Malerei Upgrade? Gibts das?

Müßt natürlich Ihr entscheiden, was ich mit diesen zwei Begriffen so plakativ hinwerfe: daß sich tatsächlich (Quanten)Sprünge einstellen, wenn man als intuitiver, mild-manisch-besessener Bildgestalter straight an einem Thema bleibt und immer weiter an etwas herumprobiert, das mit doch recht überschaubar wenigen Grundregeln und Zutaten startet und was durch eben dieses Dranbleiben alles möglich wird.

Ich jedenfalls hatte gestern abend das Blatt #394 auf dem Schirm, frisch gescannt und im ersten Stadium mit (noch) schwarzen Grund, gerade mal probeweise die verschiedenen Farbvariationen durchspielend. Da stoppte ich schon bei der zweiten und blickte jäh auf das da: ..und ein komplett unbekanntes Feeling überkam mich: da erschien etwas Neues, faszinierend Unbekanntes vor meinen Augen. Etwas, dessen Entwicklungsgeschichte mit mir täglich gewachsen ist (& das auf diesem Blog nachlesbar ist), mich aber vielleicht gerade deshalb in Erstaunen versetzte. Hier ein paar “Stationen” Juni `15 – Juli `16:

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Und ich beschloß, das sollte mein nächstes Startbild Design dieser Seite werden.

Die gesamte dunkle Hälfte links des “dle” fügte ich hinzu. Nicht nur um dem Schriftzug Raum zu schaffen, sondern vor allem auch, um den Effekt zu verstärken, den diese dadurch noch leuchtendere Erscheinung auf mich hatte:

ein geheimnisgetränkter Blick in ein neues Leben, ein ahnungsvolles Arrangement faszinierend emotionaler Gegensätze: ein simultan erlebbarer Kontrast wie der zwischen Metallscheiben, die glashaft durchscheinen & Wolkengebilden, die wie Fell und Fischschwärme gleichzeitig lebendig und wohlig weich/statisch wirken. Ein eisblau-kristallen gefrorener Sturzbach wie eine herausgestreckte Zunge, der man die spontanen Malstriche ansieht, mir perfekt in Form-des-Kühnen-Strichs™ gelungen, ein glutrotes Charlestonkleidfragment, irgendwie schaukelnd zwischen, über und inmitten, ein niedergetretener Funkenregen im Halbkreis und ein total abgerissen-zerkratzter Wandausschnitt.

Alles Dinge, die nie so nebeneinander zu sehen, zu erleben, zu spüren sind.

Aber: Malerei kann so etwas hervorbringen… Upgrade also? Für mich klare Sache – Ja!

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Musik beim Staunen heute:

Earth Nation: “Amnesie”, Rough Trade, 1998