Mit dem übrigen Farbwasser und davon die Spuren auf der Abdeckfolie. Oder: warum ich abstrakt nur zum Üben gut finde

Perfektes Upcycling von eigentlich Werkstattabfall: drei Tage hab ich den Braten kommen sehen. Und die versabberte Folie genau so schräg liegen und trocknen lassen, wie sie in Gebrauch* auch gelegen hat.

*später mehr

Irgendwann war dann endlich das Flüssige aus der Acrylfarbe -ürsprungliche Mischung aus Titanweiß und Zinnoberrot – weggetrocknet und hat auf der Folie eine Zeichnung hinterlassen.

Die hab ich grad gescant und dann einzelne Ausschnitte ausgesucht. Ausschnitte, die klassisch-abstrakte Kompositionen hergeben. Hier zwölf plus ein Schnellschüsse, digital farbverstärkt (11, das rosa-blasse wäre die Originalfarbe mit blauer Hinterlegung) oder geremixt (der dunkel “Weltallscan”):

pinxography-tarnungsfolie04    pinxography-tarnungsfolie15    pinxography-tarnungsfolie14 pinxography-tarnungsfolie13    pinxography-tarnungsfolie12    pinxography-tarnungsfolie07 pinxography-tarnungsfolie08    pinxography-tarnungsfolie09    pinxography-tarnungsfolie06 pinxography-tarnungsfolie05    pinxography-tarnungsfolie03    pinxography-tarnungsfolie02

Man sieht: Gestalt(ung) ist überall, selbst in unverdächtigsten Abfall. Man muß nur sehen /und/ wollen. Plus: ein Motiv zum Nachmalen wäre auch dabei: vier Sonnen über einem mystischen Wald. Das zumindesten sehe ich da:pinxography-tarnungsfolie11Sehr anregend finde ich den kräftigen Farbkontrast, das Zurückweichen des blauen Hintergrunds ins Unscharfe an manchen Bildstellen, eine angedeutete Dreidimensionalität durch Schatten nahe den roten Bildstellen und die Ähnlichkeit mit weitaus größer dimensionierten Naturerscheinungen, wie Sternennebel oder vom Satelliten aufgenommene Wüsten- oder Küstenlandschaften. Vergleicht doch zum Beispiel mal mit den Luftbilder-Projekten des Herr Burtynsky.

Ansonsten steh ich für Werke eher auf Entwicklungen aus Idee, Fotos oder geistigen Phänomenen. Abstrakt ist mir da also zu beliebig.

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Musik beim Scannen, Schneiden und Verstärken heute:

Laika: “Sounds Of The Satellites”, Too Pure, 1997

Amp Fiddler: “afro strut”, PIAS, Wall Of Sound, 2006

Morcheeba: “Big Calm”, INDOCHINA, 1998