Kategorie-Archiv: MalerVirus

Mir träumte, seh ich grad. Ich sehe grad: mir träumte!

Kaum sind die Werke vollbracht, getrocknet und abgespeichert, kommt schon das nächste pinxographische Blatt auf den Tisch, überlagert und verdrängt – auch mental – das vorherige. So bleibt, rückblickend/rückcheckend fast wie ein Fremder auf die Bilder zu schauen und immer wieder erstaunt darüber zu sein, was in den grad vergangenen Wochen entstand:

In sperren holzene/pasten ellene See gestochen. Auf! Zu großer Fahrt! Mit Paolo und Wazzily. Uhrenvergleich es ist Neunzehn’undertze’n (1910). Götter speisen rotes Abland:hbe-scanp-180219-601i-rvr2.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .

Wundersamer Durchflug (Arcade modeus) des großen Skwirl’n'Poon-Holo Scapes, (Torll Walkthrough Part 3):hbe-scanp-180106-578c-r2vr6.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .

B(ergb)eklemmung: in tosend’ Sturm, Gestrüpp’ lawin’ und berstend’ Klamm! Ähem, aalles zuhause inner Kiste selbstgebastelt (davor zu viele, viele zu viele Richard Wagner + Pizza inhaliert)hbe-scanp-180128-588-ryyr3.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . Teu fel en de tail – wo steckst Du? oder: Detail ist überrall:hbe-scanp-180131-591e-rvr7f.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .(Gourmetpoodles) Erstverbildlichung von: es-soll-schmecken…: gemüsig, fleischlos, auflaufig, leichtgewichtig, suppig-cremig, mit untergehobenen Reiseerinnerungen, mediterranen. MILD:hbe-scanp-171229-574f-4fs-vs-ysp-scanp-170413-469i-recoll180verlkit-plus-vrlf469b-normrecoll2fs.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .wind, brausen funken, sprühen mit sommer, nacht:hbe-scanp-180214-597g-rvnr.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .

Elektro Lichthelle & Energieboost am Ende des Tunnels (am Ende dieser langen Nacht, die Winter heißt):hbe-scanp-180214-597f-r180r.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .Reiseführer Retro Fiction: l’oasis sans couleur – le jeudi j’arrive- l’arrivée à jeudihbe-scanp-180217-599e-r2v7b.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .Der Kieselstrand des Unbewußten/ pebbles of subconsciousness:.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .der Winter (draußen, drinnen, außen, innen):hbe-scanp-180213-596b-r2v3f________________________________________________

Musik beim Träume Betrachten heute:

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Maurice Ravel: “Piano Concerto in G Major”, Yuja Wang, Tonhalle-Orchester, Lionel Bringuier

Leonard Bernstein: Overtüre “Candide”, New York Philharmonic, Leonard Bernstein

Rekordtrübster

..Winter seit ’70, sagt das Internet. Hätt ich auch ‘zu geraten, bei dem übernatürlichen Sonnenmangel. Seit Wochen. Dieses Dunkel! Man wähnt schon einen an der Klatsche, aber nicht doch: ist schlicht Wetter-biegt-Psyche.. Da hilft vielleicht ein Ich

Fiel In Flimmernde Farbe:

hbe-scanp-171229-574b-r2vr9 hbe-scanp-171229-574f-r2v2febk-scanp-151101-193e_r5vnr hbe-scanp-171223-572-r2vr98 hbe-scanp-171228-573c-r3vnr hbe-scanp-180116-583h-rvr4fWer da noch mehr Hunger nach blendender Helle, Meeresweite, Gräserwogen und Sonnenflut hat, mag sich den Anfang des Walkthroughs flag-en zum Game “Rime” angucken – ein überaus poetisches,  stylisches, wie in Aquarellfarben gemaltes Abenteuer Made In Madrid mit umwerfender Farbgestaltung. (..zum Selberspielen. Ich guck lieber nur zu, da kann man während der Fahrt so gemütlich aus dem Seitenfenster auf die Landschaft gucken).

Lieblingsstellen Nummer: 2. 3. 4. 5. 6. Gegen später wirds dann trübster, aber auch diese (Farb)Stimmungen lohnen – und wir haben ja Übung in grau: 7. 8. 9. 10. Und schaut euch diese Sonnenlaufanimation im spanischen Abspann an!

Können Muster ins Hirn schwappen? Und bloße Striche zu Masken werden?

A funny thing, dies (Maler)hirn: da es ungelenk(t) am leeren oder halbvollen Blatt die Hand und damit Stifte und Farben führt, taugt es famos für Überraschung.  Ist ja auch mein Plan soweit. Und daß Ok nach einem halben Jahr Handbagigkeit eine clandestine Tendenz zu bildlichen Wiederholungstaten sprich Mustern, Dessins zu diagnostizieren ertappen ist – wen wunderts | mich mittlerweile nicht mehr.

Denn sobald man eine “automatisch” sich einstellende Tendenz bemerkt, passiert etwas mit einem. Abseits vom Kampf gegen selbstgebastelte Klischees: die Malerei verändert sich scheinbar von selbst vs. ich überlege, ob ich das gut finde, wenn andere Beschäftigungen außerhalb der Malerei Einfluß über die Hintertür des Unbewußten nehmen. Denn eigentlich gehts mir ums kaltblütig wilde Malen, frei von Nützlichkeits”gefahren” ;-) . Die sollen gefälligst ausgelagert sein, um in deren Abwesenheit völlig Unbekanntes erreichen zu helfen. Was sie mit der “Handtaschen Experience” ja nun sind (: ausgelagert), ich mich aber dennoch an manchen leeren Blattstellen beim mindless Mustermalen/-machen erwische:hbk-nnn-scanp-171214-564d-rDieses akzeptiere ich zwar mittlerweile, bin sogar gespannet, zu welchen modischen Ingredienzen diese “Stellen” irgendwann führen mögen, darüberhinaus aber sehr froh, daß andererseits, am nächsten Blatt, das Ungeplante, Unvorhersehbare steter Begleiter bleibt- und die ins Hirn geschwappten Muster nicht alles beschwappen:hbe-scanp-180102-577-r2vnr2oder wie seht Ihr das:hbe-scanp-180114-582d-recUnbeschwappt! Würde ich dazu sagen.

Aber nun die heute neuste Erstaunung:Tja – ob die kürzlich genossene Lektüre über das Künstlerleben des Herrn Grotjahns englisch sprachige  Webseite nun dazu geführt hat, dezidiert aufs Thema Maske – also ich seh da mindestens zwei! – zu kommen? Mmh – vielleicht in homöopatischer, anschubsender Dosierung, ist das Thema doch eigentlich überfällig, wenn man mit Farbe und Stift agiert. Mir fällt mein bislang erstes Buch ausschließlich Masken gewidmet ein: “Once A Year” von Axel Hoedt englisch sprachige  Webseite.

«I knew next to nothing about what I was looking at,»

schreibt da die dieser alemannischen Tradition “unmächtigen” Sarah Bradley auf photoeye englisch sprachige  Webseite .. Und auch bei Max Beckmann trifft man gerne Abbilder davon. Oder googelt mal “african masks” + painting, da sammeln sich Gemälde diverster Gestalt und Machart (ich hab mal den erdfarbenen Filter angemacht) – sehr inspirierend!

Mehr noch: in meiner Inspirationsquellsammlung gibts schon jahrelang den Bilderlink auf Jademasken.. Da papp ich grad noch die frisch gefundenen Ergebnisse beim Suchen nach “Primitivism+art” dazu. Warum also nicht Krönchen zurechtrücken,  Augen auf und hey! Wow!

Masken am Werk!

hbe-scanp-171231-575-r2vnr4Making-Of Text Nachtrag: immer sehr anregend/bildend und von einigen serendipischen Funden begleitet: das Googeln nach meinen Überschriften. Heute finden sich für die erste Hälfte Einträge von “Self-Help bis “Business & Economics” ;-) Darunter als mein Favorit der Satz: «Der schöne Tintenfisch löst sich auf in Theorien«.

Masken-Nachtrag – Blatt #584: hbe-scanp-180117-584f-rvnr2
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Musik beim Maskenertasten heute:

various: “LOST IN SPACE | DRUM ‘N’ BASS | PHASE 00:03″, lacerba, 1997

Just Jack: “Overtones”, The Orchard, 2007

Franz Schubert: “Sinfonie Nr. 5 B-Dur”, Concertgebouw Orchester Amsterdam

Gedächtnis-Leitplanke Kunst, Teil 2

Keineswegs, das kann ich gleich betonen,  bin ich der Superkunstnerd, der mit seiner Nase nur in Museen oder Büchern steckt, sobald er Zeit dazu hat. Galerien und Museen sehen mich eher selten, Bücher schon eher, die sammle ich gar für den Kaffeetisch!  Denn auch so kommts-daß-es-gibts ein über die Jahrzehnte durch bloßes Interesse von Kunst(werken) angereichertes Bildgedächtnis (“Leitplanken” Teil 1), das ich immer wie eine allzeit bereite Stimmgabel mit mir herumtrage. Das sind meistens Gemälde oder Fotos, weniger Skulpturales, obwohl sich in dieser “Abteilung” auch langsam was tut von Calder über Turrell bis O’ Donovan.

Kaum verwunderlich also, wenn sich die sehr flexibel deutbarenPinXographien auch dazu hernehmen lassen diesem Gedächtnis aufdrängen, um per Resonanzen bereits an anderer Stelle Gesehenen wieder in neue GedächtnisSchwingungen zu versetzen:

Kunstpareidolie gewissermassen:

ich erblicke das Neue, Unbekannte, das sich gerade vor meinen Augen per Farbton/Sättigungs-Regler auf den Bildschirm drängt und etwas (Alt-)Bekanntes klingelt im Gedächtnis. Und, wichtig & dazubemerkt: da sind hauptsächlich die Farben schuld.

Schaut Euch also mal diese drei Neuen an und deutet drei Maler zwischen 1891-1969,  1601-1678 und 1884-1950,  die Euch an diese Atmosphären erinnern:

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Zweimal draußen und Winter, einmal voll tosender Destruktion, einmal voll in sich gekehrter Beschaulichkeit, einmal drinnen, wo mensch es sich auch mit Farben warm und gemütlich macht.

Und.. keine Wortmeldung? Mm – dann bin ich wohl der einzige, dessen Hirn da klingelt?

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Musik beim Schreiben heute:

Joanna Newsom: “YS”, Drag City, 2006

Pantha du Prince: “Black Noise”, ROUGH TRADE, 2008

Nuancism today – heute: Farbchoreografie en miniature

“Das fühlt sich ja an wie ne Südpolexpedition” denke ich unwillkürlich – trotz grün und umbra – beim Anblick dieses neusten pinxographischen Bildes in einer etwas neuen Technik, in einem neuen, blurred style:nnn-scanp-171119-556b--bwdiKann das am grusligen Novemberwetter liegen, das sich da in meine dadurch emotionale Bildinterpretation reinmogelt? Oder liegts daran, daß mir neulich ein Hörspiel zum Wettlauf zum Südpol 1910-1913 untergekommen ist und ich unerkannte Text-und-Bildsynästhetische Neigungen habe, die nun at work sind? Wer weiß, muß ich testen, stell mal den Wecker, schau nächsten Juli drauf, auf dieses Bild.. Wer weiß, vielleicht krieg ich da (nur) Appetit auf Radieschen-Rucolasalat..

Eine weitere, ebenfallsig wilde Mischung von heiß und kalt, Draußen- und Drinnenfeeling hier:nnn-scanp-170816-522b-r6bwlnnn-scanp-171027-546c-r5vnrDa ich diese Kombinationen von Bildfärbung nur sehr selten in meinem Gedächtnis “führe”, ergibt sich beim Anblick solchser Bilder immer ein Gefühl der.. Irritation, der Entfremdung, der Wirklichkeitsverbiegung, der Unwirklichkeit.  Ganz anders als bei dem da unten (ebenfalls made November ’17): nnn-scanp-171114-554e-r4vnrDas ist Wärme, Draußen, Weite, Meer, Erde, Exotik.. also: ein Wiedererkennen, eine Resonanz! optische Wärme!

Und (fast) alles machen… die Farben!

Grad eben – da nämlich fiel mir der heutige Titel ein – hab ich das neue pinxographische Deckblatt hochgeladen, ebenfalls keine dieser beiden Hälften des Diptychons 2 Wochen alt:

Na – wie würdet Ihr die Temperatur, die Ausstrahlung, die Atmosphäre der beiden Hälften beschreiben? Link:  angenehm? Beruhigend? An der Schwelle zum Kühlen? Rechts: der GelbAnteil – sowohl oben als auch unten -  macht warm, aber irgendwie unangenehm? Fühlt sich an wie Gegenlicht, Gegenhitze? Die zerfransten Figuren und Umrisse tun das ihre dazu? Ich antwortete: ja, so geht es mir beim Schauen.

Und wie wirkt der MischAnblick beider im Ensemble?  Mmh…

OK, wieder zurück zu colourstrange: nnn-scanp-171114-554c-r4vr5ich frage mich  jedes Mal, wenn eine solche Mischung gelingt (digital, in der gemalten Papier-und-Farben-Version hab ich das noch nicht geschafft): warum finde ich das so komisch? Liegt es vielleicht daran, daß persönliche Farbklischees verrutschen, daß Rosa plötzlich kalt, gelb feindlich und graubraun foghaft alienhaft rüberkommen? Eben durch die Kombination dieser Bauteile auf einem Rechteck?

Und was tun dann diese ebenfalls vergangene Woche auftauchenden Knaller in Bonbonfarben mit uns?nnn-scanp-171112-552f-r2vr2nnn-scanp-171119-556e-r2vr7nnn-scanp-171114-553-r4vr4 nnn-scanp-171114-554f-rvnorDa geht einem doch das “freundliche Herz” auf, oder? Und all das binnen Stunden und Tagen Arbeit an Bord. Was soll ich sagen: genau diese Bandbreite ist es, die mich immer weiter lockt: diese der Technik sei Dank einfachste Möglichkeit, per Schieberegler feinste Nuancen in der Farbchoreographie zu “ertasten”- beim Schieben “wandern” die Farben “durch” das Bild – und alle erschmeckten Sensationen schnell zu sichern sprich snapshotten. Wichtiger weiterer begünstigender Faktor: Speicherplatz kostet fast nix mehr, so kann ich alle impulsiv auffälligen™ Versionen dabehalten:

kids_i_shrunk_nnn556-collectionSehen doch alle super strong aus, oder?! Aber auch die gedeckte Abteilung hats in sich:

kids_i_shrunk_nnn554-collectionMerkt Ihr – in klein kaum auffällig, in groß – ob Ihr es glaubt oder nicht – drastisch anders..

Fazit des Tages: nicht (nur) die Farben sind es, sondern das emotionale Potential, die Tauglichkeit, Echos und Stimmungen zu erzeugen sind es, die immer wieder erstaunen, immer wieder aufs Neu gespannt machen, was das nächste (Mal)Experiment bringen mag.

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Passende Musik beim Färben heute:

Tamba 4: “We And The Sea”, A&M, 1968

Original Soundtrack: “Jackie Brown”, Maverick, 1997

Disclosure: “Settle”, ISLAND, 2013

The Rolling Stones: “Mixed Emotions”, Album: “Steel Wheels”, 1989

Adam F: “Colours”, Blow Up, 1997

Briefmark N von Planet P

Je kleinteiliger und bunter die PinXoGraphy des Tages  dieses Herbstes 2017, desto überraschender oft ihre vierteljährliche Schrumpfung – beim Malen dieses, wie es jetzt in klein scheint – Gerippes unten, das sich aus dem wüsten Boden erhebt, hätte ich nie und nimmer dran gedacht, daß es ( der Korb, der Boden, der wüste) mal eines wird. start-shrunk-540b-trioMit Archäologie hab ich nix am Hut, Wüstenfuchs bin ich auch nicht einer, und Westernfan… ebenfalls Fehlanzeige – null Ahnung also, woher mir diese Deutung kommt..Ich experimentiere zur Zeit nur grad mit bekannten Formen, die ich meinen Flecken und Wolken anheim stelle. Mit “bekannten Formen” sind natürlich die geometrischen gemeint, dahinter ihre realen Inkarnationen, also Blumen, Kugeln, Körbe, Flammen, Hügel, Eiffeltürme  smiley-blushstart-shrunk-532Nun scrolle ich durch die Bilder der letzten vier Wochen. Und suche  gespannt, ob das was fruchtet, nach zusammenpassenden Dreiern – funktioniert!

start-shrunk-532e…und sieht geschrumpft besser aus als, äh, na: ungeschrumpft eben.

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Oben mal wieder ne japanische Reistapete.. Kommt alle hundert Blätter mal vor. Glücksfall. Zufall.

Das mit den Briefmarken kam mir mal wie schon oft bei der ..Hausarbeit zwischendurch. Tenor: “Putzen beschäftigt das Gehirn, es überfordert es aber nicht” ;-) Dazu das Mikro-Tutorial: Nehmt dieses Lochmuster, legt Eure Miniaturen rein, bis die Löcher gleichen Abstand ringsum haben, dann: Zauberstab, Auswahl-minus-Rechteck, Stanze, Schatten, Tupfer… Tusch!

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Musik beim Schrumpfen, Stanzen und Be-Zahlen:

Moby: “Hotel”, Bonus CD (!), Virgin, 2005

The B52′s: “Planet Claire” vom Album “The B 52′s”, Island 1979

 Federspiel live 18. Mai 2017 aus dem SWR-Funkhaus in Mainz

Vergestikuliert? Kein Problem!

Ausgerechnet am diesjährigen Faschingssonntag* fiel mir wieder eine wichtige, bislang textlich aber untergewürdigte Zutat zu meinen PinXoGraphien ein:

Körpersprache und ihre “Bauteile”, die Gesten.

Nicht nur, daß ich beim Führen der Malstifte und -werkzeuge bestimmte “funktionierende” Bewegungsabläufe erarbeite (es kommen durch die (Er)findung neuer Malwerkzeuge stetig ebenfalls neue dazu), schon immer kommen mir die “Ergebnisse” in den Bildern, die Striche, Schlenker, Wolken und FarbClusterSträusse vor wie… geronnene Gesten.

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Das hätte ich nicht gedacht: Malen ist wie eine hemdsärmelige Choreografie, denn Farbe Aufbringen erfordert schlicht: Bewegung. Kühne Striche – eins meiner MalZiele right from scratch – erfordern kühne Bewegungen, die sich durch die Farbspur ästhetisch nachmessen, nachempfinden lassen. Wie eine spezielle Unterart des Gestikulierens: sich am oder das Blatt drehen, mit der Farbe kreisen, schlingern, stottern, sich darauf winden mit farbigen Fingern, per Stift Hiebe oder gleich ganze Hagelschauer setzen, per vorgschützten Fahrigseins ebensolch faszinierende, wie den Formwillen-abableugnend wirkende “Gebiete” im Bild erzeugen, das An- und Abschwellen von Kraft in der Bewegung, all das zeitigt exakte Strichspuren, auf die Ihr jetzt schauen und an denen Ihr Euer Euer ästhetisches Empfinden ranwerfen können!ysp-scanp-170221-440d-manorMehr noch: bei Ansicht mancher Bilder bekomme ich eine über meine Werkstatttechnik erweiterte Ahnung von: das könnte die zeitlich gesammelten Bewegungen von Menschen im Raum, in einer großen Halle oder auf einem innerstädtischen Platz nachzeichnen.(..)

Was ein großes erstaunliches Plus der PinXoGRaphie ist, daß sich bei dem Malen anschließenden digital “erledigten” Umfärben tatsächlich alle gemalten Spuren wieder herausholen lassen. Ein Beispiel:

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Durch das stetige Dranbleiben und die auchundvorallem:mir! erstaunlich unermüdliche Neugier bei jedem neuen Start ergeben sich durch reine Experimenterfreude/ schrillend einsetzende Klischeeklingel oft erstaunliche “Nachbarschaften” von malerischen “Ereignissen” wie diese beiden hier unten, beide auf Blatt #535:nnn-scanp-170922-535g-r2vnb

Andrerseits finde ich es oft schade, daß sich “gute Ideen” in direkter Nachbarschaft von ästhetischen, äh, Unentschiedenheiten befinden. Da gibts zum Glück das scannergrößen-bedingte Ausschnittsauswahlmuß wie beim Fotografieren – die bemalten Blätter sind doppelt so groß wie das Scanfenster – da scanne ich einfach erneut und das Nichtgefallen nicht mit..

Oder: nehm ich einfach ein neues Blatt und mache die nächste, neue, irgendwie durch ihren Neustart, ihre-Frische-und-meiner-Erfahrung “verbesserte” Geste dann eben da drauf – ein netter Zug, eine schöne Geste der Malerei!nnn-scanp-170922-535e-rv2r5Und bei vielen (gemalten) Gesten – die Körpersprache so uferlos wie alle Künste ;-) – denk ich da ans Archivieren – hier eine kleine “Gesten”sammmlung von 2016:

ysp-scanp-170118-428d-r180 ysp-scanp-161021-395-r6v2r3 ysp-scanp-161113-405b-r180v ysp-scanp-161229-422b-r180 ysp-scanp-161213-417g-r3v93 ysp-scanp-161126-412h-re180 ysp-scanp-161126-412f-r2v2n ysp-scanp-161120-410c-re180 ysp-scanp-161011-390f-r2v

Schrieb ich “Faschingssonntag”? * Ja, ja – da seht Ihr mal, wie lange die Vorlaufzeit eines Artikels sein kann hier! Und: das ist nicht mal ne großartige Ausnahme. Im “Hintergrund” warten ein große Menge Entwürfe. Meistens durch eine Information im Netz, ein Gedankenfetzen beim Aufwachen oder in einem Gespräch mit irgendwem unter Tage geführt, münden diese Inspirationen in schnell hingetippte Notizen – Zettel hab ich klassischerweise auch – und wachsen durch stetige Nachbetrachtung – bestimmte Themen sind ja durchgängig in Bearbeitung-  irgendwann aufs Maß einer kritischen Masse. Das sind dann Artikel wie dieser, die dann, irgendwann durch Vollendung an einem wach-ruhigen Vormittag oder einer stillen Abendstunde am Rechner reif werden.

Inspirationen? Jederzeit! Heute zum Beispiel:

  1. der obskur klingende Satz: “Die Polizei beschlagnahmte den ICE, um Spuren zu sichern.”
  2. oder das erhellende “The name, Yoox which was created by Federico Marchetti composed of the male (Y) and female (X) chromosome letters linked by OO, the infinity symbol ∞ or “the ‘zero’ from the binary code,  the fundamental language of the digital age”.”
  3. oder “Weder Selbstdarstellungssucht noch sozialer Ehrgeiz oder Marketinggeschick überschatteten seine Schneiderkunst.“  (die Welt über Cristobal Balenciaga, 1895-1972)
  4. oder: “Aurora Robson is a multi-media artist known predominantly for her work intercepting the waste stream.

Und gleich mal checken, ob ich diese Bilder von 2016 schon mal gepostet habe. Geht per Googles, äh, Aufmerksamkeit: man sucht nach den Bild-URLs, wird zur Bildersuche weitergeleitet und findet… nach 10 identischen Klick, Copy und Paste-Versuchen jäh die Meldung: “Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt. Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden” Dann kommt ein anzukreuzendes Bilderrätsel zur Verifikation. Wo sehe ich a) Brücken, wo b) Palmen auf den Puzzlebildern, die sich dann laden…

Nach bestandener Prüfung kommt mir gleich noch die Idee zu einer Medienkompetenz-Extrastunde-am-Feiertag: die Bilder plus Bildersuchlink hier zeigen. Dann könnt Ihr auch mal sehen, wofür der Algorithmus-plus-Big-Data Googles heute(!) meine Bilder “hält”, was in ihnen “vermutet” und gleich auf sehr Ähnliches  im Feld drunter klicken:

ysp-scanp-428d-r180-150x150 ysp-scanp-395-r6v2r3-150x15 ysp-scanp-405b-r180v-150x15

ysp-scanp-422b-r180-150x150 ysp-scanp-417g-r3v93-150x15 ysp-scanp-412h-re180-150x15

ysp-scanp-412f-r2v2n-150x15 ysp-scanp-410c-re180-150x15 ysp-scanp-390f-r2v-150x150

..und dann auch noch gleich die “Neuen” von oben noch ins Spiel:

nnn-scanp-170930-537-r2vr2 ysp-scanp-170221-440d-manor nnn-scanp-170927-536g-r2vr7nnn-scanp-170927-536g-r3vnr nnn-scanp-170922-535g-r2vnb nnn-scanp-170922-535e-rv2r5

Ergebnis part 1: lediglich das oben links im Archiv-feld kannte Google von meiner Seite. Gleich zweimal. Eins ist gar in meinem englischen artist statement gelandet. Also a recurring dream ;-) . Die anderen 14: noch unbekannt. Unbekannt heute, am 3. Oktober 2017, 12:48. Das wird sich ziemlich schnell ändern, denn ich hab den google bot sehr oft zu Besuch..

Ergebnis part 2:

Automatische Vermutungen™:

fraktale Kunst (2x) | Wasser | Baum | Pflanze (2x) | cg Kunst (2x)| Kunst | Meeresbiologie | Moderne Kunst | Malerei

Tja. Ok, Google – ich (oder Ihr!)  versuchs in nem halben Jahr nochmal..

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Musik beim Schreiben: faschings’ (1) & Oktober-heute (2) und beim Google-Testen (3):

Jamiroquai: “Rock Dust Light Star”, Mercury, 2010 – (3)

Edo Zanki: “Zu viele Engel”, Universal, 2011 – (2)

Swayzak: “Dirty Dancing”, !K7, 2002 – (1)

Gewinn: ein 1A Abstand

Warum die “Nachbetrachtung” eigener Werke hier in der Kategorie “Werkstatt” steht? Nun: es gibt da diese anfangs unscheinbare Facette “Zeit” im eigenen Schaffen.92270031Vor allem, wenn der Output groß ist, die “Verweildauer” am einzelnen Blatt/Werk vernachlässigbar, der Strom sich immer weiter wälzt (die Tage bin ich an #531).

Um die Blattnummer 380 herum +/- oben eine “Nachidee”, mit Automatenversionen der PinXoGraphischen Bilder verwirklicht :

ein pinxographisches MemorySpiel.

Mit amtlichen 33 minus 1 BildPaaren. Die Originale “geschahen” vor einem Jahr. Das Pinxographic-Pareidolische könnt Ihr oben sehen: es gibt zwar Paarungen von Bildern, die sind untereinander aber “nur” ähnlich, nicht identisch. Und manche sind nicht mal das.

Veräppelung? Keineswegs. Das Ganze ist ernsthaft, ganz im Sinne der PinXoGraphie, die ja stets den Assoziationsnerv zu kitzeln hat. Und die Doppelbelegung geschah zufällig vor Ort im Drogeriemarkt, als ich glücklich entdeckte, daß man immer zwei Fotos auf ein 10 x 15 cm Blatt Fotopapier abziehen lassen kann. Und mich dann mit meinem mitgebrachten/gefüllten 16GB USB-Stick in Euphorie hineinklickte.bestellte..

Diese nun schau ich mir heut nacht in einer Schlafpause an und denke: wow – was ein dolles Chaos! Das soll ich gemacht/angerichtet haben? Ts.ts. (kopfschüttel). Aber: ein augenaufreissendes Chaos! Das fasziniert (mich), läßt man sich mal auf den Farb- und Form-Overkill ein! Schnell ist man angesichts der Bilder beim Gedanken an klassische (Gefühls)zustände der gemischten Art™, an das sometimes grausame Nebeneinander von schön und häßlich, faszinierend und abstoßend, das undenkbare Gleichzeitige von wohltuend und schmerzlich und an das letzten Endes weiterbringende Duo von anregend und nervtötend – das Ganze heute jedoch in einem universelleren Sinne als die 2016er-Betrachtungen der PinXoGraphie als Ideenkatalysator zum Berufsleben.

Und mit diesem Abstand durch Zeit, Neuaufnahme durch Wiedersehen, “nachgewachsenen” neuen Augen kann ich Euch ein paar davon hier “nachreichen”:

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Ist doch ein fü+hlbarer Unterschied zu den aktuellen Sachen . Anregende Weiterentwicklung von… woher nach bitte… wohin, oder?!

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Musik beim Nachreichen heute:

Faith No More: “Album Of the Year”, Slash, 1997

Sven Van Hees: “Calypso”, Life Enhancing Audio, 2002

 

 

Das ist eigentlich Landschaftserfindung

JaJa ich weiß: Landschaften werden von der Natur erfunden: die Topografie, die Beschaffung des Grundes, das Klima und die “zugeflogenene” Vegetation. Der Mensch mischt da seit seinem “Erscheinen” aber immer kräftiger/drastischer mit – von klassischer Landschaftsgärtnerei bis zu großindustrieller Ausbeutung siehe das fotografische Werk Edward Burtynskys, aber hier und heute meine ich mit der Überschrift: die visuelle Potenz der Malerei.

Denn da bin ich mit meinem Laborexperiment seit kurzem bei diesem Gedanken angekommen, all diese ungegenständlich gemeinten-und-gemachten Bilder lieferten ganz nach Plan Anreize, sich diese übersetzt in die Welt des Physischen, des sinnlich Bekannten™ vorzustellen. Und daß eine gewisse räumliche Tiefenwirkung bei manchen auszumachen ist, haben mir inzwischen schon mehrere Betrachter bestätigt. «Weltraum» und «Tiefsee» sind da die beiden großen Assoziationssieger:

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Aber es kommt noch ein Drittes, bislang nicht Thematisiertes dazu: nicht allzu oft, dann aber umso drastischer fühle ich mich beim Anblick jäh mitten in einer wundersamen, unbekannten, faszinierenden Landschaft wieder. 3D auf Erden ,-) Der Blick schweift da über einzelne “Stengel” bis hin zu kleinen Vertiefungen, Buchten und Senken, Nischen, Anhöhenähnlichen oder Ahnungen von Böschungen.

Die oft pflanzenähnlichen Gebilde verstärken die Suggestionskraft in diese Richtung. Mein damit zusammenhängendes  großes “Nachbarthema” Gestrüppmalerei meine ich hier allerdings definitiv nicht – da ist so was wie die Ahnung einer Landschaft/Räumlichkeit eher sekundär – die räumliche Wirkung (oft) ebenfalls. Aber hier -schaut mal:nnn-scanp-170506-476f-r3vr7 Für mich ganz klar auf der Hand: man blickt hier auf/in einen idyllischen kleinen, von Ranken umrankten See in wildberankten, kaltwarmen Farben – eine fantastische, unbekannte Übergangszeit?

Unten eher eine trockene Version der Landschaftskuhle. Mit frisch drübermontiertem Maisblattreiher..nnn-scanp-170725-513e-r2vr9Aber auch die etwas waghalsig-kräftiger gefärbten Bilder rufen (mir) eine “hügelige Assoziation” voll räumlicher Tiefe und landschaftlichen “Gegebenheiten” herauf – bitte sehr: nnn-scanp-170807-519-r2vnre..kennt jemand von Euch die bambuswaldgesäumte Wassertretstelle im Mannheimer Herzogenriedpark? Das wäre meine Version!nnn-scanp-170719-509-rvnrein Seh-Experiment, das obige: eigentlich “zieht” es mich da hinunter, in diese hellblaue Röhre, darüber “wehen” diese beiden lachsfarbenen Fetzen. Dazu fällt mir dieses Superfoto von der/in die “Rotunde” des Heidelberger Tankturms ein. Chapeau, Señor O2t!

Mit den frisch entwickelten “Hintergrund”strukturen erreiche ich mittlerweile eine gefühlt “verbesserteraffiniertere Verquickung von Gemalten und Geklickten. Was dem Phänomen Räumlichkeit beziehungsweise “Landschaft” allerdings keinen Abbruch tut:nnn-scanp-170813-520c-r2v91Das unten hab ich auf einer Handtasche als Außenraumabbildung entdeckt ;-) ysp-scanp-170426-472j-r3vr0Hier kommt die Ahnung an Florales, Gestrüppiges, Nebeneinanderes und Gleichzeitiges am besten: ich denke an Hasensassen, Gebücke und schlicht an das vorgegeben Unaufgeräumte eines Bannwalds:ysp-scanp-170502-474h-rvnr4

nnn-scanp-170505-475j-r180vDiese Landschafts-Genese-Idee ist eher neu, hängt sie doch recht direkt mit meinen veränderten, komplexeren Hintergründen zusammen, die erst seit Sommer 2017, also so ab Blatt #474 möglich sind.

Hier zum Vergleich zwei aus den Anfangstagen der Pastellphase (seit Juni 2015):ntr-scanp-160308-301b-rllve- das unten ist für mich ganz eindeutig Südamerika! (ja, ja, ich war noch nie da):ntr-scanp-160413-328g-rc3vkDie “irdene” Version davon. Ebenfalls Landschaft. Wüste!ntr-scanp-160413-328f-rec3v

Fairerweise muß ich hier noch auf einen Artikel vom Juni 2012 verweisen. Da gings um “frisch erfundne Örtlichkeiten”, allerdings waren damals  Fotografie und die digitale Bildverarbeitung im Werkzeugkoffer. Das Thema jedoch scheint von einiger Zählebigkeit für mich zu sein..

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Musik beim Schreiben heute:

Henri Dutilleux: „Tout un monde lointain …“ – Konzert für Violoncello und Orchester (Alban Gerhardt, Violoncello,  Bremer Philharmoniker unter Andrew Gourlay)

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie F-Dur KV

ReadyMade in Germany

Eigentlich war ich nur des Pinsels überdrüssig – ich bin (anscheinend, bis zum Beweis des Gegenteils) kein klassisch Malbegabter. Pinsel erinnern mich an die Schule, an etwas sollen. Ich aber wollte etwas Unbekanntes, Spannendes.

Na dann und warum nicht: flugs die Dose mit den Bauhaus-Kabelbindersets aufgemacht, das “Büschel” mit den 20cm – Dingern raus und neugierig in die Farbe damit. Dann auf die Leinwand geschlagen…

und..

Enttäuschend. Formlose Flecken. Langweilige Flecken. Noch nicht mal wie absichtlos sah das aus. Ich stellte frustriert – nach so! viel! Vorfreude! – das Bündel weg. Ließ die rote Farbe an den weißen Spitzen trocknen. DAS wiederum sah ganz cool aus..

Und dann griff ich irgendwann diesen hellblauen Becher aus dem hellblauen Möbelhaus und “topfte ein”. “Ein Krokus! Frühling jederzeit!” dachte ich entzückt und ließ ‘ dabei bewenden.

Und dann, irgendwann, kamen diese Glastuben ins Haus. Die sind das für Gegenstände, was der Unterstrich für Wörter ist. Also hab ich damit meine kleine schnellfertig-gemachte Plastikhomeblume aus dem Baumarkt “unterstrichen”.

Und irgendwann hat dann jemand das Ganze REadyMade genannt und mich damit an Kunst erinnert. Ich hab Marcel D. nachgeschlagen und ne ganze Liste solch einfachster Konstrukte gefunden. Hundert Jahre alt. Mindestens!

Schick, wenn man durch Bezeichnung Sachen altern kann. Etwas Neues, vorher Unbekanntes wird damit aus ihnen.

Und im Sonnenlicht mit Brechungen sehen sie noch besser aus. Muß aufs Cover!

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