das Einbett als Denkmal

Tja – mußte ja irgendwann soweit kommen: ein neuer Streit bricht aus, wer was wo im Netz veröffentlichen darf. In den USA darf ja jeder erstma alles, solange der Urheber dann nicht veto schreit. Solange das nicht der Fall ist, wird gecopyd&gepastet, was die Maus so hergibt/bis die Schwarte k.  Da hatte man sich in Detuschland auch klammheimlich dran gewöhnt, die Server stehen ja auf der anderen Seite der Kugel…

Und nun gibts ein taufrisches Urteil zum Einbetten von (Youtube)-Videos. Das ist – wie ich finde – gaanz schön schräg, vergleicht man es mit den erstaunlichen Logik-Konstruktionen zum Verlinken. Das nämlich darf man ungestraft/unbelangt, solange man sich “von den verlinkten Inhalten distanziert/sie sich nicht zu eigen macht”. Aha. Hab ich nicht kapiert. Ich “empfehle” etwas weiter, was geistig nicht mir gehört? Darf man das??  ;-) Wärmstens empfehlen, aber kühle Distanz wahren, Euer Ehren? Erwähnen, aber an der Verbreitung und deren Folgen unbeteiligt sein?

Beim Einbetten, das bislang problemlos dadurch möglich war, daß youtube per Mausklick-Anfrage den Einbettungs-Code zur copy&paste-Verfügung sichtbar machte, sieht das nun, wenn ich es richtig verstanden habe, so aus, daß man einbetten darf, solange der – so das Urteil – Urheber des Videos diesem User & der anschließend werksgenießenden Öffentlichkeit= youtube erlaubt. Nun scheiden sich die deutschen von den globalen Usern, denn..

jetzt “bemerken” die ungebremsten Hiesigen  p.l.ö.t.z.l.i.c.h., daß sie Material hochgeladen haben = auf ihrem Kanal veröffentlichen, für das sie kein Veröffentlichungsrecht haben. Mir kommt da der schöne englische Satz to mind:

Since you don’t own the copyright, it´s not yours to copy.

Nun leben wir aber im vernetzten Computerzeitalter, dessen Grundfesten auf dem Kopieren von Data ruhen. Und wenn jeder einen solchen zuhause hat… also ziemlich flachgetreten, dieser Hinweis (wohl aus Printzeiten) und wir haben damit nun die infame globale Krise der kreativen Arbeit an sich anbrechen lassen. Insofern wird da jetzt ein wohl geräumiges Erschüttern durch die Landschaft gehen, denn die jähe Frage, ob der Urheber oder wer überhaupt der Urheber..  wird per Gerichtsurteil nun für die Gedankenlosen auch in den Fokus gerückt und es wird unangenehm schwierig, so lässig weiterzumachen..

Ich indessen sehs ja gern ein: schön, einfach einzubetten und auf dieser Seite schön Filmchen und Musik zeigen (präsentieren sagt man ja verschleiernd) zu dürfen. Aber zwiespältig.  Und diese Argumentation, der urheber meinte mit der Veröffentlichung ja sowieso die g.a.n.z.e. Internetnutzergemeinde, egal, wie und vor allem wo sie da drankommt.. ich rieche da einen gewaltigen Denkfehler aka ist ja eh´ im Netz..

Also hab ich ein je ein Schild aufgestellt, das auf diesen historisch zu werden versprechenden Sachverhalt hinweist: mein youtube embedding memorial gif:

youtube-embedding-memorial-

Fast zwei Stunden Quellcode ändern war da angesagt heute vormittag, aber ok.

Man fragt sich nun, was der “Service” von youtube nun bedeutet(e), den Einbettungscode zur Verfügung zu stellen auf Mausklick hin. Anleitung zum Urheberrechtsstreit? Nein nein, wir sind doch in den USA. Da ist “Inhalte-Teilen” angesagt. Was die außerhalb dazu sagen…

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Musik beim Schreiben heute:

Art Farmer: “Here And Now”, Mercury, 1962

Stan Getz Meets Joao & Astrud Gilberto “Immortal Concerts 1964″, Giants Of Jazz