Ach, diese legendären alten Bilder!

Stellt Euch vor, Ihr kramt bei irgendeiner Gelegenheit Fotos oder Gemaltes/Gezeichnetes von früher hervor. Bei welchen dieser Bilder wohl fiele Euch dieser Satz ein? Wahrscheinlich bei demjenigen, das die meisten verschütteten Erinnerungen wieder plastisch vor dem inneren Auge erscheinen läßt  (ok, ohne tatsächliche Aufräum-Action ist diese Szene wohl kaum vorstellbar). Also vielleicht umgekehrt: sprecht diesen Satz  in a theatralic way aus. So mit jäh dazu erhobenem Arm und angedeutetem, leichtem Ausfallschritt. Nun – welche Bilder des persönlich gemachten Lebens™ fallen Euch dabei ein?

Mit “legendär” meine ich natürlich nur legendär für einen selber, denn sonst kennt die ja (noch oder fast) keiner. Und legendärerweise ruhen sie hauptsächlich in der Erinnerung – und in alten Kartons oder Mappen.

Für mich & meine kommen heute wieder schwungweise zurück. Denn ich setze fort: den permanenten kreativen Frühjahrsputz.  Und der fördert längst Vergessenes ans Licht:

als-sie-den-mond- tintenfluss-fische-aquarell turnschuh-aquarell-1979

Jedes dieser Gemälde hat mindestens dreissig Jahre auf dem Buckel. Das älteste der Turnschuh, der im Oktober 1979 außer an der Kappe und in den Schatten in einer etwas fehlgeleiteten Aquarelltechnik verwirklicht wurde. Als Souvenir, denn er war kurz vorm Aufgeben wie man sieht. Die Fische entstanden durch gepustete Tusche übers Blatt und anschließenden freien Assoziieren plus Schwanzflossenmontage. Das Dunkle nannte ich damals “Als sie den Mond bestiegen haben, hab ich das von meinem Wohnzimmer aus sehen können.” Auch als Auto-Ermahnung, nicht so viel vor der Glotze zu hängen. Damals. Glotz less, paint more oder so. Ich hab es hier mal als geheimnisvoll dunkel strahlendes Negativ gepostet, digital sei dank.

Ideales Futter, um davon weitere Bilder zu pinxographieren! Hab ich auch sogleich getan und mit dem bunt-naiven “drei Berge und ein Ballonbild” hier unten rechts das neuste Sommermenue gestaltet. Einmal übereinander mit den Bergen als Sinuskurve, als Menue brav und klassisch nebeneinander. Es lebe das 600dpi-Scannen ,-)

diana_und_charles_landschaf tutu_seven_vortx_tylingf drei-berge-mit-ballon1980ca

Diese beiden gestutzten und schon farblich verdrehten Weiden hier oben links als Linolschnitt (war damals angesagt im Schulunterricht) hab ich “gewonnen” aus einem visitenkartengroßen Illustriertenfoto von.. Charles und Lady Di. Ohne Witz. Und: ich finde dieses Foto bestimmt auch noch demnächst. Versprochen! Die Weidenäste entstanden durch auslaufende Farbe anstelle der Füße – das Bild ist gestürzt – der kleine “ausgeschnittene” Hase am unteren Bildrand direkt  über der Nummerierung 9/4 entstand aus den behandschuhten, gefalteten Händen der Königin der Herzen.

Prinzip PinXoGraphy und Serendipity schon vor Erreichen der Volljährigkeit und dem Aufkommen von Pixeln.. ich staune, daß sich damals schon was am Bilden war, das heute mit Laune fortgeführt werden kann. Grrreat! Dann als letztes und “neustes” heute dieses gegen Ende der Neunziger Jahre  mit krassem (und leider verschollenen) Fraktalfilter  verfaltetes Tutu-Mädchen-Bild. Ich kann mich noch heute an die kaum erträgliche Mischung hochsommerlicher Temperaturen und ultrastarkem Pollenflug erinnern, der mir hoch oben am Heidelberger Schloß ununterbrochen die Augen reizte und die Sicht verklebte..

Recyclebar nach soo vielen Jahren – das kann man von nicht Vielem behaupten..

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Musik beim Schreiben heute:

Ital Tek: “Nebula Dance”, Planet Mu, 2012

Schumann: 1. Sinfonie B-Dur op. 38 “Frühlingssinfonie” (Tonhalle-Orchester Zürich / David Zinman)