The Making Of The Hula Hoop Clip – Teil 1 – die Analyse

Aldi machts vor, da, äh, müssen wir uns gar nix vormachen: von den 22 Sekunden, die der “Sommerspaß” Clip dauert, entfallen auf konkrete Werbung (Wasserrutsche, Swimming Pool, Bikini) gerade mal die hinteren elf Sekunden. In den 9 Sekunden davor schafft es die Aneinanderreihung von exakt zehn Schnitten, den Spaß- und Lustfaktor von Null auf Hundert hochzufahren.

Genau diese sensationelle Zündung  überschäumender Lebensfreude in nur neun Sekunden Filmangucken hat mich angesteckt, es mit dem Making-Of Bau des Hula Hoop Ri(n)gs  ebenfalls zu versuchen:

ein möglichst spaßschäumender Clip muß her.

Ihr werdet Euch fragen: “Hä? Making-Of Hula Hoop Rig?” Na -  zum weiteren Filmen brauch ich (habe ein Gefühl des Bedarfs) eine größere als Kuchen-Drehscheibe, in Bodenhöhe betreibbar, im ebenfalls low-budget-Bereich und hab da ne Idee: meine bescheidenen “Bauteile” dafür: zwei Kinder-Hula Hoop Ringe und 5 Säckl Murmeln. Also das: Zutaten:

moviepoodle_1050309_scsh_01Noch nicht zufrieden bin ich bei diesem ÜbClip mit der Sync Bild/Ton. Da muß ich noch etwas framegenau nachlesen.. Oder gar: ÜBEN??

Aber zuerst ein Blick aufs Vorbild und dessen Bauteile : Setting, Schnitt, Aktion, Musik/Sound (ich denke da an so was wie ne Videoantwort).

Setting: Luxurösester Sommer @ home: kiefernbeschatteter Rasen, viiiel Platz ums (Eigen)heim im gezähmten Kieferwäldchen, “biologische Grenze” zum Nachbarn (Hecke), Null Waschbetonplatten, null herumvagabundierender Gartenkrams oder -müll, ideales Setting für purer Wir-haben-Spaß-egal-was-die-anderen-denken: der runde Vati in Badehose und Stuntmanhelm und die drei Kinder am Ende der zur Kegelbahn umfunktionerten Wasserrutsche. Mutti? ist entfernt auch anbei – reglos wie eine Fünfziger Jahre Ikone mit “Journal” auf die linksbildrandige Liege drapiert.

Schnitt follows Aktion:

  1. Die ersten zwei Sekunden: Totale aus erhabener Blickrichtung. noch unsichtbarer Kegelbahn.
  2. dritte Sekunde Halbtotale: Papi frontal im Antritt. Man hat Zeit genug, sein Outfit in Augenschein zu nehmen: sein Gut-Beieinandersein, seine bespaßerhafte, gute Laune performende Gestikulierung beim Anlauf, seinen kinderbunt-ironischen Helm, die dazu farblich passende Boxershort, vielleicht noch die beiden weißen Indianer Kriegsbemalungsstreifen auf den Wangen in (wahrscheinlich) Sonnencreme. Passend zu den beiden Rallyestreifen des Helmes.
  3. Der Nachbar hinter der Hecke mit Heckenscherenspitze. Blick: erstaunt: was geht hier ab? Mit leicht hochgezogener Augenbraue. Kategorie: Spießer, der nur Ordnung schafft/Nerd, der sich immer nur akribisch um unwichtige/lebensferne Details kümmert (und draußen bleiben muß?)
  4. Anlaufbahn von seitlich, Papa von links nach rechts. Flachdachbungalow-Häuserfront. Requisiten: drei Gruppen Gartenstühle, Außenkamin, riesige Fensterfronten = Luxus pur.
  5. Detail: die wuselnden Beine von Papa – der hat Speed!
  6. von tiefliegender Froschperspektive halbschräg nach oben: der Sprung: hochaufgereckte Arme, aufgerissene Augen, Einer ruft sowas wie “Hopp!”. Dahinter: Kiefernsommerhimmel und der mächtige Schornstein des Hauses. Zeitlupe.
  7. Gegenschnitt: zwei Kinder mit aufgerissenen Augen und Mündern. vorne: Junge, dahinter Mädchen. Klar klassische Rollenverteilung.
  8. Dann endlich Auflösung: es geht um/auf die Wasserrutsche, rechts und links die nun drei Kinder mit  anfeuernd gerüttelten Armen. Und die Überraschungskegel am Ende aufgestellt, dreiviertel-kinderhoch.
  9. Wieder Papa frontal auf Augenhöhe = Froschperspektive, bäuchlings mit nach vorne gereckten Fäusten und zusammengebissenen Zähnen rutscht auf sein Ziel, die Kegel und die Kamera zu. Wichtige Action-fördernde Zutat: die fächerartigen Wasserspritzer von links und rechts. Links im Hintergrund eine stoisch völlig reglose Frauenfigur, total entspannt trotz dieser wahnsinnigen Aktion.
  10. Dann Blick von draußen über die 1/3-bildhohe Hecke. Man sieht: den hinteren Teil des Grundstücks mit der gegenüberliegende Hecke, Kiefernstämme, auch jenseits, Gartenaccessoires: Sonnenschime, Schlauch, Nachbargebäude, ebenfalls niedergeschossig in “angenehmer” Entfernung. Man hört: Wasserspritzen/rutschen, dann dieses typische Kegelkollisionsgeräusch, Kinderhurra. Erst dann erscheinen in harmonischsten Chaos die hochgeschleuderten Kegel kurz und fallen wieder ins Unsichtbare hinter die Hecke. Dann erst die Stimme aus dem Off: “Einfach Sommerspaß voraus” und leitet damit den “Katalog” mit ein, der die nächsten schmalen 13 Sekunden einnimmt.

Mithilfe meiner Cutter Software hab ich daraus diese Anschaulichkeit “tabelliert”:sommerspass-timetableMusik/Sound: a) Nonverbale Rufe – der Kampfschrei des anstürmenden Papas und die Jubel- und Spannungsschreie der Kinder gehen eine brisant-explosive Mischung mit b) draufgelegten rhytmischen Scatgesang in Männerstimme, Pausen(!) und handgemachten Rhytmus ein – kein einziges klassisches Musikinstrument kommt zum Einsatz. Thats schon all. Pravo! Einfachheit rules!

Nun gehts drum, Inspirationen für “Pendants” zu bekommen. Dazu “dürfen” noch Vorder- und Hintergründe, Sound, Beleuchtungs- und Kamera-Ideen.. Also los, Schlafhirn! (Footage dreh ich ja sowieso..)

____________________________________________________________________

Musik beim Schreiben zum Antesten-der-Hula-Hoop-Idee-mit-BilderMood:

ABBA: “Ring Ring”

Playlist einmal anders: ich google “Hula”: Beautiful Hula/Polynesian Dancers

OK, ich google: “Marbles in Motion”: 9 Awesome Science Tricks Using Static Electricity!

Dann “Marbles in motion kids”: Educational Activities for Kids: Marble Run Challenge

Marbles in Stop Motion – auch ne Idee! Hey- wußt ichs: “Die Murmel im Auspack-Video!” Und als digitaler Bildschirmschoner..

Noch mehr (advanced) Stop Motion – “How To Make Marbles” – Kommentar zum Folgevideo “Magic Clay“:”The sound effects take the already brilliant animation to the next level“.. Aha-Effekt! Und noch eins: Die Murmel als Geräuschelieferant …und alles brauchbare Ideen!!

OK, nun ich als DJ zu Murmelfilmen: Motto: hervorragende klassische Musik macht (ausgerechnet) Selbstgebasteltes richtig grandios.

Marble Mountain, dazu hören wir die Overtüre zur Fledermaus.

Reverse Engineering mit 5832 magnetischen Kugeln – dazu gibts die 1ere Partita von Herrn Bach. blogstar-yblogstar-yblogstar-y

Postskript:

  1.  die Maus macht Muster in die Murmeln.
  2. Musik machen auch Taler, die in der Schüssel rollen