Keine Ahnung How to invent a micro atmosphere

Heute mal wieder eine gemischtsprachliche Überschrift, da auch auf deutsch die hintere Hälfte eingewandert bliebe. Oder sollte ich “reimen und schnörkeln”:

«Wie man malend eine kleine Landschaftsgefühligkeit erwecket»?

Denn das ist es eigentlich, was meine ich: man ist in der Welt unterwegs und biegt um eine Ecke. Da ändert sich das Gefühl, weil man jäh von der Landschaft, der Atmosphäre, der Gegend  ergriffen ist/wird und innehält.

Ebensolche Erlebnisse habe ich beim PinXoGraphieren des öfteren, bin an diese wandervogelhaften, plötzlichen Stimmungen, Atmosphären genannt, erinnert, die mir ebenso ungeplant beim Zeichnen, Malen und digitalen Umfärben vor meinen Augen auftauchen, “um die Ecke biegen”, skurrilerweise meistens durch, äh, Verschieben des Farbreglers am Ende des langen Maltages..

Ein Beispiel? Hier das Bild von vorvorgestern abend und dann diese rechte Hälfte:ntr-scanp-160730-373c-r3vr3Rot weicht ins Blaugrün, Nähe und Schwebe des soften Gebildes und diese dunstige “Ferne” des Hintergrundes machen da was mit mir:

  • das Erlebnis eines wundersam konkreten Raumes entfaltet sich!
  • nicht der im März beschriebene Eindruck eines der Fantastik entnommenen Bühnenbildes,
  • auch nicht “bloße” Farbmalerei, die auf die Erzeugung einer Stimmung hinzuzielen scheint, sich also ganz im Sinne des abstrakten Bildklischees “so ergibt”
  • wie zum Beispiel das:

. Ebensowenig die plötzliche Nähe zum Graphic Noveltum. Nein, es geht um die bildnerische gelungene Illusion eines realen Raumes, wenn auch mit Aliens bevölkert. ;-)

Passend zur Sommerurlaubszeit präsentiere ich nun sowas wie meine kleine Fernweh-Auswahl aus dem PinXoGraphischen Archiv: Hauptsächlich Natur- und Wettererscheinungen kommen bei diesen speziellen Bildern da in meinen Kopf, nix Architektur, nix Straßenschlucht, nix Metropolappeal.

Gleichzeitig kann man meine bildnerische (Fort)Entwicklung zu den oberen beiden neuen Bildern gut erkennen – Juli oben, April unten – sind es gar Felsen, Weite, Höhe-über-dem-Meer, Schluchten, Bäche, Wärme, Hitze und schattige Kühle identifizierbar. Alle irgendwie auf naive Kunst anspielend mit ihren ernsthaften Formen.ntr-scanp-160413-328g-rc3vkDas “gelingt” bei verschwindend wenigen Bildern, daher bin ich einigermaßen unlustig, mich da anzustrengen, das gezielt erfinden/herstellen können zu wollen – dazu sind mir die Parameter der Inhaltsstoffe zu unerforscht, bedenke man doch die verwickelte Entstehungsprozedur.. Es bleibt vorerst nur das Staunen.

Und überhaupt: Erforschung des eigenen Werkes.

Jetzt, nach einem Jahr Bild an Bild und Speicher randvoll mit “Erscheinungen”, an die ich mich eigentlich nur durch Wiederangucken überhaupt erinnern kann, so schnell folgte eins dem anderen, grätscht diese Idee schon mal quer rein: was ist das denn überhaupt, das man da, bedingt durch die vielen Farbvariationen, im fünfstelligen Bereich geschaffen hat?

Nun, erstmal ein Wiedereintritt. Und simultan Vorübung, die netterweise auch ein paar ansehnliche Werke abgeschmissen /Erwartungen abgeschmettert/Reiter abgeworfen hat – meine Shortlist steht auf 59 Einträgen bislang. Für ne Ausstellung in der irgendwannenen Zukunft.. Das Ganze weiterhin: ein selbstinduzierter Formen- und Ausdruckskatalog, der sich aus der persönlichen Seherfahrung und – Motorik speist. Hä? Formen aus motorischer Speisung? Jep! Fahrigkeit im Bild* oder: das Zeichnen als Gestikulieren sehen.

Also könnte ich da tätig werden und durch bloße retrospektive Betrachtung zu Erkenntnissen gelangen. Gelangen wollen. Aber: will ich das?

Und wenn ja: ich welche Richtung denken/forschen, und vor allem: WAS denn genau “herauskriegen” wollen? DAS eine Bild? Eine Handschrift? Rezepte?  So klassisch mit  Reschersché und Nachschlagen von Filmstills, Bühnenbildern oder Landschaftsfotografien? Mmh.

Ich finde es da um einiges unermüdender, sich auf den weichen Humus seines Unterbewußten in Kombination mit den Milliarden bereits angesehener Bilder zurückzuziehen vom “Wissenserlangungsbetrieb” aka Quantified Self und durch simples Machen zu immer weiteren Ergebnissen und vor allem und viel besser: Erstaunlichkeiten zu gelangen.

Unconcious big data mining

(naaa, Sprachreiniger – wie sollte das denn auf deutsch heißen mögen – jemand ne Idee? Man kann sich da gerne und überraschend von der etwas umfangreicheren englischen Version des Wikieintrages inspirieren lassen )

ebk-scanp-151109-214c_manmiDas Meer. Im Meer der Nacht. Mit wundersamen Lichterscheinungen. November 2015.

Das unten kommt dem Thema ebenfalls sehr nahe: man baut sich im Kopf die Dreidimensionalität zusammen: heller Vorder- und dunkler Hintergrund, sonst wenig Erkennbares, vielleicht gemalte Gesten eines Nachmittags? Gerüchtefetzen beim Theaterfoyerbesuch? Die emotionale Wirkung einer wirren To-Do-Liste?ntr-scanp-160412-327d-rc2

Wir kommen zum Anhang. Zur Vervollständigung. Zur Galerie dieses Eintrags. Den wenigen Auserwählten. Ich versuche, Euch meine Eindrücke schreibend konkret machen:ntr-scanp-160319-310eunda-rMorgensonnenstreifen fallen auf eine überirdisch leuchtend-helle Seidentapete mit unterirdisch laienhaft nachgestelltem asiatischen Dekor..ntr-scanp-160319-309f-mvrliBleichgebrannter Blick durch eine elektronische Aufhell-Maske ins zu durchdringende Dickicht. Also a glimpse of Abteilung Ego Shooter..ntr-scanp-160304-298c-rec4vStock und Stein und Sierra zwischen Tag und Nacht (oben, März 2016),

RegenbogenUrwaldnässe (unten, Februar 2016)ntr-scanp-160223-289c-r2vkoFür mich haben alle diese Bilder etwas Intimes, aus der Nähe Gesehenes, das diese Gefühlswechsel erzeugen hilft. Man fühlt sich sehr nah dran. Sehr wichtig natürlich – und-wie-auch-nicht: die Farben, die Gefühle wie Wärme, Erdigkeit, Organigkeit und diese ich sach ma natürliche Friedlichkeit der beiden Elemente/Gebilde unten mit macht:ntr-scanp-160219-285-re180Oder erstaunlicher-/groberweise ein irgenwie wüstes Nichts, mit nur ein paar gestrüppigen HeckenKritzeleien und einem Platschfleck of Rot..ebk-scanp-151106-204_recoll

Mal sehen, was da noch mit den Neueren, Künftigen kommt.. Vielleicht noch weitere Explosionszeichnungs”umsetzungen” wie unten in bunt so à la Gravity – da wären wir bei der macro atmosphere:ntr-scanp-160730-373f-re2vn

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Musik beim Schreiben heute:

1 Rinocerose: le mobilier
2 Moloko: The Time Is Now (RMX)
3 Colonel Abrams: Trapped `97
4 MJ Cole: Slum King
5 Smash Mouth: Walking On The Sun
6 Cornershop: Brimful Of Asha
7 Deee Lite: Groove Is In The Heart
8 the Cardigans: Lovefool
9 Citizen King: Better Days ( And The Bottom Drops Out)
10 Beck: Sexx Laws
11 Lou Bega: Mambo #5
12 the Specials: A Message To You, Rudy
13 Eminem: My Name Is
14 Cypress Hill: Insane In The Brain
15 the Beastie Boys: Sure Shot
16 Mousse T.: Horny ( Southpark Edit )
17 Gipsy Kings: Bamboleo
18 the Good Men: Give It Up ( Batucada Refrescante )

Cristina Branco, Gesang / Ricardo Dias, Klavier / Bernardo Couto, Portugiesische Gitarre / Bernardo Moreira, Kontrabass live 1. Juli 2016 aus der Schlosskirche in Weilburg