Archiv für den Monat: April 2015

das Reingretchen im Mai – Back To The Classics

Dieses eine Foto brachte mich zurück auf die Spur:reingretchen-c609oal-140900Denn so war das Reingretchen ja entstanden: abgelegte, betagte Archivbilder machen einen neuen KrimiCoverKatalog. Mit dieser Idee startete dieses Unternehmen vor knapp drei Jahren. Und zahlreiche Verzweigungen, Variationen  und jede Menge Inspirationen sprossen.

Vergangenen Monat nun der weiteste Ausflug von dieser Grundidee: mein aktuelles Malen-nach-selbstbestimmten-Zahlen schwappte mit einem ganzen 16-stückigen Monats-Tableau rein. Gemäldeproben als KrimiDeckblätter:pinxography_goes_reingretchDavor entstanden ungeplante, zahlreiche, eigens dafür gefertigte Fotos – denn wie immer leaked ein Bereich des persönlichen Lebens in den anderen. Und einmal aufs Kriminelle-Erkennen geeicht, sieht man unterwegs weitere passende Motive. Und fotografiert die natürlich auch.

Nun back to the classics: dieses menschenleere Autobahnstück im Morgennebel stammt aus dem Jahr 2008 und macht den perfekten Re-Start. Nicht nur für die frisch redesignte Homepage reingretchen.de, sondern auch für ein neues Abtauchen in alte Fotos. Und da gibts noch eine unschiere Menge.

Und einige ebenso klassische Darreichungsformen mehr. Zum Beispiel die Collage. Hab ich erst gestern beim amerikanischen Fotografen A. Aubrey Bodine (1906-1970) entdeckt. Auf seiner Wiki-seite steht:

«Bodine improved his pictures by dubbing in clouds. He kept files of cloud negatives to be added to his prints of landscapes and water scenes. He developed this technique out of an established nineteenth century pictorialist tradition»

Das mache ich hier zwar nicht, finde aber die weiteren historischen Beispiele beachtenswert – ich hab da  ein beeindruckendes kleines Büchlein über Gustave Le Gray (1820-1884). Der nahm Wolken und Landschaft auch getrennt auf und montierte dann wie später Señor Bodine in der Dunkelkammer..

Nach fast drei Jahren nur bunt gibts bei mir estmals den klassischen Schritt zurück in die Zeit vor der Farbfotografie (wird auch mal Zeit): schwarzweiße Cover. Mit – geschummelt! – gaanz leicht eingefärbter Schrift obendrüber. Und zu dieser Feier des farblosen Tages gibts genau dieses erste Deckblatt als Cover des Monats. Hier eine größere Version in quergelegt, mit verstärktem Kontrast:reingretchen-cotm614c-querFür mich ein völlig neues Feeling, für den Rest der LayOutWelt mal wieder ein Gähnen..

Ebenso hab ich meine Freude daran entdeckt, nach dem genauen Einpassen der Fotos auf “nichts maskiert” zu klicken und den Blick aufs Ganze zu erhalten. Da hats ein paar anregende Sachen dabei, die ich Euch nicht vorenthalten mag. Alle noch nicht getrocknet, so frisch:

reingretchen-c615c-schemaDurch reingretchen-c615c-allesdie im jeweiligen Einzelfoto auftretenden perspektivisch-kurvigen Linien in Kombination ein sich selbst verstärkender Effekt, den ich bei den beiden Bildern hier für eine leichte Schwindelgefühlsdarstellung verwenden kann -ist ja auch immer wieder ein wichtiges Gestaltungselement in den Stories: dem Held rutscht die bislang vertraute Welt unter seinen Füßen und ihn ergreift genau dieser Vertigo.

Oder falsche (das heißt errechnete) Spiegelungen wie diese:reingretchen-c616c-31160003

Also drei klassische Methoden, aus einfachen Fotos etwas doppelt Wirkendes zu erzeugen. Jetzt, beim Schreiben und kurze Dreiteiler schneiden noch eine vierte Möglichkeit: die Darreichung in der Negativ-Version. Hier die schwarz-weißen Drei des Monats umgedreht:reingretchen-2015-05bar1

Erneut Freude machten Unbilder, die mit Fassonschnitt Krimi und entsprechender Betaufung plötzlich zu anständig rätselhaften Deckblättern wurden:reingretchen-2015-05bar2Hier die beiden gespiegelten und das zur Dramasteigerung (ebenfall nach klassischem Vorbild) umgefärbte Musterhafte:

reingretchen-2015-05bar3

Insgesamt eine glückliche Rückkehr zur usprünglichen Idee. Mit glücklich meine ich meine Erleichterung, daß dies nach all den genannten Versprengunen, Abweichungen und Verirrungen möglich und eine erneute Begeisterung fürs Prinzip Reingretchen zustande kam. ;-)

Ein ebenfalls erfreulicher Fund im Archiv meiner Fotos 2008 von der historischen Rheingalerie-Baustelle in Ludwigshafen: dieses untige hier, das ich mit etwas Gaußschem Unschärfefilter und Ebenenschichtkuchen in eine mir spannend anzuschauende und monumental vorzustellende Malvorlage verwandeln konnte:36810034mult-inv-blur

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Musik beim Schreiben heute:

Barbara Thompson: “Heavenly Bodies”, Verabra Records, 1986 (Musik zu den surrealistischen Bildern von Dominique Appia)

Vince Guaraldi Trio: “A Boy Named Charlie Brown”, Fantasy, 1963

gram: “personal rock”, source records, 1999

Mit dem übrigen Farbwasser und davon die Spuren auf der Abdeckfolie. Oder: warum ich abstrakt nur zum Üben gut finde

Perfektes Upcycling von eigentlich Werkstattabfall: drei Tage hab ich den Braten kommen sehen. Und die versabberte Folie genau so schräg liegen und trocknen lassen, wie sie in Gebrauch* auch gelegen hat.

*später mehr

Irgendwann war dann endlich das Flüssige aus der Acrylfarbe -ürsprungliche Mischung aus Titanweiß und Zinnoberrot – weggetrocknet und hat auf der Folie eine Zeichnung hinterlassen.

Die hab ich grad gescant und dann einzelne Ausschnitte ausgesucht. Ausschnitte, die klassisch-abstrakte Kompositionen hergeben. Hier zwölf plus ein Schnellschüsse, digital farbverstärkt (11, das rosa-blasse wäre die Originalfarbe mit blauer Hinterlegung) oder geremixt (der dunkel “Weltallscan”):

pinxography-tarnungsfolie04    pinxography-tarnungsfolie15    pinxography-tarnungsfolie14 pinxography-tarnungsfolie13    pinxography-tarnungsfolie12    pinxography-tarnungsfolie07 pinxography-tarnungsfolie08    pinxography-tarnungsfolie09    pinxography-tarnungsfolie06 pinxography-tarnungsfolie05    pinxography-tarnungsfolie03    pinxography-tarnungsfolie02

Man sieht: Gestalt(ung) ist überall, selbst in unverdächtigsten Abfall. Man muß nur sehen /und/ wollen. Plus: ein Motiv zum Nachmalen wäre auch dabei: vier Sonnen über einem mystischen Wald. Das zumindesten sehe ich da:pinxography-tarnungsfolie11Sehr anregend finde ich den kräftigen Farbkontrast, das Zurückweichen des blauen Hintergrunds ins Unscharfe an manchen Bildstellen, eine angedeutete Dreidimensionalität durch Schatten nahe den roten Bildstellen und die Ähnlichkeit mit weitaus größer dimensionierten Naturerscheinungen, wie Sternennebel oder vom Satelliten aufgenommene Wüsten- oder Küstenlandschaften. Vergleicht doch zum Beispiel mal mit den Luftbilder-Projekten des Herr Burtynsky.

Ansonsten steh ich für Werke eher auf Entwicklungen aus Idee, Fotos oder geistigen Phänomenen. Abstrakt ist mir da also zu beliebig.

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Musik beim Scannen, Schneiden und Verstärken heute:

Laika: “Sounds Of The Satellites”, Too Pure, 1997

Amp Fiddler: “afro strut”, PIAS, Wall Of Sound, 2006

Morcheeba: “Big Calm”, INDOCHINA, 1998

Sei der Erste, dem dies(e Art Tagebuch) gefällt!

Bei über tausend Bildern auf dieser Seite, die durch ihre Platzierung im Blog in einen breiten Buchstaben- und Wortfluß eingebunden sind, erlaubt die moderne Zeichenkettensuche vielfältige Sortierungsmodi. Sogar von außen, also auch Euch (!) Mit “von außen” meine ich, daß Ihr Besucher dies in der Suchzeile oder unter “Sonderoptionen” einstellen können. Testet doch mal nach Klick auf den nächsten Link:

Gibt man der Suchmaschine zum Beispiel Farbvorgaben bei der Bildersuche ein, erhält man  für soodlepoodle.net solche Ausgaben wie hier unten. Filter: weiße Bilder:screenshot-diary-2015-04-we
Ich hab das als festes Prinzip der Abwechslung übernommen und gestalte meine online-Galerie nach periodisch wechselnden Themen (zur Zeit das Begriffspaar schwer/schön), deren Zuordnung ich generös der Suchmaschine überlasse. Nun gibts was Neues:

das Tagebuch der Neuzugänge.

  • das DaumenNagelShowPrinzip,
  • der BildschirmAbdrucke per Mausklick und eine
  • verfeinerte Suche (nämlich die nach den Neueinsteigern der letzten sieben Tage).

-  aus diesen Zutaten klick ich dies mein Tagebuch zusammen.

screenshot-diary-2015-04-13screenshot-diary-2015-04-06So lasse ich Google alles an Bildern anzeigen, was es in den letzten sieben Tagen auf dieser Seite neu gefunden hat. Für mich und für Euch, die Ihr mal schnell gucken mögt, was es denn davon so alles hier gibt. Für mich ein interessanter Test, wie oft und wo Google seinen Spider vorbeikrabbeln läßt.screenshot-diary-2015-04-08

screenshot-diary-2015-04-19 screenshot-diary-2015-04-01

screenshot-diary-2015-04-22Das Neue steht neuklassisch oben, also der April, dann gehts nach unten weiter & entsprechend rückwärts. Der Märzscreenshot-diary-2015-03-19 screenshot-diary-2015-03-22 screenshot-diary-2015-03-26 screenshot-diary-2015-03-04Februar:

screenshot-diary-2015-02-24 screenshot-diary-2015-02-16 screenshot-diary-2015-02-04screenshot-diary-2015-02-03Januar:

screenshot-diary-2015-01-26

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Musik beim Schreiben heute:

Sade: “Diamond Life”, EPIC, 1984

Savvas Ysatis “select”, Tresor (EFA), 2001

Drei Farben braucht der Mann im Frühling

Endlich ist er da und anstatt klassisch Blumen ins Haus zu befördern, umzutapezieren/ -streichen, nehm ich doch grad die vorrätigen Leinwände und die winters angeschafften Halbliter-Farbflaschen. Und bringe Farben in die Wohnung, diesmal anders denn einfach wörtlich. Schöner-Wohnen-mit-Farbfeldern.

Und groß, GROSS darf, GROSS muß es sein!! Dann brauchts auch keinen Tapetenwechsel, denn die sähe man ja sowieso nimmer, wenn diese FarbWucht drauf hängt.

Der Plan, nachdem diese Blaugrundierung unten links kurz nach “Fertigbürsten” zum fertigen Bild ernannt wurde: mehr davon! Was schön Warmes dazu, bitte! Also nächste Leinwand37220006cut mit orange37240013:

 

und dann, der Frühlingstrilogiegedanke – ein Grün der frischgeschlüpftesten Art:37460002Wie kams: Von kunstaffinen Galeristen  ;-) auf die Farbfeldmalerei via Mark Rothko aufmerksam gemacht, stellte ich mir vor, sowas nonchalant doch auch mal zu malen. Nur so, zum Test des berühmten look-and-feel-Effekts.

Frühlings .Farbfeld .Malerei .

Super spannend ein Zitat von Rothko auf der englischen Wiki-Seite übers color field, das die ganze akademische Bildbetrachtung, das ewige Kategorisieren und Analysieren ausschließt und das Malen und Bild-Ansehen auf eine emotional-psychologische, ja religiöse Ebene hebt:

I am not an abstractionist … I am not interested in the relationship of color or form or anything else. … I’m interested only in expressing basic human emotions — tragedy, ecstasy, doom and so on — and the fact that a lot of people break down and cry when confronted with my pictures show that I communicate those basic human emotions. … The people who weep before my pictures are having the same religious experience I had when I painted them. And if you, as you say, are moved only by their color relationships, then you miss the point!

So weit bin ich noch nicht, aber dieser Selbstversuch hat mich neugierig auf mehr color field gemacht. So eine gemalte Fläche wirkt sehr wohl und ich kann mir ab sofort aussuchen, welches der drei Bilder ich zum geselligen Frühstück neben mir haben mag. Zur Zeit das Blaue..

Aber vorerst fasziniert bin ich von den Erscheinungsformen, die genau diese drei einfachen Bilder via Fotografie im noch nassglänzenden (Zwischen)Stadium – wie man sieht, mische ich auf der Leinwand mit der Handwaschbürste – oder trocken gegen das Licht aufgenommen haben:

am 13. April: das Blaue

37220034  37220030  37220027

37220026  37220023  37220016

37240032  37220015 

am 14. April: das Orangene

37460035   37240019  37240012 37240022   37240030   37240030cut

 

am 15. April 2015: das Grüne

37460032 37460028 37460022b  37460008  37460010 37460020

Wie Ihr ganz oben an den Fotos der noch eingefolten Rahmen mit den malerischen Baumsilhouettenspiegelung sehen könnt, findet dieses Fest im Freien statt und jetzt, beim Bildbearbeiten, bin ich von den Schatten der gerade noch blätterlosen Äste auf der Farbe total fasziniert, denn sie adden eine zusätzliche Komponente: den Live- und Authentizitäts-Touch ;-)

Nun hab ich durchs Bürsten die drei Farbmischungen in verdünnter Reinform (das Blau nehm ich warum nicht direkt aus der Flasche), die natürlich zum nächsten Bild verwendet werden:37460006

PS.: diese erfreuliche, fröhlich-sonnige Aktion fand, wie man lesen kann, an drei aufeinanderfolgenden späten Vormittagen statt. In dieser total klaren Aprilluft, unter glasklaren Sonnenstrahlen und übernatürlich “reinen” Lichtverhältnissen. Jetzt, in der Woche danach sind die Bäume mit Blättern bestückt, die Insekten wagen sich heraus, der Frühling hat begonnen, die Luft füllt sich ebenso mit Leben und Dunst. Und ich fand diese Aktion so cool, daß ich beschlossen habe, jedes Jahr zu dieser Zeit eine “Frühlingstrilogie” anzufertigen ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Maurice Ravel: “Jeu d´eau”, Angela Hewitt, piano, Hyperion, 2002

David Byrne: “Rei Momo”, 1989

Sonny Rollins: “Saxophone Colossus”, Prestige, 1956

Matthew Herbert: “Scale”, Studio !K7, 2006

Fällt kaum ins optische Gewicht! Oder doch?

36860027Bei einem Umzug vor nun genau zwanzig Jahren hab ich ihn entdeckt. Er stand einfach zurückgelassen auf dem der angemieteten Wohnung zugehörigen Speicherraum unterm spinnwebbezogenen Dachgebälk. »So ein stabiler, praktischer Tisch! Wie kann man den nur wegen der paar Flecken einfach abstoßen!?« dachte ich mir und integrierte ihn wie einen willkommnen fehlenden Gast in mein Inventar.

Und nun sind diese Art Flecken en vogue und ich habe somit einen wunderbar trendigen Hintergrund für schnell selbstfotografierte Stilleben. Und Versuchsanordnungen mit gemeinsamen Motiven wie diesen beiden. Oben: hat sich so ergeben mit absentem (Ordnungs)Hirn beim simultanen Wäscheaufhängen und Schablonenmalen. Unten: ausgedünnt und angeordnet, das Thema des Tages:

das optische Gewicht.

Ganz einfach zu erklären, wenn man nicht nur Worte, sondern auch Bilder benutzen darf. Also schaut mal:36860034Und – wie ist Eure Befindlichkeit beim Anblick dieser drei Gegenstände, in ihrem von mir als Fotografen bestimmten Rahmenviereck? Schief? ok. Anregend durch diese Klarheit beim Wiedersehen mit den geometrischen Grundformen und ihrer Farbfreiheit? ok. Durch den Gegensatz von Flecken/Holz und den Flächen des Tellers und der Kladde? ok.

Was man als erstes nicht glaubt: der rechteste Tellerrand liegt genau am Bildmittelpunkt. Sowohl horizontal wie auch vertikel gesehen. Überrascht? Ich schon. Ich hätte gedacht, der wäre Einiges weiter rechts.  Und unten. Und das isses schon: die Hellig- und Dunkelheit der dargestellten Kandidaten und deren Flächenausdehnung sprich Größe bestimmt auch unseren Eindruck von der Ausgewogenheit und Schwere, der “Gewichtung” der Bildelemente.

Voilá optisches Gewicht.

Mein persönlicher Eindruck angesichts dieses Fotos ist der der anregenden Un/Ausgewogenheit, also der eines Bildes, das man genau deshalb gerne länger anguckt. Und sich vielleicht überlegt, ob es daran liegt, das man sich von der schiefen Aufgeräumtheit eher gestört oder zerebral gekitzelt fühlen soll. Bei mir Fall b)!

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Musik beim Schreiben heute:
Shudder to Think: “Pony Express Record“, Big Cat, 1994

Frühling den ich will

Sonntag! Sonne! Wärme! Oops – ich mag raus, fotografieren! Und hab auch ne Idee: Beton, Graffiti und Grün. Pralles in Farbe, bitte!

36710030Yep! Genau so! Sprühbunt und frischbunt übereinander, und das im ehemals “Schloßgarten” genannten Zubringer- und Auffahrts-Sektor zwischen M<nnheimer Barockschloß, Rhein und Konrad-Adenauerbrücke. Blendendes Frühjahrswetter. Und dann runter in die lichtgetränkten Unterführungen 36710010mit aparten Mix aus Abbröck und Aufsprüh:36810035Cool: das schließt direkt ans Hafengebiet an:36760025 36760022 36760018mult-auto-saettverUnd dann aber raus wieder ins Freie, Offene, an den Rhein, den alten Vatter:3681001636760024Käffchen auf der Terrasse! Blick auf weiße Dame – weißes rotes Feld36760033An alle Nicht-Mannheimer und Nicht Fotowalker: das ist die Hauptstrecke und mein über- & zufälliger Beitrag dazu. Ein halbes Jahr zu spät. Hab ich hinterher entdeckt

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Musik beim Schreiben heute:

Matthew Herbert: “Scale”, Studio !K7, 2006

various artists: “Talkin´ Verve – Groovy!”, VERVE, comp. 1998

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Schmankerl statt PS: Na – was kommt da hervor, zwischen all den Blüten und der Wildernis – eine Entdeckung! (wer weiß, wo?)36860004

Stencil statt Pencil

Stencil ist ein frisch für meinen Englischwortschatz erworbenes Wort und bedeutet Schablone. Im Kunst-Kontext. In genau diesem hab ich heute den großen angesprochnen Plan des vorigen Blog-Eintrags um einen interessanten Umweg verlängert:

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Das ist das (faulheits-)optimierte Ergebnis /die papierne Antwort auf die Anforderung, ein Ausmal-Gitter für 45 x 63 kleine Quadrate mit 22 Komma Periode 2 mm Kantenlänge auf eine Leinwand mit 100 x 140 cm anbringen zu müssen. Das sind nach Adam Riese 2.835 Stücker. Als aneinandergedachter Bleistiftstrich 128 Meter zwanzig lang, immer mit genau anzulegenden Lineal. Puh!

Also los und zu Fuß zu den Vorbereitungen oben. Grobeinteilung: 5 x 7 große Felder, quadratisch und mit Platz für je 81 kleine Quadrate. Nächste Idee oben: die Schablone “zum Ankreuzen” für grad einen (!) dieser 35 Quadranten. Drei solche hab ich dann auch brav per Bleistift schabloniert. Bis es geklickt  und meine Faulheit Erlebnisdrang mich ans Prinzip Schablone-und-Farbsprühen-darauf erinnert hat.

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Denn Linealarbeit ist für mich stupide Maschinenarbeit, jawoll! und da fand ich es beim diese verüberflüssigenden Schablonenschneiden faszinierend, Weitergehendes auszuprobieren und durch lsutbetontes Freestyle-Ritzen zu ersetzen ;-) Noch cooler die dabei keineswegs vernachlässigte Genauigkeit, die ja ein sehr wichtiges Element im großen Plan ist. Wenn Ihr genau hinseht, zwar lauter unterschiedliche, handgecarvte Vierecke, die aber ta-dah! genauestens die Rasterlinien mit ihren Ecken beibehalten. So eine Lösung begeistert mich wie ein elegant programmierter Code. flag-en Frappierend aufgeräumte Lösung mit Esprit und Appeal, würde der Englische sagen.. pluspunkt #2:

ich habe meinen angestrebten Bastelspaß, der sogar noch weiter als zum selben Ergebnis wie die saure Ameisenarbeit führt.

Und das geht gar weiter, denn das so charmant-organische Muster gibt die nächste Faszination:

Gescannt und ge-sandwiched ein apart-unordentlich klassisches Fußboden-Muster “mit Einleger“, das ich sogleich in eine Kunststofffolie – zum Dauereinsatz haltbarer -geschnitten hab. Also mit Filzstift vom Papier-Prototyp darauf übertragen und los(gemessert). Und im Anschluß sofort damit losschabloniert. Das heißt: Zahnbürste, Daumen drauf und mit viel Wasser verdünntes Schwarz. Hier das erst bespritzte, dann getrocknete, gescannte und in zwei Versionen übereinandergelegte, leicht gegeneinander verschobene Ergebnis:schablone-plastique-h90hconEbenso künstlich und greller: Version b, von der gegenüberliegenden Seite aus “beleuchtet” -stellt Euch mal ne Mondaufnahme vor mit diesem Muster ;-) :schablone-plastique-h90hco2noch cooler die zum Quadrat verdoppelte Version in den original vom Scanner erzeugten Farben:schablone-plastique-h90h180

Für mich schon ein fertiges Bildnis. Eine auf Anhieb durchspürbare Ordnung im sorglos Hingespritzten. Leider weder Fisch noch Fleisch, da nur zur Hälfte real. Pinxography mal wieder! ;-)

Angesichts dieses Ergebnisses überlege ich, wie dieses Ding nun mit dem ursprünglichen Plan vielleicht gar.. fusionieren kann..

Gefunden beim Schreiben/Surfen heute: die Penrose-Parkettierung.

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Musik beim Schreiben heute:

Aerosmith: “Pump”, Geffen/BMG, 1989

Terje Isungset “Two Moons”, 2007 All Ice records

Spice: “Fred´s Bowling Center”, SPV Recordings, 1994

Seeed: “New Dubby Conquerors” ab #9: “The Tide Is High”

davor Blondie: “Best Of Blondie”, Chrysalis, 1983 is zu Track #3 “The Tide Is High”

Pipette, Löschtaste, Zauberstab – die digitale Malwerkstatt

Ein Klick auf die Bildeigenschaften verraten:  Aufnahmedatum 6. Oktober 2006, also achteinhalb Jahre sind seiher vergangen und endlich mache ich mich wieder an einen lang gehegten Verwirklichungs-plan. Groß sollte es schon immer werden und gestern die glückliche  Entdeckung: ich habe eine Leinwand im Haus, die genau aufs JGP-Format paßt- super!93420025tfarbtab002Denn das eine mißt 45 x 63 Pixel, die andere 100 x 140 cm.

Und wie man sieht, wartet da eine Ameisenarbeit auf mich, und 2.835 Bildquadrate aufs brav Ausgemaltwerden. Alles natürlich nach Plan (siehe links das Auffädeln der benötigten/vorhandenen Farben), dessen augenblickliche Arbeitsphase ich gescreenshottet hab. Es geht mit dieser Vorrichtung um die Ermittlung der Farben, die ich (natürlich nach und nach und jeweils ausgehend von der grad fertiggemalten) anmischen mag. Um eine möglichst “lebensechte” Wiedergabe zu erreichen, sich aber nicht mit Tausenden Farben zu verzetteln, habe ich dem Rechner mal grob eine 90er Grenze Farbzahl gesetzt. Das scheint ein guter Kompromiss. Ob ich das hinterher bestätigen kann – wir werden sehen!

Die Zielleinwand ist noch eingepackt, als nächstes wartet demnach das manuell aufgebrachte Karomuster, sobald ich hier fertig bin und mir das Ganze ausgedruckt habe für den Start (an) der Handarbeit.

Tja, mal wieder eine Eigen-Überraschung: dann daß ich im vierten Malermonat schon genau da angekommen bin, Kleinteiliges für einen großen Effekt in Kauf und Angriff zu nehmen, obwohl genau das jahrelang lusttötendes Hemmnis war, mit dem Malen wieder anzufangen – Ironie des Schicksals..

Aber auch gestern beim österlichen Besuch der nahen Kunsthalle angesichts der Bilder von Anselm Feuerbach oder Eugen Bracht ward mir wieder die Gewißheit: so ne (größere) Anstrengung lohnt sich.

Was es denn genau werden wird, überlaß´ ich bis zum abfotografierten Ergebnis Eurer Fantasie..

Hier noch eine Impression vom Fortschreiten der “Bauarbeiten”:93420025tfarbtab005Bin gespannt, ob das auch wie geplant im Rückwärtsgang funktioniert ;-) Und diese Ansicht birgt ja schon Ideenpotential: bringt es mich doch auf die Idee, bei der malerischen Umsetzung etwas freier vorzugehen und vielleicht andere Farben der gleichen Helligkeit einzubauen.

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Musik beim Schreiben heute:

Totally Enormous Extinct Dinosaurs: “Trouble”, Polydor, 2012

Pantha du Prince: “Black Noise”, Rough Trade, 2010