Den Hintergrund herbeiwedeln, den Vordergrund animieren

Nach digitaler Vorlage ein Bild malen, das dann zurückdigitalisieren. Und daraus wieder eine Malvorlage gewinnen -

das ist das Prinzip PinXoGraphy.

Dazwischen funkt die Inspiration, meine vorsätzliche Ungenauigkeit und die Lust am Eingreifen. So auch bei meinem Bild mit der bislang längsten PinXoGraphischen Geschichte: pinxography-first4miniEigentlich wollte ich diese fünfte Version bereinigen, das Gemälde auch als Foto auf genau die drei Farben reduzieren, mit denen ich es gemalt habe. 22900025pinxographyDenn was mich auf diesem schnell geschossenen Foto stört, war diese fleckige,  ungleichmäßige Beleuchtung denn: das Hintergrundgrau ist in real uni, völlig gleichmäßig. Das wollte ich in der “Reinkarnation als JPG” wiederherstellen. Was man fachmännisch mit dirgitaler Hilfe eigentlich fix hinkriegen kann, wäre da nicht meine Vorliebe fürs Hemdsärmelige. Aber dann kommt alles anders:22900025treated2Erstaunliche Ergebnisse ergeben sich oft aus winzigen abweichenden Details. Hier ist es diese dünne weißgezackte Linie. Die nämlich verschwand beim automatischen “Putzen” , ich  war etwas genervt, nahms nicht so genau und vergrößerte sie einfach – per Filter. Dadurch schwollen die helleren Pixel in eben ihrer quadratischen Grundform. Und – Wow! – brachten den Hintergrund, den ich korrigierend manuell abzuwedeln versuchte, zu diesem erstaunlichen klötzchenhaften Flimmern.

Großartig! dachte ich mir, denn genau diese “Belebung” des schlug ein kunstaffiner Nachbar angesichts des ihm etwas unfertig vorkommenden Gemäldes vor. DAS jetzt zu malen wäre eine neue Herausforderung und ich begann mit Überlegungen, wie dieses anzustellen wäre: die immer wiederkehrende Grundform des Bildes legt natürlich die Verwendung eines Stempelkissens nahe und ich machte mit einem Holzexemplar, das ich auf einen Quadratzentimeter Abdruckfläche zurechtsägte einen ersten Test: pinxography-q-stempel-phase

Ergebnis: Leinwand, “dreckig” grundiert, aber nur ein Anflug  der quadratischen Idee in den Formen, keine Genauigkeit, weder in der Form noch in der Ausrichtung… Anlaß also, die Gestaltung des Stempelkissens zu überdenken und dazu erst mal Filzuntersetzer für Möbel anzuschaffen..

Ebenso das erste- ta-dah! bunte Bild und tsts gleich eine der für ernsthaft gelten wollende Maler gefährlichsten Tabuformen: ein Herz. Wie eine Rennstrecke ;-) pinxography-heartinpixels0Farbübergänge hab ich recht schnell als Übgegenstand in den Blick gekriegt und mich mit einem Entwurf, der fast nur aus Linien besteht, an denen entlang man genug Strecke hat, in den Modus Test versetzt. Klar, daß das nach manuellem Anfänger aussieht – ist ja auch so.

Aber dann kam der Scanner, und ich hab mit diesem naiven Bild experimentiert:pinxography-heartinpixelsHey -Pixel! Drüberlegen, Rastern, Verschmieren, Gittern..pinxography-heartinpixels2Dann ab ins Bokeh mit der ganzen Malerei..pinxography-heartinpixels3
Und dann der Gedanke, das Raster laufen zu lassen. Ergab dann nach einiger Arbeit dieses 3, 11 MB schwere animierte Gif -I love it!

Und à propos Rennstrecke: diesen Umriß in ein Rennstreckenbild zu überführen wäre auch ne Idee, der ich nachgehen mag. Schließlich, so hab ich mal entdeckt, ist das Rennstrecken-Entwerfen eine Kunst für sich. No Kidding!
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Musik beim Schreiben heute:

Sven Van Hees: “Calypso”, LIFE ENHANCING AUDIO, 2002