Archiv für den Monat: September 2014

Die Halde gebiert

Drei Filmrollen hab ich nach heute gebracht. Drei Filmrollen, denen die Beschriftung fehlte. Drei Filmrollen Kleinbildfilm sind gleich 108 Bilder aus dem Zauberhut also.

Jetzt sitze ich an ihnen dran und staune. 2012 “müssen die gewesen sein”. Fühle mich von meiner “ehemaligen”, begeisternd obskuren Motivwahl geradezu dazu gedrängt, sie und nur sie als Rohstofflieferant des frisch rosig gefärbten Oktobergretchens zu nutzen. Sechzehn Cover – das wäre die Verwendung jedes sechsten Bildes. Zu optimistisch, wie ich bald bemerke..

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Angeregt von dem Doppelbelichtungseffekt des letztmonatigen Covers des Monats “finde” ich noch dieses aus drei Bildern:

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Eine erstaunlich natürlich wirkende Art der Verwirrung, diese Mehrfach”belegung” der Bildfläche. Ich bin begeistert vom Unvorhersagbaren der Kreativität. Und schweife ab in den übrigen “Bestand”. Denn das alles und noch vieeel mehr ist latent vorhanden in meiner “Halde” der belichteten, aber unentwickelten Filme der letzten beiden Jahre. Die hab ich jetzt mal nach Aufnahmedatum sortiert, gezählt und folgendes Bild von ihr gemacht:95000020

Soo viele Aufnahmen warten also zur Zeit auf den «Eintritt ins Sichtbare», daß ich (ichs habs geahnt, mich aber nach unten verschätzt) ab und zu denke: da könnte man ja jetzt mit dem Fotografieren aufhören und sich auf die/von der Vorfreude/Wiedersehensfreude konzentrieren/zehren. Und ne gute Weile danach klappt das ja auch ganz gut – das Schreiben hier am Blog füllt immer mehr Raum, Lesen, Weiterbilden, wach und interessiert sein am Leben. Und diese Bilder scheinen mir voll Geheimnis und Suggestionskraft:

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Es ist ein Merkwürdiges mit dieser Art zurückliegender “Vorarbeit”:

  • ich kann auf ein mir unbekanntes eigenes Werk sowohl zurück- als auch vorausblicken. Crazy.
  • Etwas geschafft zu haben wird beim Anblick dieser “Halde” der vorherrschende (Beglückungs)zustand. Unbeschadet der Qualität..
  • Eine bestimmte Art Aufgeregtheit, besser mit dem englischen Thrill dargestellt, was da alles noch wartet und, noch mehr: was draus entstehen mag.
  • irgendwie reift das im Unsichtbaren, will sagen: beim späteren Wiedersehen bleibt nur noch das Bild als Bild bestehen. Koppelt sich durch Vergessen von der ursprünglichen Stimmung beim Aufnehmen ab, wird fast zu einem Fremdwerk. Unglaublich.

Auch den etwas ungelenken Titel laß ich nach anfänglich schnellem Hinwerfen & anschließenden längerem Besehen nun genau so stehen: Die Halde gebiert.

Mannigfaches.

Diesmal zum Beispiel: nachdem ich die Titel der einzelnen Covers schon gefunden und dran&drübergemacht hatte, vermißte ich diese wohltuend-inspirative Leere der Bilder und habe zur gewohnten Übersicht noch eine Version o.T. angefertigt:

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Musik beim Schreiben heute:

Tiefschwarz: “Eat Books”, fine, 2005

Donald Fagen: ”Kamakiriad”, Reprise, 1993

“Rootdown 99″ compiled by Rainer Trüby, nuphonic, 1999

 

Herbste Zeite Lose Bude

Nebel am Morgen! Und das in Mannheim! Ungewohnt, da selten. Also eine Gelegenheit! Da verspürt der Postkartenfotograf in mir einen Imperativ, mit Kamera flugs die Wohnung zu verlassen. Denn er hat irgendwann gelernt, daß Postkarten, so merkwürdig das klingen mag,  Früchte der Saison sind ;-)

Und jetzt, Ende September, ist die Zeit. Wenn es gefühlt “plötzlich” morgens “schon wieder” dunkel und frisch ist, man nicht mehr wahllos draußen in irgendeinem Café sitzen kann, sondern sich nach dem Sonnenstand, so einer vorhanden, richten muß, um sich in windig bestuhlten Ecken der Stadt keinen Zug an die Ohren zu holen. Denn: das Licht hat sich geändert: die Farben der Natur verbeugen sich. Und wenn darüber hinaus der in der Stadt gar seltene Nebel-am-Morgen die Chance bietet, neue Sichten zu fotografieren, muß man los. Denn: Wahrzeichen, Vertrautes und Farben in ihm verschwinden für eine Stunde. Und die alte Stadt ist eine neue.

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Wie schön, wenn mich da erst vor Tagen ein noch nicht beackertes Stadt-Motiv, dekoriert mit vom Wind hingewehten Ahornblättern, aus dem Archiv anspringt und nun das Wetter dasselbe Thema anzugehen suggeriert. Da packt mich das Jagdfieber und ich gebe meiner Aufmerksamkeit einen Ruck in Richtung, äh, Sichteintrübung, Herbstfärbung und -stimmungen. Denn ein erstes gutes Herbstbild fehlt mir in der Postkartengalerie immer noch und ist, wie ich in den vergangenen Herbsten bemerkt habe, gar nicht so leicht hinzukriegen.

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Fünf seehr stimmungsvolle Aufnahmen vom Herbstanfang 2014, also keine Woche alt haben wir hier, aber leider ist keine Postkarte dabei. Warum? Na, weil bloßer Nebeleffekt oder das Insiderwissen Ortskundigkeit, was da grad stadtbekanntes Größeres im Nebel hinten verschwindet, einfach zu wenig ist. Am nächsten dran am Gesuchten ist das Löwenstandbild. Da ist mir aber zuviel unspannende Leere ringsum. Oder die Perspektive könnte besser, der Bildausschnitt auf gute Weise unausgeglichener oder die Zeichnung der Arkaden hinten doch etwas konturierter sein.

Oder schlimmer (wie mein Eindruck schon beim Fotografieren und Blick suchen unten): die Lage der “Bauteile” ist ungünstig. Und dann lichtet sich der Nebel auch noch spürbar und erzeugt …Zeitdruck (Hilfe! – der Poodle als auf die Sekunde lauernder Sportfotograf..)

Lustigerweise ermutigt der Nebel, der ja verdecken, hervorheben und umfärben “hilft”, daß man mit der Kamera in diesem gestalterischen Sinne weiterdenkt. Dummerweise weiter, als die Physik erlaubt: “Die Sonne müßte von woanders her scheinen.” Oder: “Mist, daß die Stadt nicht zwecks Foto umgruppierbar oder, noch praktischer: schwenkbar ist”  ;-) .. Hier unten brachte schließlich das Kappen des kompletten oberen Himmelsbild-Drittels ein akzeptables Ergebnis, und ich lerne: es ist simply der “Hemmschuh” Erfahrung,

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der auch als gelungen zu bezeichnende Aufnahmen aussortiert. Denn das reicht für die “Einzelkämpfer-Disziplin” Postkarten einfach nicht. Das Gefühl, den perfekten Moment in der nicht mehr zu verbessernden Blickrichtung erwischt zu haben, fehlt. Punktum.

Also weiter, die Gelegenheit der Atmosphäre nutzen, um Jahreszeitenfotos zu machen. Der erste Kick ist ja da: diese neuen Nebelbilder machen mir Laune und ich bin auf dem Sprung. Ob da aber was bei rüberkommt, das man tausend Mal in DIN A6 drucken lassen mag und das dann noch mehr Leuten gefällt, ist fraglich. Deshalb siehe Überschrift ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Cal Tjader: “Talkin Verve – The Roots Of Acid Jazz”, VERVE, comp. 1996

Morcheeba: “Big Calm”, China Records, 1998

Davor ARD-Nachtkonzert: Johan Svendsen: Norwegische Rhapsodie, op. 17 (Philharmonisches Orchester Bergen: Neeme Järvi)

Astor Piazzolla: Milonga for three (G-String Quartet)

Luigi Boccherini: Streichquartett e-Moll, op. 33, Nr. 5 (Apponyi-Quartett)

Nino Rota: “Il Gattopardo”, Tanzsuite (Philharmonisches Orchester Augsburg: Dirk Kaftan)

Aaron Copland: “Quiet City” (Christine Pendrill, Englischhorn; Maurice Murphy, Trompete; London Symphony Orchestra: Michael Tilson Thomas)

Galerie Roundup – was mir Google nicht listet

Seit über zwei Jahren schon ist die Präsentation Anzeige meiner Fotos auf dieser Seite ein in die Hände der Suchmaschine überantwortetes Experimentierfeld: anstatt viel Arbeit in eine immer neue Gliederung der annähernd 1000 (!) Online-Bilder zu bringen, zu kategorisieren, Nachbarschaften abzuwägen und gruppieren, laß ich das alles im kunterbunten Mix Google tun. Es gibt anregendere Arbeiten. Und die gehen vor:

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Ich mache das vorsätzlich. Um damit diese Schnödigkeit Beliebigkeit des Netzes zu demonstrieren, denn außerhalb einer strengen Galerienordnung fliegt ja auf Blogs, Tumblr-, Twitter- und facebook-Accounts, in der Suchmaschinenwelt und im steten Aufmerksamkeitskampf der Banner-Flickrlteppich-Ästhetik alles wie auf einem Riesenflohmarkt durcheinander. Und Leute, die sich tatsächlich auf ein e.i.n.z.e.l.n.e.s. Bild konzentrieren, gar vor ihm niederknien, sind eine aussterbende Gattung. Zu viel drängt sich in unser Blickfeld nowadays.

Eine der erstaunlichen Eigenschaften dieser ungewöhnlichen Galerienordnung ist: ich kann mit einem Klick auf den FOTO-Button im Menue immer checken, was denn momentan so angesagt ist beim transatlantischen Listen der Bilder. Und da gibts manche Überraschungen:

als erstes ein Leck in der ordnungsgemäßen Programmierung: es werden trotz “site:” -Befehl auch Bilder angezeigt, die ich auf Fremdseiten direkt verlinkt habe und die weder auf meiner Seite in irgendeinem Ordner noch beim Anschauen sichtbar sind. Auffällig: youtube splash-JPGs in groß tauchen auf – ok, ich hab ja einige Videos eingebettet. Beim Klicken-auf der Sprung zur Youtube-Ordnerstruktur auf ytimg.com. Hieran gut sichtbar die Verwirrung der Surfergemeinde, was denn nun auf einer Seite selbst gespeichert ist , was “nur” verlinkt und was “eingebettet”. Kein Wunder also, daß der Satz: “Wieso, ist doch im Internet!” als Begründung, warum alle alles “verwenden” diesem Verwischen der Herkunft und den kaum Schritt haltenden (juristischen) Zuständigkeiten zu schulden ist.

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Kunsthalle Mannheim going down. Herbstanfang 2014,   Mannheim, mal ohne Wasserturm am selben Morgen

Zugegeben: als ästhetisch störend empfinde ich die eingestreuten Reingretchen-Tableaus mit ihrer Kleinteiligkeit, die in der Thumbnaildarstellung natürlich noch verstärkt wird, dulde sie aber als Blick- und Aufmerksamkeitsfänger. Schließlich stellt die Buchcovergestaltung den wichtigsten thematisch festgezurrten Teil meiner Arbeit mit Bild, LayOut, Text und Ideen. Die kann man sich, grob gesammelt anzeigen lassen.

Gespannt bin ich immer, wie schnell nach “Veröffentlichen” die Bilder in der Suchmaschinenliste erscheinen. Das variiert von ein paar Stunden später bis einige Wochen bis erstaunlicherweise: gar nicht.

Und das ob der Größe der Bilder (Google listet standardmäßig von groß nach klein)! Das “Unästhetische” des Durcheinanders, das der als modern akzeptierten(?) Beliebigkeit geschuldet ist, empfinde ich merkwürdigerweise nicht als störend, obwohl ich natürlich weiß, daß die Umgebung eines Bildes eine sehr große Wirkung auf seine Wirkung hat ;-)

Auch cool finde ich, daß sich ein Großteil der bislang als Startbild verwendeten Fotos, die indiziert sind, aber nicht mehr “offiziell” sichtbar, sich mit der Sucheingabe site:soodlepoodle.net “start” anzeigen lassen. Penible Voraussetzung: alle müssen den “Start” im Dateinamen haben. So kann ich “vergessene” Bilder wiederentdecken. Online. Wie diese drei zum Beispiel:

Auch “findet” Google je nach Vorgabe andere Bilder, die zum Teil vorher gar nicht angezeigt wurden. Quasi ein internes Rating (!). Zum Beispiel die Unterschiede der Google-Ergebnissen zwischen soodlepoodle .de, und .com. Auch überraschend Anderes ergibt sich beim Suchbefehl: site:soodlepoodle.net soodlepoodle.net

Ich hingegen vermisse:

Also kann diese, ich sag mal flexible Art der Präsentation immer nur unvollständig sein und somit hauptsächlich zum Appetitanregen. Wäre diese Seite schön sortiert, mit Sitemap und einBildpro HTML-Seite könnte man alle schön der Reihe nach durchklicken. Bei fünf Sekunden pro Bild nach Adam Rirese fünfeinhalb kompakte Viertelstunden. Mit anschließendem Blackout/Koma… Denn mal im Ernst: welcher Fotograf/Blogger wollte sich ernsthaft einreden, daß ein Online-Besucher alle tausend Bilder sich anzusehen anschickt, schön einzeln, inmitten werkseitig elegant hellgrau gefärbter Fläche/Galeriewand mit elegisch das Seh-Erlebnis zelebrierenden Unterschriften? Diese Zeiten sind ob moderner Kleinteiligkeits-und-Bilderoverkill-Sehgewohnheiten echt durch.

Mir selbst erstaunlich: damit kann ich sehr gut leben.

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Musik beim Schreiben heute:

Angels & Airwaves: “We Don´t Need To Whisper”, Geffen, 2006

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7 Records, 2002

Zwerge am Dachboden? Nein: Trolle im 5-Sterne-Himmel !

  • Ha tomtar på loftet, das hab ich mal mit Freude gelernt, ist eine Redewendung aus Schweden und bedeutet siehe erster Teil der Überschrift.
  • Trolle in ihrer modernsten Inkarnation sind Gestalten aus der Welt des Digitalen und stören im Hauptfach.
  • Wenn man jetzt noch(Kultur)kritik,
  • Ironie, Sarkasmus,
  • einen Spaßgerilja-Flashmob und
  • das Phänomen user generated content mit in diese Schüssel gibt, umrührt und googelet, kommt
  • ..
  • review-trolling dabei heraus. So ne Art literarische Tortung des Rating-System-Gedankens.

Hab ich frisch gefunden auf blog.zdf.de/hyperland – ist das nicht …g.r.o.ß.a.r.t.i.g.?!! (Nein. leider: 404 – Eventuell ist der Link veraltet oder der Inhalt wurde gelöscht.)

Und für Deutschleser-only darf ich den Tipp eines gewissen noyse weitergeben, der besagten Artikel kommentiert mit:
«Es fehlt eindeutig die Mutter aller Amazonreviewtrollings. Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle: http://www.amazon.de/Wenger-Schweizer-Offiziersmesser-Messer-Schatulle/dp/B000R0JDSI :)»

Experimentalkriminologie

Der Kriminalroman, das macht seine Vitalität und unerschöpfliche Aktualität aus, kann sein eigenes, recht begrenztes Genre jederzeit transzendieren – bis hin zum Gesellschaftspanorama und zur abgründigen Charakterstudie.

Dieses Zitat hab ich auf der zeit.de gefunden; die zum Auffinden anstehenden Suchbegriffe waren “Kriminalroman” und “Literaturgattung”. Genau diese Plastizität ist es, die auch mir eine unerschöpflich scheinende Freiheit der Möglichkeiten und  grenzenlose Dehnbarkeit der Sichtwinkel-auf beim Kre-ieren der Coverbilder gewährt. Heute: die Experimentelle:

Mißliebige Kaffeeflecken werden kurz vor dem Weggeputztwerden jäh “erkannt” als spacige, kinderhandverdächtige Comicfiguren. Aus dem Toaster zusammengeschüttelte Krümel unter dem Eichenlaub (und digitaler Verfärbung) geraten zu authentisch wirkender Aquariumgeländestreu. Glas wird zu Wasser, Besteckbündel mischen sich mit Bananenblättern zum Cover des Monats. Dazwischen: in der Stadt Vorgefundenes (links oben und ganz unten, 2. von rechts). Die bedacht hin- und reingedrehte Platzierung ins Buchcover-Viereck bringt diese dann ebenfalls ins bestehende Team. Und hier sind sie – mit etwas Verzögerung – die neusten Krimi-Coverzugänge:

Reingretchen Neuerscheinungen September 2014

Wie man an diesen Beispielen sieht, wage ich mich damit auf themenfernes Neuland und: lasse. Unscharfes unscharf sein, Glasbruch in meiner Küche erstmal liegen, von den Bäumen Herangewehtes und Seifenstückreste sich häufen.
Dann wird auf Morgenlicht gewartet, das die Scherben zum Funkeln bringt, die Seife verarbeite ich, in kleinste Stücke gemessert und dann mit Wasser versetzt zu einem hackfleischfarben trocknenden Klops. Und arrangiere die verwelkten Blumen vom Balkon auf gesammelten… Kaffeesatz. Die Wohnung als Labor im anregendsten Sinne.

Ja ja, ich weiß: “Da muß man schon sehr Langeweile haben!” sagen meine Freunde oft kopfschüttelnd zu solchen Aktionen, doch wie anders zu solchen Ergebnissen gelangen?!

Der Clou – über das kontrollierte Messietum ;-) hinaus: diese Metamorphosen zu Bildern werden ausschließlich durch mentale Herangehensweise möglich. Die sich nicht nur brav im Fotomotive-nach-Buchhändler- oder-Verlegerart-Entdecken übt, sich auf jahrzehntelange fotografische Übung im Sehen und bildnerische Möglichkeiten-erkennen stützt, sondern,  tolldreist&themenfremd:

  • dem semi-absichtslosen Häufen, Warten & Finden (statt Wegräumen) den Joker hinschiebt.
  • Der künftigen, noch nicht zutage tretenden Intuition Raum gewährt.
  • Aufs Wird-schon-faszinierend-werden vertraut.
  • Und erstaunlich fündig wird dabei.

Denn es geht ja auch immer ums Dahinter. Ums Metaphorische. Um Bilder von Gegenständen und Konstellationen, die für etwas anderes stehen, etwas Ungegenständliches symbolisieren und damit sicht- und greifbar machen können.

Ob das jetzt Gesellschaftspanorama oder abgründige Charakterstudie ist ;-)

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Weiterlesen zum Thema “Kriminalroman” und “Literaturgattung”:

Fatal deshalb, weil sich im Alltagsbewusstsein über Kriminalliteratur die Vorstellung verfestigt hat, es handle sich beim »Genre« Krimi um etwas a) klar Umrissenes, b) Schematisches und c) ästhetisch Langweiliges. (Tobias Gohlis in zeit.de)

Mit dem “Whodunit” der klassischen Form hat sie (die Gattung Psychothriller, Anm. d. Red.) die Präzision eines vorwärtsdrängenden Plots gemein, mit der personal begrenzten Perspektive des Chandler’schen Detektivromans das unbedingte Erfordernis sprachlicher Souveränität. (Gabriele Wolff in literaturkritik.de)