Archiv für den Monat: März 2014

Am Büffet entlang – die Reingretchen Triptychen

16 “Frühlingscovers” fürs Reingretchen-Projekt gibts ab heute auf diesem Blog. Schön portioniert im bewährten “klassischen” Dreierpack, denn jetzt, nach bislang veröffentlichten dreihundertsechsunddreißig Buchcovern wird es notwendig, diese mittlerweile unübersichtlich geratende Menge nicht zum reinen Schubladenfüller und Platzverbraucher sedimentieren zu lassen. In einer Art “permanenten Laborzustand” stelle ich deshalb ab sofort und immer neu kleine Appetithappen à la “Serviervorschlag” zu Triptychen zusammen und hier wieder vor.

Alles so nach und nach. Und auch ganz nach Laune.

Ziel der Bemühungen: ich ermixe damit unbekannte “Cocktails” aus je drei Ingredienzen, ganz so wie in der klassischen Bartheorie Basis, Modifier und Flavouring Agent.. kann damit unbekannte Wirkungen von neuen Geschmackskombinationen erzielen. Und gleichzeitig eigenständige, fertig gestaltete Cover wieder zu Bausteinen umfunktionieren, Fertiges recyclen.

Mehr noch: sich der Schaffenskraft-danach erfreuen. Immer weiter Unerwartetes ankommen lassen mit diesem einfachen Trick der drei angeordneten Covers. Und  Appetit bekommen/machen – Inspiration und Lust, sich Geschichten hinter, z.w.i.s.c.h.e.n. diesen Bildern vorzustellen. Ahnen, was da passieren könnte. Oder gar anfangen, sie zu schreiben? Gehts vielleicht noch jemand so?!

Erstaunliches in der April-Ausgabe: der helle, freundliche Krimi ist da ! Möchte ich wohl mit dem Düsterklischee etwas aufräumen in Richtung “Schönwetterverbrechen”? – Yeah und oh – ein neuer Titel! ;-) Vergangenen Sommer war ich nämlich im Schwarzwald. Und bin da viel herumgelaufen. Gewandert wäre zuviel gesagt, aber einige Kilometer mit Kameraumhängetäschchen waren es schon. Die Luft war lind und klar, ebenso die Motive, die sich dem Auge darboten. Ganz andere als in der Stadt: hellere, buntere, ähem, natürlichere, die mich heute erstaunen: denn fast ein dreiviertel Jahr später sitz ich hier zum anbrechenden Frühling und nehme mir die heute mittag vorausgewählten Motive von sieben Rollen Kleinbildfilm vor. 58 Stück hab ich mir auf die Schnelle herausgedeutet, das sind 23 Prozent. Davon sind gefühlt 90 % schon beim Fotografieren mit Krimicover im Hinterkopf entstanden.

Zurückdenkend kann ich mir nicht vorstellen, was ich denn fotografiert hätte, gäbe es seit fast zwei Jahren das reingretchen nicht in meinem Leben. Diese Bilder bestimmt nicht.

Und heute, beim Erneutsehen staune ich: zarte Blumen in optimistischen Farben in Asphaltumgebung, Kinderhüpfspielpläne, aufgerieben mit StrassenKreide. Verfärbte Nachwintertennisplätze hinter Maschendraht… einen beschatteten Eichenast mit darüberliegender Leitung, kurzsichtig wandernd/suchend im Wald. Oder vergiftet gar, verfolgt oder verfolgend? Diese beiden Baumruinen längs des sommerlichen Wanderwegs (oben)- könnten doch locker als Filmplakat durchgehen, oder? Mit den zwischendrin aufgehangenen Titelbuchstaben, ebenso fontal ruinös/zerfetzt wie die Baumsilhouetten. Eine weitere arg zerzauste Kiefer mit ein paar auf Höhe deutenden Wolkenschleiern bekommen mit dem Titel (und der Zusatz-Info: Krimicover) ungeahnte symbolische Wucht, lösen sich dadurch aus der natürlichen Belanglosigkeit, werden zu Zeichen fürs menschliche Miteinander, die Verwüstungen des Lebens.

Nach dieser Vorstellung der Neuen kommen nun die frisch komponierten “Dreier” aus schon Vorhandenem – ich stelle, der Jahreszeit und Tagesstimmung entsprechend helle, lighte zusammen:

Mit diesem eigentlich abgeschlossenen, recht ansehnlichen Heap an Brauchbarem kommt man, so stelle ich schnell fest, mit dem Mix-3-Trick noch weiter: Ahnungen können sich entwickeln, Atmosphären, Kälte und Hitze zwischen den Bildern wie Funken hin- und herspringen. Und Neues sich entzünden.

Hier teste ich mal (mit zum Teil doppelt vorkommenenden Covers) die Wirkung in diversen Nachbarschaften, alle ähnlich von der farblichen Anmutung und Ausstrahlung, leicht verwaschen, irgendwie träumerisch, unwinterlich diesig.

Mit meiner Chiffrierungstechnik-vor-Drucklegung (alles soll ja in Buchform gerinnen und ich mag die Titel und Autorennamen nicht vorzeitig enthüllen) gewinnt der Rätselfaktor, der Exoten-Appeal, aus den Hieroglyphenformen sippt/leakt Mysteriöses. Wie eine mißverstandene, allzu schnell zugeraunte Nachricht (?) zwischen all den beobachteten, kontrolliert bewußten Augenblicken des Lebens.

Weiteres Plus dieser “Verwischungs/Überraschungstechnik”: ich vergesse oft recht schnell die ursprünglich im Vorbeifliegen ausgedachten Titel – das gibt wieder Raum und: man kann dadurch gar bessere nach-erfinden ;-)

Denn das ist ja das Tolle am Reingretchen: es gibt “nur” die Start-Idee und die daraus resultierende, nach wie vor stark anhaltende Faszination. Was kann es bei einem freien Thema abseits von merkantilen Geistesfixierungen Besseres geben?  __________________________________________________________________________

Musik beim Entlangschreiten/Nachschneiden heute:

Cath Carroll: “England Made Me”, Factory Records, 1991

Jacques Loussier Trio: “Bach´s Goldberg Variations”, Telarc, 2000

Pressure Drop: “Upset”, Marlboro Music, 1992

Seelenluft: “Synchronschwimmer EP”, KleinRecords, 2001

A Fine Frenzy: “Bomb In A Birdcage”, Virgin, 2009

Cal Tjader: “Talkin´Verve- The Roots Of Acid Jazz”, Polygram, comp. 1996

diverse: “Blue Brazil”, Blue Note in A Latin Groove, Blue Note Records, comp. 1994

No Load Of Codswallop

Wenn man hier in Deutschland ab und zu mal auf ein prominentes Opfer falscher Freunde stößt und sich angemessen entweder fremdschämt oder unter den Bekannten ordentlich Häme über diesen Fund ausschüttet, kann man ab sofort als dritte Möglichkeit den, ähem, tugendhaften Pfad der Weiterbildung einschlagen, der sowohl weiter in die z.B. englische Sprachkenntnis vordringt, als auch plötzlich wissen läßt, wie ein Bronx Cheer geht oder wie man den Elefanten aus dem Zimmer kriegt:

Heute gefunden, mit viel zu viel Adds* im Original, dafür appetitlich aufgemachter, mit alten & geschmackvoll ausgesuchten Bildern fern jeglicher Urheberrechtsbedenken als Facebook-Seite: https://www.facebook.com/phrasefinder

Alle Begriffe à la Telefonbuch auf einmal: http://www.phrases.org.uk/meanings/phrases-and-sayings-list.html

Und diese ominöse Bild hier? Och – ein Experiment, gefunden unter meinen ersten Photoshop-Versuchen zur Jahrtausendwende. Ein aus dem Nichts = Vorlagenlosen gebautes=imaginiertes “Radioteleskopbild” eines Nebels mit fiktiven Sternen(namen)…

* Zweierlei Moral an der Geschicht:

  • a) so kann man wie Gary mit Liebe zur Sprache, in der Luft liegenden allgemeinen Wissen, Fleiß und Googelei eine gut besuchte Seite bauen und, wenn die Hütte steht, mit Klickvieh & den “eingepflegten” Bannern Kohle machen. Ich denke, nicht die Millionen. Der Häßlichkeit der Werbe-Bepflasterung hält man angesichts des Informationsgehalts schon stand, schließlich übt man das Ausblenden beim Surfen ja täglich. Und wenn nicht: als Appetit- und Like-Anreger im Standard-Look-des-Vertrauens hat man ja fb als Ausweichmöglichkeit.
  • Und b) Ihr alle könnt daran ausprobieren, inwieweit die Browser Eures weiteren Vertrauens “fähig” sind, die zuletzt besuchten Amazon- oder Monoqi- oder Sheego-Seiten zu verwerten. Also bei mir hats heute keine 2 Stunden gedauert, bis eins der zuletzt angesehenen Bücher auf amazon auf der phrasefinder-Seite aufgetaucht ist (!!)

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Sidecar (Postskriptum): http://en.wikipedia.org/wiki/Pseudo-anglicism
Dazu vielleicht den Beiwagen als Cocktail?!
Oder die Geschichte des Dislike-Buttons? Da gibts den erstaunlichen Satz:

“Die gute Laune ist den sozialen Netzwerkern sogar so wichtig, dass sie zumindest für die USA einen “Gross National Happiness Index” erheben, der die Stimmung im Netz wiedergibt.”

Daraufhin stoße ich ein paar Klicks später doch tatsächlich auf den Begriff des Bruttonationalglücks. Also, wenn das mal kein Start in den Frühling ist ,-)

Frühlingsgretchen. Mit drei Eimern Wasser..

Hat bis fast Mitte des Monats gedauert, aber JETZT sind sie da und funkeln im überaus willkommenen Frühlingsnachmittagslicht: die neuen sechzehn Titel des Krimi-Cover-Projektes reingretchen.de:Reingretchen Neuerscheinungen März 2014
Da hatte ich vom letzten “Überschwemmungsaufarbeitungsmonat” Februar noch fast zehn Stück über und hab die mit den nun frischen zu einem Cocktail gemixt, der mir großFreude bereitet. Von Detail bis Landschaft, von Grafik bis Gemälde reicht somit die Bandbreite, machte es  mir als One-Man-Jury auch entsprechend schwer, das Cover des Monats zu küren. Da hab ich mich zu nem ungleichen Duo aus Plakat-Effekt (siehe oben) und monochromen Strukturschwamm vs. Romatikgemälde (siehe unten) hinreissen lassen.
Reingretchen Neuerscheinungen März 2014Denn schließlich stand das Cover von ebenfalls Februar noch aus – bis grade eben.

Hier unten seht Ihr die beiden am knappsten ausgeschiedenen Covers:
Reingretchen Neuerscheinungen März 2014
Ausgeschieden aber nur, weil man ohne gescheite Vergrößerung die wichtigen Kleinigkeiten nicht erkennen kann. Also nix in 219 x 369 Pixel auf der dafür vorgesehenen Seite ;-) Also mach ich sie mal hierher – außer Konkurrenz und ohne das übliche Design anzutasten quasi.

Bemerkungen: Das linke: der in der schrägen Abendsonne wie Goldbrei funkelnde Schlamm nach/bei Wasserrückgang. Wie man gut erkennen kann schon wieder von Fahrspuren durchfurcht. Rechts ein gerade mal sechs Tage altes Bild vom überaus fotogenen Zusammentreffen von Ruderspuren, Kanuenden und Gegenlicht vergangenen Samstag.

PS.: die flüssige Mengenangabe im Titel kommen, außer vom eigentlich durchgehenden Thema der Bilder dieses Mal von einem neuen Postkarten-Kommentar. Als ich erzählte, dieses Motiv wäre bei Hochwasser-Höchststand am 3. Juno vergangenen Jahres entstanden (und somit gaanz schön schwer nachzufotografieren), meinte ein Kommentator augenzwinkernd: “Dann kippt man halt drei Eimer Wasser in den Rhein!”

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Musik beim Gretcheln und Schreiben heute:

Ben l´oncle Soul: “Ben l´oncle Soul”, Motown France, 2010

Jean Sibelius/Philharmonisches Orchester Helsinki /  Gergiev: “1. Sinfonie e-Moll op. 39″

Blur: “The Great Escape”, Food Ltd., 1995

Talking Heads: “Fear Of Music”, SIRE Records, 1979

David Byrne: “The Catherine Wheel”, SIRE Records, 1981

Some Memories Of German Snow (You Never Met)

Hi Dev (I hope my spelling is right),

back home after our brief encounter on the bridge from Ludwigshafen to Mannheim yesterday I not only grew BIG worries about some translation software applied to my blog would make it for some  decent results, I luckily remembered the name of your home town Rourkela and learned some astonishing facts about it, mainly from the German Wiki page. Facts about the first big-scale “Entwicklungshilfe” 1954 gone wrong  that made a curious mixed feeling together with your info about having an Oktoberfest over there. Nothing mentioned in the english wiki…I even found some gruesome “Spiegel” article about it- in “then-speak” dating back to January 1966! Nowadays this overcome post-war style no serious journalist would dare to use..

I´m also looking forward to my soon-to-be-developed pictures, not only of the little trees in bloom where we met by chance- above a pic from 2009 to get the idea of taking better/more pics some day – but also to the rest of the approx. 200 pics I took during last afternoon. Gorgeous first glimpse of spring!!

As maker of local postcards it is very appealing to me imagining you taking the “winter card” 13/14 back to India and having it placed maybe on your real desktop.

Again:`t was nice to meet you!

Bernd aka Soodlepoodle

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Listening to while writing:

Morphine: “Cure For Pain”, RYKO, 1993

Pop Goes The Poodle

Endlich komme ich dazu, die “Neuen” in die Läden zu bringen! Hier ein Stück Bild mit allen vieren im ursprünglich braven Kartengitter des kunstwerk.biz. In größer ein weiterer Hinweis/ein weitere Version der Fotos für die Gewinnspielteilnehmer ohne Originalratevorlage.

Aufpopprezept fürs “Infernal und warhonal zugleich” mit Photoshop auf folgende simple Weise: dem JPG als Hintergrund ne Ebene in orangerot (#cc411f) drüberlegen, dann “Differenz” einstellen- wow! Gewohntes in Umfärbung- schrillt ganz schön, you Mannheim you ;-) A propos pop art- ein Gruß an Siggi Schulze by the way..

Und die ordentlichen 1.630 x 1.279 Pixel beim Draufklick- könnten es ganz nach vorne in die hauseigene Googlegalerieauswahl schaffen..

PS.: Schade, daß man im WordPress-Titel-Modus keine Durchstreichungen einbauen vornehmen kann. Sonst käme das Weasel auch noch vor. Da oben.

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Musik beim Färben heute:

Trentemøller: “The Last Resort”, Poker Flat, 2006

Totally Enormous Extinct Dinosaurs: “Trouble”, Polydor, 2012