Die ErFindung der wahren PinXoGraphy

Zwei Tage nach Weihnachten an hellkaltem Morgen die Idee zur wahren  ;-) PinXography: ich habe jetzt drei handgemalte Acryl-Bilder gleicher mittlerer Größe. Alle von derselben (Foto-)Vorlage “abgemalt”, alle drei trotz Schwarzweißfärbung sehr unterschiedlich. Da – der Anflug einer Idee : Warum nicht alle aus Neugierde fotografieren und digitale Überlagerungen mit den JPGs ausprobieren? Um daraus vielleicht – nachfolgend ankommende Idee – eine neue – die große Variante, das “Original” gar – zu kreieren/gewinnen? Das sind die ersten “Remixe” der drei ersten Bilder. Erstmal in klein zur “Geschmacksgewinnung”:pinxography-remix001Das zweite von links kommt dem Eindruck des Originalfotos am nächsten, von dem alle “stammen”:18990020pinxography-init3in

Noch faszinierender die Vorstellung: durch diesen ständigen, auch rückwärtsgerichteten Medienbruch (vom Gemalten ins Digitale) sind weitere Befruchtungen und Mutationen möglich, deren Ergebnis (das fertig gemalte Bild) mehrere Übergänge zwischen diesen Sphären bedingt.

Mit dieser Idee des Entwickelns über die digital-analoge Grenze hinweg  “gelangt” man so von irgendeiner Ursprungsidee, einem kreativen Impuls oder einer – ich sage mal abstrakt-  Versuchsanordnung  zu einem künstlerisch-kreativen Konzept, das ins komplett Unvorhersagbare, Unbekannte führt. Grandios!

Durch der “Ausführung” als Malerei jedoch merkwürdigerweise befreit von dem Beliebigkeitstouch, der CGI gerne mal anhaftet.

Ebenso aufregend die Möglichkeiten, diverseste Bestandteile in ein Bild zu integrieren, gerne auch mithilfe des Internets. Da zum heutigen Beispiel gelangen botanische Zeichnungen des neunzehnten Jahrhunderts zercshnippelt und re-komponiert “über” den digital gefärbten Scan einer selbstgekritzelten Kugelschreiberskizze, die aus dem Gedächtnis eine Kinderzeichung festhält:

rokcat004_pinxographyWas ist das Tolle dran für mich? Das mir Neuartige dieser Vorgehensweise und die ebensolche Ausstrahlung der Ergebnisse. Dann die spielerische Auseinandersetzung mit..

..der Kreativität: welche Bestandteile lassen sich mit einbeziehen? Zeichnungen, JPGs, Scans, gewiß, aber ich meine VIEL mehr: die Faszination der kreativen Vorgänge, die Erarbeitung von Handlungsrezepturen, die Entdeckung neuer Gestaltungsprozesse, am besten selbst entwickelt. Dieses natürlich an erster Stelle.

…Charaktereigenschaften, denn: wie weit zum Beispiel kann man sich freimachen -noch dazu bei einem Start in ein neues Thema- von seinem Perfektionsanspruch, der Versuchung perfekter Vorbilder, dem emotional vielleicht bremsenden Verhaftetsein am als ungenügend empfundenen Stand der persönlichen handwerklichen Fertigkeit  bzw. man merkt schnell, wie weit es damit gediehen ist, hat man einmal damit begonnen ;-) . Auch der obskure Zeitpunkt in der Arbeit, wenn man bestimmt: “jetzt ist fertig” ist ein spannendes Thema, mithilfe dessen man viel über sich lernen kann. Da spielen Sachen mit wie: kann ich die Welt lassen, ist der Höhepunkt der Inspirationskraft des Werkes erreicht, fange ich lieber ein neues weißes Papier/Leinwand an, …

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Musik beim Schreiben heute:

Francis Poulenc: “Capriccio d’après le bal masque” (Wolfgang Manz, Rolf Plagge, Klavier)

Wolfgang Amadeus Mozart: “Symphonie G-Dur, KV 129″ (Amsterdamer Barock-Orchester: Ton Koopman)

Antonio Vivaldi: “Konzert e-Moll, R 279″ (Rachel Podger, Violine; Arte dei Suonatori)

Domenico Scarlatti: “Sonate E-Dur, K 380″ (Dejan Lazic, Klavier)