Kategorie-Archiv: 1 einzelnes Bild wichtig finden.de

Gesucht: HANDTASCHENTRÄGERIN. Typ: HIGH CLASS.

Tja, nun hab ich schon mal diese Idee mit den Taschen-aus-Bildern, aber wie weiter?  Ermutigende Feedbacks und meine extrem entfachte Entdeckerlaune lassen mich flitzbogenmäßig daran herumspinnen: wie diese Geschichte nun weitergehen soll, was aus dieser Idee heraus möglich wird – Material gibts ja  in abundance -, was sich da als next step anbietet, wie die Handtaschen und Clutchbags gar konkret drei D ins Leben treten könnten, sowohl vom Marketing, als auch von der Produktions- und Distributionsseite. Da die letzteren beiden Punkte weitreichendere Überlegungen und Dritte-mit-Know-How einbeziehen müssen – Hilfe! mir fehlt Kompetenz – sowohl als auch! -  legt mir meine häufige Beschäftigung mit Außenwirkung, Medienkompetenz und Marketing-Geschichten erstmal folgendes nahe – sprich: kann ich jetzt und hier machen:

Es geht nix über einen 1A Serviervorschlag, ergo: Bilder müssen her.

Und zwar nicht nur Bilder der bloßen Taschen(entwürfe), die gibts ja schon, nein – die Umgebung, das Rundherum muß stimmen, um den passenden Geschmack des Außergewöhnlichen Lebens™ mit ihnen ;-) zu ergeben, auch und gerade bei so erstmal spinnerten Ideen wie… Abstraktes zu Handtaschen. Die gibts zwar bislang nicht als physisches Objekt, die dazugehörige Präsentations”haltung” kann aber schon mal projektiert = ausgehirnt werden und lautet: keine Handtasche ohne Handtaschenmodelfoto, no desirable bag to schlepp without the flavour des coolen, luxuriösen, exquisiten Lebens dazu.. Das bedeutet aus der Sicht des Vermarkters: eine Tasche ist nix ohne “entsprechende” Präsentation. Und da die Idee, etwas Toppes zu (er)schaffen, sexy ist, helfen nur die besten Zutaten™. Also warum nicht gleich

Supermodels. Fotografiert in Superposen und -Klamotten von Weltklassefotografen in unüberbietbarer Umgebung????

Die digitalen Zauberkräfte @ home und die Bilderflut im Netz als wohlfeiler nudge. Nix is easier. Aber wie starten? Wo perfekt passende Ideen herkriegen? Nun, man beginne in aller Schlichtheit der Idee mit der… Supermodelsuche. Then you quickly bump into … Emily DiDonato, Barbara Palvin, Doutzen Kroes, die Hadid-Schwestern, Rihanna, Kim K., … und die üblichen, weltweit operierenden Verdächtigen Vogue, Harper’s Bazaar, Elle, Marie Claire, Glamour, l’Officiel, Vulkan,… Auch ne Idee: wikipedia.org/List_of_most_followed_users_on_Instagram

Da ich aber eine eingefleischte Abneigung gegen Hitparaden i.e. das allzu Offensichtliche habe – es ermüdet mich (was niemals passieren darf) – und ich schon Erstaunliches beim BildStöbern auf kleinen Blogs entdeckt habe, starte ich eine Etage tiefer ..bei den “Oberen Zehntausend” der modernen Modeseiten, also den Online-Mags/Blogs: schnell gefunden sind in unsortierter Reihenfolge, gar mit hauseigenem claim in «…»

Ganz vorne bei mir, (denn) die sind etwas dreister/doller:

und zur dedizierten “Personalsuche” findet sich: inoubliablemodelarmy.com, premiermodelmanagement.com, marie claire modelsuche. Oder simply theones2watch.com. Da ist dann Personal und Styling und exquisite photographic craftsmanship in einem Knäuel  genau im gesuchten Mix – super B!
Hey! Serendip! Ein echtes Schneiderblog: patternvault.files.wordpress.com

In frisch erwachtem Jagdfieber stoße ich dann irgendwann auf diese neuartige Plattformen wie lundlund.com, die “full production service, casting & art buying.” anbieten. Oder das Amsterdam-Berlin. Claim: “Wir wollen Populär-Kultur schaffen: keine Werbung, sondern Inhalte, mit denen man sich gerne auch eingehender befasst“. Aha und so so: ganz klar ein neues UntersuchungsObjekt für meinen MedienkompetenzVerein :-)

Nach all den Aficionados und ihren bunt zusammengewürfelten liebevoll mit viel Herzblut editierten Online-Werkschauen kann man nun einen Blick auf die ( in dieser Hinsicht armen,) im corporate design gefangenen Klassiker werfen. Natürlich anbei: Harpers Bazaar Abteilung “street fashion” ebenso wie Marie Claire , l’officiel und, jaaa, da will ich keine Widerworte: Hennes & Mauritz – schließlich gehts hier um die Qualität der Fotos ( Vogue kann man per google-fundsache hier auch noch um große Bilder “schröpfen”).

Weiterhin ”kümmern” sich noch folgende Personengruppen ums Thema Mode:

“the Sartoralist”  Scott Schuman , “Facehunter” Ivan Rodic  als Ur-StreetFashionBlogger -  logo. Und, frisch entdeckt susiebubble gleich hinterher.

Naheliegend auch, bei den dafür einschlägig berühmten Fotografen anzusetzen: dick AnschauungsMassse kriegt man, wenn man “Peter Lindbergh for Vogue” googelt. Gerne auch Vogue Korea. Zusätzlich: die Such-Tools auf “farbig” stellen. Patrick Demarchelier. Steven Meisel – unvermeidbar, wenn man Vogue nicht ignorieren will..

Dann Txema Yeste oder Mario Testino, Gilles Bensimon..

Schnell ergoogelt sich auch die neue Fotografengeneration: Elisabeth Frang. Julia Noni. Liz Collins. Emma Summerton. Yana Bardadim. Luigi & Daniele + Iango, Warren Du Preez & Nick Thornton Jones, Elizaveta Porodina, Luis Monteiro, Nicole Bentley, Josh Olins, Iga Drobisz , Filippo Mutani, Ezra Patchett, Thomas Whiteside, …

Und natürlich ebenfalls die Vorväter: mir neu der Herr Jacques Henri Lartigue (1894-1986)

Ebenfalls super anregend, mir für die Taschen aber zu weit im OFF: die Coops von Nick Knight und Alexander McQueen

Und bevor man, ebenfalls naheliegendst, länglich erst Agenturen sucht & die dann durchforstet mein Tipp: einfach nach “new faces” model Bildersuche starten.

Und wenn man das alles durch hat, gibts noch die Was-tragen-die-Modells-in-ihrer-Freizeit?-Abteilung.

Ein wenig beachteter Quell von Geschmack und Ästhetik: die Stylisten. Gefunden hab ich Daniel Gonzalez Elizondo: dgestylist.com die schnelle Übersicht hier. Models finden sich auf der Seite von helenreavey.com. Ein weites Feld…

Selten, doch ungeschlagen im Aufmerksamkeit-Ranking, weniger passend zu meiner heutigen Hausaufgabe: Styler, die alles in einem sind: Model, Fotograf, Editor und Art director fürs eigens editierte (Katalog-zum-Warenkorb)Outfit. Lest doch mal den (englischen) Artikel  über eine gewisse Pernille Teisbaek

Bleibt noch das Kriterium “Unüberbietbare Umgebung“. Harpers Bazaar, Vogue. L’officiel, Glamour und die anderen angestammten Klassiker halten es hoch, das opulent-luxuriöse Setting. Wenn man sich die obigen Bildermassen der “Modernen” so durchklickt, mit all dem unablässig kokettierten “natural light” Anspruch der Eindruck: da dagegen hat die zeitgenössische FashionFotografiererei stark verloren. Zu sehr ist da der moderne Street Photography-Style eingezogen. Immer mit Hauswand und Trottoir als Hintergrund. GähnOK – ganz klar eine Budgetfrage. Aber suboptimal für die bildgestaltung. Ich habs da aber lieber etwas üppiger  – gebt mal den klassischen Aaron Slim ein…

Fazit Recherche: im Jahr 2017 besteht die Herausforderung nicht im Finden, sondern komplett in der Auswahl, die man unter den Massen der auf Fingerklick zur Verfügung stehenden Anregungen treffen muß.

Jeder also sein personal fashion/photo/style editor.

Nadann wollnwermal…

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Musik beim Mode Schauen heute:

à propos “way too sexy”*: Right Said Fred: “Up”, TUG Records, 1992  smiley-blush

Kungs vs. Cookin’ On 3 Burners: “This Girl” (heute 270.627.682 Aufrufe – “Musik ist der Joker im Internet!” (Zitat futuremusiccamp-Redner Youtube Mannheim 2015)

M.I.A.: “Arular”, Interscope 2005

Boozoo Bajou “Dust My Broom”, K7, 2005

David Byrne: “Rei Momo”, SIRE, 1989

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

John Scofield Band: “Überjam”, Verve, 2002

Seelenluft/Synchronschwimmer EP:  “Silvercity-Bob Meets Acapulco 11″, Kleinrecords, 2001

The Solid Doctor: “Beats Means Highs”, Pork, 1996

Bunt. Knallig. Experimentell. The Perfect Handbag Fit also.

Nein, Nein: vor lauter REadyMades, wiederzuentdeckenden Postkarten und ausufernden Landschaftsthemenparks ;-) :  die pinxographischen Handtaschen brodeln wild unter der (Blog)Oberfläche: ich bin fleissig & am Suchen nach

Bildern im Netz, die zu meinen Taschen passen. WTH??

..also in genau die entgegengesetzte Richtung schaue, wie vielleicht üblich. Da betrachtete man nämlich die neuste fashion, um dazu Accessoires zu erdenken, hence the name.. Da meine Taschen aber schon vorhanden sind, “hilft” bestimmt das Gegenteil: ich wende die Aufgabenstellung nach links  (um im Jargon zu bleiben).

Und sieh’ da: ging mir grad eben  – acht Uhr vierundfünfzig sagt die Revisionsabteilung WP -  so. Gefunden! No kidding. Passende Bilder = Fotografen = Fashion zu meinen Taschenentwürfen. Und überhaupt: wie anders soll bitte so was ne Trägerin finden:hbk-nnn-scanp-170726-514g-kAlla dann get ready 4 3rei heißbunte Links des modischen Tages. Geholfen hat: die Suche auf “farbig” stellen. Begonnen hab ich bei den Klassikern Patrick Demarchelier, David Lachapelle und Txema Yeste – Unvermeidbar, wenn man zum Beispiel Vogue (Korea) nicht ignorieren will..

Dagegen frisch entdeckt beim Schreiben und Suchen: die beiden  fantastisch experimentfreudigen  Warren Du Preez & Nick Thornton Jones, Elizaveta Porodina desselben! Das Magazin (und Suchgelände der nächsten Tage) dazu: Numéro.

hbk-nnn-scanp-170824-526b-rNa dann Neonröhrengrill, Doppelbelichtungsmodus, Nebelwerfer an und: Hey – was meint Ihr??! Ich schmeiß noch den visualizing-fashion.tumblr und thefashionography.com dazu..

hbk-nnn-scanp-170802-518h-r..und übers Bildersuchen finde ich die Avantgarde-Macherin -

Hey! Iris Van Herpen! Na also! Geht doch! ;-)

Hier ein kleiner Werkstatt-Clip für das New York Times Magazine..

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zu verwirrend? OK, hier die Teschen im Einzelschrank plus acht REMIXE:

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hbk-nnn-scanp-170802-518h-sund die englische Modekuh schmeiß ich auch noch dazu..

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Musik beim Schreiben heute:

The Brand New Heavies: “Heavy Rhyme”, Delicious Vinyl, 1998

Peter Philly & Perequisite: “Mystery Repeats”, Unexpected Records, 2007

MRI: “All that Glitters”, Force Trac, 2002

The Combustible Edison: “The Impossible World”, Bungalow, 1998

 

Ganz schön farbloses Hobby ham Sie da!

Ging Euch das irgendwann und mit irgendwas im Leben auch mal so wie mir in diesen Tagen: das Thema, an dem man beständig herumknabbert, gebiert unerwartet, in einer eher unbeachteten Ecke, ein Faszinosum, dem man sich, je länger man es beim täglichen Knabbern in ja automatischen Augenschein nimmt – immer weniger entziehen kann. OK, (ich bin schon so weit:) entziehen will.

Bei mir ist es… die Entfärberei/SchwarzWeißMacherei:

Bilder ohne (die) Worte der Farben.

Nach all den Farbräuschen-seit-2015™, Überlegungen-am-Blatt, welcher FarbStift nun wann, welche Wolke nun wie, nach all dem Scannen und opulenten Umfärben mit bis oft zu einem knappen Dutzend Variationen nun plötzlich diese so völlig anders gelagerte Goldgräberstimmung: den richtigen Arbeitspunkt im Schaffensprozeß Bild zu erwischen erkennen, und dann gespannt auf die magische Steuerung Shift U Tastenkombinationen zu drücken.

Um damit alle Farbe aus dem “Gesicht” des momentan beackerten Bildes entschwinden zu sehen. Meine neuste blasse Freude:nnn-scanp-170627-494b-rvr2bNicht nur ein eleganter “Ausweg” aus allzu bunt aufgelaufenen/ -türmten Farbsuppen, vor allem die anregende Integrierung der frisch erwachsenen/ entwickelten Hintergrundstruktur macht mir da diesen Thrill: daß man beim Betrachten ins Raten kommt, wo nun Gezeichnetes aufhört und Erklicktes anfängt. Und an den Bereichen dieses gefühlten Übergangs eine wachmachende Inspiration aufknistern zu spüren…

Da tauschen die Herausforderungen die Plätze: ich teste Einrichterpoodlemäßig digitale Wandfarbe, um “die Neuen” anzubringen. Quasi Farbloses für übertrieben bunte Interieurs ;-)

Bis ich mit den farbpsychologischen Vorarbeiten so weit bin, hier noch ein zweites nnn-scanp-170710-501-r5v3bwund drittes Habibi: nachgereicht, da ganz frisch – und mal um 180° gedreht – am 7.8.:nnn-scanp-170807-519b-r2r3nnn-scanp-170807-519b-r2vr3
Aber das mit dem “verrutschten Thema” passiert ja beileibe nicht nur mir.. ich stell mir da zum Beispiel einen vor, der als Kind Lokführer werden will, es tatsächlich auch wird, und irgendwann auf der Rheinstrecke Basel-Köln fürs Kreieren von Dioramen übermächtige Anregung  und damit seine unerwartete “Erfüllung” findet. Benachbart, aber trotzdem ganz woanders.

Oder eine, die gerne reist, Flugbegleiterin wird und irgendwann, auf welch verschlungenen Wegen auch immer, selbstgefertigte Lochkameras in dänische, koreanische oder indische Bäume bindet, um sie ein halbes Jahr später wieder abzuholen…

Oder der australische Bergwerksarbeiter, der sich erst zum Abkühlen ins Meer stürzt mit Surfboard nach Feierabend, und, nachdem er sich ne Kamera gekauft hat, um seine Kumpels draußen zu fotografieren, aufsteigt..

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Musik beim Schreiben heute:

The Bird And The Bee: “The Bird And The Bee”, Blue Note, 2007

various artists: “Brazilian Love Affair 2″, Far Out, 2007

Ian Pooley: “Since Then”, V2 records, 2000

der optische Sommercocktail

nnn-scanp-170507-477j-rv2r2Naaa – wie wirkt dieses neue Bild vom 7. des Monats bei heutigen 30° Außentemperatur auf Euch?

Trotz/Ob(?) der deutlich feuerroten Stellen ( äh, OK, das halbe Blatt prahlt damit) irgendwie… belebend!? Mir sprießen Visionen von Zitronenhainen- im Schatten von riesigen Pinien – ich weiß, das ist botanisch unmöglich, wäre aber meine ideale WohfühSomméMischung. So ne jäh geweckte träumerische Lust blogstar-r zum Schauen, auf diese vitalisierende Helle, gepaart mit Elanigkeit blogstar-g & Frische – Gute Laune blogstar-y und acutes Wachsein folgen fußwärts.

Wie gehts Euch dabei? Oder hierbei:

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Stellt euch dazu einen weißen Martini mit Eis und Zitronendashes vor und listened zu dieser Liste, chillhalber zusammengestellt bei ebenfallsigen Temperaturen am 21. Juli 2006.

Heute, fast elf Jahre später online chez youtube auf Zuruf(!) ruckzuck offiziellegal herangeklickt – siehe meine heute schnell zusammengesuchte kleine Statistik-pro-Track in Anhang-Hellgrau..

“Der Schattenplaner”

  1. Arthur Lyman: Baubles, Bangles & Beads blogstar-r 4.226 mal seit 10.05.2010
  2. Andy Williams: House Of Bamboo blogstar-gblogstar-y 7.639 mal seit 01.06.2011
  3. Sergio Mendes & Brasil ´ 66: Bim Bom blogstar-gblogstar-r  164.144 mal seit 01.11.2010
  4. Joe Graves & the Diggers: Witchcraft blogstar-gblogstar-g 8.340 mal seit 24.01.2010
  5. Lou Reed: Walk On The Wild Side blogstar-gblogstar-yblogstar-r 1.713.293 mal seit 26.11.2013
  6. Jamie Cullum: Nothing I Do blogstar-gblogstar-y 269.900 mal seit 06.09.2008
  7. Marty & His Comets: American Boogie blogstar-gblogstar-yblogstar-y keine Studio youtube Version
  8. Paul Anka: Wonderwall blogstar-gblogstar-y 413.828 mal seit 22.04.2009
  9. Dario Moreno: C´est magnifique blogstar-gblogstar-gblogstar-yblogstar-yblogstar-r 299 mal seit 21.05.2016
  10. Sugar Ray: Every Morning blogstar-gblogstar-yblogstar-y  22.609.030 mal seit 25.07.2006
  11. Jack Johnson: The Horizon Has Been Defeated blogstar-gblogstar-y 518.451 mal seit 20.04.2010
  12. Nouvelle Vague: A Forest  blogstar-gblogstar-gblogstar-r 130.283 mal seit 28.07.2016
  13. Spice: The River blogstar-gblogstar-y keine Studio youtube Version
  14. Frank Sinatra: The Summerwind blogstar-r 741.793 mal seit 21.11.2011
  15. Nellie McKay: Really blogstar-r 3.340 mal seit 18.10.2010
  16. Henri Salvador: Je sais que tu sais blogstar-r 5.083 mal seit 05.12.2014
  17. Badi Assad: Uma valse e dois amores blogstar-rblogstar-r 2.278 mal seit 03.01.2012

Wobei es da ebenso mannigfach nuancierte Grenzen und Übergänge in andere sommerhitzeverwandte Stimmungslagen gibt – ich kleb mal Sterne fürs 100% Sommerliche wie beschrieben an die Tracks – eben alle Möglichkeiten eines Cocktails.

Mal sehn, was diesen selben Eindruck noch mitmacht aus meinem Stall Abteilung digitale Farbfeldmalerei:

vrlfscreen-161120-409f-r2vbvrlfscreen-160319-310-re5ve vrlfscreen-160229-294-rec18und noch ein Frischkräftiges:vrlfscreen-170414-470l-r2vk..und falls es heute abend gewittert, hätte ich das da:ebk-scanp-151220-251e-r5v2

sexy b&w

Wann genau ich das erste pinxographische Bild kaltblütig/vorsätzlich entfärbt habe – dazu müßte man recherchieren. Dürfte so gegen Ende 2016 gewesen sein. Da nämlich entdeckte ich die Schönheit zurück -  die des schwarzweißen Bildes. Nimmt ja auch nicht Wunder, wenn das “Pendel der Sehnsucht” irgendwann von den üblichen Farboriginees abläßt und zurückschwingt ;-)

Daß ich eher ein bunter Typ bin, dürfte angesichts dieser Site einsichtig sein, ab und an aber brauche ich die “entfärbte Auszeit”. In der entdecke ich das, was  Horden von Kunstfotografen zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben.. Sorry, ich bin da nicht pure genug ‘zu. Oder gerne auch: Schwarzweiß ist mir zu schwierig. Oder eben: mir gehört Farbe halt zum (gestalterischen) Leben wie die Soße zur Nudel..nnn-scanp-170507-477i-nvr4bAnfänglich aus verrannten Farbsituationen entspringend, wenn in dollen Umfärbereiorgien irgendwann wirr allzu viel Buntes sich ballt auf dem PapierBildschirm, “entdeckt” als quasi-Reissleine ich dann  Steuerung Shift U drücke. Dann verschmilzt zu meiner großen Freude die neu entdeckte geriegelte Hintergrundgestaltung mit den gemalten Pastellkreidespuren und solch erstaunliche Eindrücke schießen auf den Bildschirm. Das übrigens fasziniert mich seit Start der PinXoGraphie: daß dieses alles einst Gemalte jäh anders werden kann, anders wird – faszinierend unbekannt und  (im heutigen Falle) anregend klarer. In diesen SchiebereglerBruchteilenvonSekunden ..

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Wie Ihr seht, gerne auch mit einem anregend bläulich’ Farbstich eingefärbt. Oder – oben rechts – gar original fast schwarzgemalt.

ysp-scanp-170502-474j-r2v2bAn diesen acht Bildern kann man gar eine Entwicklung erkennen: von den rauen, explorativ schnell hingehauenen, einfachsten Hieben und Wolken der frühen Tage bis zu den detaillierten Bildern der Gegenwart – die beiden großen “Einrahmer” oben und unten. Das heißt aber nicht, daß diese Entwicklung nicht von sich selbst profitieren, nicht disruptiv sein und sich selbst nicht erneut befruchten könnte: Meine Faszination mit dem Kühnen, einfach-Eleganten hat da immer ein Auge aufs nächste Bild, den nächsten Strich, den kommenden Wisch™.

Merkwürdigerweise stell ich mir diese Schwarzweißen nun als großes “Hinter-Acryl-Bild” vor. Eine Darreichungsart, die mir eigentlich ob ihrer Spiegelproblematik – man sieht immer die gegenüberliegende Wand o. ä. – mißfällt . Es sei denn, alles außer dem Bild liegt im Stockdunkeln. Was ich mir nicht mal in einem Museum vorstellen kann..

Aber mag sein gerade deswegen: daß so ein Bild immer nur eine Hälfte von dem ist, was man beim Reinblicken sieht. Und “in farblos” sich praktischerweise immer den umliegenden Farben anpaßt. DAS wirds wohl sein…ysp-scanp-170331-465b-r2v2

Als Zusatz-”Bildbemerkung” kommen hier noch weitere, der PinXoGraphie etwas peripherer liegende Beispiele fürs Farblose. Abteilung “Faltenwurf per Maouse”, “die Situation der Amöbe im Drahtkabelmodell” oder “pastösester Farbauftrag unterm Mikroskop”…

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Das “Works 4 Motion Pictures” und “der Rohrwanderer” entspringen gar meiner Zeit als  Musik-mit-Sprachhilfe-Erfinder und  sind mittlerweile schon zwölf Jahre alt. Das Filmmusik-Cover gar komplett mit Photoshop “gebaut” – ich erinnere mich wie heute an die Filter “Kräuseln” und “Bewegungsunschärfe”, ans digitale Nachbelichten und “nur prozentuale” Radieren.

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Und als Digestif noch ein paar meiner raren, auf bw-Film aufgenommenen Lieblings-Schwarzweiß-Fotos, das obere 1/8 Sekunde lang und über 20 Jahre alt…

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Musik beim Schreiben heute:

Johnny Cash (soundtracked Hi Speed Drohnenflüge): “Ghost Riders in The Sky”

The Glissando Brothers: “A Great Gift Anytime”, STIR15, 2000

Steve Winwood: “Nine Lives”, WinCraft Music, 2008

Mein kleiner krüner AbreissKW11ender

Hier kommen als (fast reines) Bilderposting

sieben neue, sechs davon der letzten vier Tage und das letzte vom vierten Januar. Für die kommende Woche, für Euch zum Staunen. ( also ich habs getan! Vor allem beim dritten!) Und abreissen/anscrollen:

Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag

Pazartesi. Sa. Çarşamba. Perşembe. Cuma. Cumartesi. Pazar. ..Nein, keine indischen Gewürze. Es startet mit meinem neuen PinXoGraphy-Cover. Von heute vormittag: hat so-was vom-Weltraum-Aus-Sichtiges, Romantisch-Geografisches, Grafisch-Topologisch-Tropisches:
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ysp-scanp-170212-436--vrlf2ysp-scanp-170208-435e-r4vnrnein, nein, wie immer: keine Drogen im Spiel!  F.a.r.b.e.n.!

Hier unten irgendwas aus meiner Avatar-Assarvatankammarysp-scanp-170212-436e-r2vnr

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Zum Schluß das gestitchte Gesamtblatt #424 mit kleinen Lücken. Die machen aber das Ganze.. eben dadurch.. gesamtener.ysp-scanp-170104-424-recap

Vielleicht ein erster Schritt, ein zufällig + unbewußt™ hingekegelter “Call for Entries” für mein persönliches Photodarium? Zwotausendvierundzwanzig??

PS.: dieser letzte Link führt mich zur Berechtigung/verführt mich zur Beklickung, dieses Post auch unter der Rubrik “Feel The Bilderoverkill” zu führen..

Wo kann ich mich bewerben??

Schön, wenn man sich nicht an Namen erinnern kann: ich suche im Netz vergeblich dieses letztens gesehene eine, schwarzgrüne, gegenlichte, traumartig verschwommene, grandiose Ölgemälde der Häuserschluchten von NYC und entdecke dafür

Jeremy Mann (Painter, * 1979)

So müßte die Bundesagentur für Arbeit die Berufsberatung verbildern!! ;-)

Eine-Viertelstunde-suchen-daNach-trag: heureka: Ben Aronson (*1958): “Over Madison”- jetzt kann ich auch auf meinem Rechner nach “Aronson” & dem Datum des Fundes suchen: aha: 27. Mai 2015 – wohl der Beweis für ein pretty eindrucksvolles Bild, oder?

Das Arbeitsleben in abstrakten Bildern

Diese Idee flog mir irgendwann zu, es muß vergangenen Herbst gewesen sein. Da betrachtete ich eines der frisch pinxographierten Scans in all seiner Unentschiedenheit, all seiner Heterogenität, Chaotikkeit und zweifelhaften Ausstrahlung™ und mir kam der Gedanke, daß diese Art “unentschiedener” Bilder nicht nur eine Darstellung des täglichen Lebens sein könnte, sondern auch geeignet sein, sich die mannigfaltigen Strömungen, Einflüsse, Aufgabenbewältigungsstrategien und  sich oft unter Reibungsverlusten tangierenden Prozesse im… Arbeitsleben vorzustellen. Also den täglichen Kampf mit Zeit &  Materie, das Eingrooven auf die Tagesform der Kollegen und Disponiertheiten der Kunden, Vorgesetzten, Untergebenen oder Teammitglieder, kurz: das Wirken (oder Nichtvorhandensein) des hierzulande noch relativ unbekannten Erwartungsmanagements. Darüberhinaus die emotionalen Wirkungen von Fehlplanungen, Falscheinschätzungen und Umgangstonarten in stressigen Phasen.

ntr-scanp-160811-377e-verlkVon der Idee, mit diesen PinXoGraphien könnten darüberhinaus auch technische, gar strukturelle  Herausforderungen im Betrieb ihre indirekte, gewissermassen psychologische Darstellung finden (und dadurch lokalisierbar werden) bis zur Vorstellung, betriebsinterne Logistikknoten könne man durch Anschauung dieser Bilder optimierender = klarer sehen, mal ganz zu schweigen. Klingt doch sehr weit hergeholt, ich weiß, aber:

das einfache Rezept: sich anhand dieser merkwürdigen Bilder anscheinend thematisch Unzusammenhängendes in einer dermaßen psychisch-physischen Nähe zueinander vorstellen zu können, daß man eine Vorstellung davon bekommen könnte, wie diese disparaten Einzelelemente DOCH irgendwie aufeinander Einfluß nehmen.

Und wozu das gut sein soll?

Nun: um versteckte Hemmungen, unerkannte und -ausgesprochene Probleme in augenscheinlich völlig getrennten Bereichen plötzlich als “abstrakte Nachbarn” vor sich zu sehen und ihre Abhängigkeit  in all ihren facettenreichen Schattierungen an genau diesem Bild zu erkennen suchen. Oder generell: sich das oft von Routine verschüttete Wache mal wieder in Erinnerung zu rufen, das ja stets hilft, sein Leben nicht in ewig täglicher Gleichförmigkeit versinken zu sehen.

Die Idee, einfach gesagt: sich vorstellen, daß diese Bilder Teile des Berufslebens zeigten.

Und dann mal gucken, welche Ideen da so kommen aufgrund der detaillierten Kenntnis der Situation.

  • Diese Welt ändert sich rasend schnell. Die Pläne zur Bewältigung aber sind oft von gestern. Schlagendes Beispiel aus dem Marketing: die sich auf breiter Basis etablierende Werbeblindheit.
  • Zum (Psychiater)Beispiel die Motivationsgründe, die oft Veränderungen, späten Erkenntnissen oder Deformationen unterliegen, wie Enttäuschungen im Studium, gar solche aus der Kindheit oder Schulzeit, “unplanmäßig verlaufende” private Beziehungen und manchmal konkret aufs Einsatzgebiet im Beruf und seine speziellen Anforderungen ausstrahlen. Austrahlen auf bestimmte unreflektierte Zusammenhänge oder schlimmer: jähe Empfindlichkeiten hervorrufen, die durch das Fehlen eines “kultivierten Umgangs mit Fehlern” flugs zu Weigerungen, Hemmungen umschlagen. Na, die schönen Gespenster “Dienst nach Vorschrift”, “Innere Kündigung“, you know. Oder, Fall 2, mal konkret:
  • mangelhafte Dokumentation von Arbeitsvorgängen, die ironischerweise der Firmengeschichte entspringen können und unfaßbar große Energiemengen aufzehren und jede personelle Umbesetzung jedes Mal aufs neu behindern, anstatt sich “Aktuellem widmen” zu können oder generell:
  • Kommunikationsdefizite und -stauungen, gehemmte Informationsflußverläufe,  brachliegende Kanäle aufspüren helfen.
  • Aber auch: plakativ präsentierte Rücksichtnahmen, durchwachsen mit unausgesprochenen starren, egoistischen Beweggründen malen uns in eine Ecke!

Jaa, alles aufzuspüren durch halb-abstrakte Bilder!!

ntr-scanp-160628-362f-ursp«Das ursprüngliche Problem, das nicht erkannt wurde & das resultierende Gesamtchaos» müßte der komplette Titel eigentlich lauten – aber dann würde man vor lauter Buchstabenkrakel das Bild, äh, verschwinden sehen..

Außerdem: wer macht schon Bilder von der Arbeit? ;-)

Hier weitere Beispiele für diese gewisse optische, quasi unharmonische Kratzigkeit. Alles bitte mit dabei zu denken: Motivation, Disziplin, Ehrgeiz, Seriosität, Kollegialität, der Flaschengeist namens “Team”, Verläßlichkeit, Kontinuität als ordnende Kräfte..

ysp-scanp-160821-379-r2v2nrysp-scanp-160821-379d-r4v3nysp-scanp-160821-379f-r3vr7ntr-scanp-1608119-377-r4v4nntr-scanp-160503-334d-r18vrWelcher Art Konstellationen, Hemmungen oder gar unbewußter Hindernisse hier Darstellung finden, überlasse ich Euch und Euren Erfahrungen in der Arbeitswelt – ich sag als ersten Anhaltspunkt mal «Maybe there´s an elephant in the room»ntr-scanp-160704-364f-r3v2n ntr-scanp-160730-373-r2vnr2ntr-scanp-160803-374f-rvr4 PS.: Ach, da fällt mir das grandiose Peter Prinzip ein – Das Buch zählt zu den Klassikern der nordamerikanischen Managementliteratur- und ich beginne, mir vorzustellen, wie DAS wohl als PinXoGraphie aussehen könnte ( & werde in meinem Archiv nach Bebilderung fahnden  – ein paar Krokodilähnliche habe ich da wohl ,-)

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Musik beim Schreiben heute:

Antonio Carlos Jobim: “The Girl From Ipanema”  Universal, 1996

Staunen heißt was Neues reinkriegen

Selbstüberraschungstraining. So würde ich den (erfreulich&fast täglich nachwachsenden) Antrieb zum Malen kurzBschreiben.

Dreihundertundelf Blatt allerdings habe ich hinter mich bringen müssen, um nun an diesem Anblick jäh zu erstaunen:ntr-scanp-160322-312d-r180vEigentlich nur ein winziger neuer Schritt, der auf die vielen vorhergehenden folgte.

Aber hier sieht man – finde ich – zum ersten Mal… nichts.

Nichts, was Hinweise auf den (malerischen) Weg  lieferte, der bis zu diesem Ergebnis beschritten wurde. Farben, Formen, Übergänge stehen für sich selbst, sagen nicht: ich war Pinsel, Stift oder Mouséklickbilderspur. Das Bild löst sich von seiner Entstehungsgeschichte, verwischt alle Spuren der handwerklichen Herkunft.

Will man da nicht hin als Bildgeber?! Auf meinen jeden Fall, aber nicht nur.

Davor nämlich lagen zwei Bilder=Erstaunungen, die diese personal Sensation vorspüren ließen, aber auf anderem pictorialen Gebiet: erstens: die Anmut von bloßen, groben Strichen, im Englischen irgendwie treffender als “brush strokes” beschrieben. Sehr als Striche identifizierbare Striche. Das Grobe als das Schöne, Klare & Klärende, Befreiende.ntr-scanp-160319-310d-rec18Da versteht man die Maler des Expressionismus oder die alten und neuen Wilden!
Als zweite Erstaunung diese dazwischengeratenen “Seidentapete” – in einem ungewohnt hellblank leuchtenden SeitenStreifLicht, mit metallischer Anmut voller Frühlingesprit. Für mich hat dieser Anblick eine fantastische Reinheit, Strahlung und Durchsichtigkeit.ntr-scanp-160319-310eunda-rSo ne Mischung aus klassischen Stücken, fern-östlicher Schriftzeichenschule, Kindergekritzel und Wissen-um-Superflat ;-)

Noch mehr Staunen über die frischgefundensten Artists:

 

“Ich wollte was, wo die Fotografie versagt” Teil 2

Wenn ich heute, fast vierzehn Monate nach der Erstellung des ersten Teils dieser “Geschichte” und fast neun nach dem Start in das pastellkreidne Abenteuer PinXoGraphie diese Überschrift wieder lese, stelle ich fest, daß das Wichtigste noch gar nicht erwähnt ist und   “Ein Foto ist flach und ein Gemälde, näher betrachtet, nicht” nur der erste Anstoß war, es mal abseits der Fotografie zu versuchen.

Denn eine Kamera kann man nur auf die Wirklichkeit, die physische Umgebung richten, denn sie ist ein Teil/Gegenstand dieser Wirklichkeit, die sie mit opto-mechanisch-elektronischen Mitteln gesetzgetreulich aufzeichnet.

Mit Farbe und Papier an der Hand jedoch schwingt eine andere, riesigere, rigorosere Tür der Bildgebung auf.

Man sitzt damit plötzlich am “Zentrum der gestalterischen Macht”, kann bar jeder historischen oder physikalischen Regel Licht und Schatten, Traum und Wirklichkeit aufrufen, Bekanntes mit Fantastischen gar ineinander mischen.

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Deshalb bin ich zur Malerei hinübergewechselt, denn die Fotografie hat begonnen, mich zu langweilen.ntr-scanp-160308-301b-rllvfDas Gegenteil kann ich von der Kombination Pastellkreiden – “après-Photoshop” sagen – man bedenke doch nur mal, wie lange ich nun schon an immer denselben morgendlichen Tisch zurückkehre und jedes Mal, mit jedem neuen weißen Blatt und meiner wachsenden Sammlung von Farbkreiden ein neues Abenteuer beginnt, meine Neugier neues Futter findet, das sie nährt, zu neuen Schritten ins Unbekannte entzündet und weitertreibt. Und ein Ende der experimentellen Begeisterung ist nicht abzusehen!

Was ich ebenfalls als überaus spannend empfinde ist die Erfahrung der handwerklich-technischen “Weiterspinnung” der Bilder. Aus anfänglichen “Getaste” innerhalb der zeichnerischen Möglichkeiten – hier links Studien aus den Anfängen – pinxography_ebk-scans-scree wurde ein stetig ansteigendes In-den-Griff-kriegen der Möglichkeiten, also ein Wiedereintritt ins Manuelle, eine Tätigkeit, die man beim Fotografieren ohne anschließend selbstdurchgeführte Laborarbeiten brach läßt. Weiterhin eine Abfolge von Entdeckungen der Postproduktion, einfach nur dadurch, daß ich die Blätter in den digitalen Bereich überzuführen begann, der nicht bloße weitere Nacharbeiten, sondern überraschenderweise drastische Fortentwicklungen erlaubt.

So bin ich nun, am dreihundertsten Blatt bei Bildwirkungen angekommen, von denen ich vor einem guten halben Jahr noch nicht zu träumen mich getraute:

ntr-scanp-160302-295-re4ver ntr-scanp-160304-298c-rec4v ntr-scanp-160307-300-recoll 89230009 ebk-scanp-151124-231c-d-rec ntr-scanp-160304-298f-rec3vntr-scanp-160306-299g-recvh ntr-scanp-160306-299e-rec4g ntr-scanp-160229-294e-norm

Aber es gibt da einen Backlash – fünfunddreißig Jahre Fotografieren sind nicht ohne Spuren vorübergegangen.

Schnell fiel mir ein gewohnheitsmäßiges Schnellfertigsein auf. Nicht Schnellfertigsein-Wollen, keine malerische Ungeduld, nein – es ergab sich von selbst, daß ich lieber zügig ein Bild fertigstellte und zum nächsten überging. Wenig Herumdoktern. Starke Gesten=Striche stehen lassen im Wissen der Wirkung. Ebenso die gewohnte Serienknipserei schlägt sich in den Bildern nieder, kommt “verkleidet” wieder in der zügigen Blattbemalung/Bekreidung. Um hinterher, nach der Digitalisierung der Blätter am Bildschirm auszuschneiden/auszuwählen. Keine grad typische Malerbeschäftigung würde ich sagen.

Ebenso das jahrzehntelange Aufsaugen von Bildern und -klischees hilft mir auch hier weiter: Innerhalb des malerischen Vorgangs kann ich nun an jeder Stelle des Bildes (!) bestimmen, ob hier eine Klischeefalle (also Langeweile) beim Betrachten droht und flugs ändern. Das ist eine völlig neue Erfahrung, die beim Fotografieren zwar auch Standard geworden ist durch die digital mögliche Einflußnahme, ironischerweise hier sofort in die moderne Werbebilderwelt führt, also noch weiter hinein ins Klischee. Klischee? Na, vergleicht mal mit den Bildern auf icp.org.

Und als “Nebenprodukt” entstehen seit Neustem gar Bilder, die im Ergebnis – nicht bei der Entstehung (!) – komplett ohne fotografische oder handgemalte Vorlage auskommen – also reine Mouséklickbilder:

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Und natürlich gibts ein superaktuelles davon mit besonders “organisch” gelungenem Guillochemuster als neues SoodlepoodleStartbild:

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Musik beim Schreiben heute:

d´arcangelo: “broken toys´corner”, Rephlex Records, 2002

Soul Coughing: “Ruby Vroom”, Slash, 1994

Louise Farrenc:  “Symphonie Nr. 3 g-moll”

W.A.Mozart: “Symphonie Nr. 40″ g-moll KV 550 (Academy Of St. Martin In The Fields/Marriner)

Plastikman: “Consumed” Novamute, 1998

Johan Severin Svendsen: Symphonie Nr. 2 B-Dur, op. 15 (Philharmonisches Orchester Oslo: Mariss Jansons)