Zeit sparen durch VieleBilder gucken

Hört sich widersinnig an, dieser Gedanke. Fährt mir aber just in denjenigen Momenten durch den Kopf, wenn ich auf Bilder, Fotografenportfolios oder sonstige “Nester” durchschnittlicher Fotografie stoße und mich schnell beginne, ob dieser Unauffälligkeit zu langweilen, wenn nicht gar zu ärgern. Wenn ich am betreffenden Tag guten Willens bin, nicht weiterzappe, um vielleicht doch noch etwas Interessantes zu entdecken, gerate ich oft in Überlegungen, ob und wenn ja, welche dieser Bilder da, genau vor meinen Augen, ich selbst veröffentlichen, ja: überhaupt fotografieren würde.

Und da kommt oft ein spontantes “Niemals Nie und Nimmer Nicht!” in mir auf. Meine geäußerte ernsthafte, explizite Wortwahl wären Kommentare wie – sowas Langweiliges, Klischeehaftes, Branchenleveliges.

Die im Titel erwähnte “gesparte” Zeit wäre dann die im Anschluß, wenn zu entscheiden ist, was man selber anstellt mit und beim Fotografieren.

Und da hilft das Durchschnittliche, Gewöhnliche, überall Präsente sehr gut, es im persönlichen kreativen Leben zu vermeiden. Lieber fahre ich fort, mich von fremden Bildern begeistern zu lassen, als wild um mich Fotos zu schießen ohne Sinn und Lustigkeit.

Jedes Bild muß etwas Neues, Unbekanntes bringen. Muß mich beim Auslösen faszinieren. Und wenn es nur ein winziger Aspekt ist, der mich dazu bringt. Ist das nicht der Fall, sollte man sich den manigfaltigen anderen Lebensbereichen widmen.
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Musik beim Schreiben heute:
Thomas Fehlmann: “Gute Luft”, flow publishing/BMG, 2010