“Fotografen protestieren gegen die neue Google Bildersuche”

..das lese ich gerade etwas verspätet in der März-Ausgabe der Photonews. Der Grund des Protests: weil von der Google.com- Seite” ..die Bilder groß und losgelöst von der Original-Webseite angezeigt werden” und so den Betrachtern eine Angenehmität bietet, die dazu führen kann, daß “die Bildquelle, die ursprüngliche Webseite, nicht mehr wahrgenommen wird.” Die Autoren in der Beachtung also verblassen und das reine Bildergucken in den Vordergrund manövriert wird:

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Also wieder ein Beispiel dafür, wie Dritte mit eigenen Bildwerken verfahren (können), sobald diese mal online sind. Neue Prekäre Lage für diejenigen Seitenbetreiber, die von ihren Werbebannerungserlösen abhängig sind. Auffällig, daß das in der deutschen Version nicht so ist – Google riecht da den Braten wohl schon und vermeidet Zoff mit den “pingeligen” Deutschen und ihren “Spitzfindigkeiten“. Die französische Version ergibt ein nochmal anderes Mischbild.. Na, das will ich doch mal sehen & teste sogleich. Mit den Bildern auf dieser Seite: klicken Sie also bitte hier!

Einen Schritt diese “Isolationstechnik” weitergedacht stell ich mir dann per “Suchmaschinen-App” eine im Netz zusammengestellte Porträt-Galerie vor, in gleicher repräsentativer Anmutung, genau wie dies besagte Neuversion so tut. Tumblr, Flickr und pinterest personalisiert quasi.

Damit wäre nun die Trennung (fast) vollständig vollzogen zwischen dem, der zeigt und dem, der macht.

Ich schreibe “fast”, denn da hilft verläßlich das häßlich-doch-bewährte,  gut platzierte Wasserzeichen. Auf oder halt am Rand des Bildes. Als kleinster gemeinsamer Nenner beim Bilderhochladen und Internetnutzen: die Betrachter sollen wenigstens “zurückfinden” wie Hänsel und Gretel ;-)

Weitere Maßnahmen: eine “vorsätzliche Beeinflussung der textlichen Gestaltung” der betreffenden Seite, denn wie man sieht, werden ja auch kleine Snippets Text und der Titel der Seite gezeigt- immerhin! Das gilt es zu nutzen. Ja, ja, ich weiß: macht Arbeit mit Bildbearbeitungstool = ästhetische Schmerzen durch Bild-mit-URL-drüber und Texterkopfbrummen. Und schade um den Aufwand mit dem eigentlichen Heim der Bilder…

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Also, ich hab ja sowieso keine ordentliche Galerie auf dieser Seite und lasse stattdessen die dickste Suchmaschine der Welt die Arbeit machen. Und jetzt, mit dieser Entdeckung guck/klick ich gleich mal n bißchen rum und finde folgende Mischungen ganz cool:

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Da krieg ich nen recht krud gemixten, doch mir sehr anregenden Einblick, was sich alles hier so angesammelt hat: alte Startbilder wie das blaue da links unten mit Fraktur, Reingretchen-Rätselgitter, Werkstattskizzen, Schnappschüsse von Fototouren, Musiker on stage, Krimibuchdeckel, CD-Cover, Making-Of-Bilder, Postkarten.. ,-)

Einen Verbesserungsvorschlag hätte ich trotz aller Goutierung jedoch. Zu dem kleinen Beisatz rechts unten im Galeristengrau. Er sollte geschrieben werden:

Die Bilder sind eventuell urheberrechtlich geschützt. Fragt sich nur, wovor..

Bilder im Internet, ein modernes, spannendes Thema also. Sobald man hochgeladen hat und somit für (fast) jeden erreichbar = downloadbar ist, kommen Phänomene & Fragen auf. Zum Beispiel diese seehr bedenkenswerte fand ich im faz.net: ..kann man seine (Anm. d. Red.: des Urhebers) Suchmaschinenoptimierung schon als Zustimmung sehen?

PS.: Weitere Tipps, Links und Infos dazu auf dem Blog von Heike Rost.

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Musik beim Schreiben heute:

The Cardigans: “Life”, Stockholm Records, 1995

Paolo Conte: “Paris Milango”, Ariola, 1981

Manuel Galbán & Ry Cooder:”Mambo Sinuendo”, Nonesuch, 2003

various artists: “Lost In Space – Drum & Bass Phase 00 : 02″, Lacerba, 1996