Persönlichkeiten zu Buchstaben zu Einrichtungsgegenständen

Neues Design fürs Neue Jahr! Kann ich mich doch fast drauf verlassen, daß nach Tagen des klassischen Feiertags/Jahresendblocks (angefüllt mit stierem Herumgehaue/ atem- und pausenlosen Roboten-Gehen) solche der zurückgezogenen Introspektion (Bücher lesen, kochen, zuhause bleiben, niemand sehen wollen) folgen, bevor solch windstille Abende “fällig” werden wie gestern, an denen eine erste Idee mich an den Rechenkasten zieht, um daraus ein neues Startbild für diese Seite zusammenzuphantasieren.

Los gings mit einem rein mousegeklickten Bild aus meinem PinXographischen Gewerkel vom März letzten Jahres  – die trenne ich nämlich gerade in analogen und digitalen Anteil, um eine Übersicht über die mausgeklickten Komponenten zusammenzukriegen. Ich “schaltete” die gemalten Anteile aus und erblickte fasziniert.. das:Wow, dachte ich – sieht man dem fertigen pinxographischen Werk null an – das soll mir heute Startbild/Cover sein. Und nach dem ersten User-generated Klick drauf Leinwand  fürs 12 Gänge-Menue der Portfolio-Übersicht. Dafür galt es als nächstes, geeignete Fonts zu finden. Als Standard-PC-User und Untypologe hab ich mit nem gebräuchlichen Windows Rechner zwar ein bestimmtes Kontingent an Schriften, doch die paßten mir schnell nicht, hatte ich doch Lust auf etwas anderes, mehr Überraschendes. Etwas, das dieses schnittige Bild nicht bricht in seiner Dynamik. Oder zumindest etwas, das genauso verwunderlich + unbekannt wirkt.

Warum also mal nicht “schnell” ne eigene Schrift entwerfen, am konsequentesten/ praktischsten/ kühnsten/ schnödsten auch mit der Mouse – wie das Big Bild dahinter?2017_galerie_faqrEtwas wackelig, diese Gestalten, meint Ihr? Stimmt, diese optischen Mäuse sind als Zeichen”stifte” vielleicht nicht soo optimal.. Aber egal – beim Formenmalen gehts mir immer um die zündende Idee/Form für die einzelnen “Buchstabenpersönlichkeiten”. Das kriegt man mit etwas Wiederholung/Übung auch so händisch hin.

Und natürlich kann man, wenn man sich für eine bestimmte Version entschieden hat, immer weiter Richtung Perfektion dran herumfeilen. 

Kann. Aber das Ziel war der Gesamteindruck. Den wollte ich fertig kriegen. Keine Details, wenn die Dinger eh auf Versalhöhe von <100 Pixel runterscaliert werden. Remind me later. Jetzt nicht. Irgendwann kauf ich mir ein Bézierkurvenlineal. Versprochen. (Prokrastination-Sermon-of-the-day)

Heute jedoch gings erstmal um Ganze -  ich wollte mich vor dem Zubettgehen um eine 2017er Ausgabe reicher wissen.start-vrlf-296c-menueUnd plötzlich machten mir die möglichen Konstellationen aus fragil und wuchtig Spaß, als ich zwei verschiedene Strichstärken (4 und 13 Pixel) auszuprobierte, um mit dem anderweitig olwernen Häkchen des “e” fertig zu werden. Nun lacht es  verschmitzt und hat etwas ÜberGewicht ;-)

Dabei bin ich jedoch nichtens so schlüssig wie Profis – Zitat Lisa Krack – vorgegangen:

«Buchstaben jedoch sind (..) Eltern, Kinder, Geschwister, Cousinen und Cousins einer großen Familie, deren Verwandtschaft man ihnen auch ansehen sollte«,

…sondern einfach launisch, betont dekorationsgerichtet, schauwert- und lustbetont, also: bunt gemischt bis zur Grenze stilistischer Zusammenhangslosigkeit. Weniger Verwandtschaft, Cousins und Cousinen, eher Kassenschlange in einer größeren Stadt ;-)

Manche sind sehr gut lesbar, bei den anderen gehe ich das Risiko zur Absprungseite ein ;-)

Egal. Ich hab meinen Spaß (und Ihr hoffentlich auch). Fast schon schmunzeln nämlich mußte ich beim Punkten und Verbinden der drei “R”s oder die beiden “W”s und  “V”s mit dem Bömmelchen rechts und links, das aus dem quergedrehten “O”s ein zipfelmützig-skurriles “Q” macht. Ebenso der lausbubige Hinterkopfstachel des “p” und der “t”-Bommel , der wie ein Tennisball in der Aufschlagshand wirkt. Dieser kleine stil-ferne Kreis, der das “a” zum erkennbaren “a” macht, kam zum Schluß und macht mir nun Freude beim Einrichten der Seite ;-)

Wie Ihr seht, Persönlichkeiten von A-Z!

Was ich beim Machen-von ebenfalls immer wieder von besonderen Zauber finde, sind diese oh so flüchtigen Baustellen-Zustände in meiner Werkstatt wie die beiden Making-Of-Screenshots zeigen: Als Moodboard/ “Schneideunterlage” das gefundene Bild, darüber die schon gefundenen/ erarbeiteten, zusammengestempelten Worte des Alphabets in rot, “in schnell” hingeschobenen Farben die Menuepunkte – eine sehr fröhliche Szenerie, an der man als Bonus darüber hinaus sehr gut sehen kann, wie gut/schwierig/ kryptisch die Buchstaben oder Worte auf Schwarz funktionieren:start-vrlf-296c-menue0

Mmh, könnte man mal drüber schlafen: die Menuepunkte auf schwarz, unterm Bild… das Alphabet.. vielleicht oben…

(6 Stunden später) OK, kurze Nachtschicht:

So. Jetz. dele. etle. Das Design mit jahreszeitlich angesagt-passender Vereisung. Und der überfälligen Rubrik “Archiv” für abgeschlossene Projekte wie das Reingretchen (2012-2015) und den Charakterschutz (2005-2009)..

Typischerweise finde ich von allen Versionen den aktuellen Header oben am besten – der funktioniert blöderweise aber nicht ohne flash als Menueführung:header-296c-alphabet.jpg
…liegt an meinem Baustellenfaible, gerne auch am jüngst radio-belauschten Feature über die Felsenmalerei der Sammlung Froebenius.

Und der jählings problemlos erreichbaren Hieroglyphenähnlichkeit durch simples Übereinanderschieben zweier Alphabete.. Oder dreier:ysp-scanp-170106-425c-alpha

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Musik beim Schreiben heute:

London Elektricity: “Pull The Plug”, Hospital, 1999

Pat Metheny plays Steve Reich: “Electric Counterpoint”, ELEKTRA/ASYLUM, 1989

Ophélie Caillard & das Pulcinella Orchestra: “Carl Philipp Emanuel Bach  VOl.2″, Little Tribeca, 2016