Staunen heißt was Neues reinkriegen

Selbstüberraschungstraining. So würde ich den (erfreulich&fast täglich nachwachsenden) Antrieb zum Malen kurzBschreiben.

Dreihundertundelf Blatt allerdings habe ich hinter mich bringen müssen, um nun an diesem Anblick jäh zu erstaunen:ntr-scanp-160322-312d-r180vEigentlich nur ein winziger neuer Schritt, der auf die vielen vorhergehenden folgte.

Aber hier sieht man – finde ich – zum ersten Mal… nichts.

Nichts, was Hinweise auf den (malerischen) Weg  lieferte, der bis zu diesem Ergebnis beschritten wurde. Farben, Formen, Übergänge stehen für sich selbst, sagen nicht: ich war Pinsel, Stift oder Mouséklickbilderspur. Das Bild löst sich von seiner Entstehungsgeschichte, verwischt alle Spuren der handwerklichen Herkunft.

Will man da nicht hin als Bildgeber?! Auf meinen jeden Fall, aber nicht nur.

Davor nämlich lagen zwei Bilder=Erstaunungen, die diese personal Sensation vorspüren ließen, aber auf anderem pictorialen Gebiet: erstens: die Anmut von bloßen, groben Strichen, im Englischen irgendwie treffender als “brush strokes” beschrieben. Sehr als Striche identifizierbare Striche. Das Grobe als das Schöne, Klare & Klärende, Befreiende.ntr-scanp-160319-310d-rec18Da versteht man die Maler des Expressionismus oder die alten und neuen Wilden!
Als zweite Erstaunung diese dazwischengeratenen “Seidentapete” – in einem ungewohnt hellblank leuchtenden SeitenStreifLicht, mit metallischer Anmut voller Frühlingesprit. Für mich hat dieser Anblick eine fantastische Reinheit, Strahlung und Durchsichtigkeit.ntr-scanp-160319-310eunda-rSo ne Mischung aus klassischen Stücken, fern-östlicher Schriftzeichenschule, Kindergekritzel und Wissen-um-Superflat ;-)

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