Archiv für den Monat: März 2013

Eins nach dem anderen- die Lösung des letzten Gewinnspiels

Bevor ich in den nächsten, wahrscheinlich kalten Osterfeiertagen das künftige Gewinnspiel hier aufbaue- eins nach dem anderen: die Auflösung des letzten Rästels. Eine Auflösung, die weitere Fragen nach sich zieht, genau wie das Leben selbst.

Meine Idee fürs letzte Gewinnspiel, anhand der Reingretchen Titelbilder die Lokation der Aufnahmeplätze nach Mannheim oder Ludwigshafen zu scheiden als Rätsel zu posten, war, ich hab es schnell am zähflüssigen Feedback gemerkt, überraschend schwer, bei manchen Bildern gar unmöglich: keiner der Teilnehmer hat alles erraten/gewußt. Ich hab dafür was gelernt, eine unvermutet neue Erkenntnis mehr: ich schaue anscheinend deutlich woanders hin als Otto N., Google-Earth-Fotograf. Denn auf KEINEM der verlinkten Panoramio-Seiten gibts ein ähnliches Bild zu entdecken.. Für alle Wißbegierigen hab ich also, ta-dah! hier eine mit den Lösungen verlinkte Ansicht der 18 Fragen in Bilderform gepostet. Diese Lösungen sind, (keine Angst,) kein umständlicher “direkt-am-Rhein,-da-wo-die-Promenade-in-den-Fußweg-zum-Strandbadweg-übergeht-etc.” Text-Knäuel, sondern:
viel anschaulicher, und viel.. erschreckender: mit Bild, Zoom Möglichkeiten und: Geo-Daten in Längen- und Breitengraden! Denn genau diese, bis auf Minuten und Sekunden genau werden im Adressfeld immer mitgeändert/aktualisiert, wenn man per Mausfaust den Bildausschnitt verschiebt. So kann man, darin geübt, bei seinen nächsten Party Einladungen zwei Zahlen plus ° auf die Einladungen schreiben, Uhrzeit dazu- fertig. Internet hilft weiter. Wenn man das schick 2013® verschlüsselt tun will: die beiden Angaben als QR-Code präsentieren..

Hier also das zweite Kapitel “GretchenLeaks”: ich offenbare die Tatorte ;-) Wie man erahnen kann, ganz im Sinne meines “kleinen Postkarten-Dogmas”: alle von öffentlichen Plätzen und Wegen aus aufgenommen, über keinen Zaun geklettert und nicht von einem Dach herunter fotografiert.. Und doch werden all diese akribischen Angaben wieder erst nur dann zu “Lösungen”, wenn man sich selber in Bewegung dahin setzt- sieht man online doch fast nie das Motiv aus der Sicht, wie ich es aufgenommen habe. Somit ist die Lösung zwar deutlicher Hinweis, führt aber eher zum Ziel der Anregung zu einer Tour- It-Yourself-Aktion. Wie man aber vielleicht ebenso erstaunt wie ich sehen kann: äußerst unspektakuläre Plätze allesamt. Und der Zauber IMMER dem Licht an jenem Tag geschuldet.

Da ich das Lösungsbild selbst verlinkt hab, hier noch ein paar Bemerkungen: Das Programmieren dieses (eigentlich jedes) digitalen Bildes zur aktiven Fläche für Internetseiten macht mir den gleichen Spaß wie früher als Junge das Puzzeln oder Pappburgen nach Bastelbogen zusammenbauen: eine zwar kleinteilige, nicht jedoch allzu zehrende Aufgabe, wo für den Browser in HTML-Code kleine Eckpunkte im Bild, in Pixel von links (130, 290) und von oben (50, 165) gemessen, abgesteckt werden. Diese werden dann mit der gewünschten Seite mittels Tag, hier dem berühmten area href= klickbar gemacht. Hier eine kleine Grafik für die Definition dieses Feldes:

Die vier Zahlen geb ich, durch Kommas getrennt, in dieser Reihenfolge in den Quellcode ein. Und die Maus drüber wird aktiv. Diese genauen Zahlen auszuknobeln ist so ne Art Sudoku für Web-Programmerien-zu-Fuß. Oder was meint Ihr anderes, wenn Ihr das seht und versucht, die Zusammenhänge zu verstehen:

05 116 | 123 234 | 241 352 | 357 465 | 470 580 | 585 700

Genau: einfach abwechselnd die Differenz jeweils (ungefähr):   7   111   Das sind die Pixelabstände vom linken Spielfeldrand, an denen die senkrechten Ränder der einzelnen Covers der Lösungsbildcollage liegen. Nach ihnen setzte ich die Link-Bereiche. Genauso, wie man im Garten die gleichmäßige Beete-Aufteilung hinkriegt.

Warum ich hier über HTML schreibe? Nun, weil ich es faszinierend in seiner Stringenz finde, die für mich eine Art Schönheit darstellt. Und nicht nur, weil heute Google 4, 3 Millionen mal einen Eintrag bei der Eingabe von “code is poetry” findet. Auch, weil ich es wichtiger denn je finde, auf die Effekte jedweder Programmierung aufmerksam zu bleiben. Immer mit einem Zitat eines Elektronik-Dozenten der hiesigen Fachhoschule in mind, der einst, es muß Ende der Achtziger gewesen sein, den wahren Satz verlauten ließ: “Technik ist Materialisierung von Interessen.”

PS.: a Zitat, gefunden auf Eselsohren.at bei der Suche nach “Code Is Poetry”:

Eselsohren: And has it (“Code Is Poetry”)something to do with digital poetry?

Matt: Absolutely. At the time I was studying and reading a lot of T.S. Eliot and I was struck how a single line with just a few words could be packed with several allusions and meanings. As we wrote WordPress, I wanted every line of code to be short, sweet, and packed with meaning.

__________________________________________________________________________ Musik beim Schreiben heute:

Till Brönner: “Oceana”, Bam Bam Music, 2006

Underworld: “Beaucoup Fish” V2 Records, 1999

Von wegen nur Schall und Rauch – Reingretchen Kapitel # 11

Fotos aus dem Archiv durchgucken, um Anwärter für die Buchtitel zu finden, diese dann ansprechend zu schneiden, “Verlagsbalken” und das kleine Wörtchen “Kriminalroman” im unteren Drittel einzufügen ist eine Sache. Spannend aber wirds dann erst richtig, wenn das Kind, sprich der fiktive Autor, einen Namen bekommen soll. Diese Tätigkeit ist mir mit dem Finden des Buchtitels ein mindestens ebenso großes Vergnügen wie die vorhergehenden fotografischen Arbeiten. Und: sie geht mir erstaunlich leicht von der Hand, mündet manches Mal in wahrhaft beglückende Momente, wenn ich bemerke, daß sich in Kombination plötzlich die Vorahnung einer ganzen Geschichte erhebt/auftut/abzeichnet. Wichtig danach: das Feedback der Freunde und näher Bekannten. Da tat sich Erstaunliches nach erster Preview-Bekanntgabe der Namen zum Reingretchen-Projekt:

ich registriere fasziniert, wie manche “Eingeweihten” angesichts der Titel innehalten, um die erfundenen Autoren-Namen erst mit Blicken zu überstreichen, dann gar aussprechen, um sie im Mund/Geist sich drehen zu lassen. Grad so, als ob man bei einem guten Essen die Leckerbissen im Mund erstmal umfängt, um ihren ganzen Geschmack- ihre geschmackliche Tragweite auszukosten. Wow, denke ich- das bloße Lesen von Worten als wahrhaft sinnliche Tätigkeit. Manche fühlen sich gar spontan angeregt, selber Namen aus dem Steh´ zu greifen, blicken dazu plötzlich wie abwesend in die Ferne und sagen dann murmelnd Sachen wie: “Ulla Niederstorm” oder “Franz Mayerbrinck”…

Wem das merkwürdig erscheinen mag, den kann ich beruhigen- genau dasselbe Phänomen habe ich jahrelang als CD-Verkäufer bei unzähligen Kunden mitangesehen: “(nämlich die) Faszination Musikbegeisterter, (und) auch Händler,(..) die Namen der favorisierten Band/Künstler laut vor sich hin zu sagen, verschiedene Aussprachen auszuprobieren, um die verehrungswürdigste zu finden. Die, die am coolsten klingt und gleichzeitig die kulturelle Größe durchspürbar macht.” – ein Zitat aus meinem/el Berndos Charakterschutz-Werk von 2007.

Und da haben wir auch schon das Stichwort: Kulturelle Größe. DAS verbinden wir doch mit Autoren und dem “Geschmack” ihrer Namen. Denn, wenn wir schon nicht wissen (können), was genau sich hinter einer unbekannten Buchvorderseite verbirgt, versuchen wir doch zumindest intuitiv, über die bildnerische Anmutung hinweg auch den Klang des Namens mit einzubeziehen und abwägend darauf zu schließen, was sich dahinter verbergen mag.

Namen sind nämlich Musik in den Ohren. Gute und schlechte, plärrende, häßliche laute oder verführerisch lockende Musik. Etwas merkantilitätsstichiger ausgedrückt: Ein Name prägt die Marke und ist somit eines der wichtigsten Mittel zur Vermarktung. (Quelle : http://de.wikipedia.org/wiki/Naming ) Somit gehören auch Personennamen, die ja eigentlich kein Produkt-, sehr wohl aber ein Markenname sein können genauso zu dieser Kategorie. Also soll mir niemand einreden wollen, ein Roman namens XY eines gewissen Albrecht Sauheutle hätte bei den hiesigen Rezipienten diesselbe Aura/denselben Appeal wie ein gleichlautender Roman des bislang ungooglebaren Allister Gorgovoy.

Ganz im Gegenteil kann man- wenn man schon frei verfügen kann- das Gestalten von Namen für Autor und Titel in Beziehung bringen und damit schon einiges Nähere zur Geschichte hinter dem Cover aussagen/ausstrahlen lassen. Gibt es doch, gerade im Bereich der Kriminalliteratur, die in den letzten Jahren massenweise Autorenzulauf bekam, bestimmte Stereotypen an Urhebern: die unscheinbare Hausfrau, der pensionierte Kriminalbeamte oder quereinsteigende Richter, der traumatisierte Förster oder der ausgebrannte Streetworker. Sie alle bringen mehr oder weniger fachmännisch ihre gelebten Erfahrungen in diese zeitgenössische Literaturströmung ein.

Also darf man doch auch dieses in der Namensfindung anklingen lassen. Denn Namen verweisen auf Herkunft (geografisch, religiös oder weltanschaulich) und vermögen gar, innerhalb derselben Person Disparitäten zum Ausdruck zu bringen. Rashid O’Dongohue als als Koprodukt irischer und arabischer Herkunft/Kultur, ein schon erwähntes Beispiel. Mittlerweile herrscht mir ein solcher Ideenansturm und Lust am Namenerfinden, daß ein wahres Gerangel um immer noch fantastischer, echter und/oder fantasievoller wirkende Autorennamen mir nun als eine Art Tauf-Passion entbrannt ist, daß ich mittlerweile nicht nur angefangen habe, mir ne Shortlist anzulegen, auch gibts demnächst ein neues Gewinnspiel dazu: so ne Art Einführung in die Weiten der Inspiration, die ich vom reingretchen bislang erfahren durfte:

Es macht Spaß, selber möglichst die Fantasie anregende Namen zu finden. Mit nem Freund aus der Werbebranche, der auch sehr sprachaffin ist, bin ich irgendwann auf die Idee gekommen, aus (Fremd)wörtern echt klingende Namen von Personen zu machen. Zum Beispiel aus “W-LAN” wird Gustave Wélan oder aus Radfahrer per Verhörer, der Radioempfang war nicht der beste = Ra Farrah. Oder das türkische Wort für Steigbügel “üzengl” wird zu = Miriam Uez-Engl. Und aus “sprachaffin” kann flugs Steffen-Paul Rachaffin werden..Wie man sieht, hab ich da vor nix Respekt ;-) In diesem Sinne ist das Gewinnspiel eine Art Suchspiel: man sieht das Ergebnis des Umbaus und soll anhand der Hinweise auf das ursprüngliche Wort oder den Begriff schließen. Im Beispiel unten schreibt man z.B. die Katja Fo, wie man das bei Indexierungen oder auf Ämtern so macht: Nachnamen zuerst, dann Komma, dann Vornamen: Fo, Katja. Das hört sich doch gleich nach diesem italienischen Brot an, oder?

Vor Ostern noch die Details und die Preise, die es zu gewinnen gibt!

Das ist das elfte “Kapitel” zu der Geschichte des Reingretchen-Krimi-Cover-Projektes. Alle früheren und weiteren Kapitel und die entstehenden Covers gibts auf www.reingretchen.de

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Musik beim Schreiben heute:

Duke Ellington: “Latin America Suite” Fantasy, 1970

various artists, hosted by Francesco Diaz: “Luxury House For A Lovely Weekend In Paris”, Intergroove, 2002

Donald Fagen: “The Nightfly”, Warner, 1984

Scritti Politti: “Anomie & Bonhomie”, Virgin, 1999

Nightmares On Wax “Smokers Delight”, WARP Records, 1995

various artists: “Blue Brazil Vol. 3” comp. 2000, Blue Note

Serviervorschläge zum, Kontrastwirkungen des, neue Karte mit: Frühling!

Was wäre der Frühling ohne den lang einwirkenden Winter davor! Diese alle tief aufatmen lassende, lang herbeigesehnte Wärme, die erstarkende Sonne, die sich pieksend in die Gesichter malt und die dieser Helle entwöhnten Augen ungeübt blinzeln läßt. Genauso die Veränderung der Sinneseindrücke: Farben der Blumen, das durch den Boden drängende Grün, das Wiederaufkeimende an sich. Umso mehr Freude, je länger das monatelange Sich-dick-Einpacken, laufende Nasen putzen, Halskratzen, Gliederschmerzen, der stete Blick auf die flu trends sich quälend hinzog und man irgendwann im März plötzlich bemerkt: das Leben kann auch anders, angenehmer, easier.

Durch einen Zufall bin ich, mit der gestern frisch angelieferten neuen Postkarte, in der erfreulichen Lage, diesen Kontrast auch im Bild darstellen zu können: Hier ist ein Ausschnitt aus der linken (Winter-)Hälfte der neuen Karte. Hälfte deshalb, denn die mit diesem Motiv startende elfte Postkartenserie zeigt als Novität zwei Bilder nebeneinander (uuaarrgh!!Split-screen!! meinte Julia), und bringt damit erstaunlich einfache Möglichkeiten, mehr als sonst für “User” üblich, in die Gestaltung der Message/des Konzepts “Grußpostkarte” einzugreifen:
Nicht nur, daß man diejenige Bildhälfte durchkreuzen kann, welcher der persönlichen Verfassung zur Zeit nicht entspricht, sich also diese Art Message in Textform auf der Schreibseite der Karte sparen kann, nein: da geht noch mehr: Durch umsichtiges Anordnen der Bildelemente ist nun gar einschneidende Größenveränderung in schmückender Form möglich: der Frühling kann isoliert werden, eine Miniatur entsteht durchs Kappen des Winters und: die Post transportiert auch halbe Sachen, so sie entsprechend frankiert sind. Durch all diese Möglichkeiten, die meine bisherigen Karten nicht in solchem Umfang bieten, kam mir der schöne Begriff des “Serviervorschlags” in den Sinn: zu welchem genauen Zeitpunkt es Standard geworden ist, die Gestaltung der Verpackung von hauptsächlich gastronomischen Konsumgütern mit dem kleinen Wort “Serviervorschlag” zu versehen- ich vermag es nicht genau zu sagen, denn Standards schleichen sich ja unmerklich irgendwann ein ins Leben – es muß meinem Gefühl nach in den Achtzigern gewesen sein.
Als erfreuliche psychologische Aufwertung nicht nur der Hülle, betont dieses Wort doch den plötzlich entdeckten Dienstleistungsaspekt, zu dem sich der Hersteller einer Konsumware nun bekennt und sich damit in ein neues güldene Licht rückt: nicht nur die Sache plus banale Dose oder eine bunte Kartonage ums Ding- ab jetzt im Repertoire auch Tipps und Tricks, um das Leben damit zu erweitern und dazuzulernen! Das bedeutet uns nichts weniger als: Kultur und Service mit einem Wort suggerieren- genial! Und das alles, weil irgendein Fotograf mal so nett war, noch etwas Petersilie sich um den Happen ranken zu lassen!

Mich hat das schon arg gefreut: Was neues, Erfreuliches: der Serviervorschlag zum Eigenwerk. Außerdem gefällt es ebenfalls: das Ausschnittdesignen hier auf der Seite Plus Startbild Postkarten März 2013 spannend machen, Ausschnitte montieren & staunen- was da alles drin ist an Bokeh, Formen und Farbabstufungen! Da ist die Karte fast zu sehr Miniatüre- hier kann es wirken ;-)

Darüberhinaus noch mindestens ebenso erfreulich und mehr ins Philosophische reichend: man sieht die Zeit auf dieser Karte- mit dem Trick-der-zwei-Aufnahmen desselben geografischen Ortes. Erkenntnishöhe genug, um eine elfte Serie damit anzufangen.

Hammerhart dagegen meine Verwirrung gestern abend bei einem C-Gang zur Örtlichkeit:
Alles weg! Nix mehr da! Weder Winter- noch Frühlingsversion! Nicht nur die Pflanzen- auch Baggerschaufel, bekränzende Bäumchen plus die gesamte Aufschüttung des Rond-point: alles abgetragen, abtransportiert und flach mattschwarz überasphaltiert. Das war dann doch recht entgeisternd, diese unerwartete Entdeckung. Ich dachte an meine “neue” Karte: historisch bereits beim Verlassen der Druckerei! Mit einem Gefühl der Erstaunung hab ich noch schnell ein Bild der Leere gemacht und bin dann fröstelnd nach hause geradelt. “Jetzt fehlt nur noch einekleineimerweisse Farbe und jemand, der ein riesiges “H” auf diesen Kreis malt..” dachte ich auf dem Rückweg..

Nun bin ich auf Eure Reaktion gespannt – görüşürüz !!

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Musik beim Schreiben heute:

Howard Shore: “The Two Towers”, Reprise 2002

various artists: “Soulfood”, Good Looking Records, 1999

various artists, hosted by Francesco Diaz: “luxury house for an excitung sunset in miami”, ucmg, 2001

Franz Schubert: “Symphony No. 5 B-flat, D485”, Royal Philharmonic Orchestra, Sir Thomas Beecham, EMI, 1999

Back in time with: The Poodle

Frühling in Sicht! Erst das ungewohnte Sonntagsonnenlicht durch mein Küchenfenster- soo lange wars soo trüb diesen Winter, daß mir gar Sonne merkwürdig vorkommt. Dann endlich, gestern: bei unwirklichen 14 Grad und jäh überflüssiger Jacke die erste schlaftrunkene Frühlingsfototour im blendenden Licht. Zufälligerweise zweigeteilter Art: erst Natur (Reißinsel), dann Baustelle (Glückstein-Quartier). Die Sonne reißt mir die Augen auf! Also DIE Gelegenheit, sich von der naturgegebenen Aufbruchsstimmung dazu animieren zu lassen, selbst auch die Ärmel hochzukrempeln.

Durchs Reingretchen in archäologischer Hochstimmung und (noch) ohne aktuelle Bilder fürs März-Cover nehm ich mir einfach Bilder vom November 2002 -ich zieh grad den alten PC um und finde beim Kistenpacken diese crazy Schnipsel aus Luftballons und Plastikpistole.

Daraus sollte vor zehn Jahren ein Prefab für ein Mouse-Over-Menue für den Poodle entstehen, das ich aber dann doch nicht verwendete. Heute, im Rückblick, haben diese Pixel etwas ungemein Rohes, Unkorrigiertes, Hingehuscht-Charmantes für mich. Also prima Anlaß, diese Spielereien endlich einzubauen und gleichzeitig Revue passieren zu lassen. Das hat weniger mit einem Anfall von rührseliger Nostalgie zu tun, vielmehr mit der gespannten Erwartung, was aus den Schubladen da hervortreten mag unter dem neuen “kriminellen” Licht des Krimi-Cover-Projekts. Ebenso wieder im Blickfeld: die Zuschauerinnen. Ein Name, der sich aus dem Eindruck dieser Collage ergab und mich dazu brachte, daraus ein “richtiges Haus” zu bauen: Kommt öfters vor: ich bin in die gestalterischen Möglichkeiten EINES Bild so vernarrt, beschäftige mich über Wochen, gar Jahre damit. Wahrscheinlich, weil ich einen symbolischen, darüber hinaus weisenden Charakter vermute.

Gleich am Tag nach der Erstveröffentlichung: meine Angewohnheit der Maler&Friseure: das Nachschneiden/-malen. Nicht nur am Text, sondern auch am Outfit des MärzPudels: much ‘o’ mor aufgeräumter als gestern und heute vormittag, dennoch mit einer zähklebrigen Spur schnellschußspontan/pixeldreckig/spannend. Klarer ist immer besser, zu klar aber empfinde ich oft als zu klinisch. Da krieg ich anstatt Anregungsmpulse immer so ein lähmendes Gefühl..

Dagegen dieses andere, erfreuliche neue Gefühl des Aufbruchs mit dem erneuten Blick auf diese ersten Scans, die von meinen Negativen erstellt wurden bzw. die ich mit neu erworbenem Scanner von den Positiven selber herstellte, kommt heute total aufspritend. Und da ich die meisten meiner Bilder noch nicht digitalisiert habe… ;-)

PS.: Oops: 00PS: könnte ne neue Visitenkarte werden…

3 Tage später: die ungeplante Fortsetzung

Diese Pixelvergrößerei hat mich als neues Gestaltungsmittel gereizt und ich hab weiterhin am Portfolio-Menue herumprobiert: kräftiger, deutlicher, massiver sollte es werden. der zuviele Kleinkram, dazu die zu schwachen Farben störten mich irgendwie und ich ahnte: es geht noch krasser/besser. Also Werkzeug raus und weiterprobiert. Nach drei weiteren Anläufen, bei denen das Reduzieren als Herausforderung genommen wurde, gelangte ich nun zum

SchlußRezept:

1 kleines, unscheinbares Pixelpistolenquadrat von nicht mal 100 P Seitenlänge mit der Autokontrastmühle anschärfen, anschließend (wichtig:) pixelwiederholend aufblasen aufs 100-fache der ursprünglichen Größe, in die Textstellen der Menueschüssel unterheben, Texte al gusto deplatzieren..

Dann beide “Originale” schön grafisch auf der Kopfzeilenfläche von 940 x 198 Pixel Länge anordnen. Zum Schluß: die Blog-Buchstaben als Farbspektrum umfärben- fertig! Sieht damit auch Spielzeughaft aus ;-) Ich glaube, NOCH klarer krieg ich diesen Entwurf nicht hin mit dieser “Microstyle Extended ATT”: ___________________________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

The Wolfgang Press:youtube-embedding-memorial-

various artists: “Best Of Ballett”, Deutsche Grammophon, 2003

el Berndos Mix “Noklotzam B“: 1 1 Vinx: Porch Light 2 Nicolette :A Single Ring 3 Eli Goulart: Destino 4 Micatone :Tidy Girl 5 N.O.H.A.: Balkan Hot-Step 6 Laika: Poor Gal 7 Los Lobos: Dream In Blue 8 Shudder To Think: Red House 9 Combustible Edison: Dior 10 Nelly McKay: Tot Dies 11 David Byrne: Tree 12 Marisha Monte: Borboleta 13 Henri Salvador: Chambre avec vue 14 Everything But The Girl: Corcovado 15 Cheb Mami: Ana Oualache 16 Weekend Players: Higher Ground

David Byrne: “Music For The Knee Plays”, Nonesuch, 1985

Prefab Sprout:”A Life Of Surprises”, Sony, 1992

Mozart: “The 5 Violin Concertos” (Perlman, Wiener Philharmniker, Levine), Deutsche Grammophon, 1986

The Pizzicato Five: “Made In The USA” Matador Records, 1994