Kategorie-Archiv: Werkstatt

Vergestikuliert? Kein Problem!

Ausgerechnet am diesjährigen Faschingssonntag* fiel mir wieder eine wichtige, bislang textlich aber untergewürdigte Zutat zu meinen PinXoGraphien ein:

Körpersprache und ihre “Bauteile”, die Gesten.

Nicht nur, daß ich beim Führen der Malstifte und -werkzeuge bestimmte “funktionierende” Bewegungsabläufe erarbeite (es kommen durch die (Er)findung neuer Malwerkzeuge stetig ebenfalls neue dazu), schon immer kommen mir die “Ergebnisse” in den Bildern, die Striche, Schlenker, Wolken und FarbClusterSträusse vor wie… geronnene Gesten.

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Das hätte ich nicht gedacht: Malen ist wie eine hemdsärmelige Choreografie, denn Farbe Aufbringen erfordert schlicht: Bewegung. Kühne Striche – eins meiner MalZiele right from scratch – erfordern kühne Bewegungen, die sich durch die Farbspur ästhetisch nachmessen, nachempfinden lassen. Wie eine spezielle Unterart des Gestikulierens: sich am oder das Blatt drehen, mit der Farbe kreisen, schlingern, stottern, sich darauf winden mit farbigen Fingern, per Stift Hiebe oder gleich ganze Hagelschauer setzen, per vorgschützten Fahrigseins ebensolch faszinierende, wie den Formwillen-abableugnend wirkende “Gebiete” im Bild erzeugen, das An- und Abschwellen von Kraft in der Bewegung, all das zeitigt exakte Strichspuren, auf die Ihr jetzt schauen und an denen Ihr Euer Euer ästhetisches Empfinden ranwerfen können!ysp-scanp-170221-440d-manorMehr noch: bei Ansicht mancher Bilder bekomme ich eine über meine Werkstatttechnik erweiterte Ahnung von: das könnte die zeitlich gesammelten Bewegungen von Menschen im Raum, in einer großen Halle oder auf einem innerstädtischen Platz nachzeichnen.(..)

Was ein großes erstaunliches Plus der PinXoGRaphie ist, daß sich bei dem Malen anschließenden digital “erledigten” Umfärben tatsächlich alle gemalten Spuren wieder herausholen lassen. Ein Beispiel:

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Durch das stetige Dranbleiben und die auchundvorallem:mir! erstaunlich unermüdliche Neugier bei jedem neuen Start ergeben sich durch reine Experimenterfreude/ schrillend einsetzende Klischeeklingel oft erstaunliche “Nachbarschaften” von malerischen “Ereignissen” wie diese beiden hier unten, beide auf Blatt #535:nnn-scanp-170922-535g-r2vnb

Andrerseits finde ich es oft schade, daß sich “gute Ideen” in direkter Nachbarschaft von ästhetischen, äh, Unentschiedenheiten befinden. Da gibts zum Glück das scannergrößen-bedingte Ausschnittsauswahlmuß wie beim Fotografieren – die bemalten Blätter sind doppelt so groß wie das Scanfenster – da scanne ich einfach erneut und das Nichtgefallen nicht mit..

Oder: nehm ich einfach ein neues Blatt und mache die nächste, neue, irgendwie durch ihren Neustart, ihre-Frische-und-meiner-Erfahrung “verbesserte” Geste dann eben da drauf – ein netter Zug, eine schöne Geste der Malerei!nnn-scanp-170922-535e-rv2r5Und bei vielen (gemalten) Gesten – die Körpersprache so uferlos wie alle Künste ;-) – denk ich da ans Archivieren – hier eine kleine “Gesten”sammmlung von 2016:

ysp-scanp-170118-428d-r180 ysp-scanp-161021-395-r6v2r3 ysp-scanp-161113-405b-r180v ysp-scanp-161229-422b-r180 ysp-scanp-161213-417g-r3v93 ysp-scanp-161126-412h-re180 ysp-scanp-161126-412f-r2v2n ysp-scanp-161120-410c-re180 ysp-scanp-161011-390f-r2v

Schrieb ich “Faschingssonntag”? * Ja, ja – da seht Ihr mal, wie lange die Vorlaufzeit eines Artikels sein kann hier! Und: das ist nicht mal ne großartige Ausnahme. Im “Hintergrund” warten ein große Menge Entwürfe. Meistens durch eine Information im Netz, ein Gedankenfetzen beim Aufwachen oder in einem Gespräch mit irgendwem unter Tage geführt, münden diese Inspirationen in schnell hingetippte Notizen – Zettel hab ich klassischerweise auch – und wachsen durch stetige Nachbetrachtung – bestimmte Themen sind ja durchgängig in Bearbeitung-  irgendwann aufs Maß einer kritischen Masse. Das sind dann Artikel wie dieser, die dann, irgendwann durch Vollendung an einem wach-ruhigen Vormittag oder einer stillen Abendstunde am Rechner reif werden.

Inspirationen? Jederzeit! Heute zum Beispiel:

  1. der obskur klingende Satz: “Die Polizei beschlagnahmte den ICE, um Spuren zu sichern.”
  2. oder das erhellende “The name, Yoox which was created by Federico Marchetti composed of the male (Y) and female (X) chromosome letters linked by OO, the infinity symbol ∞ or “the ‘zero’ from the binary code,  the fundamental language of the digital age”.”
  3. oder “Weder Selbstdarstellungssucht noch sozialer Ehrgeiz oder Marketinggeschick überschatteten seine Schneiderkunst.“  (die Welt über Cristobal Balenciaga, 1895-1972)
  4. oder: “Aurora Robson is a multi-media artist known predominantly for her work intercepting the waste stream.

Und gleich mal checken, ob ich diese Bilder von 2016 schon mal gepostet habe. Geht per Googles, äh, Aufmerksamkeit: man sucht nach den Bild-URLs, wird zur Bildersuche weitergeleitet und findet… nach 10 identischen Klick, Copy und Paste-Versuchen jäh die Meldung: “Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt. Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden” Dann kommt ein anzukreuzendes Bilderrätsel zur Verifikation. Wo sehe ich a) Brücken, wo b) Palmen auf den Puzzlebildern, die sich dann laden…

Nach bestandener Prüfung kommt mir gleich noch die Idee zu einer Medienkompetenz-Extrastunde-am-Feiertag: die Bilder plus Bildersuchlink hier zeigen. Dann könnt Ihr auch mal sehen, wofür der Algorithmus-plus-Big-Data Googles heute(!) meine Bilder “hält”, was in ihnen “vermutet” und gleich auf sehr Ähnliches  im Feld drunter klicken:

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..und dann auch noch gleich die “Neuen” von oben noch ins Spiel:

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Ergebnis part 1: lediglich das oben links im Archiv-feld kannte Google von meiner Seite. Gleich zweimal. Eins ist gar in meinem englischen artist statement gelandet. Also a recurring dream ;-) . Die anderen 14: noch unbekannt. Unbekannt heute, am 3. Oktober 2017, 12:48. Das wird sich ziemlich schnell ändern, denn ich hab den google bot sehr oft zu Besuch..

Ergebnis part 2:

Automatische Vermutungen™:

fraktale Kunst (2x) | Wasser | Baum | Pflanze (2x) | cg Kunst (2x)| Kunst | Meeresbiologie | Moderne Kunst | Malerei

Tja. Ok, Google – ich (oder Ihr!)  versuchs in nem halben Jahr nochmal..

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Musik beim Schreiben: faschings’ (1) & Oktober-heute (2) und beim Google-Testen (3):

Jamiroquai: “Rock Dust Light Star”, Mercury, 2010 – (3)

Edo Zanki: “Zu viele Engel”, Universal, 2011 – (2)

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7, 2002 – (1)

stitches’ brew part one

Ich nehme meine Nähmaschine nach langer Pause wieder in Gang und übers drüberSchreiben komme ich zu.. Miles Davis’ opulent-psychedelischen Werk aus dem 1970er-Jahr – heute vormittag auf nüchternen Magen schaff ichs bis Minute 11:49, dann steig’ ich aus.. puh! Ganz schön ausgekugelte Sprünge heute, n’est-ce-pas!? ;-) garnrolle-cut

Nähmaschine? Hä? Wie kommts? Na – die Handtaschen wollen ins Leben! Also muß ich den 2D Pfad verlassen und mir Gedanken machen, wie die Pinxographie “in den Raum gebogen” werden, ins Räumliche treten kann. Natürlich prototypemäßig als Flächendruck auf Folie, der ausgeschnitten und schön “bastelbogen”artig hoch- & umgebogen wird. Dazu brauchts Vorerkundungen: Materialforschung. Werkzeugfindung. Verbindungstechniksfragen: Kleben/Falzen vs. Lochen/Stitschen. Zum Beispiel fiel mir ein lange (im Gedächtnis) verschüttetes Loch- und Ösenwerkzeugset ein, das ich jetzt “auf” den Folien ebenfalls wieder in Gang setze.

Gleichfalls der Nähmaschine bringt hier einen das Ölkännchenprinzip weiter. The Hämmer: die Betriebsanleitung der Maschine umfaßt einen “Schmierplan”: fotografierte Ansichten des aufgeklappten “Maschinenraums” unter der Haube (obere Abdeckung) und Unterseite der hochgeklappten Maschine. Mit aufgemalten Pfeilen für die praktische Hausfrau, wo denn nun das Öl aus der werkseitig mitgelieferten, spitzpipettigen Blechdruckpille hin(ein)geträufelt gehört. «Vergessen Sie nicht das vom Spulerrad halbverdeckte hintere Armwellenlager!» steht da – mit Ausuferzeichen – in all der dem Maschinenbauer anno 1958! eigenen Dringlichkeit.

stitches-brew_002Hier eine kleine readymade Erstcollage der Ergebnisse mit (zufälligen) Berggipfel über Stadtlandschaft und mitgescannten Schnittmusterrädchen . Naja “Erstcollage”- eigentlich erste WerkstoffErkundungen: läßt sich die Folie gut stanzen? Wenn nein: woran liegts? Sind die Löcher zu groß für den doch um einiges schlankeren Faden-in-blau?  Sollte man an die Löcher einen dickeren d.h. dekorativeren Faden anlegen? Müssen genähte Ecken anders gehandhabt werden (der Faden zieht sich ecklings, siehe linkes unteres Viertel)? Was passiert bei zwei Lagen, dem kleinsten Normalfall einer Steppnaht? Wird die Folie reissen? Welche Art Faden ist notwendig, wenn das ganze farbig ist- 1transparenter, um nicht aufzufallen? Oder ein betont knalliger, um die Naht zu betonen? Wird die Folie Zugbelastungen standhalten? Wie sollen die Griffe gestaltet werden? Auch aus Folie? Oder teste ich schlicht Schläuche aus dem Aquaristikbedarf? Und der Verschluß? Dazu mehr soon.

Vorerst noch eine andere Stitch-Idee, ebenfalls beigeflogen: eine digitale Version meiner PinXoGraphien mit drübergelegten Stitches-Brew-Muster:

Hier die erste lazy Muster-per-Photoshop-Version:

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Effekt: Gitter? Ja, Effekt: handgestickt? Nö. Da müssen ganz klar diese beiden typisch manuellen, charmanten Ungenauigkeiten dazu: Drehung, variierte Stichweite. Nein nein, stimmt nicht: ich hab mir eine echte Kreuzsticharbeit anscheinend noch nie so richtig angeschaut.

Also mach ich ein leeres Gitter und stemple leicht verdrehte Kreuzstichideen rein. Schon unterwegs im noch leeren Gitter:

Ah – das hat mir Charme!

nnn-scanp-170922-535f-r2sxZusätzlich gefunden ohne Sponsoring(!) in Zeiten des DIY: die klassische Brigitte machts vor. Mit allen weiteren Fachbegriffen wie “Stramin”, “fadengebundene Technik”, “Sticktwist” etc. Kannte ich alle noch nicht – bin nicht so der Sticker… Aber die “Appretur“- kennisch!

Hey! guckt mal:hbk-nnn-scanp-170922-535d-p

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Musik beim Sticken Stempeln Schreiben heute:

Savvas Ysatis: “Connect”, Tresor (EFA), 2001

Miles Davis: “Bitches’ Brew”, Columbia, 1970

und ein vor Jahrzehnten selbstgemachter Lieblings-80er Mix, heute Playlist genannt:

1 Kim Carnes: Draw Of The Cards
2 Robert Palmer: Looking For Clues
3 Eurythmics: Would I Lie To You
4 Mick Jagger: Lonely At The Top
5 Prince: Dance On
6 The Pretenders: Middle Of The Road
7 Joe Jackson: Sunday Papers
8 Inxs: Devil Inside
9 Boom Operator: Nutbush City Limits
10 Joe Cocker: Talking Back To The Night
11 Marianne Faithful: Broken English
12 Kate Bush: Hounds Of Love
13 Grace Jones: Private Life
14 Sade: Your Love Is King
15 Paul Simon: Under African Skies
16 Spargo: Just For You
17 The Look: I Am The Beat

Musik beim Fadenendenversäubern (Nachtrag):

Neneh Cherry: “Homebrew”, Circa, 1992

Alice Coltrane: “Turiya and Ramakrishna” – von youtube vorgeschlagen, als ich nach “Fadenenden versäubern”-Videos suchte…

Gewinn: ein 1A Abstand

Warum die “Nachbetrachtung” eigener Werke hier in der Kategorie “Werkstatt” steht? Nun: es gibt da diese anfangs unscheinbare Facette “Zeit” im eigenen Schaffen.92270031Vor allem, wenn der Output groß ist, die “Verweildauer” am einzelnen Blatt/Werk vernachlässigbar, der Strom sich immer weiter wälzt (die Tage bin ich an #531).

Um die Blattnummer 380 herum +/- oben eine “Nachidee”, mit Automatenversionen der PinXoGraphischen Bilder verwirklicht :

ein pinxographisches MemorySpiel.

Mit amtlichen 33 minus 1 BildPaaren. Die Originale “geschahen” vor einem Jahr. Das Pinxographic-Pareidolische könnt Ihr oben sehen: es gibt zwar Paarungen von Bildern, die sind untereinander aber “nur” ähnlich, nicht identisch. Und manche sind nicht mal das.

Veräppelung? Keineswegs. Das Ganze ist ernsthaft, ganz im Sinne der PinXoGraphie, die ja stets den Assoziationsnerv zu kitzeln hat. Und die Doppelbelegung geschah zufällig vor Ort im Drogeriemarkt, als ich glücklich entdeckte, daß man immer zwei Fotos auf ein 10 x 15 cm Blatt Fotopapier abziehen lassen kann. Und mich dann mit meinem mitgebrachten/gefüllten 16GB USB-Stick in Euphorie hineinklickte.bestellte..

Diese nun schau ich mir heut nacht in einer Schlafpause an und denke: wow – was ein dolles Chaos! Das soll ich gemacht/angerichtet haben? Ts.ts. (kopfschüttel). Aber: ein augenaufreissendes Chaos! Das fasziniert (mich), läßt man sich mal auf den Farb- und Form-Overkill ein! Schnell ist man angesichts der Bilder beim Gedanken an klassische (Gefühls)zustände der gemischten Art™, an das sometimes grausame Nebeneinander von schön und häßlich, faszinierend und abstoßend, das undenkbare Gleichzeitige von wohltuend und schmerzlich und an das letzten Endes weiterbringende Duo von anregend und nervtötend – das Ganze heute jedoch in einem universelleren Sinne als die 2016er-Betrachtungen der PinXoGraphie als Ideenkatalysator zum Berufsleben.

Und mit diesem Abstand durch Zeit, Neuaufnahme durch Wiedersehen, “nachgewachsenen” neuen Augen kann ich Euch ein paar davon hier “nachreichen”:

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Ist doch ein fü+hlbarer Unterschied zu den aktuellen Sachen . Anregende Weiterentwicklung von… woher nach bitte… wohin, oder?!

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Musik beim Nachreichen heute:

Faith No More: “Album Of the Year”, Slash, 1997

Sven Van Hees: “Calypso”, Life Enhancing Audio, 2002

 

 

Das ist eigentlich Landschaftserfindung

JaJa ich weiß: Landschaften werden von der Natur erfunden: die Topografie, die Beschaffung des Grundes, das Klima und die “zugeflogenene” Vegetation. Der Mensch mischt da seit seinem “Erscheinen” aber immer kräftiger/drastischer mit – von klassischer Landschaftsgärtnerei bis zu großindustrieller Ausbeutung siehe das fotografische Werk Edward Burtynskys, aber hier und heute meine ich mit der Überschrift: die visuelle Potenz der Malerei.

Denn da bin ich mit meinem Laborexperiment seit kurzem bei diesem Gedanken angekommen, all diese ungegenständlich gemeinten-und-gemachten Bilder lieferten ganz nach Plan Anreize, sich diese übersetzt in die Welt des Physischen, des sinnlich Bekannten™ vorzustellen. Und daß eine gewisse räumliche Tiefenwirkung bei manchen auszumachen ist, haben mir inzwischen schon mehrere Betrachter bestätigt. «Weltraum» und «Tiefsee» sind da die beiden großen Assoziationssieger:

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Aber es kommt noch ein Drittes, bislang nicht Thematisiertes dazu: nicht allzu oft, dann aber umso drastischer fühle ich mich beim Anblick jäh mitten in einer wundersamen, unbekannten, faszinierenden Landschaft wieder. 3D auf Erden ,-) Der Blick schweift da über einzelne “Stengel” bis hin zu kleinen Vertiefungen, Buchten und Senken, Nischen, Anhöhenähnlichen oder Ahnungen von Böschungen.

Die oft pflanzenähnlichen Gebilde verstärken die Suggestionskraft in diese Richtung. Mein damit zusammenhängendes  großes “Nachbarthema” Gestrüppmalerei meine ich hier allerdings definitiv nicht – da ist so was wie die Ahnung einer Landschaft/Räumlichkeit eher sekundär – die räumliche Wirkung (oft) ebenfalls. Aber hier -schaut mal:nnn-scanp-170506-476f-r3vr7 Für mich ganz klar auf der Hand: man blickt hier auf/in einen idyllischen kleinen, von Ranken umrankten See in wildberankten, kaltwarmen Farben – eine fantastische, unbekannte Übergangszeit?

Unten eher eine trockene Version der Landschaftskuhle. Mit frisch drübermontiertem Maisblattreiher..nnn-scanp-170725-513e-r2vr9Aber auch die etwas waghalsig-kräftiger gefärbten Bilder rufen (mir) eine “hügelige Assoziation” voll räumlicher Tiefe und landschaftlichen “Gegebenheiten” herauf – bitte sehr: nnn-scanp-170807-519-r2vnre..kennt jemand von Euch die bambuswaldgesäumte Wassertretstelle im Mannheimer Herzogenriedpark? Das wäre meine Version!nnn-scanp-170719-509-rvnrein Seh-Experiment, das obige: eigentlich “zieht” es mich da hinunter, in diese hellblaue Röhre, darüber “wehen” diese beiden lachsfarbenen Fetzen. Dazu fällt mir dieses Superfoto von der/in die “Rotunde” des Heidelberger Tankturms ein. Chapeau, Señor O2t!

Mit den frisch entwickelten “Hintergrund”strukturen erreiche ich mittlerweile eine gefühlt “verbesserteraffiniertere Verquickung von Gemalten und Geklickten. Was dem Phänomen Räumlichkeit beziehungsweise “Landschaft” allerdings keinen Abbruch tut:nnn-scanp-170813-520c-r2v91Das unten hab ich auf einer Handtasche als Außenraumabbildung entdeckt ;-) ysp-scanp-170426-472j-r3vr0Hier kommt die Ahnung an Florales, Gestrüppiges, Nebeneinanderes und Gleichzeitiges am besten: ich denke an Hasensassen, Gebücke und schlicht an das vorgegeben Unaufgeräumte eines Bannwalds:ysp-scanp-170502-474h-rvnr4

nnn-scanp-170505-475j-r180vDiese Landschafts-Genese-Idee ist eher neu, hängt sie doch recht direkt mit meinen veränderten, komplexeren Hintergründen zusammen, die erst seit Sommer 2017, also so ab Blatt #474 möglich sind.

Hier zum Vergleich zwei aus den Anfangstagen der Pastellphase (seit Juni 2015):ntr-scanp-160308-301b-rllve- das unten ist für mich ganz eindeutig Südamerika! (ja, ja, ich war noch nie da):ntr-scanp-160413-328g-rc3vkDie “irdene” Version davon. Ebenfalls Landschaft. Wüste!ntr-scanp-160413-328f-rec3v

Fairerweise muß ich hier noch auf einen Artikel vom Juni 2012 verweisen. Da gings um “frisch erfundne Örtlichkeiten”, allerdings waren damals  Fotografie und die digitale Bildverarbeitung im Werkzeugkoffer. Das Thema jedoch scheint von einiger Zählebigkeit für mich zu sein..

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Musik beim Schreiben heute:

Henri Dutilleux: „Tout un monde lointain …“ – Konzert für Violoncello und Orchester (Alban Gerhardt, Violoncello,  Bremer Philharmoniker unter Andrew Gourlay)

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie F-Dur KV

ReadyMade in Germany

Eigentlich war ich nur des Pinsels überdrüssig – ich bin (anscheinend, bis zum Beweis des Gegenteils) kein klassisch Malbegabter. Pinsel erinnern mich an die Schule, an etwas sollen. Ich aber wollte etwas Unbekanntes, Spannendes.

Na dann und warum nicht: flugs die Dose mit den Bauhaus-Kabelbindersets aufgemacht, das “Büschel” mit den 20cm – Dingern raus und neugierig in die Farbe damit. Dann auf die Leinwand geschlagen…

und..

Enttäuschend. Formlose Flecken. Langweilige Flecken. Noch nicht mal wie absichtlos sah das aus. Ich stellte frustriert – nach so! viel! Vorfreude! – das Bündel weg. Ließ die rote Farbe an den weißen Spitzen trocknen. DAS wiederum sah ganz cool aus..

Und dann griff ich irgendwann diesen hellblauen Becher aus dem hellblauen Möbelhaus und “topfte ein”. “Ein Krokus! Frühling jederzeit!” dachte ich entzückt und ließ ‘ dabei bewenden.

Und dann, irgendwann, kamen diese Glastuben ins Haus. Die sind das für Gegenstände, was der Unterstrich für Wörter ist. Also hab ich damit meine kleine schnellfertig-gemachte Plastikhomeblume aus dem Baumarkt “unterstrichen”.

Und irgendwann hat dann jemand das Ganze REadyMade genannt und mich damit an Kunst erinnert. Ich hab Marcel D. nachgeschlagen und ne ganze Liste solch einfachster Konstrukte gefunden. Hundert Jahre alt. Mindestens!

Schick, wenn man durch Bezeichnung Sachen altern kann. Etwas Neues, vorher Unbekanntes wird damit aus ihnen.

Und im Sonnenlicht mit Brechungen sehen sie noch besser aus. Muß aufs Cover!

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Visit my Visit- n Karten Tutto Riale!

«Besuch’ meinen Besuch…» -  das ist so ähnlich wie diese absurde Dialogschleife

  1. Wohin gehst Du?
  2. Ins Kino!
  3. Was läuft da?
  4. Quo Vadis
  5. Was heißt das?
  6. Wohin gehst Du?
  7. Ins Kino….

Babylonische Sprachvermische? Mathematisches Formelsprech? In der Überschrift?? Si! Ich bin so frei! Aber auch & eher: Polyglott-o-philie @ work! Und à propos und zurück zur Arbeit – wir sind hier ja heute tutorially unterwegs:

der Trick am heutigen Bausatz ist die Ebenenoption “Aufhellen” des Photoshops. Die nämlich läßt die Schrift, so es weiße Schrift auf schwarzem Grund ist, durch drüber Gelegtes durchdringen. Damit hat man den perfekten Schnellmontagebausatz für fix|neue VisitenKarten im ViererNutzen.

Der Start: das Spielfeld. Es soll vier Karten verschiedenen Motivs ergeben, also basteln/layOuten wir uns erstmal ein Viertel als Prototyp.v-kartenkit_quadro_0

Wie Ihr seht, steh ich auf das schnittige 1:2 Format, also zwei Quadrate nebeneinander. Die Mitte hab ich mal mit dem blauen Punkt markiert.

Zur besseren Beurteilung der einzelnen Sektionen bau ich einen Dreiviertelschirm, hier zu Demozwecken in halbdurchlässig-grau, der überragend eingfügte Teile deckt und so eine einfache Beurteilung des Ergebnisses-hinter-Schriftzug bietet:v-kartenkit_quadro_1Montage: das erste Bild. An diesem schrägen Ding finde ich gut, daß die Bildelemente in gelb das Ganze trotz schwarzer (Foto)ecken optisch wieder irgendwie gerade rücken. Also: lassen! Fertich!v-kartenkit_quadro_2Ist der erste Quadrant soweit und man zufrieden so, wird er per Stempel (das -”kissen” erhält man per Zauberstab im “benachbart”-Modus durch das vom Grau freigelassenene Fenster) einfach mitsamt Schrift auf eine neu aufgemachte Ebene kopiert=gestempelt. Dann kann auf freie Plätze “abgelegt” werden:v-kartenkit_quadro_3Das Praktische an dieser Versuchsanordnung überdies ist das chique Schwarz, das man al gusto einfach als “beruhigenden” Rand neben dem Farbgetöse stehen lassen kann.v-kartenkit_quadro_4Angesichts der knallig/exzentrischen Nachbarschaft hab ich den Quadrant rechts oben wieder verworfen – er lag (in meiner Wählergunst) halt too weit abgeschlagen. Dezent gibts beim nächsten Mal. Versprochen.v-kartenkit_quadro_6So: damit kann ich leben!

..und hab beim letzten Mal diese-Dinger-auf-Fotopapier-abziehen-lassen gelernt, wie praktisch plötzlich das rechts und links in die Länge gezogene, etwas gewöhnungsbedürftige 70ies-Airline-Schriftzugähnliche P & Y ist: kann man  doch ohne (Lese)Schaden die Länge der Karten auf persönliche Geldbeutelbreite kürzen ;-) v-kartenkit_quadro_7Der Abspann: «Sie sahen (und erhalten vielleicht demnächst persönlich) Ausschnitte aus den Werken..

  • nnn-scanp-170726-514i-recollverlkitnormrecoll6
  • nnn-scanp-170726-514-recoll3verlkitnormrecoll6  – manuell ins Rot gezogen
  • nnn-scanp-170726-514f-recollverlkitnorm
  • nnn-scanp-170726-514j-recollverlkitnormrecoll3
  • nnn-scanp-170726-514i-recollverlkitnormrecoll6 – das wieder Gelöschte»

Vier recht verschiedene Bilder, alle trotzdem vom einen pinxographischen Blatt namens fünfhundertundvierzehn “gewonnen”. Datum der Fertigstellung-am-Blatt: 26. Juli 2017 – keine Woche alt!

Wenn das mal keine Aktualität ist! Tutto riale!

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Musik beim Abkarten:

Georges Bizet: “Carmen”, Harmoniemusik (Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie)

Bela Bartok:”Konzert für Orchester”,

Johannes Brahms: “4 Klavierstücke” opus 119

 

Handta Schener Spiegler

Randstücke. Irgendwie ne Pest, nicht nur in der Welt der Pizzabelegschaft. Gerne auch bei  Gemälden. Naja: meinen. Etwas diplomatischer: Randstücke muß man mögen. Also ich scanne sie bei meinen Blättern der bloßen Vollständigkeit halber mit und hab sie, sie sind noch gar nicht richtig zu Ende “durchgelaufen”, schon in meiner geistigen Schublade verstaut, denn:

das Spannende der pinxographischen Blätter “passiert” im Mittelbereich.

Weil ich da freestylemäßig und beschränkungs- = randlos kreuz und quer “Maß” nehmen kann. Wie ein Landschaftsfotograf, der in der formlosen Weite ungehemmt den Ausschnitt bestimmt.

ErSchaut hier das allerneueste Beispiel (dieses kreativen Elends):hbk-nnn-scanp-170720-511d-mMit den aufgepappten üblichen Umrissen sieht man gleich, wozu das heute gut ist, über “eigentlich Abfall” zu reden: auch die wildesten, unfertigsten Farbspuren können Recyclinghofmäßig Verwendung finden. Einfach durch Spiegeln. Einfach: rübergeklappt wiederholen. Da is’  voll egal, wasses is: Ich schwör’:

mit so ne schlicht gemachte Achsensymmetrie bringt man bannig Ordnung ins Heim.

Und mirundEuch neue Handtaschensensationen, heute welche mit LKW-Spuren:

hbk-nnn-scanp-170720-511d-x hbk-nnn-scanp-170720-511d-rhbk-nnn-scanp-170720-511d-t hbk-nnn-scanp-170720-511d-v hbk-nnn-scanp-170720-511d-w“Erspiegelte” Taschen also… Klappt mit jeder halbwegs gelungenen Form- und Farbkombi, macht die Tasche-daraus rund, ja fast konventionell in ihrer Wirkung. Und diese geistige RandstückSchublade, schon ganz abgenutzt vom ständigen Auf- und Zu, beherbergt plötzlich ein Ideenvorkommen. Thumbs-Up! Tja, ‘kommt mal wieder nur auf den Blickwinkel an.

Der nächste Griff hinein-in-die-Lade fördert das zutage – nach einigem Herumgezupfe:nnn-scanp-170525-480d-remirPlötzlich machen die freien randständigen Flächen, ansonsten gehaßt, Sinn, stellen dem zentral-royalen Dekor Raum zum Wirken. Zur Taschenherstellung kann man ihn gar noch vergrößern- siehe unten.

Aus dieser Szenerie à la Unterwassermuseum Mexiko stanze ich mir fix eine edel besetzte ClutchBag – edel wie: mit nem doppelten Rubin-Cluster als auseinanderstiebenden Fischsynchronschwarm:hbk-nnn-scanp-170525-480d-rDas macht Laune und ich finde à la serendip anschließend “den doppelten Spiegel”:

Tutorial: ursprüngliches Bild doppeln, eins davon spiegeln, halb durchscheinend übereinanderschieben zur Achsbestimmung al gusto, dann daran schneiden – nicht löschen, sondern symmetriepassend wieder reinpasten! So gewinnt man entlang dieser so entstandenen neuen Achse zwei verschiedene Symmetrien, die man dann (zur Handtaschengewinnung) “beschürfen”/nutzen kann. Verwirrend beschrieben? Dann Anschauung:

nnn-scanp-170530-483b-m1nnn-scanp-170530-483b-m2nnn-scanp-170530-483b-m3g Hier mein Favorit: “die Libelle” aus Flugsamenformen, ich hab noch nen schlichtperlenden Verschluß dazu gebaut:hbk-nnn-scanp-170530-483b-p..die Realvorlage gabs schon mal als Cover:drei_lose_2

..oder lieber diese Kronleuchter-über-PolarLichtWeite-Clutch?hbk-nnn-scanp-170530-483b-s

Dann, sofort am Tag danach, dieses neugierige/abenteuerlustige “Ich-geh-mal-ins-Lager”:hbk-ysp-scanp-161101-401f-r hbk-ysp-scanp-161101-401f-sHier die (mich) entzückende Entdeckung: PinXoGraphy “kann” auch Ver-Schlußsteine ;-) hbk-ysp-scanp-161101-401f-uUnd nun, nach all diesen ungezügelten Experimenten und groovy Entdeckungen die Frage:

Wie soll dieses Posting heute heißen?

  • Taschenspiegel,
  • Taschenigel,
  • Taschenspieler,
  • Taschendealer,
  • Taschentrickster,
  • Taschenklickster,
  • …Taschenspiegeltricksterei?

oder

  • Erfahrer
  • Erkenner
  • Erschleicher
  • Verbrenner
  • Aschhändler
  • Benenner?

oder

  • Erspiegler
  • Besiegler
  • Aufwiegler
  • Zersiedler
  • Bespeier
  • Zerseiher
  • Verzeiher
  • Dreireiher?

Klingt dem SEOCrack nach suchmaschinenoptimierter Lyrik, ist aber bätsch! nur die sanft gekämmte, wordwolkige Annäherung an den Titel heute. Der dann doch ganz anders (zersägt) wurde. Dazu in mind mein verschlungenster Lieblingsaphorismus zu so nem altbackenen Sujet wie Meriten:

Es gibt vier Arten von Orden: verdiente, erdiente, erdienerte und erdinierte.

Sorry, no simple German 2-day!

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Musik beim Schreben & Schriben heute:

St. Germain: “Tourist”, Blue Note, 2000

various artists: “re:jazz”, Infracom, 2002

various Artists: “A Collection Of Various Interpretations Of …Sunny” Part 2

Nochn HandBagNachtrag, denn der Spiegel als Werkzeug zur Taschenwerdung ward schon im Juni erfunden – nur führten die initialen Randstückprobleme heute wiederum zu ihm hin:hbk-ebk-scanp-151109-214c_n
Gemalt & gescannt schon gaanz am Anfang der PinXoGraphie (nämlich am 9. November 2015, wie man an ihrem Dateinamen sehen kann), besitzt diese Tasche  wahrhaft opernkulissenhafte Züge (was hör ich da bloß immer beim Machen??)

Hasenklatsch in Rabbitfur

Handtaschenrecherche. Nah an der Buntigkeit meiner entdeckt man recht zügig Desigual. Die setzen  – ganz unpinxographisch – auf das Prinzip Eklektare/Collagere/Applicare. JP Go tje punktet ebenfalls mit Farbe – leider aber leider nur in Sonderausgaben für Fashion Weeks etc. -, ädded erfrischend punkige Trashigkeit.

Unzügig, da mit Elevator Pitch Hindernissen bestückt, fand ich als Aussenstehender “die Tasche ohne Henkel/Kordel/Rope”. Na die, die man als frau ausschließlich in der Hand herumträgt, -knautscht & -clutched.

Kwasi A Bag Called Clutch .

Lustig, daß sie laut Wikipedia auch “Klatsch” geschrieben wird werden soll kann. Und so zu meiner heutigen Überschrift führt. Es gibt gab nämlich auf meiner Bewerbungsseite eine Version in roten iberischen Karnickel. Ähem: Kaninchen Rabbit from Spain. Mm – “Wenn das mal nicht einfach überfahrene Karnickel an der carretera für jetzt 295 USD sind har har” dachte ich und ergoogelte grimmigly.. road kill fashion. You kill it – we grill it tailor it?  Tatsächlich! Aber diese drastische Benamung könnte zartstylische Seelen abschrecken. “Accidental fur” macht daher alles richtig und nur wenig falsch. Daher der Rabbitfur.

Das sind jetzt drei schmale Absätze für Euch, nur, um in meine Gedankengänge zu kommen,  nur, um das Kurzgedicht zu erklären, das heute meine Überschrift ist. Gedankenverfolgungsposting. Sprachliches Mentales Making-Of. Mit ordentlich Korrekturen und Betonungen (64 67 70 72 mal – laut WordPress-Revisionendokumentation – seit 2. Juli 2017 @ 13:16:35 hab ich an diesem Artikel herumgemacht, einmal gar eine Handtaschenfarbe (!) korrigiert).

Und für die Bleiwüstenflüchter unter Euch noch dreimalzwei Klatschentwürfe aus dem hauseigenen Labor des Tages™, denn – ohne Bilder liest das hier ja keiner ;-)

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Da ist bei mir zwar kein Felltäsch²en dabei, kann aber noch. Aber nur mit/aus erlegtem Pastellstift! Nix Autobahn! Das wären ja dann in doppelter Hinsicht fashion victims!

57620003cutUnd à propos Drei?ohrhase: Ich weiß, es ist nervig anstrengend, über ständig Durchgestrichenes zu lesen, aber diese stehengelassenen “Korrekturen” erzählen unbestreitbar über den bloßen Text hinaus eine weitere Geschichte. Meta. Deshalb ist diese Option beim hemdsärmeligen Bloggen wohl so beliebt, bietet sie doch ein anders schwer zu verwirklichendes Ironie- und Humorwerkzeug, ähnlich wie Sprache an Facetten gewinnt durch “Stimmführung”  in gesprochener Form oder durch Gesten eine “Zusatzausstattung” erfährt. Aber keine Angst – dieses abschreckende Durchgekritzel hier&heute soll in seiner Ballung die Ausnahme bleiben..

Ihr müßt auch nicht alle 29 Links anklicken! ;-)

Nach diesem lehrerhaften Epilog ist nun wirklich Zeit für eine finale BelohnungsKlatsche – auf dem neusten Blatt #508 findet  sich eine schmucke Stelle, die an BetonBalkonÜberlauf der botanischen(?) Art erinnert – wer trägt schon sowas mit sich rum?!:hbk-nnn-scanp-170717-508-rcUnd nachher, wenn man diesen Text googeln kann, bin ich gespannt, ob die durchgestrichenen Kandidaten erkannt werden. Als ordnungsgemäß ungültig.

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Musik beim Schreiben/Korriigeren heute: Tipptaste für ungestalkten Musikgenuß: F5 =Reload. Zaubert nasty Werbung weg ;-) Zur Not mehrmals drücken!!

João Bosco: “Zuna de fronteira”, Columbia, 1991

Paolo Conte: “Paris Milonga”, BMG, 1981

Piccola Orchestra Avion Travel: “Cirano”, Peregrina, 1998

Seelenluft/Synchronschwimmer EP:  “Silvercity-Bob Meets Acapulco 11″, Kleinrecords, 2001

Diese Schrift macht mich lächerlich

Hätte ich nicht gedacht: mein neulich selbst (hin)entworfener Font, mit meiner Optomaus direkt am Bildschirm gemalt… paßt nicht zu meinen Gemälden.

Und wenn ich -seit Internet-  schon der “Selbstbestimmer” meiner Außenwirkung bin, dann bitte mit einer ohne Widerspruch. Der, so stelle ich mit Verwundern fest, stellt sich ein bei der Verwendung eines unpassenden Schriftsatzes. “Unpassend?” werdet Ihr Euch fragen. “Gibts unpassende Schriften für ne ..Gemäldeseite?” – “Eindeutig!” werde ich da rufen, “guckt doch mal da drauf!” Zusammen mit den doch recht “unbeschwerten” Farben in all ihrem “fröhlichen Durcheinander”..

suggeriert dieser Anblick die abendlich-kreativen Reste einer Kindertagesstätte.

Obschon ich diese verspielte und daher für Unbekanntes, Erstaunliches weit offene Haltung einer solchen äußerst bejahe ( und mit der PinXoGraphie tatsächlich versuche selbst zu verwirklichen), gibt es da doch eine unkindliche Ernsthaftigkeit dahinter: es geht um erwachsene Themen in bunt.

Und Ernsthaftigkeit verlangt vom Design: Kante zeigen, verlangt: Eckigkeit. Definition (eng.)

Umso kategorischer, je mehr und je sattere Farben im Spiel sind. Denn die sind ja per Klischee “auf der anderen Seite” allen Ernstes.  Vergleicht doch bitte selbst die ersten beiden Versionen von gestern abend hier (oder analog Anwaltsseiten vs. Fashionblogs) mit den folgenden drunter:Das war die erste Version. Dann zur Abschwächung eine Schrumpfung/Wegrückung nach oben links..Das ist zwar ebenso verspielt wie die Bilder, strömt mir aber mangelnde Stringenz aus. Und Stringenz claime ich sehr wohl. Es muß ja nicht diese überstrapazierte griechisch-römische Boldness sein wie unten, in Kapitälchen und Halbrelief, plus Farbverschiebung ins klassisch Vintagefarbene, um (flag-en) das Bild abzurunden:start-nnn-170702-498f-kapii

Ganz erstaunlich nicht wahr, wie da “das GoldBunte” hintendran plötzlich ehrwürdiger wirkt, ja, wie fast schon historisch gereift. Patiniert in kostbarsten Sinne. Da liegt mir die Assoziation einer telegenen Tempelanlage auf dunklen Holz, hohen marmornen Säulen, langen, in der Brise leicht wehenden hochaufschiessenden Vorhängen und dem alles ins Gold schiebende flackernde Feuerlicht in den Schalen tatsächlich nahe.

Mach ich vielleicht mal, wenn sich ein erster Tempelbesitzer meldet, dem eine Wand “zu marmorn” ist ;-)

Vorerst aber bleibe ich beim persönlich Überkommenen, Bestehenden, Bewährten – moderner, serifenloser, kantiger Font zu ebensolchen Bildern -  ist ja auch gut für die corporate identity ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

John Scofield Band: “Überjam”, Verve, 2002

Stereolab: “Margerine Eclipse”, ELEKTRA, 2004

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Nachtrag: sieh an. Dieselben Buchstaben ohne Textfunktion ergeben ein völlig anderes Bild – da plötzlich darf das Dekorative!ysp-scanp-170106-425c-alpha

Nachtrag 2: jetzt mit neuem “70ies Airline -Banderolen-Logo” die nächste Frage: Das soll passen? Auch nicht? Nun, ich arebiete dran – ergibt mit den Bildern drunter auf jeden Fall nen neuen Geschmack/Flavour  ;-) ntr-scanp-160413-328-r3v2r2

 

…und ich sage Dir: Male wild und gefährlich!

Vielleicht ist das das “Geschenk der 500 Blätter”, Ergebnis dieser vergangenen zwei Jahre, in denen ich immer weiter gemacht habe, Blatt auf Blatt bemalt, Scan auf Scan aufgelegt/ angehäuft, a) Erfahrung, b) Techniken ausgelotet und mit Hilfe dieser beiden mittlerweile “Halbwüchsigen” Möglichkeitsforschung betrieben.

Fast so lange nämlich hat es gebraucht, bis sich in mir, so fühlt es sich zumindest an, ne Art Bravbremse löste, was das PinXoGraphieren angeht und diese neusten Bilder möglich wurden. Mir möglich wurden.

Denn da ist ein eindeutig dem impulsiveren, strikteren, energiegeladeneren Level zuzuordnender Einfluß spürbar als bislang. Fast so wie beim Bongo lernen: anfangs tapst man mit seinen Händen drauf rum, bis man irgendwann, nach Wochen, wenn nicht Monaten eine erstaunlich neue Spannung in den Fingern zu spüren beginnt.

Doch seht selbst …hier Bilder der BlattNummern 487 – 489:start-nnn-scanp-170605-485f nnn-scanp-170605-485f-recoo nnn-scanp-170605-485f-recol nnn-scanp-170605-485b-rec2 nnn-scanp-170605-485e-r180nnn-scanp-170607-487b-rvrbw nnn-scanp-170608-488f-rvr4q

Wenn ich da Kurator wäre, schriebe ich

Da hat jemand losgelassen. Ist ungehaltener geworden. In bester Weise. Suchend, staunend und irgendwie auch aggressiver, schnellfertiger.

Und davon faszinierter.

..schriebe ich als um ein Statement Ringender.

Zur “vergleichenden Forschung” hier drei Werke von vor einem Jahr – kann man da wohl eine Veränderung, Weiterentwicklung wenn nicht sehen, dann spüren!?

“Aber Hallo!” rufe ich da. Und: “Seht selbst!”

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Dagegen hier die Neuen von Blatt #488. #492. Die dunkleren sind ebenfalls kaum pinxographisch behandelt.. Aber dann ;-)

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Musik beim Schreiben heute:

Talking heads: “Stop Making Sense” , 1983

Laurent Garnier: “Unreasonable Behavior”, F Communications, 2000

Moloko: “Do You Like My Tight Sweater?” Echo, 1995

Nate James: “Set The Tone”, 2006