Archiv für den Monat: Mai 2016

Für diese / an dieser Stelle bitte eine Idee!

..das simpelste aller Rezepte zum Füllen des Lebens einer Fläche mit Farbe! Nach diesem nämlich “untersuche” ich meine entstehenden pinxographischen Blätter, sind die ersten Farbflächen oder Liniengebilde mal verteilt. Dann: Vervollständigen en detail. Anfangs am leerne Blatt gehts immer erst mal mit ner Kombination aus freier zeichnerischer Assoziation, ungezügelter (grob)motorischer Fahrigkeit und – neu – gerne waghalsigen Klischees (Bäume, Sonne, Berge à la Kinderstyle) los. Und dann, gerne erst am nächsten Tag, versuche ich, an allen langweiligen Stellen, an denen mit meiner Begeisterungsfähigkeit nix passiert, möglichst ein Stück Idee so einzufügen, daß.

  • etwas Ungeplantes
  • auf den erwachsenen ersten Blick Kindisches
  • Unzusammenhängendes
  • Chaotisch die schon versammelten Bildelemente Ignorierendes
  • exzentrisches Etwas

dazukommt.

Etwas, das das Bild verwandelt/umdreht und plötzlich Funken der Faszination schlägt. Oder Gedanken wie auweia hervorruft. Das geht auch und: macht gar Spaß. So kann man Schritt für Schritt zu einer Vollendung eines Ungeplanten schreiten. Und wird ob begrenzter Fläche irgendwann fertig. So einfach ist das.

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OK. Ein seehr Wichtiges fehlt noch, um zu diesen Bildergebnissen zu gelangen/vorzudringen: rechtzeitig loslassen. “Fertig” sagen und zum nächsten Blatt übergehen. Ganz oben das neuste Beispiel, denn dieses Blatt #350 lag nun fast vierzehn Tage, bevor ich es mit #vollendet, #fertig taggte. Kann man täglich üben. Papier und Stifte als wohlfeiles Material.

Oder nur einen einzigen Strich machen und den so lassen. Können. Das ist auch eine bildfüllende Idee -  für nicht nur diese Stellen heute ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Louis Théodore Gouvy: “Caprice No. 59 opus 2″ , Duo Tal/Groethuysen

The Kilimandscharo Darkjazz Ensemble

The A.b.s.t.a.n.d. Win Win Stew

Aujeah. Denglish in Überschriften. Wenn mans eilig hat, liest man da vielleicht gar “Winne stew”. Um, könnte ein indianischer Büffeleintopf sein. Aus nem verschollenen Karl-May-Film.. tsts – also diese Blogger!  Schprachegal, wie, Hauptsache: catchy.

Hab ich in meinem Überschriftenbastelbuch gelesen.

Zweitbedingung laut Schneider/Esslinger: sie hat den Sinn, «die Nachricht über der Nachricht» zu sein.  Yep – genau so isses, bin ich doch immer wieder erstaunt, was es krass es ausmacht, von welcher Entfernung aus man auf seine Werke guckt. Nicht nur zeitlich. Also kommt hier die zweite Folge von Hey Kids, ich hab die Werke geschrumpft und ich kann Euch versichern: die sehen klein so am allerbesten aus!!shrunk-collection323-342Anmerkung: große 1115 x 2456-Bilder werden von prominenten Suchmaschinen Erstgenannt. Das ist absichtlich großgeschrieben. Denn heute gibts statt dieser historischen Unveränderlichkeit …Rankingrennen. Mit tierischen Regeln. Panda. Pinguin. Und seit neustem gar: Kolibri. Für alle Dahergelaufenen zum Mitherumrudern. Da schlangengebiete ich natürlich mitSpaßmit.

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Musik beim Augenzusammenkneifen (mußnich, man´kann´n Stück größer klicken):

various artists: “The Fez Files – Volume Uno”, Schema Records, 2000

The Slackers: “Redlight”, Hellcat, 1997

Solche 6 wie wir 5 gibts keine 4, weil wir 3 die 2 Einzigen sind

ntr-scanp-160510-341b-rec18Der Schnaps zum Begießen von Blatt #333 ist ausgetrunken, aber  schon durch Whiskey (und heute Blatt #341) ersetzt :: gemäß dem Spruch

«Man sollte immer eine kleine Flasche Whiskey dabeihaben, für den Fall eines Schlangenbisses – und außerdem sollte man immer eine Schlange dabei haben.»
W.C. Fields

Nein nein, wie immer ist der Soodlepoodle beim Malen von äußerster Nücheternheit benetzt, wandert während des Arbeitsprozesses immer zwischen Stiften, Blatt und Radiergummilager in der Küche und dem Scannerzimmer hin- und her. Surft im Netz, wenn das mit dem Scannen länger geht, und findet Interessantes zum Thema Dranbleiben:

«I feel like the artists who matter to me the most stick to one theme and that´s where the real development comes from – the act of revisiting things.»

Thomas Demand im Interview mit Anne-Celine Jaeger (Deutsche interfjuhen Deutsche  – auf englisch?)

Daß ich an einem Thema “klebe”, kann ich bei meinem Malen und Umfärben garwohl auch behaupten. Und dabei  immer noch überhaupt nicht einschätzen, wie lange wohl noch. Denn wenn nach dreihundertvierzig bemalten Blättern jäh solche Konstruktionen wie diese da hervorsprießen, kann ich mich nur wundern, daß da immer noch was Unerwartetes kommt. Und überlege gar in manchen lengthy Momenten, es doch einfach mal sein zu lassen und irgendwas weniger Einbahntunnelstrassiges zu tun.

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Dann aber lasse ich mich von John Baldessari ermutigen, an dieser streng nach Besessenheit riechenden Sache dran zu bleiben und finde dazu die weisen Worte des Malers John Currin in einem wirklich grandiosen englischen Interview/Artikel im Newyorker:

“You should never will a change in your work—you have to work an idea to death. I often find that the best things happen when you’re near the end.”

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Na denn! und: wie auch immer! Hey! Guckt mal da! Diskobeleuchtung!

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PSerendip des Tages: Wem dieser

  • «This is John Baldessari´s pencil» (cut)
  • «This is John Baldessari´s chair»  (cut)
  • «This is what John Baldessari sees when he sits at his desk» (cut)
  • etc..
  • FilmSchnittStyle und das Geraune von Tom Waits gefällt,

der findet sicher auch Gefallen an einem Encore, nur auf deutsch. Und über/ mit Designermöbeln..

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Musik beim BuchstabenSchüttelen heute:

oliverunddieblauenhunde.bandcamp.com: “schwebebahn 1975″ EP

Moby: “Ambient” (Bonus- CD vom Album “Hotel”),  V2 Mute, 2005

Steve Bug Presents: “da minimal funk”, RAW Elements, 1997

Stammheim Presents “Heimfidelity 2″ mixed by Oliver Huntemann, 1998

Voilá – Blatt Nr. 333 – n Schnaps dazu?

So hab ich es gern – wild und ungestüm sollen sie sein, die pinxographischen Bilder meines dritten dreistelligen “Repdigit-”Blattes. Erstaunlich, unvorhersehbar, fremd und rätselhaft. Sternenstaub und Kaffeeflecken. Elektrische Kürbisse, verheißungsvolles Über/UnterwasserLicht, schnabelhaltende Stahlwolleknäuel. Muscheln, die von Rugbyellipsoid und Kürbis abzustammen scheinen oder umgekehrt. Zielflagge, rostmetallische Verwitterungspatinae, Treppenabgänge in rotschäumende Gischt, Lasershowstrudel und partikeldurchwehte Kinderschnörkel zum Thema “sphörische Dreiecke selbstgebastelt”.

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Ab morgen gehts dann wieder brav weiter – 7 nächste Blätter sind schon “an”gemalt.

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Musik zum Anstoßen nach getaner Arbeit heute:

Megashira: “At Last”, INFRACOM, 2001