Archiv für den Monat: September 2013

Tech Talk ist langweilig…

Tech Watch viel cooler: hab ich grad per Herumadrenalieren über den Wiki-Artikel von Herschels Schmuckkästchen im Internet wiederentdeckt:

den Gelegenheits-Rover und den Oracle-Katamaran

Hier unten  find ich den “Original-Soundtrack” super (gibts Geräusche auf dem Mars? Im Anflug eher weniger…)

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Hier bitte auf lautlos und irgendwas Gutes dazu hören. Zum Beispiel “Human Patterns” von Beanfield:

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Und dann beides natürlich auf Fullscreen ;-)
Zugabe: ein neues Zeitalter der Kameraführung hat begonnen:
CineStar Video Collective 2012

Stutzig geworden? Zurecht!

Neues, merkwürdig schlecht gemachtes Bild ab heute aufm Soodlepoodle. Sag ich jetzt mal so. Oder eher:  eigentlich gut, dann aber digital verkorkst, das Ausgangsmaterial.

Liegt an den auf ersten Blick als gefakt erkennbaren Bildbestandteilen. Die auch noch, fast, um noch mehr als solche aufzufallen, doppelt vorhanden sind: ich meine den zwiefachen Vogelumriß, der nach Klick als knallig-ungewohntes Tapisseriemotiv wiedererscheint und, weiterklickend endlich am Menue angelangt, verschwunden ist und die “Originalwand” sichtbar wird (und man sich denken mag: “Was ist denn in den gefahren?”):

Denn SO im Originalzustand könnte man sich das ja gefallen lassen – als angemessener Start auf einer ernsthaften Foto-Webseite.. Warum im Startbild diese “Störungen” eingebaut sein müssen, plötzlich übersättigte Textilmuster auf dieser Webseite erscheinen, nun.. die Bananenscans und der Spieltrieb sind schuld. Und  eigentlich noch mehr: der Wille zur Irritation.

Am Anfang des Tages gabs nämlich lediglich den unschuldigen, armen Scan #3:

So weit, so obskur, denn “Nur wem extrem langweilig ist, der scannt Bananen” hör ich schon jemand sagen. Nun – um Schauspieler zu scannen, fehlt mir das Equipment ;-) .. Aber weiter: aus dem Ausschnitt unten links im Bild hab ich intuitiv ein “Muster” gemacht das heißt: bestimmt. Das ist ja das Tolle an der Digitalen Bildverarbeitung: sogar Werkzeuge für Künftiges kann man mit entsprechender Software selbermachen. Heute also Tapeten: gelb und irgendwie bananig-leopardig gefleckt sollte es sein. Die Funktion Muster erstellen c/o Photoshop ist eine Art selbstgemachte Kachel: die kann man dann automatisch eine vorgegebene Fläche füllen lassen.

Das sieht dann im Falle des gewählten Ausschnitts ( obig schwarz umrandetes Viereck) plötzlich aus wie ein Blick in eine leicht exotisch belegte Hähnchentiefkühltruhe:

Damit mit diesem – wie mit jedem- Muster etwas passendere Übergänge zwischen den Rändern entstehen, gibts die Kulturtechnik des “Stürzens” oder “Klappens”, die ich mal von einem Schreiner gelernt habe (die machen das nämlich beim Furnieren auch so): man stürzt in jede Himmelsrichtung jedes zweite und erhält ein größeres, harmonischeres da um Symmetrie erweitertes MusterBild:


Das Ergebnis läßt einen etwas starrigen Blick aufs Muster aufkommen, gewiß, und man versucht, nicht an präpubertäre Kaleidoskoperfahrungen oder Batik-Gewänder zu denken.

Apropos Kaleidoscop- das gibts auch in motion:

Doch weiter an der Schale: fahriges Radieren erfolgt, man bekommt den Vogel zu fassen, den man dann ordentlich ausschneidet- der zu Demonstrationszwecken  gewendete Rest der Bananentapete wird überraschenderweise zu sternennachtblauer Psychedelik, die uns heute mal zu Schulungs- und Veranschaulichungszwecken zwar ungebeten, doch sehr gelegen kommt.

Ein fremdartiges Tier mit zwei(!) plausiblen Augenstellungen entsteht- nur mit Radierer und fellig (!) eingestellten “Wischfinger“, ein wenig die von der Banane vorgegebenen Konturen nachziehen en detail et voilá:

Genau diesen Umriß hab ich dann ins Wandbild eingebaut- einmal reinmultipliziert als leicht verwitterte(s) Graffiti/Wandmaleria, einmal als Schatten, der sich von Farbe und Substanz möglichst nicht von den echten Schatten der Kamine unterscheiden sollte.. Bildbetrachter sollten so auf diese doch unwahrscheinliche Koinzidenz gestoßen werden. Und ordentlich stutzen.

Warum das jetzt so “gemacht” aussieht?  Nun: es ist a) die doch sehr “gemalte” Vogel-Form, die eher nach Kinderstift riecht als nach etwas ordentlich Ornitologischen. Und der Anstellwinkel der Beine ts ts.. Da hätte man entweder erst üben oder besser gleich als absichtlich erkennbar collagieren sollen:

Oder einbauen, den verkorksten Vogel-Schatten aber weglassen, dafür das Graffiti an eine prominentere Stelle gesetzt, die dann auch noch authentischer gewirkt hätte:
oder gar nochmal gespiegelt und rüber an den Kamin gerückt. Noch besser. Die mithilfe dieser Platzierung plausibel gemachte harte Kante- “erklärt” durch die Ecke zwischen Wand und angebauten Kamin – und dem “störenden” Schatten verstärkte ironischerweise den Eindruck der Authentizität :

Und ja hoppla- natürlich: jetzt wäre wieder Platz für den Schatten des “echten” Vogels. Warum den nicht an einer noch etwas prominenteren Stelle als anfänglich platzieren? So entsteht dann ein perfektes Spiegelbild mit einem dargestellten Dialog zwischen gemalt und echt:

Aber: will man das? Die Besucher so am digitalen Schnabel herumführen? Niemals!

Lieber mit etwas merkwürdig Riechenden stutzig machen, denn- es ist nicht alles Schein, was trügt ;-)

Und: die kleinen Scan- und Retuschefehler im “Originalbild” selbst kamen ja gar nicht zur Sprache..

PS.: noch mehr Stutz im aktuellen Blog-Headerbild: die Banane mit Pelzausläufen- Soodlepoodle auf dem Weg zum Kamel im Leopardenfell, dem Kamelopard

Hier als farbiger Nachtrag noch ein Hinweis zur Bauanleitung der doch recht schmucken Version des Vogel-PLUS-Hintergrundbildes, digital “gekreuzt” mit der Bananentapete: der Ebenen-Modus “Differenz” machts möglich. Ladet einfach die beiden Bilder direkt unter der “Hähnchentiefkühltruhe” mal in den Photoshop und experimentert (ich hab zur verbesserten räumlichen Darstellung noch schnell nen Schatten “untergeschoben”):

Könnte für meinen Geschmack glatt als Kimono-Stickerei-Vorlage durchgehen..

Umzugskistenfundsachen

Ein grauer Montag im September, Regen, 12 Grad Celsius. Wenn man da nicht vor die Tür muß..

Also genau das richtige Wetter zum Daheimwasmachen: noch immer sichte ich die (in Umzugs-Ordnern verpackte) alte Version meiner Webseite(n). Und wäge, was rüber auf die neue soll. Das ist beileibe nicht alles (zum Glück), aber bei vielen später ausgesonderten Beiträgen bleibe ich hängen und schaue erneut auf die anbei-nen Bilder.

Erstaunlich- mir fallen ganz andere auf als beim Originalposten vor einigen Jahren. Zum Beispiel das mit dem Hulabast-dekorierten, seit Jahren stillgelegten Wasserpilz:

Oder der Blick in die Turnhalle, die in den Sommerferien zum Videodreh zweckentfremdet wurde:

oder the most craziest Taufbecken, das ich bislang kennengelernt habe:

Das allerdings war schon immer ein Lieblingsbild von mir, da es aber nicht so recht in die Making-Of-Serie passen wollte, die ich damals 2003 vom zugehörigen Weihnachtskonzert meines Lieblingstrios fotografierte, führte es ein illuminiertes Schattendasein, falls es sowas gibt. Aber nur bis heute ;-)

Bleibt zu hoffen, daß es noch nicht abmontiert wurde in den letzten 10 Jahren..

Beim Links-Check stoße ich auf ein Thema´again, daß ich mir fotografisch für den kommenden Herbst vorgenommen hab und das Peter Jenny als schweizerischer Gestaltungsprofessor vor Jahren schon erkundet hat: die Wahrnehmungswerkstatt Küche. Wie steht da so schön:

“Da ich gerne von etwas begeistert bin, aber nicht ständig nach Venedig reisen kann, müssen sich Lagunen, Lichtstimmungen und Metamorphosen auch an näher gelegenen Orten finden lassen: in der Küche, unter dem Pfannendeckel, im Backofen oder im Kopf.”

Überhaupt und aus gernau diesem erfreulichen Grund sollte man ständig, das heißt: ab und an regelmäßig seine Lieblingsbilder an sich vorbeidefilieren lassen. Denn sie füllen mit Freude und erzeugen gar neue Assoziationen & gedankliche Kombinationen mit Bildern, die lange nach ihnen entstanden sind, dennoch aber eine nicht mal soo geheime Verbindung zu ihnen haben.

Zum kleinen Beispiel dieses Stück vergrößerten Kontaktbogens. Ich kann mich noch genau an das schon beim Fotografieren vorherrschende Gefühl des Festhaltens von verschwindenden Dingen erinnern, die ich beim Anblick dieses doch sehr elegant geschwungenen Trichters verspürte.

Und schaue es immer gerne wieder an. Aber heute erst- glaubts mir oder nicht- fällt mir der rechte Bildfolgeausschnitt erstmalig auf. Liegt wahrscheinlich an seiner bislang unerreichten Größe am Bildschirm. Und mir kommt eine Erleuchtung: das ist ja das alte Bild aus dem Mannheimer Hafen, das ich schon suche, seit ich mit Mannheim Ansichtskarten zu tun habe! Krass! Jippieh!! Jetzt weiß ich, auf welchem Kontaktbogen ich suchen muß!!
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Musik beim Schreiben heute:

Soul Coughing: Screenwriter´s Blues:

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Donald Fagen: “Sunken Condos”, Reprise, 2012

Rickie Lee Jones: “Traffic From Paradise”, Geffen, 1993

Norah Jones: “The Fall”, Blue Note, 2009

Die Waren-Abenteuer sind im Kopf

Kaum hab ich Daniel Kehlmans “Ich und Kaminski” verschlungen, stoße ich gleich hinterher, nämlich heute, auf diese WDR-Doku zum Fall Beltracci: Krimi pur!

best bits:

  • “Wir versuchen, jedem Bild, jeder Fälschung eine Seele zu geben” (Zitat Posin Brüder)
  • “Überhaupt war es sein Trick, nur verschollene Bilder zu malen”
  • “Den Opa seiner Frau (Foto wird eingeblendet) machte er zu einem feinsinnigen Kunstsammler- so entstand die Sammlung Werner Jägers. Die eigene Ehefrau verkleidete er als Oma, setzte sie vor die Kunstwerke- voilá- (Foto 2 wird eingeblendet) der Beweis für die Sammlung. Jetzt haben die Bilder laut Beltracci eine Herkunft. Der Kunsthandel spricht von Provenienz”
  • “Werner Spieß kann aus einer namenlosen Leinwand ein Millionenobjekt machen”

 

Weiterführende Infos zum Inhalt dieser Doku auf art-magazin.de und spiegel.de

Dazu eine thematisch verwandte kleine Blog-Notiz vom Mai letzten Jahres: Bestellen Sie jetzt (alte Meisterwerke) und beeindrucken Sie Ihre Freunde

Countdown Reingretchen September

Heute, am 10. September bin ich endlich soweit mit der frisch umgezogenen Webseite und (hoffentlich) allen anhängenden Verlinkungen- die haben nochmal Aufwand gemacht, vor allem das Testen und Finden und Ersetzen toter Links.

So kann ich mich den überfälligen September-Neuerscheinungen des Reingretchen-Cover-Projektes widmen. Gleich mit einer sportlichen Vorgabe, denn bislang gibts nur sechs der angestrebten sechzehn: 10 fehlen noch. Und das am bereits zehnten Tag des Monats!! Skandal! Warum also nicht alle schnell an einem Nachmittag zusammenstellen! Das finde ich sehr herausfordernd: an irgendeiner Stelle das Archiv aufmachen und mal sehen, was ich so ad hoc zusammenfügen kann.

Da ich auch meinen alten Scanner griffbereit & in Betrieb hab- warum nicht alle zehn direkt vom Abzug ins Reingretchen hineinbauen? Also Countdown ab:
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Schon schräg, was man mal fotografiert hat: willkürliches exaltiertes, sicher dem eisigen Januarwind geschuldetes Posen an über-exponierter Stelle. Als Gegensatz dazu unwillkürlich scheinende, banale Allerwelts-Gesten, die aber, fotografisch fixiert, neue Bedeutung erlangen (können).. Dann dieses hölzerne Drehkreuz (oder ein landwirtschaftliches Instrument spezieller Verwendung? – ich bitte um Aufklärung!) an einem dafür auch noch total sinnlosen Ort- sieht aus wie das Ergebnis eines schrillen überdimensionierten Open Air-Dartspieles, oder?

Weiter gehts mit fast motivlos anmutenden gemusterten Ausschnitten, die eher wie fotografiertes Hintergrundrauschen wirken. Gut für die Sache: perfekter Canvas für die kriminelle Titelerahnung ,,:

Apropos Titel: oft fliegt mich eine “Buchbezeichnung” spontan an, heute allerdings, unter Contest-Bedingungen öffnet der Chef noch selbst & greift auf bereits Erarbeites: bei Ideen für verwertbare=interessante Titel und Autoren hab ich nach einiger Reingretchenzeit ebenfalls und vorsätzlich ein Archiv angelegt. Das hört sich super wichtig und schaumschlägernd an,

meint aber einfach nur ne kleine Textdatei mit dem Namen “Namen”.

Und die griffbereit & geöffnet, falls man in einer Musestunde voller gespannter Neugier das Herumadrenalieren im Netz startet. (..) Seit Jahren schon hab ich mir diese Methode des Abtrainierens dieses nun wirklich kleinsten Widerstands meiner Bequemlichkeit angewöhnt. Einfach nach dem Hochbooten die Textdatei öffnen. “Drei Klicks gegen einen Schweinehund”.

Natürlich gibt es der Menge Einwände große (“uncool”, “spaßfeindlich”, “verklemmt” etc.) gegen das unsexy Notieren von Ideen, Formulierungen, Falschverstehern oder Sprachfetzen in jeglicher Lebenslage, vom dazugehörigen Herumschleppen eines Notizbuches plus Stift ganz zu schweigen. Natürlich will man ja auch mal was “nur” lesen oder “nur” anschauen. Aber schön brav @home am Bildschirm? Da mag ich dann gerne bis zum Äußersten uncool wirken mit dieser Kleinbeerensammelei.. Egal! Bin ich ja in einer Mission unterwegs…

Dann gehts weiter mit den Entdeckungen, Schlag auf Schlag:

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das Runde und das Spiel mit den Farben hat den Vortritt beim dritten Streich: Teller, Obst und Luftballons. Und dieses crazy “Ein Bräutigam räumt auf”-Bild. Eigentlich schon fast der Titel des Krimis, oder?!

Wow- schon wieder neun neue Cover.  noch:

das Foto vom Malergitter-plus-Zoom-drauf-zu. Super: ein Handwerkerkrimi! Ich glaube, mein erster ;-)

Da das Bilderschneiden immer schneller geht als das Setzenlassen, Anschauen und nach einer Ahnung zur Buchtaufe Leine lassen, poste ich erstmal das fotografische Rohmaterial. Bis zur hinteren Mitte der Woche hab ich dann auch noch die Titel und lad das Ganze in den Katalog hoch..

Dann seht Ihr auch die schon vorhandenen sechs Unsichtbaren. Obwohl- halt: eins ist das Cover des Monats August..

Entdeckung right heute: “nur” Bilder und LayOut machen und mit den Titeln warten kommt besser als bisher eines nach dem anderen. Hey!! Ich kann jetzt schon wieder aktuell sein S.M.I.L.E.Y.!

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Musik beim Scannen&Schreiben heute:

Squarepusher: “Selection Sixteen”, WARP RECORDS, 1999

The Prodigy Presents: “The Dirtchamber Sessions Vol. 1″,  XL-Recordings, 1999

KOOP: “Waltz For KOOP. Alternative Takes”, COMPOST, 2003

Level 42: “World Machine”,  Polydor, 1985

Janet Jackson: “Rhythm Nation 1814”, 1989, A & M Records

Green Piece: “Northern Herbalism”, 1996, PIAS

Googlebarkeit im Leben

Im Jahre 2013 Täufling zu sein ist was historisch Neues. Nicht nur soll man sich ganz klassisch den neuen Vornamen passend zum Familiennamen vorstellen können, der überdies Verballhornungen und Schmähversionen möglichst unterbindet- es geht global mittlerweile:

Bei der Namensvergabe ist als Novität zu überlegen, inwieweit man den, jaaa: suchmaschinenoptimiert. Oder eher, um dem neuen Erdenbürger nen neutralen Startpunkt ins auch virtuell zu bedenkende Leben zu ermöglichen: neutralisiert.

Wenn man nämlich bedenkt, daß man surfenderweise & heutzutage nur noch einen Namen markieren muß und sich nach nem winzigen Rechtsklick, der keine drei Kalorien Energie benötigt, schon im weltweiten Suchmodus nach ihm befindet, der als zweifelhaftes Plus auch schon gerne mal Attribute wie “Eskortservice” oder “Insolvenz” vorschlägt, sollte man seinem Kind namentlich nur das Allernotwenigste mit auf diesen Weg geben.

Also, und das finde ich sehr erstaunlich, bricht nun nach Äonen der Unverwechselbarkeitsmanie bei der Namensfindung wieder das Zeitalter der Hans Dampfs (3 Millionen Einträge), Claudia Schmidts (3,3 Millionen Einträge) oder Peter Wolfs (58,7 Millionen Einträge) an. Und ich kann fürs nächste halbe Jahr das Erscheinen der Ungooglebarkeits-App für künftige & vorausdenkende Eltern prophezeien ;-) ! Oder gibts das schon?

PS.: von der Gesichtserkennung und den zu erwartenden “Fortschritten” mal ganz zu schweigen. Das ist ja hier ein Fotoblog und das Thema hatten wir schon an einer anderen Stelle… oder auch noch an der..

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Musik beim Schreiben heute:

Eric Dolphy: “Out To Lunch”, Blue Note Records, 1964

various artists: “The Airbag Compilation”, 2000, Out To Lunch

Hallo auf meinem Blog


Ich renoviere bzw. ziehe gerade auf einen anderen Server um. Deshalb gibts hier kurzfristig etwas Leere und unausgepackte Kisten.. Etwas Geduld bitte, bis ich alles wieder am Platz habe- zwanzig (von hundertdreißig) alten Beiträgen plus einen neuen gibts schon wieder zu lesen/anzuschauen. Die “Texte”-Seite wird noch überarbeitet, damit sie nicht ins Leere führt, die Info-Links auf der Postkartenübersichtsseite sind aktualisiert. And ebenso my English version came back…

Euer Soodlepoodle

Weiterskriptum: Überhaupt bietet so ein Umzug- wie im offline/echten Leben DIE Gelegenheit, klar Schiff zu machen. Zu entschlacken, auszusortieren. Zu entscheiden, was vielleicht besser in den Umzugskisten bleibt (und in den Keller namens backup-Archiv wandert) oder wieder “oben in der Wohnung” in die Vitrine kommt oder gar: durchs Wiedersehen gar Anreiz gibt zur Weiterentwicklung. Eine Neubewertung des Geschriebenen liegt ebenso auf der Hand. Oder: die Beschäftigung mit der Technik, die es bei WordPress Blogs erlaubt, die in langen Monaten und Stunden erarbeitete virtuelle Arbeit komplett per xml-Datei umzuziehen..

Zu diesem Zweck hab ich mir mal die Links zu Themen wie MySQL, php, Hex-Editoren, Zugriffsrechten und Datenbanken zurechtgelegt. Man kann ja mal gaanz sacht da reingucken. Denn: “Wer den Code schreibt, hat die Macht.”

Grad gefunden beim Tippen: das Office Eye Syndrom – könnte ein Kunstprojekt oder ein Bandname sein, oder?!

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Zum Foto oben: diese drei Nixen in Wartestellung sind übrigens Puppen von Suse Wächter. Ich fotografierte sie – auch später in Aktion- 2007 anläßlich des “400er” Mannheimer Stadtjubiläums im Whirlpool der lange stillgelegten “Kurpfalztherme” kurz vorm Beginn der “Helden”-Revue.

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Musik beim Schreiben heute:

Nuspirit Helsinki: “Nuspirit Helsinki”, 2002, Guidance Recordings

Navelsho Vvroom

Wenn man sich lange draußen herumgedrückt hat mit Kamera, ebenso lange in die durch ihre weltweite Verfügbarkeit irgendwann wie konfektioniert wirkende Bilderwelt gestarrt und nach unvermeidbarer Möglichkeit alles aufgesogen hat, was nach neu und cool und/oder  Klischee, das heißt nach verkäuflich riecht und sich jäh nach etwas Anderem, Frischem, Unbekannten sehnt, kann es sein, daß man sich plötzlich in seinem eigenen häuslichen Umfeld mit der Kamera neu findet, so merkwürdig das anmuten mag. (..)

Irgendwie geschieht das mit dem Gedanken: ich will weg von dieser Fotografiererei. Weg von der, die ich in meinem Leben bislang so kennen und machen gelernt habe. Und die ich erschöpfend ausgekostet habe. Hin zu etwas Neuem, zu einem neuen Zugang zu ihr, oder gar weg von ihr, hin zur Malerei, zum Film vielleicht- das heißt erstmal zu Video, gar zu 3D-Objekten. Ein Drang nach Flucht aus dem flachen Unbewegten, allzu schnell maschinell  Aufgezeichneten.

Ich krame herum und fördere ein Foto zutage, das ich vor über dreissig Jahren (!) gemacht habe:

In einem damals grad zur hand´nen Rahmen, schön unpassend, dazu noch leicht ramponiert von den Bewegungen seither. Erstaunlich: ich kann mich noch genau daran erinnern, wie lange ich an diesem “Studiobild” unter entsprechenden Bedingungen herumgeschoben habe -

  • diesen feinen Übergang der Hohlkehle genau so an dieser Stelle in dieser Dicke hinzukriegen (es war ein Stück schwarzer Fotokarton direkt unterm Fenster)- er mußte in dieser Rundung irgendwie fixiert werden,
  • die Faszination über die Verläßlichkeit und Effekte des natürlichen Gegenlichts, das diese ausgewilderten Borsten als hellste Bildstelle auf Film gebannt dermaßen überstrahlt hat aufleuchten lassen.
  • Das Staunen über den natürlichen Glanz der damals mir kuriosen Cocktailtomate, deren Lichtreflexionen den perfekten Eindruck der Kugel erzeugten,
  • den feinen Schatten der Bürste wie eine gespannte Saite, der wie ein Unterstrich die organisch-elegante Form drüber pefekt “kommentierte” und ergänzte, die sich dazu noch durch ihre Farblosigkeit perfekt mit dem Hintergrund fügte.

Stunden hab ich dazu gebraucht. Vom Suchen nach einer passenden Aufnahmestelle in der Wohnung, dem Einrichten des Unter- und Hintergrunds in der passenden Höhe, dem Suchen nach einer passenden Unterlage, dem Richten von Kamera, Stativ und Drahtauslöser.

Danach dachte ich – und, dessen erinnere ich mich ebenso genau – : “Na schön- ein irgendwie perfektes Ergebnis: Klarheit, betont grafische Bildgestaltung mit einer einzigen Farbe, interessanter Kombination der Flächen und Formen, Verdichtung und Weite innerhalb des Bildrahmens. Aber sonst.. uninteressant. Zu unspannend im Verhältnis zum Aufwand, dem betriebenen. Zu wenig faszinierend als (Produktions)prozeß, als daß mich solche Bilder zu “fertigen” reizen würde.

Alles selbst bestimmen können, jedes Detail meinen Vorstellungen in einem Studio anzupassen, Visionen zu verwirklichen- dazu bin ich nicht der Typ. Der große Inszenator sein ist mir kein Traumberuf. Da guck(te – “Einer oder mehrere dieser Partner haben das Video in deinem Land aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt. “) ich lieber anderen – in diesem Fall dem Londoner Showstudio – 11stundenlang bei der Arbeit zu:
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bananenscan-miniUngleich faszinierender finde ich das Parieren eines unbekannten Faktors, einer Begegnung der anderen Art als Zündfunke der Kunst oder, unanheischiger ausgedrückt: die Nähe zur Quelle des Unbekannten bei der Kreation zu spüren. Wo Intuition, Erfahrung und Spieltrieb zu etwas Unvorhergesehenem zusammenrücken, im Zusammenwirken eine nie dagewesene Gestalt gewinnen.

Das hier links zum Beispiel ist EIGENTLICH pretty unspektakulär: eine gescannte Bananenschale, schon leicht braun vom schnellen Verfall nach dem Auspacken gekennzeichnet. Der Twist kommt diesmal bei der Nachbearbeitung:  ich schiebe an den Reglern herum und das Ganze gerät ins Grünliche verfärbt. Mit dieser Verfärbung ändert sich jedoch ALLES. Na- woran denkt Ihr jetzt? Schießt Euch der bildliche Eindruck nicht ganz woanders hin? Ins Exotische, Wilde, Unterseeische, leicht Morbid-Eklige? Rammstein meets Matrix? Krass, oder: das ist doch nur ne einfache Bananenschale!!

Wie die eigentlich blödsinnige Idee, Bananenschalen unter den Scannerdeckel zu zwängen, aber sehr inspirativ ist im Schnellschußverfahren und auf die Zeit gesehen in regelmäßigen Abständen die oft zufälligen Konstellationen der Gegenstände in der eigenen Wohnung  fotografisch zu dokumentieren. Beides (Fotos und Gegenstände) sammle ich über die Jahre, denn schon immer haben mich “Objekte” mit Staunen erfaßt, derer man nicht an jeder Ecke ansichtig wird.

Das müssen keineswegs besonders verspulte/hochtrabende Exotikeiten sein, ein paar gekappte Papprollen wie diese unten, auf die einst Stoffbahnen gewickelt waren, genügen:

Damit kommt man zu der banal scheinenden Frage: kann man etwas über sich erfahren, wenn man sich in den eigenen vier Wänden umblickt? Loggisch, denn wie der Herr, so´s G´scherr und umgekehrt. Aber: kann man geichzeitig der Welt damit etwas Neues schenken? Etwas, das fasziniert und man damit nicht unter Verdacht steht, nur ein gut mit Ausreden und Ausfluchten bestückter Messie zu sein ;-) ?

Jäger und Sammler sein. Und das Weiterführen zu der Synthese von Un(vorher)gesehenem? Man sammelt damit ja auch Ideen. Und als Ideenmessie würd ich mich schon bezeichnen. Das prickelt so schön ;-)

Angesichts dieser Betrachtungen dämmert mir in neues Kunstprojekt herauf: eines, das sich mit dem Thema Gegenwert von Kunst, vor allem ihrer Inkarnation, der -werke beschäftigt. Landläufig wird Arbeit ja gemessen in: Lebensarbeitszeit im Verhältnis zum Preisschild am Objekt . km pro Stunde, Geld pro voll- und verbrachter Arbeitszeit, sichtbare Spuren des Lebens. Als Fotografierender steht diese Tür ständig offen, denn “die Arbeit” des Fotografierens wird gerne als der Sekundenbruchteil der Belichtung gesehen und darüber astronomische Stundenlöhne als Argument gebastelt. Das ist auch bei Kunst so -völlig anders und verdient daher Beachtung. Und: es geht um den Wert und den Vorgang der Wertbeimessung von Ideen an sich.

So entsteht bei mir @home gerade ein Versuch in Bildern und Objekten, dieses zu beleuchten. Ein paar Dinger/Ideen hab ich schon..

Mit dieser Nabelschautechnik, aufgeblasen zur Konzeptionsmaschinerie/Webseite/Inspirationsquelle/gut ausgeleuchteten Exhibitionistencamp fühl ich mich in guter Gesellschaft- gugschdu Internet: da ist wie fast alles, was einem gerade right heute als totallycool und neu aufplötzt im Hirn/vor Augen schon lääängst weitergedacht und – gemacht wie im heutigen Fall the selby.com. Grad entdeckt. Text im “About”: Todd Selby is a portrait, interiors, journalist and fashion photographer and illustrator. His project The Selby offers an insider’s view of creative individuals in their personal spaces with an artist’s eye for detail.

(..)

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Musik beim Schreiben heute:

Massive Attack: “Mezzanine”, 1998, Virgin

Nelson Riddle: “Communication”, MPS Records, 1971

MJ Cole: “Sincere”, Mercury, 2000

Cliff Richard: “The Singles Collection: 1978 to 1985”, EMI, 2001

Fonosandwich: “Fonosandwich”, Rather Interesting 045, 1997

Strick mir nen Computerfehler

Liebe Oma, falls Du heute schon ans Schenken denken willst: ich hab nen Super Cardigan im Netz entdeckt. Zum Nachstricken brauchst Du diesmal etwas mehr als Vorlage, Wörterbuch und Material:

  • Build up the knitting machine
  • connect to Arduino
  •  Connect to computer and launch the software
  • make a glitch image with 0xED
  • resize and adjust the threshold value
  • drag and drop an image file
  • send data to knitting machine

Am besten die schwarzweiße Jacke, die da auf 1:23 grad wieder ausgezogen wird! Supi- Omiii! Dankeschön!

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Musik beim Schreiben gerade:

Munnrai ALT/TIMOTE  (Musik im Video)

Orchestre “Les Siècles”/ François-Xavier Roth:

Massenet: Ballettmusik aus der Oper “Le Cid” • Strawinsky: “Le Sacre du Printemps”

Jagen, Sammeln und dann zuhause Verlieren

Alle machen das. Schaffen sich immer mehr und billigeren Platz an, den man per Steckverbindung an sein Universum andocken kann. Erhöhen dann vertraglich die Geschwindigkeit, mit der das (Ein)Sammeln geht. Und finden sich folgerichtig einem stetig wachsenden, immer unübersichtlicher werdenden Kosmos auf der Festplatten (das ist wienerisch, gell?) gegenüber. Und bei jedem neuen Runterlad wird -wenn überhaupt- fahrig in schnell benannte Ordner hineingewinkt- die Suchfunktion wirds schon richten, denn

EINES Tages guck ich mir diese Filme BESTIMMT an und hör diese 10.000 Songs!! Hat man bei den Großeltern zwar gern&kollektiv belächelt: diese zwangsgesteuerte Vorratshaltung - unser “digitales Verhalten” hat somit eine lange Tradition-  doch DAS HIER ist ja was VÖLLIG anderes!
Zum Glück und gegen das nach Messie riechende Unaufgeräumte, chaotisch Archivierte, das zum Glück unsichtbar im Rechner existiert und nicht auf die Wohnungseinrichtung abfärbt, taucht als Rettungschimäre  ja langsam die Cloud auf. Und als zweites, noch praktischeres Neues das Streamen: das Leben mit digital unterstütztem Bewußtseinsstrom wird technisch real: dank technischen Fortschreiten und steigenden Anbieteraufkommen kann ich dem Partnergerät nun nach Laune zurufen: “Hast Du was von den Montana Chromboys?” und nach wenigen Sekunden startet ein automatisierter MixderHits.

So wandelt sich über die Zeit und die Generationen der klassische, doch leicht anrüchige digitale Hamsterkauf zur lockerflockigen modernen Inanspruchnahme des Streamanbieters, so ändern sich die Zeiten: Wir speichern für Euch. Auf Zuruf rücken wir raus (falls Ihr schön die laufenden Raten bezahlt habt). Interessant, sich so eine Art Service für Lebensmittel, Atemluft, Wasser und Lebensentwürfe vorzustellen.

Soweit die Vorrede. Nun zum Thema: ich sammle natürlich auch. Und weiter: das schon immer und daher lange vor Beginn meiner persönlichen PC-Ära. Irgendwie hab ich es hingekriegt, nicht ohne Aussicht auf zeitnahen Werksgenuß einfach drauflos Daten zu saugen, sondern alles nach und nach anzuschaffen und zu genießen. Was kulturelle Werke (heute: Bilder) angeht, hab ich da eine spezielle “Diät” entwickelt: meine “Desktopkiste“.

Das ist ein spezieller Bilderordner, in den aus dem Internet Aufseheneregendes reingespeichert wird. Ich schau grad mal nach und kann sagen: in den vergangenen vier Monaten hab ich je 160 Bilder durchschnittlich da reingezogen. Handverlesen und passend benannt. Ob das viel oder wenig ist…

Diese Bilder horte ich nicht nur, weil ich dolle Bilder gucken will, sondern um ihrer Inspirationskraft, ihres Ideen- und Informationsgehaltes wegen. Fünf Kategorien sind auf Anhieb deutlich auszumachen:

  • interessante Fotos (ja, ja, das gaanz Offensichtliche ;-) )
  • Porträts, meistens von historischen Persönlichkeiten und Örtlichkeiten
  • Schemata und Grafiken, meistens wissenschaftlich
  • Scans historischer Landkarten und Ansichten
  • Screenshots von Google Earth oder Panoramio.com
  • Gemälde

Da ich es für erwähnenswert halte, über diese Bilder, ihre persönliche Verwendung, Menge und erkannten Informationsgehalt  zu kommunizieren, werde ich in Zukunft die Kategorie Desktopkiste einführen. Da ich aus urheberrechtlichen Gründen diese Bilder hier nicht zeigen will, ist mir im Laufe der Internetbenutzung ein sehr interessanter “Trick” zugewachsen, wie ich das umgehen kann: ich werde .. nein, nicht wie üblich einfach alles auf pinterest, iheartirgendwas, tumblr, flickr et al hochladen, also weit weg und dem juristischen Zugriff entrückt, sondern klassisch: verlinken. ABER:

Da man sich außerhalb der eigenen vier Internet-wände nicht darauf verlassen kann, daß das dauerhaft und in zwei Jahren zu einem Ergebnis führt und nicht zu ner 404er Meldung übermorgen, gibts da folgenden Trick:

Ich verlinke das Suchergebnis nach diesem von mir zur Suche hochgeladenen Bild. Es bleibt unsichtbar, nur sein Aufkommen im Netz, das von der Suchmaschine indiziert ist, wird sichtbar. Hört sich verspult an, geht aber ganz einfach. Probiert mal:

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als Postskriptum die WortFunde des Tages:

die Wertbeimessungsstörung,

die Mona Lisa als Modell des “Eigenwertproblems

die Sandbox

Tierhortung (“Being John Malkovich” läßt schön grüßen..)

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Musik beim Schreiben heute:

Gene Ammons: “Bad! Bossa Nova”, Prestige, 1962

Amp Fiddler: “Afro Strut” , PIAS, 2006

Laurie Anderson: “Mister Heartbreak″, Warner, 1984  (2 mal bitte, wegen des Synklavierklangs ;-) )