Nuancism today – heute: Farbchoreografie en miniature

“Das fühlt sich ja an wie ne Südpolexpedition” denke ich unwillkürlich – trotz grün und umbra – beim Anblick dieses neusten pinxographischen Bildes in einer etwas neuen Technik, in einem neuen, blurred style:nnn-scanp-171119-556b--bwdiKann das am grusligen Novemberwetter liegen, das sich da in meine dadurch emotionale Bildinterpretation reinmogelt? Oder liegts daran, daß mir neulich ein Hörspiel zum Wettlauf zum Südpol 1910-1913 untergekommen ist und ich unerkannte Text-und-Bildsynästhetische Neigungen habe, die nun at work sind? Wer weiß, muß ich testen, stell mal den Wecker, schau nächsten Juli drauf, auf dieses Bild.. Wer weiß, vielleicht krieg ich da (nur) Appetit auf Radieschen-Rucolasalat..

Eine weitere, ebenfallsig wilde Mischung von heiß und kalt, Draußen- und Drinnenfeeling hier:nnn-scanp-170816-522b-r6bwlnnn-scanp-171027-546c-r5vnrDa ich diese Kombinationen von Bildfärbung nur sehr selten in meinem Gedächtnis “führe”, ergibt sich beim Anblick solchser Bilder immer ein Gefühl der.. Irritation, der Entfremdung, der Wirklichkeitsverbiegung, der Unwirklichkeit.  Ganz anders als bei dem da unten (ebenfalls made November ’17): nnn-scanp-171114-554e-r4vnrDas ist Wärme, Draußen, Weite, Meer, Erde, Exotik.. also: ein Wiedererkennen, eine Resonanz! optische Wärme!

Und (fast) alles machen… die Farben!

Grad eben – da nämlich fiel mir der heutige Titel ein – hab ich das neue pinxographische Deckblatt hochgeladen, ebenfalls keine dieser beiden Hälften des Diptychons 2 Wochen alt:

Na – wie würdet Ihr die Temperatur, die Ausstrahlung, die Atmosphäre der beiden Hälften beschreiben? Link:  angenehm? Beruhigend? An der Schwelle zum Kühlen? Rechts: der GelbAnteil – sowohl oben als auch unten -  macht warm, aber irgendwie unangenehm? Fühlt sich an wie Gegenlicht, Gegenhitze? Die zerfransten Figuren und Umrisse tun das ihre dazu? Ich antwortete: ja, so geht es mir beim Schauen.

Und wie wirkt der MischAnblick beider im Ensemble?  Mmh…

OK, wieder zurück zu colourstrange: nnn-scanp-171114-554c-r4vr5ich frage mich  jedes Mal, wenn eine solche Mischung gelingt (digital, in der gemalten Papier-und-Farben-Version hab ich das noch nicht geschafft): warum finde ich das so komisch? Liegt es vielleicht daran, daß persönliche Farbklischees verrutschen, daß Rosa plötzlich kalt, gelb feindlich und graubraun foghaft alienhaft rüberkommen? Eben durch die Kombination dieser Bauteile auf einem Rechteck?

Und was tun dann diese ebenfalls vergangene Woche auftauchenden Knaller in Bonbonfarben mit uns?nnn-scanp-171112-552f-r2vr2nnn-scanp-171119-556e-r2vr7nnn-scanp-171114-553-r4vr4 nnn-scanp-171114-554f-rvnorDa geht einem doch das “freundliche Herz” auf, oder? Und all das binnen Stunden und Tagen Arbeit an Bord. Was soll ich sagen: genau diese Bandbreite ist es, die mich immer weiter lockt: diese der Technik sei Dank einfachste Möglichkeit, per Schieberegler feinste Nuancen in der Farbchoreographie zu “ertasten”- beim Schieben “wandern” die Farben “durch” das Bild – und alle erschmeckten Sensationen schnell zu sichern sprich snapshotten. Wichtiger weiterer begünstigender Faktor: Speicherplatz kostet fast nix mehr, so kann ich alle impulsiv auffälligen™ Versionen dabehalten:

kids_i_shrunk_nnn556-collectionSehen doch alle super strong aus, oder?! Aber auch die gedeckte Abteilung hats in sich:

kids_i_shrunk_nnn554-collectionMerkt Ihr – in klein kaum auffällig, in groß – ob Ihr es glaubt oder nicht – drastisch anders..

Fazit des Tages: nicht (nur) die Farben sind es, sondern das emotionale Potential, die Tauglichkeit, Echos und Stimmungen zu erzeugen sind es, die immer wieder erstaunen, immer wieder aufs Neu gespannt machen, was das nächste (Mal)Experiment bringen mag.

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Passende Musik beim Färben heute:

Tamba 4: “We And The Sea”, A&M, 1968

Original Soundtrack: “Jackie Brown”, Maverick, 1997

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

The Rolling Stones: “Mixed Emotions”, Album: “Steel Wheels”, 1989

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997