Archiv für den Monat: Februar 2015

Der Gemüsemodus der Malerei oder: die Grünkohlfälschung

Ist es nicht immer so? Eine Idee landet in der Realität. Und wirkt da ganz anders. Das planmässige Verwirklichte erschüttert immer wieder unsere Vorstellung davon, wie unglatt Ideen ins praktischtägliche Leben überführt werden können – das Idealbild verschwindet, dafür taucht etwas anderes auf: Faszination. Und der “Kampf mit der Materie”.. Ich jedenfalls habe diese Woche mein erstes aufwendigeres Gemälde fertiggestellt:

pinxography_1597Und bin entzückt über den Effekt. Und gleichzeitig gebeutelt bei Ansicht der Materialität. Eigentlich verwunderlich, denn genau deswegen habe ich das “Malen nach selbstgemachten Zahlen” ja begonnen. Und nun erschrecke ich ob der physischen Präsenz dieses Bildes. Ob der Spuren des Manuellen. Denn eigentlich startete es ja “harmlos” als Entwurf, rein digital erzeugt:6kapelle-pinxography_two2sg
Und nun, nach rund vier Stunden konzentrierter Arbeit am Objekt (und einiges an längerer ideeller/konzeptioneller Vorbereitung) kann ich das Fertigstellungdatum auf die obere Kante schreiben, es mit Ösen zum Hängen versehen und an seinem künftigen Lebensraum Wand betrachten. Und darüber meditieren, welch Welten dazwischenliegen, was das Phänomen Gegenstände vs. Idee im allgemeinen bedeutet..

Denn: natürlich erreicht man per Pinsel nicht diese Rechnerperfektion und genau das ist ja das Coole an der Malerei: es kommt da noch das manuelle Wagnis hinzu, das daraus nicht nur ein Einzelstück und Gegenstand macht, es quasi aus dem Virtuellen erlöst. Sondern auf diese große Frage im Leben aufmerksam macht:

Wie beinflussen fleischgewordene Ideen die Welt?

(..)

Da will man gleich weiter: diese serendipisch = ohne Suchen gefundene Technik der Formenproduktion hat mich natürlich gepackt. Und ich “werfe” die Quelle erneut an:

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Was für mich stets ein Rätsel bleibt (und vermutlich bleiben wird), ist diese vernunftsferne, impulsive, halb unbewußte (Auswahl-, Entschluß-)Tätigkeit im sogenannten “GemüseModus”, die mich in diesem Fall dazu bewog, dieses Foto unten ins Spiel zu bringen – es war Anfang des Monats am Mannheimer Strandbad entstanden:

 26130023  pinxography-gruenkohlrezept

Irgendwie fand ich wohl diese fedrige Struktur, nun wieder zuhause am PC, so attraktiv, daß ich daraus unbekümmert ein unrapportierend-wuscheliges Stempel-Muster machte. Das sich nach einigem Laborieren mit Folienverpackungsfilter (siehe Version rechts) und Umfärbung ins Grünkohlige faszinierendly weiterentwickelte: als erstaunlich organische Zutat  für dieses neue “Plakat”:

Und wie wirkt das nun? Na, sag ich mal nonchalant: wie Besuch von einem anderen Stern ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Walter Becker: “Eleven Tracks Of Whack”, GIANT RECoRDS, 1994

various artists: “Rootdown 99″ compiled by Rainer Trüby, NUPHORIC 1999

Stadtpuzzlestück #1

Vor fast exakt einem Jahr kamen sie aus der Druckerei – die letzten vier Motive meiner Postkarten:

 
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Die folgenden Monate habe ich dann mit Vertrieb, hauptsächlich aber anderen Projekten zugebracht: KrimiCover, Malen und natürlich: Bloggen. Diese überlange Karten-Pause ohne Neuigkeiten ist, vom Marketingstandpunkt aus gesehen, eigentlich fatal, läßt sie doch die allgemeine “Aufmerksamkeitskordel” abreißen und man hat umso mehr Mühe, diese wieder anzuknüpfen.

Wie ich in früheren Blogeinträgen aber schon erwähnte, geht mir a) die ästhetische Qualität der Karten über alles, und b) hindert mich eine spezielle “gefühlsgesteuerte” Regel davor, zur Unzeit zu veröffentlichen. Hört sich merkwürdig an, bedeutet aber nichts anderes als: ich muß ein gewisses Drängen, eine gewisse Lust verspüren, genau DIESE EINE nächste Karte NUN im Portfolio zu haben. Vorher geht nix. Und dieses Mal hat es fast fünf Jahre lang Angucken gedauert:36250011

Das liegt an mehreren Dingen: 2009, als diese Aufnahme im schwindenden Abendsommerlicht auf der Konrad-Adenauerbrücke über den Rhein zwischen Mannheim und Ludwigshafen entstanden ist, fiel meine Wahl auf eine andere Aufnahme, die knapp eine halbe Stunde davor entstanden war und aufgrund des 6 Jahre(!) abgelaufenen Filmmaterials ins ebenso Uberblaue gesteigert war. Damit war diese neue erstmal ausgeschieden. Nun gibt es aber seit zwei Jahren die Herausforderung verflixte siebte Serie. Und schwupp – damit war diese Aufnahme wieder im Rennen.

Nach ordentlich zeitlichem Abstand wiedergesehen wäre es auch zu schade, sie nicht ins Postkartenuniversum aufzunehmen, finde ich – so ne Kombination der “Bauteile” ist ein fotografisches Geschenk: Wolken, Farben, Wahrzeichenaufkommen, Sonnenreflexionen, sekündlich schwindende Beleuchtung und grafische Kompositionsmöglichkeiten – da bleibt nichts zu wünschen übrig.

Und beim Platzieren in den ersten Läden die Entdeckung: sie paßt in ein Dreigestirn, das vorher gar nicht als solches erkennbar gewesen wäre:neuheiten2015serie7Eine erstaunliche Entdeckung, die mir die Frage aufwirft, wie so etwas möglich ist. OK- gleiche Brückenarchitektur (technikgeschichtlich bedingt), gleiches Motiv (Ziel der 7. Serie), gleiche Farbverschiebung (durch gleiche Chemie). Voilá -ein Puzzlestück, wo gar keins gedacht war..

Oder liegts an dem Umstand, den alteingesessene Stadtbewohner hier immer dann äußern, wenn Verbindungen zwischen Leuten offentreten oder sich bei Treffen plötzlich Kreise, die vorher keine zu sein schienen schließen:

«Monnem is halt ä Dorf!»

Auch mal wieder typisch Monnem: eingefleischte Mannheimer stehen bei der Verortung des Motivs deshalb vor einem Rätsel, weil man, um diesen Blick zu haben, vom standesgemäß ungeliebten Ludwigshafen auf die Stadt zukommen muß. Tsts, immer diese klassischen nachbarschaftlichen Abneigungen.. Für frisch Zugezogene oder Pendler- iss des kä Problääm ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

The Bird And The Bee: “The Bird And The Bee”, Blue Note, 2007

 

 

Spiel mir ein flotte Majonaise

Das menschliche Gehirn ist ein Sortierorgan. Das bemerkt Ihr schon beim Lesen der Überschrift oder am lesebremsenden letzten Wort des ersten Satzes gerade ;-) . Denn es versucht ständig, zu ordnen, einen Sinn hinter Allem zu erkennen, es ins Bekannte einzusortieren. Die tägliche Menge an Informationen und  Sinneseindrücken, die auf es einstürmt, wird aufgrund von Erfahrenem bewertet, entweder als nichtig erkannt & gelöscht oder durch Wiederholung eingeprägt – sogar im Schlaf.

Das kann man auch an meinen beiden aktuellen Malvorlagen hier unten beobachten: eine verwirrende Überlagerung zusammenhängender, organisch-fleckiger Farbübergangsflächen. Wenn man aber beide so direkt übereinander wahrnimmt und etwas genauer hinschaut, entdeckt man, daß sowohl das obere als auch das untere Bild Variationen derselben Grundsubstanz sind: beide Bilder leben von Farbübergängen. die sich über die gesamte Breite ziehen. Die identische, netzartige, feine weiße Linie ist  zwischen oben und unten um 180 Grad gedreht, die Flächen darunter vertikal gespiegelt, im oberen Fall die “Schnittreste” in  ihrer ursprünglichen Lage als weiße Leerstellen erhalten:6kapelle-part_twofaerbetes6 6kapelle-pinxography_two2sgTrotzdem wirken beide Bilder sehr unterschiedlich. Das liegt zum ersten Einen an der Farbe. Sie “erzeugt” einen anderen emotionalen Eindruck, obwohöl sich beide Bilder an der Grenze warm – kalt bewegen. Das obere Bild wirkt mir zudem komplizierter und symmetrischer zugleich – ein merkwürdig anregendes Phänomen. Und man zu erkennen glaubt unterschiedliche “Figuren”.

Und ich nun laboriere mit diesen Bildern als Gemälde, 40 x 120 Zenitmetern. Und diese Formen? – sind mir so rausgerutscht – dem Plexiglasstab als Pinselersatz sei Dank für unendlichen “Einfallsreichtum”. plexiglas-pinxographyMit ihm “malt” man nämlich so: plexiglasmalereid-tailAus diesen intuitiv hingedrehten, abgewälzten Farbflecken kann man mit Computerhilfe Umrisse “generieren” – das hab ich wie fast zufällig durch Herumspielen entdeckt, um diese dann als Malgrundlage und Formlieferant weiter zu nutzen. Hier ein Ausschnitt aus der Malvorlage bzw. der gerasterten Version des Bildes zum Formen-Übertrag:6kapelle_pinxographyDas Coole dabei: die geschwungenen Linien wirken unvorhersehbar und organisch zugleich und haben deshalb das Zeug, daß jedermann Umrisse von Bekanntem zu erkennen glauben darf. Also mir zum Beispiel fällt sofort der Entenkopf und der etwas perspektivisch verzeichnete Gitarrenkorpus auf im Bild oben. Dann seh´ ich noch einen Pferdekopf, einen nach links gedrehtes Clownsgesicht, rutschende Strümpfe..

Pareidolie als gestalterischer Joker, als wilde Karte.

Hier zwei faszinierende, “pareidolische” Vimeos des koreanischen Künstler/ProgrammiererDuos zum Thema:

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Musik beim Schreiben heute:

Andreas Vollenweider: “Behind The Gardens – Behind The Wall – Under The Trees”, VeraBra, 1981

Nach Klischee sortiert, diese Galerie?

So. Jetzt hab ich endlich dieses doofe eine Bild gelöscht, das mich immer dadurch nervt, daß es a) kein gutes ist – es war als flüchtiges Übergangsstartbild gedacht – und b) trotzdem immer ganz oben in der Google-Galerie aufkreuzt, wenn man auf meinen “Foto”-Link im Menue klickt.

Will ich weg, will ich nicht. Seufz.. Also vielleicht doch mal ne Auswahl aus den Tausend, die online sind, treffen? Handpflücken? Sich all diese Arbeit machen, die immer wieder anfällt, wenn zwei, drei neue gute dazukommen? Ich finde: Zeitverschwedung.soodlepoodle-galerie-fotografie soodlepoodle-galerie-spannend3Lieber: durch Suchvorgabe filtern. Also nehmt doch mal verschiedene Routen durch die Soodlepoodle-Google-online-Galaxie, die vorgegeben werden von Tags wie «Klischee», «Malerei»,   «Fotografie», aber auch so einfachen Wörtern wie «lachen»,   «egal»,  «spannend»,  «Energie»,  «gibt»,  «schreiben»,  «vor». Die bringen Überraschendes: lang ungesehene oder nie so gemixte Bilder & -kombinationen, die durch diese Art Stichwortfilterung zustandekommen, hier zwischengestreut.

soodlepoodle-galerie-energiesoodlepoodle-galerie-ueberHammer darüberhinaus, daß man heutzutage keinen Link auf so ne Suche mehr setzen kann, ohne die Session-ID mitgespeichert zu kriegen – Google “notiert” echt a.l.l.e.s.soodlepoodle-galerie-spannend2soodlepoodle-galerie-netz

DAS unten finde auch cool kombiniert: Foto, Porträt und Pinxography ;-) Riecht nach neuer Visitenkarte..

soodlepoodle-galerie-dogmaAlso doch erstmal alle online lassen. Vielleicht übernehme ich die Stichwortsuche  mit den interessantesten Ergebnissen ins Menue.

Der Poodle an der Gabelung der Löffel

Ein Tag vor Nikolausi zweitausendvierzehn. Ich bin bei Artjom eingeladen. Österreichisches Bier aus Dosen in drei Farben, eigenhändig zu Partyzwecken importiert ;-) “Dann machen wir mal ein Bild von Dir!” sagt er irgendwann und wir treppen hinab in seine Werkstatt. Atelier kann man natürlich auch dazu sagen, aber aufgrund der mannigfachen mechanischen und chemischen Notwendigkeiten darin würde ich diese Bezeichnung zu gleichen Teilen mit “Labor” und “Werkstatt” mischen. Am hinteren Ende stilbewußt ein alter antiquer Stuhl. Er platziert mich auf diese mit gedrechselter Lehne und royaler Polsterung ausgestattete Sitzgelegenheit, rückt seine riesigen Lichtquellen näher, prüft auf der Mattscheibe die Lage, beginnt mit der Beleuchtungseinrichtung.

Eigentlich höchste Zeit für ein aktuelles Bild – das bisherige hat online zehn Jahre seinen Dienst getan -da verändert man sich zwischenzeitlich schon, doch doch ;-) . Und eine neue Aufnahme, dazu noch wow – eine Ambrotypie, ist die Gelegenheit, neue Ufer anzusteuern und dazu… alte Requisiten unterzubringen. Meine lebens-einzige Designersonnenbrille nämlich. Die hab ich mir irgendwann brandneu und topaktuell Anfang der Neunziger Jahre angeschafft. Und später still in eine Kiste geräumt. Diese ganze 80er-Stylerei hat mich irgendwann, recht spät doch noch, aber irgendwie nur halbherzig gepackt. Und Brillen sind da ja ganz vorne mit dabei, beim Stylen. Da wenigstens kann ich dabei sein, dachte ich. Aber für den praktischen Gebrauch schwierig einzurichten, wie ich feststellte als frischgebackener Besitzer: man sieht zwar schnittiger aus, aber in halbdunklen Party/DiscoRäumen cool gegen die Pfeiler zu laufen.. naja, da bin ich anders gelagert..

Aber los: Lichtquellen nun zuhauf rings um den Stuhl, auf dem ich platziert bin – die selbstgefertigte Emulsion hat 0,2 ASA Lichtempfindlichkeit, da muß für eine korrekte Belichtung ordentlich Butter bei die Fische erzählt Artjom. Pluspunkt für die Brille yeah. Stillsitzen, partiell hin- und hergerückt werden, Arm da, Hand dort, Kopf leicht nach rechts – die Brille spiegelt unerwünschterweise, wenn man keine Acht drauf hat…dann Klappe auf, Deckel ab und… 10 Sekunden stillhalten. Dann sagt Artjom: “Kannst wieder ausatmen” ;-)

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Das hier links ist der Blick auf die “Arbeitsfläche”. Die steht senkrecht, heißt Mattscheibe und zeigt, den Gesetzen der Lichtbrechung durch Linsen gemäß die dahinterliegende Szenerei kopfüber und in Seitenverkehrung. Also hängen die Stühle von der Decke und die Halterung für den Kopf des Models befindet sich noch weiter im unteren Bildbereich. Wie man hier gut erkennen kann, handelt es sich um zwei mit den Rücken aneinandergeschraubte Eßlöffel. Das hat mich a) sehr erheitert und dann zum heutigen Titel inspiriert.

Gut geworden! Danke, Herr Uffelmann!

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Musik beim Schreiben heute:

Steely Dan: “Then And Now – The Best Of Steely Dan”, MCA Records, compiled 1993

 

Für mich ist das viel zu viel Text, den lese ich leider nicht, aber was ich dazwischen an Bildern finde, mag ich sehr

Es ist immer wieder dasselbe (Feedback): «zuviel Text, viel zu viel» höre ich da. Tja, was soll ich machen: ich fabuliere halt sooo gerne ;-) Aber jetzt gibts ne “Abzweigmöglichkeit” für die Zeitlosen Schaulustigen™:

das Screenshot Diary.

In deutsch schwer, so griffig hinzukriegen. Vielleicht: “Bildertagebuch”? Nah dran, aber da fehlt der Computerbildschirm, die Suchmaschinenergebnisse der jeweils vergangenen Woche, das regelmäßige Aufzeichnen par Mausklick. Sieht dann für die KW03 und 04/2015 so aus:

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Gleichzeitig auch für mich ein Tagebuch mit Verfallsdatum (man muß regelmäßig screenshotten). Und Ansporn, Bilder neu hochzuladen. Ideen & Material gibts ja genug..

Also einfach diese Kategorie in die Lesezeichen klicken, damit ist man bildertechnisch immer auf dem Laufenden!

Nachtrag vom 17. Juli 2017. À propos auf dem Laufenden – damals beim ersten Posten gabs noch keine PinXoGraphy:

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Musik beim Schreiben heute:

various artists: “Groove Anthology / Steppers School” INDIGO NTT DANCE, 2000

Den Hintergrund herbeiwedeln, den Vordergrund animieren

Nach digitaler Vorlage ein Bild malen, das dann zurückdigitalisieren. Und daraus wieder eine Malvorlage gewinnen -

das ist das Prinzip PinXoGraphy.

Dazwischen funkt die Inspiration, meine vorsätzliche Ungenauigkeit und die Lust am Eingreifen. So auch bei meinem Bild mit der bislang längsten PinXoGraphischen Geschichte: pinxography-first4miniEigentlich wollte ich diese fünfte Version bereinigen, das Gemälde auch als Foto auf genau die drei Farben reduzieren, mit denen ich es gemalt habe. 22900025pinxographyDenn was mich auf diesem schnell geschossenen Foto stört, war diese fleckige,  ungleichmäßige Beleuchtung denn: das Hintergrundgrau ist in real uni, völlig gleichmäßig. Das wollte ich in der “Reinkarnation als JPG” wiederherstellen. Was man fachmännisch mit dirgitaler Hilfe eigentlich fix hinkriegen kann, wäre da nicht meine Vorliebe fürs Hemdsärmelige. Aber dann kommt alles anders:22900025treated2Erstaunliche Ergebnisse ergeben sich oft aus winzigen abweichenden Details. Hier ist es diese dünne weißgezackte Linie. Die nämlich verschwand beim automatischen “Putzen” , ich  war etwas genervt, nahms nicht so genau und vergrößerte sie einfach – per Filter. Dadurch schwollen die helleren Pixel in eben ihrer quadratischen Grundform. Und – Wow! – brachten den Hintergrund, den ich korrigierend manuell abzuwedeln versuchte, zu diesem erstaunlichen klötzchenhaften Flimmern.

Großartig! dachte ich mir, denn genau diese “Belebung” des schlug ein kunstaffiner Nachbar angesichts des ihm etwas unfertig vorkommenden Gemäldes vor. DAS jetzt zu malen wäre eine neue Herausforderung und ich begann mit Überlegungen, wie dieses anzustellen wäre: die immer wiederkehrende Grundform des Bildes legt natürlich die Verwendung eines Stempelkissens nahe und ich machte mit einem Holzexemplar, das ich auf einen Quadratzentimeter Abdruckfläche zurechtsägte einen ersten Test: pinxography-q-stempel-phase

Ergebnis: Leinwand, “dreckig” grundiert, aber nur ein Anflug  der quadratischen Idee in den Formen, keine Genauigkeit, weder in der Form noch in der Ausrichtung… Anlaß also, die Gestaltung des Stempelkissens zu überdenken und dazu erst mal Filzuntersetzer für Möbel anzuschaffen..

Ebenso das erste- ta-dah! bunte Bild und tsts gleich eine der für ernsthaft gelten wollende Maler gefährlichsten Tabuformen: ein Herz. Wie eine Rennstrecke ;-) pinxography-heartinpixels0Farbübergänge hab ich recht schnell als Übgegenstand in den Blick gekriegt und mich mit einem Entwurf, der fast nur aus Linien besteht, an denen entlang man genug Strecke hat, in den Modus Test versetzt. Klar, daß das nach manuellem Anfänger aussieht – ist ja auch so.

Aber dann kam der Scanner, und ich hab mit diesem naiven Bild experimentiert:pinxography-heartinpixelsHey -Pixel! Drüberlegen, Rastern, Verschmieren, Gittern..pinxography-heartinpixels2Dann ab ins Bokeh mit der ganzen Malerei..pinxography-heartinpixels3
Und dann der Gedanke, das Raster laufen zu lassen. Ergab dann nach einiger Arbeit dieses 3, 11 MB schwere animierte Gif -I love it!

Und à propos Rennstrecke: diesen Umriß in ein Rennstreckenbild zu überführen wäre auch ne Idee, der ich nachgehen mag. Schließlich, so hab ich mal entdeckt, ist das Rennstrecken-Entwerfen eine Kunst für sich. No Kidding!
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Musik beim Schreiben heute:

Sven Van Hees: “Calypso”, LIFE ENHANCING AUDIO, 2002

The NightGretchen

Warum ich da nicht längst draufgekommen bin: KrimiCovers bei Nacht zusammenstellen! Alles ringsum Dunkelheit & Stille, nur eine Lampe in einem Zimmer der einen Stadt. Absolute Konzentration aufs Thema. Ich roame in meinen Scans, die thematisch verteilt liegen, und da auch noch ein nächtliches Motiv, vor siebenundzwanzig (!) Jahren auf nächtlichen, mondbeschienenen Bahnreisen durchs Fenster aufgenommen..

Eigentlich bin ich eher am Vormittag in Form zum Texten, Bloggen und Bildbearbeiten, frappierend dennoch die Wirkung der nächtlichen Stille auf die Aktivitäten hier am Bildschirm: diese erfrischende Blankheit der Nerven – nur fürs Thema wach sein, keine Störung von außen. Dazu natürlich – wir haben ja Laborbedingungen, die man 100% selbst bestimmen kann – diese ausgesuchten Klänge, zum Beispiel dieser Game-Soundtracks (siehe&höre unten), der Bewegungslosigkeit, Weite und Düsternis gleichzeitig vermittelt.

Alle 16 neuen FebruarCover sind so in zwei Nächten entstanden, zwischen 2 und halb sechs. Dafür kam die Idee für die heutige  Darreichungsform der Bilder unten morgens:

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Immer wieder interessant für mich, ein essentielles Foto-Thema näher in Augenschein zu nehmen, nämlich das des (Aus)Schnitts. Der macht meiner Erfahrung nach 40% der Bildwirkung aus. Da ist es ganz schön erstaunlich, wie wenig oft vom eigentlichen Foto übrigbleibt. Finde ich erwähnenswert, es gibt da nämlich auch Fotografen, deren Bestrebung ist es, hinterher weder zu schneiden noch nachzuarbeiten – Meisterschaft beweisen/üben in dem einen entscheidenden, lange vorbereiteten Augenblick.  Auch eine der unendlichen ArtundWeisen, sich der Fotografie zu nähern. Ich verspüre da weder Herausforderung noch Notwendigkeit -  also no Dogma inside. Diesmal.

Beim Reingretchen-Projekt stammt der viele Abfall ;-) daher, daß diese Fotos entstanden sind ohne Absicht, etwas Bestimmtes “bedienen” zu müssen, quasi aus reinem Gestaltungswillen und Fotografierfreude.

Hier gibts zwei in einem: zur Veranschaulichung hab ich die linke Buchlängskante, den “Verlagsbalken” einfach stehen lassen sowie das Wörtchen “Kriminalroman”. So kann man sich das daraus geschnittene (Buch)Rechteck 6 x 10 vorstellen und sieht den “Abfall” ringsum. Zum Teil, wie in der rechten Spalte, beim Sportplatz, frisch gedeckten Tisch oder unten beim “Farbunfall” gewiß mehr als 75%:

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Die “geblähte” Banane hatte ich ebenfalls vorrätig – ich scanne die nämlich ab und zu ;-) Wie man  in der mittleren Reihe sieht, schrecke ich auch nicht vor Bilddrehungen zurück – es geht ja so easy mit Computerhilfe, auch rückwärts ;-) – wieder mal ein Hinweis darauf, daß auch fertige Fotografien mir reines Rohmaterial sind.

Serendip des frühen Tages: der “Abfall” des Cover des Monats macht mir ein neues Reingretchen-Startbild:

So gefällt mir der Start ins neue Jahr ;-)

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Musik beim Nachschneiden bzw. Uncut-Galerie erstellen (tagsüber):

Jamie Lidell: “Jim”, WARP, 2008

Donald Fagen: “The Nightfly”, WARNER, 1984 ( Textzeile: “I´m Lester the Nightfly – Hello Button Rouge..” ;-) )

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Speziell ausgesuchte “Programm”Musik beim Schreiben heute und gestern nacht:

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Trentemoller: “The Last Resort”

Slop Shop: “Makrodelia 2″, Poets Club Records, 2005

Original Soundtrack: “Homeworld”:

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