Archiv für den Monat: November 2015

Kinder, ich habe die Werke geschrumpft!

Es muß etwas von Trotz haben, daß ich größtes Vergnügen in Buntstiften, Pastellkreiden und Papier finde, der Weiterentwicklung des “Gemalten” hinterher per PC und dann.. der Verkleinerung. Auf etwas mehr als Briefmarkengröße. Denn das Klischee ist ja eigentlich

  • “Je größer das Kunstwerk, desto mehr Geld kann man dafür verlangen.”
  • Die Königsdisziplin der Maler ist “in Öl”,

Nicht, daß ich es dann auch so winzig malen/zeichnen/pinxographieren würde – aber ich habe herausgefunden, daß es (mir) am anregendsten erscheint, wenn man dem es betrachtenden Gehirn in einer Dimension präsentiert, durch die es am wenigsten von malerischen Details oder Rätseln um die Technik gefangen genommen wird, sondern sich geradewegs auf das Bild als Wirkmittel stürzen kann.

In meinem Fall sind dies knapp 200 Pixel, lange Seite:pinxstamp-226-227

Na – was seht Ihr? Entengebläse, Krokodilbrote, Noppenpantoffel, Rauchkringel, Wagnersche Kulissenmalerei, Duschmattenunterseiten, Schnäbel, Spanischen Wind, Leuchtmäuse? Oder hier:pinxstamp-228-229Bläschen im All? Zwillingseier? Ringelwürmer? fluoreszierende Tiefseefische? Kumquats?

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..mehr.  ..Tiere? Solche wie Schietreeger, Brückenskorpione, Herzklappenfrösche?pinxstamp-214-191

Blubber? Flieger? Ohrbügel? Wasserglitzer? All das. Und wahrscheinlich noch viel mehr ;-)

Entdeckt hab ich diese optimale Wirkung… am PC. In einem Ordner mit größergestellten Thumbnails der Pinxographien. Ähnlich wie neulich die quadratischen Auto-VerSchnitte meiner eigentlich rechteckigen MannheimGram-Beiträge-aus-der-Ferne – ts ts …die Standardeinstellung der Computerei quatscht mir  in die Ästhetik rein- eigentlich ein Skandal ;-) Aber..

Wow, dachte ich, so klein sehen die Werke völlig fremd aus, die “Herstellungsspuren” verschwinden völlig, man kann weder Strich noch Wisch noch Tupfer erkennen – grandios!

(..)

Hier ein paar Ausschnitte in “übertrieben groß” derselben Bilder. Eine andere Welt!

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Hier gibts noch die englische Version dieses Artikels.

PS.: die Tiefseefisch-Assoziationen kamen mittlerweile schon öfters mal als Reaktionen auf diese Bilder. Und ich habe noch sehr spezielle “Models” hier gefunden. Von komplett unerwarteter Seite eine mächtige Bestätigung, in Richtung Exzentrizität (oder: Biologie?) weiterzumachen.

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Musik beim Schrumpfen ;-) heute:

Groove Armada: “Late Night Tales” Vol. 2, Azuli Records, 2008

Hey Kids, I Shrunk the Works!

It seems to me there´s no little portion of defiance in dodging two of the main rules of marketable art: the bigger the better and the almost boldest classical must: it has to be oil (spilling?) on canvas. Instead I stubbornly stick to coloured pencil, delicate chalk pastels on some old paper. Even worse: after scribbling, smearing and milling I feed the work into the computer (devaluating!) and now even  decrease the size of the pictures to a double stamp square.

But I just found out that this minor size is the best to make those strange paintings confer their effects on the beholder. For all the automatic puzzling over technique and traces of getting the paint onto the paper vanish by minimizing and the picture can develope the pure pictorial effect on those who look at it.

In my case its about 200 pixels in height (the numbers below are those of the sheets I painted on):pinxstamp-226-227

So now – what do you see there? Strange parts of even stranger animals? Some spacial sceneries, cassical scenic painting for Wagnerian operas, the lower side of shower mats, beaks, spanish wind, light-emitting computer mice with …pimples??

Or here below:pinxstamp-228-229Bubbles in space? Twin eggs? Metal worms like gooseneck microphones as in science fiction comics? Luminous deep sea fishKumquats? Melting roses?

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Bulbs? Flyers? Sun reflecting in water? May be. All of that. And probably a lot more ;-)

It was the standard computer settings of displaying of pic files as thumbnails that suggested these way of looking at something in fact much bigger in size. Scandal that some kind of technical default intervenes my personal aesthetics! ;-)

Here some zoom-ins, “crudely exaggerated” close-ups of the same pics. An other world!

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Read the original German version of this posting.

PS.: By the way the “luminous deep sea” feedback to the pics multiplied during the last days of showing round. Meanwhile I found some very special “models” for further drawings here  – encouragement for further pinxographic excentric excursions from a total unexpected side ,-)

May 15th 2016: The shrinking continues!

Here´s 38 new works in mini size as I´m browsing my PinXoGraphic Sheets-and-Scans: The Hey Kids, I Shrunk The Works Collection # 322 – #342 :shrunk-collection323-342

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Listening to while shrinking ;-) :

Groove Armada: “Late Night Tales” Vol. 2, Azuli Records, 2008

Hexerei mit dem Zauberdings called Farbe

“With colour one obtains an energy that seems to stem from witchcraft.” diesen Spruch von Henri Matisse hab ich auf artistandstudio.tumblr.com gefunden und bei manchen meiner neusten PinXoGraphischen Werke kommt mir die Richtigkeit dieser Aussage zu Kopf. Da hat sich seit Henri nix geändert ;-)

Durch die Überführung ins Digitale ersteht nämlich die fantastische Möglichkeit, ein bereits fertig gezeichnetes/gemaltes Bild in seinen Farbmöglichkeiten durchzudeklinieren: (auf-den-Kopfstellen natürlich als einfachster “Trick”)

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Denn in einer anderen Farbe oder Kombination aus Farben wandeln sich diesselben Scans in etwas komplett anderes – ein neues Bild mit massiv anderer emotionaler Wirkung entsteht. Eine neue Gestaltungsmöglichkeit, die vor dem Computerzeitalter kaum möglich war- zumindestens unvorstellbar in dieser Geschwindigkeit, naja – wenn überhaupt. Stellt Euch mal vor, das zweite müßte man malen, nachdem man das erste fertig hat! Sich erstmal vorstellen können!

Dadurch nämlich, daß alle Bildpunkte in Zahlen aufgelöst sind, kann man mit computing diese so verändern, daß ver<y Ungesehenes dabei möglich wird. Von der Ästhetik dieses organisch-floralen Gebildes zum heutigen Beispiel war ich so überrascht, daß ich es auch flugs als Startbild für die www.pinxography.com eingesetzt hab – in einer dritten Version:start-ebk-scanp-151110-215c

Oder guckt Euch nur mal an, was die (Um)Färberei hier “anrichtet”:

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oder hier: ebk-scanp-151102-197k_rc3 ebk-scanp-151102-197k_rc4

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und es müssen ja nicht immer weite Sprünge im Farbkreis oder ein jähes Abstürzen der Sättigung ins Farbarme sein. Ein Stückchen von rot nach gold, und schon wirkt alles ganz anders..

+ebk-scan-151026-181e_rc2 ebk-scan-151026-181e_rc3

oder, als letztes Beispiel für heute, diese frappant differenten Versionen:

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Falls Ihr, äh, Schwierigkeiten mit dem Wiedererkennen irgendwelcher Gegenstände, Wetterlagen oder Personen auf diesen Bildern habt, schaut einfach gedankenlos drauf und denkt an den Satz, den ich auf www.kunsttherapieforschung.de gefunden hab:

Das sichtbare  Bild  wird  dabei  als Übergang in eine  Wirklichkeit  aufgefasst, die äußerlich und innerlich  zugleich ist.   ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Chico Freeman: “The Pied Piper”, Black Hawk Records, 1986

Steely Dan: “Gaucho” MCA, 1980

Mann, der begeistert seinen Plan erklärt PLUS die versunkene-Schatz-Euphorie-Imagination

Logo, daß man mit Bezeichnungen und Titeln für eigentlich Abstraktes diesem dadurch  a) Deutungsrichtungen vorgibet und die damit infizierten Blicke lenkt, für immer auf eine Sichtweise festlegt, aber b) wurscht… da kommen noch viel mehr – für die vergebe ich vielleicht nur Nummern ;-) Nonetheless bin ich im..

Pinxography- Schaffensrausch! Liegt an den unnatürlich milden Temperaturen im geradig stattfindenden November”frühling”. Und an den suggestiven Ergebnissen von Blatt #202 (unten), #208 & #210:
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..und daß (s)ich mal Unterwasserbilder aus meinem Computer schälen würde(n), hätte ich auch nie gedacht. Aber was Freundlich Anderes sonst ist DAS?!ebk-scanp-151107-208b_recol

TagesBonus: 1 Abfallprodukt sprich 1Bildhaftiges, das ohne sichtbaren Stift, Pinsel, Papier oder Leinwand auskommt, die Malaktion davor als essentielle Vorbedingung jedoch nötig war, um diese Topographie zu ermöglichen – hier noch eins für Euer graphisches Augenkitzeln. Gerne auch als Interieru die Wände hoch imaginable ;-) :ebk-scanp-151105-202c_reco2

Wenn das man kein bunter Herbst ist…

OK, ich will mit diesen neuen Werken kein Spielverderber sein. Also treten Sie näher ans Display! Freie Assoziation allerseits, bitteschön!:ebk-scanp-151107-209c_recolebk-scan-151026-182febk-scanp-151107-208d_recol________________________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

Disclosure: “Settle”, UIR Ltd., 2013

Rockers HIFI: “Overproof”, WARNER, 1998

Fisch mit Lolly oder: schlecht beleuchtete Elefanten bekieken mein Abendbrot

So ein trüber Tag! Und ich – male dunkle Bilder!” sagte ich gestern im Morgennebel , der nach einer kurzen, nur mühsam helleren Phase auch zum Abendnebel wurde, zu meinen Nachbarn auf dem Weg zum Bäcker. Die Tage zuvor ebenso: still, kalt, lichtlos.

Null Ansporn von Wetter`seite, eher die Idee von geistig-emotionaler Starre, höchstbestenfalls Winterschlaf in der Luft. Aber dann kam alles ganz anders: ich setzte mich hin und wollte Farben satt. Und Bewegungen. Auf Papier, so wild und ungestüm wie möglich…

Nach wie vor haben Gegenstände oder irgendwas, das man mit dem Fotoapparat aufnehmen kann, keinen Zutritt zu meiner Malerei. Dennoch schleichen sich durch meine inverse Technik ab und an d.e.u.t.l.i.c.h. erkennbare Protagonisten ein. Heute extrem: das ganze untere ZweiDrittel ganz klar siehe Überschrift:ebk-scanp-151103-199c_recol

Den blaulila Flieger am Brot hab ich im Titel weggelassen. Wegen Überlänge. ;-)

Gleiches Blatt, ein Stück weiter: der Hase in Kugelform. Hinter der Umzäunung: Getöse, das wilde Leben, aus bunter Holzwolle nachgestellt und mit Pastellkreide abgemalt (meine Interpretation, ähem):

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Klappt man ein anderes Stück eben dieses selben Blattes zur Symmetrie auf, (digital natürlich,) kommt das da zum Hervorschein: Mittelreliquie/Dämonenzentrale und scheidende/flüchtende Engel/Geister-in-Gewändern – die obigen Hasen unten zu graublauem, steinkugeligem Beiwerk umgeformärbt :ebk-scanp-151103-199f_recolDann, noch ein Stück weiter und gedreht: Fische und Fögel, vliegende:ebk-scanp-151103-199_recoll

Wenn man die drei Bilder oben genau anguckt und vergleicht, kann man gemeinsame Elemente entdecken. Und die gekippten Elefanten von ganz oben. Alles auf einem Blatt tja.

Auf dem mittäglichen Vorgängerblatt #198 erblicken wir hier das noch unberühmte “Nest ‘n’ Ham” – nicht zu verwechseln mit dem Wirkungskreis des Robin H. – und ich kann nur sagen: so hab ich das nicht gewollt! Ich hab mir nichts dabei gedacht! Ich wollte nur Farbe aufs Papier kriegen! Dick! Bacchantisch! Planlos! Und  in sonem Rot hab ich das auch nicht gemalt! Das war der Computer,mann! ;-) ebk-scanp-151103-198e_recolUnd wenn dann noch diese windig-verdrehten Gestalten dazukommen und mir aus dem jähen Nichts dieser lustige (Kinder)Titel angeflogen kommt – und dann noch das mir seit je brachliegende Wort bekieken – also, da kann echt niemann mehr vonnem trüben Tag sprechen, oder?!ebk-scanp-151103-198_recoll