Archiv für den Monat: September 2016

Berufsbezeichnung: Tangled Undergrowth Painter

Na, DA ist mir wieder mal was zugefallen:

Ich malte und fand es Gestrüpp!

Als übersehene Restmenge jenseits des kartesischen, gedoppelt buchgeführten, beappteten Lebens der Moderne, antipodisch auf der Rückseite der allgegenwärtig angestrebten Optimierungskadenzvorgaben und Selbstverstatistifizierung gelegen,  tut sich mir angesichts meiner stets  verändernden PinXoGraphien seit September der Begriff Gestrüpp auf, der auf mich malerisch/ wundersamerweise wie ein großer, attraktiver Wegweiser wirkt.

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Wie das kommt? Muß als Reaktion auf die allgemeinen Nachrichten zum (nicht nur technischen) Stand der Dinge liegen, die man so beim interessierten Surfen findet: “News” wie z.B. Clips satellitenbeäugter Aufklappdrohnen für die Aaschdash (= 12Hundert Euro), die mit dieser “Leine” auf Knopfdruck “nach hause finden“, den 25 Gigabyte Daten, die künftig pro Stunde Autofahrt anfallen werden, die feinjustierbare Fernauswertbarkeit, wenn meine Maus über ein Element am Bildschirm fährt , oder wenn üplötzlich “das Internet geschützt werden” soll (WTF??)

Sehr anregend, sich da vorzustellen, wie das bei den Großen ankäme, wenn plötzlich alle nur noch Gestrüpp hochladen, posten, verschicken und sich GPS-mäßig in einem solchen bewegen würden. Da wäre gaanz flugs wohl eine Gestrüpperkennungssoftware fällig harhar.

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Man malt ja immer Sehnsucht. Ich hier wohl die nach Ungesehen, Unvermessenen.

Ich male Gestrüpp, weil alles andere nur die halbe Wahrheit ist. So viele Selbstoptimierungsmöglichkeiten, immer mehr Apps und Anwender, und na – was ist denn de facto mit denen, so live und in echt, per Fußarbeit selbstbeobachtet im täglichen Leben? Nie dagewesenes Chaos herrscht – denn die persönlichen Vorlieben, Eigenheiten, Charakterzüge und Passionen, befreit von Eis und Schnee Konvention mischen-alles-auf.de

Und da hat Malerei (mal) nichts mit Realitätsflucht zu tun: es geht ums Interesse am Zustand der Kulisse.

»As she continues her practice, her work has continued to pure abstraction.«
steht bei wikipedia.org/wiki/Barbara_Kasten, ist bei mir irgendwie andersrum: ich entdecke in meinen fahrlässigsten Schmierern™ immer wieder etwas, das ich schon so oder sehr ähnlich gesehen habe, an unauffälligen Orten und unter merkwürdigen Beleuchtungen – und wenn es die Schatten zerknüllt- und zerkritzelter, verschwitzter Zettel in Einkaufskörbenstapel oder die feinen Fahr- Öl- und Schleifspuren auf einem Autohof sind. Denn eigentlich ist die umliegende Wirklichkeit™ Chef in Abstraktion.

Erstaunlich nur, daß ich zum “Erreichen des Gestrüpps” 360+ Blätter und über ein Jahr gebraucht habe.. denn es gibt da schon seit Jahren (fotografische) Vorboten:

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Wie man oben sieht: Gestrüpp ist nicht gleich Gestrüpp, wie ich neulich (2015) mal à propos KrimiCoverProjekt verlauten ließ. Und ohne diese kleinen gemalten Irritationen im Wilden wäre es ja nur: wild. Öde Action-Klischeemalerei, vom letzten Jahrhundert rübergepumpt. Aber ich will da mehr: die Hürde, die eingebauten Häkchen, kurz: die Brechung. Nur sie hilft, anzuhalten.

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..und da geht es ja auch viel weiter: ich will nicht nur ungezügelt wirkend wuchernde Flora, Anflüge von treibenden Seegras Segrad oder sturm/zerzauste, unbewachtete Böschungen -

Ich will das Prinzip “Gestrüpp”!

Das aber erst seit kurzem – seit ich das auch malen kann. Und erst anschließend bemerkt hab. Denn ein schneller Rückblick über die letzten sagen wir 30 Blätter ergibt: da ist etwas Neues in meiner pinxographischen Tätigkeit: alle hier versammelten Gestrüppe sind handverlesen und ich staune. Darüber, daß es da ein sehr feinjustiertes Gespür dafür gibt, ob ein Gestrüpp gelungen ist oder dann eben nicht zur Kategorie gehört. Diese beiden unten zum Beispiel markieren mir den Übergangsbereich:ntr-scanp-160601-352d-r3v2r ntr-scanp-160421-330b-recve

Ebenso diese, die ich aber nicht dazurechne – da ist zuviel Weltraum mit bei:

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Aber die Richtung ist spürbar, zeichnet sich (logo) vor allem im Rückblick ab.

Na dann mal flugs zurück zum Frischentdeckten! Da liegen noch fünf Angefangene und warten..

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Musik beim Schreiben heute:

Combustible Edison: “The Impossible World”, Bungalow, 1998

Plastilina Mosh: “Aquamosh”, Capitol, 1998

Crash Test Dummies: “Give Yourself A Hand”, BMG, 1999

Antonín Dvořák: “Sinfonie Nr. 9 e-moll “Aus der Neuen Welt“, Staatskapelle Dresden/ James Levine

Guiliano Carmignola: “Vivaldi – Late Violin Concertos”, Sony, 2001

die Welt im Spiegel

Nicht die ganze, sondern grad mal knappe 10 %. Hab ich grad nachgemessen. Die “restliche” Welt liegt außerhalb, neben und hinter dem Spiegel. Und ergänzt und ergibt das neue Mannheim-auf-Postkarten-Motiv mit v.r.n.l.: NeckarNorduferBebauung, Collinicenter und Fernmeldeturm. Kennt jeder in Mannheim, nur nicht so direkt nebeneinander “aufgestellt”.Mannheim-Serie-04-2-10Aber jetzt: wo gibts diese alles erklärende Balustrade ? Mmh..  die vom Schloß (erste Rückmeldungen zur Karte) kanns nicht sein, denn von dort gesehen läge das Collinicenter knapp rechts von den anderen dreien – womit wir bei der Gewinnspielfrage plus heute wären – siehe unten.

Und somit ist sie vorgestellt: die erste Postkarte, – es ist mein einundfünfzigstes Motiv – bei der ich vom selbstgewählten Dogma der ersten neun Jahre  gleich zwiefach abweiche: zum ersten Mal nicht von öffentlichen Plätzen aufgenommen und dann  nicht nur Vorgefundenes fotografiert,  sondern auch noch nicht nur Mitgebrachtes, sondern gar geplant Aufgestelltes: meinen humble Garderobenspiegel nämlich (hier meine Skizze nach Erstbegehung zur Situationserfassung,  Visualisierung & Ideengewinnung ).

Dieser Spiegel mußte aufs Dach, damit ich mit seiner Hilfe endlich mal die Stadtaufstellung  “korrigieren” konnte.

Eine alte Idee, nicht nur von mir, entsprungen dem Unmut über die unfotogene “Aufstellung” der Stadt. Generell, himmelsrichtungstechnisch und gebäudemäßig untereinander. Das fällt jedem auf, der sich fotografisch längere Zeit mit Mannheim beschäftigt. Irgendwann wünscht man sich die Sonne von der anderen (unmöglichen) Seite, mal die Verrückung eines störenden Elements – meistens Architektur, oft aber auch Bäume und Sträucher, von Kabeln, Masten und “Werbebannern” mal ganz zu schweigen.

Ich hege gar den Verdacht, das ist in fast jeder Stadt so: die Stadtplanung vernachlässigt die Fotogenität – Skandal! ;-)   Zur Bestärkung dieses auf Anhieb merkwürdig anmutenden Unmutes fand ich dann ausgerechnet in der Wettbewerbs-Ausstellung zum Neubau der Kunsthalle Mannheim  im Portfolio des teilnehmenden spanischen Architekten Rafael Moneo den Satz: “Der Wiedererkennungswert eines Ortes ist fast so wichtig wie der Ort selber.” Könnte auch von einem Postkartenfotografen stammen, dachte ich mir beim Lesen (mehr dazu in einem entsprechenden Artikel  vom Mai 2013).

Kurz: das alles hier könnte viel fotogener platziert sein!

  • Prominenteste “Falschaufstellung”: das Schloß: geht strikt nach Norden raus, dieser Ehrenhof und damit hat man immer: Schatten. Auf jedem Schloßfoto also: ungleichmäßige Beleuchtung, die immer und immer das Bild der abzubildenden Symmetrie, der Standardvorgabe als “Kartograf” unterläuft und ein Gefühl des Nichterreichens erzeugt. Es sei denn, man erwischt in der blauen Stunde eine solch genial ebenmäßige “Un”beleuchtung wie Annette Schrimpf.
  • Prominenteste “Fantasieaufstellung”: das MVV-Plakat von Ralf Hackeland c/o pozzi.de – MANNHEIM ALS SPIELZEUGSTADT – das hat mir sehr gefallen und meinem Unterbewußten anscheinend ;-) ebenfalls.
  • mein derzeitiger Lieblingszukunftsstadtblick – nämlich der von oben, per Drohne aufgenommen: Philip Hoheisel steuert seine frühe-Vogel-Kamera knapp überm Lindenhof. Ob das allerdings ein Markt für klassische Postkarten werden kann, wird man  abwarten müssen. “Ansicht” gewiß, aber nachvollziehbar für die Lieben daheim? “Da unten stand ich frühmorgens an Gleis 1″? Oder als DigitalSouvenir tauglich, so mit “den besten Stellen angekreuzt“?

Und das mit dem Spiegel fand ich ausprobierenswert. Keine Fotomontage, sondern eine fotografierte “Montage”, die auf der immer unsichtbarer werdenden Grenze von “gemacht” und “das gibts so” versucht, ihren Platz zu finden. Denn klar weiß auch ich, daß fast “alles geht”, trotzdem bin ich noch gefühlt ewig davon weg, Euch in meiner Abteilung Postkarte, deren Authentizitätsdogma ich fast so ernst nehme wie die Jury des World Press Photo Awards ihre Arbeit hier irgendeine zusammengepusselte Stadtfantasie druckfertig zu präsentieren. Eher versuche ich, so modern wie (mir!) möglich zu sein-  will heißen: so gedankenlos und nur auf den SchauWert/Effekt bedacht wie mein .. bilderhungrigster anzunehmender User.. auf neue Ideen zu kommen.

Daß dabei die Gefahr besteht, daß ich irgendwann an das Klischee vom Ideal der allen gefallenden Karte herantreibe, kommt mir ob meiner eingefleischten, durchtrainierten und sehr gut funktionierenden Klischeeklingel – ich guck einfach zuviele Bilder – sehr unwahrscheinlich vor. Und außerdem habe ich ja Euch als Regulanz (Beispiel Axel S.:”Bääh – diese Karte sieht ja aus wie “offiziell”)!

Alla hopp: Monnemkenner vor! Gewinnt zehn mal ein 10er Set Mannheim-auf-Postkarten nach Wahl!

Wer bis zum 31. Oktober des Jahres an gewinnspiel[ät]mannheim-auf-postkarten.de den korrekten Namen des Mannheimer Gebäudes mailt, nimmt an der Verlosung unter Ausschluß des Rechtsweges dieser zehn Sets im praktischen, signierten Geschenkschuber teil. Kreuzworträtseltipp: dieses historische Gebäude hat einen aus 9 Buchstaben bestehenden Eigennamen.

Viel Glück!

Postskri. P. Tum: Und ob es nun die Frage ist, ob das denn nun Mannheim ist (pur, echt, typisch etc.), ob man das arrangieren darf, wem das denn gefallen mag..

Austesten! Ich bin damit glücklich!

Denn NATÜRLICH ist das Mannheim – a) wo sollen diese Silhouetten denn sonst sein – und b) das Arrangieren mit Spiegel find ich, öffnet Türen, macht wach für die unentdeckten Möglichkeiten der Stadt, könnte eine neue Sportart auf instagram werden, so wie zum Beispiel #asenseofperspective, #faces_in_things, #wersolchehaushaltshilfenhatetc oder das noch, äh, kleine #mirrorcity..

Weitere großartige, den Tellerand aufbohrende Spiegelei fand ich im Werk von Barbara Kasten *1936 und in der grandiose motion picture timelapse Version von Michael Shainblum (den schätze ich so *1986 ca.).

Mir auf jeden Fall bleibt außer den Karten ein unretuschierbares Souvenir der undigitalen Art en plus:

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Das hat nun nen doppelten Ehrenplatz: eine Windböe nämlich brachte den nur provisorisch mit Mineralwassersixpacks “senkrechtierten” Spiegel irgendwann zu einem langsamen, aber unerreichbaren Kippen. Da half: flugs ein Foto des Wurfs machen, die beiden großen Reststücke einpacken.. und glücklich sein, daß das Foto im Kasten war.

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Musik beim Schreiben heute:

Dinah Washington: “Destination Moon” (Soundtrack zu obigem #wersolchehaushaltshilfenhatetc-Link)

Stereolab: “Dots And Loops”, 1997, Duophonic

various artists: “Artificial Intelligence II”, WARP 1994

Just Jack: “Overtones” , Mercury, 2007

Donald Fagen: “Sunken Condos”, Reprise, 2012

DisselPlumenStrauss mit EiffelTurmFlair

ntr-scanp-160603-353k-recolGeschieht mir recht: nach soo viel abstrakten dust bowling und kaltblütig gemachter Rätselarchitektur mithilfe PinXoGraphy-scher Technik ist es nur ausgleichende Zwanghaftigkeit™, daß ich mich ständig, unwillkürlich und willenlos in meinen Bildern nach etwas umsehe, das, äh, Baustofflichkeitscharakter, also etwas Griffiges, aus dem täglichen Leben Wiedererkennbares hat.

Und stoße gestern tatsächlich auf diesen “Ast”, links unten am Rand des pinxographischen Blattes #353, elfter Scan (so viele mach ich nur, wenn viel auf den Blättern “passiert”).header-ntr353k-recoll180.jpgDen schneide ich digital aus, mach´ mehrere und in verschiedenen Skalierungen draus. Und “arrangiere”. Bob, der digital vorgehende Baumeister. AbstraktionsAusgleich quasi. Und diese edelrote, ansehnlich fragile Tulpenblumenzwiebelrotebeete im oberen Bilddrittel kommt vielleicht auch noch dran..

Immer wieder ein Quell der Freude und des Entzückens:

daß man aus allem eigentlich FertigGemalten irgend etwas anderes, weiterführend Unbekanntes machen kann – dank Computerei und in quasi Sekundenschnelle. Naja – Sekundenschnelle verglichen mit der traditionellen Papier, Schere und la colle -Methode.

Und dafür müßte man erstmal Nachmittage lang am teuren Farbkopierer stehen.

Der auch noch unterschiedliche Skalierung machbar machen könnte. Und – gabs das etwa schon in den 80ern? Mmh, vielleicht gegen Ende..

Edel/teuer beschichtete, bauwerkstragfähige Gittermetallamellentechnologie, die nach Zukunft und space age gleichzeitig riecht. Mit Wattebällchen obenauf. Oder diesen flauschigen Fliegedinger in/aus herbstlichen Hecken. (ich google grad mal nach dem botanischen/lateinischen Namen… Nein, nein, keine Pappelsamen, was Selteneres..)

Architektur gewordene Symbole für flauschige Aufenthaltszonen, leisure suites, Aussichtscafés, Herz- und Magenwärmendes im Outfit schwindelerregender, hipper, industrieller Charmance…

Zusammengebunden zu einem sträinschen Blumenstrauß – mit Eiffelturmflair. Und alles: gemalt! No einziges photo was harmed…

Wenn das nix für den künftigen Poodle ist!!??

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Musik beim Schreiben heute:

Athena String Quartet plays Lo And Behold: “Hanging Loose On A String”

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Ich reiche nach: meine kleine Anschauungsgallerie zum Thema zügellos & durcheinander: genau dieser Bildermix ergibt sich heute, wenn man auf meiner Seite nach Bildern sucht, die in der Nähe eines “bin“s stehen.

“Aha,” werdet Ihr vielleicht denken: “in der Nähe eines “bin”s..” Irgendwelche zu recht verständnislose Fragen? Spannende Antworten zu diesem Thema in meinem  f.a.q.. Inbegriffen:  Selbstdarstellungsfragen im Internet, Suchmaschinenlaufmaschen, User-gemachte-Abwechslung und eine erfirschende Anarchie.

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Wird nächsten Monat ganz anders sein – ich lad ja ständig neue Bilder hoch – heute schon wieder dreizehn zum Beispiel – und schreibe immer neue “bin”s -  also sind diese neun oben eine geplant historische Gallerie für morgen..

Nachreichung #2: ebenfalls historisch und grad im “Jazzartikel” zu meiner Playlist oben gefunden: Perlon aus der DDR heißt… Dederon. Coole Taufregel, die leider durch die  verständnis/lesbarkeitsfördernde “E”s in die Hose geht betreff Markenbildung….

Tauf mir eine bunte Ü-Bär-Sicht!

Spiel mir eine flotte Majonaise!

Sei der Erste, dem dies gefällt!

Bizarre Imperative heute mal wieder, die ohne Nachgereichtes an Sinn nur schnöd/schöne Melodien böten. Aber die Zeit ist echtreif für einen frisch angerichteten Denkzettel. Einen Denkzettel an mich selbst, denn bei all den schnellen Werken ™ sollte man sich zumindest die auf die Ferne auffälligen, “grundbrechenden” Teile mal aufnotieren.

[ "Aufnotieren" - schönes Wort - eine Tätigkeit mit mitgedachter Unterlage ,-) Und natürlich die imaginierten Gegenspieler U-Bahn & Ü-Bär.. ]

Es geht um im-Kopfe-griffig-und-parat-haben. Natürlich kann ich als Erstbeteiligter ™ die frühen von den mittleren von den neusten Werken gut unterscheiden, aber auf den doch langen Zwischenstrecken herrscht Durst nach Ortsbestimmung. Dazu taugt die letzten November ins Leben gerufene Hey Kids – I shrunk The wOrks -Idee  (#191 – #237) vorzüglich. Dann gabs als Zweites das Schrumpfen von Blatt #322 – #342 – Ihr sollt ja auch was von meinen Bewegungen haben.

Und da ist ja auch allerhand entstanden, das mir heute die neue Freude bereitet, revue die Blätter #342 – #384 passieren zu lassen.

Es ist immer wieder höchst erstaunlich, welche Chancen selbstgemalte abstrakte Bilder haben, die man nach einiger Zeit wiedersieht.

Die irgendwie aus dem Gedächtnis verschwunden sind und bei erneuter Sichtung dadurch als neu bewertet werden. Automatisch! (..man will ja unbedingt was erkennen wollen!) Und die Schrumpfung zu nem 125 x 180 Pixelquadranten hilft mit, zu staunen darüber, was man da plötzlich “erkennt”:schwarzes-quadrat

Nein, kein Darstellungsfehler: dieses kleine schwarze Quadrat steht als Platzhalter, bis ich mit besagter neuster Collection soweit bin. Die werde ich dann hier  – ganz unten, denn echt schade wärs gar ums Quadrat ;-) – einfügen/dieses Posting nachanreichern.

Denn plötzlich gestern beim Sichten..

drängelten sich spontan Namenseingebungen vor, die eine ad-hoc Taufe nach der anderen fällig machten. Eingebungen und Inspirationen haben bei mir immer Vorfahrt, denn ich weiß, wie schnell dieses Sprühen wieder erlischt. Damit diese Titel nicht allzu in Eurer Luft hängen, gibts jeweils einen knappen Hinweis auf mein Bildergedächtnis, denn das hat mir die Titel unverlangt vorgeturnt..

Voilá diese acht kleinen neuen Schmuckstückchen – im “Befehl des Erscheinungsbildes“:

“The Guggenheim Knit” (ich las gestern von Martin Kippenbergers Bild.. )pinxography-332h-the-guggenpinxography-322d-crazy_tool

“The crazy Toolbox Of Mrs. Dynamite” (eine ebensolch crazy Umtauschgeschichte in einem mir bekannten Drogeriemarkt), das “Pfauenfeder-Mutterschiff” (da gibts ein ähnlich lautendes E.L.O.-Cover..),

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“die Schwadenküche” (“Gerüchteküchlein” wär zu kurz gegriffen – ich hab da eher das global menschliche Phänomen vor Augen. Von innerbetrieblicher Buschtrommel bis zur Hohen Politik oder siehe da: Sportmärkte. Oder wars gar die letztjährige Lektüre  der Intrige?).

Luftbetankung“(es gibt da eine gewisse Schwäche für nicht-haushaltsübliche Technik-im-Bild, außerdem legt das Bild genau diesen Titel  – wenn auch leicht subersiv – steilvorlagenmäßig nahe, oder??), “Burning Manierism” ( ich finde Fotos von Victor Habchy davon),

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die “Erfindergischt”, und die “Spielzeug-Unterwäsche” sind spontane Eingebungen angesichts der mittleren Bildgrößen, die Ihr hier auch in meiner Inspirationsdimension sehen könnt. Die kleinen können DAS nicht!

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Wie Ihr seht, kommt beim Taufen heute meine Wortspielfreude zusätzlich mit aufs.. äh,  Tapet. Eine wie ich finde glückliche Koinzidenz, die man beim Schopfe packen muß… Öha – das war wohl mein Imperativ des Tages..

Ah – da (am Tag danach) ist sie, die shrunk collection, Teil 3! Von Blatt #345 bis # 363 fand ich 48 Miniaturen – and still 20 sheets to go and tbc.:

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Musik beim Schreiben heute:

Musica Sequenza: “Sampling Baroque”, DHM, 2016

The Sushi Club: “Sushidelic”, ELEKTROLUX, 1999

Vorisek: “Sinfonie D-Dur op. 24″, Ensemble: Collegium 1704 / Václav Luks – live 2015

Weiter ins Gestrüpp

… war mein erster Gedanke, als ich DAS plötzlich sah heute morgen:ysp-scanp-160908-383c-r2layMit “plötzlich” meine ich das im Wortsinn, denn der Rechner erlaubt es ja,  jeglichen Eindruck, den man von den fertig gemalten pinxographischen Blättern hat, fast vollkommen frei umzugestalten – mit einer winzigen Mausbewegung, die den Fader bewegt:

aus gemalt bunt wird “berechnete” Düsternis, aus freundlich abweisend. Und, erstaunlicherweise: umgekehrt ebenso -siehe Übernächstes unten.

Farben machen das (mal wieder). Und mit einer frisch entdeckten, speziellen Layertechnik kommt nun eine neue Bildvariante ins Spiel: Gezeichnetes/Gemaltes löst sich weiter auf, verschwimmt dadurch noch nahtloser mit dem mauserklickten Hintergrund. So gelingt es, in a serendip way ;-) , einen noch natürlicher wirkenden Raumeindruck hinzubekommen. Der weiterhinnen Treue zu meinem selbstgewählten Dogma:

«Genau so hab ich das gemalt, nur nicht in diesen Farben»

seid versichert, der Kolorierung sind damit aber weiterreichende Freiheiten erschlossen. Irgendwie schwindelerregende, denn ich dachte, nun langsam an das Ende dieser andauernden, fast ans Zwanghafte (=Neugierige) Grenzende  dieser Blätterfärberei  -  das ist immerhin schon Blatt #383 – zu gelangen.

Und dann “passierte” mir gestern abend dieses neue Deckblatt der PinXoGraphy.com:

Metallic-Effekte blenden über in Solarisationen, diese wiederum in strukturbesetzte Farbverläufe, Originalfarben werden bis zur Unkenntlichkeit “verrechnet”.

Schon wieder Neuland! Mitten im Dickicht der Routine! ;-)

Grad eben: diese regengebogene Farborgie mit rätselhaft deutlicher Raumwirkung, aus Flammenbogen im Hintergrund, dazu/davor scharfgezogene Silhouetten zwischen fixierten Eiskristallen und mineralischen Querschnitten…

ysp-scanp-160908-383c-r2v_xUnd das Dollste: ausgerechnet mit nem Blatt voller tiefschwarzer Striche, Schmierer und Grobwolken!!

Und hier noch ein “darker” Beitrag zum beliebten Thema cat content, illustrierend gemixt mit einer labyrinthischen  “Zyklopengeschichte”…ein Vorschlag für einen mythologischen Reload quasi. “Gefunden” auf dem nächsten Blatt #384. Das gerade fertig geworden ist und frisch fixiert im Scanner unterm stets wandernden Lichtriegel ruht..ysp-scanp-160909-384-r4invrAber es geht auch ohne Layerei (weiter) – mit Farbe am Blatt ist mittlerweile dies Erstaunliche drin: ysp-scanp-160909-384c-manor

Nachtrag vom 29. September: da sieht man mal wieder, wie Ideen, die mal formuliert sind, im Hintergrund ungefragt weiterwirken. Jedenfalls jählings gestern abend beim digitalen PinXographieren fällt mir das ideale “Gestrüpp” ins Auge – gestrüppig in einem Maße, wie ich es bislang noch nicht hingekriegt hab. Mich erstaunt das sehr, erkenne ich da eine Weiterentwicklung ins Rohe, Wilde, Unvorhersagbare, die mich sehr reizt, da weiterzuforschen:

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Musik beim Schreiben heute:

Beanfield: “Human Patterns”, COMPOST, 1999

Zero 7: “Simple Things”, Ultimate Dilemma, 2001

Karma: “Thrillseekers”, Spectrum Works, 1999

Kitty Daisy & Lewis: “Kitty Daisy & Lewis” Sunday Best, 2008

SpacePoodle – ein Fall von Rückfall in die 70ies oder: warum ich kein Grafikdesigner (geworden) bin

Na da hab ich mal wieder den Beweis, WAS Colorierung alles kann: ich drehe  den Farbkreis des PinXoGraphy-Blattes #381 (unten) ein Stück nach rechts und schwupp – dieses A4C737-Limettengelbgrün, das plötzlich die rechte Hälfte ausfüllt, katapultiert mich straight back in die Designwelten der Siebziger, mir am pursten sichtbar auf blog.iso50.com! Und dazu die noch frisch im Gehirn verblassende Bildersuche vorgestern nach Craig Breedlove..

“Na, dann kann ich ja gleich ein entsprechendes Cover für diese Site draus machen”

denke ich und starte den Photoshop (in Ermangelung des IN-Designers).. Das flöcke Aufziehen von ein paar weißen Rechtecken mit 20er Pixel Eckenrundung  brachten den Anstoß, es mal wieder mit nem Schriftenentwurf zu versuchen. Einfach nur für die paar (sprich: sechs) Buchstaben des Soodlepoodle:

Hab ich übrigens schon immer gern gemacht: für Bandplakate oder fiktive Plattencover erstkritzelnderweise Buchstabenformen erfinden und sie dann so lange gegeneinander abgleichen, bis das zu ner Art erkennbaren Stil UND ästhetischen Harmonie führt. Und: Buchstaben aus einem abgerundeten Feld ausschneiden klappt ja ohne spezielle Typo-Software ganz gut harhar. Und paßt – welch Zufall -  in die angestrebte Science-Fiction-After-Space-Age Design-Zeit, so grob von Sputnik `57 bis Star Wars `78

Sollte ich mal was Geschwungenes, eher Kalligraphisches haben wollen, mal´ ich das so lange von Hand, bis eine gelungene Version aus den Einzelzeichen zusammencollagiert werden kann nach dem Einscannen. Beispiele aus dem Archiv:

start-garnlobsterAlso grobe fahrige Kelle – siehe Betreff. Und Statement gegen den PerfektionsfeeTisch. Muß auch sein ab&an, vor allem, wenn ich mich beim Surfen auf entsprechenden Seiten mal wieder in Stücke gelangweilt hab. Da hilft das klassische rauhe, ungeleckte “Indie”-Design zum Ausputzen; der Stücke..

start-pfebk-scan-150713-26oNein, kein Saloonkonzeptstorekonzept, nur ein paar handgezogenene braune Linien auf schwarz.

Also los! E, D und das O: null Problem, eher diffizil: das L und das S, das ohne “Stilbruch”, also ohne Mißachtung der durch die ersten drei Buchstaben festgelegten Strichstärke und Queraufteilung nur verhundert wirkt. Zum Schluß noch eine etwas waghalsige Lochung des Ps, aber ok für mich:_soodlepoodle-goesiso50styl

Jetzt guck ich aufs Ergebnis und denke:

OK, man kann es gut lesen..

,..aber ordentlich nach den güldenen Regeln ist DAS nicht gemacht – viel zu Kraut und Rüben in den Strichdicken und Leitlinien. Denn Leitlinien muß es geben in der Welt des Designens, hauptsächlich  beim Schriftenbau.. zusammen mit Punze, Schattenachse, Sporn, Taille, Tropfen, Überhang & Überlauf als BauteilBezeichnungen des Buchstabierens, von denen ich gerade eben beim Schreiben erstmals lese/höre. Ebenso  von der Paläografie. Und einem interessanten “Making-Of” der Prado-Schrift auf http://26plus-zeichen.de/fonts/prago/. Und den Anforderungen-an-die-Gestaltung-einer-Leseschrift von Lisa Krack. Voll interessant, womit man sich befassen muß kann beim Schriftenerfinden, trotzdem liefert mir das leider zu wenig Elektrizität, da richtig ernsthaft einsteigen zu wollen, so 9 to 5 – siehe Betreff..

In meiner Vorstellung tummeln sich nun das PinXoGraphisch-Ungestüme und das überaus aufgeräumt Durchgestylte des oben erwähnten blog.iso50.com. Plus der Anflug von Ordentlichkeit, die einen beim Überfliegen des slanted.de-Blogs überkommt.  Da, so fährt es mir in den Kopf, könnte es reizvoll sein, beide Bereiche so lange wohlwollend aufeinander zuzubewegen, bis ein Hybrid entsteht. Ich teste ein paar Versionen mit dem rawen Ausgangsmaterial:ysp-scanp-160817-378k-recolntr-scanp-160809-376f-recolntr-scanp-160809-376e-vnrecgleiches Blatt #376, andere Farben und eine halbdurchsichtige Variante als Flächendecker , zusammen mit dem ersten Beispiel mein Favorit bislang!ntr-scanp-160809-376d-r4ven

Das hat Potential! Mal sehen, was mir Weiteres einfällt…

Am Tag danach ..juckt es mich natürlich schon in den Fingern nach all der typographischen Weiterbildung und ich baue C&A dazu -  zum Wort-”Space”-Baukasten – mit Reserve-C.

Na und dann brauchts natürlich noch ein farblich durchdekliniertes DIN-Poster für diesen 70er-Erstentwurf, ganz entsprechend meiner pinxographischen Praxis. Und – welches “klingelt” bei Euch?

_soodlepoodle-goesiso50s01 _soodlepoodle-goesiso50s02 _soodlepoodle-goesiso50s03 _soodlepoodle-goesiso50s04 _soodlepoodle-goesiso50s05 _soodlepoodle-goesiso50s06 _soodlepoodle-goesiso50s07 _soodlepoodle-goesiso50s08 _soodlepoodle-goesiso50s09

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Musik beim Schreiben heute:

The Sushi Club: “Neo-Sashimi”, 2000, Elektrolux

Pantha du Prince: “Black Noise”, 2010, Rough Trade

Stereolab: “Dots And Loops”, 1997, Duophonic

Musik beim Nachschneiden am nächsten Tag:

Ian Dury & The Blockheads: “Do It Yourself”, Stiff Records, 1979