Kategorie-Archiv: Werkstatt

Crash Test Hand Bags w/ M.C. Escher und Hieronymus B.

Es gibt Leute, die “halten” sich ein besonderes Möbel: den Geschenkeschrank. Das ist ein Platz, an dem sich auf Halde erworbene Geschenke versammeln. Hört sich vielleicht merkwürdig an, ist aber unbezähmbar praktisch: was unterm Jahr so schnell in den Läden der Stadt mitgehen geheißen wurde – geliebte Bücher in Taschenbuchausgaben, preiswerte Lieblingsmusik aus Ramschstapeln, Hörbücher oder gar Flohmarktfunde, an die zu erwerben gar die ins Gedächtnis gerückte Bekanntschaft der nun damit Beschenkten gemahnte – einmal im G-Schrank versammelt, genügt im Vorfeld einer Party oder eines Jubiläums ein Griff, und man kann sich komplett auf die Gestaltung der Abendgarderobe konzentrieren. Die man vielleicht amazon Echo Look  zum Check vorführt, dafür aber null Hirn-RAM fürs Präsent belegen muß. Sehr empfehlenswert!

Ich hab darüberhinaus das Ansammeln von bunten Kalendern im Programm. Da gibt es einen recht unschieren, in einer Dimension jedoch flachen Karton, in dem diese verpaßten Gelegenheiten zusammenstecken. Wozu das denn? Nun: das ist latentes Geschenkpapier aus Hochglanzfotos, bunten Food-Illustrationen oder Landschaften/ Blumenstilleben bekannter Maler. Das klappt natürlich nur, wenn man auf abgelegte/abgeschriebene Kalender ab Mitte Januar Connection hat und entsprechende Läden kennt, die froh sind, das unbrauchbar/ unverkäuflich gewordene “Papierkontingent” loszuwerden.

Hätte ich 2015 gleich(falls) ab Anbeginn der PinXoGraphie mit der Kalenderproduktion begonnen, gäbe es jetzt diese Exemplare zum Ausschlachten:pinxography-kalender16 pinxography-kalender17

Leider gebe ich der Kalenderproduktion Null Chance und vergeude smiley-blush mein Geld lieber anderswie… Heutiger “chronografischer” Glücksfall für mein Handtaschenlabor: 2 Kalender finden sich  in doppelter Ausführung. Kunstkalender. Hey! So kann ich mit der frisch ermittelten Schablone Vorder- und Rückseite eines Handtaschenmodells im selben Look gestalten. Und dieses dann est mal vor eigenen Augen hin- und herdrehen. Weiterer happy Serendip: die Werke M.C. Eschers und Hieronymus Boschs ergänzen sich in ihrer doch sehr zueinander kontrastierenden Ästhetik perfekt! zu diesem Zweck.

Ihr werdet Euch vielleicht fragen: warum das ganze mit Fremdwerken im CrashTestDummmy-Style? Es gibt doch mehr als genug eigene Dessins.. Nun: die unerforschten Wirkungen der Seitenteile der Taschen können hier perfekt ausgelotet werden, bevor ich zum weitaus kostenintensiveren Druck meiner Pinxographien zum selben Zweck schreite.

Da ich in diesem papiernen Fall die Skalierbarkeit der Bildausschnitte nicht frei wie sonst mit dem Rechner gestalten kann, tuns dann eben drei verschieden groß ausgeschnittene Handtaschenabwicklungen: 26, 20 und 15 cm Breite an der dicksten Stelle..

Und à proporös Flohmarkt und vor-den-eigenen-Augen-drehen-lassen: es gibt da tatsächlich einen kreisförmigen Klamottendrehständer in meinem Haushalt. Flohmarktfund und nun Drehscheibenprotagonist für den ersten Dreh zum ersten Clip  – zum Glück paßt(e) der nicht in en G-Schrank ;-)

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PS.: besagte Kalenderpläne und -entwürfe  vom November 2015 reichen bis 2020. Mal wieder Spuren eines Nachmittages voller Überschwang.. ABER

Das sind historische Arbeiten, innerlich abgehakt, durchlaufen, abgeschlossen. Lieber mit aktuellen Werken ab Blatt #563 frisch ans Werk.

Hier grad mal ein Test bis zum 18er Märzblatt: Ihr seht, die Gestaltung/Bildauswahl der aktuellen Stunde wäre auch recht anders, irgendwie fortgeschrittener, experimenteller, wilder, kalender”feindlicher”:nnn-scanp-kal18-563e-rec2vennn-scanp-kal18-563-recoll3 nnn-scanp-kal18-563-recollGleich drei verschiedene Anmutungen/Designs.. oje..
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Musik beim Schreiben heute:

Yoshinori Sunahara: “The Sound Of The ’70s”, Ki/oon Records, 1998

Micatone: “Is You Is”, SONAR, 2003

Glissando Brothers: “A Great Gift Anytime”, STIR, 2000

Crash Test Dummmies: “Give Yourself A Hand”, BMG, 1999

1x Hand Bagab Wicklung, bitte!

Es gibt da diese sehr in sich abgeschlossene Welt der “Technischen Zeichnung“. Ich hab sie in meiner Schulzeit kennengelernt und, da ich Konstruktionen mit Hilfe der darstellenden Geometrie sehr mochte, mal schön im Gedächtnis behalten. Faszinierend immer wieder, wie man mit bloßem Zirkel, Stift und Lineal bewaffnet gleichmäßige Dreiecke, Sechsecke, Winkelhalbierende und Mittelsenkrechte messerscharf “ermitteln” kann. “Oje”, werden da manche von Euch sicher denken, “Winkelhalbierende”, “Mittelsenkrechte” bä  – na, schwant Euch, was ich mit “abgeschlossen” meine? ;-)

Das hab ich heute auch vor, geht es doch darum, ein erstes anschauliches 3D Handtaschenmodel zu erhalten. Das man so vor sich hin- und herdrehen kann, um Proportionen und Volumen, sprich: ästhetische Tauglichkeit™ zu erkunden.

Dazu brauchts, das weiß ich aus Bubentagen, damals mit Bastelbogen zum Ausschneiden, Falzwillen und Kleber bewaffnet, die: Abwicklung. Den Begriff selber kannte ich damals zwar noch nicht, erfuhr aber by doing, wie sowas aussehen mußte, wenn alle Flächen, aus denen die Burg oder der Turm werden sollten direkt nebeneinander abgeklappt als Papierbogen aufs Ausschneiden warteten.

Ausgangspunkt ist meine “Standard”tasche, die ich im Artikel vom Juni, als ich die Idee an sich erstmals ins Auge faßte, mal selbst bestimmt designt habe: HandBagKit2Das hat ja für die ersten hundert Entwürfe gut gereicht. Um herauszubekommen, ob die Idee trägt. Hat sie nun in 2D. Dann, recherchierend/changierend, entdecke ich, daß die Fendis ihre Taschen im Shop nicht wie alle anderen in Aufsicht und Seitenansicht präsentieren, sondern in Vorder- und, oha: Halbschräge. Wie man so ne Tasche in echt eben an ihrer Trägerin wahrnimmt.

“Sieh da” denke ich, “da hat das Lebenspraktische – wer guckt sich beim HandtaschenCheck die Dinger von straight rechts und links an? – über die technischen Konventionen gesiegt.” Da will ich auch hin.

Und los gehts: zuerst gibts die Flächen der Taschen, vorne und hinten, nach rechts und links geklappt. Meine Spielwiese in Draufsicht bislang. Dazwischen kommen nun Boden, Wände(Seitenteile) und die “Decke”, die den Eingriff beherbergt. Deren Breite oder Breitenverlauf bestimmt die Ausdehnung in z-Richtung der Tasche. Ich lass’ mich als Startpunkt weiterer Gedanken von der Frontform (siehe oben) leiten, die sich nach oben verjüngt und will die Dicke der Tasche als Erstentwurf: ebenfalls konisch.

Nächste Aufgabe: wie lange müssen die Seitenteile sein, damit sie genügend lang sind, um um die runden Ecken herumzureichen?  Zur Ermittlung auf geometrisch-manuelle Art punktiere ich die Rundung (blauer Pfeil) und übertrage während des langsamen Drehens mit der Maus der lila Wand diese Punkte auf sie, um eine möglichst exakt benötigte Länge zu erhalten. Wie Zahnräder, die ineinander abrollen.

Ist diese so ermittelt, kerbe ich zum Kappen an der Stelle, auf die der lila Pfeil zeigt:hbk-printkit_001Ein bißchen Gefummel, das, da meine Photoshop Version keine Hilfe bietet, und daher das Ganze etwas improvisiert abläuft. Also ganz wie am Küchentisch mit rundgeschnittenem Karton, Lineal und Stift. Geht auch. Ich lass einfach etwas überstehen zum Abschneiden.

Es folgt nun das “Trapezieren” der so abgezirkelten Seitenteile (3), das Ermitteln des oberen Kreissegmentes, um dessen Länge (5) die Decke der Tasche (4) zweimal verlängert werden muß. Voilà:hbk-printkit_002Ein grüner Elefant mit Designerbrille & Lippenstift in mauve-orange am Rüssel und aufgeklapptem Verdeck? Maybe. Unerwartete Elefanten kamen ja schon mal vor in meinem pinxographischen Werk …

Mit dieser Vorarbeit hab ich nun eine frisch gewonnene (Druck)form, in deren Flächen ich Testdesigns aufbringen kann, mit den Farben oder fortgeführten Mustern der Seitenteile spielen und mal sehen kann, wie so’n Ding bei einem “Rundgang” wirkt..

Ganz vorne mit dabei ein paar Designs der ersten Stunde:

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“Und die Griffe?” werdet Ihr fragen. “Griffe spielen eine immense ästhetische Rolle bei einer Tasche!”. “Seh ich auch so!” werde ich antworten, “dazu muß ich aber erst noch in den Bastelladen und den nächstgelegenen Aquaristik-Bedarf” ;-)

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Musik beim abwickelnden Schreiben heute:

The Funk Void (zusammengestellt vor lassmichrechnen 14, 8 Jahren):

  1. Liquid Lounge: “Journey Into… Ocean Deep”
  2. Rae & Christian feat The Pharcyte: “It Ain´t Notihng Like”
  3. d´Angelo: “Spanish Joint”
  4. Megashira: “At Last”
  5. Project 2000: “Parallax”
  6. Dzihan & Kamien: “Stiff Jazz”
  7. Q-tip: “Wait Up”
  8. J-Live: “Like That Anna”
  9. Charles: “Fruit”
  10. Brand New Heavies feat. Main Source: “Bonafied Funk”
  11. MJ Cole: “Crazy Love”
  12. Jaffa: “Elevator (Fred Everything´s Afro Loft 2000 MIX)”
  13. Llorca: “I Cry”
  14. Angie Stone: “Baby Slow Down”
  15. The Quiet Boys: “Inside Your Mind”
  16. Underwolves: “Lay Down”

Ich brauch nen Clip!

Es gibt da eine große Lust. Kein Zucken, Umgucken, keinen nervös flackernden Augen-auf-Statistik-schlag, keine OnlineRechereche: nichts  fesselt (m)ein modernes Auge mehr als bewegte Bilder. Und,  je mehr faszinierende Mode|Werbe|Kurzclips gar unter 1 Minute Länge mir da so unter besagtes kommen und mich erstaunt, was man mittlerweile ohne Hollywoodbudget ( schaut mal hier und hier und hier und hier) so machen kann, desto weniger Wunder löst sich da irgendwann der innerliche Ruf:  Ich brauch’ nen Clip!

Für mich immer  wieder LieblingsHerausforderung: etwas Cooles hinbekommen mit vorhandenen Mitteln. In meinem Fall: archivierte (!) oder neue Ideen. Und ein “Lager” an Collectionen. Damit meine ich meine, äh, “Charakteristika” der Requisitenhortung. Genau die ist jetzt nämlich reif.

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Das Dolle an diesen Haushaltsüblichen™ ist der visuelle Verfremdungseffekt, den man durch deren schiere Wiederholung (Stückzahl=Menge) im Bild und bloßes Fotografieren hinbekommt. Natürlich brauchts da im Vorfeld viel Zeit, konsequente Hartnäckigkeit und etwas schrulligen Geschmack, der sich lang angeleint allzeit bereit auf das Sammeln kaprizieren darf.

Hier zum Beispiel und à propos 1. Advent seht Ihr meine über die Jahre erworbene komplettkompakte Weihnachtsdeko: aus drei Teilen. Die steht das ganze Jahr über so in einer Ecke meines Schlafzimmers. Zum Fototermin hab ich sie erst auf ein Brett und dann in die Sonne gestellt – und der linke “Baum” mit den Wendepailletten hat den Schnee auf die Hintergrundpappe gezaubert..62850028Und – falls ich je zu Erwähnen vergaß – da sich der Clip natürlich auf die Handtaschen zubewegen soll, “dürfen” auch PinXoGraphien:nnn-scanp-171201-560e-r5vr2nnn-scanp-171201-560-recollvrlfscreen-160403-320-re2v3nnn-scanp-171130-559b-rec3nnn-scanp-171201-560d-r3vkhbk-nnn-scanp-171130-559-re

..verrührt das mal im Kopf!!

start--560h-meets-310e..und vom frischen Dezember-Einrichterpoodle-des-Monats kommen noch weitere Versatzstücke für dieses Moodboard/ Inspirationen aus dem echten Leben mit HandtaschenHandwerk:

http://theselby.com/galleries/collaborations/the-loewe-workshop-and-senor-loewe-at-home-in-madrid/

http://theselby.com/galleries/kimberly-and-nancy-wu-owners-and-product-designers-of-building-block-at-their-studio-in-los-angeles/

http://theselby.com/galleries/jason-jones-and-mike-feldman-at-their-studio-in-los-angeles/

..drei Links mit erwärmenden Inspirationen: nicht nur feine Waren und ihre Schöpfer, also explizite moderne Produktplatzierung in Bild und Text und Me-Placement, sondern auch – mir spannender – Werkzeuge im Gebrauch, “lehrreiche” Werkstattinterieurs, unerreichbare Sammlerobjekte @ home im Regal, die auch uns nonetheless Genuß bringen und die “richtige” Benennung der URLs ;-)

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Musik beim Nachschneiden am Morgen und Abend danach:

Dinah Washington: “Destination Moon” zum “unter 1 Minute”-Clip oben ;-)

Ital Tek: “Nebula Dance”, Planet Mu, 2012

Fever Ray: “Fever Ray”, V2 Records, 2009

Michael Haydn: “Sinfonie Nr. 23 F-Dur”, Deutsche Kammerakademie Neuss / Johannes Goritzki

Nuancism today – heute: Farbchoreografie en miniature

“Das fühlt sich ja an wie ne Südpolexpedition” denke ich unwillkürlich – trotz grün und umbra – beim Anblick dieses neusten pinxographischen Bildes in einer etwas neuen Technik, in einem neuen, blurred style:nnn-scanp-171119-556b--bwdiKann das am grusligen Novemberwetter liegen, das sich da in meine dadurch emotionale Bildinterpretation reinmogelt? Oder liegts daran, daß mir neulich ein Hörspiel zum Wettlauf zum Südpol 1910-1913 untergekommen ist und ich unerkannte Text-und-Bildsynästhetische Neigungen habe, die nun at work sind? Wer weiß, muß ich testen, stell mal den Wecker, schau nächsten Juli drauf, auf dieses Bild.. Wer weiß, vielleicht krieg ich da (nur) Appetit auf Radieschen-Rucolasalat..

Eine weitere, ebenfallsig wilde Mischung von heiß und kalt, Draußen- und Drinnenfeeling hier:nnn-scanp-170816-522b-r6bwlnnn-scanp-171027-546c-r5vnrDa ich diese Kombinationen von Bildfärbung nur sehr selten in meinem Gedächtnis “führe”, ergibt sich beim Anblick solchser Bilder immer ein Gefühl der.. Irritation, der Entfremdung, der Wirklichkeitsverbiegung, der Unwirklichkeit.  Ganz anders als bei dem da unten (ebenfalls made November ’17): nnn-scanp-171114-554e-r4vnrDas ist Wärme, Draußen, Weite, Meer, Erde, Exotik.. also: ein Wiedererkennen, eine Resonanz! optische Wärme!

Und (fast) alles machen… die Farben!

Grad eben – da nämlich fiel mir der heutige Titel ein – hab ich das neue pinxographische Deckblatt hochgeladen, ebenfalls keine dieser beiden Hälften des Diptychons 2 Wochen alt:

Na – wie würdet Ihr die Temperatur, die Ausstrahlung, die Atmosphäre der beiden Hälften beschreiben? Link:  angenehm? Beruhigend? An der Schwelle zum Kühlen? Rechts: der GelbAnteil – sowohl oben als auch unten -  macht warm, aber irgendwie unangenehm? Fühlt sich an wie Gegenlicht, Gegenhitze? Die zerfransten Figuren und Umrisse tun das ihre dazu? Ich antwortete: ja, so geht es mir beim Schauen.

Und wie wirkt der MischAnblick beider im Ensemble?  Mmh…

OK, wieder zurück zu colourstrange: nnn-scanp-171114-554c-r4vr5ich frage mich  jedes Mal, wenn eine solche Mischung gelingt (digital, in der gemalten Papier-und-Farben-Version hab ich das noch nicht geschafft): warum finde ich das so komisch? Liegt es vielleicht daran, daß persönliche Farbklischees verrutschen, daß Rosa plötzlich kalt, gelb feindlich und graubraun foghaft alienhaft rüberkommen? Eben durch die Kombination dieser Bauteile auf einem Rechteck?

Und was tun dann diese ebenfalls vergangene Woche auftauchenden Knaller in Bonbonfarben mit uns?nnn-scanp-171112-552f-r2vr2nnn-scanp-171119-556e-r2vr7nnn-scanp-171114-553-r4vr4 nnn-scanp-171114-554f-rvnorDa geht einem doch das “freundliche Herz” auf, oder? Und all das binnen Stunden und Tagen Arbeit an Bord. Was soll ich sagen: genau diese Bandbreite ist es, die mich immer weiter lockt: diese der Technik sei Dank einfachste Möglichkeit, per Schieberegler feinste Nuancen in der Farbchoreographie zu “ertasten”- beim Schieben “wandern” die Farben “durch” das Bild – und alle erschmeckten Sensationen schnell zu sichern sprich snapshotten. Wichtiger weiterer begünstigender Faktor: Speicherplatz kostet fast nix mehr, so kann ich alle impulsiv auffälligen™ Versionen dabehalten:

kids_i_shrunk_nnn556-collectionSehen doch alle super strong aus, oder?! Aber auch die gedeckte Abteilung hats in sich:

kids_i_shrunk_nnn554-collectionMerkt Ihr – in klein kaum auffällig, in groß – ob Ihr es glaubt oder nicht – drastisch anders..

Fazit des Tages: nicht (nur) die Farben sind es, sondern das emotionale Potential, die Tauglichkeit, Echos und Stimmungen zu erzeugen sind es, die immer wieder erstaunen, immer wieder aufs Neu gespannt machen, was das nächste (Mal)Experiment bringen mag.

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Passende Musik beim Färben heute:

Tamba 4: “We And The Sea”, A&M, 1968

Original Soundtrack: “Jackie Brown”, Maverick, 1997

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

The Rolling Stones: “Mixed Emotions”, Album: “Steel Wheels”, 1989

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Die Handtasche als Visitenkarte

Ja, ja, ich hätte ebenso gut schreiben können: «das Auto als Statussymbol». Damit wäre derselbe Neuigkeitsgehalt erreicht.. Bei mir und heute ist es allerdings etwas mehr twisted: ich platziere die frisch “ausgestanzten” Handtaschen des Tages auf der neusten Visitenkarte: v-karte-pinxography_2017-11Diesen im unaufgeschnittenen Zustand krudbunten Vierernutzen hab ich mir seit der letzten “Generation” Karten – ich lasse immer zehn davon auf Fotopapier abziehen -  angewöhnt, um mehr Auswahl im Portemonnaie dabeizuhaben. Damit die, denen überreicht wird (die Be-Überreichten? die Bereicherten-Üb?), nach Tageslaune aussuchen können. Soviel Visite/Abkartung muß schon sein..

Und zum Betreff hat mir Señor Ralph H. – Danke schon wieder! – den Link auf the www.businessoffashion.com/articles/opinion/the-psychology-of-the-designer-handbag  geschickt. Wowy!

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Musik beim Schreiben heute:

The Modernist: “Kangmei”, Popular, 2003

Beady Belle: “Closer”, Jazzland, 2005

LEVEL 42: “World Machine”, Polydor, 1985

Gesucht: HANDTASCHENTRÄGERIN. Typ: HIGH CLASS.

Tja, nun hab ich schon mal diese Idee mit den Taschen-aus-Bildern, aber wie weiter?  Ermutigende Feedbacks und meine extrem entfachte Entdeckerlaune lassen mich flitzbogenmäßig daran herumspinnen: wie diese Geschichte nun weitergehen soll, was aus dieser Idee - Material gibts ja  in abundance - heraus möglich werden könnte, was sich als next step anböte, wie die Handtaschen und Clutchbags gar konkret drei D ins Leben treten könnten, von der Produktions- und Distributionsseite als auch vom Marketing. Da die ersten beiden Punkte weitreichendere Überlegungen und Dritte-mit-Know-How einbeziehen müssen – Hilfe! mir fehlt Kompetenz – sowohl als auch! -  legt mir meine häufige Beschäftigung mit Außenwirkung, Medienkompetenz und Marketing-Geschichten erstmal folgendes nahe – sprich: kann ich jetzt und hier machen:

Es geht nix über einen 1A Serviervorschlag, ergo: Bilder müssen her.

Und zwar nicht nur Bilder der bloßen Taschen(entwürfe), die gibts ja schon, nein – die Umgebung, das Rundherum muß stimmen, um den passenden Geschmack des Außergewöhnlichen Lebens™ mit ihnen ;-) zu ergeben, auch und gerade bei so erstmal spinnerten Ideen wie… Abstraktes zu Handtaschen. Die gibts zwar bislang nicht als physisches Objekt, die dazugehörige Präsentations”haltung” kann aber schon mal projektiert = ausgehirnt werden und lautet: keine Handtasche ohne Handtaschenmodelfoto, no desirable bag to schlepp without the flavour des coolen, luxuriösen, exquisiten Lebens dazu.. Das bedeutet aus der Sicht des Vermarkters: eine Tasche ist nix ohne “entsprechende” Präsentation. Und da die Idee, etwas Toppes zu (er)schaffen, sexy ist, helfen nur die besten Zutaten™. Also warum nicht gleich

Supermodels. Fotografiert in Superposen und -Klamotten von Weltklassefotografen in unüberbietbarer Umgebung????

Die digitalen Zauberkräfte @ home und die Bilderflut im Netz als wohlfeiler nudge. Nix is easier. Aber wie starten? Wo perfekt passende Ideen herkriegen? Nun, man beginne in aller Schlichtheit der Idee mit der… Supermodelsuche. Then you quickly bump into … Emily DiDonato, Barbara Palvin, Doutzen Kroes, die Hadid-Schwestern, Rihanna, Kim K., … und die üblichen, weltweit operierenden verdächtig Hochglänzenden… Auch ne Idee: wikipedia.org/List_of_most_followed_users_on_Instagram

Da ich aber eine eingefleischte Abneigung gegen Hitparaden i.e. das allzu Offensichtliche habe – es ermüdet mich (etwas, das niemals passieren darf) – und ich schon Erstaunliches beim BildErStöbern auf “kleinen” Blogs entdeckt habe, starte ich eine Etage tiefer ..bei den “Oberen Zehntausend” der modernen Modeseiten, also den Online-Mags/Blogs: schnell gefunden sind in unsortierter Reihenfolge, gar mit hauseigenem claim in «…»

Ganz vorne bei mir, (denn) die sind etwas dreister/doller:

und zur dedizierten “Personalsuche” findet sich: inoubliablemodelarmy.com, premiermodelmanagement.com, marie claire modelsuche. Oder simply theones2watch.com. Da ist dann Personal und Styling und exquisite photographic craftsmanship in einem Knäuel  genau im gesuchten Mix – super B!
Hey! Serendip! Ein echtes Schneiderblog: patternvault.files.wordpress.com

In frisch erwachtem Jagdfieber stoße ich dann irgendwann auf diese neuartige Plattformen wie lundlund.com, die “full production service, casting & art buying.” anbieten. Oder das Amsterdam-Berlin. Claim: “Wir wollen Populär-Kultur schaffen: keine Werbung, sondern Inhalte, mit denen man sich gerne auch eingehender befasst“. Aha und so so: ganz klar ein neues UntersuchungsObjekt für meinen MedienkompetenzVerein :-)

Nach all den Aficionados und ihren bunt zusammengewürfelten liebevoll mit viel Herzblut editierten Online-Werkschauen kann man nun einen Blick auf die ( in dieser Hinsicht “armen”, im corporate design gefangenen) Klassiker werfen: Harper’s Bazaar, hier vielleicht die Abteilung “street fashion”VOGUE (…Korea zum Beispiel, steh ich drauf und: kann man per google-fundsache hier auch noch um große Bilder “schröpfen”), ebenso wie Marie Claire , l’OFFICIEL , ELLE , Vanity Fair Abteilung “fashion” und, jaaa, da will ich keine Widerworte: Hennes & Mauritz – schließlich gehts hier um die Qualität der Fotos, nicht um die Hochpreisigkeit der Couture..

Weiterhin ”kümmern” sich noch folgende Personengruppen ums Thema Mode:

“the Sartoralist”  Scott Schuman , “Facehunter” Ivan Rodic  als Ur-StreetFashionBlogger -  logo. Und, frisch entdeckt susiebubble gleich hinterher.

Naheliegend auch, bei den dafür einschlägig berühmten Fotografen anzusetzen: dick AnschauungsMassse kriegt man, wenn man “Peter Lindbergh for Vogue” googelt. Zusätzlich: die Such-Tools auf “farbig” stellen. Patrick Demarchelier. Steven Meisel. Mario Testino, Gilles Bensimon. (to be continued)..

Schnell ergoogelt sich auch die neue Fotografengeneration: Elisabeth Frang, Julia Noni, Liz Collins, Emma Summerton, Yana Bardadim, Luigi & Daniele + Iango, Warren Du Preez & Nick Thornton Jones, Elizaveta Porodina, Luis Monteiro, Nicole Bentley, Josh Olins, Iga Drobisz, Filippo Mutani, Ezra Patchett, Thomas Whiteside, Nhu Xuan Hua, Kim Bo Sung, Giampaolo Sgura, Kiki Xue, Zee Nunes, …

Und natürlich ebenfalls die Vorväter: mir neu der Herr Jacques Henri Lartigue (1894-1986)

Ebenfalls super anregend, mir für die Taschen aber zu weit im OFF: die Coops von Nick Knight und Alexander McQueen

Und bevor man, ebenfalls naheliegendst, länglich erst Agenturen sucht & die dann durchforstet mein Tipp: einfach nach “new faces” model ne schnellfertige Bildersuche starten.

Und wenn man das alles durch hat, gibts noch die Was-tragen-die-Modells-in-ihrer-Freizeit?-Abteilung. NATÜRLICH gibts da auch Fanblogs zu wie stylebythemodels.tumblr.com

Ein wenig beachteter Quell von Geschmack und Ästhetik: die Stylisten. Gefunden hab ich Daniel Gonzalez Elizondo: dgestylist.com die schnelle Übersicht hier. Models finden sich auf der Seite von helenreavey.com. Oder Monsieur Olivier Schawalder – “ein fleissiges Bienchen”  kann ich da nur eine Kollegin zitieren, wenn man diese vielen Fotos sieht..

Selten, doch ungeschlagen im Aufmerksamkeit-Ranking, weniger passend zu meiner heutigen Hausaufgabe: Styler, die alles in einem sind: Model, Fotograf, Editor und Art director fürs eigens editierte (Katalog-zum-Warenkorb)Outfit. Lest doch mal den (englischen) Artikel  über eine gewisse Pernille Teisbaek. Oder Micah Gianneli mit”ihrem” Fotograf onpoint.photo

Bleibt noch das Kriterium “Unüberbietbare Umgebung“. Harpers Bazaar, Vogue, L’OFFICIEL, ELLE und die anderen angestammten Klassiker halten es hoch, das opulent-luxuriöse Setting. Und wenn man die obigen Bildermassen der “Modernen” so durchklickt, mit all dem unablässig kokettiert gestateten “natural light” Anspruch ist mein Eindruck: die zeitgenössische FashionFotografiererei hat stark verloren. An essentiellen Zutaten eines herausragend opulenten hi class Modefotos. Zu sehr ist (mir) der moderne Street Photography-Style eingezogen: fast immer mit Hauswand und Trottoir als Hintergrund… Gähn… OK – ganz klar eine Budgetfrage. Und alle wollen dabei sein. Aber suboptimal für die “gehobene” Bildgestaltung. Ich habs da lieber etwas üppiger  – gebt als Anhaltspunkt  theartoftheroom.com in die Suchmaschine. Oder (den klassischen) Aaron Slim.. Oder expressionistischer, knalliger. N Cocktail aus Yeste und Rodney Smith (1947-2016)

Fazit Recherche: im Jahr 2017 besteht die Herausforderung nicht im Finden, sondern komplett in der Auswahl, die man unter den Massen der auf Fingerklick zur Verfügung stehenden Anregungen treffen muß.

Jeder also sein personal fashion/photo/style editor.

Und wenn Ihr dieses Posting heute übertrieben bilderoverkillig («wer soll sich bloß das alles angucken??») findet, kann ich nur nach 2012 weisen & sagen: «Zeit sparen durch VieleBilder gucken». Was? Genug gelesen für heute? OK, gibts auch als MusikClip… Moment… der ist noch besser!

Nadann wollnwermal…

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Musik beim Mode Schauen heute:

Stereolab: “Dots And Loops”, DUOPHONIC, 1997

The Chemical Brothers:”Dig Your Own Hole“, ASTRALWERKS, 1997

à propos “way too sexy”*: Right Said Fred: “Up”, TUG Records, 1992  smiley-blush

Kungs vs. Cookin’ On 3 Burners: “This Girl” (heute 270.627.682 Aufrufe – “Musik ist der Joker im Internet!” (Zitat futuremusiccamp-Redner Youtube Mannheim 2016)

M.I.A.: “Arular”, Interscope 2005

Boozoo Bajou “Dust My Broom”, K7, 2005

David Byrne: “Rei Momo”, SIRE, 1989

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

John Scofield Band: “Überjam”, Verve, 2002

Seelenluft/Synchronschwimmer EP:  “Silvercity-Bob Meets Acapulco 11″, Kleinrecords, 2001

The Solid Doctor: “Beats Means Highs”, Pork, 1996

Vergestikuliert? Kein Problem!

Ausgerechnet am diesjährigen Faschingssonntag* fiel mir wieder eine wichtige, bislang textlich aber untergewürdigte Zutat zu meinen PinXoGraphien ein:

Körpersprache und ihre “Bauteile”, die Gesten.

Nicht nur, daß ich beim Führen der Malstifte und -werkzeuge bestimmte “funktionierende” Bewegungsabläufe erarbeite (es kommen durch die (Er)findung neuer Malwerkzeuge stetig ebenfalls neue dazu), schon immer kommen mir die “Ergebnisse” in den Bildern, die Striche, Schlenker, Wolken und FarbClusterSträusse vor wie… geronnene Gesten.

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Das hätte ich nicht gedacht: Malen ist wie eine hemdsärmelige Choreografie, denn Farbe Aufbringen erfordert schlicht: Bewegung. Kühne Striche – eins meiner MalZiele right from scratch – erfordern kühne Bewegungen, die sich durch die Farbspur ästhetisch nachmessen, nachempfinden lassen. Wie eine spezielle Unterart des Gestikulierens: sich am oder das Blatt drehen, mit der Farbe kreisen, schlingern, stottern, sich darauf winden mit farbigen Fingern, per Stift Hiebe oder gleich ganze Hagelschauer setzen, per vorgschützten Fahrigseins ebensolch faszinierende, wie den Formwillen-abableugnend wirkende “Gebiete” im Bild erzeugen, das An- und Abschwellen von Kraft in der Bewegung, all das zeitigt exakte Strichspuren, auf die Ihr jetzt schauen und an denen Ihr Euer Euer ästhetisches Empfinden ranwerfen können!ysp-scanp-170221-440d-manorMehr noch: bei Ansicht mancher Bilder bekomme ich eine über meine Werkstatttechnik erweiterte Ahnung von: das könnte die zeitlich gesammelten Bewegungen von Menschen im Raum, in einer großen Halle oder auf einem innerstädtischen Platz nachzeichnen.(..)

Was ein großes erstaunliches Plus der PinXoGRaphie ist, daß sich bei dem Malen anschließenden digital “erledigten” Umfärben tatsächlich alle gemalten Spuren wieder herausholen lassen. Ein Beispiel:

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Durch das stetige Dranbleiben und die auchundvorallem:mir! erstaunlich unermüdliche Neugier bei jedem neuen Start ergeben sich durch reine Experimenterfreude/ schrillend einsetzende Klischeeklingel oft erstaunliche “Nachbarschaften” von malerischen “Ereignissen” wie diese beiden hier unten, beide auf Blatt #535:nnn-scanp-170922-535g-r2vnb

Andrerseits finde ich es oft schade, daß sich “gute Ideen” in direkter Nachbarschaft von ästhetischen, äh, Unentschiedenheiten befinden. Da gibts zum Glück das scannergrößen-bedingte Ausschnittsauswahlmuß wie beim Fotografieren – die bemalten Blätter sind doppelt so groß wie das Scanfenster – da scanne ich einfach erneut und das Nichtgefallen nicht mit..

Oder: nehm ich einfach ein neues Blatt und mache die nächste, neue, irgendwie durch ihren Neustart, ihre-Frische-und-meiner-Erfahrung “verbesserte” Geste dann eben da drauf – ein netter Zug, eine schöne Geste der Malerei!nnn-scanp-170922-535e-rv2r5Und bei vielen (gemalten) Gesten – die Körpersprache so uferlos wie alle Künste ;-) – denk ich da ans Archivieren – hier eine kleine “Gesten”sammmlung von 2016:

ysp-scanp-170118-428d-r180 ysp-scanp-161021-395-r6v2r3 ysp-scanp-161113-405b-r180v ysp-scanp-161229-422b-r180 ysp-scanp-161213-417g-r3v93 ysp-scanp-161126-412h-re180 ysp-scanp-161126-412f-r2v2n ysp-scanp-161120-410c-re180 ysp-scanp-161011-390f-r2v

Schrieb ich “Faschingssonntag”? * Ja, ja – da seht Ihr mal, wie lange die Vorlaufzeit eines Artikels sein kann hier! Und: das ist nicht mal ne großartige Ausnahme. Im “Hintergrund” warten ein große Menge Entwürfe. Meistens durch eine Information im Netz, ein Gedankenfetzen beim Aufwachen oder in einem Gespräch mit irgendwem unter Tage geführt, münden diese Inspirationen in schnell hingetippte Notizen – Zettel hab ich klassischerweise auch – und wachsen durch stetige Nachbetrachtung – bestimmte Themen sind ja durchgängig in Bearbeitung-  irgendwann aufs Maß einer kritischen Masse. Das sind dann Artikel wie dieser, die dann, irgendwann durch Vollendung an einem wach-ruhigen Vormittag oder einer stillen Abendstunde am Rechner reif werden.

Inspirationen? Jederzeit! Heute zum Beispiel:

  1. der obskur klingende Satz: “Die Polizei beschlagnahmte den ICE, um Spuren zu sichern.”
  2. oder das erhellende “The name, Yoox which was created by Federico Marchetti composed of the male (Y) and female (X) chromosome letters linked by OO, the infinity symbol ∞ or “the ‘zero’ from the binary code,  the fundamental language of the digital age”.”
  3. oder “Weder Selbstdarstellungssucht noch sozialer Ehrgeiz oder Marketinggeschick überschatteten seine Schneiderkunst.“  (die Welt über Cristobal Balenciaga, 1895-1972)
  4. oder: “Aurora Robson is a multi-media artist known predominantly for her work intercepting the waste stream.

Und gleich mal checken, ob ich diese Bilder von 2016 schon mal gepostet habe. Geht per Googles, äh, Aufmerksamkeit: man sucht nach den Bild-URLs, wird zur Bildersuche weitergeleitet und findet… nach 10 identischen Klick, Copy und Paste-Versuchen jäh die Meldung: “Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt. Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden” Dann kommt ein anzukreuzendes Bilderrätsel zur Verifikation. Wo sehe ich a) Brücken, wo b) Palmen auf den Puzzlebildern, die sich dann laden…

Nach bestandener Prüfung kommt mir gleich noch die Idee zu einer Medienkompetenz-Extrastunde-am-Feiertag: die Bilder plus Bildersuchlink hier zeigen. Dann könnt Ihr auch mal sehen, wofür der Algorithmus-plus-Big-Data Googles heute(!) meine Bilder “hält”, was in ihnen “vermutet” und gleich auf sehr Ähnliches  im Feld drunter klicken:

ysp-scanp-428d-r180-150x150 ysp-scanp-395-r6v2r3-150x15 ysp-scanp-405b-r180v-150x15

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ysp-scanp-412f-r2v2n-150x15 ysp-scanp-410c-re180-150x15 ysp-scanp-390f-r2v-150x150

..und dann auch noch gleich die “Neuen” von oben noch ins Spiel:

nnn-scanp-170930-537-r2vr2 ysp-scanp-170221-440d-manor nnn-scanp-170927-536g-r2vr7nnn-scanp-170927-536g-r3vnr nnn-scanp-170922-535g-r2vnb nnn-scanp-170922-535e-rv2r5

Ergebnis part 1: lediglich das oben links im Archiv-feld kannte Google von meiner Seite. Gleich zweimal. Eins ist gar in meinem englischen artist statement gelandet. Also a recurring dream ;-) . Die anderen 14: noch unbekannt. Unbekannt heute, am 3. Oktober 2017, 12:48. Das wird sich ziemlich schnell ändern, denn ich hab den google bot sehr oft zu Besuch..

Ergebnis part 2:

Automatische Vermutungen™:

fraktale Kunst (2x) | Wasser | Baum | Pflanze (2x) | cg Kunst (2x)| Kunst | Meeresbiologie | Moderne Kunst | Malerei

Tja. Ok, Google – ich (oder Ihr!)  versuchs in nem halben Jahr nochmal..

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Musik beim Schreiben: faschings’ (1) & Oktober-heute (2) und beim Google-Testen (3):

Jamiroquai: “Rock Dust Light Star”, Mercury, 2010 – (3)

Edo Zanki: “Zu viele Engel”, Universal, 2011 – (2)

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7, 2002 – (1)

stitches’ brew part one

Ich nehme meine Nähmaschine nach langer Pause wieder in Gang und übers drüberSchreiben komme ich zu.. Miles Davis’ opulent-psychedelischen Werk aus dem 1970er-Jahr – heute vormittag auf nüchternen Magen schaff ichs bis Minute 11:49, dann steig’ ich aus.. puh! Ganz schön ausgekugelte Sprünge heute, n’est-ce-pas!? ;-) garnrolle-cut

Nähmaschine? Hä? Wie kommts? Na – die Handtaschen wollen ins Leben! Also muß ich den 2D Pfad verlassen und mir Gedanken machen, wie die Pinxographie “in den Raum gebogen” werden, ins Räumliche treten kann. Natürlich prototypemäßig als Flächendruck auf Folie, der ausgeschnitten und schön “bastelbogen”artig hoch- & umgebogen wird. Dazu brauchts Vorerkundungen: Materialforschung. Werkzeugfindung. Verbindungstechniksfragen: Kleben/Falzen vs. Lochen/Stitschen. Zum Beispiel fiel mir ein lange (im Gedächtnis) verschüttetes Loch- und Ösenwerkzeugset ein, das ich jetzt “auf” den Folien ebenfalls wieder in Gang setze.

Gleichfalls der Nähmaschine bringt hier einen das Ölkännchenprinzip weiter. The Hämmer: die Betriebsanleitung der Maschine umfaßt einen “Schmierplan”: fotografierte Ansichten des aufgeklappten “Maschinenraums” unter der Haube (obere Abdeckung) und Unterseite der hochgeklappten Maschine. Mit aufgemalten Pfeilen für die praktische Hausfrau, wo denn nun das Öl aus der werkseitig mitgelieferten, spitzpipettigen Blechdruckpille hin(ein)geträufelt gehört. «Vergessen Sie nicht das vom Spulerrad halbverdeckte hintere Armwellenlager!» steht da – mit Ausuferzeichen – in all der dem Maschinenbauer anno 1958! eigenen Dringlichkeit.

stitches-brew_002Hier eine kleine readymade Erstcollage der Ergebnisse mit (zufälligen) Berggipfel über Stadtlandschaft und mitgescannten Schnittmusterrädchen . Naja “Erstcollage”- eigentlich erste WerkstoffErkundungen: läßt sich die Folie gut stanzen? Wenn nein: woran liegts? Sind die Löcher zu groß für den doch um einiges schlankeren Faden-in-blau?  Sollte man an die Löcher einen dickeren d.h. dekorativeren Faden anlegen? Müssen genähte Ecken anders gehandhabt werden (der Faden zieht sich ecklings, siehe linkes unteres Viertel)? Was passiert bei zwei Lagen, dem kleinsten Normalfall einer Steppnaht? Wird die Folie reissen? Welche Art Faden ist notwendig, wenn das ganze farbig ist- 1transparenter, um nicht aufzufallen? Oder ein betont knalliger, um die Naht zu betonen? Wird die Folie Zugbelastungen standhalten? Wie sollen die Griffe gestaltet werden? Auch aus Folie? Oder teste ich schlicht Schläuche aus dem Aquaristikbedarf? Und der Verschluß? Dazu mehr soon.

Vorerst noch eine andere Stitch-Idee, ebenfalls beigeflogen: eine digitale Version meiner PinXoGraphien mit drübergelegten Stitches-Brew-Muster:

Hier die erste lazy Muster-per-Photoshop-Version:

stitches-bruise

Effekt: Gitter? Ja, Effekt: handgestickt? Nö. Da müssen ganz klar diese beiden typisch manuellen, charmanten Ungenauigkeiten dazu: Drehung, variierte Stichweite. Nein nein, stimmt nicht: ich hab mir eine echte Kreuzsticharbeit anscheinend noch nie so richtig angeschaut.

Also mach ich ein leeres Gitter und stemple leicht verdrehte Kreuzstichideen rein. Schon unterwegs im noch leeren Gitter:

Ah – das hat mir Charme!

nnn-scanp-170922-535f-r2sxZusätzlich gefunden ohne Sponsoring(!) in Zeiten des DIY: die klassische Brigitte machts vor. Mit allen weiteren Fachbegriffen wie “Stramin”, “fadengebundene Technik”, “Sticktwist” etc. Kannte ich alle noch nicht – bin nicht so der Sticker… Aber die “Appretur“- kennisch!

Hey! guckt mal:hbk-nnn-scanp-170922-535d-p

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Musik beim Sticken Stempeln Schreiben heute:

Savvas Ysatis: “Connect”, Tresor (EFA), 2001

Miles Davis: “Bitches’ Brew”, Columbia, 1970

und ein vor Jahrzehnten selbstgemachter Lieblings-80er Mix, heute Playlist genannt:

1 Kim Carnes: Draw Of The Cards
2 Robert Palmer: Looking For Clues
3 Eurythmics: Would I Lie To You
4 Mick Jagger: Lonely At The Top
5 Prince: Dance On
6 The Pretenders: Middle Of The Road
7 Joe Jackson: Sunday Papers
8 Inxs: Devil Inside
9 Boom Operator: Nutbush City Limits
10 Joe Cocker: Talking Back To The Night
11 Marianne Faithful: Broken English
12 Kate Bush: Hounds Of Love
13 Grace Jones: Private Life
14 Sade: Your Love Is King
15 Paul Simon: Under African Skies
16 Spargo: Just For You
17 The Look: I Am The Beat

Musik beim Fadenendenversäubern (Nachtrag):

Neneh Cherry: “Homebrew”, Circa, 1992

Alice Coltrane: “Turiya and Ramakrishna” – von youtube vorgeschlagen, als ich nach “Fadenenden versäubern”-Videos suchte…

Gewinn: ein 1A Abstand

Warum die “Nachbetrachtung” eigener Werke hier in der Kategorie “Werkstatt” steht? Nun: es gibt da diese anfangs unscheinbare Facette “Zeit” im eigenen Schaffen.92270031Vor allem, wenn der Output groß ist, die “Verweildauer” am einzelnen Blatt/Werk vernachlässigbar, der Strom sich immer weiter wälzt (die Tage bin ich an #531).

Um die Blattnummer 380 herum +/- oben eine “Nachidee”, mit Automatenversionen der PinXoGraphischen Bilder verwirklicht :

ein pinxographisches MemorySpiel.

Mit amtlichen 33 minus 1 BildPaaren. Die Originale “geschahen” vor einem Jahr. Das Pinxographic-Pareidolische könnt Ihr oben sehen: es gibt zwar Paarungen von Bildern, die sind untereinander aber “nur” ähnlich, nicht identisch. Und manche sind nicht mal das.

Veräppelung? Keineswegs. Das Ganze ist ernsthaft, ganz im Sinne der PinXoGraphie, die ja stets den Assoziationsnerv zu kitzeln hat. Und die Doppelbelegung geschah zufällig vor Ort im Drogeriemarkt, als ich glücklich entdeckte, daß man immer zwei Fotos auf ein 10 x 15 cm Blatt Fotopapier abziehen lassen kann. Und mich dann mit meinem mitgebrachten/gefüllten 16GB USB-Stick in Euphorie hineinklickte.bestellte..

Diese nun schau ich mir heut nacht in einer Schlafpause an und denke: wow – was ein dolles Chaos! Das soll ich gemacht/angerichtet haben? Ts.ts. (kopfschüttel). Aber: ein augenaufreissendes Chaos! Das fasziniert (mich), läßt man sich mal auf den Farb- und Form-Overkill ein! Schnell ist man angesichts der Bilder beim Gedanken an klassische (Gefühls)zustände der gemischten Art™, an das sometimes grausame Nebeneinander von schön und häßlich, faszinierend und abstoßend, das undenkbare Gleichzeitige von wohltuend und schmerzlich und an das letzten Endes weiterbringende Duo von anregend und nervtötend – das Ganze heute jedoch in einem universelleren Sinne als die 2016er-Betrachtungen der PinXoGraphie als Ideenkatalysator zum Berufsleben.

Und mit diesem Abstand durch Zeit, Neuaufnahme durch Wiedersehen, “nachgewachsenen” neuen Augen kann ich Euch ein paar davon hier “nachreichen”:

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Ist doch ein fü+hlbarer Unterschied zu den aktuellen Sachen . Anregende Weiterentwicklung von… woher nach bitte… wohin, oder?!

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Musik beim Nachreichen heute:

Faith No More: “Album Of the Year”, Slash, 1997

Sven Van Hees: “Calypso”, Life Enhancing Audio, 2002

 

 

Das ist eigentlich Landschaftserfindung

JaJa ich weiß: Landschaften werden von der Natur erfunden: die Topografie, die Beschaffung des Grundes, das Klima und die “zugeflogenene” Vegetation. Der Mensch mischt da seit seinem “Erscheinen” aber immer kräftiger/drastischer mit – von klassischer Landschaftsgärtnerei bis zu großindustrieller Ausbeutung siehe das fotografische Werk Edward Burtynskys, aber hier und heute meine ich mit der Überschrift: die visuelle Potenz der Malerei.

Denn da bin ich mit meinem Laborexperiment seit kurzem bei diesem Gedanken angekommen, all diese ungegenständlich gemeinten-und-gemachten Bilder lieferten ganz nach Plan Anreize, sich diese übersetzt in die Welt des Physischen, des sinnlich Bekannten™ vorzustellen. Und daß eine gewisse räumliche Tiefenwirkung bei manchen auszumachen ist, haben mir inzwischen schon mehrere Betrachter bestätigt. «Weltraum» und «Tiefsee» sind da die beiden großen Assoziationssieger:

  ntr-scanp-160306-299e-rec4g ntr-scanp-160306-299g-recvh ntr-scanp-160421-329e-rec2v ntr-scanp-160407-321c-recol ntr-scanp-160407-321f-re5v2

Aber es kommt noch ein Drittes, bislang nicht Thematisiertes dazu: nicht allzu oft, dann aber umso drastischer fühle ich mich beim Anblick jäh mitten in einer wundersamen, unbekannten, faszinierenden Landschaft wieder. 3D auf Erden ,-) Der Blick schweift da über einzelne “Stengel” bis hin zu kleinen Vertiefungen, Buchten und Senken, Nischen, Anhöhenähnlichen oder Ahnungen von Böschungen.

Die oft pflanzenähnlichen Gebilde verstärken die Suggestionskraft in diese Richtung. Mein damit zusammenhängendes  großes “Nachbarthema” Gestrüppmalerei meine ich hier allerdings definitiv nicht – da ist so was wie die Ahnung einer Landschaft/Räumlichkeit eher sekundär – die räumliche Wirkung (oft) ebenfalls. Aber hier -schaut mal:nnn-scanp-170506-476f-r3vr7 Für mich ganz klar auf der Hand: man blickt hier auf/in einen idyllischen kleinen, von Ranken umrankten See in wildberankten, kaltwarmen Farben – eine fantastische, unbekannte Übergangszeit?

Unten eher eine trockene Version der Landschaftskuhle. Mit frisch drübermontiertem Maisblattreiher..nnn-scanp-170725-513e-r2vr9Aber auch die etwas waghalsig-kräftiger gefärbten Bilder rufen (mir) eine “hügelige Assoziation” voll räumlicher Tiefe und landschaftlichen “Gegebenheiten” herauf – bitte sehr: nnn-scanp-170807-519-r2vnre..kennt jemand von Euch die bambuswaldgesäumte Wassertretstelle im Mannheimer Herzogenriedpark? Das wäre meine Version!nnn-scanp-170719-509-rvnrein Seh-Experiment, das obige: eigentlich “zieht” es mich da hinunter, in diese hellblaue Röhre, darüber “wehen” diese beiden lachsfarbenen Fetzen. Dazu fällt mir dieses Superfoto von der/in die “Rotunde” des Heidelberger Tankturms ein. Chapeau, Señor O2t!

Mit den frisch entwickelten “Hintergrund”strukturen erreiche ich mittlerweile eine gefühlt “verbesserteraffiniertere Verquickung von Gemalten und Geklickten. Was dem Phänomen Räumlichkeit beziehungsweise “Landschaft” allerdings keinen Abbruch tut:nnn-scanp-170813-520c-r2v91Das unten hab ich auf einer Handtasche als Außenraumabbildung entdeckt ;-) ysp-scanp-170426-472j-r3vr0Hier kommt die Ahnung an Florales, Gestrüppiges, Nebeneinanderes und Gleichzeitiges am besten: ich denke an Hasensassen, Gebücke und schlicht an das vorgegeben Unaufgeräumte eines Bannwalds:ysp-scanp-170502-474h-rvnr4

nnn-scanp-170505-475j-r180vDiese Landschafts-Genese-Idee ist eher neu, hängt sie doch recht direkt mit meinen veränderten, komplexeren Hintergründen zusammen, die erst seit Sommer 2017, also so ab Blatt #474 möglich sind.

Hier zum Vergleich zwei aus den Anfangstagen der Pastellphase (seit Juni 2015):ntr-scanp-160308-301b-rllve- das unten ist für mich ganz eindeutig Südamerika! (ja, ja, ich war noch nie da):ntr-scanp-160413-328g-rc3vkDie “irdene” Version davon. Ebenfalls Landschaft. Wüste!ntr-scanp-160413-328f-rec3v

Fairerweise muß ich hier noch auf einen Artikel vom Juni 2012 verweisen. Da gings um “frisch erfundne Örtlichkeiten”, allerdings waren damals  Fotografie und die digitale Bildverarbeitung im Werkzeugkoffer. Das Thema jedoch scheint von einiger Zählebigkeit für mich zu sein..

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Musik beim Schreiben heute:

Henri Dutilleux: „Tout un monde lointain …“ – Konzert für Violoncello und Orchester (Alban Gerhardt, Violoncello,  Bremer Philharmoniker unter Andrew Gourlay)

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie F-Dur KV