SpacePoodle – ein Fall von Rückfall in die 70ies oder: warum ich kein Grafikdesigner (geworden) bin

Na da hab ich mal wieder den Beweis, WAS Colorierung alles kann: ich drehe  den Farbkreis des PinXoGraphy-Blattes #381 (unten) ein Stück nach rechts und schwupp – dieses A4C737-Limettengelbgrün, das plötzlich die rechte Hälfte ausfüllt, katapultiert mich straight back in die Designwelten der Siebziger, mir am pursten sichtbar auf blog.iso50.com! Und dazu die noch frisch im Gehirn verblassende Bildersuche vorgestern nach Craig Breedlove..

“Na, dann kann ich ja gleich ein entsprechendes Cover für diese Site draus machen”

denke ich und starte den Photoshop (in Ermangelung des IN-Designers).. Das flöcke Aufziehen von ein paar weißen Rechtecken mit 20er Pixel Eckenrundung  brachten den Anstoß, es mal wieder mit nem Schriftenentwurf zu versuchen. Einfach nur für die paar (sprich: sechs) Buchstaben des Soodlepoodle:

Hab ich übrigens schon immer gern gemacht: für Bandplakate oder fiktive Plattencover erstkritzelnderweise Buchstabenformen erfinden und sie dann so lange gegeneinander abgleichen, bis das zu ner Art erkennbaren Stil UND ästhetischen Harmonie führt. Und: Buchstaben aus einem abgerundeten Feld ausschneiden klappt ja ohne spezielle Typo-Software ganz gut harhar. Und paßt – welch Zufall -  in die angestrebte Science-Fiction-After-Space-Age Design-Zeit, so grob von Sputnik `57 bis Star Wars `78

Sollte ich mal was Geschwungenes, eher Kalligraphisches haben wollen, mal´ ich das so lange von Hand, bis eine gelungene Version aus den Einzelzeichen zusammencollagiert werden kann nach dem Einscannen. Beispiele aus dem Archiv:

start-garnlobsterAlso grobe fahrige Kelle – siehe Betreff. Und Statement gegen den PerfektionsfeeTisch. Muß auch sein ab&an, vor allem, wenn ich mich beim Surfen auf entsprechenden Seiten mal wieder in Stücke gelangweilt hab. Da hilft das klassische rauhe, ungeleckte “Indie”-Design zum Ausputzen; der Stücke..

start-pfebk-scan-150713-26oNein, kein Saloonkonzeptstorekonzept, nur ein paar handgezogenene braune Linien auf schwarz.

Also los! E, D und das O: null Problem, eher diffizil: das L und das S, das ohne “Stilbruch”, also ohne Mißachtung der durch die ersten drei Buchstaben festgelegten Strichstärke und Queraufteilung nur verhundert wirkt. Zum Schluß noch eine etwas waghalsige Lochung des Ps, aber ok für mich:_soodlepoodle-goesiso50styl

Jetzt guck ich aufs Ergebnis und denke:

OK, man kann es gut lesen..

,..aber ordentlich nach den güldenen Regeln ist DAS nicht gemacht – viel zu Kraut und Rüben in den Strichdicken und Leitlinien. Denn Leitlinien muß es geben in der Welt des Designens, hauptsächlich  beim Schriftenbau.. zusammen mit Punze, Schattenachse, Sporn, Taille, Tropfen, Überhang & Überlauf als BauteilBezeichnungen des Buchstabierens, von denen ich gerade eben beim Schreiben erstmals lese/höre. Ebenso  von der Paläografie. Und einem interessanten “Making-Of” der Prado-Schrift auf http://26plus-zeichen.de/fonts/prago/. Und den Anforderungen-an-die-Gestaltung-einer-Leseschrift von Lisa Krack. Voll interessant, womit man sich befassen muß kann beim Schriftenerfinden, trotzdem liefert mir das leider zu wenig Elektrizität, da richtig ernsthaft einsteigen zu wollen, so 9 to 5 – siehe Betreff..

In meiner Vorstellung tummeln sich nun das PinXoGraphisch-Ungestüme und das überaus aufgeräumt Durchgestylte des oben erwähnten blog.iso50.com. Plus der Anflug von Ordentlichkeit, die einen beim Überfliegen des slanted.de-Blogs überkommt.  Da, so fährt es mir in den Kopf, könnte es reizvoll sein, beide Bereiche so lange wohlwollend aufeinander zuzubewegen, bis ein Hybrid entsteht. Ich teste ein paar Versionen mit dem rawen Ausgangsmaterial:ysp-scanp-160817-378k-recolntr-scanp-160809-376f-recolntr-scanp-160809-376e-vnrecgleiches Blatt #376, andere Farben und eine halbdurchsichtige Variante als Flächendecker , zusammen mit dem ersten Beispiel mein Favorit bislang!ntr-scanp-160809-376d-r4ven

Das hat Potential! Mal sehen, was mir Weiteres einfällt…

Am Tag danach ..juckt es mich natürlich schon in den Fingern nach all der typographischen Weiterbildung und ich baue C&A dazu -  zum Wort-”Space”-Baukasten – mit Reserve-C.

Na und dann brauchts natürlich noch ein farblich durchdekliniertes DIN-Poster für diesen 70er-Erstentwurf, ganz entsprechend meiner pinxographischen Praxis. Und – welches “klingelt” bei Euch?

_soodlepoodle-goesiso50s01 _soodlepoodle-goesiso50s02 _soodlepoodle-goesiso50s03 _soodlepoodle-goesiso50s04 _soodlepoodle-goesiso50s05 _soodlepoodle-goesiso50s06 _soodlepoodle-goesiso50s07 _soodlepoodle-goesiso50s08 _soodlepoodle-goesiso50s09

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Musik beim Schreiben heute:

The Sushi Club: “Neo-Sashimi”, 2000, Elektrolux

Pantha du Prince: “Black Noise”, 2010, Rough Trade

Stereolab: “Dots And Loops”, 1997, Duophonic

Musik beim Nachschneiden am nächsten Tag:

Ian Dury & The Blockheads: “Do It Yourself”, Stiff Records, 1979