grotesker noch: das Hochgeschleudertsein in Zeitlupe. Leicht gekrümmte Liegen in der Luft. Die Kamera schwingt sich mit auf nach oben, erfaßt “Flieger”, Auto und Strasse weit drunter. Matrix zum langsamen Selberbiegen;-)

Das ist kreative, wenn auch etwas aus dem Ruder geratene coole Kampfchoreografie! ;-)

youtube-screenshot-gta-atropellosDann: Kunst! Das muß Kunst sein! Denn: man verläßt das SparRing: Springen, hüpfen, fliegen. Rempeln, hechten. Alles im unpassenden Moment. An unpassenden Orten. Weit draußen vor irgendeiner vernünftigen Geschichte. Virtuoses Haus”aufgaben”schwänzen: nix Heist. Nix Autoklau. Nix GoTo Airfield etc…

Jetzt wird wirklich gespielt: die KI macht dazu, äh, Dialoge? Schreie? Mh. Eher Wortloses. Ratloses, sinnlose “Entsprechungen”. Eingeblendeter Kommentar zur Spaßsteigerung:

Note: I didn´t edit any of of the sounds here:

youtube-screenshot-gta-quality_time_with_michael

Die fantastisch skurrilen “Verrenkungen” und bizzarren Körperhaltungen zum Thema Rag-Doll-Engine gibts hier als kleinen Ausflug in die LA-Noire-Serie am, äh, unauffällig programmierten U-Turn des Tagesverkehrs am Ende der Main Street:youtube-screenshot-gta-la-noir_more_quality_timeOk, einen noch: 9 Minuten 43 Rigid-Body-Physikunterricht zum Mitstaunen: große Vehikelz wie die Lemminge von frisch programmierten, hohen Bergen herunter der äh, Gravitation und dem Rebound überlassen (Obacht: nichts für Publikum mit Höhenschwindel):youtube-screenshot-gta-driving_big_vehicles_offEin perfekter Cocktail aus 4-Schanzenspringen, James-Bond-Ski-Verfolgungsjagdfeeling und Wingsuitstunts MIT Verfolgerkamera. Winner! ;-)

Doch halt! DAS ist der Burner: Back To Minigolf mit Monstertrucks: im Nadelstreifenanzug Safthütten ihrer Ikons beklauen:youtube-screenshot-hauling-giant-orange-ball

Wikipoodle, der Allererste

Obwohl das Wissensportal Wikipedia oft in der Kritik steht – hauptsächlich bewegt sich diese als Kraftfeld zwischen dem Vorwurf des  Wirkens von verdecktem Lobbyismus einerseits und der Bezichtigung als Halbwahrheitspool andererseits – häng ich beim Schreiben mit mindestens einem geöffneten Tab immer drauf rum, um schnell Grundlegendes zu reahsschen, äh: erhaschen.

Irgendwann fiel mir beim Lesen englischer Artikel auf, daß diese erstaunlicherweise keine deutschsprachigen Wiki-Artikel zugeordnet hatten. Und wurde so auf dieses Phänomen aufmerksam. Da seit Gründung der Wikipedia am 15. Januar 2001 und dem heutigen Datum wahrlich genug Zeit vergangen ist, um diesen Wissenspool wahrhaft gesättigt zu wähnen, alle möglichen und unmöglichen Themen als erschöpfend abgedeckt zu sehen und der Vervollkommnung nahe zu vermuten, kommt man aufgrund dieser Entdeckungen schnell zu dem Schluß, den Grund dazu unterschiedlichen Kulturen und deren Wissenspräferenzen geschuldet zu sehen.

Interessanterweise klaffen also bei manchen Auffassungen von der Welt  kulturell bedingte blinde Flecken (im Vorhandensein, nicht nur in der Übersetzung oder Illustration) auf, die ich für spannende Lücken halte. Als erstes frappantes Beispiel stieß ich auf den doch sehr kontrastierenden “content” der deutschen und englischsprachigen Version des Artikels zum Thema Rourkela. Nach dem Begriff “Kreditanstalt für Wiederaufbau” zum Beispiel sucht man in der englischen Version recht vergebens..

Auch die sich in Sprichworten ausdrückenden Weltsichten unterschiedlicher Kulturen sind mir von ähnlichem Interesse. Oder das Ausbleiben sinngemäßer Sprüche aufgrund.. unterschiedlicher Kulturen! Ein Beispiel: das Fehlen des zimmereigenen Elefanten im deutschen Sprachraum ;-)

Ebenso ist die Art der “Wiki-Fotografie”, die ja auffällig und zielsicher zwischen den Klischees Amateur- und Schnappschußästhetik verharrt und durch diese “fotografische Suggestion” jeglichen Verdacht des Wirkens von werblichen Fotoprofis – und analog: Artikel-Verfassern – zu vermeiden sucht für die eine oder andere künftige Bildbetrachtung spannend.

Warum zum Beispiel  – und zur Übung – schiede untiges Bild aus??

ÄtscheAntwort: unmöglich zu sagen. Man müßte wissen, worum sich der Artikel dreht, an den das angeheftet wäre. Schotterflug? Bokeh? Steingarten? Urban Gardening? Merksprüche der Eisenbahnerzunft? Ursprünge des GeoCaching? Meteoriten in Wohngebieten? Mm.. Also ich könnte mir da schon einige passende Stellen vorstellen, an denen dieses Foto mit entsprechender Unterschrift ausschließlich humorfrei illustrierenden Charakter hätte, also keinerlei Beimengungen von Ironie, Sarkasmus oder gar Subversion “beinhalten” würde.

Mein Lieblings-Paradebeispiel Fotos-plus-erklärende-Wiki-Ernsthaftigkeit: die mittlerweile entfernte  :-( Rubrik/Galerie-Überschrift: Laugengebäck im Bild.

Wenn ich da allerdings anfinge, zu fantasieren, kämen ganz schön schräge Themen und Kombinationen bei raus. Das ist aber nicht der Sinn eines Online-Lexikons.

Ausscheiden würde das Bild, so für sich allein stehend, eher  wegen der… Symmetrie. Die gilt ja schon als Gestaltung. Das wäre verdächtig..

Darum eröffne ich im Halbspaß heute & hier eine neue Kategorie, den WikiPoodle, in der ich diese gefundenen und künftig auffällig werdende Lücken zusammentrage und dieses Fehlen zum SchreibAnlaß nehme, dazu Essays,  Gedankenfetzen und Überlegungen anzustellen zu verüben.

Materialsammlung, die ebenfalls allererste:

Vor knapp einem Jahr gabs meinen ersten Fall der vergeblichen Wikipedia-Suche, nämlich die nach dem optischen Gewicht.

Ebenso, eine Weile später: das augenscheinliche Fehlen von nützlichen Idioten in Deutschland wunderte mich als zweites, kommt eigentlich doch keine höher entwickelte Gesellschaft ohne sie aus ;-)

Auch eine bestimmte hochinteressante Zeitgeisterscheinung, ein Phänomen der Ideenverklappung, das social media und überschüssige freie Kreativität (wirklich?) um ihrer selbst willen vereint, vermisse ich dieser Tage: den Freitagstexter.

Und gar ein Neues, gerade entdeckt: 81.800 Einträge heute chez Google, aber nicht mal EINE Erwähnung oder Sinnspruchlisteneintrag auf Wikipedia für Nicht zur Strafe, nur zur Übung.

(..)

Funde heute. Beim Schreiben und Links-verfolgen:

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Die heute nur als Kontrastmittel mit dem Text zusammenhängende Bilderstrecke (leider kein Wikitaugliches dabei ;-(  Warum bloß – dazu später mehr) gibts heute mal erst hier unten, aufgenommen: kürzlich, nämlich Ende Mai 2014.

Rheinlustfelsen “1837″. Mannheim, ehem. Schloßgarten

 

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Musik beim Schreiben heute:

Quincy Jones: “Pure Delight – The Essential Of”, Polygram, comp. 1995

The Talking Heads: “Remain In Light”, SIRE , 1980

The Ting Tings: “We Startet Nothing”,  SONY, 2008

Fonosandwich: “Fonosandwich”, Rather Interesting, 1997

various artists: “The Best Of Acid Jazz Volume 2″, ACID JAZZ, 1993

das “Lektorat” als angemessene Antwort

Liebe Nachwuchsfotografen! Solange Ihr noch kein Studio Euer eigen nennen könnt, noch nicht allgemein bekannt und hoch bezahlt seid, werdet Ihr folgende Fotoanfragen von entfernteren, gerne selbsternannten Freunden kennen und jedes Mal aufs Neu um angemessene Beantwortung ringen:
Hättest Du Lust, uns mit Deinem geballten Fachwissen am 26.10. auf dem Konzert zu fotografieren?
Verwendung: Facebook – natürlich mit Herkunftsnachweis.
Geld: haben wir keins, aber Du kriegst ein Essen (im Salon)
Würde mich sehr freuen! Und Du darfst auch im Salon ein Werbefeuerwerk abfackeln, wie Du willst dann.

Anstatt nun stumm-anklagend mit Bildern zu antworten, unter Bedenken zuzusagen oder mit den großen grundlegenden Antworten zu langweilen, daß Fotografieren = Arbeit , Aufwand und Lebenszeit, das Einbringen von Erfahrung, ein gutes Foto Gold wert ist etc. etc. habe ich ein “Lektorat” entworfen, das in realsatirischer Form zeigt, wo es denn hinnegehen soll:

man reagiert nicht als dankbarer/fassungsloser/beleidigter Fotograf, sondern als Verdeutlicher, ja, Coach:

Sehr geehrtere Herren!

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Lektorat! Zu Ihrem eingesandten Textentwurf für eine  preiswerte Fotografenaquise ist klar zu konstatieren: bevor man diesen vermailt, kann man noch Einiges verbessern :

  • Professionelle Kulturverwerter machen mit den Kreativen/Fotografen, die sie im Blick haben, immer auf DU-und-Du, in einem fast verschwörerischen Tonfall. Etwa so: “Wir haben da ein super Ding. Wird voll der Knaller.” “Der Chor/die Band wird begeistert sein. Die wollten dich ja schon immer mal persönlich kennenlernen. Weißt Du eigentlich, daß da einige Deiner größten Fans mitsingen/dabei sind??” etc.
  • Sehr dankbar sind Fotografen, mit denen man einen kurzen persönlichen Kontakt vereinbart- wenn man diesen nicht sowieso schon pflegt- das suggeriert Ernsthaftigkeit und Seriosität. Je bekannter man selber schon ist als “Kulturmensch”, “Veranstalter”, Lokalpromi oder “Förderer”, desto besser die Wirkung eines solchen, meist ersten Treffens- wie kurz auch immer es sein mag! Unbedingt zu empfehlen!
  • “Verwendung: facebook” ist ok. Klingt so nach privat und unspektakulär. So lokal. Nur für uns. Und: macht/kennt ja jeder: n paar Handyknipsefotos hochladen.
  • “Autorennennung” klingt viel besser als “Herkunftsnachweis”. Direkter. Persönlicher. Journalistisch beschlagen. Nach Respekt, Urheber, Schöpfung. Dem Meister.
  • “Wir haben kein Geld”. Kann man zur Verbesserung mit leider unterstreichen.
    Wichtig: Es wird NIE etwas dafür geboten. Bezahlung ja sowieso keine, noch weniger aber “ein Essen” “eine Fahrt mit der Gondeletta” “ne Kinokarte”- damit wird nur auf ungute Weise ein Gegenwert suggeriert.

Viel besser: es wird nur zwischen den Zeilen versprochen: Coolness, Glanz, Glamour, eine Mitgliedskarte für die In-Crowd, für das gesamte Festival, alle Tourdaten.

Zur weiteren Vorgehensweise:

Wenn die Bilder dann im Sack und online sind, kann man in einer schulterklopfenden Folgemail , die in einem professionell sachlich gehaltenen Tonfall leichte Euphorie andeutet – von den begeisterten Reaktionen des Publikums, des Chors – die gemeinsamen Erfolge auflisten. Die meisten “teilnehmenden” Fotografen dieser Sorte, die ich da kennengelernt habe, begnügen sich dann schnell mit dem “Werbeeffekt” und lassen gut sein.
Großes Plus: Und man kann bis zur nächsten großen “Aktion” in freundschaftlicher Verbindung bleiben.
Ein richtig guter Trick ist: man stellt dem Fotografen eine Kamera (“Knipse”) zur Verfügung an diesem Abend. “Brauchst Dich nicht um die Technik zu kümmern- das besorgen ALLES wir”. Die nimmt man dann hinterher wieder mit. Und hat ALLE Bilder. Auch die, die ein Profi löschen würde. Und: der Fotograf kann nicht mal ohne richtig großen Aufwand und Zeugen beweisen, daß er diese Bilder auf Ihrer Kamera gemacht hat- er hat die Aufnahmen ja auch nicht mal gesehen!!
    • Wir freuen uns schon und werden dann ein Werbefeuerwerk abfackeln. Du kannst im großen Stil Deine mitgebrachten Bilder verkaufen. Der Wirt ist auch schon sehr interessiert. Bring mal lieber die doppelte geplante Menge mit!

 

Soweit meine Lektorenvorschläge.
Dann nennt man noch ne Latte Fotografen, die “da empfänglich wären”: zeigt also auf einschlägig bekannte Kollegen. Damit diese, sollten sie mit diesem “optimierten” Ultrazynismus tatsächlich beworfen werden, mal ordentlich die Weckerklingel schrillen hören. Oder eben stoisch ihr Ding weitermachen.
PS.: hab ich von nem Rechtsanwalt abgeschaut: man richtet eine e mail-Adresse namens “beratung@…” ein und gibt diese als Kontaktadresse an: “Anfragen unter”. Dann kann man testballonmäßig noch eine Beratungsgebühr fürs Lektorat berechnen, denn unter dieser Adresse handelt es sich ja nicht um eine Fotoanfrage sondern um eine Hilferuf zur ergebnisorienterteren Verhandlungskompetenz. ;-) demnächst mehr Sparringtipps von Eurem frischerfundnen
Chulch R. MacYavell 

Eins nach dem anderen- die Lösung des letzten Gewinnspiels

Bevor ich in den nächsten, wahrscheinlich kalten Osterfeiertagen das künftige Gewinnspiel hier aufbaue- eins nach dem anderen: die Auflösung des letzten Rästels. Eine Auflösung, die weitere Fragen nach sich zieht, genau wie das Leben selbst.

Meine Idee fürs letzte Gewinnspiel, anhand der Reingretchen Titelbilder die Lokation der Aufnahmeplätze nach Mannheim oder Ludwigshafen zu scheiden als Rätsel zu posten, war, ich hab es schnell am zähflüssigen Feedback gemerkt, überraschend schwer, bei manchen Bildern gar unmöglich: keiner der Teilnehmer hat alles erraten/gewußt.

Ich hab dafür was gelernt, eine unvermutet neue Erkenntnis mehr: ich schaue anscheinend deutlich woanders hin als Otto N. oder der Google-Street-“Fotograf”. Denn auf KEINEM der verlinkten Panoramio-Seiten gibts ein ähnliches Bild zu entdecken.. Für alle Wißbegierigen hab ich also, ta-dah! hier eine mit den Lösungen verlinkte Ansicht der 18 Fragen in Bilderform gepostet. Diese Lösungen sind, (keine Angst,) kein umständlicher “direkt-am-Rhein,-da-wo-die-Promenade-in-den-Fußweg-zum-Strandbadweg-übergeht-etc.” Text-Knäuel, sondern:
viel anschaulicher, und viel.. erschreckender: mit Bild, Zoom Möglichkeiten und: Geo-Daten in Längen- und Breitengraden! Denn genau diese, bis auf Minuten und Sekunden genau werden im Adressfeld immer mitgeändert/aktualisiert, wenn man per Mausfaust den Bildausschnitt verschiebt. So kann man, darin geübt, bei seinen nächsten Party Einladungen zwei Zahlen plus ° auf die Einladungen schreiben, Uhrzeit dazu- fertig. Internet hilft weiter. Wenn man das schick 2013® verschlüsselt tun will: die beiden Angaben als QR-Code präsentieren..

Hier also das zweite Kapitel “GretchenLeaks”: ich offenbare die Tatorte  😉 Wie man erahnen kann, ganz im Sinne meines “kleinen Postkarten-Dogmas”: alle von öffentlichen Plätzen und Wegen aus aufgenommen, über keinen Zaun geklettert und nicht von einem Dach herunter fotografiert.. Und doch werden all diese akribischen Angaben wieder erst nur dann zu “Lösungen”, wenn man sich selber in Bewegung dahin setzt- sieht man online doch fast nie das Motiv aus der Sicht, wie ich es aufgenommen habe. Somit ist die Lösung zwar deutlicher Hinweis, führt aber eher zum Ziel der Anregung zu einer Tour- It-Yourself-Aktion. Wie man aber vielleicht ebenso erstaunt wie ich sehen kann: äußerst unspektakuläre Plätze allesamt. Und der Zauber IMMER dem Licht an jenem Tag geschuldet.

Da ich das Lösungsbild selbst verlinkt hab, hier noch ein paar Bemerkungen: Das Programmieren dieses (eigentlich jedes) digitalen Bildes zur aktiven Fläche für Internetseiten macht mir den gleichen Spaß wie früher als Junge das Puzzeln oder Pappburgen nach Bastelbogen zusammenbauen: eine zwar kleinteilige, nicht jedoch allzu zehrende Aufgabe, wo für den Browser in HTML-Code kleine Eckpunkte im Bild, in Pixel von links (130, 290) und von oben (50, 165) gemessen, abgesteckt werden. Diese werden dann mit der gewünschten Seite mittels Tag, hier dem berühmten area href= klickbar gemacht. Hier eine kleine Grafik für die Definition dieses Feldes:

Die vier Zahlen geb ich, durch Kommas getrennt, in dieser Reihenfolge in den Quellcode ein. Und die Maus drüber wird aktiv. Diese genauen Zahlen auszuknobeln ist so ne Art Sudoku für Web-Programmerien-zu-Fuß. Oder was meint Ihr anderes, wenn Ihr das seht und versucht, die Zusammenhänge zu verstehen:

05 116 | 123 234 | 241 352 | 357 465 | 470 580 | 585 700

Genau: einfach abwechselnd die Differenz jeweils (ungefähr):   7   111   Das sind die Pixelabstände vom linken Spielfeldrand, an denen die senkrechten Ränder der einzelnen Covers der Lösungsbildcollage liegen. Nach ihnen setzte ich die Link-Bereiche. Genauso, wie man im Garten die gleichmäßige Beete-Aufteilung hinkriegt.

Warum ich hier über HTML schreibe? Nun, weil ich es faszinierend in seiner Stringenz finde, die für mich eine Art Schönheit darstellt. Und nicht nur, weil heute Google 4, 3 Millionen mal einen Eintrag bei der Eingabe von “code is poetry” findet. Auch, weil ich es wichtiger denn je finde, auf die Effekte jedweder Programmierung aufmerksam zu bleiben. Immer mit einem Zitat eines Elektronik-Dozenten der hiesigen Fachhoschule in mind, der einst, es muß Ende der Achtziger gewesen sein, den wahren Satz verlauten ließ: “Technik ist Materialisierung von Interessen.”

PS.: a Zitat, gefunden auf Eselsohren.at bei der Suche nach “Code Is Poetry”:

Eselsohren: And has it (“Code Is Poetry”)something to do with digital poetry?

Matt: Absolutely. At the time I was studying and reading a lot of T.S. Eliot and I was struck how a single line with just a few words could be packed with several allusions and meanings. As we wrote WordPress, I wanted every line of code to be short, sweet, and packed with meaning.

Nachtrag am 5. Jänner 2019: Panoramio is nicht mehr – siehe die Meldung beim beliebigen Klick auf das damalige Gewinnfeld. Ihr könnt aber das frisch Gelernte bei Google (Maps) ins Suchfeld eingeben: beim Bild #3 z. B. steht da als ins Leere gehender Link http://www.panoramio.com/map/#lt=49.510725&ln=8.450999 . Macht daraus einfach 49.510725,8.450999

__________________________________________________________________________ Musik beim Schreiben heute:

Till Brönner: “Oceana”, Bam Bam Music, 2006

Underworld: “Beaucoup Fish” V2 Records, 1999

Man liest vom Ende der Fotografie

“Man kann einer Fotografie nie mehr trauen. Sie gibt vor, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit entstanden zu sein – doch das kann auch eine reine Erfindung sein.” Ein Zitat David Hockneys aus einem Interview mit dem Spiegel. Das liegt 7 Jahre zurück und ich beginne, mich näher heranzugooglen an dieses Thema. Unlängst nämlich lag das bereits 1979 erschienene, fotografie-kritische Buch Über Fotografie von Susan Sontag auf dem Tisch des Buchhändler meines Vertrauens. Bald darauf gehörte es zu meiner Bettlektüre. Die darin diskutierte Vorstellung vom Ende der Fotografie hat mich etwas befremdet: Bei diesen ganzen im Netz herumschwirrenden unvorstellbaren Mengen an Aufnahmen etwas komisch, dachte ich mir zuerst. Aber die Sichtweise zielt auf etwas, das mit dem ursprünglichen Funktionswert der Fotografie zu tun hat: mit der einst allein der Malerei eigenen -und jetzt diese ablösenden- Autorität, die Wirklichkeit darzustellen. Diese schwindet tatsächlich in ein bodenloses Nichts, bedenkt man es etwas näher: die Möglichkeiten, per Rechner und Bildbearbeitungs-Software in fast jedem erdenklichen Maße ins Bild selber einzugreifen ist schon in die Wohnungen der Normalos eingezogen. Und die dargestellte “Wirklichkeit” kann von jedem im eigenen Sinne beeinflusst werden. Und das gar, ohne bei der Herstellung des Bildes per Kamera dabei gewesen sein zu müssen. Postproduktion sag ich da bloß- von der serienreifenden Lichfeldfotografie erstmal gaaanz zu schweigen. Man liest ja auch von Werbekampagnen multinationaler Konzerne, die für neue Kampagnen aus den Portfolios von Postproduktions-studios auswählen, während die Sichtweise des eventuell in Frage kommenden Fotografen zur Herstellung des “Ausgangsmaterials” als sekundär gesehen würde… Das Wort Hochglanz und Branchenlevel als Geisel der bildbearbeitenden Menschheit.. Welch überraschend deutlichen Satz von Daniel Boschung zum Beispiel las ich neulich, sehr selbstkritisch -und ausgerechnet als Inhalt der (mittlerweile verschwundenen) Laudatio zum Jahrbuch-Award des bff.de: “..man sehe sich nur den Triumph der Künstlichkeit an, der in der Rubrik „Transportation“ herrscht“. Die fotografisch Kreativen sind sich offensichtlich in aller Deutlichkeit bewußt, wo sie sich gerade mit ihrer Tätigkeit bewegen.. Dazu noch einmal David Hockney: “Jetzt ist diese Kontrolle der Welt durch die Sehweise der Linsen und der Kameras ihrerseits ans Ende gekommen – weil sie von der digitalen Bildbearbeitung ad absurdum geführt wurde und die Sehnsucht aufkommt nach einer neuen Wahrhaftigkeit in den Bildern.” Es wird klar: die Fotografen sind sich dieses “irrealen” Aspekts ihrer Arbeit nicht nur wohl bewußt, ja, ich fand durch bloßes Herumsurfen andere Künstler, wie Keith Cottingham, der genau dieses Thema von der quasi gegenüberliegenden Seite angeht und so tut, als wäre die Fotografie reines Mittel zur totalen Erfindung: These are documents of no place, of no time, and of no body” heißt es sehr eindrücklich im Einführungstext zu seinem Werk “1999 history re-purposed” unter dem Tenor Can we ever know the truth of the past? Is there such a thing as scientific objectivity? Die Fotografen Peter Funch, Nicolas Dhervillers, Robert Overweg kümmern sich ebenfalls darum, jeder auf seine spezielle Weise- sie sind die ersten paar, die ich schon entdeckt habe. Und: es werden sicherlich nicht die letzten sein. Wann aber wird diese Einstellung zu fotografischen Bildern im allgemeinen Bewußtsein angekommen sein, frage ich mich angesichts dieser unaufhaltsamen Entwicklung, die Wahrnehmung, Kunst und technische Entwicklung da produzieren: daß man Bilder nicht mehr als Abbilder der Realität sieht, sondern als.. mh- keine Ahnung als was. Als bunte Variationen der Fantasie, als raffiniertes-Konstrukt-der-abbildbaren-Wirklichkeit-im-Baukastenprinzip, wie zum Beispiel die leuchtenden Bilder von Ruud Van Empel ?? Und wie wird sich dann der Blick auf die Welt per se ändern?? Die aktuelle Bilderschwemme ist noch zu nah dran an den Sehgewohnheiten- diese wiederum erzeugen weitere Ströme an Bildern, als daß man jedes Foto gleich als reine Ausgeburt der Künstlichkeit identifizöre..     Zur selben Zeit entdecke ich auch die verwirrenden Bilder der Pictorialisten– Fotografen, die Fotografie als Kunst anerkannt sehen wollten und um die Wende zum 19. Jahrhundert hin Fotos zu Bildwerken stilisierten. Diese geschah mithilfe des Labors, in dem der der Fotografie als abhold gesehene “künstlerische Touch”, die Aura des Unikats/Originals mithilfe von Entwicklungs- und Dunkelkammertechniken erreicht werden sollte. Zitat: «Für manche war das Negativ nur die Skizze, die erst im Ablauf von Entwicklung und Abzug zur Kunst wurde. » Das kam man hervorragend an den Bildern von Hugo Henneberg, Léonard Misonne oder Constant Puyo nachvollziehen, bei deren ersten Anblick es rätseln macht, was genau man denn da vor sich hat: die Werke wirken durchweg wie Gemälde auf mich- völlig durchkomponiert, wie man das auf Fotos heutzutage nur bei den Großen sieht. “Lustig,” dachte ich dabei: “da verschwindet jemand wieder durch die Tür, durch die er gekommen ist.” So schließt sich ein Kreis, in dem sich beim Ringen um Anerkennung Authentizität und Künstlichkeit in den Schwanz beißen.

Am Schluß bleiben hie wie da die Bilder, die ansprechen im Gedächtnis. Nur mit Wirklichkeit müssen sie nichts mehr zu tun haben, das ist das Neue in der Geschichte der Wahrnehmung.

PS.: zwei Bilder hier auf dieser Seite sind nicht durch den Photoshop gedreht. ______________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

Beady Belle: “Closer”, Jazzland, 2005

David Byrne: “Music For The Knee Plays” ECM, 1985

Donald Fagen: “Morph The Cat”, Reprise 2006

Groove Armada: “Late Night Tales”, Late Night Tales, 2008

various artists: “The White Room”, Sony Music 2004