Geteilter Flug ist… doppelter Flug?

“Und nicht vergessen den Flug mit den Freunden zu teilen!” steht am Ende nach der Landung. Na, neben dem Dirigentenpult, quer im Bild. Und die Bilder waren cool. Neugebautes, noch nicht mal Eröffnetes gabs zu sehen -  im Durchflug. Und indoor Drohnen, die den Aufzug auf Ebene 15 verlassen oder kurz  den Restroom aufsuchen. Oder sich kopf über tollkühn über die Balustrade im fünften Stock katapultieren. Wow. Also werden wir wohl zu frisch erfundnen..

Flugteilern?

Ja, klar: Flug Adagio oder (Leertaste bitte) Flug Presto. Beethoven oder  Big Beat. So hab ich das (auch) (gern) verstanden auf countdown.elbphilharmonie.de/de/slowmotion/

À propos “Flugteiler”: das ist mal so ein richtig gut gelungenes = entblößendes Beispiel für moderne Wort- und Sinnverbräme. “Lasset uns teilen” oder, original biblisch “und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle.” Oder n Beispiel für Bibleserverferne: der GutmenschKlassiker “Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.”

Diese edlen Worte sind heutzutage in wieder in fleissigen, nutzbringenden Gebrauch. Als Anstoß. Doch Anstoß wozu? Na Teilen natürlich. Mal nicht immer so egoistisch alles für sich behalten wollen! OK, jeder dahergeklickte Sich-Angesprochen-Fühlende wird damit zum Menschenfreund getauft, per geschickter “Slogalform” seine Zeig- und Postsucht ermutigt, ja, sie wird dadurch geradezu  “veredelt”.

Aber was z.T. sollen all diese “geteilten” Bilder? “Geteilte” Musik? “Geteilten” Clips, wie der oben? Was sagen wohl deren Urheber dazu? Ja & Amen?

Oder, noch abstrakter (anzuhören): geteilte “Likes“?

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Musik beim Schreiben permanenten Nachbessern und Insta-CD-Nachempfinden:

various Artists: “MTV´s AMP“, Astralwerks, 1997

Ludwig van Beethoven: “Egmont Overtüre”, Tonhalle Orchestra Zürich/ David Zinman, SONY CLASSICAL, comp. 2007