Archiv für den Monat: November 2016

Nach dieser Aktion habe ich dann auch 17 Namen für Schnee. Künstlichen.

Diesmal waren die Lebkuchen zwei Wochen später in den Regalen. Kein Wunder: bis Mitte September ging der Sommer in die zweite Verlängerung, da steckten also sicher auch lebensmittelhygienische Fragen dahinter.

Nun steht der November naßkalt in der Tür und ich habe… mal wieder nichts in Händen, was in fünf Wochen als “offizielle Mannheimer Weihnachtskarte” durchgehen könnte. Nun fange ich jetzt nicht an, a) von der notorischen Schneearmut dieser Gegend zu jammern, b)..

Denn es gibt da unerwartet Abhilfe.

Die, wie könnte es in diesen Tagen des DIY-Comebakcs anders sein, liegt in Eurer Hand. Wenn die weiße Pracht nicht von selber will, dann…  ist vergangenen Freitag diese neue Postkarte herbeige- äh, schneit und bietet Euch WeihnachtsVorfreudeAficionados diese (Bastelsteil)vorlage:23370032unglitz

Solch hochaufplatzende Wolken wie diese gibts, das sieht jeder mit ein paar Semestern Himmelsguckererfahrung nur im Hochsommer, wenn Bodenhitze und Himmelskühle diese gewitterplosive Schichtung zur Verfügung bieten. Also meteorologisch eigentlich  unmöglich für die kalte Jahreszeit. Aber dieses klare Blau! Diese kühne Wolkenfeder! Der geliebte Monnemer Wasserturm!! Und dieses plakative, schwarzrunde..äh, …Ding! Moment mal…

kann das vielleicht gar.. die neue Mannheimer Kunsthalle sein?? Ein Auto-Erfinderstadt-Rad,-zum-Indiaca-Ball-aufgebohrt-Entwurf, der mir entgangen wäre?? Direkt in der Nachbarschaft zum städtischen Wahrzeichen, als städtebauliche Kontraststeigerung NonplusUltra??  Wow, das wäre ja süper excentrique! ´ätte man den Mann´eimern gar nischt sugetraut!

Da muß man doch mal hin – gucken!

Zurück zum Thema: das mit dem Selbstbeflocken ist mir… wie soll ich das schreiben.. “passiert”:  die nahende Jahresendzeit, meine Erfahrungen mit den Postkarten und -händlern der Stadt, deren Weihnachtssortiment meine Karten im Dezember immer fast durchweg weichen müssen und diese vergnüglich-frisch-plakative Ausstrahlung waren es wohl, die mich da ebenso übermütig machten und mich unschuldig Glitzer googeln ließen. Dann ging alles sehr schnell:23370032glitzkit

Coool! dachte ich, das Beschneien arbeitet die beiden komplementären Formen noch besser raus, superoptimiert das Bild! Und ob der skurrilen Formen hält sich auch der mit Glitzer-im-Spiel stets drohende Kitschfaktor – für mich – sehr gezügelt in Grenzen. Was meint Ihr?

Das in DIN A6 flugs selber machen würde alle “Probleme” lösen. So der schnelle Plan und mein (mittlerweile wieder still gelöschter) schnittig-flockiger harhar How-To-Text. doch da: die Tücke der Materie und: Übersehenes.

1. die unwinterliche warme Farbstichigkeit dieser Aufnahme, auf die beim Beschneien eingegangen werden muß, denn wir wollen ja Style, auch inmitten des Kitschverdachts. und dieser Stich geht in die warm-beige Ecke. Also muß der Schnee auch so sein. Glitzernd und farbstichig, pardon: genau angepaßt.

Da meldet sich das Hirn. Mitten in der Nacht mit der nächsten genialischen Idee: Nagellack plus Glitzer, ein ganz sicher unschlagbares Team!

Nachmittags drauf zurück aus der Parfümerie-der-Wahl das Fiasko 2.: le Nagellack tut nicht so wie ich wohl will. Und das teuer erworbene Glitzerspray tutet zu stark und drückt sich damit in und unter Ecken, die eigentlich von der zurechtgeschnibbelten Schablone als partout tabu getaggt, nun aber perdu sind. Also ooch nüscht. “Aber aber es war n professioneller Plan, das!” (heul):schneeschablonesoodlepoodleein Scan meiner extrem absichtlich™ improvisierten Version der Schablone, hier unten (nicht wie oben als apartes Negativ und) mit eingeblendetem “Ziel”:23370032stenciled

Man sihet schon am zugetosten Schablonenufer, was da 3. los war.. Seufz, dann händisch. Und wenn schon: hab ich mich als Maler eh drauf gefreut und mir ein beschaulich-stilles Machen @ home in aller Teegemütlichkeit dabei vorgestellt.

Karte auf Karte kommt nun unter den Pinsel und nach sechs eher 4. befremdlichen Ergebnissen von “Quark auf Papier” bis “Zielscheibenoptik-Schießbude-auf-der-Mess” beschließe ich a) das bis morgen ruhen zu lassen. Da mir fällt die “Strecke” als neues Objekt (hier eine photogeschoppte Prefoto Version meines Arbeitsplatzes) auf:

62850021 62850018 62850017

b) fällt mir auf: das könnte muß vielleicht auch anders gehen.. vielleicht hilft der 421fach verschneite schottische Thesaurus weiter (klickt mal auf die “show subcategories at this level”, da gehts erst richtig los!)… Murg. Nizzer. Rowster. Smuik. Stour. ;-) Bleffert. Bliffert. Doonlay. Driffle.

Mm. Pff. Grr. Dann geh ich jetzt eben in die Stadt und kauf selbstklebendes Glitzerpapier! Zum Ausschneiden!

to be continued…  So lange könnt Ihr ja mein JPG als ecard esatzrad nehmen!

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Musik im Weihnachtsflockenlabor heute:

Bobby Shew: “Salsa Caliente”, MAMA Records, 1998

Alter Ego: “Transphormer”, Klang Elektronik, 2004

A Fine Frenzy: “Bomb In A Birdcage”, Virgin Records,  2009

Thomas Dolby: “The Flat Earth”, Capitol, 1984

Erste Blicke jenseits der Mach 400

ysp-scanp-161113-406d-recolWie die ersten Schritte auf einem neuen Planeten, mit weit aufgerissenen Augen und baffem Geist. So kommt mir diese nächste Stufe PinXoGraphie vor, die ich kurz vor Blatt 400 erblickte. Ausgerechnet, als ich mich am Ende der ganzen Chose glaubte. Meinte, nichts mehr wäre nun zu holen, nichts mehr zu entdecken, meine Erfindergischt abgeschäumt und in all den Blättern am Ende nun niedergerungen.

Und dann kommt das. Und das. Und das. ysp-scanp-161113-406b-r2v23 ysp-scanp-161113-406c-recolysp-scanp-161108-404c-r2vn_____________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

Vince Guaraldi Trio: “Peanuts – Greatest Hits”, Concord, comp. 2015

Antonio Carlos Jobim: “The Girl From Ipanema”  Universal, 1996

__________________________________________________________PS.:

..darauf ein neues Deckblatt – cheeers!

Design als Genußsportaufgabe

Das wollte ich schon immer: Fotografie, LayOut und meine hybride Malerei auf einem Deckblatt dieser Seite vereinen, und nun ist es geglückt! Gestern abend kamen diese fünf Elemente zusammen. So unterschiedlich, so sich ergänzend. Ich war glücklich über den Fund der beiden fast identisch bewinkelten schwarzen Dreiecke. Und: beides Fotos aus Mannheim, ohne große Verstellung. Dazu die passenden, gemalten Gegenstücke – Freude pur!

Damit wuchs aber auch gleichzeitig der Ansporn, es mit dem fälligen, klickfolgenden Menue ebenso hinzukriegen. Denn damit ist es ja immer so die Sache: das Plakative für vorne drauf zügig hingeworfen darf mit sehr wenig Schriftzeug, darf die paar Buchstaben freestylemäßig sexy zum Einsatz bringen, alles in Richtung kühne Grandezza, keine Gefangenen.

Wohingegen schon das kaume Dutzend Worte, aus denen das Menue besteht, sperrig tut. Auf seine  Listenmäßigkeit, seine Akribie, seine e.x.t.r.e.m.e. wichtige Funktion beharrt als erste Aufgabe: Usability: Gebrauchstauglichkeit. Man denkt ja, ja, Rechtecke. Und macht halt los.

Aber das ist ein Fehler.

Wie man auch gleich sieht, denn der nachfolgende Schnellschuß nach Routineroutine war dann das da. Und: es tat schon irgendweh beim Hochladen:

Warum? Nun, es war so ein deutliches Gefühl der nachlassenden Spannung. Der Enttäuschung, nachdem das Startbild so viel “versprach” und hier wie immer brav alle Elemente des “Plakats”  Wiederverwendung fanden:

Architektur der 3eckigen Art im Foto – eine Seltenheit – mir fällt nur Gizeh und Las Vegas ein – dazu als Kontrastverstärkung und CharmeOffensivestrike das Zarte, Farbvollmundige der pinxographischen Gebilde obendrüber.

Da will man natürlich mehr von!

Nun gibt es zum allerhöchsten (Designer)glück das Wundermittel des Drüber-eine-Nacht-Schlafens und nun sitz ich hier und sage grimmig-bestimmt zu diesem Startbild: «OK, ich nehme die Herausforderung an!»

Was also wollte ich erreichen? Na, The same sensation, den gleichen Wow-Eindruck, das gleiche faszinierende Nebeneinander, dasselbe, die Inspiration Befruchtende, aus Foto und Gemalten gemischt.

Da mit dem Gebauten gestern abend (anscheinend – vielleicht könnte ich heute nochmal probieren, ist mir aber über – lieber tabula rasa) eigentlich kein Staat zu machen war, hilft vielleicht: nur das Prinzip übernehmen und mit einer anderen Bildpaarung arbeiten.

Ja, das ist es: das Rezept zählt! Sieht man ja auch!

Ich versuche nen Entwurf/Materialsammlung/Mood Board: Die Geometrie=Ordnung in schwarzweiß sollte nun die PinXoGrpahie übernehmen, also brauchts den Griff zu den wenigen bereits gespiegelten Bildern, die darüberhinaus “ins Gegenständliche” gehen. Siehe siehe da unten:ebk-scanp-151109-214c_manmiWarum nur denke ich da immer an Fender oder Retro-Mikrofone, wenn ich diese flügelig über diesem nächtlich aufgewühlten Meer schwebenden grauen Dinger sehe?

Dagegen das wohlig Bunte: nun Aufgabe der Fotografie. Grad kein Problem, denn da hab ich seit Ende Oktober nämlich “footage“, derdiedas drängelt sich mächtig ans Licht ;-) :489900-thumbsFeuerahorn in überscharfer Herbstsonne: Farborgie perfekt! Beim Fotografieren so direkt mittendrin wußte ich gar nicht, wohin die Linse richten, konnte mein Glück kaum fassen..

Nach einem konzentrierten Vormittag nun dieses Ergebnis, mit dem ich 90% zufrieden bin:

Die Elemente sitzen fast genauso wie beim Startbild- klickt mal hin- und her! – die Anmutung ist bold, positiv, hell, springt ins Gesicht. Buchstaben, Bildaufteilung und die Knallfarben an einem Strang – danke, Ahorn – Du machst happy Herbstfeeling!

Vielleicht (die fehlenden %) noch nen anderen Font anstatt des verwendeten “Tahoma” – hab ich aber nicht; also bleibt erst mal so. Auch die schwarzweiße Fläche könnte noch etwas eleganter sein, leichter, heller. Dazu müßte man aber a) entweder nach einem anderen Blatt mit Geometrie im PinXoGraphischen Archiv suchen oder b) oben etwas kappen. Dann aber bräuchte der olympisch sich ringelnde Soodlepoodle eine Runterrückung, dann aber c) hätte man die Bild- und Flächenaufteilung des Covers aufgegeben. Mag ich aber nicht. Zu viel Aufriß. Mir reicht die unerwartete, reiche Erkenntnis, mir brauchts keine letzte akribitche Meter zur Perfektion. Für so was gibts Kommissionen..

Voilá- so gehen die noch letzten fehlenden % gerne als unsichtbarer Lernerfolg™ und next-time-better-voucher!

Lernerfolg? Reiche Erkenntnis? Na, meine Ungeduld mit dem selbstgestellten Imperativ des corporate designs führte zur Erkenntnis eines höheren, abstrakten, nur indirekt als Rezept erkennbaren Gestaltwillen: beide Tafeln folgen denselben Regeln, spielen aber mit ihnen, daß es mir eine Freude ist… Genußsport eben ;-)

Und zum guten Schluß ratet mal, wieviele Versionen ich von dieser TafelArbeit gemacht habe, bis das jetzt paßt..

Die Zahl heißt dreiundzwanzig. Fürs Portfolio=Menue. Für vorne Startbild waren es gestern abend: 20

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Musik beim Schreiben/Genuß Designen heute:

Ophelie Gaillard: “Carl Philipp Emanuel Bach”, 2016, Little Tribeca

Johnny “Guitar” Watson: “Love Jones”, 1980, WILMA

London Elektricity: “Pull The Plug”, 1999, Hospital

Shudder to Think: “50,000 BC”, 1997, EPIC