Archiv für den Monat: Juli 2014

das Entrauschen von Teddybären

“Ich schau mal, wie viele.. sagen wir: Teddxbären ich heute in Folge auf den Film krieg” dachte ich am Morgen des 26. August 1989. Da traf ich nämlich mal wieder auf dem Mannheimer Flohmarkt, genannt Krempelmarkt ein und überlegte, ob ich diesmal überlegt vorgehen wollte. Und nicht wie immer einfach drauflos schlendern und mich überraschen lassen.

hoehere-mathe-niedere-teminDaß ich das nach fast einem Vierteljahrhundert so auf den Tag genau behaupten kann, ist auf die folgenden Fotos (die schwarzweißen unten, das oben ist vom 25. November 89) und meine Gewohnheit zur Archivierung zu schieben.

Flohmärkte haben mich immer schon dafür interessiert, daß sie ein anderswo unwahrscheinliches Gemengelage von Gegenständen erzeugen, zum Beispiel:

  • identische Dinosaurierfiguren in Viererreihe (Bild kommt weiter unten),
  • vorsintflutliche Haartrockner”kraken” im Morgennebel,
  • bauchgeblähte Teddys allein auf einer riesigen Verkaufsmatte, der Asphalt daneben kreideregenveschmiert,
  • aus dem Karton ausgepackte und sofort beschlagene Gläser..

oder längst aus der Mode gekommene “Schauwerte” des Wirtschaftswunderlebens wie diese da:1997-505-915--03-04-07bow

Diese selbstgestellte Aufgabe, mich an diesem Morgen fotografisch auf ein Thema zu konzentrieren, hat mir die Augen geöffnet. Nicht nur, weil ich plötzlich eine andere Wahrnehmung – nämlich die plüschene – hatte, nein.

Erstaunlicherweise & vor allem aber auch dem Umstand gegenüber, daß man durch diesen persönlichen Filter auch unglaublich blind gegenüber (fast) allem anderen wird. Getroffen hab ich damals nämlich niemanden, soweit ich mich da erinnere. Ist ja auch kein Wunder: immer mit diesem starren Blick auf die Tische ;-)

Unter den Fotos besagten Tages findet sich dieses Bild:

teddyrauschen

Auch durch das farblose wie aus einer anderen Zeit, obskur undogmatisch zusammengestellt, irgendwie leicht düster, sehr geheimnisvoll, nicht nur in der Art der “Drapage“;-)

Hier die Gläser aus dem kalten Karton/Auto. Ein weiterer cooler Effekt, die Produkt Sachfotografie aufzubohren:1995-5_blaue_1-4

Die Bilder dieses Artikels entstammen übrigens alle meinem Kontaktbogen-Archiv, das ich damals aus Übersichts- und Kostengründen anlegte. Und was man hier, ins Digitale überführt, sieht, sind einfach hochauflösende, frisch gemachte Scans dieser Bögen. Die entpuppen sich, da ich da nie übermäßig drauf achtete, dieses zu vermeiden, als erstaunlich zerkratzt und fusselbesät.

Das merkt man allerdings erst so richtig beim 600 dpi-Scannen und der anschließenden Examination.. Könnte man natürlich aus Geschmacks- oder Designgründen so lassen. Mich allerdings stören die in diesem Fall (ästhetisch) und ich mag wenigstens die gröbsten Störungen hier weg haben. Daß ein charmantes Restrauschen bleibt, ist mir recht, gewollt & aufgrund der Vorgehensweise und Materialbeschaffenheit unvermeidlich. Wollte ich das alles super klar, müßte ich halt die dazugehörigen besser erhaltenen Negative einfach nochmal richtig einscannen..

Also heißt es for flair´s sake: an die Ameisenarbeit,teddyrauschen-det called Digital-Retusche. Zum Entfusseln kopiert man immer kleine unverkratzte Bildstellen aus der direkten Nachbarschaft (denn die hat die gewünschte Struktur, Farbe etc.) auf die Kratzerstellen und erzeugt so ein aufgeräumtes Bild. In der Fachsprache heißt das “Stempeln”.

An dem hier verlinkten Workshop sieht man “so nebenbei”, wie überaus einfach das “Verändern” von Bildmaterial für Heimwerker mit normalen haushaltsüblichen Geschirr geworden ist. Im heute harmlos scheinenden Gegensatz zur Relevanz  “staatstragender” Machenschaften früherer (?) Zeiten.(..)

teddyrauschen-codetIm Clip auch zu sehen ist, wie kreativ das heißt falsch eingesetzte “schlaue” Werkzeuge zu erstaunlichen Neuschöpfungen führen können, die ihre Ausgebufftheit natürlich alle irgend welchen verborgenen Algorithmus verdanken. Hab ich letztens auch mal mit Pasta ausprobieren dürfen.

Doch weiter mit der Teddyentstörung: hernach “verstelle” ich als letzten Schritt die Helligkeit und den Kontrastumfang in gewünschter = mir gefälliger Weise. Um das Bild so mysteriös wie aus der Vergangenheit erscheinen zu lassen, vermeide ich den vollen Kontrastumfang von Tiefschwarz bis Überweiß. Und behalte so den verwaschenen Eindruck bei.

Hier noch ein paar Fälle von akuter Skurrilität – ich weiß nicht, ob ich die “Orchesteraufstellung” rechts oben, die Brezellegeanleitung, die Nähmaschine-Staubsauger-Kombination oder den Kanonenofen mit Schnittplatz am wildesten finde…

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Ich bin also (wieder) dabei! Liegt auch daran, daß ich nicht nur alte Fotos, sondern auch alte Beute dieser Flohmarkttage wieder mal ans Tageslicht befördere – davon habe ich, so scheints mir mittlerweile, auch ein “Archiv” ;-) Da warten also noch mehr Flohmarktideen auf Euch und mich!

Und hier nun, “zum Beweis”, besagte historische Strecke mit allen, äh, Teddies des “auslösenden” Tages:

schnulli_udth8-13

schnulli_udth14-18

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Musik beim Schreiben und Entrauschen heute:

Pole: “Pole”, PIAS, 2003

Tempel Trio: “Finger Food”, WayOut Records, 2004

Tiefschwarz: “Eat Books”, Fine/Four Music Productions, 2005

The Wolfgang Press: “Funky Little Demons”, 4AD, 1994

Steve Winwood: “Nine Lives”, Wincraft Music, 2008

Wanda, Bober, Kurd und Dan

Oh, welch Überraschung mit dem neuen, dem sechzehnten Paket meiner Autoren-Out-Of-Space – Kiste: die allereinfachst-gebräuchlichen Deutschwörter “machen” die Lösungen der neusten sieben Rätsel des Reingretchen-Gewinnspiel-Universums!

Und die durch  Annagrammierung vollbrachte Namensfindung förderte Wunderlich-Fantastisches hervor! Hätte ich mir nie ausdenken können! Denn die Buchstaben helfen einfach durch ihr “vereinzeltes Dasein” als Ahornklötzchen der manchmal doch festgestampften Assoziationsfähigkeit des Hirns diesem zur.. Totalabschaltung.

Grandios. tAbula Rasa durch bewegliche Lettern ;-)

Und dann, sobald da durch Umlegen der Buchstaben unter den Fingern auch nur der Anflug eines Vornamens hauchbar wird, schaltet sich das Organ zur Abwehr von Information sowieso automatisch wieder zu. Und sieht: Wanda. Kurd. Dan. Beth. Bober. Pyrata ;-) und Terri. Dann werden die Übriggebliebenen gemischt. Und sehr kuriose Familiennamen oder ultravertraut klingende fügen sich bei.

Ich hab dann natürlich gleich mal nachgegoogelt: Gasekter, Puskac.. Sundas & Tereub… Also Autoren hab ich da mal keine mit meinen Vornamen gefunden ;-)

Zu gewinnen gibts diesmal: die mit geringfügiger Beschäftigung verbundene Gelegenheit, den persönlichen Wortschatz in gleich fünf Richtungen zu erweitern. Ich habe hier je ein nagelneues Französisch-, ein Russisch- und ein Türkisch-Wörterbuch. Dann noch je einen unabgerissenen, aber schon durchgeblätterten  Englisch- und Spanisch- Sprachkalender mit je 365 Tages”lektionen” von vor elf Jahren.

Deren Inhalte haben auch dieses Jahr weiterhin nichts an Gültigkeit verloren ;-) Das Dolle an den Sprachkalendern: sie geben ein gemächliches Lerntempo vor und sind seeehr unterhaltsam durch ihre MultiPerspektivik, das Phänomen Sprache betreffend.

Meine beiden Liebling(sfund)e unter den immer nebenbei eingebundenen spanischen Sprichwörtern:

“Mit diesem Knochen ( =Geschichte, Gerücht) zu einem anderen Hund!”

“Man versteht die Menschen, indem man mit ihnen spricht.”

 

58140023 58100013 61400019 58170003 58170020 51610030

80400016 70760006cutret 70920028

Diese fünf also gibts zu gewinnen. Wobei die/der, der/die zuerst mit den richtigen Lösungen ankommt, zuerst aussuchen darf usw.

So gehts: Die sieben gesuchten Begriffe, aus deren Buchstaben die links danebenstehenden Autorennamen “gebaut” sind erraten, gegoogelt, re-annagrammiert & gefunden, in die Kästchen eingetragen/ausgefüllt und bis einschließlich Freitag, 29. August 2014 unter Ausschluß des Rechtsweges können gemailt werden an: el.Berndo ]at[ reingretchen.de

Hilfestellung geben die darunterstehenden Hinweise in entsprechender Reihenfolge. Also zum Beispiel soll aus den Buchstaben von #4 “Kurd Prack” ebenfalls #4 die “Maßeinheit für mangelnde Abstellmöglichkeiten” werden…

Neulinge auf diesem Blog können sich auf http://www.soodlepoodle.net/blog/?p=1830 mal etwas mit weiteren Beispielen anwärmen; wie das alles zustandekam, gibts zu lesen auf http://www.soodlepoodle.net/blog/?p=2230.

Serendips des Tages:

  • Die umliegenden Mannheimbilder von 2012. Dreizehn davon stadtbekannt/eindeutig verortbar. Keine Postkarten, eher kuriose Merkzettel für “mezzaninische” Motive. Die man – bis auf das verschwundene Gießkannenbündel und Tulpen- also irgendwann mal re-besuchen kann.. (..)
  • “Die Verschiebung des Hausfrauenwissens ins Internet” auf z.B. helpster.de
  • “Die meist chronologisch geordnete Liste der publizierten Spiele eines Spieleautors nennt man Ludografie” (Quelle: Wikipedia.de)

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Eisteecoole Musik beim Schreiben heute:

Anke Helfrich Trio feat. Roy Hargrove: “Better Times Ahead”, DM Production, 2006

Cheb Mami: “Dellali”, VIRGIN France, 2001

Kings Of Convenience: “Quiet Is The New Loud”, SOURCE, 2001

58100027 70920021 81740036 84270024 84360023 98190032

Eigenlaubtherapie, Lautsprechervergleich

Sommerurlaub! Die vor mir liegende, zur freien Verfügung stehende Zeit macht mir Atem, reibt sich erwartungsvoll und tatendrängend die Hände. Ich stelle im schnell hingeworfen Modus ein neues Startbild/Portfolio/Blog-Design zusammen- soo viel Kurioses taucht aus den Kisten im Keller und den Schrankecken auf, das in den Kreislauf will ;-)

Warum mit den jüngst erstellten Nähkästchenscans und einem unscharfen Disko-Lobsterbild nicht flugs ein “Indie“feeling erzeugen, noch ein paar artgerechte Handschriftenscans zur Menuegestaltung aufpappen und los?! Die Scanfehlerstreifen in Grün quer (unten) sind das I-Tüpf auf dem Werk und können müssen so  ;-) Zwei prägnante Umrisse, ein paar Worte dazu -ab in den LayOutMixBecher – da kann man Einiges mit machen. Erstmal ein neues Startbild-Design des Poodles..

Was man hier sehen kann, ist absichtlich wie schnell hingehuscht (die Handschrift – 1st Take jeweils), fahrig ausgeschnitten (rund herum das Schwarz) oder ich verwende den “Abfall” (a) Zwirnstern in Grünlich, b) Menuepunkte, gekritzelt auf Hosenetikett).

Dieses Ensemble macht im Remix auch gut nen ätherischen Header für das Blog, der Digitalisierung der Bilddaten sei dank:header-garnlobster-pat1.jpg

Damit werde ich nocturnal noch ein bißchen spielen..

Urlaubsbeschäftigung #2 Namensfindung: “Unser Amtsschimmel=Kriegsroß 1925 soll schneller werden” für Rangalf und ein “von Niemand randlos geschliffenes  Einschlagsloch” für Terri, das sind die neusten Zugänge für meine Rätselreihe “Autoren Out Of Space”. rangalf-terriAus den jeweiligen Buchstaben kann man durch Umlegen der Einzelbuchstaben, hier mit klassischen ScrabbleBuchstaben verwirklicht, die Begriffe aus Geschichte und Geologie finden, aus denen ich die Namen gebaut habe. Aber das ist Zukunftsmusik. Bislang gibts erst mal sechs mal sieben Tableaus..

Und den “Lautsprechervergleich” gibts ab morgen, wenn ich die Bilder vom Pferderenntag gestern abgeholt hab ;-)

Am Tag danach: voilà, meine best-of Lautsprecher. Andreas, schick mal Deine ;-)

lautsprechervergleich804000

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Serendip des Tages: How Do You Light a Woolly Mammoth?, ein “Werkstattbericht” der NYTimes von The Staff über den Fotografen Stephen Wilkes. Zitate:

I used Thomas Doughty, a Hudson River School painter, as inspiration for his use of late afternoon light.

Moving my camera perspective up or down a foot completely changed the body language of the mammoth.

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Musik beim Schreiben heute:

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7 Records, 2002

Los Lobos: “Colossal Head”, WARNER, 1996

Jacques Loussier: “The Best Of Bach” Music Collection, 1993