Archiv für den Monat: September 2017

stitches’ brew part one

Ich nehme meine Nähmaschine nach langer Pause wieder in Gang und übers drüberSchreiben komme ich zu.. Miles Davis’ opulent-psychedelischen Werk aus dem 1970er-Jahr – heute vormittag auf nüchternen Magen schaff ichs bis Minute 11:49, dann steig’ ich aus.. puh! Ganz schön ausgekugelte Sprünge heute, n’est-ce-pas!? ;-) garnrolle-cut

Nähmaschine? Hä? Wie kommts? Na – die Handtaschen wollen ins Leben! Also muß ich den 2D Pfad verlassen und mir Gedanken machen, wie die Pinxographie “in den Raum gebogen” werden, ins Räumliche treten kann. Natürlich prototypemäßig als Flächendruck auf Folie, der ausgeschnitten und schön “bastelbogen”artig hoch- & umgebogen wird. Dazu brauchts Vorerkundungen: Materialforschung. Werkzeugfindung. Verbindungstechniksfragen: Kleben/Falzen vs. Lochen/Stitschen. Zum Beispiel fiel mir ein lange (im Gedächtnis) verschüttetes Loch- und Ösenwerkzeugset ein, das ich jetzt “auf” den Folien ebenfalls wieder in Gang setze.

Gleichfalls der Nähmaschine bringt hier einen das Ölkännchenprinzip weiter. The Hämmer: die Betriebsanleitung der Maschine umfaßt einen “Schmierplan”: fotografierte Ansichten des aufgeklappten “Maschinenraums” unter der Haube (obere Abdeckung) und Unterseite der hochgeklappten Maschine. Mit aufgemalten Pfeilen für die praktische Hausfrau, wo denn nun das Öl aus der werkseitig mitgelieferten, spitzpipettigen Blechdruckpille hin(ein)geträufelt gehört. «Vergessen Sie nicht das vom Spulerrad halbverdeckte hintere Armwellenlager!» steht da – mit Ausuferzeichen – in all der dem Maschinenbauer anno 1958! eigenen Dringlichkeit.

stitches-brew_002Hier eine kleine readymade Erstcollage der Ergebnisse mit (zufälligen) Berggipfel über Stadtlandschaft und mitgescannten Schnittmusterrädchen . Naja “Erstcollage”- eigentlich erste WerkstoffErkundungen: läßt sich die Folie gut stanzen? Wenn nein: woran liegts? Sind die Löcher zu groß für den doch um einiges schlankeren Faden-in-blau?  Sollte man an die Löcher einen dickeren d.h. dekorativeren Faden anlegen? Müssen genähte Ecken anders gehandhabt werden (der Faden zieht sich ecklings, siehe linkes unteres Viertel)? Was passiert bei zwei Lagen, dem kleinsten Normalfall einer Steppnaht? Wird die Folie reissen? Welche Art Faden ist notwendig, wenn das ganze farbig ist- 1transparenter, um nicht aufzufallen? Oder ein betont knalliger, um die Naht zu betonen? Wird die Folie Zugbelastungen standhalten? Wie sollen die Griffe gestaltet werden? Auch aus Folie? Oder teste ich schlicht Schläuche aus dem Aquaristikbedarf? Und der Verschluß? Dazu mehr soon.

Vorerst noch eine andere Stitch-Idee, ebenfalls beigeflogen: eine digitale Version meiner PinXoGraphien mit drübergelegten Stitches-Brew-Muster:

Hier die erste lazy Muster-per-Photoshop-Version:

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Effekt: Gitter? Ja, Effekt: handgestickt? Nö. Da müssen ganz klar diese beiden typisch manuellen, charmanten Ungenauigkeiten dazu: Drehung, variierte Stichweite. Nein nein, stimmt nicht: ich hab mir eine echte Kreuzsticharbeit anscheinend noch nie so richtig angeschaut.

Also mach ich ein leeres Gitter und stemple leicht verdrehte Kreuzstichideen rein. Schon unterwegs im noch leeren Gitter:

Ah – das hat mir Charme!

nnn-scanp-170922-535f-r2sxZusätzlich gefunden ohne Sponsoring(!) in Zeiten des DIY: die klassische Brigitte machts vor. Mit allen weiteren Fachbegriffen wie “Stramin”, “fadengebundene Technik”, “Sticktwist” etc. Kannte ich alle noch nicht – bin nicht so der Sticker… Aber die “Appretur“- kennisch!

Hey! guckt mal:hbk-nnn-scanp-170922-535d-p

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Musik beim Sticken Stempeln Schreiben heute:

Savvas Ysatis: “Connect”, Tresor (EFA), 2001

Miles Davis: “Bitches’ Brew”, Columbia, 1970

und ein vor Jahrzehnten selbstgemachter Lieblings-80er Mix, heute Playlist genannt:

1 Kim Carnes: Draw Of The Cards
2 Robert Palmer: Looking For Clues
3 Eurythmics: Would I Lie To You
4 Mick Jagger: Lonely At The Top
5 Prince: Dance On
6 The Pretenders: Middle Of The Road
7 Joe Jackson: Sunday Papers
8 Inxs: Devil Inside
9 Boom Operator: Nutbush City Limits
10 Joe Cocker: Talking Back To The Night
11 Marianne Faithful: Broken English
12 Kate Bush: Hounds Of Love
13 Grace Jones: Private Life
14 Sade: Your Love Is King
15 Paul Simon: Under African Skies
16 Spargo: Just For You
17 The Look: I Am The Beat

Musik beim Fadenendenversäubern (Nachtrag):

Neneh Cherry: “Homebrew”, Circa, 1992

Alice Coltrane: “Turiya and Ramakrishna” – von youtube vorgeschlagen, als ich nach “Fadenenden versäubern”-Videos suchte…

Was meinst Du mit: “Deckname:…”?

“Medienkompetenz” das muß ich nach längerer Beschauung hier einfach mal sagen, ist: eine verschleiernde Wortkreation. Ganz im Sinne des KulturMachiavelly: es sind Sprache als Medium des Denkens(!), Bild, Ton und dahinter “arbeitendes” Wissen um psychologische Applikationen -  Anwendungsmöglichkeiten, die von Schreibern, Textern, LayOutern “komponiert” werden, um Wirkungen zu erzeugen.

Und die (mittlerweile überwiegend elektronischen) relevanten technisch definierten Medien dürfen zur Verteilung/Verbreitung ran.

Also liegt der durch die bloße Wortschöpfung angemahnte/”vorgeschlagene” Kompetenzbegriff nicht bei Medienhandling, -kritik oder -wissen, sondern ganz woanders: bei den Inhalten.

Siehe dazu die englische Wikiversion “media literacy”: daß man nämlich in der Lage ist, den Zweck zu ergründen, für den die Texte und Bilder (“messages”), die man da flimmern sieht, zusammengestellt sind. Zu bewerten. Dazu brauchts: Wissen.

Der semantisch benachbarte Begriff Kompetenz kommt (wem denn bloß?) gerade recht für eine Umdeutung ganz im Sinne der Sprachplanung:  neue Begriffe sind tatsächlich in der Lage, die allgemeine Aufmerksamkeit gezielt zu steuern. Öffentliche Diskussionen auf leerPlätze ohne weitere Wirkung zu lenken, die braven Bürger mit Sachen zu beschäftigen, die sie von wirklich  prekären (Hirn)inhalten fernhält. Timeless classic: die Plastiktütendiskussionen beim Einkaufen. Wo bitte ist der, der sagt: guckt mal in die Tüte!

In modernen Zeiten, in denen Product Placement und redaktionelle Inhalte oft nur noch durch erzwungene Beschriftung (wie zur Zeit “Neuheit” bei instagram) zu unterscheiden sind (staatlicher Auftrag der Wissens-/Infovermittlung Richtung mündiger Bürger*), sollte man heute dringend um

Das hat mit dem Wissen ums Handling von Handy, Laptop oder account anlegen nur peripher (= eben nicht inhaltlich) zu tun. Und was bitte ist “angemessen mit Medien umgehen”? – kaum mehr als die nächste worthülsige Geisterbahn.

Die gigantische Band- und Intentionsbreite der Bilder- und Textflut zu erkennen und einzuordnen – während einerseits alle hemmungs- und gedankenlos hochladen, “kümmern” sich Konzerne sehr ausgebufft um Bild und Text -  das wäre die angesagte Art Kompetenz!

Wie der mir frisch bekanntgewordene Fall einer geklauten Kriegsreporter-Identität. Tatsächlich. So weit sind wir schon. Die BBC schreibt: He kept his cover going by stealing images of Max Hepworth-Povey, a British surfer, and photoshopping him into pictures of war zones.

Kein Wunder, daß sich da keiner rantraut nix groß zu schrauben ist:  die deutsche Medienkompetenz ist ein Gespensterwort. Der letzte online “erreichbare” Medienkompetenzbericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen, Kinder (!) datiert auf Juni 2013*

Dementsprechend als Beispiel meine Verwendung des schönen Wortes “Deckname” in der Überschrift zum eröffnenden Artikel “MedienkompetenzVerein” hier am Blog. Aus der Geheimdienstecke ins Massenbekannte hereingewachsen taugt es bei öffentlicher Verwendung zu einer fake Aufrüttlung. Offiziell riechende Funktion: ich decke auf, enthülle eine von dunklen Mächten verschleierte Realität. Klartext jedoch: mit Verwendung des Begriffs Deckname erzeuge ich schlicht: Aufmerksamkeit. Was dahinter kommt, ist mir der Neugier/ des Leserinteresses sicher. Bam. Hereingefallen!

Gewinn: ein 1A Abstand

Warum die “Nachbetrachtung” eigener Werke hier in der Kategorie “Werkstatt” steht? Nun: es gibt da diese anfangs unscheinbare Facette “Zeit” im eigenen Schaffen.92270031Vor allem, wenn der Output groß ist, die “Verweildauer” am einzelnen Blatt/Werk vernachlässigbar, der Strom sich immer weiter wälzt (die Tage bin ich an #531).

Um die Blattnummer 380 herum +/- oben eine “Nachidee”, mit Automatenversionen der PinXoGraphischen Bilder verwirklicht :

ein pinxographisches MemorySpiel.

Mit amtlichen 33 minus 1 BildPaaren. Die Originale “geschahen” vor einem Jahr. Das Pinxographic-Pareidolische könnt Ihr oben sehen: es gibt zwar Paarungen von Bildern, die sind untereinander aber “nur” ähnlich, nicht identisch. Und manche sind nicht mal das.

Veräppelung? Keineswegs. Das Ganze ist ernsthaft, ganz im Sinne der PinXoGraphie, die ja stets den Assoziationsnerv zu kitzeln hat. Und die Doppelbelegung geschah zufällig vor Ort im Drogeriemarkt, als ich glücklich entdeckte, daß man immer zwei Fotos auf ein 10 x 15 cm Blatt Fotopapier abziehen lassen kann. Und mich dann mit meinem mitgebrachten/gefüllten 16GB USB-Stick in Euphorie hineinklickte.bestellte..

Diese nun schau ich mir heut nacht in einer Schlafpause an und denke: wow – was ein dolles Chaos! Das soll ich gemacht/angerichtet haben? Ts.ts. (kopfschüttel). Aber: ein augenaufreissendes Chaos! Das fasziniert (mich), läßt man sich mal auf den Farb- und Form-Overkill ein! Schnell ist man angesichts der Bilder beim Gedanken an klassische (Gefühls)zustände der gemischten Art™, an das sometimes grausame Nebeneinander von schön und häßlich, faszinierend und abstoßend, das undenkbare Gleichzeitige von wohltuend und schmerzlich und an das letzten Endes weiterbringende Duo von anregend und nervtötend – das Ganze heute jedoch in einem universelleren Sinne als die 2016er-Betrachtungen der PinXoGraphie als Ideenkatalysator zum Berufsleben.

Und mit diesem Abstand durch Zeit, Neuaufnahme durch Wiedersehen, “nachgewachsenen” neuen Augen kann ich Euch ein paar davon hier “nachreichen”:

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Ist doch ein fü+hlbarer Unterschied zu den aktuellen Sachen . Anregende Weiterentwicklung von… woher nach bitte… wohin, oder?!

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Musik beim Nachreichen heute:

Faith No More: “Album Of the Year”, Slash, 1997

Sven Van Hees: “Calypso”, Life Enhancing Audio, 2002

 

 

Heute fotografiert man… Frauen, die Einfluß nehmen

Politiker, Schauspieler, Models, Vorstandsvorsitzende, TV-Promis, Künstler, Schriftsteller oder Sportler im persönlichen Fotografenportfolio…

Vergeßt das alles!  Porträtiert: Influencer!

Fotografin Pauline Darley /Paris était en route avec la caméra et..

..macht suma summarum instagrum.. 750.000 Follower. Et pas seulement à Paris.. Oh là là!

Gelobhüdél? Mit nem französischen Touch? Mmh. Ihr vermißt den Bedenkenbutton? Mmh!

Bunt. Knallig. Experimentell. The Perfect Handbag Fit also.

Nein, Nein: vor lauter REadyMades, wiederzuentdeckenden Postkarten und ausufernden Landschaftsthemenparks ;-) :  die pinxographischen Handtaschen brodeln wild unter der (Blog)Oberfläche: ich bin fleissig & am Suchen nach

Bildern im Netz, die zu meinen Taschen passen. WTH??

..also in genau die entgegengesetzte Richtung schaue, wie vielleicht üblich. Da betrachtete man nämlich die neuste fashion, um dazu Accessoires zu erdenken, hence the name.. Da meine Taschen aber schon vorhanden sind, “hilft” bestimmt das Gegenteil: ich wende die Aufgabenstellung nach links  (um im Jargon zu bleiben).

Und sieh’ da: ging mir grad eben  – acht Uhr vierundfünfzig sagt die Revisionsabteilung WP -  so. Gefunden! No kidding. Passende Bilder = Fotografen = Fashion zu meinen Taschenentwürfen. Und überhaupt: wie anders soll bitte so was ne Trägerin finden:hbk-nnn-scanp-170726-514g-kAlla dann get ready 4 3rei heißbunte Links des modischen Tages. Geholfen hat: die Suche auf “farbig” stellen. Begonnen hab ich bei den Klassikern Patrick Demarchelier, David Lachapelle und Txema Yeste – Unvermeidbar, wenn man zum Beispiel Vogue (Korea) nicht ignorieren will..

Dagegen frisch entdeckt beim Schreiben und Suchen: die beiden  fantastisch experimentfreudigen  Warren Du Preez & Nick Thornton Jones, Elizaveta Porodina desselben! Das Magazin (und Suchgelände der nächsten Tage) dazu: Numéro.

hbk-nnn-scanp-170824-526b-rNa dann Neonröhrengrill, Doppelbelichtungsmodus, Nebelwerfer an und: Hey – was meint Ihr??! Ich schmeiß noch den visualizing-fashion.tumblr und thefashionography.com dazu..

hbk-nnn-scanp-170802-518h-r..und übers Bildersuchen finde ich die Avantgarde-Macherin -

Hey! Iris Van Herpen! Na also! Geht doch! ;-)

Hier ein kleiner Werkstatt-Clip für das New York Times Magazine..

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zu verwirrend? OK, hier die Teschen im Einzelschrank plus acht REMIXE:

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hbk-nnn-scanp-170802-518h-sund die englische Modekuh schmeiß ich auch noch dazu..

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Musik beim Schreiben heute:

The Brand New Heavies: “Heavy Rhyme”, Delicious Vinyl, 1998

Peter Philly & Perequisite: “Mystery Repeats”, Unexpected Records, 2007

MRI: “All that Glitters”, Force Trac, 2002

The Combustible Edison: “The Impossible World”, Bungalow, 1998