Kategorie-Archiv: Werkstatt

film still addict

Nachdem ich jetzt ein gutes halbes Dutzend engagierte Fotografen zu ihrer Einstellung “Film”/ Bewegtbild interviewt hab, ist das erstaunliche Ergebnis so far: es gibt da eine feine, aber mächtige Grenze der Berührungsscheu dem bewegten Bild gegenüber.

Das liegt – so nicht nur mein Schluß – an der vierten Dimension. Daran, daß diese irritierende Bewegung, das Rauschen der Bilder durch das Sucherviereck schlicht das Gegenteil eines  stillen, kontemplativen Fotos ist. Und daher ein völlig anderer “Muskel” vonnöten wird, um sich enthusiastisch um Schwenks, Zooms oder, versteckter, advancten Schnittrhythmus kümmern zu wollen/können.moviepoodle_1050280scsh01Als “Vorübung”, sich als klassisch bewegungsphobersmiley-blush Fotograf mit dem Medium Film anzufreunden, wurde das Auswählen von Standbildern aus laufenden Metern genannt. Das kann ich bestätigen, da mir diese Art Tätigkeit nicht nur auch viel Spaß macht, sie fürderhin sehr gut zu gebrauchen ist zum Zwecke, ein möglichst attraktives Bild als “Avatar” des zugehörigen Clips auszusuchen, der dann klickbar verlinkt wird. puuh wassnsatz! 19th century!

Zusätzliche Entdeckung via Kommentar der Nachbarn

“Sieht ja aus wie – insert impressionist painter here – !”

Hey! – die ultra groben Vorschaubilder im Explorer mit den typischen JPG-Störungen (“Blockbildungen“) “halten” eine  eigene Ästhetik, die man (nach solcher Anregung ganz im Sinne der Werke von Thomas Ruff) plötzlich als solche a) erkennen, b) schätzen und c) kuratieren kann – voilá!moviepoodle_1050657_scsh01Da such ich doch selbständig noch zwei mehr aus, an denen mich die Datenreduktionsästhetik so recht erfreut… (18th century writing?)moviepoodle_1050196scsh01 moviepoodle_1060259scsh03

Zur Beibehaltung der Übersicht über noch nicht verwendetes gutes Filmmaterial dienen sie ebenfalls – ich hab nach kaum drei Monaten Filmen schon ne anständige Sammlung beieinander..

moviepoodle_1040587scsh01moviepoodle_1040717scsh01pUnd als schnell hingehuddelte™ Ideen für die nächsten Filmexperimente wie hier zum Thema blue screen – ebenfalls gern!P1050211Was les ich da grad zwei Klicks weiter auf dem vom Wiki-Artikel verlinkten heise.de/newsticker/ – das geht mit App und KI nun schon in Echtzeit und beliebigem Hintergrund?! Se Hämmer!

Weiterer Fund: der von der Reportagefotografie zum Filmset gelangte Raymond Cauchetier * 1920!

PlusPlus: JPeG ist die Abkürzung für Joint Photographic Experts Group. Die trifft sich 3 mal jährlich irgendwo auf der Welt und berät, wie man mathematisch/programmatisch mit Bildern umgehen kann – im Original “has a long tradition in the creation of still image coding standards”. Auf der oben unter “Blockbildungen“verlinkten Seite fand ich zwei Klicks weiter das “JPG-verstehen-Lab“, wo man selber an den Reglern – auch eigens hochgeladener – JPGs herumdrehen = JPGs verstehen lernt. Großartić !!

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klassische Musik beim Schreiben heute  – à propos Impressionismus:

Frederick Delius: “In A Summer Garden”

Ottorino Respighi: “Fontane di Roma”   – zugucken!

und zum WiederKlar&Klassischwerden… Gabriel Fauré: Gavotte aus “Masque et Bergamasque”

 

 

 

 

The Making Of The Hula Hoop Clip – Teil 1 – die Analyse

Aldi machts vor, da, äh, müssen wir uns gar nix vormachen: von den 22 Sekunden, die der “Sommerspaß” Clip dauert, entfallen auf konkrete Werbung (Wasserrutsche, Swimming Pool, Bikini) gerade mal die hinteren elf Sekunden. In den 9 Sekunden davor schafft es die Aneinanderreihung von exakt zehn Schnitten, den Spaß- und Lustfaktor von Null auf Hundert hochzufahren.

Genau diese sensationelle Zündung  überschäumender Lebensfreude in nur neun Sekunden Filmangucken hat mich angesteckt, es mit dem Making-Of Bau des Hula Hoop Ri(n)gs  ebenfalls zu versuchen:

ein möglichst spaßschäumender Clip muß her.

Ihr werdet Euch fragen: “Hä? Making-Of Hula Hoop Rig?” Na -  zum weiteren Filmen brauch ich (habe ein Gefühl des Bedarfs) eine größere als Kuchen-Drehscheibe, in Bodenhöhe betreibbar, im ebenfalls low-budget-Bereich und hab da ne Idee: meine bescheidenen “Bauteile” dafür: zwei Kinder-Hula Hoop Ringe und 5 Säckl Murmeln. Also das: Zutaten:

moviepoodle_1050309_scsh_01Noch nicht zufrieden bin ich bei diesem ÜbClip mit der Sync Bild/Ton. Da muß ich noch etwas framegenau nachlesen.. Oder gar: ÜBEN??

Aber zuerst ein Blick aufs Vorbild und dessen Bauteile : Setting, Schnitt, Aktion, Musik/Sound (ich denke da an so was wie ne Videoantwort).

Setting: Luxurösester Sommer @ home: kiefernbeschatteter Rasen, viiiel Platz ums (Eigen)heim im gezähmten Kieferwäldchen, “biologische Grenze” zum Nachbarn (Hecke), Null Waschbetonplatten, null herumvagabundierender Gartenkrams oder -müll, ideales Setting für purer Wir-haben-Spaß-egal-was-die-anderen-denken: der runde Vati in Badehose und Stuntmanhelm und die drei Kinder am Ende der zur Kegelbahn umfunktionerten Wasserrutsche. Mutti? ist entfernt auch anbei – reglos wie eine Fünfziger Jahre Ikone mit “Journal” auf die linksbildrandige Liege drapiert.

Schnitt follows Aktion:

  1. Die ersten zwei Sekunden: Totale aus erhabener Blickrichtung. noch unsichtbarer Kegelbahn.
  2. dritte Sekunde Halbtotale: Papi frontal im Antritt. Man hat Zeit genug, sein Outfit in Augenschein zu nehmen: sein Gut-Beieinandersein, seine bespaßerhafte, gute Laune performende Gestikulierung beim Anlauf, seinen kinderbunt-ironischen Helm, die dazu farblich passende Boxershort, vielleicht noch die beiden weißen Indianer Kriegsbemalungsstreifen auf den Wangen in (wahrscheinlich) Sonnencreme. Passend zu den beiden Rallyestreifen des Helmes.
  3. Der Nachbar hinter der Hecke mit Heckenscherenspitze. Blick: erstaunt: was geht hier ab? Mit leicht hochgezogener Augenbraue. Kategorie: Spießer, der nur Ordnung schafft/Nerd, der sich immer nur akribisch um unwichtige/lebensferne Details kümmert (und draußen bleiben muß?)
  4. Anlaufbahn von seitlich, Papa von links nach rechts. Flachdachbungalow-Häuserfront. Requisiten: drei Gruppen Gartenstühle, Außenkamin, riesige Fensterfronten = Luxus pur.
  5. Detail: die wuselnden Beine von Papa – der hat Speed!
  6. von tiefliegender Froschperspektive halbschräg nach oben: der Sprung: hochaufgereckte Arme, aufgerissene Augen, Einer ruft sowas wie “Hopp!”. Dahinter: Kiefernsommerhimmel und der mächtige Schornstein des Hauses. Zeitlupe.
  7. Gegenschnitt: zwei Kinder mit aufgerissenen Augen und Mündern. vorne: Junge, dahinter Mädchen. Klar klassische Rollenverteilung.
  8. Dann endlich Auflösung: es geht um/auf die Wasserrutsche, rechts und links die nun drei Kinder mit  anfeuernd gerüttelten Armen. Und die Überraschungskegel am Ende aufgestellt, dreiviertel-kinderhoch.
  9. Wieder Papa frontal auf Augenhöhe = Froschperspektive, bäuchlings mit nach vorne gereckten Fäusten und zusammengebissenen Zähnen rutscht auf sein Ziel, die Kegel und die Kamera zu. Wichtige Action-fördernde Zutat: die fächerartigen Wasserspritzer von links und rechts. Links im Hintergrund eine stoisch völlig reglose Frauenfigur, total entspannt trotz dieser wahnsinnigen Aktion.
  10. Dann Blick von draußen über die 1/3-bildhohe Hecke. Man sieht: den hinteren Teil des Grundstücks mit der gegenüberliegende Hecke, Kiefernstämme, auch jenseits, Gartenaccessoires: Sonnenschime, Schlauch, Nachbargebäude, ebenfalls niedergeschossig in “angenehmer” Entfernung. Man hört: Wasserspritzen/rutschen, dann dieses typische Kegelkollisionsgeräusch, Kinderhurra. Erst dann erscheinen in harmonischsten Chaos die hochgeschleuderten Kegel kurz und fallen wieder ins Unsichtbare hinter die Hecke. Dann erst die Stimme aus dem Off: “Einfach Sommerspaß voraus” und leitet damit den “Katalog” mit ein, der die nächsten schmalen 13 Sekunden einnimmt.

Mithilfe meiner Cutter Software hab ich daraus diese Anschaulichkeit “tabelliert”:sommerspass-timetableMusik/Sound: a) Nonverbale Rufe – der Kampfschrei des anstürmenden Papas und die Jubel- und Spannungsschreie der Kinder gehen eine brisant-explosive Mischung mit b) draufgelegten rhytmischen Scatgesang in Männerstimme, Pausen(!) und handgemachten Rhytmus ein – kein einziges klassisches Musikinstrument kommt zum Einsatz. Thats schon all. Pravo! Einfachheit rules!

Nun gehts drum, Inspirationen für “Pendants” zu bekommen. Dazu “dürfen” noch Vorder- und Hintergründe, Sound, Beleuchtungs- und Kamera-Ideen.. Also los, Schlafhirn! (Footage dreh ich ja sowieso..)

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Musik beim Schreiben zum Antesten-der-Hula-Hoop-Idee-mit-BilderMood:

ABBA: “Ring Ring”

Playlist einmal anders: ich google “Hula”: Beautiful Hula/Polynesian Dancers

OK, ich google: “Marbles in Motion”: 9 Awesome Science Tricks Using Static Electricity!

Dann “Marbles in motion kids”: Educational Activities for Kids: Marble Run Challenge

Marbles in Stop Motion – auch ne Idee! Hey- wußt ichs: “Die Murmel im Auspack-Video!” Und als digitaler Bildschirmschoner..

Noch mehr (advanced) Stop Motion – “How To Make Marbles” – Kommentar zum Folgevideo “Magic Clay“:”The sound effects take the already brilliant animation to the next level“.. Aha-Effekt! Und noch eins: Die Murmel als Geräuschelieferant …und alles brauchbare Ideen!!

OK, nun ich als DJ zu Murmelfilmen: Motto: hervorragende klassische Musik macht (ausgerechnet) Selbstgebasteltes richtig grandios.

Marble Mountain, dazu hören wir die Overtüre zur Fledermaus.

Reverse Engineering mit 5832 magnetischen Kugeln – dazu gibts die 1ere Partita von Herrn Bach. blogstar-yblogstar-yblogstar-y

Postskript:

  1.  die Maus macht Muster in die Murmeln.
  2. Musik machen auch Taler, die in der Schüssel rollen

 

Dieses Ende ist… der Anfang

Was sich im neusten Menue dieser Webseite als Galerie-Suchwort-String so pathetisch anhören mag, ist das etwas verschmitzt gedachte ™ Motto am Ende meines ersten – Yippieh! -kleinen TestClips, denn. ich. habe. nun. eine… Schnittsoftware!

Ein wunderbar neues, irgendwie lange unterbewußt herbeigesehntes Werkzeug, das nach schon zwei Nachmittagen voller Herumgeklicke die Gewißheit brachte: ein neues bewegtbildpowergetriebenes™ Leben hat begonnen:

moviepoodle-firstever-stripOben 6 FilmStills. Den Film kann ich aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht zeigen (=veröffentlichen) – die TestMusik ist nämlich (noch) nicht von mir! Aber Ihr seht schon: Titel einblenden und Doppelbelichtungen gehen schon! Und ein frisch selbsterfundenes “brasilianisches” Rhythmusinstrument “macht” den fotografischen Hintergrund ;-)

Plötzlich rücken die weit(reichend)en Möglichkeiten der Filmerei – vergleicht allein mal  a) Fotos mit/gegen diesen b) wunderbaren Film über den “Roden Crater” des Lichtkünstlers James Turrell miteinander!- in greifbare Nähe: Schnitt, Ton, die plötzlich Dramaturgie ermöglichen, Geschwindigkeit, Rhythmus, sprich:

Fotografie, Sound + die vierte Dimension!

Damit kann ich nun nicht nur Raum und Zeit miteinander verknüpfen, sondern mich fantasiemäßig austoben und gar irgendwann vielleicht Geschichten erzählen. Das dauert noch etwas, denn a) ich bin am ersten Einarbeiten mithilfe von (auch noch) englischsprachigen Tutorials. Und das b) bei einem so umfangreichen =mächtigen Tool.

Denn sobald man mal bescheiden angefangen hat, einzelne Sequenzen aus dem Vorhandenen Aufgenommen zu schneiden und aneinender zu reihen, ploppen ruckzuck Fragen über Fragen auf: von “Wie trenne ich die Ton- von der Bildspur?” über”Wie exakt auf die Musik kann ich die Schnitte platzieren?” zu “Wie ändere ich Farbe, Laufrichtung und Abstand von Fließtext?” und “Wie krieg ich diese bestimmte Sequenz dazu, halb&halb mit der drunterliegenden zu überblenden?” und so weiter und so weiter.

Also ran an den try&error & learning-by-doing-Sommer. Durch Requisitenerfindung @ home bin ich ja reichlich mit Motiven versorgt. Dollerweise “machen” die Dinge, die ich eigentlich entsorgen wollte, die mitunter spannendsten Ergebnissen. Unten ein erstes Beispiel. Wie Ihr sehen könnt, hab ich unten rechts im Bild diesen Moviepoodlebutton schon einblenden gelernt. Und die selbstgemachte Tonspur anpappen.

Das bedeutet: stellt diese Dinger auf Endlos (meinetwegen auch auf lautlos), so werden sie zum Bildschirmschoner und zur Entspannungsvideogeste!

moviepoodle_1050440scsh_01Das Rauschen, das sich da wie undeutlicher Verkehrslärm, Baulärm, Fluglärm ausmacht, soll eigentlich handgebürstetes Meer sein. Mit zwei Schuhbürsten auf großem Karten gemacht…Tja, so weit kommt man mit sorglos-dreist hingeworfenen Hörspielbastelanleitungen für Kinder im Netz (die Quelle erspar’ ich Euch). Dafür lest lieber von Señor Llosas’ “Tante Julia und der Kunstschreiber” die Stelle, an der der Protagonist Mario Zeuge seines ersten Hörspielrecordings mit einem Unikum von Geräuschemacher wird. Grandios erzählt! Seite 144!

Hier mein zweites “Entspannungsschleifchen” – shot and edited ne knappe Woche später am 20. Juni – die Musik hab ich vor gefühlt zwanzig Jahren mal programmiert. Damals noch per Atari + Notator.. Schön, daß sowas nicht schlecht wird ;-)

moviepoodle_P1050526_scsh_01The next step in Richtung “bis ich melden kann: Gravity is just a habit ;-)

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Musik zum Abspann (Bild oben): Mantovani: “A Media Luz” . Coolster japanischer youtube-Kommentar dazu: «It is played during the younger Mantovani. The cascading strings are filled with youth.»

beim Schreiben heute:

Anderson .Paak ’Til It’s Over’

OK GO: “I Won’t Let You Down”

 

Science Fiction Interiors – selbstgebastelt @ home

Dieses ganze sinnlos abendlang “Kartoffelschälen” gestern hat sich gelohnt: alle requisitären Störfaktoren wie Dutzende gerissene Kanten oder zirka 130 farbige Komponentenringe sind zu 100 % entfernt von meinem neusten Requisitenmodell Marke UpCyclingh und ich konnte heute vormittag die “Schlange” vor der Filmkamera drapieren.

Nun mache ich Screenshots von meinen TestClipAufnahmen – der Sodlepoodle “fotografiert” seine eigenen Rohfilmszenen. Das ist im heutigen Fall dem Mysterium gar förderlich, denn die Bewegtbilder selbst sind – ohne Schnitt und Tonediting – nicht zufriedenstellend: das Ding ist actionmäßig einfach zu passiv ;-) :moviepoodle_1050088_scsh_02 moviepoodle_1050074_scsh_01 moviepoodle_1050084_scsh_06 moviepoodle_1050085_scsh_01 moviepoodle_1050087_scsh_04

Nun – was seht Ihr da? OK, und mit Fantasie added? Mit Fantasie added ertaste ich die UberCoole Entdeckung/Eingebung, daß man mit diesen und e.i.n.i.g.e.n. weiteren Stills der frühmorgendlich-taufrischen Takes Interieurs à la Matrix/Alien/Brazil/Sci-Fi entwerfen/erzeugen kann – einfach durch “Aufklappen”:

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Das hab ich auch gleich mit dem neuen Soodlepoodle Startbild gemacht. Einmal positiv, einmal negativ – hier das BlogHeaderKit – richtig – das kleine Querrechteck mittens seht Ihr oben hier an der Seite:start-p1050050-headerkit.jpgCool #2 das natürlich vorhandene “embryonalfarbene” Komplementärfarbenpaar 706552 vs. B3D5DD,  das beim “Wenden” ein ähnliches Look & Feel macht, nur, daß das Bild oben wie etwas Natürliches, Organisches wirkt. Muschel, Knochenkalkarchitektur…

Und, beim anschließenden genüßlich-kritischen Angucken vom Sessel aus entdecke ich die “Halle”, für deren (Tiefen)Bildwirkung  mit Hilfe schlichten “Fußbodenverlegens” eine weitere reale Dimension der Illusion ;-) rauszuholen/zu erreichen wäre.

Dazu besieht man sich diese halb gotische, halb thorakale “Halle”, die da durchs unschuldige Montieren der Fotos-zu-Bildhälften entstanden ist. Und mit vereinter Imaginations- und Malpraxiserfahrungen zieht man eine geschlossene Zackenlinie, in die der – ta-dah! -Hallenboden “gegossen werden” kann:hallenkit_p1050050-dUm anschließend daraus einen realistisch-räumlichen Eindruck zu erzeugen, bastel ich eine Versuchsanordnung für Querlichter auf den Boden, ausgeborgt von einer meiner PinXoGrahien Abteilung Riegelahorn: Der Bodenumriss als Maske, die über fragliche Stellen postioniert und so getestet werden kann.

vrlfscreen-170509-478-recolNach einigem Photoshop-Gefummel, “Bewegungsunschärfe horizontal”-Filter anwenden, Abwedeln und Aufhellen und dem Drüberlegen von aus weißen, ebenfalls zu seitlichen Lichteinstrahlungen zerschlierten Punkten entstanden diese drei subtil verschiedenen Versionen:hallenkit_p1050050-bhallenkit_p1050050-challenkit_p1050050-c“Unterschiedliche Raumeindrücke durch Verlegung des Horizontes” so würde ich die Bilder betaggen, wenn da nicht mein Galerie-Prinzip was “dagegen” hätte. Und als Komplettist (der ich ohne Auftraggeber nunmal nicht bin – lieber schnell zur nächsten Idee) würde ich mich noch nach perspektivisch “verlegbarer” Bodenstruktur umschauen, um das virtuelle Bild abzurunden. Vielleicht so was Erstaunliches wie die nass-schwarze Steinquadergegend gegen Ende des in Spanien entwickelten RIME-Games??!!

Das frisch erstandene Interiör erinnert mich an Theater- und Filmkulissenentwürfe `a la Ken Adams (1921-2016), über die/den ich mal gelesen/gesehen hab. Online. Genau diese Zeichnungen + meine Erinnerung daran haben das heutig’ Tagwerk wohl getriggert.. Und die Sci-Fi-”Abteilung” des grandiosen Joon Ahn hat natürlich auch ihren Part dran.

Weitere Namen zur further Recherche nennt das tasteofcinema.com

hallenkit_p1050050-eUnd, wenn ich mir die großen Vorbilder so anseh.. Hey! So ne Halle könnt ich mir auch fantastischens als Showroom für ne (Handtaschen)ModeSchau vorstellen! Zu übertrieben? Größenwahnsinnig? Nun, eigens aufgebaute Hochseedampfer und griechische indoor Tempelruinen gibts ja auch schon…

 

und 1. Nachtrag am Tag danach à propos Größe: «Its not the scale of the ship it’s just the motion of the ocean» – Top 10 Movie Sets Ever Built

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Musik beim Schreiben heute:

DJ Francesco Diaz: “Luxury House For An Exciting Vacation On San Andres Island”, Rough Trade, 2001

Visit Venus: “Endless Bummer”, YO MaMa, 1998

Little Dragon: “Machine Dreams”, Peacefrog, 2009

Galliano: “In Pursuit Of The 13th Note”, TALKIN LOUD, 1991

Über meinen Wipfeln ist… Disco!

62850028Man erinnert sich vielleicht an das Foto meiner als “komplett”  getaggten Weihnachtsdeko vom Dezember 2017, wie sie, lichtens eingelagert im und um Glaskolben und schleifchenbeknüpften Plätzchenausstecher zum Blogfutter wurde…

Mit frisch akquirierter kleiner Filmkamera und der Möglichkeit, Bewegung ins Spiel zu bringen, öffnet sich aber nun eine großartige NeueTür:

denn nun, in DrehBewegung und aus nächster Nähe mit frischmorgendlichen Lichtstreuer im Hintergrund von rechts nach links platzt plötzlich action ins eigene Werk und dieses eigentlich obskure kegelförmige Paillettenbilligding bekommt eine neue Dimension an Schauwertpotential:moviepoodle_1040917

Durch veränderte Schärfe- und Zoomeinstellungen der Kamera gelingt  – bei fast identischem Aufbau und Beleuchtung ! – gar etwas Dunkel-blitzend-Gleißendes, das sein Wesen vollständig im Dunkeln hält:

moviepoodle_1040984Erste tastende Schritte in Richtung großer Beleuchter-Vorbilder, wie zum Beispiel eine Sequenz im Wald, in der eine Drohne über und zwischen den Bäumen die Lichtquelle “macht”: Brandon Bray and Tim Sessler’s latest projectThe Light‘ – schaut Euch gleich mal das “Behind the scenes” an. Oder in einem meiner neuen Lieblings-Film-Genres*, dem VideoGamePlay oder “Walkthrough” den frisch entdeckten Androiden Connor in Detroit- Become Human, der an einem fantastisch beleuchteten Tatort Spuren sichert.

So wird mein HeimVorrat an schrullig-angespülten Flohmarkt- und anderen Quellen zum grandiosen Baukasten, Fundort und Experimentierlabor für den frisch geschlüpften Moviepoodle. Und bevor ich mein Schnittprogramm ins Laufen-nach-Wunsch bringe – 1000Dank für den Tipp, Kiki! – hier noch ein paar erklärende/ergänzende “Filmstills” aus (noch) nicht verwendeten Takes:

moviepoodle_1040987_scsh_01 moviepoodle_1040980_scsh_01  moviepoodle_1040959_scsh_01 moviepoodle_1040972_scsh_01  moviepoodle_1040951_scsh_02 moviepoodle_1040951_scsh_01

Bin mal gespannt, wann diese Schwarzweißen hier unten  in meiner icspecific-grey Galerie auftauchen – 3, 2, 1, OK, Google – die Zeit läuft…

…14 Stunden später: Hey! Da sind schon zwei. Wow. Wenn das mal kein Zufall ist ;-)

     moviepoodle_1040985_scsh_04  moviepoodle_1040985_scsh_05

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Beim Anblick dieser vier obskuren fällt mir diese frühe PinXoGraphie ein – ein seltenes farbloses Exemplar:ntr-scanp-160331-319b-manUnd à propos “Wipfel” – demnächst “darf” ich und Kamera auch mal raus, footage im herrlich Grünen aufnehmen – das hoffentlich genau so atmosphärisch gelingt und meine künftigen Clips “erweitert” wie diese winzige “Farnszene” bei 0:52 im Clip über Jeremy Mann, painter naßglänzender Großsstadtszenen ;-)

* Warum ich Walkthroughs als Film-Genre sehe, lest Ihr hier und seht/hört es hier über die Spielegeschichte und -Relevanz.

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extrem elegante SommerMusik beim Schreiben heute:

Takuya Kuroda: “Rising Son”, Blue Note, 2014
various artists: “Brownswood Bubblers Twelve pt 1″

Paul Desmond: “Take Ten”, RCA Victor, 1963

Das Arbeiten am Hintergrund(wissen)

..und natürlich gleichzeitig im Hintergrund, dem quasi unsichtbaren. Das ist grad meine busy Beschäftigung beim Kennenlernen meiner Filmkamera.

Das heißt, ich mache kleine Testclips* von allem, das zur cinematographischen Inspiration taugt. Ganz im Sinne von “We don’t care what the shot looks like YET” – es kommt nur drauf an, die Möglichkeiten des Bewegtbildmachens @ home kennenzulernen.

Also zerre ich alles Mögliche aus dem Dunkel ins pralle Licht und vors Makro-Objektiv, sehr überrascht, was zum Beispiel simple SchlauchPlastikfolien im Sonnenlicht can do:

moviepoodle_1040147Also, das, das ist doch…Gold, auf gentle gebrochenen Oberflächen aufgebracht! Falls Euch das nicht so geht – werft mal nen Blick ins Kino. Zum Beispiel..

Das hier mag aufs erste Anschauen etwas unspektakulär bescheiden wirken, taugt mir aber 1A zum Ausloten der optischen Magie, die man mit Licht und (halb)durchsichtigen Gegenständen erreichen kann:moviepoodle_1030923

.. und die sich auch noch bewegen! Darauf bin ich am meisten gespannt: zeitgebundenes Medium Film. Das menschliche Auge, das diese aufeinanderfolgenden Eindrücke zu etwas “zusammendenkt”, das mit bewegungslosen Fotos oder beim Stehen vor Gemälden nicht denkbar/möglich ist. Und natürlich bin ich neugierig auf die Ergebnisse, zu denen man nen falsch eingestellten Autofokus “verführen” kann ;-) :

moviepoodle_1040182Oder die VerTopographisierung der verlassenen Vakuumverpackung-an-sich:moviepoodle_1040217Zusammen mit Mode-im-Film-Schauen = Erwachsenenbildung @ home. Frisch dazu entdeckt zum “Gegenlesen” aus der großen weiten Welt:

Plus: Gedankenexperiment mit FilmKlassikern:  «Wenn Sie den weißen Hai rückwärts laufen lassen, dann spuckt der die ganze Zeit Leute aus, die am Ende dann eine Strandbar eröffnen.»
(Moderatorin Ruth Fühner im HR2 Pfingstprogramm)

* von wegen “TestClips”: noch ohne jegliches Schnittprogramm, mit dem ich umgehen kann, sind das eher Kamera-an…one, two, three, four..Kamera-aus-Clips..

Nachtrag am Tag danach: “The White City”- die VideoAntwort ;-) auf Max Ernsts “La Ville entière” (1934). Hören Sie dazu: Thomas Dolby.moviepoodle_1040168__________________________________________________________________________

(Fashion Clip) Musik beim Schreiben heute:

MRI: “All That Glitters”, forcetracks, 2002

Original Motion Picture Score: “American Beauty”, Dreamworks, 1999

Fever Ray: “FeverRay”, V2 Records, 2009

Etienne de Crecy: “Tempovision”, Disques Solides, 2000

Gesichtserkennung aus Bodenhaltung

Dieses Exemplar, das ich glücklich als Anschauungsmaterial par excellence in einem Baucontainer der Nachbarschaft fand, ist ein eher karg ausgestattetes  Stück. Nichtsdestotrotz bin ich glücklich, Euch den Anstoß meiner pareidolischen Arbeit = PinXoGraphie vor fast drei Jahren hier präsentieren zu können:terrazzo-pinxographyGenau diese Art von Vintage Fußboden @ home, genannt Ortsterrazzo war es, die mich “anregen half”, es im kreativen Bereich mit genau diesen “unabsichtlichen Anspielungen” als Generalthema zu versuchen. Denn der mit etwas Muße gedankenverlorene Blick darauf gebiert in diesen Splittern Erkennungsmomente, “findet” aus dem Leben “bekannte” Figuren: hauptsächlich Gesichter, Köpfe, Blumen. Eben..

Pareidolie mit/aus/von Terrazzoböden. Klassischerweise kann man auch noch rustikal verkleidete Holzwände dazu “nehmen” und in den mitverarbeiteten Ästen und Maserungen ringsum Gestalten, Gesichter, Pferde etc. “erkennen”. Oder, modern mit Technik und dem Blick nach oben: erkennen lassen, hier Gesichter in vorbeiziehenden Wolken..

In diesen neusten PinXoGraphien könnt Ihr Euch also mal austoben. Erkennungsdienstlich. Aber Obacht: allzu einfach mach ich es Euch heute nicht, denn das Thema Masken hatten wir ja schon..hbe-scanp-180513-634c-rec2vhbe-scanp-180403-626c-r2v94hbe-scanp-180416-630b-rvr7hbe-scanp-180425-632b-r2vr2 hbe-scanp-180510-633c-recvn hbe-scanp-180513-634e-rec2v
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Musik beim Schreiben heute:

Kruder & Dorfmeister: ”DJ-Kicks” , !K7, 1996

Michael Atherton: “Sea and Mountain: Music in the Korean Style”, Celestial Harmonies, 2006

The Tip Of The Props Iceberg – heute: das Undercover Basketballspiel

Wer sich an meinen bislang einmaligen Flohmarkt-Blogartikel erinnert, dem erzähl’ ich nix Neues, daß ich auf einer bildlichen Eisbergspitze hocke. Ein Eisberg aus (meistens) Flohmarktfunden. Dieser Berg, der wundersamerweise in nicht mal übermäßig vielen Umzugskartons Platz findet, wird nun fällig, denn ich brauch a) Ideen und Requisiten für meinen Clip, b) Übung in Kameraführung und -bedienung und c) endlich mal Übersicht übers “filmreife” Material.

Also gibts in den nächsten Posts immer mal wieder ein (wieder) frisch ausgepacktes Highlight der schrulligen Art. Der spaßigen Art. Der Es-war-einmal-Art. Der Zum-Glück-nicht-weggeschmissen-Art. Der Wie-lange-hast-Du-denn-dafür-gesammelt-Art. Los gehts mit meinem Prunkstück, das ich immer zur Hand in einer Vitrine hab: 30 x 16 x 13 cm:

1030826_vs_1030832Wenn ich mir die im Vergleich zu zeitgenössischem Spielzeug fragile (Dach)Bauweise so betrachte, kann man ganz klar sagen: das kann nicht als echtes Spielzeug gemeint sein, mit dem man ausgelassene MiniTurniere austragen kann. Hier kann nur gedrosselt gespielt werden. Und Dauerbetrieb? Total unvorstellbares No-Go. Liegt vielleicht (auch) daran, daß früher einiges anders war und die Zeiten, wir und die Kinder wilder geworden sind?

Ich jedenfalls schätze, daß dieses Museumsstück aus den USA stammt. Wo Basketball jeher populärer war und nach wie vor ist als in Good Ol’ Germany. Ballspiele mit Hebel, Taste & Griff (statt/oder mit Hand&Fuß) heißen hierzulande Tischfußball.

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Nerdiges Sammler-Protzen mit diesem coolen Ding funktioniert ja super – ich hab das seither noch nie irgendwo anders gesehen. Ein Ding aus einer anderen Zeit . Wie diese klassische, US-amerikanische ;-) Verfolgungsjagd im Ford Mustang über abknickende kalifornische Strassen. Eine andere Zeit, jawoll: vergleicht doch mal die Wucht, (Schnitt)Geschwindigkeit und Därdewiligkeit dieser  Szene mit dieser, 40 Jahre danach… Die Frage ist nun nur noch: welche Art Inspiration “wirft” dieser Gegenstand für seine cinematografische Tauglichkeit? (Gegenstand: Basketball per Knopfdruck @ home und gleichzeitig youtube car chases gucken, das Schlafhirn wird sich schon drum kümmern)

Ich werde es wohl so machen wie die Jungs von OK GO (siehe unten) in der Video-Planungsphase: “Normally what people do making a film is plan very very carefully and.. shoot. We go: get us in the airplane so we can start playing. And once we’ve played for a week than we can tell you what the real idea is.”

Hey Wortschatz: Leap Of Faith = Vertrauensvorschuß. Morons=Trottel, Idioten.

Und am Schluß: Googelt mal die erste Halbzeit der Überschrift – wow! der Eisberg als Requisit!

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Musik beim Schreiben heute:

OK GO: “Upside Down And Inside Out”- Youtube, heute 13.026.457 Aufrufe, davon mindestens 20 von mir ;-)

Just Jack: “Overtones”, Orchard, 2007

 

 

So Up wie Kristian, so knallig wie Txema, so geheimnisvoll wie Elizaveta

..sollen “meine” künftigen Handtaschenmodefotos sein. Doch doch: darüber mach ich mir viele Gedanken. Noch bevor es die Täschchen überhaupt gibt. Denn was auf Fotos mondän, exzellent, schmuck, chic und modern aussieht, m.u.s.s. doch in echt eines Tages genauso sein: wie erträumt ;-) hbk-hbe-scanp-180324-620g-rUnd Träumen fiel noch nie so leicht wie heute: wann bitte hat man in der Menschheitsgeschichte von zuhause aus eine solche Chance zur Inspiration gehabt wie dieser Tage:

Googelt  allein schon Sölve Sundsbö oder Nick Knight, da bekommt Ihr  das Experimentellste zu Gesicht, was sich bislang in meiner Liste findet. Und die ist surely schon ordentlich angewachsen, ob das nun Fotografen, Models, Posen, Settings oder allgemein: Ideen sind, die man ins Bild setzen kann. Und alles darf mit, von digitalen Retro Collagen, Kirlian Fotografien, Anime-Styling bis zu Nixieröhren-Steampunkretrokonstruktionen und Luftblasenanimationen aus VideoGames.

Beim vielen (Mode)Schauen finden sich natürlich auch (Werke von) aktive(n) FotografInnen, die mich begeistern. Denn schließlich sollen meine künftigen Handtaschen artgerecht ins Bild ;-) Und da müssen schon Visionäre ran, wenn ich mir zum Beispiel solch neusten Entwürfe (die nämlich von gestern abend) angucke:

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Da brauchts Arsenal&Imagination, in welch fantastischer/urbaner/märchenhafter Umgebung diese Taschen passend vor der Kamera platziert werden möchten.

Hier also meine Wahl so far:

Wenn auch mit eigentlich übertriebenem ordentlich Prop-Aufwand begeistern mich diese wundersamen Bilder von Kristian Schuller. Dessen Leidenschaft für den Zirkus und die Weite des Himmels bringt Gegenstände und Szenerien ins Bild, die man sonst nicht so opulent auf Modefotos sehen kann. Und die Fotos wirken uplifting, voller unbekümmert-eleganter Energie wie die (gerne) ans Frivole grenzenden von Ellen von Unwerth (als weiblicher Gegenpart). Und sind (mir) nicht so exaltiert=übertrieben austaffiert wie Tim Walker- (cooles Video-Porträt hier) oder David LaChapelle-Werke, die in dieser Opulenz ja auch schon der Vergangenheit angehören. Dann, mein hombre Numero eins: Txema Yeste. Es muß an der gleissende Helle seines Herkunftslandes Spanien liegen, daß diese Bilder eine dunkel knisternde mystriöse Erotik ausstrahlen – all dieses Rot und Yves-Klein?Blau in den Bildern! Lest das Interview! Und hier meine fotografische femme Numero eins: Elizaveta Porodina. Da gibts nen interessanten Artist Statement Film ‘zu. Der ist leider nicht auf ihrer Homepage. Ebensowenig wie das Interview mit Txema auf seiner….das alte Leid mit den Kreativen..

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Also: (Mode)fotografen der Gegend! Ist da jemand? Der /die /das auch will?

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Musik beim Schreiben heute:

Moby: “Hotel”, Bonus CD (!), Virgin, 2005

The Quiet Boys: “Can’t Hold the Vibe“,  Acid Jazz, 1992

St. Germain: “Boulevard”, F Communication, 1995

Achtung! Achtung! Sie verlassen den virtuellen Sektor!

Man sollte sich angewöhnen, sich selbst mal etwas zuzurufen. So ab und an. Wie in der heutigen Überschrift angelegt. Und: sich damit explizit selbst zu meinen. Das hat nix mit psycho zu tun, das ist ne Übung in Selbsterweckung: sich lauttönend etwas bewußt machen (bevor es etwa andere, hier Mr. DJ Chris Whap-a-dang, tun) ;-)

Whap-a-dang plus GrammophontrichterSchon wieder dreieinhalb Wochen ist es her, daß ich die landbrechende Gelegenheit hatte, mein Handtaschenprojekt an den Rand des virtuellen Sektors heranzufahren, in dem es bislang ausschließlich blühte. Es existierte ja lediglich die Idee, jede Menge Bildschirm-Material, Bloggergedanken, einen Ordner voller schnell “gestanzter” Entwürfe – rein virtueller Output also.

Bis die Idee “Ich als Bildhauer” daher und damit die Handtaschenaussägerei ins Spiel kam vergangenen Januar.

UnErstaunliche Feststellung: das Ende der virtuellen Welt grenzt, wie mir dabei bewußt wurde, nicht ans Nichts, wie das zufälligerweise Robert Overweg vor knapp neun Jahren entdeckt zu haben glaubte, sondern das Ende der virtuellen Welt grenzt an die echte Welt. Und diese Grenze neigt naturgemäß zur Durchlässigkeit.  Neulich erst (wieder) kam mir das Zitat von William Arthur Ward, (one of America’s most quoted writers of inspirational maxims) in die Quere: “If you can imagine it, you can create it.” Das betont chique Virtuelle ist also bloß alter Wein in neuen Schläuchen:  Ideen, Visionen und Träume also, die seit Menschen G-denke’ ins echte Leben drängen.

Und nun schaut Euch mal dieses Bild an und.. und?  Welche Art der Handtaschen“realität” seht Ihr? Oder: glaubt, zu sehen?

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Bis vor ein paar Jahren gab es noch diese rhetorisch klar / scharf gezogene Trennlinie im Kopf. Zwischen echt und virtuell. Zwischen persönlicher, sinnlich erfahrbarer Körperlichkeit und diesem von irgendwie fragwürdig/undurchsichtigen Rechenmaschinen entsprungenen, rein gedanklichen, errechneten Ideenraum. Interessant dazu die (heutige) Defintion auf Wikipedia:

«die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen.»

hbclip-180313_7768_04Wenn ich das lese, tauchen plötzlich tausend zeitgenössische Erscheinungen vor meinem inneren Auge auf: nicht nur die Klischees Videogames, Simulations- und bildgenerierende Programme. Sondern ebenfalls: Kinofilme! Fotorealismus in der bildenden Kunst! Und gar gleich selbst: die Fotografie, die Räumlichkeit “vorgibt”. Der kleine Schritt zu virtuell im modernen Sinne bedeutet (ja nur), daß Rechner das Ganze interaktiv machen: der Benutzer kann den Blickwinkel und die Bewegung mit Kopf- oder Mausbewegungen bestimmen, die Maschine ändert daraufhin die Ansichtssache. Ein organischer Entwicklungsprozeß meiner Meinung nach.

Das alles meint(e) ursprünglich: bildliche Eigenschaften. Eigenschaften also, die das Auge betreffen. Per Rechner und Digitalisierung kamen noch audiofiles dazu. Man kann also plötzlich hören, was im ausgerechneten Raum “passiert”, in dem man sich per VRBrille bewegt. That’s all. Düfte und Hautempfndungen dauern noch – das schaffen bislang nur die… Träume als klassischster Fall von umfassender Virtualität ;-)

Heute rückt die umfassende Machinenhilfe beim Imaginieren in den Fokus und den Alltag. In Robert Overwegs Worten auf seinem digital is taking over: «How everything will be digitised, from pop stars, drawings, your thoughts, people, to your environment. How we will experience all this in VR simulations or recordings. And how we will mix virtual and physical memories.»

Tja, daß diese Verwischung gar die Erinnerung (be)trifft – das hätte man erst mal am wenigsten erwartet. Obwohl das ja am nächsten liegt, besieht man sich das mal genauer.

Dann bin ich also mal flitz gespannt, was denn meine erste persönliche Erinnerung an die 3D Handtaschenwerdung sein wird. Diese Bilder gar?

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Epilog:

In zehn Jahren, so schätze ich heut mal, wird sich das Ding von selbst erledigt haben. Die digitalen Einwanderer werden langsam im Ruhestand versacken, ihre Stimme und Taufhoheit der die Öffentlichkeit prägenden Wortschöpfungen langsam verstauben. Sogar bei so nem In-Ding wie die Virtuelle Realität.

Hat ja jetzt bereits die ersten Löcher/Glitches: nochmal Wiki P zum Begriff des “virtuellen Teams“: «Der Begriff virtuell ist schlecht gewählt (..), denn er suggeriert, es handele sich um ein unwirkliches und künstliches Gebilde.»

Und mit Aufkommen der 3D Drucker, die “helfen”, alles Vorgestellte, Ausgerechnete, maschinell Imaginierte flugs ins Hardwarige zu überführen ein weiterer Trennschärfezerstörungsfaktor.  Wir sind ja grad mitten in seinen stürmischen Kinderschuhtagen.

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Musik beim Schreiben und künftige-Erinnerung-imaginieren ™ heute:

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Leopold (Vater) Mozart: “Sinfonie G-Dur”, London Mozart Players/Matthias Bamert

Greenpiece: “Northern Herbalism”, PIAS, 1996

Micatone: “Is You Is”, SONAR, 2003