Archiv für den Monat: Januar 2017

Halt ein Wiedersehen im Kleinen

Immer, wenn ich denke “so, das wars dann mit der Fotografie“, packt mich jäh der Blick nach draußen auf außergewöhnliche Licht- und Wetter-verhältnisse und wie ferngesteuert häng ich mir dann die Fototasche um und verlasse die Wohnung.

So auch letzte Woche, na, die mit dem eisigen NordOstWind, während der ich eigentlich nur raus wollte, wenns unbedingt nicht anders ging. Und daß ich die Kamera mitnahm tat ich “nur so”, falls es da was gäbe auf dem Weg zu meinen Postkarten”stationen“..

Es gab was, wie die Fotos des neuen Poodle unten zeigen: grandioses Wintergegenlicht, das in der Ferne diese unnachahmlich Farbkombination aus blasslichten Beige und zarten Dunstgraublau bietet. Und wenn dazu noch Silhouetten dieser fragilen grafischen Art hinzukommen.. gibts für mich kein Halten mehr:Zu schade, hätte ich dieses Licht, Gelegenheit und diese drei kühlen Kohlen Kegel verpaßt, finde ich..64010023 An diesen Rheinkilometer 415 war ich aber eigentlich wegen eines anderen Motivs gefahren. Eines, das ich für meine Postkarten zwar schon vor Jahren als solches entdeckt, aber nie im rechten Moment “angetroffen” habe. Und der rechte, der sprichwörtlich “entscheidende Moment” ist beim Postkartenfotograf, der ja selten vorbeihuschendes “Personal” ablichtet und dem Sekundenbruchteile demnach wurscht sind eben der mit dem “richtigen” Licht. Sprich: Wetter.

Und in solchem Fall, das geb ich unumwunden zu, werd ich plötzlich vom serendipischen Schlendrian betont unauffällig extrem hartnäckig: ein lohnendes Motiv ist trotz “schlechter” Beleuchtung gefunden/erkannt – armehochreiss!  Jetzt ist Geduld und Spucke gefragt. Und zu jedem “Besuch” fünfzehn Kilometer Radfahren angesagt.  b.u.e.h. (betont unauffällig, extrem hartnäckig) eben..

Außerdem – ein zweiter guter Grund zu körperlicher Bewegung an frischester Luft – meine im neuen Jahr arg forcierten pinXographischen Anstrengungen – schaut einfach mal auf die letzten Einträge hier – das war ne Menge Heimarbeit, vor allem in piefigen Möbelhäusern diese gewählt extrovertierte Inneneinrichtungen aussuchen und dann auch noch passende-Bilder-hängen. Das brauchte irgendwann eine überfüllige Lüftung.

Ob das Foto diesmal “geworden” ist, kann ich erst sagen, wenn nicht nur alle zwei Dutzend davon gesichtet und vorgeschnitten sind nach dem Abholen vom Labor morgen, sondern auch genügend Zeitverstrich aus dem notwendigen Abstand zum frischen Wiedersehen “erledigt” werden kann.

shrunk-collection401-432So gehts mir mit allem Werk und heut abend hab ich mich revisionsmäßig an die jüngsten PinXoGraphien gesetzt, um Euch die ta-dah!

4. geschrumpfte Collection

anzubieten. Von Blatt #401 – #432 the best of in 200 x 120 Pixeln. Mal wieder mit dem Hinweis: die sehen so klein am besten aus!

Seht Euch die erste, zweite und bislang dritte dazu im Vergleich an!

Mir kommt diese “Schrumpfarbeit” insofern sehr entgegen, als daß ich  die Werke mal wiederseh´ im gurgelnden Fluß der stetig neu hinzu kommendeN. Und mich damit erinnern hilft, was da an Wundersamen schon da ist. Um vergessene gestalterische Ideen in einem der künftigen Blätter zum aktuellen “Style” hinzuzufügen – denn bei dieser Masse an Material verschwinden schnell einige Ideechen vom Schirm..

Auffallend bei dieser neusten Auswahl ist meine miniaturelle “Entdeckung” der blassdunklen Versionen, die ich, wenn sie in Originalgröße in Arbeit sind, eher mehr aus Vollständigkeitsgründen wegspeichre. Aber hier finde ich fühlen sie sich an wie aus einem Ausstellungskatalog von Bildern der Zwischenkriegszeit:

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Und als Spickzettel für ne Werkschau irgendwann – extraprima!

GrammatikSerendip (doch noch) des Tages:

«Als Durchkopplung wird in der Sprachwissenschaft ein Determinativkompositum bezeichnet, dessen Erstglied eine Koordination zweier freier Morpheme bildet, »  …und die grammatikalische Rechtsköpfigkeit, ein fundamentales Strukturprinzip für die gesamte Grammatik. Hey!

Beispiel: Töpfereibetriebseröffnung = {Töpfereibetrieb} + {s} + {Eröffnung} (Komposition mit Fugenelement {s}). Rechtsglied: (die) Eröffnung ist der Kopf und macht das ganze Wort zu einem Femininum.

und der Hiattilger. Nein, keine exotisch-falschgetippte Raubkatze ;-)

Dat dollste: alle-diese-vier sind eng mit meinem WortspielpoodleSteckenpferd Komposita verbunden. Hamwer das geahnt? Nö!!

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Musik beim Schreiben heute:

Plastikman: “Consumed”, Novamute, 1998

Der Max ist schuld! oder: the crazy side of Stillebenrequisitenhortung

Ich habe gute Erfahrung mit Abwarten. Abwarten und Horten. Horten von irgendwas. Horten per se. Erfahrung, Wortschatz, Ideen, Pläne, Inspirationen. Zettel, Fotos, Bücher und Gegenstände. Horten aber bitte von etwas, das thematisch zusammenhängt.

Meine Erfahrung: das Gehirn nimmt davon Notiz, wenn man sich mit etwas länger beschäftigt. Auch nebenbei beschäftigt. Das Dollste: es kaut drauf herum, wälzt hin und her, entwirft Ideen. Im Hintergrund, selbständig, ohne daß man das so merkt im täglichen Strudelauflauf. Man stapelt vorne nur einfach immer weiter (und ignoriert wie auch immer dringliche Hinweise aufs Messietum): Kaffetüten, Filmdosen, Nektarflaschen, Eierbecher, Plastikgriffe für Sprudelsixpacks und Flohmarkthaul. Und vertraut auf die Wucht der hauseigenen Hintergrundprogrammierung ;-)

Und eines Tages kommt einem eine Museumsshopauflösung in die Quere und schwemmt mit der Möge-die-Macht.. eines 30%-auf-alles-muß-raus-Rabattes die tutti verändernde Idee ans heimische Ufer: man blättert sich, glücklich wieder daheim im Warmen angelangt, durch mit grobem Pinselstrich gemalte Ansichten von Blumen, Saxophonen, Zigarrenkisten, disfunktionalen Handspiegeln, Petroleumlampen, Tischdecken in allen Falten, Sektkelchen, Fezen, Spielfigurinen, Plastiktellern, exotische Skulpturen aus Wachs, bis man irgendwann beiläufig denkt: hab ich auch alles. In Kartons… Dann der Blitz:

Oops, man sitzt ja auf einem Schatz an Requisiten für.. Stilleben!

Bei Durchsicht dieses Büchleins hab ich bemerkt, wieviel crazy Potential im malerischen Thema Stilleben steckt. Vor ein paar Jahren kam dieses Staunen schon einmal auf, als ich die Stengelfotos von Lee Friedlander entdeckte und total begeistert war, welch “schnelle Entfernung” vom Üblichen dadurch möglich wurde, die Dinge anders zu sehen. Oder anders zu.. arrangieren.

Genau das hab ich jetzt auch vor. Mit meiner Vorahnungsstillebensammlung 1990 – 2017.

Es können gut und gerne 5 Umzugskisten sein. Na, diese Standardgröße, die ich ohne Nachmessen auf 60 x 40 x 40cm schätzen würde. 922900015 davon durch Raummaßrechner getippt ergeben: einen halben Kubikmeter. Das ist einiges. Diese (nun angewachsen auf fünf) schlepp ich nun seit über zwanzig Jahren mit mir rum. Unausgepackt. Und warum? Weil ich – siehe Entdeckung oben – darin einen selbst-angesammelten Schatz horte. Horte und ständig vergrößere. Mit Schatz meine ich seltene Gegenstände, deren Anblick einen wach machen, die persönliche ästhetische Konfektionierung oder markttypische Verknappung spüren lassen, staunend übers eigentlich Mögliche. Oder eine Vision von “schräg”, “abseitig” oder schlicht “fantastisch” hervorrufen.

Und was sind das für Sachen? Ganz banal:

#flohmarktfunde.

Dieses “Mitschleppen” hat nur wenig mit dem reinen Habenwollen und Wegstoren zu tun. Eher mit den dadurch entstehenden Möglichkeiten. Möglichkeiten in allen vorstellbaren Dimensionen:  nicht nur die, sich jäh damit zu erfrischen, die Deckel aufzuklappen und zu staunen, auch, wenn es ein ach-ja-hello-again-Staunen ist. Diese Dinge bieten sich auch an, ins persönliche Leben als Permainspiration eingefügt zu werden.

Hat einfach damit zu tun, daß es Schönheit gibt.

schaut Euch diese Teegläser und ihren crazy Schatten an! Oder diesen rührend einfachen Hund aus Holz und diesen HausbarSpatz zum Flaschenöffnen! Und diese Ufo-Harmonika! Und stellt euch vor: DAS IN ÖL!

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Und dann googelt, wo man so was auf die Schnelle und Günstige überhaupt herbekommt… Eben!

Wer also läßt schon gerne die Schönheit wieder aus seinem Leben verschwinden, nur weil er/sie plötzlich dieses undurchdacht-impulsive Stapeln-wofür-denn satt hat, oder umzieht, oder jemand dazu kriegt mit ballaststoffarmer Gesinnung oder von Verwandten mit einer Klärung der Verhältnisse bedrängt wird. Kurzsichtig, das. So, vom Malerstandpunkt aus gesehen.

Und wenn ich da meine “alten” PinXoGraphien so durchgucke, haben da sehr wohl einige ein Gerüchle der (beckmannschen!) Gegenständlichkeit:

Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, als Centerfold gestaltet
Stilleben mit Strohut und ausgebautem Getriebe, zweifarbig als Centerfold gestaltet
nocturnes Stilleben mit Rohrstengel, Zigarrenspitze  und schräggekämmten Nachtmahr in Schwarzlicht
nocturnes Stilleben mit Rohrstengelmikrophon, Zigarrenspitze und schräggekämmten RocknRoll-Nachtmahr in Schwarzlicht
peruanische Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrischer  Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stillleben vor peruanischer Nachtdecke in landestypischer Färbung mit symmetrisierter Nachempfindung des Bosch´schen Garten der Lüste
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit schamponierter Lieblingsplüschente
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mit fadenumsponnener Frühlingsagave im Lichtbad
Stilleben mt Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken in die Eiger Nordwand
Stilleben mt beleuchtbarer Campinglupe und mitgebrachten Einstiegsbrocken  in die Eiger Nordwand
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Seidenschneckenstapel
Stilleben im Nähkästchendunkel mit Spitzenschneckenvorratsstaperl

Hey! Das macht Spaß! So still leben tun als ob! Und meine “Hintergrundprogrammierung” warf nach all den erstaunlich-neuen Bedeutungen meiner obigen Bilder heute nacht gar die imperative Wappenpflanze aller Messies und zwanghaften Sammler aus: die “Horten-Sie“!

Weitere, freudig&frisch erwachsene Anforderung, die aber super in mein neues Thema Einrichterpoodle * paßt: jetzt, nach der “Aufwertung” dieser Sammlung brauche ich eine neue… Möbelsorte, die dieses ewige Verpacktsein in ein stetes Offen-und-Sichtbarsein verwandeln hilft:

nen Stillebenrequisitenhortungsschrank! ;-)

*= dazu demnächst mehr..

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Musik beim Stilleben-mit-Namen erfinden:

Hayseed Dixie: “Walk This Way”
Tone loc: “Funky Cold Medina”

die ThailandBikerversion von J. Brown: “I Feel Good”

Aber sowas ins Wohnzimmer hängen?

…denke ich öfter, wenn ich ein Wow-Erlebnis/Joy Event™ am Bildschirm habe wie die Tage beim “Durchspielen” der neusten Scans um die Blattnummern +/- 425 c/o PinXoGraphy:

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..denn da ist schon wieder was bislang Ungesehenes durchzuspüren, ein neuer Flavor, ein frischer Bildklang, der sich entwickelt hat – durch Doing by Doing ;-) Wie Ihr seht, ist der Farbauftrag, Duktus und Gesamteindruck näher an den klassischer Malerei gerückt: die Farbe wird gröber und sich durchmischender aufgetragen, entzieht sich dadurch noch mehr einer Ahnung der dazu verwendeten Technik. Die Formen haben mehr mit Schlieren, Gestiebe und Strudel was zu tun als mit exakt ausgeführten Silhouetten oder geplant verwirklichten Umrissen. Von Aliens.

ysp-scanp-170104-424h-r4v2nAuch der räumliche Eindruck, der gewiß zu erleben ist, wird aber irgendwie verwaschener. Gut: Scharf gemalter Vordergrund a) und b) anhand Farbverlauf weggerückter “Hintergrund” sind klar erkennbar, doch die “Figuren” davor wirken uneinheitlicher durch ihren irgendwie störenden Nuancismus der klein beigegebenen Striche, kREislein und anderen, äh,  Ungrobheiten. Das ist aber kaltblütige Absicht ;-)

Farborgial würde ich die Seheindrücke dieser Neuzugänge beschreiben: noch mehr, noch sattere und noch öfter disparate Farben (gefühlt: alle auf einmal) drängen ins Bild, aber auch eine neue harmonisch-pastellne Anmutung hat sich gestern nacht durch einen Falschklick (das orange-rosafarbene unten links im 4-er Feld) ergeben – Serendipität, für die ich wie immer sehr dankbar bin! Endlich ein Moodboard fürs Mädchenzimmer ,-) Und es “passiert ja auch viel” auf der Fläche, was ja für eine monumentale/kolossale Ausfertigung spräche. “Down the hall” oder die lange Wand im Theaterfoyer oder ähnlich mondänes Umgebendes.

ysp-scanp-170104-424i-rec18Aber so ein Werk drei mal zwei Meter auf die längste Wand der humble Wohnung applizieren? Puh, wäre mir viel zu unruhig! Die Dinger ballern doch total, würden ergo&irgendwie die Seelenruhe der Davorplatzierten (Chiller/Workflower) bedrängen.. Dann lieber hier cosy aufs Display – da sind sie gezähmt, kleinknallig, schmücken leuchten schön und machen (also mir) Laune wie gute Nachrichten oder schnell ein Stück fruchtig gefülltes Praliné..

 Also nein. Nix Wohnzimmer. Wieder runter damit.

ysp-scanp-170118-428d-r180Wenn schon Architektur mit ins Spiel soll, eigentlich in eine raumfegende Halle mit vieeel weißer, beiger oder anthrazitener Wandfläche ums Bild drumrum! Achapropos, da könnte ich doch grad mal ne digital-Montage ausarbeiten zur Beurteilung.. gleich mal mein archiviertes Fotomaterial sichten..

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Musik beim Schreiben und wieder Abhängen heute:

Label Compilation Good Looking Records: “NuSounds”, 2004

Savvas Ysatis: “Select”, TRESOR, 1999

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Nachtrag Nach-Tag Montag (der Tag danach): Fotomaterial (bis auf die Bodenwellen) – eher Fehlanzeige. Aber da könnte man es doch mal nonchalant mit Stockfotos versuchen. Ist ja eh schon Kulturtechnik geworden. Ich werde fündig nach ein paar Probewortversuchen mit dem String gallery interior “empty walls” – Aha, dacht ich mirs: jede Menge leere = digital behängbare Galeriewände! Der “Künstlerbedarf” der  Neuzeit ;-) .

Fünf Minuten später: so auf die Schnelle find ich darunter aber nix richtig Cooles, also versuch ich launig dieses einfache, selbstzusammengeklickte Interieur V 1.0 – : it´s more fun to compute!ysp-scanp-424h-exhikitkleines Photoshop-Tutorial-Comic:

  • a) Raum: Start mit einem b/w Verlauf
  • b) Wandkopie
  • c) SofaCreation:

verlauf-kit_01 verlauf-kit_03 sofa-kit_02

Vielleicht schaff ich noch ein Lichtdurchflutetes.. mal sehen.. ah- ja:ysp-scanp-415e-exhiki0drei Tage später: oh, ein neues Betätigungsfeld ;-) Vom Oktober 2015, Blatt #158, #163:ebk-scan-151008-158h-exhibkebk-scan-151011-163h_exhibk

 

Mal was knapp außerhalb der geometrischen Abstraktion!

Der ruhige Fluß des Januar. Alles hat sich zurückgezogen, probt einen neuen Fluß des Lebens, sammelt Energie und Ideen für eine neue Version V.17 und pendelt sich ein in Richtung neuer, geschmeidig-Kraft-fürs-Wesentliche-sparende Routine – die ist nicht negativ gemeint! Ich ebenfalls nutze den ersten Monat des Jahres dazu, meinen Postkarten ein neues, seit Erscheinen der Greifenrückwand schnell liebe Tradition gewordenes Experiment anzufügen -

Leude, es kann nicht immer nur Blumen, blauen Himmel & ewigen Wahrzeichenfimmel geben ;-)

Seit gefühlt/geschätzt zehn Jahren ruht das Neue nun zwar in meinem Archiv, war aber irgendwie schon immer auf meiner inneren to-do-as-p-card-Liste:12960031

Denn da wohnt eine rätselhafte Ordnung in diesem Bild/dieser Konstruktion, die mich fasziniert. Und damals vor Ort fotografisch nach einer “Lösung” schrie, die genau diese Ordnung im Angeschwemmten optimal zur Zeige brächte. Meine Lösung: die äußerste Einrückung des Bildausschnitts (mal wieder), der alles Unnötige außen vor läßt, das Wesentliche dadurch zum Bildinhalt macht  – Andreas Feiningers “Seh”schule sei dank! Seit 1979! ;-)

Den Begriff  «außergeometrische Abstraktion» fand ich neulich beim Herumadrenalieren im Internet™ als Label für die beginnende wilde Malerei Anfangs des letzten Jahrhunderts, es kann gern im Zusammenhang mit der Betrachtung von Gemälden des Herrn Kandinsky gewesen sein, über den ich ein trés cooles Buch aus dem verlöschenden hiesigen Kunsthallenmuseumsshop gefischt habe – die (Hä??)  geht nämlich exklusiv online für die nächsten.. zwölf Monate.. Aber zurück zu Herr K.-der nämlich hat in seinem Werk eindrucksvolle Schwenks zwischen diesen beiden Polen vollzogen.

Mein Motiv bewegt sich auf der Grenze: zufällig, einzelstückig, organisch | sphärisch, mit deutlich sicht- und spürbaren Längen- und Breitengraden – in einem! Für so nen Fund ist jeder Fotograf äußerst dankbar zu sein! Denn die reine Geometrische Abstraktion im Bild – das bietet moderne Architektur einer Stadt wie zum Beispiel Mannheim ja massenhaft. Schaut Euch doch nur mal die frisch gehängten Triptychen des Herrn Hamann an auf panoramannheim.com – coole Idee mit dem Klappen-zu-neuen-Mustern!

Und es paßt irgendwie super ans “gewachsene” Ende meiner “abstrakten” Zehnerserie, an deren geometrischen Anfang schon diese Karte steht:

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Somit ist der thematische Bogen dieser Serie mit der Nummer 10 aufgespannt. Oops, da fällt mir das nächste mögliche Motiv ein: das ist nur im Winter sichtbar.. Muß ich gleich, wenn Sonne scheint mal hinradeln!

 

Persönlichkeiten zu Buchstaben zu Einrichtungsgegenständen

Neues Design fürs Neue Jahr! Kann ich mich doch fast drauf verlassen, daß nach Tagen des klassischen Feiertags/Jahresendblocks (angefüllt mit stierem Herumgehaue/ atem- und pausenlosen Roboten-Gehen) solche der zurückgezogenen Introspektion (Bücher lesen, kochen, zuhause bleiben, niemand sehen wollen) folgen, bevor solch windstille Abende “fällig” werden wie gestern, an denen eine erste Idee mich an den Rechenkasten zieht, um daraus ein neues Startbild für diese Seite zusammenzuphantasieren.

Los gings mit einem rein mousegeklickten Bild aus meinem PinXographischen Gewerkel vom März letzten Jahres  – die trenne ich nämlich gerade in analogen und digitalen Anteil, um eine Übersicht über die mausgeklickten Komponenten zusammenzukriegen. Ich “schaltete” die gemalten Anteile aus und erblickte fasziniert.. das:Wow, dachte ich – sieht man dem fertigen pinxographischen Werk null an – das soll mir heute Startbild/Cover sein. Und nach dem ersten User-generated Klick drauf Leinwand  fürs 12 Gänge-Menue der Portfolio-Übersicht. Dafür galt es als nächstes, geeignete Fonts zu finden. Als Standard-PC-User und Untypologe hab ich mit nem gebräuchlichen Windows Rechner zwar ein bestimmtes Kontingent an Schriften, doch die paßten mir schnell nicht, hatte ich doch Lust auf etwas anderes, mehr Überraschendes. Etwas, das dieses schnittige Bild nicht bricht in seiner Dynamik. Oder zumindest etwas, das genauso verwunderlich + unbekannt wirkt.

Warum also mal nicht “schnell” ne eigene Schrift entwerfen, am konsequentesten/ praktischsten/ kühnsten/ schnödsten auch mit der Mouse – wie das Big Bild dahinter?2017_galerie_faqrEtwas wackelig, diese Gestalten, meint Ihr? Stimmt, diese optischen Mäuse sind als Zeichen”stifte” vielleicht nicht soo optimal.. Aber egal – beim Formenmalen gehts mir immer um die zündende Idee/Form für die einzelnen “Buchstabenpersönlichkeiten”. Das kriegt man mit etwas Wiederholung/Übung auch so händisch hin.

Und natürlich kann man, wenn man sich für eine bestimmte Version entschieden hat, immer weiter Richtung Perfektion dran herumfeilen. 

Kann. Aber das Ziel war der Gesamteindruck. Den wollte ich fertig kriegen. Keine Details, wenn die Dinger eh auf Versalhöhe von <100 Pixel runterscaliert werden. Remind me later. Jetzt nicht. Irgendwann kauf ich mir ein Bézierkurvenlineal. Versprochen. (Prokrastination-Sermon-of-the-day)

Heute jedoch gings erstmal um Ganze -  ich wollte mich vor dem Zubettgehen um eine 2017er Ausgabe reicher wissen.start-vrlf-296c-menueUnd plötzlich machten mir die möglichen Konstellationen aus fragil und wuchtig Spaß, als ich zwei verschiedene Strichstärken (4 und 13 Pixel) auszuprobierte, um mit dem anderweitig olwernen Häkchen des “e” fertig zu werden. Nun lacht es  verschmitzt und hat etwas ÜberGewicht ;-)

Dabei bin ich jedoch nichtens so schlüssig wie Profis – Zitat Lisa Krack – vorgegangen:

«Buchstaben jedoch sind (..) Eltern, Kinder, Geschwister, Cousinen und Cousins einer großen Familie, deren Verwandtschaft man ihnen auch ansehen sollte«,

…sondern einfach launisch, betont dekorationsgerichtet, schauwert- und lustbetont, also: bunt gemischt bis zur Grenze stilistischer Zusammenhangslosigkeit. Weniger Verwandtschaft, Cousins und Cousinen, eher Kassenschlange in einer größeren Stadt ;-)

Manche sind sehr gut lesbar, bei den anderen gehe ich das Risiko zur Absprungseite ein ;-)

Egal. Ich hab meinen Spaß (und Ihr hoffentlich auch). Fast schon schmunzeln nämlich mußte ich beim Punkten und Verbinden der drei “R”s oder die beiden “W”s und  “V”s mit dem Bömmelchen rechts und links, das aus dem quergedrehten “O”s ein zipfelmützig-skurriles “Q” macht. Ebenso der lausbubige Hinterkopfstachel des “p” und der “t”-Bommel , der wie ein Tennisball in der Aufschlagshand wirkt. Dieser kleine stil-ferne Kreis, der das “a” zum erkennbaren “a” macht, kam zum Schluß und macht mir nun Freude beim Einrichten der Seite ;-)

Wie Ihr seht, Persönlichkeiten von A-Z!

Was ich beim Machen-von ebenfalls immer wieder von besonderen Zauber finde, sind diese oh so flüchtigen Baustellen-Zustände in meiner Werkstatt wie die beiden Making-Of-Screenshots zeigen: Als Moodboard/ “Schneideunterlage” das gefundene Bild, darüber die schon gefundenen/ erarbeiteten, zusammengestempelten Worte des Alphabets in rot, “in schnell” hingeschobenen Farben die Menuepunkte – eine sehr fröhliche Szenerie, an der man als Bonus darüber hinaus sehr gut sehen kann, wie gut/schwierig/ kryptisch die Buchstaben oder Worte auf Schwarz funktionieren:start-vrlf-296c-menue0

Mmh, könnte man mal drüber schlafen: die Menuepunkte auf schwarz, unterm Bild… das Alphabet.. vielleicht oben…

(6 Stunden später) OK, kurze Nachtschicht:

So. Jetz. dele. etle. Das Design mit jahreszeitlich angesagt-passender Vereisung. Und der überfälligen Rubrik “Archiv” für abgeschlossene Projekte wie das Reingretchen (2012-2015) und den Charakterschutz (2005-2009)..

Typischerweise finde ich von allen Versionen den aktuellen Header oben am besten – der funktioniert blöderweise aber nicht ohne flash als Menueführung:header-296c-alphabet.jpg
…liegt an meinem Baustellenfaible, gerne auch am jüngst radio-belauschten Feature über die Felsenmalerei der Sammlung Froebenius.

Und der jählings problemlos erreichbaren Hieroglyphenähnlichkeit durch simples Übereinanderschieben zweier Alphabete.. Oder dreier:ysp-scanp-170106-425c-alpha

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Musik beim Schreiben heute:

London Elektricity: “Pull The Plug”, Hospital, 1999

Pat Metheny plays Steve Reich: “Electric Counterpoint”, ELEKTRA/ASYLUM, 1989

Ophélie Caillard & das Pulcinella Orchestra: “Carl Philipp Emanuel Bach  VOl.2″, Little Tribeca, 2016

 

Geteilter Flug ist… doppelter Flug?

“Und nicht vergessen den Flug mit den Freunden zu teilen!” steht am Ende nach der Landung. Na, neben dem Dirigentenpult, quer im Bild. Und die Bilder waren cool. Neugebautes, noch nicht mal Eröffnetes gabs zu sehen -  im Durchflug. Und indoor Drohnen, die den Aufzug auf Ebene 15 verlassen oder kurz  den Restroom aufsuchen. Oder sich kopf über tollkühn über die Balustrade im fünften Stock katapultieren. Wow. Also werden wir wohl zu frisch erfundnen..

Flugteilern?

Ja, klar: Flug Adagio oder (Leertaste bitte) Flug Presto. Beethoven oder  Big Beat. So hab ich das (auch) (gern) verstanden auf countdown.elbphilharmonie.de/de/slowmotion/

À propos “Flugteiler”: das ist mal so ein richtig gut gelungenes = entblößendes Beispiel für moderne Wort- und Sinnverbräme. “Lasset uns teilen” oder, original biblisch “und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle.” Oder n Beispiel für Bibleserverferne: der GutmenschKlassiker “Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.”

Diese edlen Worte sind heutzutage in wieder in fleissigen, nutzbringenden Gebrauch. Als Anstoß. Doch Anstoß wozu? Na Teilen natürlich. Mal nicht immer so egoistisch alles für sich behalten wollen! OK, jeder dahergeklickte Sich-Angesprochen-Fühlende wird damit zum Menschenfreund getauft, per geschickter “Slogalform” seine Zeig- und Postsucht ermutigt, ja, sie wird dadurch geradezu  “veredelt”.

Aber was z.T. sollen all diese “geteilten” Bilder? “Geteilte” Musik? “Geteilten” Clips, wie der oben? Was sagen wohl deren Urheber dazu? Ja & Amen?

Oder, noch abstrakter (anzuhören): geteilte “Likes“?

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Musik beim Schreiben permanenten Nachbessern und Insta-CD-Nachempfinden:

various Artists: “MTV´s AMP“, Astralwerks, 1997

Ludwig van Beethoven: “Egmont Overtüre”, Tonhalle Orchestra Zürich/ David Zinman, SONY CLASSICAL, comp. 2007