Nix da verwaiste Staffelei !

Daß ich die letzten vier Wochen hier bevorzugt mein großes neues Beschäftig-  und Begeisterungsfeld MoviePoodle hier poste, heißt noch lange nicht, daß die Malerei und die “Verwandlung” der b.malten Blätter in PinXoGraphische Werke brach läge.

Es ist im Gegenteil äußerst spannend für mich zu erleben, wie sich die Filmerei, der dazu frisch erstandene Spürsinn für und die losgetretene Bauwut von Requisiten, das fotografische Sondieren und Permutation der Film-Motive und Settings auf mein emotionales Verhältnis zum Thema PinXoGraphy auswirken.

Noch spannender ist dabei allerdings der Einfluß, den das Handtaschen-Experience aufs Malen nimmt: Ist man sich nämlich eimal gewahr geworden, daß jeder Strich, den man aufs Papier setzt, handtaschentauglich sein könnte, oder müßte, oder sollte oder nicht sollte, weil man ja Eigenständiges schaffen will, ändern sich die Bilder. Man kämpft da nämlich plötzlich um die innere Vorherrschaft: Malt man nun den Handtaschen zu oder sollen die Bilder zu Werken werden – aus denen dann nach Vollendung als Werk die Handtaschen erst “gesucht” werden? TRickY!

Genauso stelle ich mir den Zwiespalt jedes berühmten Künstlers vor, der das Wissen um die Publikumsliebe und damit zusammenhängend die Erlöse mit seiner täglichen Arbeit im Studio kompatibel machen muß. Da rutscht die Freiheit der Kunst plötzlich ins Innere des Machers und die Motivation warum-das-alles steht auf dem Prüfstand. 1st world problems.

Jo mei -  hier mehr der neuen Bilder, allesamt entstanden seit dem letzten Post Abteilung PinXoGraphy vor vier Wochen:

hbe-scanp-180617-643-r2vr91hbe-scanp-180528-638g-r2vrUnd tatsächlich sind mir beim Festplattenaufräumen “alte” PinXoGraphien (2015-2016) untergekommen, die sich ob ihrer Mustersuggestivkraft flugs in Handtaschen haben umfunktionieren lassen:

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Dazu im Vergleich der aktuelle Output Ende Mai/erste Hälfte Juno 2018 – noch ohne Griff und Trapezumriß ;-) :

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hbe-scanp-180521-637d-r2vnrDas Frappante nach all diesen Überlegungen und Befürchtungen: selbst, wenn ich gezielt an Handtaschendesigns und verwertbare Muster denke beim Malen, was ich immer wieder mal tatsächlich tat und diese graphischen Wiederholungen dann sogar aufs Blatt bringe, so ergeben sich gerade aus diesen testweise als “Ausschneidebogen” konzipierten Blättern durch die digitale Bearbeitung überraschend eigenständige, ja gehoben exzentrische™ Ergebnisse, die mit keiner Spur an ihre “gefährlich fahrlässige” Erstellung mit heimtückischer Musterzeichnungswut entstanden sind. Puuh! Jlück jehabt!

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Musik beim Schreiben heute:

Volker Engelberth: “Prismatic Colours”, UNIT RECORDINGS, 2018